Ein new Kochbuch (Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle)
Himmelthau in gekochter Milch mit Butter und Zucker
Moderne Übersetzung
Wasche den Himmelthau sauber aus, verlese ihn und gib ihn in gekochte Milch; lass ihn darin sieden. Gib ein wenig Butter hinein, damit es schön dick wird, salze es ab und richte es auf einer Schüssel an. Bestreue es mit Zucker, so wird es gut und wohlschmeckend.
Zutaten
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| Him̃elthaw | Himmelthau | - | - | - |
| Milch | gesottene Milch | - | - | - |
| ein wenig Butter | ein wenig Butter | - | - | - |
| saltzs | Salz | - | - | - |
| Zucker | Zucker | - | - | - |
Zubereitungshinweis
Welches Gericht ist das? Ein Milchbrei aus Himmelthau, einer kleinkörnigen Grütze. Rumpolt gibt im Kapitel „Von allerley Zugemüß“ drei Zubereitungen dieser Zutat hintereinander; diese ist die Fassung in gekochter Milch mit Butter, abgeschmeckt mit Salz und beim Anrichten mit Zucker bestreut.
Was ist Himmelthau? Eine Körnerzutat: Sie wird gewaschen und verlesen, und sie bindet beim Sieden in der Milch. Ob Mannagras-Samen oder Bluthirse gemeint ist, bleibt offen; davon hängt auch die Garzeit ab.
Wovon wird es dick? Der Satz verbindet die Butter mit „daß fein dick wirt“. Sachlich kommt die Bindung aus den Körnern, die in der Milch quellen; die Butter macht den Brei glatter und runder.
Süß oder gesalzen? Im Topf nur Salz. Der Zucker ist Würze zum Servieren und liegt obenauf.
Praxis. Die Körner in Wasser waschen, bis es klar bleibt, und Spelzen und Steinchen auslesen. Milch aufkochen, die Körner einstreuen und sieden lassen, bis der Brei dick ist; Milch setzt leicht an und kocht über, deshalb öfter rühren. Ein Stück Butter einrühren, mit wenig Salz abschmecken, in eine Schüssel geben und mit Zucker bestreuen. Rumpolt nennt weder Mengen noch eine Garzeit.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/rum-1384/
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