Das Kochbuch der Maria Stenglerin (Augspurger Kochbuoch, worinnen enthalten fürtreffliche Rezepte für Frawen & Junckfrawen)
Eingemachte Pfirsiche
Moderne Übersetzung
Schneide die Pfirsiche auf und nimm die Kerne heraus. Und mache es genauso, wie es jetzt hiernach von den Ormalen beschrieben steht.
Zutaten
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| pfersich | Pfirsiche | - | - | - |
| keren | Pfirsichkerne (zum Entfernen) | - | - | - |
Zubereitungshinweis
Welches Gericht ist das? Ein einfaches Frucht-Einmachrezept: Die Pfirsiche werden halbiert und entkernt, danach genauso behandelt wie die im Buch gleich anschließend beschriebenen „Ormalen“ - vermutlich ein Einkochen in Zuckersirup, wie es bei Fruchtkonserven dieser Zeit üblich war. Die nächste lebendige Verwandtschaft ist ein Pfirsichkompott bzw. in Sirup eingemachte Pfirsichhälften, keine Marmelade - der Text nennt an keiner Stelle ein Zerkleinern zu Mus.
Um welche Frucht handelt es sich bei den „Ormalen“? Das bleibt offen. Eine lautliche Nähe zu „Armelen“/„Marille“ legt Aprikosen nahe, belegt ist das aber nicht - „Marille“/„Amarelle“ bezeichnete historisch je nach Gegend auch eine Sauerkirschsorte, und das Buch führt die Frucht im unmittelbar folgenden Rezept selbst als unbestimmt.
Praxis. Am nächstliegenden ist es, Pfirsichhälften in Zuckersirup einzukochen und heiß in ein sauberes Glas zu füllen - eine sichere, gut nachkochbare Fruchtkonserve. Historisch belegt ist daneben auch ein rohes Einlegen in Essig oder Honig ohne Kochschritt, das aber weniger lange haltbar ist. Beide Schritte des Originaltexts - Halbieren und Entkernen - lassen sich ohne Ofen am Feuer oder Tisch erledigen, das eigentliche Einkochen ebenso mit einem Kessel über offener Flamme.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/mst-121/
fyndling.de/rezepte/mst-121/