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Das Buch von guter Speise (Daz buoch von guoter spîse)

Würzburg, ~1350 · Mittelhochdeutsch

Gefüllter Aal im Teigmantel

Moderne Übersetzung

Man nehme frische Aale, ziehe ihnen die Haut ab und schneide den Kopf ab. Lasse die Aale gar sieden und entferne sorgfältig alle Gräten. Stoße die Kräuter, Eier und das feine Brot im Mörser zu einer Paste. Hacke das gekochte Aal-Fleisch fein und vermische es mit dem Salbei und der Kräuter-Ei-Brot-Mischung. Fülle die Haut mit der Mischung, brate sie kurz an und füge dann den Kopf wieder an den Aal. Umhülle den Aal mit einem dünnen Teig. Bereite aus den restlichen Eiern ein dünnes Omelett oder Eierblatt zu und lege es auf den Teigmantel. Röste den Aal im Teigmantel und serviere ihn anschließend.

Zutaten

OriginalModernMengenangabeWo kaufenAlternative
frische ele frische Aale (ca. 500-700 g gesamt) 2 Fischhändler, Wochenmarkt -
krut Kräuter - Supermarkt, Wochenmarkt -
eyer 4-5 Eier 4 - -
schoene brot altbackenes Weißbrot 100 g Bäcker, Supermarkt -
salbey frischer Salbei - Supermarkt, Wochenmarkt -
duennen teige Mürbeteig oder Pastetenteig 250 g Supermarkt Blätterteig
(implied) Wasser - Leitung -
(implied) Salz - - -
(implied) Pfeffer - - -

Zubereitungshinweis

Welches Gericht ist das? Ein entgräteter, in der eigenen Haut wieder gefüllter Aal, der kurz angebraten, in Teig gehüllt und geröstet wird - im Aufbau eine Aal-Galantine im Teigmantel. Das Verfahren (Haut als Wursthülle, Wiederherstellen der Fischform, Teigmantel als Backschutz) lebt strukturell in der heutigen Pastete en croûte und in der Galantine-Technik der klassischen Küche fort.

Offen bleibt, wie das abschließende blat von eyern auszuführen ist: als festeres Omelett oder als dünnflüssigerer, crêpe-artiger Eierfladen - beide Formen dünner Eierfladen sind für die mittelalterliche Küche belegt, der Wortlaut entscheidet nicht zwischen ihnen.

Praxis. Die Haut wird vom vorbereiteten Aal abgezogen, muss dabei heil bleiben, denn sie dient als Füllhülle. Kopf abschneiden, Aal gar sieden, dann sorgfältig entgräten. Kräuter, Eier und eingeweichtes, ausgedrücktes Brot im Mörser zu einer Paste verarbeiten; das gegarte Aal-Fleisch fein hacken und mit dem Salbei sowie dieser Paste vermengen. Die Haut mit der Mischung füllen, kurz anbraten, den Kopf wieder ansetzen. Den gefüllten Aal in dünnen Teig hüllen, ein dünnes Eierblatt darauflegen und rösten, bis der Teig durchgegart ist. Der Teigmantel braucht gleichmäßige, haltbare Hitze - über offener Flamme ist das kaum zu steuern, im Dutch Oven oder Lehmofen dagegen gut machbar. Salz und Pfeffer als Grundwürze sind eine praxisübliche Ergänzung, im Text selbst nicht genannt.

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