Ein köstlich new Kochbuch (Ein Köstlich new Kochbuch Von allerhand Speisen/ an Gemüsen/ Obs/ Fleisch/ Geflügel/ Wildpret/ Fischen vnd Gebachens. Nicht allein vor Gesunde: sondern auch vnd fürnemlich vor Krancke ... auch Schwangere Weiber/ Kindbetterinnen/ vnd alte schwache Leut)
Gebratenes Kuheuter mit Zimt-Brotkruste
Moderne Übersetzung
Vom Euter einer Kuh: Wenn es sauber gewaschen ist, siede es richtig, doch so, dass es dir am Spieß nicht zerläuft. Wenn es kalt ist, spicke es gut mit Zimt und Nelken und brate es schön.
Wenn es fast gar ist, begieße es mit Butterschmalz. Wenn es gut schäumt, nimm geriebenes Brot, fein gesiebt, und mische reichlich Ingwer, Zimt und Zucker darunter. Damit bestreue es gut, so bekommt es eine feine Kruste.
Wenn du willst, mache eine Brühe von Pomeranzen daran, wie du sie hast. Du kannst es auch vorher, ehe du es bestreust, statt mit Butterschmalz mit Pomeranzen begießen. Wenn du willst, lass es unbestreut und mache eine saure Brühe darüber, wie du sie hast, oder allerhand Süßes und Saures wie vorher.
Wenn du willst, schneide es zu Schnitten wie vorher die Zunge und lege sie in eine Schüssel. Mache ein Schmalz heiß, gib reichlich Ingwer wie vorher hinein, ein ganz klein wenig Essig und von der Brühe, in der es gesotten wurde, oder sonst eine Fleischbrühe. Lass es miteinander sieden, gieße es danach darüber und lass es eine halbe Stunde auf dem Rost oder in der Kohlpfanne kochen. Wende die Schnittlein um und spicke sie vorher mit Zimt und Nelken. Wenn du willst, lege die Schnitten in eine breite Kachel oder in einen Pastetentopf.
Und so kannst du es in jedem Fall machen, wenn dir etwas, das man sonst gewöhnlich brät, übrig bleibt und nicht gegessen wird: Gib ein Suppenschmalz daran, so viel recht ist, damit du den Ingwer, so viel nötig, hineintun kannst, und gieße dann noch eine Brühe darüber, so dass es recht wird. Lass es miteinander gut kochen und trage es danach auf. Das sind feine Speisen, wenn sie richtig zubereitet sind.
Du kannst es auch ungebraten so zubereiten, auch mit allerhand süßer Brühe, wie du sie vorher bei der Zunge hast, und mit Pomeranzen, wie du sie bei den jungen Hühnern hast.
Zutaten
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| Euter einer Kuhe | Kuheuter | - | Metzger (vorbestellen) | - |
| Zimet | Zimt | - | - | - |
| Naͤgelein | Nelken | - | - | - |
| Mayenſchmaltz | Butterschmalz | - | - | - |
| gerieben Brot | Geriebenes Brot, fein gesiebt | - | - | - |
| Jngwer | Ingwer, reichlich | - | - | - |
| Zucker | Zucker | - | - | - |
| Pomerantzen | Pomeranzen (optional) | - | - | - |
| mach ein Schmaltz heiß | Schmalz | - | - | - |
| ein gar wenig Eſſig/ vnd der Bruͤh darin das geſotten/ oder ſonſten eine Fleiſchbruͤh | Ein ganz klein wenig Essig, Kochbrühe oder Fleischbrühe | - | - | - |
Zubereitungshinweis
Praxis. Das Euter sieden, bis es gar, aber noch formfest ist; eine Zeit nennt der Text nicht, sie hängt von der Größe ab. Nach dem Abkühlen spicken und am Spieß bei mäßiger Glut braten (moderne Vorsicht, damit die Zuckerkruste nicht verbrennt); Fett und Brotmischung kommen erst, wenn es fast gar ist. Mengen nennt das Rezept keine.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/wec-384/
fyndling.de/rezepte/wec-384/