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Clutius: Von den Bienen (Buch 3: Vom Honig) (Van de Byen, Hare wonderlicke oorspronc, Natuer, Eygenschap, crachtige, ongehoorde ende seltsame wercken ... Gestelt in forme van een Tsamen-sprekinge (Het derde Boec: Vanden Honich))

Leiden (Holland), 1597 · Frühneuniederländisch (Leiden 1597), Fraktur; Gespräch zwischen Theodorus Clutius und Carolus Clusius

Honig aus Körben: Jungfernhonig und grober Honig

Moderne Übersetzung

Wenn man den Honig samt allen Bienen, den Honigwaben und dem Brutwerk aus den Körben in die Tonnen gestoßen hat, stellt man die Masse, solange sie, den Bienen abgenommen, noch lau ist, in einen langen Korb, wie die Treberkörbe der Brauer zu sein pflegen. Darunter stellt man ein Fass, in das der Honig von selbst tropfen kann, ohne Drücken und ohne Pressen.

Wenn man sieht, dass das meiste Tropfen aufhört, leert man den Korb und füllt anderes hinein, bis man genug hat. Dann stellt man die gefüllten Fässer mit dem abgetropften Honig an kühle Orte und lässt ihn dort hart werden. Dieser Honig wird von manchen Jungfernhonig genannt.

Der grobe Honig: Danach nimmt man den Rest der Masse, der in den Körben zurückgeblieben war, und gibt ihn zusammen in einen großen Kessel über das Feuer. Man fügt ein wenig Wasser hinzu, damit die Masse nicht anbrennt oder austrocknet, und rührt sie beständig hin und her, bis sie ganz warm ist. Dann füllt man sie in dicke, geknüpfte Säcke und presst den Honig kräftig aus, in eigene Fässer.

Das ergibt groben Honig für die Lebkuchenbäcker. Auch ihn stellt man an kühle Orte, damit er dick wird.

Das Wachs: Danach nimmt man den Rest und gibt ihn in einen eigenen Kessel, um Wachs daraus zu machen. Davon werden wir noch sprechen.

Zutaten

OriginalModernMengenangabeWo kaufenAlternative
Honich uyt de coꝛvẽ met alle zijn Byen/ Honichrats eñ Bꝛoetwerc Honig aus den Bienenkörben samt Bienen, Honigwaben und Brutwerk - - -
een weynich water ein wenig Wasser - - -

Zubereitungshinweis

Was ist das? Honiggewinnung aus ausgebrochenen Bienenkörben, kein Küchenrezept. Aus einer Masse entstehen nacheinander drei Erzeugnisse: der von selbst abgetropfte Honig, der gepresste grobe Honig und der Rest, aus dem Wachs wird (clu-028).

Was in der Masse steckt. Bienen, Waben und Brut kommen alle mit in die Tonnen. Den Grund gibt Clutius im anschließenden Gespräch: Die Menge soll größer werden, besser wird der Honig davon nicht. Den übelsten Geschmack geben nach seinen Worten die Bienen, an zweiter Stelle die Brut.

Korb und Sack. Den Korb beschreibt er nur über den Vergleich mit den Treberkörben der Brauer und das Beiwort lang. Durchlässig muss er sein, sonst tropfte nichts ins Fass; Flechtart und Maß nennt er nicht. Der Sack ist dick und geknüpft wie der Presssack in clu-028.

Die Wärme. Zum Abtropfen soll die Masse noch lau sein. Eine Begründung gibt er nicht; naheliegend ist, dass warmer Honig leichter fließt. Der Rest kommt mit wenig Wasser in den Kessel und wird beständig gerührt, bis er ganz warm ist. Das Wasser hat seinen von ihm genannten Zweck: Die Masse soll nicht anbrennen oder austrocknen.

Praxis. Jeder Schritt endet an einem Befund, nicht nach der Uhr: Der Korb wird geleert, wenn das meiste Tropfen aufhört, der Kessel ist bereit, wenn die Masse ganz warm ist, und beide Honige bleiben an kühlen Orten, bis sie hart oder dick sind. Zeiten und Mengen nennt Clutius nicht. Über dem offenen Feuer steht eine Masse aus Honig und Wachs, die anbrennen kann, und sie geht warm in die Säcke. Heute würde man Bienen und Brut herauslassen; die saubere Art aus ausgelesenen Waben steht in clu-043.

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