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Das Kochbuch der Maria Stenglerin (Augspurger Kochbuoch, worinnen enthalten fürtreffliche Rezepte für Frawen & Junckfrawen)

Augsburg, 1554 · Frühneuhochdeutsch (schwäbisch/augsburgisch, Mitte 16. Jh.)

Eingemachte Pfirsiche

Moderne Übersetzung

Schneide die Pfirsiche auf und nimm die Kerne heraus. Und mache es genauso, wie es jetzt hiernach von den Ormalen beschrieben steht.

Zutaten

OriginalModernMengenangabeWo kaufenAlternative
pfersich Pfirsiche - - -
keren Pfirsichkerne (zum Entfernen) - - -

Zubereitungshinweis

Welches Gericht ist das? Ein einfaches Frucht-Einmachrezept: Die Pfirsiche werden halbiert und entkernt, danach genauso behandelt wie die im Buch gleich anschließend beschriebenen „Ormalen“ - vermutlich ein Einkochen in Zuckersirup, wie es bei Fruchtkonserven dieser Zeit üblich war. Die nächste lebendige Verwandtschaft ist ein Pfirsichkompott bzw. in Sirup eingemachte Pfirsichhälften, keine Marmelade - der Text nennt an keiner Stelle ein Zerkleinern zu Mus.

Um welche Frucht handelt es sich bei den „Ormalen“? Das bleibt offen. Eine lautliche Nähe zu „Armelen“/„Marille“ legt Aprikosen nahe, belegt ist das aber nicht - „Marille“/„Amarelle“ bezeichnete historisch je nach Gegend auch eine Sauerkirschsorte, und das Buch führt die Frucht im unmittelbar folgenden Rezept selbst als unbestimmt.

Praxis. Am nächstliegenden ist es, Pfirsichhälften in Zuckersirup einzukochen und heiß in ein sauberes Glas zu füllen - eine sichere, gut nachkochbare Fruchtkonserve. Historisch belegt ist daneben auch ein rohes Einlegen in Essig oder Honig ohne Kochschritt, das aber weniger lange haltbar ist. Beide Schritte des Originaltexts - Halbieren und Entkernen - lassen sich ohne Ofen am Feuer oder Tisch erledigen, das eigentliche Einkochen ebenso mit einem Kessel über offener Flamme.

fyndling.de/rezepte/mst-121/