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        <title>Fisch-Cretonnee</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-06-22">2026-06-22</date>
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          <title>Le Viandier de Guillaume Tirel, dit Taillevent</title>
          <date when="1300">1300</date>
          <idno type="URI">https://www.gutenberg.org/cache/epub/26567/pg26567.txt</idno>
          <note>Transkription: Jérôme Pichon &amp; Georges Vicaire, Le Viandier de Taillevent (1892), Project Gutenberg #26567</note>
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        <language ident="fro">Moyen Français (ca. 1300-1400)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="via-010">
        <head>Fisch-Cretonnee</head>
        <div type="original" xml:id="via-010-orig" xml:lang="fro" corresp="#via-010-trans">
          <p>Pour la cretonnee a poisson prenes carpe brochet escaile &amp;

frises quant il sera par pieces &amp; faites vostre bouillon pareil a celluy
de chair fors quil soit fait de puree de poix et lautre est fait de
bouillon de chair &amp; tout le demourant soit fait comme celluy de chair.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="via-010-trans" xml:lang="de" corresp="#via-010-orig">
          <p>Für die Fisch-Cretonnee nimm Karpfen und Hecht. Schuppt die Fische und teilt sie in Stücke, dann frittiert sie. Bereitet eure Brühe ähnlich der Fleisch-Cretonnee zu, jedoch soll diese aus Erbsenpüree bestehen, während die Fleisch-Cretonnee-Brühe aus Fleischbrühe gemacht wird. Alle weiteren Schritte sollen wie bei der Fleisch-Cretonnee ausgeführt werden.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="carpe">Karpfen</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="brochet">Hecht</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="puree de poix">Erbsen (getrocknet)</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="bouillon">Wasser</ingredient>
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            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="tout le demourant">Salz</ingredient>
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            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="tout le demourant">Gewürzmischung (Ingwer, Zimt, Nelken)</ingredient>
            </item>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="frises">Fett (zum Frittieren)</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="tout le demourant">Zwiebeln</ingredient>
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          </list>
        </div>
      </div>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#via-010-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Fasten-Variante der cretonnée - im Viandier ein gebundenes Püree-Gericht, bei dem das Hauptzutat-Stück (sonst Erbsen oder Bohnen mit Milch) hier durch frittierten Fisch ersetzt wird und die Bindung statt aus Fleischbrühe aus purée de poix, einem Püree getrockneter Erbsen, kommt. Der Ménagier de Paris überliefert dieselbe Idee gleich mehrfach: men-096 ist die direkte Fisch-Cretonnée für Fastentage, men-095 die Geflügel-/Erbsen-Version, men-041 die reine Bohnen-Cretonnée.

Der Text ist - wie viele Viandier-Einträge - eine Kurzanweisung, die auf das vorausgehende Fleisch-Rezept verweist (tout le demourant soit fait comme celluy de chair, "alles Übrige mache wie bei dem aus Fleisch"). Das hier rekonstruierte Vorgehen entspricht der gut belegten Cretonnée-Technik: kochen/garen, durchs Tuch passieren, mit Eigelb und Safran binden und würzen.

escaile &amp; frises meint zwei Schritte: die Fische schuppen (escailler) und in Stücken in heißem Fett ausbacken (frire). Das Frittieren vorab ist typisch für Fastenfisch und gibt dem milden Püree Röstaroma.

Praxis. Karpfen und Hecht schuppen, in Stücke teilen und in reichlich heißem Pflanzenöl oder Schmalz goldbraun frittieren. Getrocknete Erbsen weich kochen und zu einem glatten Püree passieren - das ersetzt die Fleischbrühe der Fleisch-Variante. Das Erbsenpüree mit etwas Kochwasser auf Saucen-Konsistenz bringen, mit Ingwer, Zimt und einer Spur Nelke würzen, mit Safran gelb färben und mit Salz abschmecken. Die frittierten Fischstücke kurz darin ziehen lassen und sofort servieren. Lässt sich gut über offenem Feuer machen: ein Topf zum Frittieren, ein Topf für das Püree.</note>
        <note type="gloss" target="#via-010-orig" n="cretonnee" resp="#fyndling">Eine Cretonnee war im Mittelalter ein dicker Eintopf oder Brei, oft mit Fleisch oder Fisch, der mit Brot oder Eiern gebunden und mit Gewürzen verfeinert wurde.</note>
        <note type="gloss" target="#via-010-orig" n="escaile &amp; frises" resp="#fyndling">Bedeutet, die Fische zu schuppen und anschließend in Stücken zu frittieren oder knusprig zu braten.</note>
        <note type="gloss" target="#via-010-orig" n="puree de poix" resp="#fyndling">Ein Püree aus getrockneten Erbsen, das als Basis für die Brühe dient und dieser eine sämige Konsistenz verleiht.</note>
      </div>
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