Das geöffnete Kabinett des Sir Kenelm Digby (The Closet of the Eminently Learned Sir Kenelme Digbie Kt. Opened: Whereby is Discovered Several ways for making of Metheglin, Sider, Cherry-Wine, &c. Together with Excellent Directions for Cookery: As also for Preserving, Conserving, Candying, &c.)
Korinthenwein (Currants-Wine)
Moderne Übersetzung
Nimm ein Pfund der besten Korinthen, sauber verlesen, und gieße in einem tiefen irdenen Gefäß mit enger Öffnung sechs Pfund oder Pints heißes Wasser darüber, in dem du drei Löffel voll der reinsten und frischesten Bierhefe aufgelöst hast.
Verspunde es sehr fest, bis es gärt. Gib ihm dann so viel Luft, wie nötig ist, und halte es etwa drei Tage warm; es wird gären.
Probiere es nach zwei Tagen, ob es nach deinem Geschmack geworden ist. Sobald du es so findest, lass es durch ein Seihtuch laufen, damit alle ausgelaugten Korinthen und die Hefe zurückbleiben, und fülle es dann auf Flaschen.
Es wird überaus lebhaft und angenehm sein und ist vortrefflich, um die Leber zu kühlen und das Blut zu reinigen. Fünf oder sechs Tage nach dem Abfüllen ist es trinkfertig. Und du kannst unbesorgt große Züge davon trinken.
Zutaten
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| a pound of the best Currants clean picked | beste Korinthen, sauber verlesen | 1 Pfund | - | - |
| six pounds or pints of hot water | 6 Pfund oder Pints heißes Wasser | 6 Pint | - | - |
| three spoonfuls of the purest and newest Ale-yest | Löffel voll reinste, frischeste Bierhefe | 3 | Brauereibedarf, Online-Handel | Obergärige Bierhefe als Trockenhefe aus dem Brauereibedarf (modern) |
Zubereitungshinweis
Was ist das? Ein schnelles Gärgetränk aus Korinthen, Wasser und Bierhefe, ohne Honig, Zucker oder Gewürz. Nichts wird gekocht und die Früchte werden nicht zerdrückt; sie bleiben ganz im Wasser, bis sie ausgelaugt sind.
Gärführung. Das tiefe, enge Tongefäß wird erst fest verspundet, bis die Gärung einsetzt, dann bekommt es nach Bedarf Luft und bleibt etwa drei Tage warm. Woran man erkennt, wie viel Luft nötig ist, sagt Digby nicht. Das Ende bestimmt nicht die Uhr, sondern der Geschmack: Ab dem zweiten Tag wird probiert.
Abseihen und Flasche. Das Seihtuch hält die ausgelaugten Früchte und die Hefe zurück. Das Getränk kommt nach wenigen Tagen auf Flaschen, also bevor die Gärung zu Ende ist, und gärt dort weiter. Erst fünf oder sechs Tage später ist es trinkfertig. „Exceeding quick“ beschreibt ein Getränk mit Kohlensäure: Die Kohlensäure dieser Flaschengärung kann nicht entweichen und bleibt im Getränk.
Praxis. Modern: Sehr heißes Wasser kann Hefe abtöten, heute würde man sie erst in handwarmes Wasser geben. Heutiger Hinweis, nicht bei Digby: Flaschengärung baut Druck auf, und gewöhnliche Flaschen können dabei platzen. Man nimmt druckfeste Flaschen (Bügel- oder Sektflaschen), lagert sie kühl und öffnet sie vorsichtig. Wie lange es sich hält, sagt er nicht.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/dig-104/
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