Berlin, Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz –, Handschriftenabteilung; Ms. germ. qu. 1187
Welsche Weinbeer-Sauce
Moderne Übersetzung
Nimm welsche Weinbeeren und reibe sie fein. Nimm dazu den besten Wein, den du bekommen kannst, und treibe die Weinbeeren damit durch ein Tuch. Nimm dazu die besten Gewürze.
Zutaten
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| welhischew weinper | Welsche Weinbeeren (Rosinen) | - | Supermarkt | - |
| den pesten wein | Bester Wein | - | - | - |
| das pestee gewurcz | Beste Gewürze | - | gut sortierter Supermarkt, Online-Gewürzhandel | Pfeffer, Ingwer, Zimt, Nelken, Galgant |
Zubereitungshinweis
Welches Gericht ist das? Eine passierte Rosinen-Wein-Sauce: Weinbeeren werden im Mörser fein gerieben und mit gutem Wein durch ein Tuch getrieben, sodass Kerne und Haut zurückbleiben und eine sämige, ungekochte Sauce entsteht. Sie ist die Vorläuferin der heutigen deutschen Rosinensauce zu Sauerbraten - dieselbe Grundtechnik (fein geriebene Frucht plus Flüssigkeit, durch ein Tuch passiert) trägt bis heute moderne Coulis und Gastrique-Saucen.
Praxis. Reibe die Rosinen im Mörser oder mit dem Pürierstab sehr fein, bevor du sie mit dem Wein vermengst - das setzt das Fruchtfleisch frei und ist die Voraussetzung fürs Passieren. Treibe die Masse anschließend mit einem Löffel oder Spatel durch ein feines Passiertuch; die geriebenen Rosinen binden die Flüssigkeit von selbst, ohne Mehl oder Ei. Das Original nennt kein Mengenverhältnis von Weinbeeren zu Wein und keine Garzeit, weil keine Hitze im Spiel ist - richte dich nach der gewünschten Konsistenz: mehr Wein für eine dünnere, mehr Rosinen für eine dickere Sauce. Würze erst am Schluss nach Geschmack.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/b4-250/
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