Berlin, Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz –, Handschriftenabteilung; Ms. germ. qu. 1187
Reisgebäck mit Eiweiß
Moderne Übersetzung
Nimm sauberen Reis und lass ihn gut quellen, bis er sich verarbeiten lässt. Gib ihn in ein Gefäß und arbeite ihn gut durch.
Nimm das Eiweiß der Eier und arbeite es gut unter. Ziehe Zucker und Salz darunter.
Backe es in Schmalz wie einen Brandteig aus und richte es an.
Zutaten
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| schon Reyzz | Reis | - | - | - |
| das weyss von den ayren | Eiweiß | - | - | - |
| zukcher | Zucker | - | - | - |
| salcz | Salz | - | - | - |
| smalcz | Schmalz zum Ausbacken | - | - | Pflanzenöl zum Frittieren |
Zubereitungshinweis
Welches Gericht ist das? Ein süß-salziges Reisgebäck: Reis wird weich gequollen, im Gefäß zu einer Masse zerrieben und mit Eiweiß, Zucker und Salz zu einem Teig verbunden, der wie Brandteig bearbeitet und ausgebacken wird. Der Vergleich mit "gepranttem Teig" im Original bezieht sich auf das Bearbeiten und Ausbacken, nicht auf ein Abbrennen mit Wasser.
Verwandte im Korpus. ri15632-026 und mon-002 verbinden ebenfalls Reis, Eier, Schmalz und Zucker. Sie sind ausführlicher, aber keine wörtlichen Paralleltexte.
Kein W1-Zwilling. Die Konkordanz führt w1-154 als Partner, das ist jedoch das Eidechsenlicht und passt nicht. In der Umgebung von W1 gibt es kein Reisgebäck; die Zonenzählung verschiebt sich an dieser Stelle, weil B4 hier zwei Rezepte mehr hat.
Praxis. Den Reis so weich quellen, dass er sich zerdrücken lässt, gut zerreiben, mit Eiweiß, Zucker und Salz verbinden und den Teig in kleinen Portionen ausbacken. Menge, Form, Fetthitze und Garzeit nennt die Quelle nicht; kleine Proben klären das beim Erproben.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/b4-149/
fyndling.de/rezepte/b4-149/