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      <titleStmt>
        <title>Kapaunenpastete mit Rindermark</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">CC BY-SA 4.0 (Übersetzung &amp; Anmerkungen)</licence>
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        <date when="2026-06-22">2026-06-22</date>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/via-073/</idno>
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        <bibl>
          <title>Le Viandier de Guillaume Tirel, dit Taillevent</title>
          <date when="1300">1300</date>
          <idno type="URI">https://www.gutenberg.org/cache/epub/26567/pg26567.txt</idno>
          <note>Transkription: Jérôme Pichon &amp; Georges Vicaire, Le Viandier de Taillevent (1892), Project Gutenberg #26567</note>
        </bibl>
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        <language ident="fro">Moyen Français (ca. 1300-1400)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="via-073">
        <head>Kapaunenpastete mit Rindermark</head>
        <div type="original" xml:id="via-073-orig" xml:lang="fro" corresp="#via-073-trans">
          <p>Pastes de halebrans de chappons. Mettes les chappons en paste &amp; apres

vous descharneres toute la chair des chappons et de la gresse de beuf et
haches tout ensemble &amp; esditz pastes moelle de beuf des moyeux doeufz
cuytz lardes de clou de girofle et pour espices mettes y vng peu de
gingembre cynamome / saffran / et sucre desdictes espices mettes en
cuire en pouldre dessusdicte et de sucre raisonnablement.
(Page 25) Pastes de chappons.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="via-073-trans" xml:lang="de" corresp="#via-073-orig">
          <p>Pasteten von Kapaunenbrüsten. Verarbeite die Kapaune zu einer Pastetenfüllung. Danach entbeine das gesamte Fleisch der Kapaune und das Rinderfett. Hacke alles zusammen fein. Gib in die Pastetenfüllung Rindermark und gekochte Eigelbe, die mit Nelken gespickt sind. Als Gewürze füge etwas Ingwer, Zimt, Safran und Zucker hinzu. Von den genannten Gewürzen gib die pulverisierten Sorten und Zucker in angemessener Menge zum Kochen hinzu.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="chappons">Kapaune</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="chair des chappons">Kapaunenfleisch</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="gresse de beuf">Rinderfett</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="moelle de beuf">Rindermark</ingredient>
            </item>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="moyeux doeufz cuytz">Gekochte Eigelbe</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="clou de girofle">Nelken</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="gingembre">Ingwer</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="cynamome">Zimt</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="saffran">Safran</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="sucre">Zucker</ingredient>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#via-073-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine reiche gebackene Kapaunenpastete (pastés de halebrans de chappons) - entbeintes Kapaunenfleisch mit Rinderfett fein gehackt, in die Hülle gefüllt und mit Rindermark, nelkengespickten gekochten Eigelben und einer süß-würzigen Mischung aus Ingwer, Zimt, Safran und Zucker angereichert. Das ist die opulenteste der drei Viandier-Pasteten (vgl. via-071, via-072); Martino hat mit mar-038 (Hahnenkamm-Pastete mit Lebern) und mar-133 (Fleischpastete vom Kapaun) verwandte reiche Pasteten, der Ménagier mit men-166 und men-374 die Kapaun-/Kalbs-Pasteten-Familie.

halebrans ist ein seltener, unsicherer Begriff. Sonst bezeichnet halebran eine junge Wildente; im Kapaun-Kontext passt das nicht. Wahrscheinlich meint es hier ein bestimmtes (Brust-)Stück oder das beste Fleisch des Kapauns - die genaue Bedeutung bleibt offen und ist als Lesefalle markiert.

moelle de beuf (Rindermark) ist der Reichtums-Marker: Das Mark schmilzt beim Backen und macht die Füllung besonders saftig und festlich.

moyeux doeufz cuytz lardes de clou de girofle heißt "gekochte Eigelbe, mit Nelken gespickt": In die hart gekochten Eigelbe werden ganze Nelken gesteckt - ein dekoratives und aromatisches Detail, das ganze Gewürznelken in der Füllung verteilt.

Zucker neben Safran und den warmen Gewürzen macht die Pastete süß-würzig - typisch für die gehobene spätmittelalterliche Festtafel.

Praxis. Kapaunenfleisch entbeinen und mit Rinderfett sehr fein hacken. In die Pastetenhülle geben, dazu ein paar Stücke Rindermark und einige hart gekochte, mit ganzen Nelken gespickte Eigelbe. Mit gemahlenem Ingwer, Zimt, Safran und Zucker würzen ("in angemessener Menge"). Im Ofen backen, bis Teig und Füllung gar sind.</note>
        <note type="gloss" target="#via-073-orig" n="halebrans" resp="#fyndling">Seltener, unsicherer Begriff. Sonst eine junge Wildente; im Kapaun-Kontext vermutlich ein bestimmtes (Brust-)Stück oder das beste Fleisch - Bedeutung bleibt offen.</note>
        <note type="gloss" target="#via-073-orig" n="moelle de beuf" resp="#fyndling">Rindermark; schmilzt beim Backen und macht die Füllung saftig und festlich.</note>
        <note type="gloss" target="#via-073-orig" n="moyeux doeufz cuytz lardes de clou de girofle" resp="#fyndling">Gekochte Eigelbe, mit ganzen Nelken gespickt - aromatisches und dekoratives Detail der Füllung.</note>
        <note type="gloss" target="#via-073-orig" n="en pouldre dessusdicte" resp="#fyndling">Die zuvor genannten Gewürze in Pulverform - Ingwer, Zimt, Safran -, dazu Zucker, beim Backen in die Füllung.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#via-073-orig" n="halebrans" resp="#fyndling">Ein bestimmtes Stück oder das beste (Brust-)Fleisch des Kapauns. Der Begriff ist selten und im Kapaun-Kontext nicht eindeutig belegt.</note>
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