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Rasch: Weinbuch (Weinbuch. Das iſt: Vom baw vnd pflege des Weins ... Daneben auch wie man allerley Kreuter und Brantwein/ Eſſig/ Meth/ vnd Bier / machen, erhalten ... Durch Johann Raſch/ Burger zu Wien / an tag geben)

Wien / München, um 1580 · Frühneuhochdeutsch (bairisch-österreichisch, Wiener Verfasser, Münchner Druck um 1580; ai für ei, nit = nicht)

Rosenwein: Rosenblätter im Juni ins Fass, Most darüber

Moderne Übersetzung

Es folgt ein anderer Autor: wie man Kräuterwein bereiten soll.

Nimm im Juni die Rosen und gib die Blätter in ein Fass, groß oder klein, und verspunde das Fass dann fest. Lass es ruhig liegen, bis der Most kommt. Dann füll ihn darüber und lass ihn gut gären, so wird der Wein edel und gut.

Zutaten

OriginalModernMengenangabeWo kaufenAlternative
Roſen die Rosen … die Blätter - eigener Garten oder Kräuterfachhandel, unbehandelt getrocknete, unbehandelte Rosenblütenblätter (heutiger Notbehelf)
Moſt Most - Winzer zur Lese -

Zubereitungshinweis

Was ist das? Ein Kräuterwein aus dem Abschnitt, den Rasch einem „anderen Author“ entnimmt: Rosenblätter liegen im Fass, der Most des Herbstes wird darübergefüllt und gärt auf ihnen. Gewürzt wird also nicht fertiger Wein, sondern der Most während der Gärung.

Rosen im Juni, Most im Herbst. Der Brachmonat ist der Juni, die Zeit der Rosenblüte. Das Fass wird fest verspundet und bleibt liegen, „biß der Moſt kompt“, das heißt bis zur Lese. Eine Dauer nennt der Text nicht, einen Grund für das Verspunden auch nicht. Der Most gärt mit seiner eigenen Hefe, eine Hefe wird nicht zugesetzt.

Frisch oder gedörrt? Ob die Blätter frisch ins Fass kommen, sagt der Eintrag nicht. Die beiden Rosenweine „auff ein andere manier“ und „auff ein andere art“ im selben Abschnitt dörren sie ausdrücklich an der Luft und geben sie erst im Herbst zu. Heutige Einschätzung: frische Blätter, monatelang in einem geschlossenen Fass, können schimmeln oder faulen.

Praxis. Wer es nachmacht, nimmt heute getrocknete, unbehandelte Rosenblätter oder gibt frisch gepflückte erst mit dem Most ins Gefäß. Mengen nennt Rasch nicht, das Fass darf „groß oder klein“ sein. Während der Most kräftig gärt, das Gefäß nicht fest verschließen, sonst baut sich Druck auf (heutiger Hinweis); ob nach dem Einfüllen wieder verspundet wird, sagt der Text nicht.

fyndling.de/rezepte/ras-089/