Berlin, Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz –, Handschriftenabteilung; Ms. germ. qu. 1187
Gebackene Käsestrüzel in Schmalz
Moderne Übersetzung
Nimm geriebenen Käse und ebenso viel Mehl. Schlage Eier hinein und würze es gut.
Knete es gut untereinander und walke es auf einem Brett aus. Forme daraus lange, sehr dünne Strüzel.
Backe sie in viel Schmalz. Danach schneide sie in eine Schüssel.
Zutaten
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| geriben keas | Geriebener Käse | - | - | - |
| melbs als vil | Ebenso viel Mehl | - | - | - |
| ayr | Eier | - | - | - |
| gewurcz | Gewürze | - | - | Pfeffer, Ingwer, Zimt, Nelken, Muskat |
| smalcz | Schmalz | - | - | Pflanzenöl oder Butterschmalz |
Zubereitungshinweis
Welches Gericht ist das? Lange, dünn ausgewalkte Teigstreifen aus gleichen Teilen geriebenem Käse und Mehl, mit Ei gebunden und in reichlich Schmalz gebacken - kein gekochtes Nudelgericht, sondern ein frittiertes Käsegebäck. Es steht in der Linie der Vorläufer heutiger Käsestangen, nicht der gekochten Nudeln oder Spätzle, denn der Teig wird gebacken statt in Wasser gegart.
Praxis. Käse und Mehl im Verhältnis 1:1 mit Ei zu einem festen Teig verarbeiten, gut durchkneten und auf einem Brett dünn auswalken. Aus dem Teig lange, möglichst dünne Streifen formen und in reichlich heißem Schmalz ausbacken - je dünner die Strüzel, desto gleichmäßiger garen sie durch, ohne innen roh zu bleiben. Fertig gebacken in eine Schüssel schneiden und warm servieren. Menge und Art der Gewürze sowie die Backdauer nennt die Quelle nicht; hier nach eigenem Geschmack und Erfahrung arbeiten.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/b4-214/
fyndling.de/rezepte/b4-214/