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        <title>Eiersuppe mit Wein</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-06-22">2026-06-22</date>
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          <title>Tegernseer Wirtschaftsbüchlein (Speisenbuch)</title>
          <date when="1460">1460</date>
          <idno type="URI">https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb00076122</idno>
          <note>Kochbüchlein-Rezepte nach der gemeinfreien Edition von Anton Birlinger (Germania 9, 1864), gesicherte philologische Transkription. Pilot-Rezepte teg-001 bis teg-011 zusätzlich nach OCR-Faksimile (MDZ/BSB). Ostmittelbairisches Frühneuhochdeutsch.</note>
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        <language ident="fnhd">Frühneuhochdeutsch (Ostmittelbairisch, 15./16. Jh.)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="teg-019">
        <head>Eiersuppe mit Wein</head>
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          <p>Ayrsuppen gibt man de mane: 3 maß wein, denoch vil jedlichem 1 ay und gilbt.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="teg-019-trans" xml:lang="de" corresp="#teg-019-orig">
          <p>Eiersuppe, die man am Morgen gibt: 3 Maß Wein, dazu im Verhältnis für jeden ein Ei, und gelb gefärbt.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="3 maß wein">Weißwein</ingredient> - 400 ml</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="jedlichem 1 ay">Eier</ingredient> - 4 Stück</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="gilbt">Safran</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="">Salz</ingredient>
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        <note type="preparation_tip" target="#teg-019-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Wein-Eier-Suppe, gereicht de mane (lateinisch: am Morgen) als klösterliche Frühstückssuppe. Im Kern eine warme Weinschorle, in die verquirltes Ei zu feinen Flocken gezogen wird - eine frühe Verwandte der Weinsuppe und der römischen Stracciatella (Eierflocken in heißer Flüssigkeit).

Die Quelle ist eine reine Mengenliste der Klosterküche: 3 maß wein, jedlichem 1 ay (für jeden ein Ei) und gilbt (gelb gefärbt, mit Safran). Wie die Suppe zubereitet wird, steht nicht da - das ist hier nachkochbar rekonstruiert.

Denoch vil steuert das Verhältnis: ein Ei je Person, passend zur Weinmenge. Gilbt meint die Gelbfärbung mit Safran, der hier zugleich als Status- und Aromagewürz dient.

Praxis. Wein mit etwas Wasser erhitzen (für 4 Personen rund 400 ml Wein, gern halb Wein, halb Wasser) und mit einer Prise Safran gelb färben. Für jede Portion ein Ei verquirlen und unter Rühren in die heiße, aber nicht kochende Suppe ziehen, damit das Ei in feinen Flocken stockt statt zu klumpen. Mit Salz abschmecken.</note>
        <note type="gloss" target="#teg-019-orig" n="de mane" resp="#fyndling">Lateinisch am Morgen. Die Eiersuppe wurde im Kloster als Frühstückssuppe gereicht.</note>
        <note type="gloss" target="#teg-019-orig" n="gilbt" resp="#fyndling">Gelb gefärbt - mit Safran goldgelb getönt.</note>
        <note type="gloss" target="#teg-019-orig" n="denoch vil" resp="#fyndling">Im Verhältnis dazu - steuert die Pro-Kopf-Menge: ein Ei je Person, passend zur Weinmenge.</note>
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