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Rezeptbuch der Sarah Longe (Rezeptbuch der Sarah Longe, Folger Shakespeare Library MS V.a.425)

England, 17. Jh., Nachträge bis 18. Jh. · Frühneuenglisch, englische Haushaltshandschrift des 17. Jahrhunderts mit Nachträgen bis ins 18. Jahrhundert; Mrs Sarah Longe und spätere Hände

Apfelfritters mit Ale-Posset-Teig

Moderne Übersetzung

Nimm etwa 1,5 l Milch (drei Pints) und etwa 1 l Ale (ein Quart) und mache daraus einen Posset. Rühre alles zusammen und lass es stehen, bis es recht kalt ist.

Dann gib 16 Eier hinein, wobei du die Hälfte der Eiweiße weglässt, und gib Mehl dazu. Mache den Teig so dick, wie du ihn für die Fritters haben willst.

Dann gib reichlich dünn geschnittene Äpfel hinein. Halte den Teig warm, denn ist er kalt, werden die Fritters schwer.

Backe sie auf lebhaftem Feuer in reichlich Rindernierenfett aus.

Zutaten

OriginalModernMengenangabeWo kaufenAlternative
3 pints of Milke etwa 1,5 l Milch (drei Pints) 1500 ml - -
a quart of aile etwa 1 l Ale (ein Quart) 1000 ml - -
16 Eggs, (taking out halfe the whites) 16 Eier, die Hälfte der Eiweiße weglassen 16 Stück - -
flower Mehl, so viel der Teig braucht - - -
good store of Apples sliced thin reichlich Äpfel, dünn geschnitten - - -
store of beefe suett reichlich Rindernierenfett - Metzger Butterschmalz

Zubereitungshinweis

Was ist das? Apfelküchlein im Ausbackteig. Ungewöhnlich ist die Flüssigkeit: Milch und Ale werden nicht einfach verrührt, sondern erst zu einem Posset gemacht.

Der Posset als Teiggrund. Ludwig (1706) beschreibt den einfachen Posset als warme Milch, die man mit Ale gerinnen lässt. Das Erhitzen steckt also im Wort, und der Text bestätigt es selbst: Der Posset soll stehen, bis er recht kalt ist, war also warm. Erst dann kommen die Eier hinein, damit sie nicht stocken. Von den 16 Eiern bleibt die Hälfte der Eiweiße weg.

Die Teigdicke. Eine Mehlmenge nennt die Handschrift nicht. Maßstab ist allein die Dicke, die man für Fritters haben will - so dick, dass der Teig die dünnen Apfelscheiben umhüllt.

„keepe the butter warme“. Butter kommt sonst nicht vor, gebacken wird in Rindernierenfett. Gemeint ist der Teig (englisch batter); die Begründung steht im Text: kalter Teig macht die Fritters schwer.

Praxis. Den Teig zwischen den Durchgängen warm halten und auf lebhaftem Feuer in reichlich Fett ausbacken; die Eier garen dabei durch. Heutiger Hinweis: Siedendes Fett über offenem Feuer ist die eigentliche Gefahr dieses Rezepts, der Topf braucht einen festen Stand, und nichts Nasses darf hineingelangen.

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