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Rezeptbuch der Sarah Longe (Rezeptbuch der Sarah Longe, Folger Shakespeare Library MS V.a.425)

England, 17. Jh., Nachträge bis 18. Jh. · Frühneuenglisch, englische Haushaltshandschrift des 17. Jahrhunderts mit Nachträgen bis ins 18. Jahrhundert; Mrs Sarah Longe und spätere Hände

Eigelb-Biskuit mit Anis und Kümmel, nachgetrocknet

Moderne Übersetzung

Nimm etwa 225 g (ein halbes Pfund) Zucker, ebenso viel Mehl und 11 Eier; lass von den Eiern alle Eiweiße weg bis auf zwei. Gib 2 oder 3 Löffel Rosenwasser dazu und schlage es 2 Stunden lang. Dann gib ein paar Anissamen und ein paar Kümmelsamen hinein.

Backe es eine Stunde. Dann nimm es heraus und setze es um. Danach musst du es noch einmal in der Sonne oder im Ofen trocknen.

Zutaten

OriginalModernMengenangabeWo kaufenAlternative
halfe a pound of sugar etwa 225 g Zucker (ein halbes Pfund) 225 g - -
as much flower ebenso viel Mehl wie Zucker 225 g - -
11 Eggs, leave out all the whites but two 11 Eier, davon nur zwei mit Eiweiß 11 Stück - -
2. or .3. sponefulls of rose-water 2 oder 3 Löffel Rosenwasser (Randnachtrag zu „water“) 2-3 EL - -
a few anniseeds ein paar Anissamen - - -
a few Carroway seeds ein paar Kümmelsamen - - -

Zubereitungshinweis

Was ist das? Eine Biskuitmasse aus Zucker und Mehl zu gleichen Teilen und elf Eiern, von denen nur zwei ihr Eiweiß behalten, mit Rosenwasser zwei Stunden geschlagen, mit Anis und Kümmel, eine Stunde gebacken und danach noch einmal in Sonne oder Ofen getrocknet. Später im Buch stehen zwei Biskuits desselben Aufbaus (lon-034, lon-035), die kürzer geschlagen werden und das Nachtrocknen nicht nennen.

Rosenwasser statt Wasser. Im Satz steht „2. or 3. sponefulls of water“; das Wort „rose-water“ ist am Rand nachgetragen und mit einem Zeichen vor „water“ verknüpft. Gemeint sind damit zwei oder drei Löffel Rosenwasser. Auch die beiden anderen Biskuits nehmen Löffel Rosenwasser und kein Wasser.

Schlagen. Der Text sagt nur „beate it 2 hours“, nicht, ob Zucker und Mehl von Anfang an bei den Eiern sind. Ein Treibmittel nennt er nicht; locker wird die Masse allein durch das Schlagen. Die Samen kommen erst danach hinein.

Backen, umsetzen, nachtrocknen. Form, Unterlage und Ofenhitze nennt der Text nicht. Nach der Backstunde wird der Biskuit herausgenommen und „shifted“, also auf eine frische Unterlage umgesetzt, und dann noch einmal getrocknet, in der Sonne oder - so der Randnachtrag - im Ofen. Wie lange, sagt der Text nicht.

Praxis. Heute (modern): Die Masse in einer mit Papier ausgelegten Form oder auf Papier backen und bei mäßiger Hitze; ein Handrührgerät kürzt die Schlagarbeit, die Lockerheit der Masse zeigt, wann es reicht. Zum Nachtrocknen den Biskuit nach dem Backen vom Papier lösen und bei sehr milder Hitze oder an einem warmen, trockenen Ort fest werden lassen.

fyndling.de/rezepte/lon-018/