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      <titleStmt>
        <title>Mandelpaste in Keilform</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-06-21">2026-06-21</date>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/via-057/</idno>
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          <title>Le Viandier de Guillaume Tirel, dit Taillevent</title>
          <date when="1300">1300</date>
          <idno type="URI">https://www.gutenberg.org/cache/epub/26567/pg26567.txt</idno>
          <note>Transkription: Jérôme Pichon &amp; Georges Vicaire, Le Viandier de Taillevent (1892), Project Gutenberg #26567</note>
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        <language ident="fro">Moyen Français (ca. 1300-1400)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="via-057">
        <head>Mandelpaste in Keilform</head>
        <div type="original" xml:id="via-057-orig" xml:lang="fro" corresp="#via-057-trans">
          <p>Pour faire Iron damandes pour quatre platz / broyez les amandes en vng

mortier enuiron quatre liures et passes en estamine auec vng peu deaue
chaulde et que lamande soit asses espes et y mettes vng quarteron sucre
et bouilles tout ensemble en vne paelle / et quant il sera bouilly le
mettes en vne estamine ou sur toille neufue et le laisses refroidir et
le mettez en platz en facon de coingz de beurre et puis prenez des plus
belles amandes / et les fendez par la moitie et chascune moytie fendez
en trois parties du long et en iaunisses la moytie en saffran / et puis
les plantes en belles ranges parmy le long / et puis prenez du lait
quant vous vouldres seruir et qui ne touche point dedans les amandes
quasi mis dedans.
Oeufz rostis en la broche</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="via-057-trans" xml:lang="de" corresp="#via-057-orig">
          <p>Um Mandelpaste für vier Portionen zuzubereiten: Zerstoße die Mandeln in einem Mörser, etwa zwei Kilogramm, und passiere sie durch ein feines Tuch mit etwas heißem Wasser, sodass die Mandelmasse recht dick wird. Gib einhundertfünfundzwanzig Gramm Zucker hinzu und koche alles zusammen in einer Pfanne. Wenn es gekocht ist, gib es in ein feines Tuch oder auf ein neues Leinentuch und lasse es abkühlen. Lege es dann auf Teller in Form von Butterkeilen. Nimm danach die schönsten Mandeln, spalte sie der Länge nach in zwei Hälften, und jede Hälfte spalte nochmals der Länge nach in drei Teile. Färbe die Hälfte davon mit Safran gelb. Dann stecke sie in schönen Reihen der Länge nach in die Mandelkeile. Nimm Milch, wenn du servieren möchtest, und gieße sie so ein, dass sie die Mandeln nicht berührt, fast wie separat hinzugefügt.</p>
          <p>Geröstete Eier am Spieß: Röste Eier am Spieß.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="amandes en vng mortier enuiron quatre liures">Mandeln</ingredient> - 2000 g</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="vng peu deaue chaulde">Heißes Wasser</ingredient>
            </item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="vng quarteron sucre">Zucker</ingredient> - 125 g</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="saffran">Safran</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="lait">Milch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="Oeufz">Eier</ingredient>
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          </list>
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      </div>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#via-057-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein höfisches Mandelkonfekt aus dem Viandier - gekochte, gezuckerte Mandelmasse, die nach dem Abtropfen und Auskühlen in Keile (wie Butterstücke) geformt und mit gespaltenen Mandeln verziert wird. Es gehört zur Familie des Mandelkäses/der Mandelbutter (geronnene, abgetropfte Mandelmasse), nicht zum flüssigen Mandelmus. Ein früher Verwandter von Marzipan und festem Mandelkonfekt.

Iron damandes - der Titel. Der Name ist ungewöhnlich und vermutlich verschrieben; aus der Zubereitung wird klar, dass eine feste, geformte Mandelmasse gemeint ist. Wir geben ihn neutral als „Mandelpaste" wieder.

Herstellung. Mandeln werden im Mörser zerstoßen, mit wenig heißem Wasser durch ein feines Tuch (estamine) zu einer dicken Masse passiert, mit Zucker in der Pfanne gekocht, dann auf ein frisches Leinentuch gegeben, wo überschüssige Flüssigkeit abtropft und die Masse auskühlt und fest wird - dasselbe Abtropf-Prinzip wie beim Mandelkäse.

Formen und Verzieren als Schau-Element. Die feste Masse wird zu coingz de beurre (Butterkeilen) geformt. Schöne Mandeln werden längs gespalten, jede Hälfte nochmals längs gedrittelt; die Hälfte davon wird mit Safran gelb gefärbt. Diese hellen und gelben Mandelsplitter steckt man in ordentlichen Reihen längs in die Keile - ein zweifarbiges Dekor. Zum Servieren wird Milch so danebengegossen, dass sie die verzierten Keile nicht berührt - die Optik soll ungestört bleiben. Das ist gehobene Tafelkunst, kein Alltagsgericht.

Der zweite Eintrag. „Geröstete Eier am Spieß" (Oeufz rostis en la broche) ist ein eigener, extrem knapper Folgeeintrag des Viandier, der hier nur angehängt steht - so simpel, dass er keiner Erklärung bedurfte: ganze Eier am Spieß über der Glut garen.

Praxis. Etwa 200 g gemahlene Mandeln mit wenig heißem Wasser zu einer dicken Paste verrühren, mit gut 60 g Zucker in der Pfanne unter Rühren einkochen, auf ein Leinentuch geben, abtropfen und kalt werden lassen. Zu Keilen formen, mit hellen und (in Safranwasser getauchten) gelben Mandelstiften verzieren. Beim Anrichten kalte Milch separat danebengießen.

Cluster: Mandelkäse/-butter (geronnen, abgetropft, geformt): bgs-039 und bgs-072.</note>
        <note type="gloss" target="#via-057-orig" n="Iron damandes" resp="#fyndling">Ungewöhnlicher, vermutlich verschriebener Titel; aus der Zubereitung erschließt sich eine feste, geformte Mandelpaste.</note>
        <note type="gloss" target="#via-057-orig" n="estamine" resp="#fyndling">Feines Passiertuch/Sieb (ähnlich heutigem Etamin) zum Durchstreichen der Mandelmasse.</note>
        <note type="gloss" target="#via-057-orig" n="quarteron" resp="#fyndling">Altes französisches Gewichtsmaß = ein Viertel Livre, also etwa 125 g.</note>
        <note type="gloss" target="#via-057-orig" n="coingz de beurre" resp="#fyndling">„Butterkeile" - keilförmige Stücke, wie Butter damals portioniert serviert wurde; gibt der Mandelpaste ihre Form.</note>
        <note type="gloss" target="#via-057-orig" n="iaunisses … en saffran" resp="#fyndling">Die Hälfte der gespaltenen Mandeln wird mit Safran gelb gefärbt - das periodentreue Gelb-/Goldfärbemittel - für ein zweifarbiges Dekor.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#via-057-orig" n="Iron damandes" resp="#fyndling">Mandelpaste/Mandelkonfekt - eine gekochte, geformte Mandelmasse.</note>
      </div>
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