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      <titleStmt>
        <title>Gefüllte und gezuckerte Eier</title>
        <author>Anonymus</author>
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          <resp>Modernisierung, Übersetzung, Anmerkungen</resp>
          <name xml:id="fyndling">Fyndling.de</name>
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        <publisher>Fyndling.de</publisher>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">CC BY-SA 4.0 (Übersetzung &amp; Anmerkungen)</licence>
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        <date when="2026-06-21">2026-06-21</date>
        <idno type="url">https://fyndling.de/rezepte/wes-039/</idno>
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          <title>Wel ende edelike spijse</title>
          <date when="1475">1475</date>
          <idno type="URI">https://www.coquinaria.nl/kooktekst/Edelikespijse1.htm</idno>
          <note>Transkription: Christianne Muusers, Coquinaria.nl (2020), nach Hs. UB Gent 1035</note>
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      <langUsage>
        <language ident="nl-md">Mittelniederländisch (2. Hälfte 15. Jh.)</language>
        <language ident="de">Neuhochdeutsch (Übersetzung)</language>
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      <div type="recipe" xml:id="wes-039">
        <head>Gefüllte und gezuckerte Eier</head>
        <div type="original" xml:id="wes-039-orig" xml:lang="nl-md" corresp="#wes-039-trans">
          <p>.vj. Eyeren ghevaerst ziedse hart ende doetse in couden watere pelle ende snijtse lanx ende vullet dwitte met faerzele hebt melc met eyeren ghetempert dinne gheslegen deyeren daer in gheslegen voort siedse in wallende smoute te maten ende dan wintelse in ghesmolten sukere</p>
        </div>
        <div type="translation" xml:id="wes-039-trans" xml:lang="de" corresp="#wes-039-orig">
          <p>Nimm sechs Eier und koche sie hart. Gib sie in kaltes Wasser, schäle sie und schneide sie längs in zwei Hälften. Fülle das Eiweiß mit einer Farce. Rühre einen dünnen Teig aus Milch und Eiern an, wende die gefüllten Eier darin und backe sie portionsweise in wallendem Schmalz aus. Wälze sie danach in geschmolzenem Zucker.</p>
        </div>
        <div type="ingredients">
          <list type="ingredients">
            <item><ingredient en="" commodity="" orig="vj. Eyeren ghevaerst">Eier</ingredient> - 6</item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="faerzele">Farce (Füllung)</ingredient>
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              <ingredient en="" commodity="" orig="melc">Milch</ingredient>
            </item>
            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="smoute">Schmalz</ingredient>
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            <item>
              <ingredient en="" commodity="" orig="sukere">Zucker</ingredient>
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      </div>
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      <div type="annotations">
        <note type="preparation_tip" target="#wes-039-trans" resp="#fyndling">Welches Gericht ist das? Gefüllte, in einem Eier-Milch-Teig gewendete und frittierte halbe Eier, zum Schluss in geschmolzenem Zucker gewälzt - ein süßes Schaugericht der gehobenen Küche. Es teilt das Grundprinzip „Ei halbieren, Eigelb herauslösen, würzen, zurückfüllen" mit den gefüllten Eiern aus Tegernsee (teg-031) und dem Mainzer/Meister-Hans-Umfeld; die frittierte, gezuckerte Hülle rückt es zugleich in die Nähe süßer Frittiergebäcke.

Faerzele (Farce, Füllung) bleibt im Original unbestimmt. Naheliegend und periodentypisch ist die Füllung aus den zerdrückten, gewürzten und gesüßten Eigelben; angesichts der Zuckerhülle ist eine süße Richtung wahrscheinlicher als eine herzhafte.

Ghevaerst meint hier „zubereitet/für die Füllung vorbereitet" - nicht „gefärbt", da keine Farbzutat genannt ist und die spätere Panade jede Färbung verdecken würde.

Siedse in wallende smoute: sieden steht hier eindeutig für Frittieren - „in wallendem Schmalz" macht das unmissverständlich.

Praxis. Eier hart kochen, abschrecken, schälen, längs halbieren. Eigelbe herauslösen, zerdrücken, mit etwas Zucker und Gewürz (Ingwer, Zimt) verrühren und zurück in die Eiweißhälften füllen. Aus Milch und Ei einen dünnen Ausbackteig rühren, die gefüllten Hälften darin wenden, in heißem Schmalz goldbraun frittieren. Noch warm in geschmolzenem Zucker wälzen.</note>
        <note type="gloss" target="#wes-039-orig" n="ghevaerst" resp="#fyndling">Zubereitet, für die Füllung vorbereitet - nicht „gefärbt".</note>
        <note type="gloss" target="#wes-039-orig" n="faerzele" resp="#fyndling">Füllung, Farce. Im Original nicht spezifiziert; angesichts der Zuckerhülle naheliegend süß (gewürzte, gesüßte Eigelbmasse).</note>
        <note type="gloss" target="#wes-039-orig" n="siedse in wallende smoute" resp="#fyndling">„Sieden" steht hier für Frittieren - das wallende Schmalz macht die Garmethode eindeutig.</note>
        <note type="interpretive_choice" target="#wes-039-orig" n="faerzele" resp="#fyndling">Süße Füllung aus den zerdrückten, gewürzten und gesüßten Eigelben - gängige Praxis beim Wiederbefüllen halbierter Eier; passt zur abschließenden Zuckerhülle.</note>
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