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Clutius: Von den Bienen (Buch 3: Vom Honig) (Van de Byen, Hare wonderlicke oorspronc, Natuer, Eygenschap, crachtige, ongehoorde ende seltsame wercken ... Gestelt in forme van een Tsamen-sprekinge (Het derde Boec: Vanden Honich))

Leiden (Holland), 1597 · Frühneuniederländisch (Leiden 1597), Fraktur; Gespräch zwischen Theodorus Clutius und Carolus Clusius

Siegelwachs in Schwarz, Blau, Violett und Purpur

Moderne Übersetzung

Auf diese Weise kann man dem Wachs allerlei Farben geben.

Schwarz: Willst du Schwarz haben, nimm schwarze Kreide, 1 Unze, oder Lampenruß, 2 Drachmen.

Blau: Willst du Blau haben, nimm feine Asche, wie die Maler sie gebrauchen, 1 Unze auf ein Pfund Wachs. Willst du eine andere blaue Farbe geben, nimm Ölsmalt, anderthalb Unzen auf ein Pfund Wachs.

Purpur und Violett: Willst du Purpur oder Violett haben, nimm geriebenen Lack und Ölsmalt, von jedem eine halbe Unze, und reibe es mit Öl durcheinander. Begehrst du Purpur allein, nimm geriebenen Lack, 6 Drachmen.

Mischen: Auf diese Weise kannst du deine Farben mischen und jede Farbe machen, die du willst, hell, dunkel, rot oder blau. Denke dabei immer daran, dass auf ein Pfund Wachs 4 oder 5 Unzen Terpentin kommen. Die Farben nimm so stark, wie es dir beliebt, sei es Weiß, Gelb, Grün, Blau, Violett, Purpur oder Schwarz. Man mag es machen, wie man will.

Zutaten

OriginalModernMengenangabeWo kaufenAlternative
een pont Was ein Pfund Wachs 1 Pfund Imker -
ſwart crijt j. Once schwarze Kreide, 1 Unze 1 Unze - -
Lampſwart ij. dꝛagma Lampenruß, 2 Drachmen - - -
fijn aſſche die Schilders beſigen j. Once feine Asche, wie die Maler sie gebrauchen, 1 Unze 1 Unze - -
Olyſmalt anderhalf Once Ölsmalt, anderthalb Unzen; für Violett eine halbe Unze 1½ Unzen - -
gewꝛeven Lac geriebener Lack, eine halbe Unze; für Purpur allein 6 Drachmen ½ Unze - -
Oly Öl - - -
iiij. oft v. Oncen Terpentijn 4 oder 5 Unzen Terpentin - - -

Zubereitungshinweis

Was ist das? Die Fortsetzung der Siegelwachs-Anleitung: Nach dem roten und dem grünen Wachs folgen Mengen für Schwarz, zwei Blau, Violett und Purpur, dazu die Regel fürs Mischen. Eine historische Werkstattanweisung; heute nimmt man ungiftige Pigmente.

Der Arbeitsgang. Hier steht er nicht, „in ſulcker voegen“ setzt ihn voraus. Beim roten Wachs (clu-036): Wachs in Stücken langsam schmelzen, Terpentin einmengen, etwas abkühlen lassen und dabei rühren, die geriebene Farbe mit dem Öl einrühren, bis die Masse beinahe kalt ist, dann in laues Wasser legen und rollen.

Die Farbstoffe. Kreide und Ruß geben Schwarz, die blaue Malerasche und das Ölsmalt Blau, der Lack ein rötliches Purpur; zusammen mit Ölsmalt ergibt er Violett. Öl nennt Clutius hier nur beim Violett. Ob die übrigen Farben die Unze Öl aus den beiden Einträgen davor bekommen, sagt er nicht. Die Bezugsgröße „ein Pfund Wachs“ steht ausdrücklich nur bei den beiden Blau.

Terpentin und Farbstärke. Fest ist nur das Terpentin mit 4 oder 5 Unzen. Warum die Spanne, steht beim grünen Wachs (clu-037): Im Winter ist das Wachs härter, dann 5 Unzen. Die Farbmengen sind dagegen ausdrücklich frei.

Praxis. Historisch wird das Pigment fein gerieben und in die warme Wachs-Harz-Masse gerührt, helle und dunkle Töne entstehen durch Mischen. Die Stoffe sind nicht harmlos: Smalte ist kobalthaltiges Glas, die blaue Malerasche war wohl ein Kupferpigment, und das am Ende mitgenannte Grün ist in clu-037 Grünspan. Terpentin entzündet sich an offener Flamme, heißes Wachs verbrennt die Haut.

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