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      <titleStmt>
        <title>Birnen-Pasteten mit Zuckerfüllung</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">CC BY-SA 4.0 (Übersetzung &amp; Anmerkungen)</licence>
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        <date when="2026-06-21">2026-06-21</date>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/via-098/</idno>
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          <title>Le Viandier de Guillaume Tirel, dit Taillevent</title>
          <date when="1300">1300</date>
          <idno type="URI">https://www.gutenberg.org/cache/epub/26567/pg26567.txt</idno>
          <note>Transkription: Jérôme Pichon &amp; Georges Vicaire, Le Viandier de Taillevent (1892), Project Gutenberg #26567</note>
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        <language ident="fro">Moyen Français (ca. 1300-1400)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="via-098">
        <head>Birnen-Pasteten mit Zuckerfüllung</head>
        <div type="original" xml:id="via-098-orig" xml:lang="fro" corresp="#via-098-trans">
          <p>Pastes de poire crues mises sur bout &amp; emplisses le creux de sucre a

trois grosses poires comme vng quarteron de sucre bien couuerte &amp; doree
doeufz ou de saffran &amp; mis au four &amp; bien cuire.</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="via-098-trans" xml:lang="de" corresp="#via-098-orig">
          <p>Nimm rohe Birnen und mache Pasteten daraus. Setze sie aufrecht und fülle die Höhlung mit Zucker - auf drei große Birnen kommt etwa ein Quarteron Zucker. Decke sie gut ab und vergolde sie mit Eigelb oder Safran. Schiebe sie in den Ofen und backe sie gut durch.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="trois grosses poires">Birnen</ingredient> - 3</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="vng quarteron de sucre">Zucker</ingredient> - 122 g</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="Pastes">Mürbeteig</ingredient>
            </item>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="doeufz ou de saffran">Eigelb</ingredient>
            </item>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="doeufz ou de saffran">Safran</ingredient>
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      </div>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#via-098-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine in Teig gebackene Birne mit Zuckerfüllung - der direkte Vorfahr der bis heute gebackenen Obst-„Dumplings" (englisch apple/pear dumpling, normannischer bourdelot/douillon): ganze Frucht, ausgehöhlt, gefüllt, in Teig gehüllt und im Ofen gebacken. Das Original ist denkbar knapp und nennt weder Teigart noch Backzeit.

Mises sur bout heißt wörtlich „aufrecht gestellt". Gemeint ist, dass die ausgehöhlte Birne mit der Öffnung nach oben steht, damit der Zucker beim Backen nicht ausläuft - die Frucht wird dann ringsum in Teig gehüllt. Ob die Birne komplett umhüllt (Teigtasche) oder offen in einem Teignäpfchen steht, sagt die Quelle nicht eindeutig; beide Formen sind aus der Periode belegt.

Quarteron ist ein Viertel-Pfund; im Pariser System rund 122 g - also eine sehr süße Füllung, was für ein höfisches Dessert typisch ist.

Doree doeufz ou de saffran: das Bestreichen mit Eigelb oder in Wasser gelöstem Safran gibt der gebackenen Hülle die goldene Farbe - die periodentypische „Vergoldung". Safran färbt hier gelb-golden, nicht als Gewürz gedacht.

Praxis. Festkochende Birnen schälen, vom Blütenende her aushöhlen, mit Zucker (auf 3 Birnen ca. 120 g) füllen. Jede Birne in ausgerollten Mürbe- oder einfachen Wasserteig einschlagen, Ränder gut verschließen, aufrecht setzen. Mit verquirltem Eigelb oder Safranwasser bestreichen und bei ca. 180-200 °C backen, bis der Teig goldbraun und die Birne weich ist (ca. 35-45 Min.). Ein Ofen ist hier zwingend - daher nichts fürs offene Lagerfeuer.</note>
        <note type="gloss" target="#via-098-orig" n="mises sur bout" resp="#fyndling">Wörtlich „aufrecht gestellt" - die ausgehöhlte Birne steht mit der Öffnung nach oben, damit der eingefüllte Zucker beim Backen hält.</note>
        <note type="gloss" target="#via-098-orig" n="quarteron" resp="#fyndling">Viertel-Pfund; im Pariser System (Livre de Paris) rund 122 g.</note>
        <note type="gloss" target="#via-098-orig" n="doree doeufz ou de saffran" resp="#fyndling">Vergolden mit Eigelb oder Safran - färbt die Teighülle goldgelb (Safran als Farbe, nicht als Gewürz).</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#via-098-orig" n="mises sur bout" resp="#fyndling">„Aufrecht gestellt": Die ausgehöhlte, mit Zucker gefüllte Birne wird mit der Öffnung nach oben gesetzt und in Teig gehüllt, damit die Füllung beim Backen nicht ausläuft.</note>
      </div>
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