Clutius: Von den Bienen (Buch 3: Vom Honig) (Van de Byen, Hare wonderlicke oorspronc, Natuer, Eygenschap, crachtige, ongehoorde ende seltsame wercken ... Gestelt in forme van een Tsamen-sprekinge (Het derde Boec: Vanden Honich))
Besserer grober Honig zum Brot
Moderne Übersetzung
Um nun von einem besseren groben Honig zu sprechen als dem vorhergehenden für die Lebkuchenbäcker und andere Leute, um ihn auf Brot zu essen: Man schüttet die Masse aus den Tonnen, das eine mit dem anderen zusammen, in den Kessel und gibt ein wenig Wasser dazu. Man presst sie wie zuvor und stellt sie an kühle Orte, damit sie hart wird.
Dieser Honig ist besser und geeigneter als der erste grobe Honig, von dem wir gesprochen haben.
Zutaten
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| uyt de tonnen | Honigmasse aus den Tonnen | - | - | - |
| een weynich water | Wasser | - | - | - |
Zubereitungshinweis
Was ist das? Honiggewinnung, kein Küchenrezept: Clutius setzt den Eintrag „Honig aus Körben: Jungfernhonig und grober Honig“ voraus und ändert dessen Ablauf an einer Stelle.
Der Unterschied zum ersten groben Honig. Dort tropft zuerst der beste Honig von selbst ab, gepresst wird nur der Rest. Hier kommt der Tonneninhalt ungetrennt in den Kessel. Im Gespräch gleich danach fragt Clusius, warum man den guten mit dem schlechten Honig mischt, samt allen Bienen, dem Bienenbrot und der Brut. Clutius antwortet: damit die Menge größer wird, sonst presse man nicht so viel heraus. Bienenbrot und Brut vermehrten die Menge, verbesserten sie aber nicht. Warum dieser Honig besser ist als der erste grobe, sagt er nicht. Naheliegend, aber nur erschlossen: Der gute Honig bleibt in der Masse.
„Wie zuvor“. Der Verweis ergänzt, was hier fehlt: Im Vorgänger steht der Kessel über dem Feuer, das wenige Wasser soll Anbrennen und Austrocknen verhindern, man rührt, bis die Masse ganz warm ist, und presst sie in dicken gewebten Säcken kräftig aus. Dass auch hier so gewärmt wird, ist aus diesem Verweis geschlossen.
Praxis. Der Text nennt keine Menge, keine Wärme und keine Dauer. Heute würde man für einen kleinen Versuch Waben ohne Bienen und Brut nehmen, das ist eine moderne Abweichung und nicht Clutius' Verfahren.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/clu-044/
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