Königsberger Kochbuch (Kochbuch-Fragment aus dem Deutschordensarchiv (Berlin, GStA PK, XX. HA, OBA, Nr. 18384))
Sauce zu roten Hühnern
Moderne Übersetzung
Nimm Petersilie und Essig und vermische es miteinander.
Zutaten
| Original | Modern / Menge | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|
| petterlenn | Petersilie | - | - |
| essig | Essig | - | - |
Zubereitungshinweis
Welches Gericht ist das? koe-027 ist keine eigenständige „rote Sauce“, sondern eine frische, ungekochte Petersilie-Essig-Sauce, die zu einem farbig gestalteten Bankett-Huhn („rote Hühner“) gereicht wurde. Funktional erinnert sie an eine einfache grüne Kräuter-Essig-Beilage - eine Art Vorform heutiger Petersilien- oder Grüner-Soße-Typen, die als scharfer, frischer Kontrast zu einem reich überzogenen Braten dient, nicht als eigenständige Hauptsauce.
Der Text nennt als einzigen Arbeitsschritt das Durcheinandertreiben (dreyb es durch ein ander) - ein kräftiges Verrühren, keine Bindung mit Brot, Ei oder Mandeln. Das ergibt eine dünne, schüttbare Würztunke statt einer dickeren Salse.
Ein eigener Zerkleinerungsschritt für die Petersilie wird nicht ausdrücklich genannt; für ein gleichmäßiges Durcheinandertreiben ist feines Hacken aber praktische Voraussetzung, nicht bloß Vermutung.
Praxis. Petersilie fein hacken und mit Essig kräftig verrühren, bis eine dünnflüssige, krautig-saure Tunke entsteht. Kein Erhitzen, keine Bindung nötig - die Sauce wird kalt zu einem bereits fertigen Hühnergericht gereicht. Für die Lagerküche ideal: beide Zutaten sind unverderblich, die Zubereitung dauert Sekunden.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/koe-027/
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