Rezeptbuch der Sarah Longe (Rezeptbuch der Sarah Longe, Folger Shakespeare Library MS V.a.425)
Schafgarbe gegen Nasenbluten
Moderne Übersetzung
Um Nasenbluten zu stillen: Nimm Schafgarbe und stecke sie dem, der blutet, in die Nasenlöcher. Das soll es sogleich stillen.
Zutaten
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| yarrow | Schafgarbe | - | - | - |
Zubereitungshinweis
Was ist das? Ein Mittel, das nach der Überschrift Nasenbluten stillen soll: Schafgarbe wird dem, der blutet, in die Nasenlöcher gesteckt. Ob frisch oder getrocknet, ob Blatt oder Blüte, ganz oder zerstoßen, sagt der Text nicht.
Die Schafgarbe. Ludwigs englisch-deutsches Wörterbuch von 1706 gibt „Yarrow“ als „die schafgarbe“. Gerards Herball (Ausgabe 1633) führt die Pflanze im Kapitel „Of Yarrow, or Nose-bleed“ und zählt „Nosebleed“ zu ihren englischen Namen. Nach Galen, so Gerard, „bindet“ sie vor allem, wirkt also zusammenziehend, und unter ihren Kräften steht, sie stille Blut an jeder Stelle des Körpers. Zugleich verzeichnet Gerard das Gegenteil dessen, was die Handschrift verspricht: In die Nase gesteckt, sollen die Blätter sie bluten lassen und so die Migräne lindern. Welcher Gebrauch der Pflanze den Beinamen eingetragen hat, lässt sich aus diesen Stellen nicht entscheiden.
Einordnung. Ein Mittel der Blutstillung aus der Hausapotheke des Hauptteils, das zeigt, wie man Nasenbluten zu stillen suchte; es ist ein historisches Zeugnis, keine Anleitung zur Selbstbehandlung.
Vollständige Version mit Originaltext, Glossar und Anmerkungen: fyndling.de/rezepte/lon-056/
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