Ein new Kochbuch (Ein new Kochbuch/ Das ist Ein gruͤndtliche beschreibung wie man recht vnd wol ... allerley Speiß ... auff Teutsche/ Vngerische/ Hispanische/ Jtalianische vnnd Frantzoͤsische weiß/ kochen vnd zubereiten solle)
Dattelkernsuppe mit Wein und Butter
Moderne Übersetzung
Nimm Kerne von Datteln und stoße sie. Streiche sie mit Wein durch und mache sie danach gelb und süß.
Setze sie auf und lass sie einmal aufkochen. Gib ein wenig Butter darauf und lass es damit sieden. So wird es eine gute Suppe.
Zutaten
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| Kern von Datteln | Dattelkerne | - | aus ganzen Datteln mit Stein gewinnen | - |
| Wein | Wein | - | - | - |
| gelb | gelb | - | gut sortierter Supermarkt, Online-Gewürzhandel | - |
| suͤß | süß | - | - | - |
| ein wenig Butter | ein wenig Butter | - | - | - |
Zubereitungshinweis
Welches Gericht ist das? Eine süße, safrangelbe Weinsuppe, deren Grundlage die gestoßenen und mit Wein durchgestrichenen Dattelkerne sind. Am ehesten erinnert sie an eine Weinsuppe; ein heute lebendes Gericht dieser Art gibt es nicht. Die Nummer ist ein Kurzrezept ohne Mengen, Siedezeit und Salzangabe.
Die Kerne. Rumpolt meint die Samen der Dattel, nicht das Fruchtfleisch. Sie werden gestoßen; ein Gerät nennt der Text nicht, ein Mörser ist die naheliegende Lesart. Dattelkerne sind sehr hart und lassen sich im Haushaltsmörser kaum fein stoßen. Heute geht es mit einer Kaffee- oder Gewürzmühle oder einem starken Mixer leichter. Kerne aus klebrigen Datteln vorher abwaschen und trocknen.
Durchstreichen mit Wein. Der Wein ist die Flüssigkeit der Suppe. Mit ihm werden die gestoßenen Kerne durchgetrieben, so wie Rumpolt in der folgenden Nummer Melonenkerne mit warmem Wasser durchtreibt. Ein Gerät nennt er nicht; heute nimmt man ein feines Sieb oder ein Tuch. Eine Weinsorte steht nicht da. Weil die Suppe gelb werden soll, passt ein Weißwein. Eine weitere Flüssigkeit nennt der Text nicht.
Gelb und süß. Gelb heißt bei Rumpolt ohne andere Angabe: mit Safran, also eine Prise Safran in den Wein. Womit gesüßt wird, sagt der Text nicht; heute nimmt man Zucker nach Geschmack.
Aufkochen und Butter. „Ein Sud auftun“ heißt einmal aufwallen lassen. Danach kommt ein wenig Butter darauf, und die Suppe siedet damit noch kurz. Ob die Kerne die Suppe eindicken, sagt der Text nicht. Zu erwarten ist eher eine dünne, gesüßte Weinsuppe als eine gebundene Suppe.
Praxis. Die Kerne möglichst fein zerkleinern, mit Weißwein verrühren und durch ein feines Sieb oder Tuch streichen. Mit Safran und Zucker abschmecken, einmal aufkochen, ein Stück Butter zugeben und kurz sieden lassen. Die Zubereitungszeit von etwa 40 Minuten ist eine Schätzung, der Text gibt keine Zeit an; das Zerkleinern der Kerne nimmt den größten Teil davon ein.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/rum-1651/
fyndling.de/rezepte/rum-1651/