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BuchClutius: Von den Bienen (Buch 3: Vom Honig)

Van de Byen, Hare wonderlicke oorspronc, Natuer, Eygenschap, crachtige, ongehoorde ende seltsame wercken ... Gestelt in forme van een Tsamen-sprekinge (Het derde Boec: Vanden Honich) · 1597 · Frühneuniederländisch (Leiden 1597), Fraktur; Gespräch zwischen Theodorus Clutius und Carolus Clusius · Leiden (Holland)

Illustration zu Clutius: Von den Bienen (Buch 3: Vom Honig)

Aus dem Bienenbuch des Leidener Apothekers und Hortulanus Theodorus Clutius, im Gespräch mit Carolus Clusius: das dritte Buch über Honig und Wachs mit der Honiggewinnung (ungepresster, Jungfern- und grober Honig), geläutertem Honig, in Honig kandierten Schalen, Früchten, Wurzeln und Rosen, Quittenbrot, Fruchtpasten, Marzipan, Met, weinartigem Honigwasser, rotem und weißem Hypocras, Branntwein, Wermutwein und Essig aus Met, dazu Wachs läutern und bleichen, Kerzen, Fackeln, Siegelwachs, Pfropfwachs und Wachstuch.

BuchÜber dieses Buch - Von den Bienen

Dirck Outgaertsz Cluyt, lateinisch Theodorus Clutius (1546-1598), war Apotheker in Delft, um 1584 Apotheker Wilhelms von Oranien und ab 1593 Hortulanus, also Gärtner und Pflanzenpfleger, des neuen botanischen Gartens der Universität Leiden. 1597, ein Jahr vor seinem Tod, erschien in Leiden bei Jan Claesz. van Dorp sein Buch Van de Byen, „Von den Bienen, ihrem wunderlichen Ursprung, ihrer Natur und Eigenschaft“, in drei Büchern und „Geſtelt in forme van een Tſamen-ſprekinge“: als Gespräch. Sein Gegenüber ist der Botaniker Carolus Clusius, der an das Tor seines Gartens klopft und Fragen stellt.

Das erste Buch handelt von der Natur der Bienen und ihrem „Staat“ mit dem König an der Spitze, das zweite von der Bienenhaltung. Das dritte, „Vanden Honich“, sagt, was ein Hausvater aus Honig und Wachs machen kann. Nur dieses dritte Buch zeigen wir.

Honig statt Zucker. Clutius kandiert Orangenschalen, Walnüsse, unreife Feigen, Kalmus- und Alantwurzeln und ganze Rosen in Honig, kocht Quittenbrot, Fruchtpasten und Marzipan mit Honig. Er weiß, dass man das gewöhnlich mit Zucker macht, und hält Zucker sogar für besser, weil er trocken ist und länger hält; aber wo kein Zucker im Haus ist, soll man den Honig nicht geringschätzen. Grundlage aller Rezepte ist geläuterter Honig: mit Eiweiß und Wasser aufgekocht und durch einen Hypocras-Sack gegossen.

Met, Honigwein und Branntwein. Ein eigenes Kapitel gilt den Getränken: zwei Arten Met, einmal aus den ausgewaschenen Resten der Waben, einmal aus neunzig Teilen Wasser auf zehn Teile Honig; weinartiges Honigwasser mit Quittensaft oder mit dem Saft von Sauerkirschen; roter und weißer Hypocras, Wermutwein und Essig aus Met. Den Branntwein aus Met kann man so lange überziehen, „dattet een menſch innemende terſtont wel ſoude daer af ſterven“.

Wachs. Zum Schluss erklärt Clutius, wie man Wachs aus den Waben auslässt und bleicht und was der Haushalt daraus macht: Kerzen, die man von Hand um den Docht rollt, Fackeln für große Herren, Siegelwachs in Rot, Grün und anderen Farben, Pfropfwachs für den Obstgarten und Wachstuch, das Wagen und Truhen trocken hält.

Was wir zeigen

Aus dem dritten Buch nehmen wir alles, was man isst und trinkt, dazu die Wachswaren und die Gewinnung des Honigs. Die Arzneien lassen wir aus: Theriak, Sirupe und Pflaster für den Apotheker, die Clutius selbst nur mit Rat eines Arztes gebrauchen will. Die Nummern folgen dem Druck mit einer Ausnahme: die drei Abschnitte über die Honiggewinnung (clu-042 bis clu-044) stehen im Buch ganz vorn, im ersten Kapitel, und haben ihre Nummern erst nachträglich bekommen.

Manches hat Clutius aus anderen Büchern übernommen, wie es damals üblich war. Sein weinartiges Honigwasser mit Quittensaft steht fast gleich im Feldbau von Estienne und Liébault, das Melchior Sebiz 1579 ins Deutsche übersetzt hat. Wir vermuten eine gemeinsame französische Vorlage und zählen die beiden deshalb nicht als zwei voneinander unabhängige Zeugen.

Wie wir den Text lesen

Den niederländischen Fraktursatz haben wir selbst mit Texterkennung gelesen und jedes Rezept Wort für Wort am Scan korrigiert. Die Schreibung bleibt die des Drucks: langes ſ, rundes ꝛ, ij, Nasalstriche wie in „datmẽ“ und „eñ“. Wo der Druck verschmiert ist, steht ein [?]. Die Sprecherangaben des Gesprächs („T.C.“, „C.C.“) und überleitende Fragen von Clusius stehen nicht im Rezepttext.

Wir übersetzen ins heutige Deutsch und lassen Clutius' Maße stehen: pont (Pfund), loot (Lot), Once (Unze), Dragma (Drachme) und den Stoop als Flüssigmaß. „Meede“ ist Met, „Seem“ ein anderes Wort für Honig, „ongepijnde Honich“ der Jungfernhonig, der ohne Pressen aus den Waben läuft. Was Clutius über die Wirkung auf Magen, Brust und Herz sagt, übersetzen wir vollständig, verstehen es aber nicht als Gesundheitsrat.

Lizenz und Hinweise

Werk (1597): gemeinfrei. Seitenbilder: Google Books (Y0NnAAAAcAAJ), ein Widmungsexemplar mit einer handschriftlichen Zueignung von Clutius an den Leidener Professor Paullus Merula auf dem Titelblatt. Den ganzen Text unserer Texterkennung gibt es auf der Seite Wörterbücher zum Herunterladen. Transkription, Übersetzung und Kommentar: fyndling.de (CC BY-NC-SA 4.0).

- Die Fyndling-Redaktion

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