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Clutius: Von den Bienen (Buch 3: Vom Honig) (Van de Byen, Hare wonderlicke oorspronc, Natuer, Eygenschap, crachtige, ongehoorde ende seltsame wercken ... Gestelt in forme van een Tsamen-sprekinge (Het derde Boec: Vanden Honich))

Leiden (Holland), 1597 · Frühneuniederländisch (Leiden 1597), Fraktur; Gespräch zwischen Theodorus Clutius und Carolus Clusius

Wachs weiß bleichen (über das Rad zu Schuppen)

Moderne Übersetzung

Man nimmt so viel blasses Wachs, wie man weiß machen will, und schmilzt es mit etwas Wasser. Ist es gut geschmolzen, schöpft man das geschmolzene Wachs nach und nach mit einem großen Löffel aus dem Kessel und gießt es über ein Rad, das man in einem mit kaltem Wasser gefüllten Zuber drehen soll.

Dabei lässt man das Wachs durch ein Becken mit acht oder zehn kleinen Löchern über das Rad laufen, so dass es sich in kleine, dünne Schuppen teilt.

Danach sammelt man sie zusammen und wirft sie auf ein nasses Segeltuch, das auf Tafeln oder Hürden liegt. Das Tuch soll gespannt sein, so dass das Wachs darauf zum Bleichen liegen kann. Man kehrt und wendet es oft und begießt dabei Segeltuch und Wachs immer wieder mit sauberem Wasser, so dass sie nass sind, bis es weiß genug gebleicht ist.

Danach schmilzt man es wieder, gießt es in Schüsseln, in denen wenig Wasser ist, und wäscht es so, dass es dünne Böden werden.

Ist es einem dann noch nicht weiß genug, soll man es nochmals schmelzen, wie zuvor wieder über das Rad laufen lassen und wieder zum Bleichen auslegen, bis es genug ist.

Man muss aber darauf achten, dass bei windigem Wetter kein Staub von Asche oder Erde hineinweht. Weht es stark, muss man es mit nassen Segeltüchern oder anderen Tüchern bedecken und dabei die Tücher und das Wachs immer nass halten.

Zutaten

OriginalModernMengenangabeWo kaufenAlternative
bleec Was Blassgelbes Wachs - Imkerei -
een deel waters Wasser - - -
cout water Kaltes Wasser - - -
ſuyver water Sauberes Wasser - - -

Zubereitungshinweis

Was ist das? Eine Wachsbleiche, kein Essen: Gewöhnliches blasses Bienenwachs wird in dünne Stücke zerteilt und ausgelegt, bis es weiß ist. Clutius nennt dafür keine Dauer und kein Maß. Das Ende bestimmt allein das Auge: „wit genoech“.

Schmelzen mit Wasser. Den Grund gibt Clutius kurz zuvor beim Läutern selbst: Das Wasser soll verhindern, dass das Wachs verbrennt.

Rad und Becken. Der Text nennt ein Rad, das im Zuber mit kaltem Wasser gedreht wird, und ein Becken mit acht oder zehn kleinen Löchern, sonst nichts. Bauform des Rads, Halterung des Beckens und der Wasserstand bleiben offen. Unsere Deutung der Funktion: Die Löcher teilen den Guss in dünne Strahlen, und am kalten Rad erstarren sie zu Schuppen. Warum es Schuppen sein sollen, sagt Clutius nicht. Naheliegend ist die große Fläche, die dünnes Wachs dem Bleichen bietet. Auch die andere Weise zielt auf dünnes Wachs, dort auf Scheiben vom getauchten Holzbrett.

Auslegen und nass halten. Tafeln oder Hürden tragen das gespannte nasse Tuch. Gewendet und begossen wird „dicwils“ und „altoos“, ohne Taktangabe. Warum die Nässe nötig ist, begründet der Text nicht. Direkt vor der Anweisung nennt Clutius das Bleichen an der Sonne, und die Warnung vor Wind, Asche und Erde spricht für Arbeit im Freien. Die nassen Tücher sind sein Mittel gegen den Staub, den man auf dem weißen Wachs nicht haben will.

Praxis. Das Verfahren braucht vor allem Platz und ständige Aufsicht. Heißes Wachs verbrennt die Haut und ist selbst brennbar, und hier wird es am offenen Feuer geschöpft und gegossen. Heute hält man dabei Abstand von der Flamme und beheizt den Kessel nicht unbeaufsichtigt. Reicht ein Durchgang nicht, sieht Clutius den ganzen Gang vom Schmelzen über das Rad bis zum Auslegen noch einmal vor.

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