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      <titleStmt>
        <title>Gebratene Wildvögel mit Pfeffersauce</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-06-21">2026-06-21</date>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/wes-012/</idno>
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          <title>Wel ende edelike spijse</title>
          <date when="1475">1475</date>
          <idno type="URI">https://www.coquinaria.nl/kooktekst/Edelikespijse1.htm</idno>
          <note>Transkription: Christianne Muusers, Coquinaria.nl (2020), nach Hs. UB Gent 1035</note>
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      <langUsage>
        <language ident="nl-md">Mittelniederländisch (2. Hälfte 15. Jh.)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="wes-012">
        <head>Gebratene Wildvögel mit Pfeffersauce</head>
        <div type="original" xml:id="wes-012-orig" xml:lang="nl-md" corresp="#wes-012-trans">
          <p>xij. Reygers cranen gantes wilde velt hoendere faysante lemmoegen soo sal men braden ende laerderen ende eten met eenen pepere wel ghewijnt ende wel ghecruut wel heet van haren smoute</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="wes-012-trans" xml:lang="de" corresp="#wes-012-orig">
          <p>Reiher, Kraniche, Gänse, wilde Feldhühner, Fasane und Lemmoegen - so soll man sie braten und lardieren und mit einer Pfeffersauce essen, die gut mit Wein und gut mit Gewürzen abgeschmeckt ist, sehr heiß von ihrem eigenen Schmalz.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="Reygers">Reiher</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="cranen">Kraniche</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="gantes">Gänse</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="wilde velt hoendere">Wildhühner</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="faysante">Fasane</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="lemmoegen">Lemmoegen</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="laerderen">Spickspeck</ingredient>
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            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="eenen pepere">Pfeffer</ingredient>
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            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="wel ghewijnt">Wein</ingredient>
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            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="wel ghecruut">Gewürze</ingredient>
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      </div>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#wes-012-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Eine Sammelanweisung für gebratenes Festtags-Geflügel und -Wild, das gespickt am Spieß gegart und mit einer würzigen Pfeffersauce serviert wird - der höfische „Bratenvogel" schlechthin. Heute am ehesten vergleichbar mit einer gespickten Wildente oder -gans mit Pfefferjus. Der Korpus hat denselben Typ im italienischen mar-002 und in der englischen Kranich-/Reiher-Anweisung foc-142.

Laerderen (lardieren/spicken): mit einer Spicknadel werden Speckstreifen durch das magere Vogelfleisch gezogen. Wildvögel sind fettarm, der Speck hält sie beim Braten saftig - bei den hier genannten großen Vögeln (Reiher, Kranich, Gans) zwingend.

Eenen pepere wel ghewijnt ende wel ghecruut: eine eigenständige Pfeffersauce, kräftig mit Wein und Gewürzen abgeschmeckt - nicht bloß ein Bestreuen mit Pfeffer. Solche peper-Saucen der niederländischen Küche binden meist mit geröstetem Brot und enthalten neben Pfeffer Ingwer, Nelke und Zimt.

Wel heet van haren smoute: „sehr heiß von ihrem eigenen Schmalz" - serviert wird mit dem heißen Bratfett/den Bratensäften der Vögel, die in die Sauce gehen.

Praxis. Heute frei verkäufliche Vögel nehmen - Gans, Ente, Fasan, Perlhuhn, Wachtel (Reiher, Kraniche und vermutlich auch die lemmoegen sind streng geschützt und nicht verzehrbar). Vogel rupfen, ausnehmen, mit Speckstreifen spicken, am Spieß oder im Bräter über/auf der Glut braten, Bratensaft auffangen. Für die Sauce geröstetes Brot mit Wein und Gewürzen (Pfeffer, Ingwer, Nelke, Zimt) glatt rühren, mit dem heißen Bratfett aufkochen und sehr heiß über den Braten geben. Am Lagerfeuer gut machbar.</note>
        <note type="gloss" target="#wes-012-orig" n="wilde velt hoendere" resp="#fyndling">Wilde Feldhühner, vor allem Rebhühner.</note>
        <note type="gloss" target="#wes-012-orig" n="lemmoegen" resp="#fyndling">Ein nicht sicher bestimmbarer Vogel; in der mittelniederländischen Vogelnamen-Überlieferung kein gängiges Wort. Mögliche Deutungen reichen von einer Lerchen-/Kiebitzart bis zu einer regionalen Bezeichnung - eindeutig ist es nicht (siehe interpretive_choices).</note>
        <note type="gloss" target="#wes-012-orig" n="laerderen" resp="#fyndling">Lardieren/Spicken: Speckstreifen mit der Spicknadel durch das magere Fleisch ziehen, damit es beim Braten saftig bleibt.</note>
        <note type="gloss" target="#wes-012-orig" n="eenen pepere" resp="#fyndling">Eine eigenständige Pfeffersauce, mit Wein und Gewürzen abgeschmeckt, meist mit geröstetem Brot gebunden.</note>
        <note type="gloss" target="#wes-012-orig" n="smoute" resp="#fyndling">Schmalz bzw. Bratfett - hier die eigenen heißen Säfte der gebratenen Vögel.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#wes-012-orig" n="lemmoegen" resp="#fyndling">Der Begriff wird unübersetzt belassen: es handelt sich offenkundig um einen weiteren Brat-Vogel in der Aufzählung, seine genaue Art ist aber nicht sicher zu bestimmen.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#wes-012-orig" n="eenen pepere wel ghewijnt ende wel ghecruut" resp="#fyndling">Eine eigenständige, mit Wein und Gewürzen abgeschmeckte Pfeffersauce („eten met" = dazu essen), nicht bloß ein Würzen mit gemahlenem Pfeffer.</note>
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