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Reichenauer Kochbuch (Karlsruhe, Badische Landesbibliothek, Cod. Aug. pap. 125 (Ka1))

Südwestdeutschland (Reichenau/Bodensee), 15. Jh. · Frühneuhochdeutsch (alemannisch, südwestdeutsch, 15. Jh.)

Elsässer Knoblauch-Salse

Moderne Übersetzung

Mache eine Salse aus Knoblauch. Stoße dafür älteren Knoblauch mit Weißbrot und Essig. Dies nennt man Elsässer Knoblauch.

Zutaten

OriginalModernMengenangabeWo kaufenAlternative
alltem knobloch Älterer Knoblauch - - Frischer Knoblauch, wenn älterer nicht verfügbar ist
wissem brot Weißbrot - - -
essich Essig - - -

Zubereitungshinweis

Welches Gericht ist das? Eine im Mörser zerstoßene Paste aus älterem Knoblauch, Weißbrot und Essig - im Text selbst „Elsässer Knoblauch“ genannt. Die Textur erinnert an lebende Verwandte wie die griechische Skordalia oder an heutige Knoblauch-Brot-Aufstriche im elsässisch-badischen Raum.

„Saltz“ steht hier für eine Salse, nicht für Speisesalz - die Zusammensetzung aus Knoblauch, Brot und Essig macht das eindeutig, ganz ohne Kochschritt.

Aufkochen. Erst durch kurzes Aufkochen wird aus der gestoßenen, durchgezogenen Mischung eine Salse: Beim Erhitzen verkleistert die Stärke im Brot und bindet die Tunke. Kalt bliebe eine dünne, trübe Flüssigkeit. Der Text sagt das nicht eigens, es ist vorausgesetzt.

Praxis. Älteren, also kräftiger ausgereiften Knoblauch mit Weißbrot und Essig im Mörser zu einer streichfähigen Paste zerstoßen und kurz aufkochen, bis die Salse bindet. Das Weißbrot bindet, der Essig würzt und macht haltbar. Mengenverhältnisse nennt der Text nicht - nach Geschmack dosieren.

fyndling.de/rezepte/ka1-087/