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        <title>Schmalzstreubel, Frittierte Teigstreifen</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-06-21">2026-06-21</date>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/teg-005/</idno>
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          <title>Tegernseer Wirtschaftsbüchlein (Speisenbuch)</title>
          <date when="1460">1460</date>
          <idno type="URI">https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb00076122</idno>
          <note>Kochbüchlein-Rezepte nach der gemeinfreien Edition von Anton Birlinger (Germania 9, 1864), gesicherte philologische Transkription. Pilot-Rezepte teg-001 bis teg-011 zusätzlich nach OCR-Faksimile (MDZ/BSB). Ostmittelbairisches Frühneuhochdeutsch.</note>
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        <language ident="fnhd">Frühneuhochdeutsch (Ostmittelbairisch, 15./16. Jh.)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="teg-005">
        <head>Schmalzstreubel, Frittierte Teigstreifen</head>
        <div type="original" xml:id="teg-005-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#teg-005-trans">
          <p>[§7 „Von dem pachen auf 40 personen", fol. 56v] Zu strauben 36 ayr. Zu ringen streublen ½ yedlichem. Zu den kräntzen yedlichem 1 ay. …</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="teg-005-trans" xml:lang="de" corresp="#teg-005-orig">
          <p>Rühre Mehl, Eier und Wasser zu einem glatten Teig. Der Teig soll fließfähig sein wie dünner Pfannkuchenteig - er muss durch ein grobes Sieb tropfen können, ohne gestopft zu werden. Erhitze reichlich Schmalz in einem tiefen Topf oder einer Pfanne, das Fett muss heiß sein (ca. 175°C). Streiche den Teig durch ein grobes Sieb oder einen Holzlöffel mit Löchern direkt ins heiße Fett: er fällt als unregelmäßige Streusel und Strippen hinein. Backe sie goldbraun aus und schöpfe sie mit einer Schaumkelle ab. Auf einem Leinentuch abtropfen lassen und heiß mit Honig beträufeln servieren.</p>
          <p>Hinweis: Das Tegernseer Original ist nur knapp notiert (Menü-/Mengenliste der Klosterküche); die ausführliche Zubereitung ist hier nachkochbar rekonstruiert.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="mefl">Weizenmehl</ingredient> - 200 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="aÿ">Eier</ingredient> - 2</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="waßer">Wasser oder Milch</ingredient> - 220 ml</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="schmaltz">Schmalz oder Pflanzenfett</ingredient> - 500 g</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="honig">Honig</ingredient>
            </item>
          </list>
        </div>
      </div>
    </body>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#teg-005-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Frittierte Teigstreusel aus Schmalzgebäck - die Familie der Strauben und Streubel. Lebende Verwandtschaft: schwäbische Strauben, österreichische Schuxen, spanische Churros. Alles dieselbe Idee: ein fließfähiger Teig wird ins heiße Fett gestrichen und backt zu unregelmäßigen, knusprigen Strippen.

Streubel (zu "streuen") meint die durch ein grobes Sieb ins Fett getropften, unregelmäßigen Stränge. Das benachbart genannte kräntzen (Kränze) und ringen deuten auf ring- oder kranzförmig gelegtes Gebäck - die Mengenliste überliefert keine Form, daher ist die Sieb-Streusel-Form eine period-typische, aber nicht zwingende Wahl.

Der Teig muss dünnflüssig genug sein, um durch ein grobes Sieb zu tropfen, ohne zu stopfen - wie dünner Pfannkuchenteig. Zu dick, und er fällt als Klumpen; zu dünn, und er zerfließt im Fett.

Praxis. Mehl, Eier und Wasser (oder Milch für einen reicheren Teig) glatt rühren. Schmalz in einem tiefen Topf auf ca. 175 Grad erhitzen - die Probe: ein Teigtropfen muss sofort aufsteigen und sprudeln. Teig durch ein grobes Sieb, einen Lochlöffel oder einen Spritzbeutel direkt ins Fett geben, goldbraun ausbacken, mit der Schaumkelle abschöpfen, auf Tuch abtropfen lassen. Heiß mit Honig beträufeln. Wichtig: das Fett wirklich heiß halten, sonst saugen die Streubel zu viel auf.</note>
        <note type="gloss" target="#teg-005-orig" n="Streubel" resp="#fyndling">Gestreifte, unregelmäßige Teigstreusel, durch ein Sieb oder Reibeisen ins heiße Fett gestrichen. Verwandt mit modernen Streuseln und Krapfen.</note>
        <note type="gloss" target="#teg-005-orig" n="reitter" resp="#fyndling">Reiter, ein grobes Sieb oder Reibeisen aus Holz oder Metall, durch das der Teig in das heiße Fett gestrichen wird.</note>
        <note type="gloss" target="#teg-005-orig" n="haiß schmaltz" resp="#fyndling">Heißes Schmalz, ausgelassenes Schweine- oder Gänsefett, erhitzt bis zum Frittieren.</note>
        <note type="gloss" target="#teg-005-orig" n="Pach braun aus" resp="#fyndling">Backe braun aus, frittiere bis zu goldbrauner Farbe.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#teg-005-orig" n="ringen streublen" resp="#fyndling">Unregelmäßige Schmalzstreusel, durch ein grobes Sieb ins heiße Fett gestrichen; „ringen" als Mengen-/Beschreibungswort gelesen.</note>
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