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Königsberger Kochbuch (Kochbuch-Fragment aus dem Deutschordensarchiv (Berlin, GStA PK, XX. HA, OBA, Nr. 18384))

Deutschordensland / Preußen, 15. Jh. · Frühneuhochdeutsch (bairisch mit ostmitteldeutschen Merkmalen, 15. Jh.)

Gekoppelte Eier

Moderne Übersetzung

Reibe eine weiße Semmel und ... - die Handschrift ist an dieser Stelle beschädigt und unleserlich.

Zutaten

OriginalModern / MengeWo kaufenAlternative
eyr Eier - -
semell geriebenes Weißbrot Supermarkt (Backregal) frisches Weißbrot selbst reiben

Zubereitungshinweis

Welches Gericht ist das? Der Rezepttext bricht nach der Anweisung „Reibe eine weiße Semmel“ ab; die Handschrift ist an dieser Stelle beschädigt und lief erkennbar weiter ("vnd ??? ???"), ist aber nicht mehr zu entziffern. Belegt sind damit nur zwei Zutaten - Eier und geriebene Semmel -, aber kein Garverfahren. Ob daraus ein mit Semmelbröseln gebundenes Rührei, eine Art Eierkuchen oder ein paniertes bzw. gefülltes Eiergericht wurde, lässt sich aus dem Fragment nicht entscheiden; alle drei sind mit den zwei erhaltenen Zutaten vereinbar, keine davon ist belegt.

Auch der Titel „Copplaytt eyr“ bleibt ein Hapax legomenon im Korpus. Zwei Lesarten sind lexikalisch möglich: „gekoppelte Eier“ (zu fnhd. ‚kopeln', kuppeln/binden/paaren) oder „Eier in Schälchen“ (zu lat./roman. ‚coppella', kleine Schale) - keine ist gesichert, siehe die dokumentierten Lesarten.

Praxis. Da der überlieferte Text nach dem Reiben der Semmel endet, lässt sich keine verlässliche Zubereitungsangabe geben. Wer das Fragment dennoch nachkochen möchte, kann sich an der im Korpus verbreiteten Technik orientieren, geriebene Semmel als Bindemittel unter verquirlte Eier zu geben und die Masse in der Pfanne zu stocken - das ist jedoch eine freie Ergänzung ohne Textbeleg, keine Übersetzung des Rezepts.

fyndling.de/rezepte/koe-034/