Ein new Kochbuch (Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle)
Angeröstete Hafermehlsuppe, mit Erbsenbrühe durchgestrichen
Moderne Übersetzung
Eine Hafermehlsuppe, angeröstet und mit Erbsenbrühe durchgestrichen.
Du kannst sie sauer machen oder nicht, auf beide Arten ist sie gut.
Zutaten
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| Habermehl | Habermehl | - | Supermarkt, Reformhaus oder Bioladen | - |
| Erbeßbruͤh | Erbsenbrühe | - | Kochwasser von getrockneten Erbsen | - |
| (erschlossen) | Fett zum Anrösten (nicht genannt) | - | - | Butter oder Schmalz |
Zubereitungshinweis
Welches Gericht ist das? Eine Hafermehlsuppe auf Erbsenbrühe: Hafermehl wird angeröstet, mit Erbsenbrühe zur Suppe gemacht und durchgestrichen. Heute erinnert das an eine helle, gebundene Hafer- oder Schleimsuppe. Mehr sagt Rumpolt nicht: kein Fett, keine Menge, keine Garzeit.
Das Anrösten. Anrösten heißt, das Mehl zu erhitzen, bevor Flüssigkeit dazukommt. So verliert es den rohen Geschmack und bindet die Suppe. Meist geschieht das in Fett, an anderer Stelle brennt Rumpolt Mehl „in guter lauter Butter“ ein. Welches Fett hier gemeint ist, sagt die Zeile nicht, und auch keine Farbe. Hafermehl brennt schnell an, deshalb bei mäßiger Hitze ständig rühren.
Erbsenbrühe und Durchstreichen. Die Erbsenbrühe ist die Kochbrühe von Erbsen und gibt der Suppe Körper. Gebunden ist sie erst, wenn sie aufkocht, denn das Mehl dickt erst in der Hitze an. Das Durchstreichen macht die Suppe glatt, sonst bleiben Hafermehl und Erbsenreste körnig.
Sauer oder nicht. Das Säuern stellt Rumpolt frei, ein Säuerungsmittel nennt er nicht. Es kommt zuletzt dazu.
Praxis. Getrocknete Erbsen in Wasser weich kochen und die Brühe abnehmen. Butter oder Schmalz schmelzen, das Hafermehl darin hell bis goldgelb anschwitzen. Die heiße Erbsenbrühe nach und nach einrühren, damit keine Klümpchen entstehen, und einige Minuten schwach sieden lassen. Durch ein feines Sieb oder Passiertuch streichen. Wer will, säuert am Ende mit einem Schuss Essig, Verjus oder Zitronensaft. Gewürze nennt Rumpolt hier nicht.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/rum-1609/
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