Schafgarbe gegen Nasenbluten
Rezeptbuch der Sarah Longe, Folger Shakespeare Library MS V.a.425 · England · 1610
Um Nasenbluten zu stillen: Nimm Schafgarbe und stecke sie dem, der blutet, in die Nasenlöcher. Das soll es sogleich stillen.
| Original | Modern | Mengenangabe | Wo kaufen | Alternative |
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| yarrow | Schafgarbe | - | - | - |
Was ist das? Ein Mittel, das nach der Überschrift Nasenbluten stillen soll: Schafgarbe wird dem, der blutet, in die Nasenlöcher gesteckt. Ob frisch oder getrocknet, ob Blatt oder Blüte, ganz oder zerstoßen, sagt der Text nicht.
Die Schafgarbe. Ludwigs englisch-deutsches Wörterbuch von 1706 gibt „Yarrow“ als „die schafgarbe“. Gerards Herball (Ausgabe 1633) führt die Pflanze im Kapitel „Of Yarrow, or Nose-bleed“ und zählt „Nosebleed“ zu ihren englischen Namen. Nach Galen, so Gerard, „bindet“ sie vor allem, wirkt also zusammenziehend, und unter ihren Kräften steht, sie stille Blut an jeder Stelle des Körpers. Zugleich verzeichnet Gerard das Gegenteil dessen, was die Handschrift verspricht: In die Nase gesteckt, sollen die Blätter sie bluten lassen und so die Migräne lindern. Welcher Gebrauch der Pflanze den Beinamen eingetragen hat, lässt sich aus diesen Stellen nicht entscheiden.
Einordnung. Ein Mittel der Blutstillung aus der Hausapotheke des Hauptteils, das zeigt, wie man Nasenbluten zu stillen suchte; es ist ein historisches Zeugnis, keine Anleitung zur Selbstbehandlung.
Kann man dieses Mittel heute anwenden?
Nein. Der Eintrag ist ein historisches Dokument der Hausarznei und keine Anleitung zur Behandlung.
Ist dieses Rezept für die Lagerküche geeignet?
Nein. Es ist eine Arznei und kein Lebensmittel.
Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?
Dieses Rezept stammt aus dem Rezeptbuch der Sarah Longe (17. Jh., Nachträge bis 18. Jh., England). Das handschriftliche Haushaltsbuch, das Mrs Sarah Longe im 17. Jahrhundert anlegte, vollständig in seinen drei Schichten: Longes Hauptteil mit eigenem Register (Eingemachtes, Biskuits und Kuchen, Cremes und Possets, einige Fleisch- und Fischgerichte, ein Metheglin und ihre Heilmittel), Nachträge späterer Hände des 17. Jahrhunderts mit Salben, Kräuter-Ales, Obstweinen, China Ale und Usquebaugh, und Spätnachträge des 18. Jahrhunderts mit Weinen, Gelees, Cremes und Kuchen.
- stint
Ludwigs englisch-deutsches Wörterbuch von 1706 gibt „to stint“ unter anderem als „hemmen, dämpffen, stillen“ wieder; hier: das Bluten zum Stehen bringen.
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Stand dieser Fassung: 06.11.2026. Wir überarbeiten die Übersetzungen laufend; beim Zitieren bitte das Datum mit angeben.
