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        <title>Grüne Fischsulze</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-07-13">2026-07-13</date>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/teg-042/</idno>
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          <title>Tegernseer Wirtschaftsbüchlein (Speisenbuch)</title>
          <date when="1460">1460</date>
          <idno type="URI">https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb00076122</idno>
          <note>Kochbüchlein-Rezepte nach der gemeinfreien Edition von Anton Birlinger (Germania 9, 1864), gesicherte philologische Transkription. Pilot-Rezepte teg-001 bis teg-011 zusätzlich nach OCR-Faksimile (MDZ/BSB). Ostmittelbairisches Frühneuhochdeutsch.</note>
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      <langUsage>
        <language ident="fnhd">Frühneuhochdeutsch (Ostmittelbairisch, 15./16. Jh.)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="teg-042">
        <head>Grüne Fischsulze</head>
        <div type="original" xml:id="teg-042-orig" xml:lang="fnhd" corresp="#teg-042-trans">
          <p>zu gruener sulsen: 1 maß wein, 12 ayr, eßig und pfeffer.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="teg-042-trans" xml:lang="de" corresp="#teg-042-orig">
          <p>Zur grünen Sulze: 1 Maß Wein, 12 Eier, Essig und Pfeffer.</p>
          <p>Hinweis: Im Original steht nur diese Zutaten- und Mengenliste der klösterlichen Großküche. Fisch und grüne Kräuter sind nicht genannt - sie sind aus dem Folio-Kontext (Sulzfisch-Rezepte auf fol. 54r) und aus dem Namen 'gruene sulsen' erschlossen.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="visch">Fischfilet (Hecht, Karpfen)</ingredient> - 500 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="1 maß wein">Weißwein</ingredient> - 350 ml</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="12 ayr">Eier</ingredient> - 4 Stück</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="eßig">Weinessig</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="">Grüne Kräuter</ingredient>
            </item>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="pfeffer">Pfeffer</ingredient>
            </item>
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      </div>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#teg-042-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine grüne, ei-gebundene Kräutersauce über gekochtem Fisch - der Sache nach eine warme Verwandte der grünen Sauce (Salsa verde) und der Frankfurter Grünen Soße, hier mit Ei statt Brot gebunden. Trotz des Namens sulsen ist es nach der Zutatenliste keine kalt gestockte Aspik-Sülze: Eier binden durch Hitze, nicht durch Erkalten, und ein Geliermittel (Hausenblase) ist nicht genannt.

Der Name verspricht mehr, als der Text hergibt. Das Original (1 maß wein, 12 ayr, eßig und pfeffer) nennt weder Fisch noch Kräuter. Der Fisch ist aus dem Folio-Kontext erschlossen (fol. 54r trägt mehrere Sulzfisch-Rezepte, vgl. teg-009, teg-043), das grün aus dem Namen - period-typisch durch ausgepressten Petersilien-/Kräutersaft, nie durch moderne Behelfsfarben. Beide Ergänzungen sind redaktionelle Schlussfolgerungen, keine Angaben aus der Quelle selbst.

Sulsen - warm gebunden, nicht kalt gestockt. Die Ei-Essig-Masse stockt beim sanften Erhitzen durch Eiweißkoagulation. Wer eine wirklich kalt-feste Sülze will, braucht zusätzlich Hausenblase (hausenplaten), die im Tegernseer Speisenbuch andernorts als Geliermittel belegt ist.

Praxis. Festen Fisch (Hecht, Karpfen, ca. 500 g) in Wein gar ziehen und bereitlegen. 4 Eier mit etwas Weinessig und Pfeffer verrühren, reichlich fein gehackte Petersilie/grüne Kräuter untermischen. Diese Masse über sanfter Hitze (Wasserbad oder kleine Flamme) unter stetigem Rühren binden lassen, bis sie merklich andickt - nicht aufkochen, sonst gerinnt sie grießig. Heiß über den Fisch gießen, warm servieren.</note>
        <note type="gloss" target="#teg-042-orig" n="gruene sulsen" resp="#fyndling">„Grüne Sulze" - hier nach der Zutatenliste keine kalt gestockte Aspik, sondern eine warm mit Ei gebundene, grün gefärbte Kräutersauce über Fisch. Das Wort sulsen deckt im Korpus auch warme, dickliche Zubereitungen ab.</note>
        <note type="gloss" target="#teg-042-orig" n="hausenplaten" resp="#fyndling">Hausenblase - aus der Schwimmblase des Hausen/Störs gewonnenes Geliermittel, im Tegernseer Speisenbuch für echte Aspik-Sülzen belegt. Hier nicht genannt, daher keine kalte Sülze.</note>
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