Clutius: Von den Bienen (Buch 3: Vom Honig) (Van de Byen, Hare wonderlicke oorspronc, Natuer, Eygenschap, crachtige, ongehoorde ende seltsame wercken ... Gestelt in forme van een Tsamen-sprekinge (Het derde Boec: Vanden Honich))
Met aus ausgewaschenen Honigresten
Moderne Übersetzung
Um Met zu machen: Nimm den Rest, der vom Durchtropfen des Jungfernhonigs oder Honigseims im Korb geblieben ist, und spüle ihn mit heißem Wasser ab, sodass alle Süße ins Wasser übergeht, bis du einen Zuber voll hast oder zwei oder so viel, wie du willst.
Gib dann diese Flüssigkeit in den Kessel und lass sie einsieden, bis ein Ei darin schwimmen kann. Nimm sie dann vom Feuer, gieße sie in die Fässer und lass sie kalt werden. Gib etwas Bierhefe dazu und stelle sie zum Gären hin.
Fülle das Fass dabei immer wieder auf, damit der Schmutz überlaufen kann. Wenn es nicht mehr siedet oder gärt, verschließe das Fass dicht und lass es ruhen.
So macht man Met. Manche binden etwas Zimt, Ingwer, Muskatnüsse, Nelken und ähnliche Gewürze in ein Tüchlein und tun es hinein, damit der Met einen guten Geschmack und Geruch bekommt.
Zutaten
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| die reſte die inde mande gebleven is | der Rest, der im Korb geblieben ist | - | Imker | - |
| heet water | heißes Wasser | - | - | - |
| een eye | ein Ei | - | - | - |
| wat giſt van bier | etwas Bierhefe | - | Brauereibedarf (Brauhefe) | - |
| Caneel | etwas Zimt | - | - | - |
| Gember | Ingwer | - | - | - |
| Muſchaten | Muskatnüsse | - | - | - |
| Nagelẽ | Nelken | - | - | - |
Zubereitungshinweis
Was ist das? Ein Met ohne abgewogenen Honig. Die Süße kommt aus dem Wasser, mit dem der Rückstand im Honigkorb abgespült wird, die Stärke aus dem Einsieden.
Der Rückstand. Was im Korb bleibt, beschreibt Clutius in clu-042: die zerstoßene Masse aus den Bienenkörben, von der der ungepresste Honig abgetropft ist. Dort wird sie für groben Honig gepresst, hier abgespült. Sein Maß ist die Süße: Sie soll ganz ins Wasser übergehen. Eine Temperatur nennt er nicht, auch nicht, ob das Wasser danach geseiht wird.
Einsieden und Eiprobe. Spülwasser ist dünn, deshalb wird es eingesotten, bis ein Ei darin schwimmen kann. Je mehr Honig gelöst ist, desto eher trägt die Flüssigkeit das Ei. Wie hoch das Ei stehen soll und wie man es im Kessel handhabt, sagt Clutius nicht. Weil auch keine Honigmenge genannt ist, lässt sich die Stärke dieses Mets nicht berechnen; die beziffert erst clu-017.
Hefe. Die Flüssigkeit kommt heiß in die Fässer und kühlt dort ab, erst dann folgt die Bierhefe, ohne Mengenangabe. Heute würde man sagen: Das Sieden hat die Hefen abgetötet, und in heißer Flüssigkeit stürbe auch die zugesetzte.
Das randvolle Fass. Das Fass wird während der Gärung immer wieder aufgefüllt, damit der Schmutz oben austritt. Gemeint sind Schaum und Trub, die die Gärung nach oben treibt. Das ist das Gegenteil von Steigraum: Das Fass bleibt voll, und was hochkommt, läuft ab. Womit aufgefüllt wird, sagt Clutius nicht. Dicht verschlossen wird erst, wenn die Flüssigkeit nicht mehr „siedet oder gärt“; Tage nennt er keine. „Sieden“ meint an dieser Stelle das Aufwallen der Gärung. Heute gilt: Ein vor dem Gärende dicht verschlossenes Gefäß baut Druck auf.
Die Gewürze. Das Tüchlein ist ein Zusatz mancher Leute. Clutius nennt keine Mengen und keinen Zeitpunkt, und auch nicht, ob das Tüchlein wieder herauskommt.
Praxis. Der Ausgangsstoff fällt nur bei der Honigernte an, heute also beim Imker oder am eigenen Volk; dabei nimmt man brutfreie Waben. Bierhefe gibt es als Brauhefe im Brauereibedarf, und Mostwaage oder Refraktometer messen an einer abgekühlten Probe genauer als das Ei. Beides ist heutige Hilfe, nicht Clutius. Wer im Gärgefäß statt im Fass arbeitet, fängt den Überlauf auf. Ohne Rückstand führt clu-017 zum Ziel, dort mit Honig und Wasser in festen Teilen.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/clu-016/
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