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Kochbuch des Meisters Hans (Maister Hannsen des von Wirtenberg Koch)

Württemberg / Basel, 1460 · Frühneuhochdeutsch (alemannisch-schwäbisch, 1460)

Erbsenmus mit Reis-Einlage

Moderne Übersetzung

Nimm noch einmal Erbsen. Lass sie sieden, bis sich die Schalen von ihnen lösen. Reibe sie dann ganz fein und gib sie zurück in den Sud, sodass die Masse nicht zu dünn wird.

Nimm Reis, der gut aufgequollen ist, und lege ihn in die Mitte der Erbsenmasse. Dann gib es hin zum Essen.

Zutaten

OriginalModernMengeWo kaufenAlternative
arbassen arbass Erbsen - - -
reiss Reis - - -
Wasser - Leitung -

Zubereitungshinweis

Welches Gericht ist das? Ein zweigeteiltes Breigericht: fein gestoßenes Erbsenmus, mit dem eigenen Kochsud auf die passende Konsistenz zurückgeführt, und mittig eine Portion gut aufgequollener Reis. Die nächste lebende Verwandte ist das klassische Erbspüree; die Reis-Einlage in der Mitte hat keine direkte moderne Entsprechung, folgt aber demselben Grundprinzip wie heutige Kombinationen aus Hülsenfrucht-Mus und Getreide, etwa Linsen mit Reis.

Die getrockneten Erbsen werden gesiedet, bis sich die Schalen (paellg) von ihnen lösen - diese werden verworfen, nicht mitgegessen. Das weiche Innere wird danach fein gerieben und mit dem eigenen Kochsud so weit aufgegossen, dass die Masse nicht zu dünn wird. Der Text nennt kein zusätzliches Bindemittel wie Mehl oder Ei; die Bindung entsteht allein durch die zerriebenen Erbsen selbst.

Der Reis wird getrennt vorgekocht, bis er gut aufgequollen (geschwoelt) ist, und erst danach mittig in die Erbsenmasse gelegt. Das Rezept beschreibt nur diesen fertigen Zustand, nicht den separaten Kochvorgang des Reis.

Praxis. Getrocknete Erbsen über Nacht einweichen und anschließend etwa 60-75 Minuten sieden, bis sich die Schalen lösen. Der Text nennt keine Methode zum Entfernen der gelösten Schalen - ein Passieren durch ein feines Sieb oder Tuch ist naheliegend, bevor die Erbsen fein gerieben werden. Mit etwas vom eigenen Kochsud zu einem streichfähigen, nicht zu dünnen Mus verarbeiten. Reis separat weich kochen, bis er gut aufgequollen ist, und mittig in das Erbsenmus einlegen. Mengenverhältnisse und genaue Garzeiten nennt das Original nicht - hier hilft nur Erfahrung beim Nachkochen.

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