Rasch: Weinbuch (Weinbuch. Das iſt: Vom baw vnd pflege des Weins ... Daneben auch wie man allerley Kreuter und Brantwein/ Eſſig/ Meth/ vnd Bier / machen, erhalten ... Durch Johann Raſch/ Burger zu Wien / an tag geben)
Rosenwein mit gesottenem Most
Moderne Übersetzung
Nimm weiße, edle Rosenblätter, wenn sie am allerreifsten sind. Dörre sie an der Luft und nicht an der Sonne und bewahre sie bis in den Herbst auf, bis du Most hast.
Den sollst du sieden, bis er nicht mehr schäumt, und nicht länger, damit es nicht zu dick wird. Dann verfahre mit den Rosenblättern wie beim Spanwein.
Zutaten
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| weiß edel Roſenbletter | weiße, edle Rosenblätter | - | Ungespritzte Gartenrosen; getrocknete Rosenblüten aus dem Gewürzhandel | Getrocknete, helle Rosenblüten aus dem Gewürzhandel |
| Moſt | Most | - | Winzer zur Lesezeit | - |
Zubereitungshinweis
Was ist das? Der dritte Rosenwein im Abschnitt des „anderen Author“. Die gedörrten Rosenblätter kommen hier nicht in gärenden Wein wie im Eintrag davor, sondern werden mit gesottenem Most verwendet, und zwar „wie Span wein“.
Gedörrt an der Luft, nicht an der Sonne. Gesammelt wird, wenn die Rosen „am aller zeittigſten“ sind, also voll aufgeblüht. Getrocknet wird an der Luft, ausdrücklich nicht an der Sonne; einen Grund nennt Rasch nicht. Dann bleiben die Blätter liegen, bis es im Herbst Most gibt.
Sieden bis zum Ende des Schaums. Der Most wird gesotten, „biß er verſchaimbt“, bis er keinen Schaum mehr wirft, und nicht länger, „damit es nit zu dick werd“. Rasch setzt die Grenze am Schaum, nicht an einer Zeit, und nennt das Eindicken als Gefahr. Ob der Schaum dabei abgenommen wird, sagt der Eintrag nicht.
„Wie Span wein“. Den Spanwein beschreibt Rasch zwei Einträge weiter: dünn geschnittene Buchenspäne werden in Wasser ausgekocht, gewaschen und getrocknet, ins Fass gegeben, und der Wein wird darübergeschüttet; in vierzehn Tagen wird er klar. Unsere Deutung: Die gedörrten Rosenblätter nehmen die Stelle der Späne ein, und der gesottene Most wird über sie gegossen. Wie lange die Blätter im Most bleiben und ob sie wieder herauskommen, sagt der Text nicht.
Praxis. Mengen nennt Rasch keine, weder für die Rosenblätter noch für den Most. Den Most nur so lange sieden, bis kein Schaum mehr aufsteigt; wer heute nachmacht, nimmt den Schaum dabei ab (heutige Gewohnheit, nicht im Text). Heutiger Hinweis: nur ungespritzte Rosen verwenden.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/ras-103/
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