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        <title>Sauce für gebratene Alse</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">CC BY-SA 4.0 (Übersetzung &amp; Anmerkungen)</licence>
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        <date when="2026-06-21">2026-06-21</date>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/via-113/</idno>
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          <title>Le Viandier de Guillaume Tirel, dit Taillevent</title>
          <date when="1300">1300</date>
          <idno type="URI">https://www.gutenberg.org/cache/epub/26567/pg26567.txt</idno>
          <note>Transkription: Jérôme Pichon &amp; Georges Vicaire, Le Viandier de Taillevent (1892), Project Gutenberg #26567</note>
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        <language ident="fro">Moyen Français (ca. 1300-1400)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="via-113">
        <head>Sauce für gebratene Alse</head>
        <div type="original" xml:id="via-113-orig" xml:lang="fro" corresp="#via-113-trans">
          <p>Pour faire saulce a lalose mettes rostir lalose en vng plat casse ou

en la broche. prenes pour vne alose demye once gingembre &amp; vne chopine
vert ius &amp; quant lalose sera demye cuyte mettes le vert ius dessus
lalose. prenez vne poignee de percil &amp; de toutes bonnes herbes &amp; mettes
dedans la saulce.
Autre saulce a lalose</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="via-113-trans" xml:lang="de" corresp="#via-113-orig">
          <p>Um eine Sauce für die Alse zu machen, brate die Alse in einer einfachen Schale oder am Spieß. Nimm für eine Alse eine halbe Unze Ingwer und eine Chopine Verjus. Wenn die Alse halb gar ist, gieße den Verjus über sie. Nimm eine Handvoll Petersilie und von allen guten Kräutern und gib sie in die Sauce.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="lalose">Alse</ingredient> - 1</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="demye once gingembre">Ingwer</ingredient> - 15 g</item>
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="vne chopine vert ius">Verjus</ingredient> - 0.47 l</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="vne poignee de percil">Petersilie</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="toutes bonnes herbes">Gute Kräuter</ingredient>
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      </div>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#via-113-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Ein gebratener Fisch mit einer schnellen, sauren Kräutersauce direkt aus dem Bratensaft - dieselbe Idee wie ein modernes „Fisch mit Verjus-Kräuter-Jus". Die alose (Maifisch/Alse) ist ein fetter, heringsartiger Wanderfisch; die Säure des Verjus schneidet durch das fette Fleisch, wie heute Zitrone zum Hering.

Vne chopine vert ius: Verjus, der saure Saft unreifer Trauben, ist hier Bratflüssigkeit und Säuerung zugleich. Die chopine war ein Pariser Hohlmaß von rund einem halben Liter - das ist viel für einen Fisch und macht eher einen Sud als ein Beträufeln.

Toutes bonnes herbes („alle guten Kräuter") ist die übliche vage Sammelangabe der Periode: Petersilie als Basis, dazu was an grünen Küchenkräutern da ist (Salbei, Majoran, Thymian, Bohnenkraut).

Praxis. Fetten Fisch (ersatzweise Makrele oder Lachs - die Alse ist heute geschützt) über guter Glut oder in einer feuerfesten Schale anbraten. Wenn er halb gar ist, mit Verjus übergießen, geriebenen Ingwer zugeben und im eigenen Sud fertig garen. Zum Schluss reichlich gehackte Petersilie und gemischte Kräuter einrühren, kurz durchziehen lassen, salzen. Am offenen Feuer gut machbar - frische Kräuter mitbringen.</note>
        <note type="gloss" target="#via-113-orig" n="lalose" resp="#fyndling">Die Alse (Alosa alosa) ist ein heringsartiger Wanderfisch, der heute in vielen Regionen geschützt ist.</note>
        <note type="gloss" target="#via-113-orig" n="plat casse" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#plat">Wörtlich „zerbrochene Schale“. Dies kann eine rustikale, einfache oder unregelmäßige feuerfeste Schale meinen, die für das Braten über offenem Feuer geeignet ist.</note>
        <note type="gloss" target="#via-113-orig" n="chopine" resp="#fyndling">Ein historisches französisches Hohlmaß, das je nach Region und Zeit variierte. Die Pariser Chopine entsprach etwa 0,47 Litern.</note>
        <note type="gloss" target="#via-113-orig" n="vert ius" resp="#fyndling">Verjus, der saure Saft unreifer Weintrauben. Er wurde im Mittelalter häufig als Säuerungsmittel verwendet, ähnlich wie Essig oder Zitronensaft.</note>
        <note type="gloss" target="#via-113-orig" n="poignee" resp="#fyndling">Eine Handvoll.</note>
        <note type="gloss" target="#via-113-orig" n="toutes bonnes herbes" resp="#fyndling">„Alle guten Kräuter“ ist eine vage mittelalterliche Angabe, die typischerweise eine Mischung aus gängigen Küchenkräutern wie Petersilie, Salbei, Majoran, Thymian oder Bohnenkraut umfasste.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#via-113-orig" n="plat casse" resp="#fyndling" ref="https://fyndling.de/rezepte/glossar/#plat">Eine einfache, rustikale feuerfeste Schale zum Braten über der Glut - im Gegensatz zum Spieß die zweite genannte Brat-Option.</note>
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