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        <title>Loesengen: Frittierte Honig-Gebäcke</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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        <date when="2026-06-21">2026-06-21</date>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/wes-022/</idno>
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          <title>Wel ende edelike spijse</title>
          <date when="1475">1475</date>
          <idno type="URI">https://www.coquinaria.nl/kooktekst/Edelikespijse1.htm</idno>
          <note>Transkription: Christianne Muusers, Coquinaria.nl (2020), nach Hs. UB Gent 1035</note>
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      <langUsage>
        <language ident="nl-md">Mittelniederländisch (2. Hälfte 15. Jh.)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="wes-022">
        <head>Loesengen: Frittierte Honig-Gebäcke</head>
        <div type="original" xml:id="wes-022-orig" xml:lang="nl-md" corresp="#wes-022-trans">
          <p>xxij Loesengen inde vastenen of daer buten nemt bloemme huenich melc tempert ende wriuet dynne ghelijc een blat Teender taerten ende dan snijdet naer Juwen wille ziedet inde vastenen in olyen ende buten vastenen in smoute vercoelse ende dan hebt wijn ende huenich ende siedse in een panne met sukere ende met een lettel wijns dan heetse waerm</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="wes-022-trans" xml:lang="de" corresp="#wes-022-orig">
          <p>Nehmt Mehl, Honig und Milch. Verrührt und knetet die Zutaten zu einem dünnen Teig, ähnlich einem Tortenboden. Schneidet den Teig dann nach eurem Belieben in Formen. In der Fastenzeit frittiert die Gebäcke in Öl, außerhalb der Fastenzeit in Schmalz. Lasst sie abkühlen. Nehmt anschließend Wein und Honig und kocht sie zusammen mit Zucker und ein wenig Wein in einer Pfanne auf. Erhitzt die Gebäcke darin warm und serviert sie.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
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              <ingredient en="" commodity="" orig="bloemme">Mehl</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="huenich">Honig</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="melc">Milch</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="smoute">Schmalz</ingredient>
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            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="wijn">Wein</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="sukere">Zucker</ingredient>
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      </div>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#wes-022-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Loesengen - rauten- bzw. pastillenförmiges Frittiergebäck, das nach dem Ausbacken in einem Wein-Honig-Zucker-Sirup glasiert und warm serviert wird. Verwandt mit der ganzen Familie frittierter Süßgebäcke des Mittelalters: den italienischen frittellen (mar-161, ant-033), den Schmalzstreubeln aus Tegernsee (teg-005) und den Birnenküchlein des KKM (kkm-040).

Der Name Loesengen (zu „Losange", Raute) beschreibt die Form: Der dünn ausgerollte Teig wird in Rauten/Pastillen geschnitten - daher ghelijc een blat teender taerten, dünn wie ein Tortenboden-Blatt.

Ziedet trägt hier zwei Bedeutungen: Im Fett (Öl bzw. Schmalz) heißt es frittieren, beim Sirup köcheln lassen. Die Fasten-Variante mit Öl, die Nicht-Fasten-Variante mit Schmalz ist im Original ausdrücklich angelegt.

Praxis. Aus Mehl, Honig und Milch einen festen, dünn ausrollbaren Teig kneten (ohne Triebmittel). Dünn ausrollen, in Rauten schneiden. In reichlich heißem Öl (Fastenzeit) oder Schmalz goldbraun ausbacken, abtropfen und abkühlen lassen. Wein, Honig, Zucker und einen Schuss Wein zu einem Sirup einkochen, die Gebäcke darin kurz erwärmen, warm servieren.</note>
        <note type="gloss" target="#wes-022-orig" n="Loesengen" resp="#fyndling">Rauten- bzw. pastillenförmiges Gebäck (zu „Losange", Raute), frittiert und mit Sirup glasiert.</note>
        <note type="gloss" target="#wes-022-orig" n="ghelijc een blat teender taerten" resp="#fyndling">„Wie ein Blatt für eine Torte" - der Teig wird so dünn ausgerollt wie ein Tortenboden, dann zugeschnitten.</note>
        <note type="gloss" target="#wes-022-orig" n="ziedet" resp="#fyndling">Mehrdeutiges Verb: im Fett (olyen/smoute) = frittieren; beim Sirup = köcheln lassen.</note>
        <note type="gloss" target="#wes-022-orig" n="smoute" resp="#fyndling">Tierisches Schmalz, meist Schweineschmalz - außerhalb der Fastenzeit verwendet.</note>
      </div>
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