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LesartGlossar mittelalterlicher Küchenbegriffe

Fremde Wörter im Originaltext entschlüsselt: 318 kuratierte Lesefallen mit Beleg & Quelle, plus ein automatisch geerntetes Register mit rund 2652 weiteren Begriffen.

Eine Lesefalle ist ein Wort, das wie modernes Deutsch aussieht, aber etwas anderes bedeutet - „arwis" ist keine „erwiesene" Sache, sondern alemannisch für Erbse. Mittelalterliche Kochtexte sind voll solcher Fallen, und wer sie übersieht, übersetzt am Sinn vorbei.

Die 318 kuratierten Einträge unten sind von Hand gegen Editionen und historische Wörterbücher geprüft (Ehlert 1999, Lexer, Schweizerisches Idiotikon, Fischer, Goetze, MHDBDB, Gloning, CoReMA/Wikidata) und mit Beleg-Rezepten verknüpft. Das Begriffsregister darunter ist automatisch aus den Anmerkungen aller Rezepte geerntet und nicht redaktionell geprüft - nützlich zum Stöbern, aber ohne dieselbe Verlässlichkeitsgarantie. Wörterbuch-Belege basieren auf OCR historischer Drucke (19. Jh.) und sind kritisch zu lesen.

Lesefallen (kuratiert)

A

aines gelides lang

→ ein Fingerglied lang (ca. 2-3 cm) (Lemma: fingerglied lang)

Technikalemannisch

Schnittangabe

Beleg: m384-013 · m384-014 · Quelle: Ehlert1999

ander fug

→ an der Fuge = an der Naht (der gerollten Blätter) (Lemma: an der fuge)

WendungalemannischLesefalle

„bestrichs ander fug mit ayer totter“ = bestreiche es an der Naht mit Eidotter (verkleben). NICHT „auf andere Art“ (Ralf 2026-09-28).

Beleg: ka1-084 · Quelle: Parallel

angeleitet

→ anlegen (auflegen, z.B. Gefluegel zum Braten binden/spicken), NICHT geleiten/begleiten (Lemma: anlegen)

VerbalemannischLesefalle

„angeleiti/angeleitet" sieht wie eine Ableitung von „geleiten" (begleiten) aus, stammt aber von „anlegen" (auflegen/binden) - bestätigt durch m384-065 („Angelegte Hühner", sehr gut belegt) und einen Lemma-Treffer in der MHDBDB. Betraf in ka1-053 durchgängig Titel, Übersetzung, Worterklärungen und Fragen.

Beleg: ka1-053 · m384-065 · Quelle: MHDBDB;Parallel

arbayssen

→ Erbsen (bair./österr. Arbeis/Erbeis) (Lemma: erbse)

ZutatbairischLesefalle

bair./österr. Arbeis/Erbeis = Erbse (Goetze, Grimm); Wortfamilie mit arwis (alem.) und aribassen (Backerbsen). NICHT Ackerbohne/Saubohne (das wäre „Bohne"). mon-047/048: Erbsen-Püree als Schau-/Imitationsgericht (Scheinbraten bzw. „Regenwürmer" durchs Sieb).

Beleg: mon-047 · mon-048 · Quelle: Goetze

aribassen

→ Backerbsen (erbsengroße Teigtröpfchen, durch den Schaumlöffel ins heiße Schmalz ausgebacken) (Lemma: erbse)

GerichtbairischLesefalle

bair. Dialektform zu „Erbsen"; hier der Gerichtsname (Backerbsen), nicht als Eigenname stehenlassen. Wortfamilie vgl. alem. arwis = Erbse (m384). Technik: Teig durch Schaumlöffel ins Fett gießen.

Beleg: mon-014 · Quelle: Fyndling

arwis

→ Erbse (Lemma: erbse)

ZutatalemannischLesefalle

arwiszen/ärwißen; NICHT „erwiesen/bekannte Art"

Beleg: m384-015 · m384-025 · Quelle: Ehlert1999

aschlauch

→ Schalotte, von lat. ascalonia (Ascalon) (Lemma: schalotte)

Zutatmittelhochdeutsch

Wiederkehrende Zutat im Buch von guter Speise, klar von "Knoblauch" (knobelouch) zu unterscheiden.

Beleg: bgs-033 · bgs-041 · Quelle: Fyndling

auß riechen

→ Den Duft/das Aroma verlieren, ausdünsten (Grimm DWB: "exhalare, evaporare, den geruch verlieren") - NICHT "verderben/schlecht werden" (Lemma: ausriechen)

BegrifffrühneuhochdeutschLesefalle

Naheliegende Fehllesart "verderben" im Konservierungskontext, durch Grimms DWB widerlegt (nur "Geruch verlieren" belegt, Beispiel Hans Sachs). mon-186 trennt textlich klar Aroma-Frische ("nicht awsriech über 8 Tage") von Gesamthaltbarkeit ("Iar vnd tag") - zwei verschiedene Eigenschaften, kein Widerspruch. Löste den bis dahin ungeklärten Hapax-Crux in mon-184 auf.

Beleg: mon-184 · mon-186 · Quelle: Grimm;Fyndling

ayrt

→ Ort = Rand, Ende (umgekehrte Schreibung ai für o vor r), NICHT Eier (Lemma: ort)

Begriffalemannisch-schwäbischLesefalle

Weil mhd. ai und o vor r im Schwäbischen beide zu ǫə wurden, schrieben Schreiber für o+r gelegentlich ai/ay (umgekehrte Schreibung): Kauffmann 1890 §92 Anm. 2 „tair = tor“ (Urkunden 1441/1460); Birlinger 1864 „Airdt, Ort“. phw-068 „lechlin obenn am ayrtt“ = phw-070 „lechlin am ortt“, phw-059 „am ort“. Gegenstück zu „or“ = Eier in saw. ⚠️ Nur schwäbisch: In rheinischen Texten steht ai für langes a vor r (MHDBDB MR2 „syn edel airt“ = art, airbeit = arbeit).

Beleg: phw-068 · phw-125 · Quelle: Kauffmann1890;Birlinger

B

bain

→ Bein / Knochen (bei Krebsen: Beine/Scheren) (Lemma: bein)

SonstigesalemannischLesefalle

bain von den buchen; NICHT Schalen/Brühe

Beleg: m384-026 · Quelle: Ehlert1999

bastel kopf

→ Pastetenkopf - eine geformte, mit Fleisch gefüllte oder ausdrücklich leere ("ler") Teighülle als Aufbau-Element von Schaugerichten (Lemma: pastetenkopf)

Gerichtmittelhochdeutsch

Bastel meint im Buch von guter Speise sowohl gefüllte Pastetenschalen (bastel kopf) als auch reine Teig-Zierstücke (bgs-093) - je nach Rezept zu unterscheiden, keine feste Einheitsbedeutung.

Beleg: bgs-092 · bgs-094 · bgs-095 · Quelle: Fyndling

bastent

→ Pastete (Lemma: pastete)

GerichtalemannischLesefalle

auch basteten; NICHT „rätselhaft/Bastard"

Beleg: m384-017 · m384-018 · m384-019 · m384-020 · Quelle: Ehlert1999

beimenten

→ Krauseminze (Mentha crispa) (Lemma: deiment)

ZutatfnhdLesefalle

beimenten/beymenten, Nebenform zu deiment = Krauseminze (Mentha crispa). Zweiter Bestandteil aus lat. mentha. Belegt: FWB s.v. deiment (zitiert Marzell 3,152); Fischer Schwaeb. WB "beiment: Mentha crispa". Vorkommen: kkm-019/087/101/102. Fruehere Fehllesarten (Lorbeer/Borretsch/Zitronenmelisse/Melisse) ausgeraeumt.

Beleg: kkm-019

beren

→ Beeren (e-Vokal) (Lemma: beere)

ZutatbairischLesefalle

beren (e) = Beeren, ABER biren/piren/pirnen (i) = Birnen - Vokal entscheidet. 'dezgleichen' kann Methode meinen, nicht Frucht

Beleg: ri15632-029 · Quelle: Ehlert1999

bersige

→ Barsch (Fisch), NICHT ein Adjektiv zur Mandelmilch (Lemma: barsch)

TiermittelhochdeutschLesefalle

In bgs-062 kann „bersige mandelmilich" als „Barsche, dazu dicke Mandelmilch" gelesen werden. Im selben Buch bezeichnet „bersige" an zwei anderen Stellen (bgs-055, bgs-056) eindeutig den Fisch Barsch; für eine Lesart als Adjektiv zur Mandelmilch liegt kein Wörterbuchbeleg vor. Die Fisch-Lesart macht bgs-062 zu einem Fastenfischgericht.

Beleg: bgs-055 · bgs-056 · bgs-062 · Quelle: Fyndling

besnit die

→ Schneidet/putzt sie sauber zurecht (Lemma: sauber zurecht)

Verbmittelhochdeutsch

Vorbereitungsschritt vor dem eigentlichen Garen, keine eigene Garanweisung.

Beleg: bgs-081 · Quelle: Fyndling

beste

→ beste - Superlativ zu gut (Lemma: best)

Begriffmittelhochdeutsch

bgs-054 „daz ist daz aller beste ding“. Nicht zu „veiste“ = fett ziehen, obwohl beide Wörter im selben Buch stehen.

Beleg: bgs-014 · bgs-054 · Quelle: Fyndling

besten

→ besten - Superlativ zu gut (Lemma: best)

Begriffmehrere

bgs-039 „loese die garsten vz vnd stoz die besten“ - die verdorbenen aussortieren, die guten stoßen. kkm-024 „seihe die besten ab“ meint die erste, beste Mandelmilch.

Beleg: bgs-039 · kkm-024 · Quelle: Fyndling

bezzin

→ Rote Bete - liefert im Buch von guter Speise die rote Färbung für Saucen wie Agraz (Lemma: bete)

Zutatmittelhochdeutsch

Nicht zu verwechseln mit dem neuhochdeutschen "Benzin" (rein orthografische Ähnlichkeit, kein etymologischer Zusammenhang).

Beleg: bgs-035 · Quelle: Fyndling

bieren

→ Birnen (Plural von Birne) (Lemma: birne)

Zutatüberregional (fnhd.)Lesefalle

bieren/biren/pyern = Birnen, NICHT Bier(e) (auch wenn die Form heute wie ein Plural von "Bier" aussieht) und NICHT Beeren - Letzteres die eigentliche historische Verlesungsgefahr wegen Nähe zu (Wacholder)beeren (Ehlert übersetzt durchweg Birnen)

Beleg: m384-046 · Quelle: Ehlert1999

bimezelten

→ flaches Gewürz-Backwerk (mit Piment gebacken); zelten = Fladen/flacher Kuchen (Lemma: zelten)

ZutatalemannischLesefalle

bimezelten/bymenczelten; Pfeffer-/Lebzelten-artig, gerieben als Binder+Gewürzträger; NICHT neutrale Semmelbrösel. Verwandt: leczelten/lepczelten=Lebzelten

Beleg: m384-059 · Quelle: Ehlert1999

birsing

→ Birsing/Bersing = Barsch (Fisch), NICHT Pfirsich (Lemma: barsch)

Zutatfnhd.Lesefalle

KKM schreibt Pfirsich getrennt "Pfirsing" (kkm-039); Birsing/Bersing immer Fisch (Sülze/Fischbrüh). Modell-Falle: als Pfirsich gelesen.

Beleg: kkm-041 · kkm-042 · kkm-059 · kkm-060 · Quelle: Parallel

blamensir

→ Blancmanger (weißes Prunkgericht aus Geflügel oder Fisch, Mandelmilch, Reismehl) (Lemma: blancmanger)

Gerichtbairisch

Handschriftlicher Name des Blancmanger im Buch guter Speise (auch „blamenser"). Kein Hapax innerhalb dieser Quelle, aber außerhalb des BvgS im Korpus nicht belegt - andere Quellen nennen dasselbe Gericht anders (mhd./frnhd. „weißmus"/„weißes gericht", katalanisch „menjar blanc", italienisch „biancomangiare"). Siehe Grundlagen-Kapitel Blancmanger für die vollständige Familie.

Beleg: bgs-003 · bgs-076 · bgs-077 · Quelle: Parallel

blat von ayern

→ Eierpfannkuchen (Deckel/Einlage) (Lemma: eierpfannkuchen)

Zutatalemannisch

ayer plat; flacher Eier-/Pfannkuchen

Beleg: m384-017 · m384-020 · m384-023 · m384-029 · Quelle: Ehlert1999

bluost

→ Blüte

Pflanzealemannisch

plüst; z.B. bonen bluost=Bohnenblüte

Beleg: m384-010 · m384-015 · Quelle: Ehlert1999

blywiß

→ ⚠️ Bleiweiß, basisches Bleicarbonat - GIFTIG; hier als Klärmittel für trüb gewordenen Wein (Lemma: bleiweiß)

Zutatsüdrheinfränkisch (westmitteldeutsch)Lesefalle

⚠️ GIFTIG - basisches Bleicarbonat, ein Malerpigment. Anders als metallisches Blei löst es sich in der Säure des Weins; Bleivergiftungen durch behandelten Wein sind historisch gut belegt. Der Eintrag steht hier zur Dokumentation, nicht als Anleitung. Die Lesefalle ist die Endung: „-wiß“ verführt dazu, die Stelle als Farbanweisung zu lesen („weiß machen“), zumal das Kapitel überschrieben ist „Do ein win sin farwe verlorn hat“. Es ist aber ein Stoffname. Aufschlussreich ist die Nachbarschaft: wbd-028 rührt Bleiweiß und kriden (Kreide, Calciumcarbonat) im selben Handgriff ein, beide als „milch“ mit demselben Wein angesetzt, nur zwei Stunden versetzt. Beides sind Carbonate, die Weinsäure binden - für den Verfasser war das dieselbe Methode mit einem zweiten weißen Pulver, nicht ein Wagnis. Das Nachbarkapitel wbd-029 klärt denselben trüben Wein harmlos mit Malve und Alaun; das Buch stellt beide Wege nebeneinander. Verboten war der Zusatz schon damals, und namentlich: Ulm nahm 1487 jedem Wirt den Eid ab, seinem Wein kein „Bleiweiss“ beigegeben zu haben; ein Edikt von 1497 verbot die Ceruse, dasselbe Bleicarbonat, ausdrücklich gegen die häufigen tödlichen Erkrankungen, die man auf Wein zurückführte - als deren Zeichen galten Fehlgeburten und Unfruchtbarkeit, aus heutiger Sicht das Bild einer chronischen Bleivergiftung (Eisinger, Medical History 26/1982, S. 297). Nürnberg untersagte ohnehin „kainerley gemechte, swie daz genant ist“. Beides liegt vor der Entstehungszeit des Buchs. Was fehlte, war nicht das Verbot, sondern der Nachweis: prüfen konnte man einen Wein nicht, und Blei war zugleich Arznei. Den Beweis führte erst Eberhard Gockel in Ulm, 1694-1696. Die praktische Grenze lag zwischen Ausschank und eigenem Keller - ein Kellerhandbuch wie dieses meint den eigenen. Korpusweit ist wbd-028 der einzige Fall, in dem Blei in etwas Trinkbares kommt - die übrigen Treffer meinen Bleiglasur an Gefäßen (rfk-014, kkm-077; mha-160 warnt bereits davor) oder sind bairisch „plumben“, also Pflaumen. Siehe auch „gemachter wein“.

Beleg: wbd-028 · Quelle: Fyndling;Eisinger1982;RPO1577

bon nusz

→ Baumnüsse = (grüne) Walnüsse (Lemma: baumnuss)

ZutatalemannischLesefalle

boun nusz; NICHT Bohnen

Beleg: m384-011 · Quelle: Ehlert1999

bonen

→ Acker-/Saubohne (Vicia faba); vor 1500 die einzige Bohne (Lemma: ackerbohne)

ZutatalemannischLesefalle

bonen/bon = Acker-/Saubohne; NICHT moderne grüne/Kidneybohnen (Phaseolus erst nach 1500); nicht verwechseln mit „bon nusz"=Baumnuss

Beleg: m384-061 · Quelle: Ehlert1999

bresteling

→ Erdbeere (Fragaria) (Lemma: erdbeere)

Pflanzeüberregional (fnhd.)Lesefalle

bresteling/Bräschtling/Brestling = Erdbeere, NICHT Preiselbeere/Heidelbeere; steht oft neben bromber=Brombeere

Beleg: bgs-054 · Quelle: Idiotikon

buratz

→ Borretsch (Borago officinalis) (Lemma: borretsch)

Pflanzealemannisch

essbare Garten-/Heilpflanze

Beleg: m384-010 · Quelle: Ehlert1999

C

chempten

→ Traubenkämme / Stielgerüst der Weintraube (Rappen) - das holzige Gerüst, an dem die Beeren sitzen (Lemma: kamm)

PflanzebairischLesefalle

Mondsee-Variante zu kammen (ch/k-Lautung). Traubenkämme = Rappen/Stielgerüst; „ab den chempten brechen" = die Beeren abbeeren/entrappen (vom Gerüst lösen). Weinbau-Begriff. Frisch-Indikator: meint frische Weintrauben, nicht Rosinen. Cross-source vgl. ri15632-043 kammen.

Beleg: mon-035 · Quelle: Fyndling

cheren

→ Kerne (Mandelkerne oder Quittenkerne) - ODER Kirschen, im Korpus nicht abschließend geklärt (Lemma: kern)

ZutatbairischLesefalle

Echte, ungeloeste Ambiguität: in mon-064, mon-087 und mon-184 (dort Quittenkerne) eindeutig als „Kerne" belegt, in mon-099 bleibt zwischen „Kerne" und „Kirschen" unentschieden - beide Lesarten sind lautlich möglich, der Kontext entscheidet nicht eindeutig.

Beleg: mon-064 · mon-087 · mon-099 · mon-184

chopff

→ Topf / Pfanne (Kochgefäß) (Lemma: topf)

GerätbairischLesefalle

Bairische ch-für-t-Lautform (vgl. bair. „hafen" als Parallelbegriff für Topf). NICHT der Kopf des Tieres. Mon-071 übersetzt „leg sie dann in den Topf", mon-072 hat dieselbe Form zweimal an vergleichbarer Stelle; Zwilling mha-139 hat dort „in den Hafen"/„in der Pfanne oder in dem Hafen". Mon-103 („choppf voll von tail" = ein Gefäß voll Teig) wird durch Zwilling mha-151 („hafen von taig") bestätigt.

Beleg: mon-071 · mon-072 · mon-103 · Quelle: Parallel

chraniperen

→ Wacholderbeere (Lemma: wacholder)

ZutatbairischLesefalle

Mondsee-Variante zu kranbipir/Kranbeer = Wacholder. NICHT Preiselbeere/Cranberry - ein bekannter falscher Freund. Beleg: m5919-009 ("Brachvogel am Spieß mit Wacholderbeeren").

Beleg: mon-070 · Quelle: Fyndling

chrewssen

→ Krebse / Krebs-Speise (Lemma: kreusen)

ZutatbairischLesefalle

Mondsee-Variante zu krewssen = Krebse (mon-016, im Rezepttext; Titelform grewssen). NICHT „Krausen/Gebäck".

Beleg: mon-016 · Quelle: Ehlert1999

chropflin

→ Teigtasche / Hülle (nicht „Kropf" im anatomischen Sinn) (Lemma: kropf)

GerätbairischLesefalle

Wörtlich „Kropf" - hier aber keine Anatomie (Schilddrüsenschwellung, Vogelkropf), sondern eine Teigtasche/Hülle, die den Braten umschließt. Als Substantiv im Korpus ein Hapax, die Technik selbst ist aber durch den Zwilling m5919-064 (Eierteig-Ummantelung eines ganzen Huhns) bestätigt.

Beleg: mon-077 · Quelle: Parallel

chum

→ Kümmel (Lemma: kümmel)

ZutatbairischLesefalle

Bairische Form von Kümmel, in Gewürzaufzählungen neben Pfeffer/Ingwer/Safran. Leicht zu verwechseln mit „chum" = „komm!" (Imperativ von mhd. komen) - nur der Kontext (Zutatenliste vs. Handlungsanweisung) entscheidet.

Beleg: mon-074 · mon-103

ckimps

→ krümmen (zur Hufeisen-Form biegen) (Lemma: krimpfen)

TechnikbairischLesefalle

Bestätigt durch den Zwilling ri15632-012, der an derselben Satzposition „krumpt ez alz die hueff eysen" (krümme es wie die Hufeisen) hat - sieben Rezepte im Korpus belegen dasselbe Hufeisen-Gebäck-Cluster.

Beleg: m384-077 · m5919-052 · mha-121 · mon-095 · rfk-041 · ri15632-012 · ri15632-014 · Quelle: Parallel

ckragel

→ Kragen-/Halsbereich des Krebses (Fleisch oder Schalenstück, genaue Butcherei unklar) (Lemma: kragen)

ZutatbairischLesefalle

Kein Hapax im engeren Sinn: 'kragel/kregelin/kraglein' (Diminutiv zu 'Kragen') ist bei Lexer, Grimm und Idiotikon als eigenständiges Wort belegt, nur im Korpus selbst einmalig. Ob 'ckragel' hier das Fleisch aus dieser Zone meint (gestützt durch kkm-012, das 'Hälß' als eigens verarbeiteten Krebsteil neben Scheren/Bäuchen nennt) oder ein intaktes Schalenstück mit Scheren/Beinen zur dekorativen Rekonstruktion des Krebses, ist aus dem Text allein nicht zu entscheiden - kkm-012 hackt kleine Scheren klein in die Füllung, legt aber große Scheren separat zurück, was für eine Mischung aus beidem spricht statt für eine einheitliche Lesart.

Beleg: mon-135 · Quelle: Lexer;Grimm;Idiotikon;Parallel

cloczen

→ Getrocknete Birnen - lebt bis heute als "Hutzeln" weiter (bair.-österr./schwäbisch, vgl. Hutzelbrot); im normalen Supermarkt/Wochenmarkt kaum zu bekommen, online unter "Hutzeln" leicht (Lemma: hutzel)

ZutatbairischLesefalle

Lexer führt "hutzel" direkt als "getrocknete birne" (WB-Beleg). Nicht mit Wurzelgemüse/Knollen verwechseln, wie ein älterer Kandidaten-Eintrag vermutete.

Beleg: m5919-048 · mon-201 · Quelle: Fyndling;Lexer

cluesterlin

→ Kleines Verschlussstück/Pfropfen aus Teig für eine eigens gebrochene Öffnung im Pastetendeckel (Lemma: cluster)

TechnikmittelhochdeutschLesefalle

Zwilling koe-019 hat an vergleichbarer Stelle "blezelenn" für dasselbe Element.

Beleg: bgs-015 · Quelle: Parallel

colris

→ Gericht aus dünnen Eierfladen in Milch

GerichtmittelhochdeutschLesefalle

col ris/colris = dünne Eierfladen in Milch (3 Rezepte BvgS 65-67), NICHT Kohlreis (kein Kohl/Reis); Namensursprung ungeklärt

Beleg: bgs-065 · bgs-066 · bgs-067 · Quelle: Gloning

condimentlin

→ Kleines Würzmittel - Diminutiv von "condiment" (Würzsud/Würzmittel) (Lemma: condiment)

Zutatmittelhochdeutsch

Diminutivform, im Korpus sonst nur die Grundform "condiment" belegt (z.B. bgs-050).

Beleg: bgs-048 · Quelle: Fyndling

conf.

→ Vermutlich eine editorische oder handschriftliche Randmarke (Verweis-/Kapitelmarkierung), keine Zutat oder Anweisung (Lemma: editions-kürzel)

Sonstigesmittelhochdeutsch

Erscheint an mehreren Stellen isoliert im Transkript, ohne erkennbaren Bezug zum umgebenden Rezepttext - in Übersetzungen bewusst nicht mitgeführt.

Beleg: bgs-012 · bgs-015 · bgs-024 · Quelle: unsicher

cumpost

→ Eingelegtes/fermentiertes Gemüse (Vorform von Sauerkraut/Sauergemüse), vom lat. "compositum" = Zusammengelegtes - HAT NICHTS mit dem modernen süßen "Kompott" zu tun (Lemma: kompost)

GerichtmittelhochdeutschLesefalle

Falscher Freund zum Neuhochdeutschen: "Kompost/Kompott" suggeriert Süßes, gemeint ist aber saures Einlegegemüse.

Beleg: bgs-048 · Quelle: Fyndling

cygern

→ Ziger = Quark/Frischkäse - hier aus Mandeln statt Milch hergestellt, ein veganes Käseimitat der Fastenküche (Lemma: ziger)

Gerichtmittelhochdeutsch

Der Name verspricht Käse, geliefert wird eine Illusion (Mandelmilch + Gelatine/Bindemittel statt Milch).

Beleg: bgs-071 · Quelle: Fyndling

czewch

→ ziehen/abziehen (Teig glattziehen, Salz herausziehen), nicht 'formen' (Lemma: ziehen)

VerbbairischLesefalle

'Czewch/ziehen' bedeutet im Mondseer Kochbuch durchgängig ein Abziehen oder Glattziehen - eines dünnen Ausbackteigs (mon-015: 'czewch ain taig ab') oder von Salz aus einem Gericht (mon-065: 'czewcht') - nicht 'formen' im Sinn von Gestaltgeben.

Beleg: mon-015 · mon-065 · Quelle: Parallel

czinmit pluot

→ Zimtblüte (zimit-bluot) (Lemma: zimtblüte)

ZutatalemannischLesefalle

NICHT „Zimt + Blut"

Beleg: m384-012 · Quelle: Ehlert1999

cziserr

→ Kichererbse (Cicer arietinum, lat. cicer), NICHT Gartenerbse - CoReMAs Wikidata-Glosse ("garden pea", Q29472543) ist hier ungenau (Lemma: kichererbse)

ZutatbairischLesefalle

Grimm belegt "Zieser/Ziser" eindeutig als Kichererbse entlang der deutsch-romanischen Sprachgrenze (Schmeller, Wiener "ziserl") - genau der Sprachraum des Mondseer Kochbuchs. Zwillinge mha-288/m384-056 nutzen fuer dieselbe Technik das andere Wort "arbaiss"/"arwisz" (gewoehnliche Erbse) - Gegenprobe bestaetigt die abweichende Frucht.

Beleg: mon-215 · Quelle: Grimm-DWB

czubelen

→ Zwiebeln (Lemma: zwiebel)

Zutatalemannisch

seltene namentliche Zwiebel-Nennung

Beleg: m384-025 · Quelle: Ehlert1999

czw nentplued

→ Zimtblüte (Cinnamomum cassia, teils als "Cassiablüte" im Handel), NICHT "Kassia-Knospen" als eigenständiger Ausdruck - selbes Buch loest es selbst auf (Lemma: zimtblüte)

ZutatbairischLesefalle

Dritte Fassung desselben Mondseer-Senfrezepts (mon-098/mon-137/mon-209); mon-098 ("zymeid plue") loest die Lautvariante buchintern selbst auf, bevor man auf die botanische Fachbezeichnung "Kassia-Knospen" zurueckgreifen muesste.

Beleg: m5919-017 · mon-209 · Quelle: Parallel

czwiuall

→ Zwiebel - NICHT eine Verbform für 'zerlegen' (Lemma: zwiebel)

ZutatbairischLesefalle

Bairische Schreibvariante zu 'zwifel/zwibel/zibolle' = Zwiebel, per CoReMA-GAMS-Objektseite mit Wikidata Q3406628 verifiziert. Fehlte in einer früheren Übersetzung komplett in den Zutaten, weil das Wort als Verb ('zerlegen') statt als Substantiv gelesen wurde.

Beleg: mon-132 · Quelle: CoReMA-Wikidata

D

dachlain

→ Junge Dohle (Rabenvogel) - Wort ist in mon-200 vom Schreiber selbst WIEDER GESTRICHEN worden, daher NICHT die tatsächliche Rezept-Lesart dort (die Vogelart bleibt in mon-200 final unbenannt); als Beleg für den Begriff selbst aber wertvoll (Lemma: dohle)

Begriffbairisch-österreichisch

Dachl ist im Salzburgischen Idiotikon (Anhang zu Lorenz Hübner, Beschreibung des Erzstiftes Salzburg, 1796, S. 955-984) direkt als "die Dohle" belegt - Mondsee (Oberösterreich) liegt im selben Dialektraum, direkt an Salzburg angrenzend. In mon-200 (fol. 070r, TEI-Beleg mit <del>-Markierung) schreibt der Schreiber zunächst "dachlain", streicht es aber vollständig und ersetzt es durch "das" (davon wiederum das "s" gestrichen) - Endfassung "da", von CoReMA selbst als "unsolved" markiert. Zeigt aber: der Schreiber kannte "dachlain"=junge Dohle als Wort, hat sich hier nur gegen die Artangabe entschieden.

Quelle: Salzburgisches Idiotikon (Hübner 1796)

dendel

→ Damhirsch (Damwild, Dama dama); „Dendel Wildpret“ = Damwildfleisch (Lemma: dandel)

ZutatfrühneuhochdeutschLesefalle

DWB s. v. dandel (Bd. II, 1860, Sp. 723): Damhirsch, Nebenformen dendel, dendl, denl, donl; Belege Frisch 183, Alberus, Schmeller 1, 375, Höfer 147. DWB s. v. damhirsch verweist auf dandel. Rumpolt-Kapitel „Vom Dendel Wildpret seind zwey vnd dreyssigerley Speiß“ (Folio XLIIIIa ff.) folgt direkt auf das Hirschkapitel. Im Titel „Damhirsch“, analog zu Ochse (Ralf 2026-09-30), auch wo weibliche Teile wie Euter gemeint sind. Lesefalle: nicht Tändel/tändeln, nicht mnd. dendelen (schlagen); lookup.rb findet das Wort nur unter dem Kopfwort „dandel“.

Beleg: rum-0326 · rum-0327 · rum-0329 · rum-0330 · rum-0331 · rum-0333 · rum-0334 · rum-0335 · rum-0338 · rum-0339 · rum-0341 · rum-0343 · rum-0344 · rum-0345 · rum-0346 · rum-0347 · rum-0349 · rum-0350 · rum-0352 · rum-0353 · rum-0354 · rum-0355 · rum-0356 · rum-0357 · Quelle: Grimm;Parallel

derben teyc

→ Fester, nicht aufgehender Teig (ohne Triebmittel) - hält eine Füllung und wird beim Ausbacken knusprig (Lemma: fester teig)

Technikmittelhochdeutsch

Schreibvarianten "teyc"/"teyk" im Korpus - derselbe Begriff, keine zwei unterschiedlichen Teigarten.

Beleg: bgs-019 · bgs-044 · Quelle: Fyndling

dich

→ dick (fest, dickflüssig) - nicht das Pronomen „dich" (Lemma: dick)

BegriffbairischLesefalle

ck/ch-Schwund: „dich" für „dick" - Zwilling m5919-037 hat an derselben Stelle im Brandteig-Rezept die reguläre Schreibung „pey der dick peleib". Gemeint ist die feste Konsistenz des Teigs vor der Ei-Zugabe, kein Pronomen.

Beleg: mon-092 · Quelle: Parallel

drvemme

→ Darum, ringsherum - die flüssige Mandelmilch wird rings um den geformten Laib gegossen, NICHT von oben darüber (Lemma: darum)

BegriffmittelhochdeutschLesefalle

Leicht als "darüber" misszuverstehen - die Präposition bestimmt hier eine ganz andere Gieß-Choreographie (ringsherum statt von oben).

Beleg: bgs-073 · Quelle: Fyndling

duenne schineht

→ Dünn in schienen-/streifenförmigen Scheiben (vermutlich zu mhd. schine, "Schiene") (Lemma: schienenförmig)

BegriffmittelhochdeutschLesefalle

Hapax - kommt nur in diesem einen Rezept vor, keine Parallelstelle im Korpus gefunden.

Beleg: bgs-096 · Quelle: Fyndling

durre pfeffer

→ ganze (getrocknete) Pfefferkörner (Lemma: pfefferkörner)

Zutatalemannisch

neben gemahlenem Pfeffer

Beleg: m384-025 · Quelle: Ehlert1999

E

earwisz

→ Erbse - „rote earwisz“ ist die rote Felderbse (Lemma: erbse)

ZutatalemannischLesefalle

Zur alemannischen Wortfamilie „arwis“ = Erbse, vgl. den Eintrag „aribassen“. Die Schreibung mit ea- verdeckt das Wort; NICHT als Fremdwort lesen.

Beleg: m384-056 · Quelle: Ehlert1999

eigsten

→ auf die eigene/besondere Art (Lesart unsicher) (Lemma: eigen)

Sonstigesoberrheinisch-alemannischLesefalle

Superlativ-/Intensivform von "eigen" selbst nicht direkt belegt, nur die Grundform "eigene" (Benecke, Idiotikon, Grimm); Lesart bleibt Vermutung, im Text gehedged

Beleg: ka2-046 · Quelle: Benecke/Idiotikon/Grimm (verwandte Form "eigene")

ein gemacht

→ eine Zubereitung; meist die angemachte Würzsauce zu einem Gericht, nicht das Gericht selbst (Lemma: gemacht)

Begriffüberregional (fnhd.)Lesefalle

Substantiviertes Partizip, nicht das Verb: „ein gemacht Kraut“ (koe-032, ri15632-044) ist kein „gemachtes Kraut“, sondern Kraut mit einem Gemachten, also mit einer angemachten Sauce aus Senf, Honig und Wein. mon-255 macht es explizit - „an ein chrautt ein gemacht“, ein Gemachtes zu einem Kraut. Grimm DWB „Gemächt“ II,2 führt die Bedeutung Zubereitung/Zurichtung. Noch unübersetzt und betroffen: b4-161 und w1-164 tragen es im Titel („Das ist ain guts gemachts“), so1-037 hat „in das gemacht tuon“. Beim Wein hat dasselbe Wort die schlechte Bedeutung, siehe „gemachter wein“.

Beleg: koe-032 · mon-209 · mon-255 · ri15632-044 · Quelle: Grimm-DWB;Parallel

ein maß

→ eine angemessene, wohldosierte Menge (Lemma: maß)

TechnikbairischLesefalle

„Nach [rechtem] Maß" heißt eine angemessene, wohldosierte Menge - KEINE Mini-Prise. Der wortnahe Zwilling im Kochbuch Cgm 5919 (m5919-040: „salcz sein mas") bestätigt dieselbe feste, korpusweite Wendung für „nach eigenem Ermessen salzen".

Beleg: mon-100 · Quelle: Parallel

erbelten

→ aufkochen/aufwallen lassen (Lemma: erwellen)

VerbmittelbairischLesefalle

erbelten = erwellen (b für w); Rosinen aufkochen bis sie prall/rund aufquellen. Mondsee-Varianten: erbels (mon-097), erbell (mon-099).

Beleg: m5919-006 · mon-097 · mon-099

erclawpt

→ ausgeklaubt, verlesen, gesaeubert (Lemma: erklauben)

Technikbairisch

die schon erclawpt sein = sorgfaeltig verlesen.

Beleg: ri15632-004 · Quelle: Ehlert1999

erklaub

→ ausgeklaubt, verlesen, gesäubert (Lemma: erklauben)

Technikbairisch

Vgl. bereits erfassten Eintrag „erclawpt" (muenchner_clm15632); hier im Kontext „vnd ischen arbais muss erklaub" = die Erbsen müssen verlesen sein.

Beleg: b4-071 · Quelle: Parallel

erper

→ Erdbeere, NICHT Erbse (Lemma: ertber)

Zutatalemannisch-schwäbischLesefalle

Lexer: "erper s. ertber"; Idiotikon: "erd-ber-/erper-". CoReMA-Sachglosse verlinkt konsistent zu Wikidata Q146684 (Erdbeere). Twin rfk-068 hat dieselbe Stelle bereits korrekt als Erdbeeren gelesen.

Beleg: mha-271 · Quelle: Lexer;Idiotikon;CoReMA-Wikidata

erwellen

→ erhitzen / aufwallen lassen (Lemma: erwallen)

TechnikalemannischLesefalle

erwoll/erwell/erwelt/erwelte; gilt AUCH attributiv vor einem Substantiv: „erwelte winber" = aufgekochte/aufgequollene Rosinen (alb-003, rfk-016, m5919-006). NICHT „auswählen" (Homograph erwelen), NICHT „vollenden"

Beleg: m384-021 · m384-022 · m384-033 · Quelle: Ehlert1999

F

faisten

→ fett - vom Fett des Fisches und vom eingefetteten Mörser (Lemma: feist)

ZutatbairischLesefalle

m5919-008 „hastu des faisten nit So nimm putern an dy stat“ - der Ersatz durch Butter belegt die Bedeutung. m5919-065 „in ain faisten haissen morser“ ist die Parallelstelle zum eingefetteten heißen Mörser.

Beleg: m5919-008 · m5919-065 · Quelle: Lexer;Fyndling

farbs

→ „färb es" (Lemma: färben)

Technikalemannisch

farb/farbs; meist mit Safran

Beleg: m384-008 · m384-020 · m384-024 · m384-034 · Quelle: Ehlert1999

farbs als row

→ „färb es, solange (es) roh [ist]" (Lemma: färben solange roh)

TechnikalemannischLesefalle

Zeitangabe; NICHT „rötlich"/Blut

Beleg: m384-020 · Quelle: Ehlert1999

fauch

→ fangen / fange / auffangen (Lemma: fangen)

Technikalemannisch

fauch den schwaisz = Blut auffangen

Beleg: m384-030 · m384-031 · Quelle: Ehlert1999

fegala

→ kleine Vögel (Vögelein) (Lemma: fegel (Vögelein))

Tieralemannisch-schwäbisch

In keinem Wörterbuch belegt; die Deutung ergibt sich aus dem Buch selbst: phw-035 „Torte aus fegalein / klaine fegelin“, phw-220 „klainen fegala in ainer suben“ (Vögelein sieden, in Schmalz rösten) und phw-207, wo Krebse „wie klaine fegala“ geröstet werden. Bei Sabina Welserin „fegellen“ (saw-014, saw-098). Gemeint sind kleine Wildvögel; heute in DE/EU weitgehend geschützt, Wachteln oder kleine Tauben als Ersatz.

Beleg: phw-035 · phw-207 · phw-220 · saw-014 · saw-098 · Quelle: Parallel

fenbert

→ Pfennwert - die Menge, die man für einen Pfennig bekam (Preisangabe, kein Maß) (Lemma: pfennwert)

MengemittelbairischLesefalle

So steht es im Transkript, weil die Handschrift p und f mit einer kleinen Lücke schreibt und die CoReMA-Edition diese Trennung übernimmt („p fenbert“, beide Male auf fol. 97v). Gelesen wird es als ein Wort: pfenbert = Pfennwert, bairisch mit b für w. Siehe pfenbert und pfenbart für die Belege bei Schmeller und Grimm sowie den Zwilling m5919-007.

Beleg: ka2-052 · Quelle: Schmeller/Grimm

ferib

→ färbe (Imperativ von ferben/verben) - NICHT 'verreibe' (Lemma: färben)

VerbbairischLesefalle

'Ferib' ist Imperativ von 'ferben/verben' = färben, nicht von 'verreiben'. Bestätigt durch CoReMA-Glossierung und die Korpus-Zwillinge ri15632-005 (färbt an gleicher Stelle explizit mit Safran) und mon-141.

Beleg: mon-136 · Quelle: CoReMA;Parallel

feste

→ fest (Lemma: fest)

Begriffmittelhochdeutsch

In der Haltbarkeitsangabe zur Sülze: je fester, desto besser.

Beleg: rfk-012 · Quelle: Fyndling

fialmuos

→ Veilchen-Mus - ein sämiger Brei mit Veilchenblüten als Farb- und Aromageber (Lemma: veilchenmus)

Gerichtmittelhochdeutsch

fial bluomen = Veilchenblüten, im Mittelalter häufig zum Färben und Aromatisieren von Speisen verwendet.

Beleg: bgs-077 · bgs-078 · Quelle: Fyndling

fliezzende sultze

→ Fließende Sülze - ausdrücklich KEIN festes Aspik, sondern eine dünnflüssige, gewürzte Essig-Brühe als Sauce über kaltem Fleisch (Lemma: fliessende sulze)

GerichtmittelhochdeutschLesefalle

Sülze suggeriert im modernen Sprachgebrauch reflexartig ein festes Aspik/Gelee - das Adjektiv "fliezzende" widerspricht dem im Text ausdrücklich.

Beleg: bgs-096 · Quelle: Fyndling

forchen

→ Forelle (Lemma: forelle)

TierbairischLesefalle

Bairisch/schwäbisch „Forche(n)" ist ein Homograph: kann auch Kiefer/Föhre (Baum) bedeuten. Im Fisch-Kontext (mon-040, neben Aal und Brachsen als Grill-Alternative genannt) eindeutig Forelle.

Beleg: mon-040 · Quelle: Fyndling

fuessel

→ Keule (Geflügelkeule), nicht Fuß (Lemma: keule)

ZutatbairischLesefalle

CoReMA glossiert das Wort (bzw. die Schreibvarianten „füßchen"/„Fusslenn") auf den GAMS-Objektseiten zu allen drei Rezepten übereinstimmend als englisch „chicken leg" (Wikidata Q7196561) - eine Keule, kein abgetrennter Fuß. Kulinarisch naheliegend: Leber, Magen und Keule sind zusammen die ergiebigsten Teile, wenn kein ganzes Huhn zur Verfügung steht. Derselbe Fuß-als-Keule-Sprachgebrauch mit identischem CoReMA-Beleg findet sich unter „phuesß" bei Wildbret (mon-072) - ein wiederkehrendes Muster in diesem Korpus.

Beleg: koe-020 · m5919-096 · mon-086 · mon-111 · Quelle: CoReMA;Parallel

fürhess

→ Gericht aus Innereien in dunkler Pfeffersoße/Sauce (als Vorspeise/Gang gereicht) (Lemma: vor-essen)

GerichtalemannischLesefalle

furhess; NICHT „für den Fürsten"

Beleg: m384-030 · m384-031 · Quelle: Ehlert1999

G

gaddaus

→ Vermutlich Galgant (Alpinia officinarum) - Lesart UNSICHER, CoReMA führt die Stelle als ungelöst/Hapax (Lemma: galgant)

Zutatalemannisch-schwäbischLesefalle

Frühere Fassung behauptete fälschlich, die CoReMA-TEI-Edition bestätige "Kardamom" - per WebFetch widerlegt, CoReMA markiert die Stelle tatsächlich als "unsolved". Bei Zitaten externer Editionen IMMER gegenprüfen, nicht aus einem früheren Draft übernehmen.

Beleg: mha-163 · Quelle: unsicher

galray

→ Gallerte / Gelee / gelierte (kalte) Speise (Lemma: gallerte)

Gerichtalemannisch

galrei; in Cgm 384 weit gefasst

Beleg: m384-032 · m384-033 · m384-035 · Quelle: Ehlert1999

gebät

→ geröstet (bähen = leicht rösten) (Lemma: bähen)

TechnikalemannischLesefalle

gebättes/gebatem; NICHT „gebacken/eingeweicht"

Beleg: m384-022 · m384-031 · Quelle: Ehlert1999

gehertztez vaz

→ Geharztes Gefäß (Innenseite mit Baumharz/Pech ausgekleidet, zur Abdichtung), NICHT "gut vorbereitetes Gefäß" (Lemma: gehertzet)

GerätmittelhochdeutschLesefalle

Dient der Abdichtung/Haltbarmachung des Gefäßes für die Met-Lagerung.

Beleg: bgs-014 · Quelle: MHDBDB

gelessen

→ Verlesen, sortiert (von Stielen/minderwertigen Stücken befreit) - bei Trockenfrüchten wie Rosinen NICHT "eingeweicht" (Lemma: lesen)

TechnikfrühneuhochdeutschLesefalle

weinpern woll gelessen (mon-188) und "erlessen" (mon-190) sind dieselbe Verbfamilie (zu "lesen" = sortieren/auslesen, vgl. "Weinlese"), nicht zu "einweichen" oder "auflösen". Verwandt, aber nicht identisch mit "erclawpt" (ri15632-004, zu "klauben" statt "lesen") - beide meinen sortieren, andere Verbwurzel.

Beleg: mon-188 · mon-190 · Quelle: Fyndling

gelides

→ Glied - „aines gelides lang“ meint ein Fingerglied als Längenmaß, etwa 2 bis 3 cm (Lemma: glied)

Mengealemannisch

Genitiv zu „glid“. Das Maß bezieht sich auf das Fingerglied, nicht auf ein Gelenk und nicht auf das Glied einer Kette.

Beleg: m384-013 · m384-014 · Quelle: Ehlert1999

gemachter wein

→ gepanschter Wein; künstlich behandelter Wein mit unerlaubten Zusätzen

Begriffüberregional (fnhd.)Lesefalle

Nicht „zubereiteter Wein“, sondern gepanschter. Belegte Sonderbedeutung von „machen“ im Weinkontext: Grimm DWB „Gemächt“ II,2c, „von künstlichem herrichten und anmachen des weins“. Nürnberg verbot es schon im 13./14. Jh. - niemand solle Wein „mit kainerley gemechte, swie daz genant ist“ machen; einzige Ausnahme war die Eiklarschönung welschen Weins. Strafe: zehn Pfund Heller und fünf Jahre Schankverbot, für den Ausführenden lebenslange Stadtverweisung (Baader, Nürnberger Polizeiordnungen, 1861, S. 205). Die Ordnung von 1497 nennt die Mittel: gebrannter Wein, Waidasche, Senf, Speck, Milch, Wasser, dazu Schwefeln. Erkennungszeichen im Text ist die Nachbarschaft: k1-006 und kkm-016 nennen „gemachte wyn“ neben „verdorben“ und „zäh“, also neben zwei Weinfehlern. Davon zu trennen ist der selbst angesetzte Würzwein, den so1-130 unter der Rubrik „Von gemachtem Win“ führt.

Beleg: k1-006 · kkm-016 · Quelle: Grimm-DWB;Baader1861;Parallel

gepraten

→ Partizip "gepraten/praten" = gebraten, NICHT Brät - bei Fleisch-Substantiv mit Artikel ("ain gepraten huen" = ein gebratenes Huhn) (Lemma: gebraten)

TechnikbairischLesefalle

Gegenrichtung zu geprät=Brät: Partizip gepraten=gebraten vs. Substantiv prät=Brät/Farce; Artikel+Morphologie entscheiden. prat kann zudem Brot sein (vgl. pfefferbrot, m5919-061). Cross-source bgs-028/koe-002. Mondsee-Variante: gepratten huen czw glid das chlain (mon-080) - ohne Zwillingsvergleich liest sich "czw" leicht als Zahl "zwei" statt als Präposition "zu"; korrekt ist "ein gebratenes Huhn, klein zerteilt", nicht "Hühnerbrät und zwei Stücke Fleisch". Zwilling m5919-063 nennt das Gericht selbst "Mörserhühner".

Beleg: m5919-063 · m5919-065 · mon-080 · Quelle: Parallel

geprät

→ das Brät = (rohes) fein zu zerkleinerndes Fleisch-/Fischfleisch (Farce), NICHT "gebraten" (Lemma: brät)

ZutatbairischLesefalle

geprät/prät = Brät; auch "hechten prät" = Hechtbrät. Modell-Falle: als "gebraten" (geprat) fehlgelesen. Bestätigt Ehlert §2.6.

Beleg: ri15632-001 · Quelle: Ehlert1999

gerben

→ kraeftig durcharbeiten, kneten - beim Teig, NICHT Leder gerben (Lemma: kneten)

TechnikmittelbairischLesefalle

⚠️ Unsere Lesart aus dem Kontext, KEINE Woerterbuch-Bedeutung: die Woerterbuecher belegen fuer das Wort das Gerben von Leder bei Benecke und Lexer, das Reinigen von Getreide von den Spelzen bei Fischer und derbes Pruegeln bei Grimm - eine Teig-Bedeutung steht dort nirgends. Gemeinsamer Kern aller drei ist kraeftiges Durcharbeiten, und beide Korpusstellen stehen im Teigkontext: ka2-056 „Mach ainen taig ab mit gerben“, mon-229 „leg ain platt auff den gerben taig“. Etymologisch gehoert das Wort zu ahd. garawan = bereiten, zuruesten.

Beleg: ka2-056 · mon-229 · Quelle: Fyndling

gewaidt

→ ausgeweidet (von Innereien befreit) (Lemma: ausgeweidet)

Technikalemannisch

gewaidest

Beleg: m384-013 · m384-034 · Quelle: Ehlert1999

gewelten taig

→ ausgerollter (gewellter) Teig (Lemma: gewellter teig)

TechnikalemannischLesefalle

NICHT „gewalkt"

Beleg: m384-017 · m384-020 · Quelle: Ehlert1999

geworren

→ Zu mhd. "werren" (verwirren/hineinmischen) - NICHT "gekocht" (Lemma: hineingemischt)

VerbmittelhochdeutschLesefalle

Frühere Lesart suggerierte einen im Text nicht belegten separaten Kochschritt.

Beleg: bgs-089 · Quelle: Fyndling

geyslicz

→ saure Hafergrütze (später auch allgemein: feste, gegossene und kalt gestockte Speise) (Lemma: geislitz)

GerichtmehrereLesefalle

NICHT von „Geiß" (Ziege) - reiner Klanganklang, keine echte Wortverwandtschaft. Slawisches Lehnwort (böhm. kyselice = saure Mehlspeise, kyselý = sauer), belegt bei Lexer (15. Jh.), im Schweizerischen Idiotikon und im Grimmschen Wörterbuch, das eine fast wortgleiche Zubereitungsanweisung zitiert wie mon-152 („so seud sy und geusz sy dann auf ain schussel..."). In Alpendialekten (Pustertal, Kärnten) bis in die Neuzeit für sauren, kalt gegessenen Haferbrei belegt. Der Name weitete sich auch auf andere gegossene oder gestockte Speisen aus (m5919-015: Kalbsfuß-Sülze, kein Getreide). Dritte Bestätigung: Grimm zitiert die Stelle ausdrücklich aus „meister Hans, des von Wirtenberg koch" - das ist unser Meister-Hans-Kochbuch, der Originaltitel stimmt wörtlich überein. Bei CoReMA (bs1.132) bündelt ein Eintrag beide Mondsee-Varianten: das Aufwallen im Reindl wie in mon-151 und das Erkalten mit Hautabziehen und Mandelmilch wie in mon-152. In unserem Korpus liegt die Stelle als mha-132 („Geyslicz: Warm und Kalt in der Fastenzeit") übersetzt und geprüft vor, als Geislitz beziehungsweise saure Hafergrütze, und deckt beide Varianten in einem Rezept ab.

Beleg: m5919-015 · mha-132 · mon-151 · mon-152 · Quelle: Lexer;Idiotikon;Grimm;CoReMA-bs1

graglat

→ Vermutlich "mit einem Kragen/Rand versehen"

TechnikbairischLesefalle

Hapax legomenon, kein externer Beleg - Lesart gestützt auf die Wortfamilie "Kragen" (Lexer/Grimm/Idiotikon). Beschreibt vermutlich die obere Öffnung eines Kruges.

Beleg: mon-181 · Quelle: unsicher

grewssen

→ Krebse / Krebs-Speise (Lemma: kreusen)

ZutatbairischLesefalle

Mondsee-Variante zu krewssen = Krebse (mon-016 „Krebsmus", Titelform; Körperform chrewssen). NICHT „Krausen/Gebäck".

Beleg: mon-016 · Quelle: Ehlert1999

griff

→ Festes Nierenfettstück vom Rind (zusammenhängender Fettkörper der Nierengegend), kein Talg zum Auslassen und kein Fleisch (Lemma: grif)

ZutatfrühneuhochdeutschLesefalle

FWB s. v. grif Bed. 8: „(speziell beim Rind) das Fett der Nierengegend, das mit 4 Griffen abgelöst wird“, Phrasem „die vier griffe“, getrennt von „die nieren“ (Beleg 14. Jh.). Grimm (nach Schmeller): Fettstück in der Nierengegend. Parallel: Rumpolt, Griff vom Hirsch (Hirschkapitel Nr. 14) gleich behandelt (sieden, erkalten, schneiden, in Butter bräunen, heiß essen); Augsburger Kochbuch 1810: „frisches Nierenfett (Griff)“ in Scheiben. Unsicher bleibt, welche Partie genau ein Griff ist (Rumpolt nennt anderes Nierenfett „das Feißt, so bey den Nieren ligt“) und wie das Gericht geschmeckt hat. Lesefalle: nicht Griff = Handgriff, nicht Fleisch (Nierenzapfen), nicht der schweiz. Hautstrich (Grimm, Tastsinn der Metzger).

Beleg: rum-0030 · rum-0031 · Quelle: FWB;Grimm;Parallel

grosser spitz

→ das (grosse/spitze) Ende der Eierschale, wo man das Ei aufschlaegt/oeffnet; NICHT steifer Eischnee (Lemma: spitz)

TechnikbairischLesefalle

schlach ayer auff an dem grossen spitz = Ei an der Spitze der Schale oeffnen (Krosseier). Hs.-Variante belegt "grossen spitz". Vgl. m384-081/082, rfk-047.

Beleg: ri15632-007 · Quelle: Ehlert1999

gruben

→ Grieben (Fett-/Speck-Grieben); hier falsche Grieben aus gerösteten Brotwürfeln als Fasten-Ersatz (Lemma: grieben)

ZutatalemannischLesefalle

gruben = Grieben (Grammeln); NICHT „Gruben/Löcher"

Beleg: m384-073 · Quelle: Ehlert1999

gruen nusz

→ eingelegte unreife (grüne) Walnüsse - im Vorsommer eingemacht/entbittert; roh zu bitter, zur Fastenzeit nicht frisch verfügbar (Lemma: grüne nüsse)

ZutatalemannischLesefalle

NICHT frische rohe Nüsse (zu bitter) und NICHT getrocknete reife Nüsse

Beleg: m384-078 · Quelle: Ehlert1999

gruey

→ roh / gruen (Lemma: gruen)

BegriffmittelbairischLesefalle

gruey = gruen = noch roh; NICHT "sehr fein"

Beleg: m5919-056

grun

→ roh / unverarbeitet (Garzustand), NICHT Farbe/frisch (Lemma: gruen)

BegriffalemannischLesefalle

'grun'/'gruen' bezeichnet hier den Garzustand (roh, unverarbeitet), NICHT eine Farb- oder Frische-Angabe. Vierfach durch Korpus-Parallelen bestaetigt (ka1-031, ka1-059, m384-047, m384-070) + Lexer 1,1097. Verwandte mittelbairische Variante siehe 'gruey' (m5919-056).

Beleg: ka1-031 · ka1-059 · m384-047 · m384-070 · Quelle: Lexer;Parallel

gruppen

→ Graupen, Grütze (hier vermutlich Gerstengraupen) (Lemma: graupe)

Zutatbairisch

CoReMA-Sachglosse verknüpft die Stelle direkt mit Wikidata Q1436715 (groat). Text nennt Gerste als Ersatz, falls keine Graupen vorhanden sind.

Beleg: b4-071 · Quelle: CoReMA-GAMS

gucken

→ Eierschalen (Lemma: gucke)

ZutatbairischLesefalle

wieder in die gucken = zurueck in die leeren Eierschalen. Ehlert "in die Schalen".

Beleg: ri15632-007 · Quelle: Ehlert1999

guecz stupp

→ Gutes Gewürzpulver - Sammelbegriff, genaue Zusammensetzung nicht spezifiziert (typisch: Pfeffer, Ingwer, Galgant, Muskat, Zimt) (Lemma: gutes gewürzpulver)

Zutatbairisch

Formelhafte Wendung "guecz/guetz" (gutes) + "stupp" (Pulver/Gewürzpulver, vgl. "stupp es dann ab" = bestäube es).

Beleg: mon-126 · mon-201 · Quelle: Fyndling

H

hacksen

→ Keulenfleisch vom Kalb (Fleisch hinter dem Nierenbraten), nicht die heutige Haxe/Hachse

ZutatfrühneuhochdeutschLesefalle

Rumpolt definiert es selbst (Kalb Nr. 27): „man nennet aber die Hacksen/ was hinder dem Nierenbraten ist“ - also die Hinterkeule hinter dem Lendenstück. Die heutige Haxe/Hachse ist der Unterschenkel; das ist die Lesefalle. In Nr. 28 werden „die Bein herauß“ geschnitten, die Keule kommt also auch mit Knochen vor.

Beleg: rum-0116 · rum-0117 · rum-0118 · rum-0119 · rum-0120 · Quelle: Parallel

hafen

→ Topf (Kochgefäß), nicht Mörser

Gerätalemannisch-schwäbischLesefalle

Alemannisch-schwäbisches Parallelwort zum bairischen "chopff" (siehe dort). Bei mha-167 explizit gegen Mörser-Lesart abgegrenzt: Mandeln werden im Hafen (Topf) mit einem Hölzchen gerührt, nicht im Mörser gestoßen.

Beleg: mha-139 · mha-151 · mha-167 · Quelle: Parallel

hassen stellen

→ Hosennestel (bildhafter Name fuer Hautstreifen/Baender), NICHT "Hasenteile" (Lemma: hosennestel)

BegriffbairischLesefalle

Titel und Text durchgaengig mit "Hase" statt der Hosen-/Nestel-Bildsprache verwechselt.

Beleg: mon-211 · Quelle: Parallel

hausen

→ Hausen (Stör)

ZutatmittelbairischLesefalle

fetter Fisch, wie Speck ausgelassen; NICHT Hecht (mager). Vgl. Hausenblase

Beleg: m5919-018

hauß wurtz

→ Hauswurz / Dachwurz (Sempervivum tectorum), Heilpflanze (Lemma: hauswurz)

ZutatbairischLesefalle

NICHT generische 'Gewuerze'

Beleg: ri15632-024 · Quelle: Ehlert1999

heffen

→ Topf, Kochgefäß (Lemma: hafen)

GegenstandbairischLesefalle

Bairisch "Hafen" = Topf, NICHT "Hefe" (Backtriebmittel) - klassischer False-Friend durch die ähnliche Schreibung.

Beleg: m467-003 · mon-201 · ri15632-023 · Quelle: Fyndling

heidenisse kuochen

→ Heidnische Kuchen - nach vorherrschender Forschungsmeinung Bezeichnung für eine als fremd/exotisch empfundene Zubereitung (hier eine ungewöhnliche Fleisch-Apfel-Mischung), kein religiöser Gegensatz zu "christlichen" Speisen (Lemma: heidnische kuchen)

Gerichtmittelhochdeutsch

Der Name bezieht sich auf die Fremdartigkeit der Zutatenkombination, nicht auf eine tatsächliche kultische/religiöse Zuordnung.

Beleg: bgs-005a · Quelle: Fyndling

holbroten

→ Hohlbraten - eine um einen Spieß geformte, gebratene Kalbfleisch-Farce, die nach Entfernen des Spießes hohl ist und sich in Ringe schneiden und füllen lässt (Lemma: hohlbraten)

GerichtmittelhochdeutschLesefalle

Nicht "Hohlbrot" (ausgehöhltes Brot) - der Umlaut "ö" in der Harsch-Fassung ("hol bröten") passt zu mhd. brâten, nicht zu brot. kkm-065 ("Holbrahten von Kalbfleisch") liefert die exakte Bauanleitung und bestätigt die Lesart; MHDBDB-Morphologie (hol+brâten) und Schweizerisches Idiotikon stützen sie zusätzlich. Ändert die Gerichtsidentität von bgs-090 grundlegend (Doppel-Farce-Konstruktion statt Fladen mit Brotkern).

Beleg: bgs-090 · kkm-065 · Quelle: Harsch;MHDBDB;Idiotikon;Parallel

hols

→ Hälse (Krebs-Schwanzfleisch bloßlegen) (Lemma: hals)

SonstigesalemannischLesefalle

häls/hels; NICHT „Holz"

Beleg: m384-028 · Quelle: Ehlert1999

honicsaum

→ Honigseim - dickflüssiger, ungeläuterter Honig (nicht der industriell erhitzte/gefilterte Flüssighonig des Handels); NICHT Honigwasser und NICHT Met. Moderner Ersatz: cremiger Honig (Lemma: honigseim)

ZutatmittelhochdeutschLesefalle

Wiederkehrender Terminus im Buch von guter Speise für ungeklärten, dickflüssigen Honig. Verwechslungsgefahr mit "Honigwasser" (verdünnt) oder "Met" (vergoren) - keins von beidem. Ralf (erfahrener Met-Brauer) bestätigt die Seim-Lesart gegen eine Schaum-Lesart; Lexer belegt "honecseim" direkt (4 Fundstellen), eine Form "honecschume" ist nirgends belegt. DWDS (s.v. "seimig"/"Honigseim") bestätigt unabhängig: "Honigseim = ungeläuterter Honig", mhd. "honecseim/honecsein"; "seim/seimig" = "dickflüssig", nicht dünnflüssig.

Beleg: bgs-002 · bgs-029 · bgs-049 · Quelle: DWDS;Lexer;Fyndling

hosen

→ Roehre, roehrenfoermige Huelle - bei der aufgesetzten Pastete die oben offene Teigroehre. NICHT "heisser Ofen" (Lemma: hose)

Gerätostschwäbisch (augsburgisch)Lesefalle

Hapax im Buch, am Original fol. 51r geprueft (2026-09-02): Handschrift liest "ain hoſ|en offe" - rundes o (nicht das spitze a von "ain"/"halbe"), kein i, Wortumbruch, plus ein hochgestelltes Ringzeichen das die Druckfassung nicht wiedergibt. "heissen Ofen" damit AUSGESCHLOSSEN (heiss steht im Buch 22x als "hais-"). Formlesart, weil: (1) Handschrift hat "ain", nicht "am" wie die Edition - Substantiv mit unbestimmtem Artikel; (2) nachgestellte Adjektive sind belegt ("ain schmaltz haiss"); (3) der Rezeptschluss nennt den Ofen separat ("jm bachoffen"), waere sonst redundant; (4) Hose ist im 16. Jh. noch die Unterschenkel-Roehre, Wurzel idg. *(s)keu- "bedecken/umhuellen" wie Haus/Haut/Huette/Schuh, engl. hose und nl. hoos sind dasselbe Wort; (5) Formnamen sind das Buchidiom ("fesser", "lautensternlein", und saw-195 heisst selbst "Milchkepff"); (6) saw-061 beschreibt die Bauart (Teigkugel mit den Fingern ausziehen, Hoehlung in der Mitte). OFFEN: kein Woerterbuch belegt "hose" fuer eine Teig- oder Gefaessform, und das Ringzeichen ist unerklaert.

Beleg: saw-195 · Quelle: Fyndling;EtymWb (Hose)

hutzeln

→ Dörrbirnen, getrocknete Birnenschnitze (Lemma: hutzel)

Zutatfnhd

Lexer setzt „hützel, hutzel" als „getrocknete birne" an und belegt genau die Pluralform: „ein gemues von hutzeln". Grimm DWB führt „hutzel" als gedörrtes Obst, Äpfel- oder Birnenschnitz, nennt hutzel als die oberdeutsche Form und zitiert dafür die Kuchenmeisterei selbst - „gute huczelbirn", kuchenmeist. b3 -, dazu hutzelbirne = gedörrte Birne und hutzelbrühe = decoctum pirorum siccatorum. In kkm-097 stehen „dürr Hutzeln" ausdrücklich neben frischen Birnensorten „Regel oder Leutsbiern, Wasserbiern, Brahtbiern"; das schließt die zweite Grimm-Bedeutung „Holzbirne" hier aus. Sachlich dieselbe Zutat wie huzell in koe-018 und cloczen/kletzen.

Beleg: kkm-097 · Quelle: Lexer/Grimm

hutzlen

→ Dörrbirnen, getrocknete Birnenschnitze (Lemma: hutzel)

Zutatfnhd

Schreibvariante zu hutzeln, siehe dort; Beleg und Autoritäten identisch. In kkm-050 sind die „guten Hutzlen" neben geschälten frischen Birnen und Birnwasser die getrocknete Zutat der Fastenspeise.

Beleg: kkm-050 · Quelle: Lexer/Grimm

I

ingader

→ Eingeweide / Innereien (mhd. in-gäder / in-geäder) (Lemma: eingeweide)

ZutatalemannischLesefalle

hack das ingader = die Innereien; NICHT „zusammen" (frei erfundene Variante)

Beleg: m384-054 · Quelle: Ehlert1999

inolein

→ (kleine Menge) Öl (Lemma: öl)

ZutatbairischLesefalle

Hapax (nur mon-104 belegt), am plausibelsten als „in Ölein" (Diminutiv zu Öl) zu lesen - passend zum Weichdünsten der Zwiebeln vor dem Zusammenführen mit dem Fisch. Kein Fremdwörterbuch-Beleg; Alternative „Brühe/andere Flüssigkeit" bleibt schwächer, da Öl kulinarisch die naheliegendste Lesart fürs Weichdünsten ist.

Beleg: mon-104 · Quelle: Fyndling

K

kaltguss

→ kalte Aschenlauge (Reinigungswasser für getrocknete Hülsenfrüchte)

Technikbairisch

Lauge aus Holzasche und Wasser zum Waschen/Reinigen getrockneter Erbsen vor dem Kochen.

Beleg: b4-071 · Quelle: Mittelniederdeutsches Wörterbuch

kammen

→ Traubenstiele / Stielgerüst der Weintraube (Rappen) - das holzige Gerüst, an dem die Beeren sitzen (Lemma: kamm)

PflanzebairischLesefalle

kammen/Rappen = Stielgerüst der Traube; „ab dem kammen" = Beeren abbeeren/entrappen (vom Gerüst lösen) -> Frisch-Indikator: weinper hier = FRISCHE Trauben, nicht Rosinen. Mondsee-Variante: chempten (mon-035).

Beleg: ri15632-043 · Quelle: Ehlert1999

kastraun

→ Hammel (Fleisch des kastrierten Schafbocks)

ZutatbairischLesefalle

kastraeun; NICHT 'Kapaun'; Ka2 schreibt castaunen (ka2-018) und castrauneins (ka2-014), Mondsee chastrawne (mon-125): jeweils Hammel, NICHT Kastanien ("rindrein oder castrauneins/castaunen" = Rinder- oder Hammel-)

Beleg: ka2-014 · ka2-018 · mon-125 · ri15632-024 · Quelle: Ehlert1999;MWB;CoReMA

kaut

→ das Schlechte / Ungenießbare (Lemma: das böse)

SonstigesalemannischLesefalle

alem. für kär; NICHT „Kraut/Magen"

Beleg: m384-028 · Quelle: Ehlert1999

kersseltz

→ Kirsch-Sülze / Kirschmus (zum Schwärzen bzw. Süßen von Saucen); NICHT von "Salz" abzuleiten (Lemma: kers-seltz)

Zutatostschwäbisch (augsburgisch)Lesefalle

Zusammengesetzt aus "kers" (Kirsche, frühnhd. "kersche/kirsche") und "seltz" (Sülze bzw. eingekochtes Dickobst) - die Buchstabenfolge legt fälschlich "Salz" nahe. Bestätigt durch saw-046, wo blosses "seltz" im selben Buch eindeutig als Sülze übersetzt wird, sowie durch saw-007/saw-007a, die "kersseltz" konsequent als Kirschmus lesen.

Beleg: saw-005 · saw-006 · saw-007 · saw-007a · Quelle: Parallel

kinen / zukinen

→ Gut aufquellen/anschwellen (sichtbares Quellen in Flüssigkeit), NICHT "garen" (Lemma: kinen)

TechnikmittelhochdeutschLesefalle

Bezeichnet das Quellen der Frucht in der Flüssigkeit vor dem eigentlichen Sieden, nicht den Garvorgang selbst.

Beleg: bgs-009 · Quelle: Lexer

kluoge spise

→ Formel-Überschrift des Buches von guter Speise für ein Rezept, das als besonders fein/geschickt gilt - kein auf ein einzelnes Gericht gemünzter Kalauer (Lemma: kluge speise)

Begriffmittelhochdeutsch

Wiederkehrende Kapitel-Floskel, keine Beschreibung der konkreten Zubereitungstechnik.

Beleg: bgs-006 · bgs-009 · Quelle: Fyndling

knucken

→ Markhaltige Knochen bzw. das Knochenmark selbst, NICHT einfach "Knochen" allgemein (Lemma: markknochen)

ZutatmittelhochdeutschLesefalle

Gestützt durch CoReMA-Glossen-Korpus (Wikidata Q546523 "bone marrow") und Harsch-Edition. Liefert Fett/Bindung, nicht nur Geschmack wie gewöhnliche Suppenknochen.

Beleg: bgs-086 · bgs-087 · Quelle: Fyndling

kranbipir

→ Wacholderbeere (Lemma: wacholder)

ZutatmittelbairischLesefalle

bairisch ‘Kranewitt/Kranbeer’ = Wacholder; NICHT Cranberry/Preiselbeere (moderner Falscher Freund). Mondsee-Variante: chraniperen (mon-070).

Beleg: m5919-009 · mon-070

krewssen

→ Krebse / Krebs-Speise (Lemma: kreusen)

ZutatbairischLesefalle

krewssen = Krebse (vgl. Kachelmus 46). NICHT 'Krausen/Gebaeck'. Mondsee-Schreibvarianten: grewssen/chrewssen.

Beleg: ri15632-046 · ri15632-051 · Quelle: Ehlert1999

krosz ayer

→ Krause Eier (südoberdt./alemann. Lautvariante u→o zu rheinfränk. ‚kruse‘ = kraus/gekräuselt); Textur krümelig/gekräuselt (Lemma: krause eier)

GerichtmehrereLesefalle

NICHT ‚knusprig‘ (modern/niederdt., nur Wiswes Vermutung); vgl. rfk-047 ‚kruse eyer‘ vgl. modern ‚Gekröse‘ (gleiche krōs/krūs-Wurzel = kraus/gefältelt) als o-Lautung-Anker. Mondsee-Variante: chros air (mon-109), aufgelöst über m5919-027 ‚Wildu machen kroß ayr‘.

Beleg: m384-081 · m384-082 · m5919-027 · mon-109 · Quelle: Ehlert1999

kuel (prat es kuel)

→ Hitzegrad-Adverbial "auf schwacher/gemäßigter Hitze", NICHT nachträgliches Abkühlen (Lemma: kuel)

Technikalemannisch-schwäbischLesefalle

Prat es kuel = "brate es auf schwacher Hitze" (ein Vorgang), nicht zwei getrennte Schritte (braten, dann abkühlen). Bestätigt durch Cgm-5919-Parallelen ("rast es kull auff kolen", "las es kuel pachen ... das Es nicht verprynn").

Beleg: m5919-060 · m5919-074 · mha-228 · Quelle: Parallel

kächel mueß

→ Gericht in einem irdenen/glasierten Gefaess (Kachel) gekocht (Lemma: kachelmus)

GerichtbairischLesefalle

CoReMA liest 'krichel'; = kächel (Kachel/Tongefaess). NICHT 'krichel/Dohle'

Beleg: ri15632-046 · Quelle: Ehlert1999

L

latig ayr

→ lautere/ganze Eier (Lemma: itel ayr)

ZutatmittelbairischLesefalle

latig ayr = ytal/itel ayr = ganze Eier (l/t-Verlesung); NICHT "fluessige Eier"

Beleg: m5919-058

latwergen

→ Latwerge - eine süße, dicke Fruchtpaste, oft auch als Heilmittel (Elektuarium) gebräuchlich (Lemma: latwerge)

Gerichtmittelhochdeutsch

Gut haltbar und transportabel - Grenzgänger zwischen Küche und mittelalterlicher Apotheke.

Beleg: bgs-085 · kkm-102 · kkm-106 · kkm-107 · Quelle: Fyndling

laxis

→ Flaches Pfannengericht aus Hühner-Mägen/-Lebern mit Ei und Kümmel gebunden

GerichtmittelhochdeutschLesefalle

Hapax legomenon, Etymologie unklar (evtl. mhd. lasche/laschen "flacher Streifen" oder lat. lixa "Köchin"). Inhaltliche Identität ist klar, nur der Name ungeklärt.

Beleg: bgs-040 · Quelle: unsicher

leczellten

→ Lebkuchen / Gewürzgebäck / gewürztes Gebäck / Honigkuchen (Lemma: lebkuchen)

Zutatüberregional (fnhd.)Lesefalle

auch lepczelten; NICHT „Zeltlein"

Beleg: mha-191 · Quelle: Ehlert1999;Parallel

lehsen

→ Lachs, NICHT Schleie (Lemma: lahs)

ZutatmittelhochdeutschLesefalle

Eine der beiden Fischvarianten im Schlusssatz des Rezepts.

Beleg: bgs-023 · Quelle: Lexer

leinen taygel

→ weicher (Ausback-)Teig (zu len=weich) (Lemma: leiner teig)

TechnikbairischLesefalle

leins/lenen/leinen taygel = weicher Backteig. NICHT 'Leinen-Teig/duenn wie Leinen'

Beleg: ri15632-051 · ri15632-053 · ri15632-054 · Quelle: Ehlert1999

len

→ weich (von Eiern: weich gesotten)

TechnikbairischLesefalle

Hs 'leu' (sinnlos) -> Edition emendiert 'len'=weich. NICHT 'lange'

Beleg: ri15632-031 · Quelle: Ehlert1999

lovinke

→ Finkenart (mhd. lovinke), hier als bewusst absurde, unbeschaffbare Scherzzutat ("lovinken zvngen" = Finkenzungen) (Lemma: fink)

TiermittelhochdeutschLesefalle

Hapax im Korpus, nur bgs-053 belegt (Küchenscherz-Rezept).

Beleg: bgs-053 · Quelle: Lexer

luen

→ UNGEKLAERT (Hapax) - entweder 'gluehen' oder alemannisch/schweizerdeutsch 'schauen, lugen' (Lemma: luen (ungeklaert))

VerbalemannischLesefalle

HAPAX, nur ka1-052. Ursprünglich als „glühen" gelesen, was eine ganze Erzählung zur Gartechnik über der Glut stützte; das Schweizerische Idiotikon belegt dialektal aber ebenso gut „luen" = „schauen/lugen", passend zur alemannischen Herkunft von Ka1. In unserem Review auf ungeklärt herabgestuft, beide Lesarten dokumentiert - KEINE gesicherte Lesart.

Beleg: ka1-052 · Quelle: Idiotikon

lunggen zibellen

→ junge Zwiebeln (Lemma: junge zwiebel)

ZutatalemannischLesefalle

m384 schreibt „Jungen czubelen“. NICHT Lunge, trotz CoReMA-Sachglosse „capon lung“: rohe Lunge in einer grünen Kräutersalse ergibt keinen Sinn (Ralf 2026-09-28).

Beleg: ka1-088 · m384-004 · Quelle: Parallel

M

machs ab

→ abschmecken und vollenden, NICHT servieren und NICHT vom Feuer nehmen (Lemma: abschmecken)

TechnikmehrereLesefalle

Formelhafte Schlusswendung, 33 Stellen in 32 Rezepten aus vier Buechern. Was folgt, ist immer die Zutat, mit der abgeschmeckt wird: „machs ab mit saltz vnd würtz“, „machs ab mit zucker“, „machs ab mit buttern“, „machs ab mit honig vnd mit gewurcz“. Deshalb heisst „ab machen“ hier abschmecken und fertigstellen. Die naheliegende Fehllesart „serviere es“ oder „nimm es ab“ passt an keiner dieser Stellen. Auch dort gemeint, wo die Zutat fehlt: ka2-054 „legs In dy aier prue vnd machs ab“.

Beleg: ka2-027 · ka2-032 · ka2-033 · ka2-051 · ka2-052 · ka2-053 · ka2-054 · kkm-002 · kkm-012 · kkm-014 · kkm-016 · kkm-028 · kkm-034 · kkm-035 · kkm-045 · kkm-052 · kkm-056 · kkm-070 · kkm-101 · kkm-106 · mha-028 · mha-038 · mha-053 · mha-191 · mha-210 · mon-004 · mon-006 · mon-009 · mon-214 · mon-225 · mon-231 · mon-234 · Quelle: Parallel

maczwenn

→ Verklebte Schreibung "mach"+"czwenn" (=zwei, Kardinalzahl), kein Hapax und keine Jahreszeit-Bezeichnung ("Maerzaal") (Lemma: zwei)

ZahlwortbairischLesefalle

Belegt durch MHDBDB-Lemma "zwei" (Schreibvarianten czwenn/zwen/zway, auch mon-062/mon-173), CoReMA-GAMS gr1.207 sowie wortnahen Zwilling m5919-002 ("Illusion vom doppelten Aal").

Beleg: mon-208 · Quelle: MHDBDB/CoReMA-GAMS/Parallel

magen

→ Mohn (Schlafmohn); im Innereien-/medizinischen Kontext wörtlich Magen (Lemma: mohn)

Zutatüberregional (fnhd.)Lesefalle

im Speise-/Fasten-Kontext = Mohn (mha-005/024); bei Innereien-Rezepten aber wörtlich Magen möglich - Kontext prüfen

Beleg: mha-005 · mha-024 · Quelle: CoReMA-Wikidata;Parallel

mandelcziger

→ Mandel-Quark (ziger = Quark, Lexer III,1110); kaeseartig eingedickte Mandelmilch (Lemma: mandelziger)

GerichtalemannischLesefalle

cziger/ziger = Quark (Ehlert „Suarke aus Mandeln"); NICHT bloss „Mandelcreme/Blancmanger"

Beleg: m384-061 · m384-071 · Quelle: Ehlert1999

mandelziger

→ Mandelquark/Mandelkaese (Fasten-Kaeseimitat aus abgetropfter Mandelmilch)

Gerichtbairisch

Mandelmilch mit Mehl/Wein aufgekocht und abgetropft, stockt wie Quark. Vgl. mha-004, bgs-039.

Beleg: ri15632-003 · Quelle: Ehlert1999

masanczen

→ Gebackenes Käse-Ei-Gebäck (vermutlich Diminutiv aus mhd. "masse" + Suffix "-ancz/-enczen"), NICHT Hapax legomenon (Lemma: käs-mäsle)

Gerichtübergreifend (schwäbisch-alemannisch + bairisch-österreichisch)

Cross-dialektal belegt (mha-214 "Masannczen" vs. mon-230 "masanczen") - das Wort/Rezept zirkulierte offenbar ueber Dialektgrenzen hinweg, entgegen der urspruenglichen Annahme einer rein schwaebisch-alemannischen Praegung.

Beleg: mha-214 · mon-230 · Quelle: Parallel

masannczen

→ Vermutlich kleine Käse-Ei-Portionen ("Käs-Mäsle"), NICHT gesichert als "Teigmasse" (Lemma: masse)

Gerichtalemannisch-schwäbischLesefalle

Hapax legomenon. Lexikalisch ist mhd. mâze/masse vor allem als "Maß, Mäßigung" belegt, nicht als "Teigmasse" - kulinarische Deutung stützt sich auf Nähe zum schwäbischen Käs-Mäsle, keine gesicherte Belegstelle.

Beleg: mha-214 · Quelle: unsicher

megelech

→ Hühnermagen (Muskelmagen), NICHT Rindermark/Knochenmark (Lemma: hühnermagen)

ZutatmittelhochdeutschLesefalle

CoReMA-Sachglosse zur selben Handschrift (M11.95) belegt eindeutig Hühnermagen, gestützt durch MHDBDB-Lemma "mage" und den Kontrast zum direkt vorangehenden Rezept derselben Schreiberhand, das "knucken" (=Knochenmark) korrekt verwendet - zwei ähnlich klingende, aber unterschiedliche Zutaten in Nachbarrezepten.

Beleg: bgs-091 · Quelle: Fyndling

mel

→ Schmutz/Staub (nicht Mehl) - eigenes fnhd. Lemma "mël", getrennt von "mel"/Mehl; CoReMA-Glosse Q555882 mit explizitem Ausschluss-Vermerk (Lemma: schmutz)

ZutatfruehneuhochdeutschLesefalle

Getrocknete Feigen werden vom Schmutz der Lagerung abgewaschen ("wasch das mel dauon"), nicht von einer erfundenen Mehl-Bestaeubung.

Beleg: mha-008 · Quelle: CoReMA/MHDBDB/Fyndling

mengez

→ Kontraktion aus "menge" (misch) + enklitischem "ez" (es) - ein eigener Arbeitsschritt NACH dem vorherigen Röstschritt, nicht Teil davon (Lemma: mische es)

VerbmittelhochdeutschLesefalle

Wurde bisher so gelesen, als gehöre das Würzen zum Röstvorgang selbst; tatsächlich folgt "mengez" als separater Schritt nach dem Rösten.

Beleg: bgs-061 · Quelle: Fyndling

merck

→ Rubrik-/Kopfformel "merke!" (nota), KEIN Gerichtsname - nicht "Mark" oder "Hals" (Lemma: merken)

BegriffbairischLesefalle

Invariante Kopfformel dieses Schreibers ("Aber anderlay huner ... merck" = "merke: noch eine andere Art Huhn"). Modell-Falle: als Gerichtsname (Hals/Mark) oder Inhaltswort fehlgelesen.

Beleg: m5919-030 · m5919-061 · m5919-065 · m5919-068 · m5919-069 · Quelle: Parallel

merung

→ Beimischung / Zugabe (von Zutaten)

TechnikalemannischLesefalle

one alle merung von X = ohne Beimischung von X (Ausschluss!); NICHT „Vermehrung/Volumen"

Beleg: m384-056 · Quelle: Ehlert1999

messel

→ Messing (Buntmetall am Topfboden: Hitzeverteiler, kein Anbrennen)

ZutatbairischLesefalle

CoReMA liest 'nessel'; NICHT 'Brennnessel' - nur Anfangsbuchstabe m/n

Beleg: ri15632-023 · Quelle: Ehlert1999

moisz

→ Maß - ZWEI Bedeutungen: als Volumeneinheit („ein moisz honigs“) oder abstrakt als rechtes Verhältnis („zu rechter moisz“) (Lemma: maß)

Mengeripuarisch (westmitteldeutsch)Lesefalle

Ripuarische Schreibung von „Maß“ (mhd. mâz): langes a wird zu langem o, das <i> ist Längenzeichen - dieselbe Schreibweise wie in „loiszs“, „zuloisz“, „koilfuer“ im selben Buch. ⚠️ Die Falle ist nicht das Wort, sondern die Konstruktion. „ein moisz“ plus Stoff im Genitiv ist die VOLUMENEINHEIT: „Nym ein moisz honigseym“ (k1-167), „Nim ein moisz honigs“ (k1-151). „zu rechter moisz“ und „zu mossen“ meinen dagegen das ABSTRAKTE Maß, also das richtige Verhältnis beim Abschmecken: „mach sy ab zcu rechter moisz mit wurtzen vnd saltz“ (k1-001), „Wurtze vnd Saltze sie zu mossen“ (k1-087) - dort keine Mengenangabe hineinlesen. Zwei der vier k1-Belege sind abstrakt. Die Einheit ist durch den Zwilling gesichert, nicht erschlossen: k1-167 „Nym ein moisz honigseym / Broombere . v . quartarium“ steht in so1-133 als „So nim ein maß honig saym vnd bramber funff mas“. ⚠️ Wie groß die Maß war, ist UNBEKANNT - k1-167 mischt deutsche und lateinische Maße im selben Satz, und das Verhältnis quartarium : moisz ist nicht belegt. Keine Litermenge daraus ableiten. Die zwei Lesarten sind KEIN Homonym, sondern die beiden Pole eines Wortes, und beide leben im heutigen Deutsch weiter: konkret im Maßkrug, abstrakt in „mit zweierlei Maß messen“ und „das rechte Maß“. Wer das im Kopf hat, erkennt die Stelle richtig. ⚠️ DRITTE Falle, ein echtes Homograph: „moisz“ kann im Westmitteldeutschen auch das Modalverb „muss“ sein. Grimm belegt es s.v. KEGELSCHIEBER aus den Weisthümern (2,208): „was dan von spieler und kegelschieber gescheen will, das moisz mit der drier herren erlaubunge sament gescheen“ - dort heißt „das moisz“ eindeutig „das muss“. In K1 selbst wird das Modalverb „Musz“ geschrieben (k1-005: „Musz man mit wurtzen abtemperiren“), die Unterscheidung trägt dort also - aber sie ist nicht schreibungssicher und darf nicht vorausgesetzt werden. Faustregel: steht ein Verb dahinter, ist es „muss“; steht ein Stoff dahinter, ist es „Maß“.

Beleg: k1-001 · k1-167 · so1-133 · Quelle: Parallel;Grimm-DWB;Fyndling

molter

→ laengliches, ausgehoehltes Gefaess / Mulde / Moersertrog

GerätbairischLesefalle

Ehlert: 'laengl. ausgehoehltes Gefaess'. NICHT Moerser/Getreidemass; hier flacher Trog zum Trocknen

Beleg: ri15632-040 · Quelle: Ehlert1999

morochen

→ Morcheln (auch als Formziel für Schaugerichte: "falsche Morcheln") (Lemma: morchel)

PflanzemehrereLesefalle

mhd. auch Möhre; hier Morchel (vgl. Rez. 69). In mon-148 (maurochen/welischweinper) bezeichnet CoReMA-GAMS (o:corema.gr1.148) das Rezept selbst direkt als "Fake morels, raisins and almonds" - eine Süß-Mandel-Masse wird zur Morchel-Silhouette (Hut+Stiel) geformt, im Text als "Birne" mit Mandel-"Stiel" beschrieben. Spellingfamilie breiter belegt: mawrochen (mon-205, echte gefüllte Morcheln), mauerochen/maurochen auch in Wolfenbüttel Wo3 (CoReMA o:corema.wo3b.108/109), dort von CoReMA direkt als Zutat "morel" glossiert - unabhängige Cross-Manuskript-Bestätigung derselben Lesart.

Beleg: m384-018 · mon-148 · mon-205 · Quelle: Ehlert1999;CoReMA-GAMS

muelter

→ laengliches ausgehoehltes Gefaess, Backmulde oder Trog (Lemma: molter)

GerätmittelbairischLesefalle

ka2-056 „leg In auf ein tuchel In ain muelter“ - der Teig wird auf einem Tuch in der Mulde ausgezogen. ⚠️ Homograph: dieselbe Schreibung faellt mit mhd. „muolter“ zusammen, das nichts mit Gefaessen zu tun hat; die Zuordnung folgt hier dem Kontext und der Parallelform „multer“ in ka2-002.

Beleg: ka2-056 · Quelle: Ehlert1999;Autenrieth

multer

→ laengliches ausgehoehltes Gefaess, Backmulde oder Trog (Lemma: molter)

GerätmittelbairischLesefalle

ka2-002 „leg In In ain char oder multer“ stellt Gefaess und Mulde nebeneinander und macht damit die Wortart klar. Autenrieth setzt „die Mulde“ direkt mit „multer“ gleich. Dieselbe Vokabel wie der Eintrag „molter“; NICHT Moerser und kein Getreidemass.

Beleg: ka2-002 · Quelle: Ehlert1999;Autenrieth

murseln

→ In kleine Brocken/Stücke schneiden (Lehnwort, vgl. frz./it. morceau/morsello = Bissen/Stück) (Lemma: morceau)

VerbmittelhochdeutschLesefalle

Hapax im Korpus, nur bgs-047 belegt. Romanisches Lehnwort, keine germanische Wurzel - Indiz für den urbanen, weltoffenen Würzburger Entstehungskontext des Buchs von guter Speise.

Beleg: bgs-047 · Quelle: Fyndling

mustat

→ kontextabhängig: geschnitten→Muskatblüte (Macis), sonst Muskatnuss (Lemma: muskatnuss/muskatblüte)

ZutatmittelbairischLesefalle

mustat/muscat = Muskat-Gewürz, NICHT Senf (=senft, m5919-017). KONTEXT-REGELN: (1) steht „schneiden" dabei → Muskatblüte (Macis), denn die ledrigen Blütenhäutchen schneidet man, die harte Nuss reibt man (060/098/101/103). (2) reiben/Pulver/Gewürzliste/ohne Verb → Muskatnuss, mit Macis als Alternative (013/021/094/095/096/104). (3) impliziert die Menge eine oder mehrere GANZE Nüsse („drei mustat") → immer Macis, sonst toxisch (060/098/103).

Beleg: m5919-013

N

naegelein

→ Gewürznelken (Nägelein/Bratnägelein); gerieben = zerstoßene Nelken (Lemma: gewürznelke)

Zutatüberregional (fnhd.)Lesefalle

Nägelein/negelein/nagel = Gewürznelken (von der Nagel-/Nägelein-Form), NICHT Eisennagel. „griben pratt nagel" = geriebene Bratnägelein = zerstoßene Nelken. Korpusweit verbreitet (mha/meb/koe/foc u.a.).

Beleg: mon-033 · Quelle: Ehlert1999

O

obry milich

→ Rahm/Sahne (fettreiche Schicht auf unhomogenisierter Milch) (Lemma: obere Milch)

ZutatbairischLesefalle

Wörtlich 'obere Milch' - bezieht sich auf den Rahm bzw. die Sahne, die sich beim Stehenlassen auf unhomogenisierter Milch oben absetzt, nicht auf eine eigene Milchsorte.

Beleg: mon-114 · Quelle: Fyndling

or

→ Eier (nur Plural), NICHT Gold/Rand (Lemma: ei)

Zutatalemannisch-schwäbischLesefalle

Schwäb. Plural „Eier“ = ǫ(e)ər (mhd. aier, Kauffmann 1890 §92) fiel lautlich mit mhd. o vor r zusammen (Ort = ǫət, §78,4). Nach Gehör geschrieben wird daraus „or“; saw mischt im selben Satz „20 or … als die air“. Der Singular „Ei“ (ǫi) ist nie betroffen. Außerhalb Augsburgs ist „or“ meist frz. Gold (foc, men) oder „Rand“.

Beleg: saw-002 · saw-063 · saw-104 · saw-106 · saw-135 · saw-137a · saw-154 · Quelle: Kauffmann1890;Fischer;Birlinger

ortorten

→ Eiertorte (or = Eier), NICHT Torte mit Rand (Lemma: eiertorte)

Gerichtalemannisch-schwäbischLesefalle

Kompositum aus „or“ (Eier, s. dort) + Torte. saw-104 heißt im Titel „airtorten“ und schreibt im Text „nim or“ - dieselbe Speise. Die Doppelungen von r/t/d sind gewöhnliche Schreibvarianten. Gegenlesarten „Rand-Torte“ (Ort = Rand) und frz. or (vergoldet) werden durch freies „nim 20 or“ widerlegt.

Beleg: phw-014 · saw-078 · saw-104 · saw-128 · saw-129 · saw-135 · saw-137 · saw-137a · Quelle: Kauffmann1890;Fischer;Birlinger

P

panprein

→ Hirsebrei (Vergleichsgericht für Form/Konsistenz) - Kompositum aus 'pan-' (Panicum/Hirse) + 'prein' (Brei) (Lemma: hirsebrei)

GerichtbairischLesefalle

Kompositum: 'pan-' verweist auf Panicum/Rispenhirse (so auch CoReMA-Wikidata Q165196), '-prein' ist eigenständig belegt - Schmeller glossiert 'prein' direkt als lat. 'milium' (Hirse) UND 'puls' (Brei/Mus), MHDBDB führt 'prein' als Schreibvariante des Lemmas 'brî' (=Brei). 'Pan-' präzisiert also gegenüber dem allgemeineren 'prein' (das laut Schmeller auch anderes Getreide-Mus meinen konnte) speziell auf Hirsebrei. Frühere Lesart 'Brotpudding' war unbelegt und ist zu verwerfen. Hapax im Korpus, aber außerhalb gut bezeugt.

Beleg: mon-140 · Quelle: Schmeller;MHDBDB;CoReMA-Wikidata

pehaym

→ böhmisch (Fragment von „pehaymisch"/„behamysch") (Lemma: böhmisch)

Adjektivbairisch

B4 bricht das Wort am Zeilenende ab; w1-074 erhält den vollen Titel „Ein behamysch arbaiss" und bestätigt damit extern die böhmische Lesart sowie den b/p-Wechsel.

Beleg: b4-071 · w1-074 · Quelle: Parallel

pessten

→ besten - Superlativ zu gut, Schreibung mit doppeltem s (Lemma: best)

Begriffbairisch

„richt In an im pessten safft“ - im besten Saft anrichten.

Beleg: ka2-049 · Quelle: Fyndling

peste

→ fest werden, gelieren (Lemma: fest)

VerbbairischLesefalle

„wie man sulcz macht daz sy pald peste“ und „so pestet die sülcz pald“ - die Sülze soll schnell fest werden. NICHT als Superlativ „beste“ lesen: dieselbe Buchstabenfolge steht in anderen Rezepten als „pesten“ für „besten“.

Beleg: m467-001 · Quelle: Fyndling

pesten

→ besten - Superlativ zu gut, mit bairischem p für b (Lemma: best)

Begriffbairisch

Im Korpus durchweg „dem pesten wein“, „dem pesten kraut“, „dem pesten gewurcz“. ACHTUNG: dieselbe Buchstabenfolge steht in m467-001 als „peste“ für „fest werden“, siehe dort.

Beleg: ka2-043 · koe-026 · m5919-073 · mha-160 · mha-184 · mha-189 · mha-240 · mon-186 · Quelle: Fyndling

pfeffer

→ würzige, gebundene Sauce / ein Pfeffer-Gericht ODER schlicht das Gewürz Pfeffer (auch Pfefferbrot) - Kontext entscheidet

Gerichtalemannisch

nicht das Gewürz

Beleg: m384-021 · m384-026 · m384-028 · Quelle: Ehlert1999

pfefferbrot

→ Gewürzbrot (Saucenbrot zum Binden)

ZutatalemannischLesefalle

pfeffer brott; Gewürzbrot, NICHT „Brot für Pfeffersauce"/nicht scharf

Beleg: m384-006 · m384-025 · m384-032 · Quelle: Ehlert1999

pfenbart

→ Pfennwert - die Menge, die man für einen Pfennig bekam (Preisangabe, kein Maß) (Lemma: pfennwert)

MengebairischLesefalle

Schreibvariante zu pfenbert, siehe dort. In m5919-007 „ainem pfenbart ober milch“, also ein Pfennwert Obermilch - das Wort steht dort mit Artikel und ohne Zahl, ist also ein Substantiv und keine Abkürzung.

Beleg: m5919-007 · Quelle: Schmeller/Grimm

pfenbert

→ Pfennwert - die Menge, die man für einen Pfennig bekam (Preisangabe, kein Maß) (Lemma: pfennwert)

MengemittelbairischLesefalle

Bairisch mit b für w, deshalb pfenbert statt pfenwert. Schmeller führt unter dem Lemma Pfennwert genau diese Schreibung in genau dieser Konstruktion: „ain pfenbert prot“, „mit zwain pfenbert brot“, daneben „zwai pfenwert semlen opfern“ (Monumenta Boica XIX, 162 und 349). Grimm glossiert „ein pfenwert (für 1 pfennig) biren“. NICHT als Pfund lesen: Ka2 schreibt Pfund immer aus (ka2-029 „ein pfunt mandel“), ein alleinstehendes p als Abkürzung kommt nicht vor. Am Faksimile fol. 97v in Vollauflösung gegengeprüft, die Stelle steht dort zweimal. Zwilling mit Milchprodukt: m5919-007.

Beleg: ka2-052 · Quelle: Schmeller/Grimm

phanczelten

→ Pfannkuchen (dünne, in der Pfanne gebackene Eierfladen) (Lemma: pfannzelten)

GerichtbairischLesefalle

Pfann + zelten (zelten = flacher Kuchen/Fladen, vgl. bimezelten); pfannengebackener Eierfladen = Pfannkuchen. NICHT Lebzelten/Lebkuchen (vgl. leczelten).

Beleg: mon-017 · Quelle: Fyndling

phuesß

→ Keule (Wildbretkeule), nicht Fuß (Lemma: keule)

ZutatbairischLesefalle

CoReMA glossiert das Wort auf der GAMS-Objektseite zu mon-072 selbst wörtlich als englisch „deer joint" (Wikidata Q67777561 „haunch of venison") - eine Keule, kein abgetrennter Fuß. Handschriftlich zunächst als „fueß" angesetzt, vom Schreiber selbst durchgestrichen und durch den Fachbegriff ersetzt. Derselbe Fuß-als-Keule-Sprachgebrauch mit identischem CoReMA-Beleg findet sich unter „fuessel" bei Geflügel (mon-086, m5919-096, koe-020) - ein wiederkehrendes Muster in diesem Korpus.

Beleg: mon-072 · Quelle: CoReMA;Parallel

piczolten

→ UNGEKLÄRT (Hapax); Fyndling-Lesart: „be-zelter" Wein - Wein mit eingekochtem Gewürz-/Lebzelten (Lemma: be-zelten)

BegriffbairischLesefalle

HAPAX, nur mon-025, kein Wörterbuchbeleg - KEINE gesicherte Lesart. Fyndling-Synthese: bair. p-=b-, piczolten=Partizip „be-zelt(et)" -> Wein, in dem Lebzelten/Honigzelten aufgekocht wurde (kongruiert mit mask. „wein"; zelten-Wortfeld vgl. leczelten/bimezelten; ergibt Lebkuchen-Weinsauce). Alt.: alpenromanisch pizzolo/Picolit = gespritzter/besonderer Wein (erklärt -o-).

Beleg: mon-025 · Quelle: Fyndling

plat

→ in der Pfanne gebackener Eierkuchen; kontextabhängig auch Platte / flache Schale (Lemma: eierkuchen)

ZutatalemannischLesefalle

gewürfelt in Sauce; NICHT Fladenbrot

Beleg: m384-029 · Quelle: Ehlert1999

plater

→ Blatter/Blase (Tierblase), auch als Gussform (Lemma: blatter)

GerätbairischLesefalle

p/b-Wechsel: plater=blater=Blase. NICHT 'Platte/Teller'

Beleg: ri15632-040 · ri15632-055 · Quelle: Ehlert1999

platt

→ dünner Fladen aus der Ei-Semmel-Masse, kein eigener Teig (Lemma: Fladen)

FormbairischLesefalle

Bezeichnet keinen separat angesetzten Mehlteig, sondern einen dünnen Fladen, der direkt aus der zuvor angerührten Ei-Semmel-Masse in der Pfanne gebacken wird - zwei solche Fladen bilden Boden und Deckel der Pastete. Bestätigt durch den wortnahen Zwilling m5919-101, dessen FAQ dieselbe Konstruktion ausdrücklich klärt.

Beleg: mon-112 · Quelle: Parallel

plew

→ klopfen/schlagen (mhd. bliuwen); Stockfisch vor dem Waessern klopfen (Lemma: blaeuen)

TechnikbairischLesefalle

'stockvisch plew' = Stockfisch klopfen. NICHT 'blau kochen' (Forelle blau)

Beleg: ri15632-049 · Quelle: Ehlert1999/Lexer

pobrat

→ Süße oder säuerliche, gewürzte Sauce, die unter einen Braten gegeben wird (Rumpolts eigene Definition in rum-0174)

TechnikfrühneuhochdeutschLesefalle

Rumpolt erklärt die Pobrat selbst beim Hammel (rum-0174): süß = Wein, Essig, Zimt, Safran und „zimlich viel Zucker“ dick einsieden; säuerlich = Essig und Rindfleischbrühe mit Nelken, Pfeffer, Zimt und etwas Einbrenne, einmal aufkochen, „vnter den Braten“ gießen; Varianten mit Pomeranzen, Limonien oder schwarzen Rosinen. Im Korpus fast immer formelhaft „mach ein Pobrat darvnter, es sey süß oder saur“, als Alternative zum Mandel- oder Apfelgescharb. Herkunft des Wortes ungeklärt: lookup.rb findet nur Fehltreffer (tschech. pobrat, slaw. pobratim = Schwurbruder, Fischer pobrazen = Bohnen), DWB/FWB ohne Eintrag. Lesefalle: keine Beilage, kein Mus, kein Gemüse.

Beleg: rum-0094 · rum-0174 · rum-0294 · rum-0331 · rum-0344 · rum-0347 · rum-0373 · rum-0401 · rum-0412 · rum-0480 · Quelle: Parallel

pochs

→ Bock(s) (Lemma: bock)

ZutatmittelbairischLesefalle

pochs leber = Bocksleber (p fuer b, Schreiberfalle); NICHT Ochsenleber

Beleg: m5919-056

polei

→ Polei-Minze (Mentha pulegium) - leicht giftig, Ersatz reguläre Minze (Lemma: polei-minze)

ZutatmehrereLesefalle

polei/poley/polann (m5919), polioen (mnl., wes-055), polieux/pouliot (frz., via) = Polei-Minze (Mentha pulegium). Enthält Pulegon, in Kochmengen leicht giftig, heute nicht mehr verwendet → Ersatz reguläre Minze. Vorkommen: bgs-021, kkm-014/102/103, m5919-104, men-006, via-046/048, wes-055.

Beleg: m5919-104

pracz

→ braten (Imperativ „brat es") (Lemma: braten)

TechnikbairischLesefalle

bair. pracz = brat(en), VERB (b/p-Wechsel). NICHT Nomen „Bratwurst" - Verlesung an „wurst pracz". Auch m5919-043/058. MHDBDB brâten.

Beleg: mon-005 · mon-022 · mon-028 · Quelle: Fyndling

praycz

→ Breit, ausgebreitet (zu "breiten"/"praiten") - NICHT von "braten"/"pracz" abgeleitet (Lemma: breit)

TechnikbairischLesefalle

praycz plat(t) = breiter Fladen. Verwechslungsgefahr mit "braten" wegen ähnlichen Anlauts; Zwillingsbeleg mon-176 ("mach ain praycz platt von taig das nicht czw dunn sey" + "praydt das platt In die phan" = breite den Fladen in die Pfanne) stützt eindeutig die Breiten-Lesart.

Beleg: mon-176 · mon-194 · Quelle: Fyndling

preawn

→ bräunen/anbraten (Lemma: braten)

TechnikbairischLesefalle

Bairischer b/p-Wechsel wie bei „pracz"=braten; Kontext (Fleisch in der Pfanne) stützt die Brat-Lesart, Wort selbst ist in keinem Wörterbuch belegt. w1-074 hat an derselben Stelle „prewun".

Beleg: b4-071 · w1-074 · Quelle: Parallel

priss

→ Vermutlich Paste/Brei aus gemahlenen Mandeln oder eingeweichtem Weißbrot (Bindemittel/Weißfärbung)

Zutatalemannisch-schwäbischLesefalle

Hapax legomenon, auch von CoReMA als ungeklärt vermerkt. Lesart ergibt sich aus Kontext, kein gesicherter Wörterbucheintrag.

Beleg: mha-287 · Quelle: unsicher

puluer

→ (Gewuerz-)Pulver; "puluer daz wol" = gut wuerzen / mit Gewuerz bestreuen, NICHT mit Mehl bestaeuben (Lemma: pulver)

TechnikbairischLesefalle

Ehlert 2.6 "puluer: bestreu mit Gewuerz". Modell-Falle: als "mit Mehl bestaeuben" gelesen.

Beleg: ri15632-012 · Quelle: Ehlert1999

putter milch

→ Gericht aus Ei, Milch und Butter (frischer Ei-Milch-Kaese) (Lemma: buttermilch)

GerichtbairischLesefalle

NICHT modernes Buttermilch-Getraenk; Ei+Milch gerinnt, abgeseiht, mit Butter

Beleg: ri15632-048 · Quelle: Ehlert1999

putteren

→ Butter (Substantiv, schwache Dativ-/Akkusativform auf -en), nicht das Verb "buttern" (Lemma: buter)

Zutatalemannisch-schwäbischLesefalle

Satz "schlachs In ain pfannen vnd putteren" = zwei parallele Objekte (Pfanne + Butter), nicht "buttern" als Tätigkeit. Bestätigt durch Parallelstellen mon-044/mon-062 (dort ebenfalls Substantiv) und MHDBDB-Lemma "buter".

Beleg: mha-141 · Quelle: Parallel

R

ratten

→ Rot gebraten/geröstet (Farbangabe des Huhns), NICHT "wohlgeraten/gut zubereitet" (Lemma: rot gebraten)

ZutatbairischLesefalle

CoReMAs eigene Rezepttitel-Übersetzung "Sauce for red roasted chicken" (o:corema.gr1.221) bestätigt die Farb-Lesart direkt. Zwilling mha-185 ("Grüne Begleitsauce für schwarze und rote Hühner") bestätigt unabhängig dieselbe Gruen-Sauce-zu-Rot-Huhn-Konvention der Mondseer Farbhühner-Serie (schwarz/mon-219, weiß/mon-221, grün/mon-218).

Beleg: mon-222 · Quelle: CoReMA-Direktcheck

rayffall

→ Rainfal (auch reinfal, rayuol, reymel) - historischer italienischer Süßwein aus der Malvasier-Familie, keine Pflanze/kein Kraut (Lemma: rainfal)

ZutatbairischLesefalle

CoReMA-Glossierung identifiziert die Stelle direkt (b4-015: "rainval"; w1-016 rayuol="rainval"). Bildet mit Rumannyer/Rumanie ein Paar süßer Import-Weine, mit denen Saucen durchgeschlagen werden. Auch mha-197/mon-213 belegen rainfal/reinfal als Import-Süßwein.

Beleg: b4-015 · w1-016 · Quelle: CoReMA-GAMS

rech

→ rech praten = Rehbraten (Reh!), NICHT Rebhuhn (Lemma: reh)

ZutatbairischLesefalle

mhd. reh = Reh; Modell-Falle: als "Rebhuhn" gelesen (Verwechslung mit "rep huen" ri15632-001). Ehlert 2.6 "Rehbraten aus Fisch".

Beleg: ri15632-002 · Quelle: Ehlert1999

recht als der wachs bertt

→ Konsistenz „wie Wachsbrei" (Lemma: wie wachsbrei)

Technikalemannisch

Konsistenzangabe für feste Paste

Beleg: m384-012 · Quelle: Ehlert1999

reckolter

→ Wacholder - „reckolter fogel“ ist die Wacholderdrossel (Lemma: wacholder)

PflanzealemannischLesefalle

Goetze setzt es direkt gleich: „reckolter m. wacholder“. MHDBDB ordnet die Schreibung dem Lemma „reckholter“ zu. NICHT als Eigenname stehen lassen.

Beleg: m384-034 · Quelle: Goetze;MHDBDB

reckolter fogel

→ Wacholderdrossel (Krammetsvogel) (Lemma: wacholderdrossel)

TieralemannischLesefalle

Reichenau kranatfogel; NICHT Rebhuhn

Beleg: m384-034 · Quelle: Ehlert1999;Lexer

reim

→ Rand, Kante (hier: Tellerrand)

Begriffalemannisch-schwäbischLesefalle

Beleglage dünn, nur ein Idiotikon-Fund stützt diese Lesart.

Beleg: mha-201 · Quelle: Idiotikon

reindel

→ Reindl - flaches Pfännchen / kleine Bratschüssel (Lemma: reindl)

GerätbairischLesefalle

Reindl = Gefäßname (flache Pfanne/Schüssel), NICHT „rundes Gericht". Grimm-Beleg. Bair./österr.; moderne Praxis: Pfännchen.

Beleg: mon-030 · Quelle: Fyndling

rekolter

→ Wacholder - Schreibung mit einfachem k (Lemma: wacholder)

PflanzealemannischLesefalle

Wie „reckolter“, hier in „sud rekolter fogel gar wol In ainem frischen flaisch brug“.

Beleg: ka1-072 · Quelle: Goetze;MHDBDB

reyb scherben

→ Reibschale/Moerser (lat. mortarium); Gefaess zum Reiben (Lemma: reibscherben)

GerätbairischLesefalle

Ehlert: 'Topf zum Reiben'; = mortarium -> Moerser/Reibschale. Edition emendiert vnd->in. KEINE Brotkrume/Zutat. Anders als bare 'scherben'=Teigform

Beleg: ri15632-026 · Quelle: Ehlert1999

reymel

→ Rainfal - historischer Import-Suesswein (Malvasia-Verwandter), NICHT Reismehl (Lemma: rainfal)

ZutatmittelhochdeutschLesefalle

Loest zugleich Titel "Weinmus" und die zuvor unerklaerte Zutat "Wein" auf; CoReMA-Glosse + Grimm/Lexer unabhaengig bestaetigt.

Beleg: mon-213 · Quelle: CoReMA/Grimm/Lexer

rindlein voll

→ Kleines Schälchen/Tasse voll (ungenaue Mengenangabe) (Lemma: rindlein)

Begriffalemannisch-schwäbischLesefalle

Beleglage dünn, ähnlich wie "reim". Inzwischen mehrfach im Korpus belegt (kein Hapax mehr).

Beleg: mha-004 · mha-009 · mha-201 · Quelle: Idiotikon

roerlach

→ Kleine hohle Teigröhrchen, auf zuegklach gesteckt und mit Blumen gefüllt (Lemma: ror)

Technikalemannisch-schwäbischLesefalle

CoReMA (bs1.286) führt den Begriff als ungeklärten Hapax. Lesart gestützt durch Parallelbeleg rfk-073 (rorlin).

Beleg: mha-286 · Quelle: unsicher

rorlen

→ Zimtstangen (Zimt-Röhrlein), die Handelsform des Zimts - NICHT Zucker, NICHT Teigröhrchen (Lemma: zimtstange)

ZutatmehrereLesefalle

‚Rorlen‘/‚Rerlen‘ ist das Zimt-Röhrlein, also die Zimtstange als Handelsform - in wo10 (32 Rezepte) und im Kochbuch der Sabina Welserin (45 Rezepte) die durchgehende Schreibung. ZUBEREITUNG: Gestoßen bzw. gemahlen ist bei Zimtstangen IMMER impliziert, solange nicht ein Getränk aromatisiert wird. Nur dort bleiben die Stangen ganz oder grob zerteilt und ziehen aus - im Korpus genau zweimal (wo10-021 Metheglin, „alles klein geschnitten“ in 4 Maß Wasser; wo10-035 sechs Stangen in 5 Maß Wein), gegen 94 andere Rezepte. In jeder Füllung, jedem Teig, jeder Streu- oder Würzanwendung sind sie zerstoßen; der Zutatenname lautet dann „Zimtstangen, gestoßen“. Eine offene Lesart „ganz oder zerkleinert“ ist dort ein Strohmann, kein Befund - dass die Quelle kein Zubereitungsverb nennt, ist der Normalfall und kein Argument. Zwei echte Lesefallen daneben: (1) Die Wortstellung neben ‚zucker‘ (‚Imber Rorlen zucker‘) verführt zur Lesart Rohrzucker/Zuckerröllchen - im gesamten Bestand meint ‚Rorlen‘ nie Zucker. (2) In Backrezepten kann ‚Röhrlein‘ tatsächlich ein Teigröhrchen sein und hat dann mit Zimt nichts zu tun (mha-276, rfk-073) - der Kontext entscheidet.

Beleg: saw-005 · saw-130 · wo10-021 · wo10-035 · wo10-087 · wo10-088 · wo10-089 · wo10-115 · Quelle: Fyndling;Grimm

rossen

→ Rosen(-blüten), NICHT "ros" (Pferd) (Lemma: rose)

PflanzebairischLesefalle

Über die CoReMA-Objektseite der Nachbarrezeptseite gr1.180 als "Rose" (Wikidata Q34687) bestätigt, trotz lexikalischer Nähe zu "ros"/Pferd - klassischer Fehlfreund.

Beleg: mon-181 · Quelle: CoReMA-GAMS

rosysen

→ Roß-eisen = Hufeisen (Form); krumme Krapfen werden hufeisenförmig gebogen (Lemma: roßeisen)

FormalemannischLesefalle

rosysen/roszysen/roß ysen/ross eisen = Hufeisen; NICHT „Rosinen", NICHT „weißes Eisen". Vier Zeugen desselben Rezepts: m384-077, ka1-075, ka2-005, alb-013. In alb-013 ist die Stelle zu „wiß/wist ysen" verschrieben - Kopierfehler DER HANDSCHRIFT (leichtere Lesart verdrängt die schwerere), nicht der Transkription; die Zwillinge sichern die Lesart.

Beleg: m384-077 · Quelle: Ehlert1999

rote earwisz

→ rote Feld-/Grauerbse (Pisum sativum subsp. arvense) (Lemma: felderbse)

ZutatalemannischLesefalle

alte Grau-/Kapuzinererbse, rotbraunes Trockenkorn; NICHT Linse/Bohne/moderne grüne Erbse (Bohne=faba; Phaseolus erst nach 1500)

Beleg: m384-056 · Quelle: Ehlert1999

ruck

→ Inhalt oder "Rückstand" (in "das der ruck da von nit gee") - echte, ungelöste Ambiguität

BegriffbairischLesefalle

Bedeutet vermutlich, dass beim Verschließen des Honigglases nichts vom Inhalt/Sirup entweichen soll - keine gesicherte Einzelwort-Lesart, nur aus dem Satzsinn erschlossen.

Beleg: mon-183 · Quelle: unsicher

ruggin

→ Roggen - „ruggin brott“ ist Roggenbrot, im Korpus durchweg als Bindemittel in den Mörser gestoßen (Lemma: roggen)

ZutatalemannischLesefalle

Lexer führt „ruckin, ruggin, rockin“ in einer Reihe, Diefenbach setzt die Form mit lat. secale gleich, Grimm nennt sie ebenso. NICHT zu „Rücken“ oder „rauh“ ziehen. Im Korpus steht das Wort ausschließlich vor „brott“.

Beleg: ka1-007 · ka1-085 · ka1-086 · m384-021 · m384-023 · m384-031 · Quelle: Lexer;Diefenbach;Grimm

rumannyer

→ Rumanier (auch Romanie, rumanie) - historischer italienischer Import-Süßwein, keine Kräuterpflanze (Lemma: rumanier)

ZutatbairischLesefalle

CoReMA-Glossierung identifiziert die Stelle direkt (w1-016: rumanie="rumanier"). Bildet mit Rayffall/Rainfal ein Paar süßer Import-Weine, mit denen Saucen durchgeschlagen werden.

Beleg: b4-015 · w1-016 · Quelle: CoReMA-GAMS

S

sabiner

→ Salbei - Reichenauer Schreibung neben „salbinen“ (Lemma: salbei)

PflanzealemannischLesefalle

m384 schreibt an derselben Stelle „salbin“, CoReMA lemmatisiert als salbei. NICHT Sadebaum (Juniperus sabina): die Giftpflanze war eine Agenten-Halluzination (2026-09-27, von Ralf verworfen).

Beleg: ka1-082 · m384-082 · Quelle: Parallel;CoReMA-Lemma

saltz

→ meist Speisesalz; die Wendung als ain salse/saltz = Salse (würzige Tunke), NICHT Salz (Lemma: salse)

GerichtalemannischLesefalle

sältz; „als ain saltz" = als Salse, NICHT Speisesalz

Beleg: m384-037 · Quelle: Ehlert1999

saluan

→ Salbei (salvia officinalis) (Lemma: salbei)

PflanzebairischLesefalle

bair. Variante zu selbey = Salbei (salvia). mon-018 mit pettersill (Petersilie) als klassische Kräutermischung. NICHT Sellerie.

Beleg: mon-018 · Quelle: Lexer

sbarcz

→ Schwarz, dunkel (b ersetzt w im Anlaut, zu mhd. "swarz") - eigenständige, bewusst angestrebte dunkle Optik-Kategorie (Lemma: swarz)

Begriffbairisch

Bairische Lautform mit b/w-Wechsel im Anlaut (nicht sch/s wie zunächst vermutet). Corpus-intern zweifach belegt: mon-193 (Rindfleischpastete, dunkel durch Anrösten+Gewürze) und mon-144 (Fischrogen, dunkel durch scharfes Anbraten in Öl) - zwei verschiedene Techniken führen zum selben gewünschten Optik-Ergebnis.

Beleg: mon-144 · mon-193 · Quelle: Fyndling

schaffczag

→ Schachbrett - „schaffczag lat“ meint schachbrettartig geschnitten (Lemma: schachzabel)

TechnikbairischLesefalle

Goetze: „schachzabel, -zagel f. schachbrett“. NICHT als „Schafzacken“ oder als Schaf-Gericht lesen. Parallelschreibungen im Korpus: „schach zaglatt“ in m5919-057 und „schagzaglett“ in koe-017.

Beleg: mha-262 · Quelle: Goetze;Parallel

schaffczag lat

→ Schachbrettartig geschnitten/angerichtet, NICHT "Schafzacken" (Lemma: schachzabel)

Technikalemannisch-schwäbischLesefalle

Zu mhd. schâchzabel (Schachbrett). Verschriebene Form derselben Lesart wie m5919-057 (schach zaglatt) und koe-017 (schagzaglett).

Beleg: mha-261 · mha-262 · Quelle: Parallel

schafflein

→ Kleines Gefäß zum Abschöpfen des Sirups, NICHT ein Reinigungswerkzeug für die Zutat selbst (Lemma: schaff)

GerätbairischLesefalle

Diminutiv von "Schaff". Bezieht sich auf das Abschöpfen des Sirups während des Kochens - bestätigt durch Korpusparallelen mon-003/mon-039.

Beleg: mon-182 · Quelle: Parallel

schann

→ Bairisch-österreichische Variante von "schon", hier im Sinne von "gründlich/sauber", nicht zeitlich (Lemma: schon)

Begriffbairisch

Im Kontext des Waschens von Zutaten (Birnen) ist "gründlich" die kulinarisch plausiblere Lesart als das ästhetische "schön".

Beleg: mon-201 · Quelle: Fyndling

schassczogbit

→ schachbrettartig geschnitten (Lemma: schachzabel)

TechnikbairischLesefalle

Bairische Lautvariante von mhd. „schâchzabel" (Schachbrett), textkritisch über sieben Parallelstellen im Korpus gestützt (schaffczag(lat)/schach zaglatt/schagzaglett/schaff czaglat). Bedeutet „schachbrettartig geschnitten", NICHT „Schafzacken/gezackt" (zagel = Schwanz ist hier kein Schnittbegriff). Mondsee-Variante: schaff czaglat (mon-105).

Beleg: koe-017 · m5919-092 · m5919-093 · mha-261 · mha-262 · mon-076 · mon-105 · Quelle: Goetze

schaub

→ Strohwisch/Strohunterlage, die unter das Seihtuch gelegt wird, damit die Molke ablaufen kann - das historische Käse-Abtropfgestell (Lemma: strohwisch)

GerätmittelhochdeutschLesefalle

Nicht "Schüssel" oder "Schale" - schaub ist das Stroh-Gestell selbst, kein Gefäß.

Beleg: bgs-071 · bgs-074 · Quelle: Fyndling

scheffin (scheffinem braten)

→ Schafbraten (Adjektiv zu "schâf"), NICHT Lammbraten/Jungtier (Lemma: schaf)

ZutatmittelhochdeutschLesefalle

Schließt eine Lücke der Gloning-Edition; findet sich an dieser Stelle in der Harsch-Edition. Verwechslung mit "Lamm" ist naheliegend, aber falsch.

Beleg: bgs-032a · Quelle: Harsch

scherben

→ aus Teig geformte Teighülle/Pastetenform

GerätalemannischLesefalle

hier NICHT Tongefäß

Beleg: m384-017 · m384-020 · Quelle: Ehlert1999

schilt

→ Wappenschild - hier als Formvorgabe für die Anordnung mehrerer Pasteten-Ecken auf einem Fladen (Lemma: wappenschild)

Begriffmittelhochdeutsch

Höfisch-repräsentatives Gestaltungsdetail, kein reales Schild-Objekt im Gericht.

Beleg: bgs-092 · Quelle: Fyndling

schineht

→ schienenförmig - in schmale, fingerbreite Streifen geschnitten (Lemma: schiene)

BegriffmittelhochdeutschLesefalle

MHDBDB ordnet die Schreibung dem Lemma „schin“ zu. Die Stelle selbst gibt das Maß: „duenne schineht gesoten. vingers breit gemaht“.

Beleg: bgs-096 · Quelle: Fyndling;MHDBDB

schinen

→ Holzschiene bzw. Rührspatel zum Umrühren (nicht Rohr/Schien-Metall) (Lemma: schiene)

GerätmittelhochdeutschLesefalle

Korpuskonsistent als Rührwerkzeug verwendet ("ruerez mit schinen"), an allen vier Belegstellen dieselbe Bedeutung - kein Einzelfall, sondern feste Küchen-Terminologie des Buchs von guter Speise.

Beleg: bgs-020 · bgs-038 · bgs-040 · bgs-049 · Quelle: Parallel

schlech

→ Schlehen (Lemma: schlehe)

ZutatalemannischLesefalle

slëhe

Beleg: m384-009 · Quelle: Ehlert1999

schligen

→ Schleie (Karpfenfisch) (Lemma: schleie)

TieralemannischLesefalle

NICHT Hecht

Beleg: m384-025 · Quelle: Ehlert1999

schol

→ Modalverb "soll/sollen" (3. Person), NICHT eine Form von "schälen" - trotz oberflächlicher Ähnlichkeit (Lemma: soll)

VerbbairischLesefalle

Alle 7 Korpus-Belege sind eindeutig Modalverb ("das schol man essen" = "das soll man essen"), nie "schälen" - auch wenn "schälen" lexikalisch belegt ist (Grimm: "opfel zu scholn"). Bei mon-063 führte die Schäl-Lesart auf eine falsche Fährte (grüne Walnüsse werden für diese Konservierungsart angestochen, nicht geschält) - erst der korpusweite Konsistenzcheck deckte die Verwechslung auf.

Beleg: m5919-031 · m5919-032 · m5919-066 · m5919-077 · m5919-081 · mon-063 · mon-214 · Quelle: Fyndling

schon

→ sauber/gründlich (nicht 'schön' im ästhetischen Sinn) (Lemma: schön)

BegriffmehrereLesefalle

'Schön' bedeutet hier nicht ästhetisch schön, sondern je nach Satzstellung 'sauber/rein' (mon-117: Kalbsfüße vor dem Kochen säubern) oder adverbial 'gründlich/ausreichend lange' (m384-065: 'sud sy denn schon' = dann gründlich sieden, bis gar). Beide Lesarten sind Ableger derselben mhd. Grundbedeutung ('schone' = rein, ordentlich), nicht der modernen ästhetischen.

Beleg: m384-065 · mon-117 · Quelle: Parallel

schotten obem

→ Schotten = die beim Kochen der Mohnmilch obenauf schwimmende, quarkartige Masse (Mohn-Quark-Analogon) - kein Gefaess/Sieb (Lemma: schotten)

ZutatbairischLesefalle

Dreifach belegt: Wörterbuch, Zwilling mha-024 und die CoReMA-Glosse zu gr1.213. Zuvor durchgängig als Behälter fehlinterpretiert - in der Übersetzung, den Worterklärungen, den Fragen, der redaktionellen Anmerkung und der Zutatenliste.

Beleg: mon-214 · Quelle: Goetze/Salzburg-WB/CoReMA-GAMS/Parallel

schwaisz

→ Blut (des Wilds) (Lemma: blut)

ZutatalemannischLesefalle

Jägersprache; NICHT „Fleisch"

Beleg: m384-030 · m384-031 · Quelle: Ehlert1999

schweiß

→ Verb „schweißen“ = in Fett anschwitzen (Zwiebeln, Äpfel in Butter oder Schmalz); das Substantiv „Schweiß“ = Blut (Hennenschweiß = Hühnerblut) (Lemma: schweißen / schweiß)

VerbfrühneuhochdeutschLesefalle

Dasselbe Wort in zwei Rollen, oft im selben Rezept. Als Verb mit Zwiebeln, Äpfeln, Butter, Schmalz oder Öl heißt es anschwitzen: Rumpolt schreibt 16-mal „schweiß sie/es“, meist „Schneidt Zwibeln klein/ vnd schweiß sie in Butter“, und definiert es praktisch selbst mit „schweiß sie wol in heisser Butter/ daß sie weich werden“. Als Substantiv, das hineingegeben oder mitgesotten wird, ist „Schweiß“ Blut, wie in der Jägersprache (Schweißhund; vgl. „sydeln sweyz“). Unterscheidungsregel: wird etwas IN Fett geschweißt, ist es das Verb; wird Schweiß DAZU gegeben, ist es Blut. Falle in rum-0018: Übersetzung und Preflight lasen „hack Zwibel mit Schweinen Schmaltz klein/ vnd schweiß miteinander“ als weiteres Blut, erst die Parallelstellen im Buch lösten es als Anschwitzen auf. Wörterbuch: DWB trennt zwei Wörter. „schweiszen 1“ heißt Schweiß absondern, schwitzen und bluten; „schweiszen 2“ ist ein eigenes Faktitiv (*sweitjan, schwitzen machen) mit der Bedeutung „küchenwort, in hitze zubereiten, rösten, braten“. Dazu belegt es ahd. „frigetur = kisuueizzit“, Fischart „inn butter geröstelet, geschwaisset“ und Tabernaemontanus „thut frischen butter darzu, schweiszets ein wenig doch dasz es nit braun wird“ – fast Rumpolts Wortlaut. DWB „schweize“ führt dazu „zwiebeln in butter geschweiszt und geröstet“, das Elsässische Wörterbuch „Ziwel s. = Zwiebel in Butter rösten“. Schmeller kennt „schweisen“ nur als „bluten“ (Bedeutung 1). Das FWB hat keinen Artikel „schweissen“, nur Komposita.

Beleg: rum-0018 · rum-0019 · Quelle: Parallel;Grimm;ElsWB

schympffessen

→ Schaugericht/Entremet zur höfischen Unterhaltung - mhd./fnhd. "schimpf" meint hier Kurzweil/Scherz/Turnierspiel, NICHT die heutige Bedeutung "Beleidigung" (Lemma: schimpfessen)

GerichtbairischLesefalle

Grimm-DWB: "schimpf" bedeutete in mhd./fnhd. Zeit vor allem "scherz, spasz, kurzweil" sowie "ritterlicher schimpf, kampfspiel, turnier" - die heute alleinige Bedeutung "ehrverletzung, schmach" verdraengte den urspruenglichen Sinn erst spaeter vollstaendig (MHDBDB-Bedeutungsfeld: Scherz/Ernst). "Scherzgericht" als Uebersetzung verengt zu stark auf blossen Witz.

Beleg: mon-235 · Quelle: Grimm-DWB+MHDBDB

selbey

→ Salbei (salvia officinalis) (Lemma: salbei)

Pflanzeüberregional (fnhd.)Lesefalle

selbey/selbei/selbe = Salbei (salvia), NICHT Sellerie - Verlesung; mit Petersilie klassische Fisch-Kräutermischung. Bair. Variante: saluan (mon-018).

Beleg: bgs-019 · Quelle: Lexer

selbin

→ Salbei (Lemma: salbei)

PflanzealemannischLesefalle

NICHT „selbst"

Beleg: m384-002 · Quelle: Ehlert1999

semel

→ (geriebene) Semmel/Weissbrot zur Bindung; NICHT Mehl (Mehlbindung anachronistisch) (Lemma: semmel)

ZutatallgemeinLesefalle

semel <- lat. simila; ma. bindet man mit Brot/Semmel/Mandel/Ei/Reis, nicht mit Mehl. Verb "reyb...dar ein" = geriebene Semmel. Ehlert rendert tlw. "Weizenmehl".

Beleg: ri15632-003 · Quelle: Fyndling/Ehlert1999

sepplin

→ Ysop (Lemma: ysop)

PflanzealemannischLesefalle

jsope

Beleg: m384-006 · Quelle: Ehlert1999

sey

→ Konjunktiv von "sein" (Eigenschaftsbeschreibung), NICHT Form von "seihen" (Lemma: sei)

VerbbairischLesefalle

Fehllesart erfand einen kompletten Extra-Arbeitsschritt ("Seihe die Lauge und...").

Beleg: mon-215 · Quelle: Parallel

simelrinda

→ Zimtrinde (Lemma: zimetrinde)

GewürzalemannischLesefalle

In einer Gewürzliste zwischen Ingwer und Safran; M2 hat an derselben Stelle „czymitrinden“. Faksimile fol. 112v: langes ſ im Anlaut, Endung -rinda sicher, Mittelteil bei 924 px nicht sicher lesbar. NICHT Semmelrinde (MHDBDB lemmatisiert automatisch zu semelrinde).

Beleg: ka1-035 · m384-049 · Quelle: Parallel

sinbel

→ rund/kugelrund (Lemma: sinwel)

BegriffmittelbairischLesefalle

sinwel/sinbel = rund; Schreiber setzt b für w

Beleg: m5919-006

sinwel

→ rund, kugelig (mhd. sinewel)

Technikbairisch

erwel die daz si sinwel werden = waehle die runden aus.

Beleg: ri15632-004 · Quelle: Ehlert1999

slach dan dar durch

→ zerkleinern und einarbeiten/unterschlagen, nicht durch ein Tuch passieren (Lemma: schlagen)

VerbbairischLesefalle

'Slahen' (schlagen) meint hier das Zerkleinern und Einarbeiten: gebratenes Fleisch (Hühner/Tauben) wird klein gehackt und unter die vorbereitete Semmel-Ei-Masse geschlagen. Kein Passieren durch ein Tuch oder Sieb - im Text ist von einem solchen Arbeitsschritt nirgends die Rede. Bestätigt durch den textgleichen Zwilling m5919-096 ('schlag dan daruter').

Beleg: m5919-096 · mon-086 · mon-111 · Quelle: Parallel

smir

→ Schmieren/bestreichen (mhd. smirwen), NICHT süßen (Lemma: schmieren)

VerbmittelhochdeutschLesefalle

Bezugswort im Gloning-Transkript nicht erhalten; wahrscheinlichste Lesart: Honig wird auf die Trocknungsunterlage gestrichen, nicht auf die Fruchtmasse selbst.

Beleg: bgs-085 · Quelle: Fyndling

spelten

→ Kohlspalten (aus dem Kohlkopf geschnittene Stücke, wie Kartoffelspalten aus der Kartoffel) (Lemma: kohlspalten)

ZutatbairischLesefalle

„Spelten" sind aus dem Kohlkopf geschnittene Kohlspalten (chraut/chraucz = Weißkohl) - dieselbe Schneidetechnik wie bei modernen Kartoffelspalten, nur aus Kohl statt Kartoffel. Keine Teighüllen und nicht zu verwechseln mit „Spelt" (dem Getreide Dinkel). Belegt durch die baugleichen Nachbarrezepte mon-090 und mon-091 im selben Kochbuch.

Beleg: mon-090 · mon-091 · Quelle: Parallel

spensaw

→ Spanferkel (junges Schwein) (Lemma: spanferkel)

ZutatmittelbairischLesefalle

spensaw/spansaw = Span-Sau = Spanferkel; Fleischspeise, KEIN Fisch

Beleg: m5919-020

sper

→ trocken, hart vor Trockenheit, nicht mehr saftig (von Fleisch, Leber, Gebäck) (Lemma: spör)

BegrifffrühneuhochdeutschLesefalle

Grimm s. v. spöre, spör, adj.: „ausgetrocknet, dürr, hart vor trockenheit“; obd. spör, spêr; schweiz. „scharf gebacken oder gebraten, ausgedörrt“ (Stalder); Tirol spêr „trocken, hart“; kärntn. spear auch „spröde, rauh, säuerlich“. Rumpolt: Leber wird bei zu langem Sieden oder zu langsamem Braten sper; sper gewordene Hirschleber in süßer Milch weichen; Wildbret kalt „sper vnd herb“; zu trockene Pasteten mit Brühe nachgießen. Lesefalle: nicht „zäh“, nicht „säuerlich“, nicht „sperrig“.

Beleg: rum-0097 · rum-0127 · Quelle: Grimm;Parallel

spicanardj

→ Narde - je nach Kontext echte Narde (Nardostachys jatamansi) ODER Lavendel; Herkunftsangabe und Menge entscheiden (Lemma: narde)

PflanzemehrereLesefalle

„Nard“ ist im Mittelalter ein Sammelbegriff, kein Artname - dieselbe Vokabel kann je nach Rezept zwei sehr verschiedene Pflanzen meinen. Gemeint sein kann die echte Narde (Nardostachys jatamansi), eine Himalaya-Wurzel und eines der teuersten Gewürze des Fernhandels, oder eine der Lavendelarten (Lavandula stoechas, bis heute englisch „Spanish lavender“; L. latifolia, „spike lavender“), die als billigere Nardenware unter demselben Wort liefen. Schon Plinius führt rund ein Dutzend Pflanzen unter „nard“ auf; daneben werden Baldrian (Valeriana celtica) und Haselwurz (Asarum europaeum) genannt. ACHTUNG: Haselwurz ist ein Osterluzeigewächs und wegen Aristolochiasäure nicht zum Verzehr geeignet. Die Wortform entscheidet die Frage NICHT: foc-187 schreibt das Kompositum „spykenard“ und meint trotzdem nicht die Himalaya-Wurzel. Zwei Kriterien tragen: (1) Ein Herkunftsattribut wie „de Spayn“ schliesst die Himalaya-Narde aus. (2) Die MENGE als Preisindikator - echte Narde wurde nach Drachmen und Quentchen gehandelt. Handvoll-Mengen sprechen für Lavendel (wo10-035: „spicanardy 2 hend vol“ auf 5 Mass Wein; wo10-083: „vil spicanardj oder Rosen“, zudem mit Gartenrosen gleichgesetzt), winzige Mengen für die echte Narde (mar-024: „meza quarta“, halb so viel wie Zimt und Langpfeffer; men-317: sechs Gewürze zusammen 1 1/4 Drachme, absteigend geordnet). Ohne Herkunftsangabe und ohne Menge bleibt es offen (ant-025 „spico“, men-251 „espic“, wes-033 „spijc“). Beschaffung: Ist die echte Narde gemeint, ist sie CITES-Anhang-II-geschützt und gilt als vom Aussterben bedroht - nicht im Gewürzhandel, sondern im Ayurveda-Fachhandel unter dem Sanskrit-Namen Jatamansi. Lavendel gibt es überall.

Beleg: ant-025 · foc-187 · mar-024 · men-251 · men-317 · wes-033 · wo10-035 · wo10-083 · Quelle: Plinius;Grimm;Parallel

spin wider

→ Fleisch vom noch säugenden Widderlamm (Milchlamm) (Lemma: spünnewider)

Zutatalemannisch-schwäbischLesefalle

„spin“ gehört zu mhd. „spünne“ = Muttermilch, „wider“ ist der Schafbock - zusammen das noch säugende, milchgemästete Widderlamm, NICHT Hammelfleisch im heutigen Sinn (ausgewachsenes Tier). Eigenes Stichwort in beiden mhd. Standardwörterbüchern: Benecke/Müller/Zarncke Bd. III, Sp. 621a und Lexer, je s.v. „spünne-widerin“ = „von einem Widder, der noch saugt“, beide belegt mit „spin widerîn fleisch“ (Grimm, Weisthümer Bd. 1, S. 1). Das Aarauer Stadtrecht 1410/1455 (Idiotikon Bd. 8, s.v. Schäffis) kennt „spinwidrin und scheffin fleisch“ als getrennte Metzger-Fleischsorten, spinwidrin teurer als Schaffleisch, und verbietet, Fleisch eines Muttertiers („das gelambret haut“) oder eines unkastrierten Bocks („das die hoden haut“) als spinwidris zu verkaufen. Dieselbe Wortfamilie korpusintern in „spensaw“ = Spanferkel (m5919-020). Verworfen wurde die Lesart „spin“ = Speck (zu mhd. spint): das alemannische „Spin“ (Idiotikon Bd. 10) meint das Splintholz, „wider“ bliebe funktionslos, und ein Rezept mit der Überschrift „ain kurtz flaisch“ nennte seine Fleischsorte nirgends. Die Getrenntschreibung in alb-024 ist kein Gegenargument: derselbe Schreiber schreibt „pfankuochen“ und „pfan kuochen“ im selben Rezept.

Beleg: alb-024 · Quelle: BMZ;Lexer;Idiotikon

stickelrüben

→ kleine längliche Speiserübe (Teltower Rübchen), nicht die runde Steckrübe/Kohlrübe von heute (Lemma: steckrübe)

ZutatfrühneuhochdeutschLesefalle

Grimm s. v. steckrübe: um 1600 „wegen ihrer langgestreckten form“ eine „lange rübe“ (Hulsius 1616); stickelrube (Trochus), stickelrübe = steckrübe (Stieler); „steckel- vel bortfeldische rüben“; nach Campe heißen die Teltower Rübchen „Steckelrübe“. Die runde Kohlrübe (Brassica napobrassica) trägt den Namen nur selten. Lesefalle: nicht die heutige runde Steckrübe, nicht Möhre.

Beleg: rum-0149 · Quelle: Grimm

stoz an

→ ansetzen/anstecken/hineinstecken - NICHT zerstoßen (Lemma: ansetzen)

VerbbairischLesefalle

'Stoz an' bedeutet hier 'ansetzen/anstecken', nicht 'zerstoßen' (wie 'stoßen' im Mörser-Kontext meist bedeutet) - Verwechslungsgefahr, da 'stoz'/'stoß' im selben Rezept auch für die Mörserarbeit steht. Kontext (Wiederzusammenfügen von Krebsschalenhälften) klärt die Bedeutung.

Beleg: mon-135 · Quelle: Parallel

strawben taig

→ Straubenteig - dünnflüssiger Teig, der durch einen Trichter in heißes Fett gegossen wird (krauses Schmalzgebäck "Strauben"); im Rezepttext meist als Vergleichsmaßstab für Dünnflüssigkeit genannt, nicht als Zutat (Lemma: straubenteig)

Technikbairisch

Wiederkehrender Vergleichsbegriff im Mondseer Kochbuch, um die gewünschte Konsistenz eines anderen Teigs (z.B. Eierteig) zu beschreiben - keine eigene Zutat im jeweiligen Rezept.

Beleg: mon-116 · mon-163 · mon-168 · mon-190 · mon-197 · Quelle: Fyndling

strube

→ frittiertes Schmalzgebäck (krapfenartig) (Lemma: straube)

Gerichtalemannisch

strubeten/struben; NICHT „Zerstreutes/Verstreutes"

Beleg: m384-052 · Quelle: Ehlert1999

stupp

→ bepudern / bestreuen / abstäuben mit feinem Pulver - meist Gewürzpulver (gburcz-stoup: Zimt, Nelken, Ingwer), auch Mehl (Lemma: stuppen)

TechnikbairischLesefalle

mhd. stuben/stüpfen = stauben, mit Staub/Pulver bedecken; zugrundeliegendes Substantiv stoup/stoub/staup = Staub (WB-belegt Lexer/Idiotikon, im Rezeptkorpus aber nur das Verb). Verb stuppen/abstuppen = ein Gericht/eine Zutat mit feinem Pulver bepudern. WELCHES Pulver ist kontextabhängig: meist Gewürz (mon-010 dann Macis, mon-035 „ab mit gburcz"), im Teig-/Anti-Klebe-Kontext auch Mehl (mon-024, Teig im Säcklein). mon-040 „stupp sy nicht" = würze/bepudere sie nicht (gegrillt, kein Mehl). Daneben „alz ein stupp" = staubtrocken (ri15632-040).

Beleg: mon-010 · mon-024 · mon-035 · mon-040 · ri15632-040 · Quelle: Fyndling/Ehlert1999

sydeln sweyz

→ UNGEKLÄRT - wörtlich "Blut des/der Sydel" (sweyz = mhd. Jägersprache für Blut, NICHT Schweiß, vgl. "Schweißhund"), Scherzzutat in einem Küchenscherz-Rezept; "sydel" bleibt unklar, verbreitete Deutung "Sumpfbinse" NICHT durch MHDBDB gestützt (Lemma: sydel-bluot)

BegriffmittelhochdeutschLesefalle

Hapax, nur bgs-054 belegt. Grimm belegt "der bluotec sweiz" (Parzival 387,24) für sweiz=Blut des erlegten Wilds. MHDBDB führt den Wortstamm "sydel/sedel" vorrangig auf "Sitz, Wohnstatt" statt auf eine Pflanze - die gängige Pflanzen-Lesart ("Sumpfbinsen-Schweiß") ist damit doppelt widerlegt. Bedeutung von "sydel" bleibt offen, Funktion im Scherzrezept (unbeschaffbare Zutat) ist unabhängig davon klar.

Beleg: bgs-054 · Quelle: Grimm;MHDBDB

sültz

→ Sülzfleisch: Kutteln und andere Innereien, die man üblicherweise zu Sülze verarbeitet; bei Rumpolt meist die Kutteln selbst, nicht das Gericht in Aspik (Lemma: sülze)

ZutatfrühneuhochdeutschLesefalle

DWB s. v. Sülze 3d: „das fleisch (meist minderwertiger art), aus dem man sülze macht“, Beleg Frankfurt 1595: „die sülttz, als da seindt der wand, hertz, miltz, lungen, leber, klein und grosz därm“. Der Name kommt vom Gericht (3c, gestockte Brühe mit Fleisch) und ist auf den Rohstoff übergegangen. Rumpolt paart das Wort mit Kutteln: „Suͤltzen oder Kaldaunen“ (rum-0032), „Kuttelfleck oder Suͤltzen“ (rum-0108, rum-0161), „Suͤltz oder Kuttelfleck“ (rum-0341), und behandelt es wie Kutteln (ausputzen, klein schneiden, rösten). Lesefalle: nicht automatisch Aspik übersetzen; wo „Gallrat“ daneben steht oder gestockt wird (rum-0277 „in einer Gallrat/ oder in der Suͤltz“), ist das Gericht gemeint.

Beleg: rum-0032 · rum-0037 · rum-0108 · rum-0161 · rum-0341 · Quelle: Grimm;Parallel

T

tail

→ Teig (nicht „Teil") (Lemma: taig)

ZutatbairischLesefalle

Schreibvariante von „taig" (Teig) - NICHT das moderne Wort „Teil" (Anteil/Portion), obwohl die Buchstabenfolge das nahelegt. Bestätigt durch den Zwilling mha-151, der an derselben Stelle „taig" schreibt („mach ain hafen von taig" = mach ein Gefäß aus Teig).

Beleg: mon-103 · Quelle: Parallel

taill

→ Teil/Portion (nicht "Teig") - im Kontext der Formung/Backens leicht mit "Teig" verwechselt (Lemma: teil)

BegriffbairischLesefalle

11 Belegstellen im Korpus und die CoReMA-Glosse zu gr1.205 bestätigen „Teil", nicht Teig; betroffen waren die Zutatenliste und die Übersetzung.

Beleg: mon-206 · Quelle: Korpus/CoReMA-GAMS

taygel

→ Teiglein, kleine Teigmenge (Lemma: teiglein)

Technikbairisch

Verkleinerungsform zu Teig, MHDBDB ordnet die Schreibung dem Lemma „teic“ zu. Steht im Korpus mit „lenen/leins“, also als weicher Ausbackteig.

Beleg: ri15632-051 · ri15632-054 · Quelle: MHDBDB;Ehlert1999

thimend

→ Zimt - „thimend plue“ ist die Zimtblüte (Lemma: zimt)

ZutatbairischLesefalle

MHDBDB ordnet die Schreibung dem Lemma „zinemîn“ zu. Die th-Schreibung verdeckt das Wort vollständig; Parallelformen im Korpus sind „czinmit pluot“ in m384-012 und „zymeid plue“ in mon-098.

Beleg: ri15632-006 · Quelle: MHDBDB;Ehlert1999

thimend plue

→ Zimtbluete (getrocknete Zimt-/Kassienbluete), nicht bloss gemahlener Zimt (Lemma: zimtbluete)

ZutatbairischLesefalle

plue/"pluot" = Bluete; Zwilling m384-012 "czinmit pluot" = Zimtbluete. Ehlert glossiert knapp "Zimt". NICHT Thymian.

Beleg: ri15632-006 · Quelle: Ehlert1999

triet

→ Historisch primär eine mit Wein getraenkte, mit Gewuerz/Zimt/Zucker bestreute Weissbrotscheibe (nicht die Wuerzung selbst, sondern das Brotgericht) (Lemma: driet)

SubstantivoberdeutschLesefalle

Grimm/DWB (dwds.de/wb/dwb/driet) belegt woertlich: "mit wein getraenkte und mit gewuerz, zimmt und zucker bestreute weiszbrotscheibe" - also Brot als Basis, Gewuerz+Zimt+Zucker als Bestreuung, nicht "Gewuerzzucker" als eigenstaendige Substanz. Schmeller (Bayerisches Wb.) deckt sich damit: "Triet, panis escharites imbutus vino" (in Wein getraenktes geroestetes Brot); die oft zitierte Latein-Phrase "a tribus ingredientibus" glossiert er selbst als "gebaehte Semmel, guter Malvasier und Zucker" - Brot+Wein+Zucker, keine reine Gewuerzmischung. In wo10 (Kunst- und Artzneibuch, 1543) tragen wo10-013/017/018 aber den Titel "Triet" fuer reine, trockene Gewuerz-/Arznei-Pulvermischungen ohne Brot und Wein (Huehnermagen, rote Koralle, Galgant etc.) - strukturell identisch mit den benachbarten "Species Bertholdi"-Rezepten (wo10-009/010/011/012/019). Hypothese, nicht gesichert: Der Kompilator nutzt "Triet" hier als Synonym fuer ein zusammengesetztes Apotheker-Pulver, moeglicherweise anknuepfend an eine bei Schmeller sekundaer belegte Nebenbedeutung ("Sal condimentarius, ein Driet alias tragea") - ein Bedeutungswandel in Gang, nicht die aeltere Brot-Wein-Speise. Offener Widerspruch zwischen Woerterbuch-Bedeutung und Rezeptinhalt, nicht selbst aufloesen. ACHTUNG Homonym-Falle: Das niederdeutsch/niederfraenkisch-rheinische "Driet" ("Wat soll dae Driet?") ist ein voellig unverwandtes Wort mit der Bedeutung Dreck/Mist/Kot, von germ. *dritan ("scheissen") - siehe LVR Mitmachwoerterbuch (mitmachwoerterbuch.lvr.de/detailansicht.php?Artikel=Driss). Bei Lemma-Arbeit zu "driet"/"triet" immer pruefen, welches der beiden nicht verwandten Woerter gemeint ist. UPDATE (bestaetigt via Web, 2026-08-20): Das Schweizerische Idiotikon und patrimoineculinaire.ch belegen unabhaengig vom wo10-Korpus genau die hier vermutete Bedeutungsspaltung: "Traes"/"Triaet"/"Triet" gehen auf hochdeutsch "Trisenet" (Apothekerlexikon, spaetes 18. Jh.: "ein groebliches Pulver") zurueck. In der Schweiz sind seit dem 16. Jh. BEIDE Zweige belegt - die suesse Weinbrotschnitte ("Triaetschnitte", 1751 im Kochbuch der Dorothea Welti-Trippel mit bis zu 12 Gewuerzen) UND ein reines, trockenes Verdauungspulver ("Traesent"/Magentraes), das im Glarnerland seit ca. 1900 unter dem Markennamen "Trietolt" (= "Triet"/Pulver + Nachname Landolt) bis heute verkauft wird (Zucker, Sandelholz, Zimt, Muskat, Nelken, Ingwer). Das stuetzt die wo10-013/017/018-Hypothese (Pulver-Lesart) erheblich, ohne sie zu beweisen - unabhaengiger Beleg fuer denselben Wortspaltungs-Mechanismus, nicht fuer die Absicht des Wolfenbuetteler Schreibers 1543. Quellen: glarnerland.ch/de/map/poi/trietolt-magentras, patrimoineculinaire.ch/Produkt/Magentras-Trietolt/247.

Beleg: wo10-013 · wo10-017 · wo10-018 · Quelle: Grimm;Schmeller

trukchen

→ trocken/dickflüssig gekocht (nicht wässrig) (Lemma: trocken)

Technikbairisch

Bezieht sich sowohl auf eingekochte Erbsen als auch auf trocken gegarte Gerste/Graupen sowie das trockene Anrichten.

Beleg: b4-071 · Quelle: Fyndling

tutter

→ Eidotter (Lemma: dotter)

ZutatbairischLesefalle

bair. tutter/totter = (Ei-)Dotter. NICHT „Hälfte" - Verlesung. Auch ka1-035/082. Cross-source bestätigt.

Beleg: mon-004 · mon-005 · mon-027 · Quelle: Fyndling

V

vach oder mach

→ Satzeröffnende Disjunktion "anfangen/fangen oder [direkt] machen" (Lemma: vâhen)

Begriffalemannisch-schwäbischLesefalle

Gestützt durch Zwilling mon-083 ("vach den Swayß" = "fang das Blut auf"). MHDBDB belegt "vach" nur als Adjektiv (Gewässer/Handarbeit/Jagd), ein eindeutiger Beleg für "beginnen" fehlt.

Beleg: mha-209 · Quelle: Parallel

vain

→ rein (weiß, sauber) - Farbreinheit, nicht Feinheit der Textur (Lemma: rein)

BegriffbairischLesefalle

Bedeutet 'rein' im Sinn von Farb-/Sauberkeitsreinheit, nicht 'fein' (Textur) - die Feinheit ist im Text bereits durch 'klein hacken' ausgedrückt. Der Zwilling m5919-091 hat an identischer Stelle die eindeutige Form 'rain weins'.

Beleg: mon-113 · Quelle: Parallel

vaiste

→ fett, fettig - „vaiste prue“ ist eine fette Brühe (Lemma: feist)

ZutatbairischLesefalle

Lexer führt „veiß“ als Lemma und nennt „feiszt, feist, vaist“ in derselben Zeile als Parallelformen. NICHT über den v/w-Wechsel als „weiß“ lesen. mon-114 macht es eindeutig: die vaiste prue tritt dort an die Stelle der oberen Milch, also für etwas Fettes.

Beleg: mon-114 · mon-189 · mon-190 · mon-191 · Quelle: Lexer;Fyndling

vaiste prue

→ Fette, fettreiche Brühe - das Fett ist gewünschter Geschmacksträger, NICHT zu entfernen/entfetten (Lemma: feist)

ZutatbairischLesefalle

mhd. "veist/vaist" = fett, beleibt. Naheliegende Fehllesart "entfettete Brühe" (da man im Kochkontext oft Brühe entfettet), aber gemeint ist das Gegenteil: eine bewusst fettreiche Brühe für Geschmack und Bindung.

Beleg: bgs-002 · bgs-029 · bgs-049 · mon-190 · mon-191 · mon-193 · Quelle: Fyndling

varichen

→ Forelle (Lemma: forelle)

TierbairischLesefalle

Mondsee-Variante zu forchen (v/f-Wechsel, im Buch durchgehend). NICHT generisch „Fische, die die Farbe stören" - konkret Forellen, die beim Sieden viel rötlich-graue Hautfarbe/Schleim abgeben und die Farb-Sülze eintrüben; daher Sonderklärung mit Hausenblase.

Beleg: mon-064 · Quelle: Fyndling

vasten krapfen

→ Krapfen für die Fastenzeit - ohne Fleisch, Eier oder tierische Milch (Fisch erlaubt, Mandelmilch statt Milch/Ei) (Lemma: fastenkrapfen)

Gerichtmittelhochdeutsch

Wiederkehrende Rezept-Serie im Buch von guter Speise mit gemeinsamer Fastenzeit-Logik (Fisch/Mandelmilch statt Fleisch/Milch/Ei).

Beleg: bgs-058 · bgs-059 · bgs-060 · bgs-061 · Quelle: Fyndling

vber schlagen

→ Bei Flüssigkeiten: lau/kalt werden, abkühlen (Grimm DWB, Abschn. B.1.a/b) - NICHT "aufkochen" oder "reduzieren" (Lemma: überschlagen)

TechnikfrühneuhochdeutschLesefalle

Naheliegende Fehllesart im Kochkontext ("überschlagen" klingt nach Reduzieren/Aufwallen), aber Grimm belegt für Flüssigkeiten nur "kalt/lau werden". mon-186: Die siedend heiß gewürzte Brühe wird gezielt abkühlen gelassen, bis sie nur noch wenig wärmer ist als Lab-Temperatur, bevor der kalte Kohl hineinkommt - dieselbe Logik wie beim Käsen (Lab erst nach Abkühlen zugesetzt).

Beleg: mon-186 · Quelle: Grimm

vberschlagen

→ ABKUEHLEN lassen, lau werden - NICHT aufkochen, nicht ueberkochen. Bei Fluessigkeiten die einzige Bedeutung (Grimm-DWB). (Lemma: überschlagen)

Technikostschwäbisch (augsburgisch)Lesefalle

Zweimal belegt als Uebersetzungsfehler derselben Richtung: die Codex-Pipeline gab "die laß vberschlagen / das nit haiß sey" (std-265) als "aufkochen" und "vberschlagen" (std-271) als "ueberkochen" - beide Male die genaue Umkehrung. Beide Rezepte sind Wochenbettspeisen mit rohem Ei bzw. Eigelb, wo die Temperatur die Technik IST: kochende Fluessigkeit laesst das Ei gerinnen statt binden. Der Nebensatz "das nit haiß sey" sagt die Richtung im Text selbst. Gloning 1569 liest an beiden Stellen wortgleich, es ist also kein OCR-Schaden, sondern eine echte Lesefalle - das Wort SIEHT nach Hitze aus und meint das Gegenteil.

Beleg: std-265 · std-271 · Quelle: Grimm-DWB

veiste

→ fett werden, Öl abgeben (Lemma: feist)

VerbmittelhochdeutschLesefalle

„Alse sie veiste beginnen, so sprenge dor vf“ - wenn die gestoßenen Kerne anfangen zu ölen. Verbale Verwendung derselben Vokabel wie „vaiste“.

Beleg: bgs-039 · Quelle: Lexer;Fyndling

veisten

→ fett - „in eime veisten sode“ ist ein fetter Sud (Lemma: feist)

BegriffmittelhochdeutschLesefalle

Dieselbe Vokabel wie „vaiste“ und „faisten“. Im selben Buch steht bgs-039 „stoz die besten moerser. Alse sie veiste beginnen“ - „besten“ und „veiste“ stehen dort in einem Satz nebeneinander und sind zwei verschiedene Wörter.

Beleg: bgs-041 · Quelle: Lexer;Fyndling

veisten sode

→ Fette Brühe oder fetter Sud - unklar ob eigenes Bratfett/Kochsud oder separat zugekaufte/angesetzte Brühe gemeint ist (Lemma: fette brühe)

BegriffmittelhochdeutschLesefalle

Echter Crux ohne eindeutige Textstütze - Eigenfett-Lesart vs. zugekaufte-Brühe-Lesart bleiben beide plausibel, im Rezept als interpretive_choice dokumentiert.

Beleg: bgs-041 · Quelle: Fyndling

veistenn

→ fett, fettig (vom Mörser: eingefettet) (Lemma: feist)

SonstigesostmitteldeutschLesefalle

Lexer führt ‚veiß‘ als Lemma und nennt ‚feiszt, feist, vaist‘ in derselben Zeile als Parallelformen (crassus, pinguis) - die Schreibungen mit -st- und mit -ß- sind also ein Wort. Die CoReMA-Edition vermerkt zu koe-013, Gollub lese ‚veißenn‘; das ist damit eine Transkriptionsfrage und keine Bedeutungsfrage. NICHT über den v/w-Wechsel als ‚weiß‘ lesen - ein weißer Mörser wäre neben der Angabe ‚der heiß sey‘ auch sachlich sinnlos. Parallelstellen im Korpus: m5919-065 ‚faisten haissen morser‘, mon-081 ‚vaisten haissen morsar‘.

Beleg: koe-013 · Quelle: Lexer

vemme

→ Um/herum (Richtungsangabe), z.B. "vemme gen dem fuere" = dem Feuer zugewandt drehen (Lemma: umme)

BegriffmittelhochdeutschLesefalle

Bestätigt durch Zwilling koe-019 ("vmen vnd vmenn Gantz" = ringsum/rundherum an vergleichbarer Stelle).

Beleg: bgs-011 · bgs-012 · bgs-015 · Quelle: Parallel

verend

→ vom vorigen Jahr (Lemma: vorjährig)

SonstigesalemannischLesefalle

wärent; war zuvor weggelassen

Beleg: m384-018 · Quelle: Ehlert1999

versaltz niht

→ Wiederkehrende Schlussformel des Buches von guter Speise, kein gerichtsspezifischer Hinweis - taucht sowohl bei süßen als auch bei herzhaften Rezepten auf (Lemma: nicht versalzen)

BegriffmittelhochdeutschLesefalle

Leicht als gerichtsspezifische Salz-Warnung misszuverstehen (z.B. bei Süßspeisen als vermeintlicher Hinweis auf versehentliche Verwechslung) - tatsächlich eine stehende Buch-Floskel, 7+ Belege korpusweit.

Beleg: bgs-005 · bgs-057 · bgs-060 · bgs-061 · bgs-069 · bgs-092 · bgs-096 · Quelle: Fyndling

versirtez niht

→ Beschädige/verdirb es nicht (von mhd. versêren), NICHT "verbrenne es nicht" (Lemma: nicht verderben)

BegriffmittelhochdeutschLesefalle

Formal der Schlussformel "versaltz niht" ähnlich, aber ein anderes Verb (versêren = schädigen/verwunden, nicht versalzen) - zwei getrennte, nicht austauschbare Floskeln desselben Buches.

Beleg: bgs-005a · Quelle: Fyndling

vesten

→ fest, steif (Lemma: fest)

Begriffbairisch

mha-045 „mach ain vesten taig“, mon-224 „richt es an mit ainem vesten loffel“. Die v-Schreibung legt „veist“ = fett nahe, gemeint ist aber fest.

Beleg: mha-045 · mon-224 · Quelle: Fyndling

viertaill

→ Geviertelt (Form/Verfahren), nicht ein Mengenanteil von einem Viertel (Lemma: viertail)

Technikalemannisch-schwäbisch;bairischLesefalle

Beschreibt die Form der Mandelstücke im Igel-Schaugericht (mha-167) bzw. der geschnittenen Quitten (mon-184) - Buch- und dialektübergreifend dieselbe Lesart, keine Mengenangabe.

Beleg: mha-167 · mon-184 · Quelle: Fyndling

visch milch

→ Milchner = männlicher Fischsamen (neben Rogen) (Lemma: milchner)

ZutatalemannischLesefalle

roggen, milch vnd lebren = Rogen, Milch(ner) und Leber (drei Teile); NICHT zu „Fischrogenmilch" verschmelzen

Beleg: m384-054 · Quelle: Ehlert1999

visch schueppen

→ Fischschuppen als Geliermittel (kollagenreich, im Moerser zerstossen) (Lemma: fischschuppe)

ZutatbairischLesefalle

Substantiv, NICHT Verb 'Fisch schuppen'. Schuppen = Gelatine; Hausenblase als Alternative ('auch gut')

Beleg: ri15632-034 · Quelle: Ehlert1999

vische backes

→ Verschmelzung aus Imperativ "back" und angehängtem Pronomen "-es" (= "back es", brate es) - keine eigene Vokabel (Lemma: back es)

Verbmittelhochdeutsch

Analog zu anderen Imperativ+Enklise-Formen im Korpus (vgl. "gibz hin" = gib es hin).

Beleg: bgs-057 · Quelle: Fyndling

vmedumb

→ Stärke (Bindemittel zum Andicken), letztlich zu lat. amylum (Lemma: stärke)

ZutatbairischLesefalle

Fünffach bezeugter Hapax derselben Wortfamilie mit stark schwankender Schreibung: vmedumb (b4-061), vmbedum (b4-032), vmerdum (w1-033), vmudum (mha-002), dazu vmerduz im noch unreviewten Entwurf w1-064. Die CoReMA-Sachglosse verknüpft jede Fundstelle unabhängig und unmodifiziert mit Wikidata Q41534 (Stärke). mha-002 nennt an derselben Stelle offen die Ersatzoption „semlein prot" (feines Weißbrot) - genau die aus dem Korpus bekannte Substitutionslogik für die teure Weizenstärke. In keinem MHD-Wörterbuch (Lexer, Benecke, Schmeller) direkt belegt; Götzes Frühneuhochdeutsches Glossar bestätigt aber dieselbe Wortfamilie "amel-" (amelkorn = Dinkel/amylum, amelung = Kraftmehl) für genau diesen Sprachraum und diese Periode - stützt die vermutete Herleitung aus lat. amylum, auch wenn die genaue Lautentwicklung zu den bezeugten v-Formen ungeklärt bleibt.

Beleg: b4-032 · b4-061 · mha-002 · w1-033 · Quelle: CoReMA-GAMS;Goetze

vss darab

→ das Äußere (der gebratenen Leber) abschneiden (Lemma: das äußere abschneiden)

Technikalemannisch

vsser darab

Beleg: m384-021 · m384-033 · Quelle: Ehlert1999

vtterlin

→ wie ein Euterlein (Vergleich: gegrillte Euterscheiben) (Lemma: euterlein)

TechnikalemannischLesefalle

vtterlin/üterlin = üter (Euter); „legs vff ainen rost als ain vtterlin"; NICHT „kleines Fleischstück"

Beleg: m384-060 · Quelle: Ehlert1999

W

wachtenlen

→ Wachteln (Lemma: wachtel)

Tieralemannisch

Hs. wachel

Beleg: m384-013 · Quelle: Ehlert1999

walischew

→ Welsch (fremde, importierte) Weinbeeren/Rosinen aus romanischsprachigen Laendern - NICHT "walisisch" (aus Wales), reiner False-Friend (Lemma: welsch)

ZutatbairischLesefalle

Cross-Book-Parallele zu "welsche winber" (buch-guter-speise:bgs-060) - dieselbe Lesefalle, andere Handschrift/Dialekt.

Beleg: mon-221 · Quelle: Parallel

wechallteren oder krannbatper

→ Wacholderbeeren (regionale Doppelbenennung), NICHT die moderne Cranberry (Lemma: wacholder)

Zutatalemannisch-schwäbischLesefalle

Zwei Bezeichnungen im Original für dieselbe Beere (Juniperus communis); "krannbatper" verleitet zur Fehllesung als moderne Cranberry.

Beleg: mha-163 · Quelle: Fyndling

wein per

→ Rosinen (Projekt-Default fuer weinper/winper) (Lemma: weinbeere)

Zutatbairisch

weinper -> Rosinen, ausser klare Frisch-Indikatoren; Zwilling mha-031 nennt Rosinen.

Beleg: ri15632-004 · Quelle: Fyndling

weinling

→ weinsäuerliche, herbe Apfelsorte (Weinapfel) (Lemma: weinapfel)

ZutatbairischLesefalle

weinling = weinsäuerlicher/herber Apfel (Goetze; mon-033 „salssen von weinling“). In mon-046 im Kompositum weinlingpawm = der Apfel-/Obstbaum. NICHT Wein/Traube und NICHT ein Nadelbaum.

Beleg: mon-033 · mon-046 · Quelle: Goetze

weinlingpawm

→ Weinling-/Obstbaum (Apfelbaum); sein „pech“ = Obstbaum-Gummi (Gummifluss) (Lemma: weinapfelbaum)

PflanzebairischLesefalle

weinling (=Weinapfel, mon-033/Goetze) + pawm (Baum) = Obstbaum. Das „pech“ davon ist NICHT Nadelbaum-Harz, sondern der Gummifluss des Obstbaums (Kirschgummi-artig), ein wasserlösliches, hitzestabiles Pflanzengummi -> als Sülz-Binder, der auch warm fest hält. Korpus-erschlossen; Alternative Nadelbaum-Harz chemisch unpassend (hydrophob).

Beleg: mon-046 · Quelle: Fyndling

weinper

→ Weinbeeren - im Zweifel Rosinen (getrocknet), nicht frische Weintrauben (Lemma: weinbeere)

ZutatmehrereLesefalle

„Weinbeeren" ist wörtlich, gemeint sind aber meist getrocknete Weinbeeren = Rosinen, nicht frische Weintrauben - so die Standardlesart in mehreren Mondsee- und Schwesterrezepten (auch als „weinperren" belegt, mon-107). Nur bei einem ausdrücklichen Frisch-Marker im Text ist an frische Weintrauben zu denken. Weitere Stützung außerhalb des Korpus: Lexer führt „weinper" 1482 direkt als lateinisch „passile" (= Rosine), Grimm ebenso als „trucken weinper... rosine".

Beleg: m5919-039 · mha-252 · mon-056 · mon-087 · mon-090 · mon-091 · mon-097 · mon-100 · mon-102 · mon-107

welsche winber

→ Welsche (fremde, importierte) Weinbeeren - getrocknete Trauben/Rosinen, NICHT Walnüsse (Lemma: rosine)

ZutatmittelhochdeutschLesefalle

Welsch markiert Herkunft (fremdländisch/importiert), nicht die Frucht selbst - "winber" ist die Weinbeere/Rosine. Cross-verifiziert gegen Primaer- und Zweitquelle.

Beleg: bgs-060 · Quelle: Fyndling

westin

→ Gekröse / Magen (Lemma: wanst)

ZutatalemannischLesefalle

< wanst/wänstlein

Beleg: m384-030 · Quelle: Ehlert1999;Lexer

weychslen

→ Weichseln / Sauerkirschen (Prunus cerasus) (Lemma: weichsel)

Zutatbairisch

bair./österr. Begriff für Sauerkirschen. WB-belegt: Idiotikon, Fischer („amarellen, weichsel"), Pritzel, Grimm. Hier frittiert: in Teig getunkt und in Schmalz ausgebacken (mon-015 „Frittierte Sauerkirschen").

Beleg: mon-015 · Quelle: Idiotikon/Fischer

wissel muos

→ Wahrscheinlich Mus aus Weichseln (Sauerkirschen); eine Lesart als „helles/weißes Mus“ bleibt als Restunsicherheit möglich (Lemma: weichselmus)

GerichtmittelhochdeutschLesefalle

Die unmittelbare Binnenstelle bgs-084 nennt „sure wiseln“ und erklärt sie als „kirsen“; das stützt die Weichsel-Lesung direkt. Die Gattungs-Alternative bleibt dokumentiert, ist aber schwächer.

Beleg: bgs-082 · Quelle: Fyndling

wuerfeleht

→ Würfelförmig geschnitten (Lemma: wuerfelig)

Technikmittelhochdeutsch

Wiederkehrende Schnittform-Angabe im Buch von guter Speise.

Beleg: bgs-059 · bgs-067 · bgs-075 · Quelle: Fyndling

wurfflat

→ Würfelig/rautenförmig einschneiden (Schnitttechnik), NICHT "in Lappen schneiden"

Technikalemannisch-schwäbischLesefalle

Bestätigt durch Twin mon-085 und MHDBDB (würfeleht). Das Objekt bleibt dabei als Ganzes erkennbar, das Einschneiden zerlegt es nicht vollständig.

Beleg: mha-231 · Quelle: Parallel

Y

ymber

→ meist Ingwer (Standardlesart); kontextabhängig Rosinen (Lemma: imber)

Zutatüberregional (fnhd.)Lesefalle

Standardlesart Ingwer. Nur bei großer Menge, gewaschen, verlesen oder als süße Paste lesen wir eine v/y-Verlesung für winber = Rosinen (mha-007/009). CoReMA (Böhm/Klug 2021, GAMS bs1.7 und bs1.9) glossiert beide Stellen eindeutig als Ingwer, ohne Alternative - wir weichen bewusst ab, weil ein Pfund Ingwer als Grundmasse einer Paste oder Sauce kulinarisch nicht trägt. Ehlert deckt Meister Hans nicht ab, uns liegt keine Edition dazu vor; die frühere Zuschreibung an Ehlert war falsch. Nicht kategorisch als Weinbeere lesen.

Beleg: mha-007 · mha-009 · Quelle: CoReMA(Ingwer, Wikidata Q15046077)+Parallel(winber)

ymber grun / ymber grunne

→ Frisch, ungetrocknet (NICHT botanisch "immergrün") (Lemma: grüene)

Zutatalemannisch-schwäbischLesefalle

Kontrast zum später im selben Text genannten "weisser ymber gestossner" (geschälter, getrockneter Ingwer). Doppelform "ymber grun ymber grunne" ist vermutlich Schreiber-Dittographie, keine bewusste Verstärkung.

Beleg: mha-154 · Quelle: Fyndling

ytal ayer

→ lauter (ganze) Eier - itel/ytal/eitel = bloß / nichts als / nur (Lemma: itel)

ZutatalemannischLesefalle

ytalayer = ytal ayer; itel = bloß/nur, NICHT „rein/pur" → falsch als Eigelb gelesen

Beleg: m384-051 · Quelle: Ehlert1999

Z

zayß

→ zerzupfen (Fleisch in Fasern zerteilen) (Lemma: zeisen)

VerbbairischLesefalle

Wortfamilie zaisen/zeisen = zupfen, zerrupfen, zerzausen (Fischer-Wörterbuch: „abzaisen" = abrupfen; Grimm: „schaben, zaisen"; MHDBDB-Lemma „zeisen"). Bedeutet „zerzupfen" (Fleisch in Fasern zerteilen), nicht ein Körperteil. Zwilling mha-131 hat an derselben Stelle „zer czaiss das" (= zerzupfe es); das italienische Pendant ant-048 verwendet an vergleichbarer Stelle sfilare (zerfasern).

Beleg: mon-082 · Quelle: Fischer;Grimm;Parallel

zehannt

→ sogleich, sofort (Lemma: zehant)

Sonstigesoberrheinisch-alemannisch

mhd. Zeitadverb, im Korpus Hapax; Hand-Scan-Zweifel des Editors durch MHDBDB-Beleg aufgelöst (nicht fehlerhaft, nur selten)

Beleg: ka2-044 · Quelle: MHDBDB

zehays

→ zu heiß (Lemma: zu heiß)

BegriffmittelbairischLesefalle

zehays = zu heiß (Schmalz/Pfanne); NICHT "zu salzig"

Beleg: m5919-058

zisserel

→ Kichererbse (Cicer arietinum, lat. cicer) - im 16. Jh. der gaengige deutsche Name; bei Staindl aber selbst als "lange Erbsen, ganz weiss" erklaert, was ebenso auf die Platterbse (Lathyrus) deuten kann (Lemma: kichererbse)

Zutatostschwäbisch (augsburgisch)Lesefalle

Goetze setzt "ziser f. kichererbse" direkt gleich, Grimm fuehrt "zieser" unter cicer arietinum - vermerkt aber ausdruecklich die Uebertragung auf Lathyrus und Vicia cracca, das Wort ist also nicht eindeutig. Korpus-intern stuetzt mon-215 die Kichererbse technisch (Schaelen in starker Lauge lohnt nur bei deren harter Haut), und Staindl benutzt im selben Suppenkapitel sonst durchgehend "Erbes" - das andere Wort samt Erklaerung markiert eine andere Frucht. Seine Erklaerung "lang / gantz weiss" passt zur runden Kichererbse jedoch schlecht; Gloning 1569 liest identisch, es ist also kein OCR-Schaden. Kochfolge: Kichererbsen brauchen Einweichen und 1,5-2 h und passieren nur grob, Schaelerbsen zerfallen von selbst. Nachgeschlagen mit lookup.rb --online (2026-09-02): FWB fuehrt "kicher" als Cicer arietinum, ElsWB "Ziserërbs f. Kichererbse" (Nachbarmundart von Augsburg), MeckWB "Zisererwete" mit Marzell-Verweis. GEGEN eine feste Gleichsetzung: BMZ zitiert eine Frauenlob-Stelle, in der "zisern" und "kichern" GETRENNTE Posten derselben Aufzaehlung sind, und Lexer setzt "ziser" einmal mit "fasol" (Bohne) gleich.

Beleg: mon-215 · std-260 · Quelle: Goetze;Grimm-DWB (Zieser);FWB (kicher);ElsWB (Ziserërbs)

zitweben

→ Zibeben - die grosse, suessere Handelssorte getrockneter Weintrauben. NICHT Zitwer/Zedoar, trotz des -tw- im Druck. (Lemma: zibebe)

Zutatostschwäbisch (augsburgisch)Lesefalle

Beide Staindl-Auflagen (1545 und 1569) setzen "Zitweben suppen" - die spaetere ist aber eine Auflage derselben Druckfolge und traegt einen gemeinsamen Setzfehler mit, sie sichert also die Buchstaben und nicht das Wort. Fuer Zibeben sprechen drei Dinge: die Pluralform auf -eben, die nur Zibebe bildet (Zitwer waere "Zitwern"); die Nichtexistenz eines Ansatzes "zitwebe" in allen befragten Woerterbuechern gegen die durchgaengige Bezeugung von "zibebe"; und die Listenlogik - Weinbeer, Zweßben, Zitweben sind drei Fruchtvarianten derselben eingebrannten Suppe, ein Gewuerzrhizom faellt da heraus. Der Dubletten-Einwand (Weinbeeren schon genannt) loest sich an der Sortenunterscheidung: Zibeben sind die grosse Sorte, Weinbeeren die gewoehnliche. ⚠️ Das -w- ist in dieser Schreiblandschaft belegt, nicht anomal: das Kochbuch der Sabina Welserin (ebenfalls Augsburg, dasselbe Jahrzehnt) schreibt dasselbe Wort als "ziwiben" und "zýwiben" (saw-007, saw-007a) und unterscheidet es dort im selben Satz von den kleineren "weinber". alb-006 hat die Form "zibeb". Die Familie lautet damit zibeb / ziwiben / zýwiben / zitweben - alle vier im Korpus als grosse getrocknete Weinbeere glossiert.

Beleg: alb-006 · saw-007 · saw-007a · std-268 · Quelle: Goetze;Lexer;FWB;Idiotikon

zuegklach

→ Kleine kegelförmige Teig-Zacken/Stäbchen - strukturelles Halte-Element, nicht nur Dekor (Lemma: zuc/zucke)

Technikalemannisch-schwäbischLesefalle

CoReMA (bs1.286) führt den Begriff als ungeklärten Hapax. Lesart gestützt durch Parallelbeleg rfk-073 (czweckly) und interne Textlogik (Halterung für roerlach).

Beleg: mha-286 · Quelle: unsicher

zvom iuengesten

→ Zuletzt, schließlich (mhd. "ze jungest", bei Lexer/Grimm als feste zeitliche Wendung belegt) - KEINE Reihenfolgeangabe im Sinne von "zuerst" (Lemma: ze jungest)

BegriffmittelhochdeutschLesefalle

Verwechslungsgefahr: "iuengest" klingt nach "jüngst/neu", ist hier aber ein feststehendes Zeitadverb für den letzten Schritt einer Abfolge.

Beleg: bgs-053 · Quelle: Lexer;Grimm

zymeid

→ Zimt - „zymeid plue“ ist die Zimtblüte (Lemma: zimt)

ZutatbairischLesefalle

Steht in derselben Senf-Zubereitung wie „czinmit pluot“ in m384-012 und „thimend plue“ in ri15632-006, jeweils gestoßen und unter den Senf gemischt.

Beleg: mon-098 · Quelle: Parallel

zymeid plue

→ Zimtblüte (Lemma: zimtblüte)

ZutatbairischLesefalle

Bairische Lautvariante zur bereits belegten alemannischen Form „czinmit pluot" (Cgm 384). Zwillinge mha-013 („zimen plue") und m5919-017 („zimad plud") bestätigen dieselbe Lesart - NICHT „Brühe/Brei".

Beleg: m5919-017 · mha-013 · mon-098 · Quelle: Parallel

Begriffsregister (automatisch geerntet)

Automatisch aus den Rezept-Anmerkungen zusammengestellt, ungeprüft. Jeder Begriff kommt in mindestens zwei Rezepten vor.

a moglio
einweichen Frühitalienisch mar-039 · mar-041 · mar-075
aber
In diesem Kontext bedeutet 'aber' 'abermals' oder 'noch einmal', nicht 'jedoch'. Frühneuhochdeutsch ka1-026 · mst-131 · w1-222
abgebeht
Geröstet, von abbähen ›durch Wärme trocknen, rösten‹. Frühneuhochdeutsch rum-0375 · rum-0708
abgebraten
Gar gebraten. Frühneuhochdeutsch rum-0195 · rum-0254 · rum-0432
abgebreunt
Abgebräunt. Frühneuhochdeutsch rum-0087 · rum-0095 · rum-0200
abgemacht
Hier im Sinne von 'fertiggestellt' oder 'zubereitet'. Frühneuhochdeutsch k1-010 · rum-0478 · std-183
abgesotten
Gar gesotten, in Flüssigkeit gekocht. Frühneuhochdeutsch rum-0055 · rum-0075 · rum-0076
abglieden
In die Glieder zerlegen. Frühneuhochdeutsch rum-0509 · rum-0554
Ables
Eine kleine Süßwasserfischart, die Ukelei (Alburnus alburnus). Moyen Français men-187 · men-189
abmachen
Vollenden, fertig abschmecken (hier mit Safran). Frühneuhochdeutsch kkm-054 · rum-0435
Abrautten
Eberraute (Artemisia abrotanum) ist ein zitronig-bitteres Beifuß-Gewächs, das in der schwäbisch-alemannischen Küche oft zu Fisch und Sülzen verwendet wurde. Frühneuhochdeutsch mha-041 · mha-194
abſieden
Einkochen oder reduzieren lassen, bis die Flüssigkeit dicker wird. Frühneuhochdeutsch std-046 · std-051
aceto
Essig Frühitalienisch mar-013 · mar-221 · mar-222
acqua rosa
Rosenwasser Frühitalienisch mar-090 · mar-095
acqua rosata
Rosenwasser Frühitalienisch mar-017 · mar-041 · mar-065
ad ascio
Langsam, sanft. Frühitalienisch mar-014 · mar-140 · mar-143
Adler
Das Kapiteltier laut Kapitelkopf; das „er“ des Satzes bezieht sich darauf. Frühneuhochdeutsch rum-0505 · rum-0507
aewgsten
Im August, dem Erntemonat - nicht, wie man vermuten könnte, ein Hinweis auf einen engen Lagerort. Frühneuhochdeutsch b4-093 · b4-245 · b4-246
Affenmund
„Affenmund“ ist hier ein Vergleichsmaß für die Dicke des Teigdeckels, kein Bild eines Tiermauls. Frühneuhochdeutsch std-038 · std-212 · std-213
affter darmm
Der Afterdarm ist der Enddarm des Kalbes, der hier als natürliche Wursthülle dient. Frühneuhochdeutsch mha-020 · mon-212
agerest
Verjus, der Saft unreifer Trauben, der als Säuerungsmittel verwendet wird. Frühneuhochdeutsch phw-059 · phw-060 · phw-067
agliata
Knoblauchsauce, oft mit Essig und eingeweichtem Brot gebunden. Frühitalienisch mar-001 · mar-030 · mar-162
Agrast
Verjus, der saure Saft unreifer Trauben; das Wort kann auch die unreifen Beeren selbst meinen. Frühneuhochdeutsch rum-0239 · rum-0280 · rum-0300
Agrastbeer
Unreife Weintrauben, aus denen man Verjus presst; das Wort kann auch die Stachelbeere meinen. Frühneuhochdeutsch rum-0128 · rum-0281 · rum-0302
Agrastbeern
Unreife Weintrauben; das Wort kann auch Stachelbeeren meinen. Frühneuhochdeutsch rum-0286 · rum-0294 · rum-0629
Agrastwasser
Verjus, die saure Brühe aus unreifen Weinbeeren, als Säuerungsmittel. Frühneuhochdeutsch rum-0137 · rum-0139
agraz
Eine saure Sauce, oft aus unreifen Früchten wie Trauben oder Äpfeln hergestellt. Mittelhochdeutsch bgs-032a · bgs-035
Agres
Verjus, der Saft unreifer Trauben, hier mit Äpfeln zu einer frischen Sauce verarbeitet. Frühneuhochdeutsch b4-261 · w1-263
Agrest
Verjus, der Saft unreifer Trauben, wurde als Säuerungsmittel verwendet. Frühneuhochdeutsch kkm-101 · m811-001 · mst-043
agresta
Verjus, der Saft unreifer Trauben. Frühitalienisch / Toskanisches Volgare ant-092 · mar-101
agresto
Verjus, Saft unreifer Trauben Frühitalienisch / Mittellatein / Toskanisches Volgare ant-027 · ant-065 · boc-015
agresto verde
Verjus (Saft unreifer Trauben), hier mit dem Zusatz ‚verde' (grün), was die Unreife der Trauben oder eine Kräuterinfusion betonen könnte. Frühitalienisch mar-242 · mar-243
agrestum
Verjus, der Saft unreifer Trauben, als Säuerungsmittel. Mittellatein boc-001 · boc-027
agreſt
Verjus, der Saft unreifer Trauben, der als Säuerungsmittel verwendet wird. Frühneuhochdeutsch mst-008 · mst-010
Aichoren
Eichhörnchen, hier als Teil der Dekoration des Schaugerichts. Frühneuhochdeutsch mha-139 · mha-289
Aillet vert
Grüner Knoblauch, die jungen Triebe der Knoblauchpflanze. Moyen Français men-182 · men-183
ain
„Ain gelbs muss“ (= „ein gelbes Mus“). Frühneuhochdeutsch ka1-039 · mst-003 · mst-029
Ain Bastetten
Am Original-Scan (BSB bsb00076173, Seite 007) eindeutig lesbar als "Ain Bastetten mit stockvischen.", auch im Fließtext von mst-002/mst-005/mst-009 konsisten… Frühneuhochdeutsch mst-010 · mst-011
ain lot
Historisches Gewichtsmaß, in Augsburg etwa 15-16 Gramm. Frühneuhochdeutsch mha-012 · saw-123
ain vierdung
Ein Viertel Pfund, entspricht etwa 125 Gramm. Frühneuhochdeutsch mha-004 · mha-049 · mon-224
ainmachen
Zubereitungsformel für ein eingelegt-mariniertes Gericht, hier ein in Essig gesottener und mit Öl-Essig-Guss fertiggestellter Fisch. Frühneuhochdeutsch saw-007 · saw-109 · saw-110
ains glids lang
Eine Längenangabe, die etwa der Länge eines Fingerglieds entspricht (ca. Frühneuhochdeutsch ka1-099 · ka1-100 · ka1-101
air prue
Eierbrühe (air = Eier, prue = Brühe): eine mit verquirltem Ei gebundene Brühe, die hier als Sauce über die gebratenen Eier gegeben wird, vergleichbar der Ei-… Frühneuhochdeutsch mon-004 · mon-012
airen
Eier, hier die Eidotter - die Bindung des Muses. Frühneuhochdeutsch mon-003 · saw-170
airklar
Eiklar, also Eiweiß. Frühneuhochdeutsch saw-099 · saw-143
airmilch
Eine Eiermilch: eine Mischung aus Eiern und Milch, die auf einem Tuch abtropft. Frühneuhochdeutsch saw-128 · wo10-098
alayez
Anrühren, vermischen Moyen Français men-068 · men-142 · men-232
Aliud
Lateinisch für 'ein anderes'. Mittelhochdeutsch / Mittellatein boc-009 · n2-009
alkenet
Alkannawurzel (zum Färben) Mittelenglisch foc-045 · foc-049 · foc-082
allen
Bezeichnet hier den Aal, einen in der mittelalterlichen Küche, besonders in der Fastenzeit, beliebten Fisch. Frühneuhochdeutsch mon-040 · w1-228
allessare
sieden/pochieren Frühitalienisch mar-127 · mar-174 · mar-181
allessata
gesotten, pochiert Frühitalienisch mar-130 · mar-217 · mar-224
allessato
Gesotten oder pochiert, in Wasser gegart. Frühitalienisch mar-200 · mar-230
allessi
gesotten, gekocht (von allessare) Frühitalienisch mar-212 · mar-221 · mar-247
allesso
Gekocht, gesotten Frühitalienisch mar-001 · mar-002 · mar-003
Allmusen
Almosen. Frühneuhochdeutsch rum-0191 · rum-0999
Almandes
Mandeln Mittelenglisch foc-095 · foc-102
Almaund mylke
Mandelmilch Mittelenglisch foc-009 · foc-152 · foc-166
almaunde mylke
Mandelmilch Mittelenglisch foc-077 · foc-085 · foc-154
Almaundes blaunched
Blanchierte Mandeln Mittelenglisch foc-082 · foc-083 · foc-084
aln
Direkt nach dem seitenumbruchbedingten Kapitelkopf steht im Druck „ein“ (wenig Schmalz), nicht „aln“ - so auch in der Parallelausgabe von 1569. Frühneuhochdeutsch std-079 · std-113
als
Verkürzte fnhd. Frühneuhochdeutsch m5919-082 · phw-046 · phw-050
Als oben geschriben stet
Interner Rückverweis im Manuskript auf ein früheres 'gepfeffertes Mus'-Rezept. Frühneuhochdeutsch mha-183 · mha-268
als vor
‚Wie zuvor‘ - die Gans wird wie im vorhergehenden Gänserezept gerupft, ausgenommen und zubereitet vorausgesetzt. Frühneuhochdeutsch b4-005 · b4-268 · m384-045
als vor geschriben ist
Verweis auf ein früher im selben Kochbuch beschriebenes Verfahren, hier vermutlich die Zubereitung des Specks. Frühneuhochdeutsch ka1-007 · ka1-088
also gruen
‚Grün‘ bedeutet in diesem Kontext ‚frisch‘ oder ‚roh‘, also die Leber ungekocht und unverarbeitet verwenden. Frühneuhochdeutsch m384-047 · m384-070
also kalt
Die Früchte werden in den abgekühlten Wein-Honig-Sud eingelegt - kalt, damit die teuren Gewürze ihr Aroma behalten (das sagt der Schluss-Satz ausdrücklich). Frühneuhochdeutsch ka1-095 · m384-009
alye
Binden, andicken Mittelenglisch foc-007 · foc-043 · foc-044
alye it
Binden/legieren - hier mit zerstoßenem Fleisch und Eigelb. Mittelenglisch foc-008 · foc-050
amandelen melke
Mandelmilch Mittelniederländisch wes-016 · wes-040
amandole
Mandeln. Frühitalienisch / Toskanisches Volgare ant-047 · mar-045
amer
Galle (bitterer Teil der Eingeweide) Moyen Français men-129 · men-178
amito
Stärke, hier Weizenstärke, die zum Andicken verwendet wurde. Frühitalienisch mar-140 · mar-266
Amydoun
Stärke, meist Weizenstärke, zum zusätzlichen Binden. Mittelenglisch foc-036 · foc-066 · foc-091
an die stat
Bedeutet hier 'sofort, gleich an Ort und Stelle', nicht wörtlich 'an den Platz'. Frühneuhochdeutsch meb-020 · mha-246 · mha-254
an die statt
Im Zusammenhang: gar kochen. Frühneuhochdeutsch mon-056 · mon-117 · rum-0068
an die statt braten
Dem Zusammenhang nach: gar braten. Frühneuhochdeutsch rum-0120 · rum-0258
an die statt gesotten
Feste Wendung bei Rumpolt: gar gekocht. Frühneuhochdeutsch rum-0248 · rum-0330 · rum-0446
an die statt sieden
gar sieden. Frühneuhochdeutsch rum-0001 · rum-0002 · rum-0005
an dy stat
Feste Kochformel für ‚bis zur richtigen Konsistenz/gar‘, im Korpus mehrfach belegt (u.a. Frühneuhochdeutsch ka2-021 · ka2-023 · ka2-045
an Wasser vnd an wein
'an' bedeutet in diesem mittelbairischen Dialekt 'ohne' - das Mehl wird also ganz ohne Flüssigkeit trocken angeröstet, nicht etwa in Wasser und Wein gekocht. Frühneuhochdeutsch ka2-032 · ka2-033
anch
„anch“ ist kein Wort; der Satz benennt hier den zweiten Namen des Gebäcks. Frühneuhochdeutsch std-223 · std-246
ancken
Bezeichnet tierisches Fett, meist Schmalz (Schweinefett) oder Butter. Frühneuhochdeutsch alb-011 · alb-026
Andoulles
Eine Art französische Wurst, hier als Referenz für Größe und Form Moyen Français men-008 · men-344
anesi confetti
Kandierte Anissamen. Frühitalienisch mar-085 · mar-151
angemacht
Gewürzt, abgeschmeckt. Frühneuhochdeutsch rum-0315 · rum-0786 · rum-0832
Anguilles
Aale Moyen Français men-180 · men-251 · men-260
anmachen
Anrühren, zubereiten, vermischen. Frühneuhochdeutsch phw-162 · rum-0557
anricht
Die ‚Anrichte' ist eine Servierplatte oder ein Tisch, auf dem Speisen angerichtet werden. Frühneuhochdeutsch b4-160 · mha-037 · mon-073
anstecken
Hier ‚auf den Spieß stecken‘; das Wort Spieß steht im Text nicht, folgt aber aus dem Zusammenhang mit dem Begießen des Bratens. Frühneuhochdeutsch rum-0044 · rum-0129 · rum-0436
aourser
Anbrennen, am Topfboden festkleben. Moyen Français men-002 · men-037
aqua roseacea
Rosenwasser - parfümierte Würze, im spätmittelalterlichen Hofgeschmack Standard für süßliche Gerichte. Mittellatein boc-019 · boc-031 · boc-035
arain
Messing oder Bronze - vom Essig anzugreifendes Metall, das den Essig verdirbt; daher verboten. Moyen Français men-234 · men-359
arbais
Mittelhochdeutsch für Erbsen. Frühneuhochdeutsch b4-030 · b4-055 · b4-070
arbais prue
‚Arbais prue‘ ist eine Erbsenbrühe, die als Kochflüssigkeit für den Fischbraten dient. Frühneuhochdeutsch b4-001 · b4-068 · m725-017
arbaiss
Erbsen Frühneuhochdeutsch ka2-009 · ka2-050 · mha-288
arbaßbrie
Erbsbrühe - der Kochsud von Erbsen. Frühneuhochdeutsch teg-011 · teg-051
arboulaste
Name des Gerichts, eine Art Kräuter-Omelette oder Frittata. Moyen Français men-225 · men-265
arrestes
Gräten. Moyen Français men-209 · men-247
arrosti
Brate sie (am Spieß oder auf dem Rost). Frühitalienisch mar-202 · mar-212
arrostita
geröstet, gebraten Frühitalienisch mar-220 · mar-224
arrosto
gebraten, geröstet Frühitalienisch / Toskanisches Volgare ant-092 · mar-001 · mar-002
aschen
Asche Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch bgs-018 · mon-040 · mon-061
aschlach
Frühneuhochdeutsche Bezeichnung für Schalotten. Frühneuhochdeutsch b4-243 · b4-262 · m811-002
aslach
Frühneuhochdeutsche Bezeichnung für Schalotten. Frühneuhochdeutsch w1-245 · w1-264
au parcuire
Beim Fertiggaren - der späte Zeitpunkt der Gewürzzugabe. Moyen Français men-061 · men-085
aubun
Eiweiß Moyen Français men-227 · men-255
aubuns
Eiweiß Moyen Français men-228 · men-230 · men-263
Auch
ebenfalls: Die Brombeeren sollen wie die Früchte der vorangehenden Einträge in eine Torte. Frühneuhochdeutsch rum-0585 · rum-0597 · rum-0620
auf ain Tiſch
Feststehende Mengenformel des Buches, keine Ortsangabe zum Stoßen: „drei Vierdung Mandeln, gerechnet für eine Tafel/Tischgesellschaft“. Frühneuhochdeutsch mst-024 · mst-038
auf kliebenn
Die Schnitze sollen beim Backen aufplatzen bzw. Frühneuhochdeutsch phw-104 · phw-112
auff beyde manier
Auf beide Arten: Mandel- und Apfelgescharb gelten Rumpolt hier als gleich gut. Frühneuhochdeutsch rum-0426 · rum-0605 · rum-0743
auff beyde manier gut
Auf beide Arten gut, also mit der süßen wie mit der sauren Fassung. Frühneuhochdeutsch rum-0772 · rum-0995
auff diese manier
„Auf diese Art“: Rückverweis auf das Verfahren der vorangehenden Nummer (rum-0966). Frühneuhochdeutsch rum-0940 · rum-0967
auff gon
‚Aufgehen', hier im Sinne von aufquellen im heißen Fett, was zu einer luftigen Textur führt. Frühneuhochdeutsch phw-131 · phw-132
auff Polisch
Auf polnische Art. Frühneuhochdeutsch rum-0311 · rum-0383 · rum-0393
auff Vngerisch
Rumpolts Herkunftsangabe für die Zubereitung. Frühneuhochdeutsch rum-0246 · rum-0297 · rum-0300
auffgesetzt
Von Rumpolt selbst beschrieben: ein fester Teig aus Mehl, Eidotter und wenig zerlassener Butter, rund ausgetrieben und hochgezogen, sodass die Pastete „fein… Frühneuhochdeutsch rum-1750 · rum-1752
auffgesetzte Pasteten
Von Rumpolt selbst beschrieben: ein fester Teig aus Mehl, Eidotter und wenig zerlassener Butter, rund ausgetrieben und hochgezogen, sodass die Pastete „fein… Frühneuhochdeutsch rum-0500 · rum-1763
auffgesotten
Aufgekocht. Frühneuhochdeutsch rum-0209 · rum-0921
auffgetrieben
Aufgetrieben, also hochgezogen: Die Pastetenwand wird aus festem Teig von Hand aufgebaut, sodass sie frei steht. Frühneuhochdeutsch rum-0062 · rum-0950 · rum-1735
auffgetriebene Pasteten
„Auffgetrieben“ heißt hochgezogen: eine Pastete, deren Teigwand von Hand hochgezogen wird und frei steht. Frühneuhochdeutsch rum-0121 · rum-0201 · rum-0272
aufflauffen
Aufgehen, sich aufwölben: Der Teig bildet beim Ausbacken eine hohle, hohe Hülle. Frühneuhochdeutsch rum-0118 · rum-0539 · rum-0684
auffrichtigem Kopff
Aufrecht, nicht „ehrlich“. Frühneuhochdeutsch rum-1765 · rum-1768
auffsieden
Aufkochen. Frühneuhochdeutsch rum-0070 · rum-0402 · rum-0478
augsten
Im August, dem Erntemonat - nicht, wie man vermuten könnte, ein Hinweis auf einen engen Lagerort. Frühneuhochdeutsch m5919-078 · m5919-079 · mha-080
aulx camelins
Eine Sauce aus Knoblauch, Ingwer, Essig und Gewürzen, oft mit Zimt. Moyen Français men-191 · men-210 · men-273
außgebutzt
ausgeputzt, gesäubert. Frühneuhochdeutsch rum-0161 · rum-0341
außgeseubert
Ausgeputzt, gesäubert. Frühneuhochdeutsch rum-0014 · rum-0020 · rum-0094
ayer klar
Eiklar, also Eiweiß - Wiederholung derselben Zutat wie 'weiss von den ayren'. Frühneuhochdeutsch mha-173 · mha-175 · mha-253
ayer taig
Ein einfacher Teig, der hauptsächlich aus Eiern und Mehl besteht. Frühneuhochdeutsch mha-219 · mha-227
ayr milich
Eine ‚Eier-Milch‘ ist eine gestockte Milchspeise, ähnlich einem weichen Eierkäse oder einer Art Quark, die durch das Erhitzen von Eiern und Milch entsteht. Frühneuhochdeutsch phw-130 · phw-145 · phw-148
ayr prue
Eierbrühe, eine mit verquirltem Ei angereicherte, klare Brühe. Frühneuhochdeutsch b4-102 · m5919-026 · mon-249
ayr taig
Eierteig oder Eierpanade Frühneuhochdeutsch b4-175 · b4-205 · b4-222
ayr tayg
Ein als Eierteig bezeichneter Teig. Frühneuhochdeutsch w1-106 · w1-208
ayr totteren
Eidotter - die Basis des Muses; das Eiweiß bleibt außen vor. Frühneuhochdeutsch m5919-003 · m5919-014
ayr tutern
Eigelb; damit wird das Kirschmus am Ende abgerührt. Frühneuhochdeutsch w1-118 · w1-146 · w1-229
ayr tutternn
Eidotter, das Eigelb des Hühnereis. Frühneuhochdeutsch b4-112 · b4-113 · b4-140
ayrenn
Eier Mittelenglisch foc-043 · foc-079 · foc-087
ayrklar
‚Eiklar‘ ist die frühneuhochdeutsche Bezeichnung für Eiweiß. Frühneuhochdeutsch mst-019 · mst-033
ayrkäs
Eierkäse - durch Erhitzen von Milch mit Ei (ggf. Frühneuhochdeutsch teg-030 · teg-034
Bachas
Dialektales Nomen für ‚Gebäck/Backwerk', kein isoliertes Rätselwort - bestätigt durch saw-147 (Titel dort wörtlich ‚Ain gut baches' = ‚ein gutes Gebäck') und… Frühneuhochdeutsch wo10-093 · wo10-111
bachen
Backen, hier im Sinne von Garen in einem geschlossenen Gefäß oder Ofen. Frühneuhochdeutsch mst-006 · saw-105 · wo10-073
bachen aiger
Wörtlich 'gebackene/gegarte Eier'. Frühneuhochdeutsch ka1-032 · ka1-033
bachens
Ein allgemeiner Begriff für ein gebackenes Gericht oder Gebäck. Frühneuhochdeutsch alb-011 · std-061
baches
Ein Gebäck, hier im Sinne von Spritzgebäck oder Krapfen. Frühneuhochdeutsch ka1-077 · mst-084 · mst-085
bachs
Hier im Sinne von braten oder frittieren in heißem Fett, nicht backen im Ofen. Frühneuhochdeutsch ka1-037 · ka1-082 · saw-103
baciner
während des Bratens wiederholt mit Sauce begießen bzw. Moyen Français men-146 · men-147 · via-139
backe sij
‚Backe sie‘ - im Mhd. Rheinfränkisch rfk-043 · rfk-044
backen
Kann Backen im Ofen oder Ausbacken in Fett meinen; der Satz legt sich nicht fest. Frühneuhochdeutsch rum-0142 · rum-0465 · rum-0924
Backfisch
Gebackene Fische, hier der gebackene Saibling. Frühneuhochdeutsch rum-0941 · rum-0982
baiderlay winber
Wörtlich ‚beiderlei Weinbeeren', was sowohl frische Trauben als auch getrocknete Rosinen umfassen kann. Frühneuhochdeutsch ka1-067 · ka1-094
baiß
Die ‚Baiß‘ ist die Beize oder Pökellake, in der die Zunge eingelegt wird. Frühneuhochdeutsch std-071 · std-081 · std-165
Barbillons
Barben, eine Gattung von Süßwasserfischen. Moyen Français men-170 · men-333
barghin vleesch
Fleisch eines Borgen, eines kastrierten männlichen Schweins, das für besonders zartes und mageres Fleisch bekannt war. Mittelniederländisch wes-003 · wes-036
barmisankesß
Historische Schreibweise für Parmesankäse, im 16. Frühneuhochdeutsch saw-173 · saw-186 · saw-193
bastede
Pastete - ein Fleischkuchen mit Teighülle bzw. Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch bgs-089 · koe-019
bastet
Pastete, hier eine mit Fleisch gefüllte, im Ofen gebackene Teighülle - Vorform der heutigen Pastete. Frühneuhochdeutsch ka1-001 · ka1-002 · ka1-003
bastete
Eine Pastete ist ein Gericht, das in einer Teighülle oder Form gebacken wird. Frühneuhochdeutsch phw-071 · phw-075 · phw-076
basteten
Der Fließtext desselben Rezepts schreibt zweimal „baſteten hafen“ (Pasteten). Frühneuhochdeutsch m384-017 · mst-004 · mst-005
bastetenn
Eine Pastete ist ein Gericht, das in einer Teighülle gebacken wird. Frühneuhochdeutsch phw-058 · phw-061 · phw-080
bastetten
Eine Pastete ist ein Gericht, das mit einer Teigabdeckung gebacken oder verschlossen wird. Frühneuhochdeutsch phw-057 · phw-082
batour of ayren
Eierteig (Ausbackteig), in den die umhüllten Bällchen vor dem Frittieren getaucht werden. Mittelenglisch foc-157 · foc-175
batzen schmaltz
Ein "Batzen" bezeichnet hier ein Stück oder einen Klumpen Schmalz, keine Gewichtsangabe. Frühneuhochdeutsch wo10-048 · wo10-049
Baumöl
Olivenöl. Frühneuhochdeutsch kkm-110 · mst-099
baß
Besser, in diesem Kontext als Steigerung. Frühneuhochdeutsch rum-0044 · rum-0598 · std-131
Baſteten
„Basteten“/„Pasteten“: Der Gattungsname setzt eine Teighülle voraus, auch wenn der Fließtext nur „in ain hafen“ nennt - der fast wortgleiche Zwilling wo10-05… Frühneuhochdeutsch mst-002 · mst-003
beckin
Ein großes Gefäß oder Becken, dessen Volumen hier als Maßeinheit dient. Frühneuhochdeutsch mst-085 · saw-085 · wo10-024
Bectes
Mangold (Blattgemüse, ähnlich Spinat oder Krautstiel) Moyen Français men-050 · men-250
bedalin
Ein dünn ausgerollter Tortenboden aus Teig. Frühneuhochdeutsch phw-014 · phw-017 · phw-018
bedelin
Der Tortenboden, der aus Teig geformt wird. Frühneuhochdeutsch phw-013 · phw-016 · phw-025
bedellin
Diminutiv von 'Boden', der Tortenboden, auf den die Füllung gegossen wird - bestätigt durch saw-022, saw-089 und saw-093 im selben Buch, die 'bedellin' übere… Frühneuhochdeutsch saw-089 · saw-093 · saw-129
bederling
„Bederling“ ist die im Kochbuch der Philippine Welser wiederkehrende Bezeichnung für Petersilie, etwa auch im Salbei-Petersilien-Rezept phw-048/049. Frühneuhochdeutsch phw-049 · phw-137
Beinen
Knochen (wie in „Gebein“). Frühneuhochdeutsch rum-0325 · rum-0571
beiß
Beizen, also in Essig einlegen; ein heutiger Leser liest leicht "beißen". Frühneuhochdeutsch rum-0050 · rum-1776 · rum-1777
benes
Bohnen (getrocknet) Mittelenglisch foc-002 · foc-177
berenkopf
Im Mittelalter war Bärenfleisch eine geschätzte, wenn auch seltene, Speise für den Adel. Frühneuhochdeutsch ka1-024 · ka1-025
bern
Beeren (im mittelalterlichen Sprachgebrauch oft Wacholder-, Holunder- oder Schlehbeeren) Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch bgs-048 · m384-041
Bersing
Barsch. Frühneuhochdeutsch kkm-010 · kkm-042 · kkm-088
Berthram
Bertram (Anacyclus pyrethrum), eine Wurzel, die als Gewürz und Heilmittel verwendet wurde. Frühneuhochdeutsch std-179 · std-219
bertram
Die Wurzel des Bertram (Anacyclus pyrethrum), einer Heilpflanze, die in der mittelalterlichen Medizin häufig verwendet wurde. Frühneuhochdeutsch so1-132 · std-235
Bertrumkraut
Das Kraut einer Bertram-Pflanze; der Druck sagt ausdrücklich Kraut. Frühneuhochdeutsch rum-0651 · rum-0690 · rum-0692
Besatzung
Eine besetzte oder belagerte Festung mit ihrer Mannschaft. Frühneuhochdeutsch rum-0313 · rum-0439
beschaidenlich
Bedeutet ‚bescheiden‘, ‚in Maßen‘, ‚mit Bedacht‘ oder ‚judiziös‘. Frühneuhochdeutsch ka1-051 · ka2-002
beschlahe
Von 'beschlagen': mit einer Ei-Kräuter-Safran-Masse überziehen, ähnlich einem modernen Panierüberzug. Frühneuhochdeutsch mha-087 · mha-093
bese
Eine frühneuhochdeutsche Form des Verbs 'bestreuen'. Frühneuhochdeutsch phw-044 · phw-045 · phw-210
beseng den gar wol
‚Sänge ihn gut ab‘ - die Borsten/Haare des Kopfes werden über der Flamme abgesengt, bevor er auf den Rost kommt. Frühneuhochdeutsch ka1-025 · m384-040
beses
Von mhd. Frühneuhochdeutsch phw-031 · phw-065
beslach
Das Verb ‚beschlagen‘ bedeutet hier, den Fisch mit dem Teig zu umhüllen oder zu bestreichen. Frühneuhochdeutsch w1-024 · w1-031
besonder
Getrennt, für sich: in einer eigenen Schüssel. Frühneuhochdeutsch rum-0353 · rum-0509
bestreychs
Eine frühneuhochdeutsche Form des Verbs 'bestreichen' (bestreiche es). Frühneuhochdeutsch phw-030 · phw-045
besunder
Gesondert, einzeln - innere und äußere Därme jeweils für sich abbinden. Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch bgs-022 · m725-015 · w1-046
beterling
Petersilie (*Petroselinum crispum*). Frühneuhochdeutsch phw-121 · phw-190 · phw-199
betterling
Betterling ist ein im Buch mehrfach belegter Name für Petersilie (Kraut oder Wurzel). Frühneuhochdeutsch phw-120 · phw-211 · phw-217
bewuertz
Würze es - welche Gewürze gemeint sind, sagt der Text nicht; die Wahl bleibt dir überlassen. Frühneuhochdeutsch ka1-017 · ka1-027
bewurtz
‚Würze es‘ - welche Gewürze gemeint sind, sagt der Text nicht; die Wahl bleibt dir überlassen. Frühneuhochdeutsch ka1-012 · ka1-015 · ka1-020
bewurtz es
‚Würze es‘ - eine allgemeine Anweisung, die typischerweise Gewürze wie Pfeffer, Ingwer, Nelken oder Muskat meint. Frühneuhochdeutsch ka1-029 · m384-070
bewurtz vnd faerbs
Die Anweisung, das Gericht zu würzen und zu färben, war im Mittelalter üblich. Frühneuhochdeutsch ka1-028 · ka1-070
bewurtz vnd farbs
‚Würze und färbe es‘. Frühneuhochdeutsch ka1-069 · m384-043
bianchi d'ova
Eiweiße Frühitalienisch mar-045 · mar-131
Biern
Birnen. Frühneuhochdeutsch kkm-036 · kkm-054
bingnetz
Krapfen oder Fritters, hier eine herzhafte Variante. Moyen Français men-258 · men-268
binten
"Pinte"/"Binte" in ihrer zweiten, im Schweizerischen Idiotikon (Bd. Frühneuhochdeutsch d792-001 · d792-002
bix
Eine Büchse oder ein fest verschließbares Gefäß, oft aus Zinn oder Keramik, zur Aufbewahrung von Lebensmitteln. Frühneuhochdeutsch mst-143 · saw-162
bladt
Ein dünn ausgewalltes Teigblatt. Frühneuhochdeutsch phw-052 · phw-069 · phw-125
blanc mengier
Blancmanger, ein weißes Gericht, oft mit Mandeln gebunden und für seine milde, nahrhafte Qualität geschätzt. Moyen Français men-106 · men-107
blans
Eine mittelalterliche französische Münze. Moyen Français men-014 · men-251 · men-361
blasen
Die Schwimmblasen des Hechts, die am Magen hängen. Frühneuhochdeutsch ri15632-040 · rum-1003
blat von eyern
ein Blatt aus Eiern - eine dünne Omelette- oder Eierkuchen-Schicht Mittelhochdeutsch bgs-008 · bgs-010 · bgs-027
blaunche powdour
weiße Gewürzmischung, mild (meist Zucker, Ingwer, Zimt) Mittelenglisch foc-128 · foc-189
blaw
blau, die angestrebte Farbe des Getränks. Frühneuhochdeutsch rum-0937 · rum-0939 · rum-0944
blaw ab
Blau absieden. Frühneuhochdeutsch rum-0980 · rum-0998
blawe Milch
blaue Mandelmilch - Mandeln mit dem Kornblumen-Färbewasser ausgepresst. Frühneuhochdeutsch kkm-026 · std-198
bledla
Diminutiv von Blatt, hier Salbeiblätter. Frühneuhochdeutsch phw-125 · phw-130 · phw-135
bletter
„Blätter“, hier Teigplatten, die ausgerollt und gebacken werden. Frühneuhochdeutsch ka1-037 · kkm-086
Blettern
Teigblätter. Frühneuhochdeutsch rum-1820 · rum-1825 · rum-1828
bletz
Dünne, flache Teigfladen oder -platten. Frühneuhochdeutsch wo10-104 · wo10-112
bocchale
Historisches Flüssigkeitsmaß, ca. Frühitalienisch mar-024 · mar-124
bocchali
historisches Flüssigkeitsmaß, ca. Frühitalienisch mar-042 · mar-043
bodelin
Ein Diminutiv von ‚Boden‘, hier im Sinne einer Teigbasis oder eines Bodens für die Torte. Frühneuhochdeutsch mst-015 · wo10-079 · wo10-082
Boden
Der Tortenboden, hier eine Unterlage aus Mehl - vermutlich eine knapp beschriebene Teigkruste. Frühneuhochdeutsch mst-014 · saw-125 · saw-131
boley
Poleiminze (Mentha pulegium), eine intensiv-scharfe Minzart. Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch bgs-021 · kkm-101 · kkm-102
bomerantzen
Pomeranzen, die bittere Orange (Citrus aurantium). Frühneuhochdeutsch mst-131 · saw-092
bone spetie
Gute Gewürze Frühitalienisch mar-051 · mar-056 · mar-058
bongnette
Bignets, eine Art frittiertes Gebäck oder Kloß. Mittelniederländisch wes-003 · wes-034
botiro
Butter Frühitalienisch mar-124 · mar-160 · mar-180
boulez
Aufkochen. Moyen Français men-152 · men-209 · men-287
boulir
Kochen Moyen Français men-056 · men-123 · men-167
Boullon
Brühe Moyen Français men-050 · men-164
boullon de char
Fleischbrühe Moyen Français men-040 · men-065
bouly
gekocht Moyen Français men-080 · men-129 · men-134
boulye
Gekocht. Moyen Français men-070 · men-137 · men-185
boutez
stecken, füllen Moyen Français men-142 · men-145 · men-325
boutonner
Binden / Trussieren (um den Vogel in Form zu bringen) Moyen Français men-156 · men-241
boyaulx
Därme Moyen Français men-014 · men-097 · men-265
bradem
Dampf Mittelhochdeutsch bgs-012 · bgs-042
bragia
Glut Frühitalienisch / Toskanisches Volgare ant-093 · mar-065 · mar-072
braon
Fleisch, Muskelgewebe. Moyen Français men-107 · men-242
brascia
Holzkohleglut Frühitalienisch mar-005 · mar-013 · mar-044
brats geschwindt hinweg
Brate ihn rasch fertig. Frühneuhochdeutsch rum-0374 · rum-0713 · rum-0808
brauten
Das ‚Gebratene‘ meint hier das Fleisch des Huhns, das von den Knochen gelöst wird. Frühneuhochdeutsch ka1-034 · ka1-053 · m384-060
bray
zerstoßen (im Mörser) Mittelenglisch foc-044 · foc-063 · foc-160
Brecte
Brachsen, ein in Europa verbreiteter Süßwasserfisch. Moyen Français men-191 · men-192
brede ygrated
Geriebenes (altbackenes) Weißbrot - bindet die Suppe. Mittelenglisch foc-041 · foc-157
bredt
Ein „Brett“ dient hier zum Antrocknen der geschnittenen Kürbisstücke. Frühneuhochdeutsch phw-127 · phw-164
bregla
Die Stücke sollen „aneinander braten“, also nebeneinander in der Pfanne anbraten, bevor der Erbsenbrei dazukommt. Frühneuhochdeutsch phw-198 · phw-204 · phw-205
brenn ein Mehl darein
Einbrennen: Mehl in Fett bräunen und in die Brühe rühren, eine gebräunte Mehlschwitze. Frühneuhochdeutsch rum-0016 · rum-0266
brenn ein wenig Mehl darein
Mehl einbrennen, um die Brühe zu binden. Frühneuhochdeutsch rum-0022 · rum-0078 · rum-0105
brenn Mehl darein
Mehl zum Binden in die Brühe bringen, eine Einbrenne. Frühneuhochdeutsch rum-0074 · rum-0144 · rum-0276
Brennen
Im Kontext dieses Rezepts bedeutet „brennen“ destillieren, also die flüchtigen Aromen durch Erhitzen und Kondensieren zu gewinnen. Frühneuhochdeutsch mst-100 · std-066
bret
Fleisch Frühneuhochdeutsch kkm-028 · saw-012 · saw-031
breun jn ab
Abbräunen: das gesottene Stück auf dem Rost bräunen, so wie in anderen Rezepten dieses Buchs. Frühneuhochdeutsch rum-0025 · rum-0322
breun sie ab
Bräune sie ab, auf dem Rost. Frühneuhochdeutsch rum-0008 · rum-0015 · rum-0079
breuns ab
Abbräunen. Frühneuhochdeutsch rum-0301 · rum-0523
brewet
Anglo-normannisch brouet - eine gewürzte, gebundene Brühe bzw. Mittelenglisch foc-088 · foc-118 · foc-130
brie
Hier schlicht Brühe oder Sud, nicht der Käse. Frühneuhochdeutsch mst-072 · phw-045 · phw-169
brielin
Kleine Brühe, hier der süße Weinsud, in dem die Datteln gekocht wurden. Frühneuhochdeutsch phw-076 · phw-195 · saw-005
briete kiechlen
Gebratene Küchlein (nicht gebackene) - eine im Buch bereits bekannte andere Küchlein-Art aus der Pfanne, an deren Größe sich dieses Rezept orientiert. Frühneuhochdeutsch saw-082 · saw-096
brochecte
Spieß Moyen Français men-185 · men-263
brochet
Hecht Moyen Français men-129 · men-175
brodecto
Brodetto, eine Art dicke, gewürzte Brühe oder Sauce. Frühitalienisch mar-044 · mar-059
brodem
Mittelhochdeutsch für Dampf oder Dunst. Mittelhochdeutsch n2-008 · n2-015
brodetto
eine dicke Brühe oder Sauce Frühitalienisch mar-054 · mar-055 · mar-125
brodio grasso
Fette Brühe - aus fettem Fleisch gekocht oder mit Schmalz angereichert, macht das magere Brot nahrhaft. Mittellatein boc-002 · boc-009 · boc-057
brodium
Brühe Mittellatein boc-021 · boc-030
brodo
Brühe Frühitalienisch mar-029 · mar-036
brodo de carne
Fleischbrühe. Frühitalienisch mar-050 · mar-052
brodo grasso
Fette, kräftige Fleischbrühe. Frühitalienisch mar-009 · mar-025 · mar-059
Brotpfeffer
eigenständiges Gericht (kein Gewürz): eine gewürzte, mit Brot gebundene Wein-Essig-Speise für einfache Tafeln. Frühneuhochdeutsch kkm-040 · kkm-052
brouaille
Gedärme / Innereien (außer Leber) Moyen Français men-090 · men-209
brouet
Brühe, Eintopf, hier: die fertige Sauce Moyen Français men-056 · men-072 · men-075
broye
zerstoßen, zermahlen Moyen Français men-271 · via-092 · via-093
broyees
gemahlen oder zerstoßen Moyen Français men-003 · men-040 · men-061
broyer
Im Mörser zerstoßen oder mahlen. Moyen Français men-020 · men-288 · via-062
broyes
Zerstoßen, mahlen (im Mörser). Moyen Français via-002 · via-003
broyez
Zerstoße im Mörser Moyen Français men-008 · men-042 · men-067
bruege
Die 'Brühe' ist hier die Flüssigkeit aus Wein, Wasser, Honig und Essig, in der die Feigen gekocht werden und die später mit Brot und Lebzelten gebunden wird. Frühneuhochdeutsch m384-064 · m384-076
brug
Bezeichnet hier die Kochflüssigkeit oder Brühe, die beim Kochen der Feigen entsteht. Frühneuhochdeutsch alb-003 · ka1-006 · ka1-007
Brunnkreß
Brunnenkresse (Nasturtium officinale), ein scharfes Wasserkraut. Frühneuhochdeutsch kkm-101 · rum-1574
brusculate
geröstet, leicht angebräunt - hier die Brotscheiben über der Glut. Frühitalienisch mar-102 · mar-154 · mar-159
Brust
Das Tier nennt die Zeile nicht, es ergibt sich aus dem Kapitel: Rumpolts „Jndianische Henn“, die Pute. Frühneuhochdeutsch rum-0469 · rum-0531 · rum-0534
bruwette
Brühe (Diminutiv, romanisch beeinflusst). Mittelniederländisch wes-007 · wes-009 · wes-055
bry
Mittelhochdeutsch für ‚Brei‘ oder ‚Mus‘. Frühneuhochdeutsch / Rheinfränkisch ka1-103 · m384-061 · rfk-025
brye
Brühe oder Kochflüssigkeit. Frühneuhochdeutsch phw-053 · phw-077 · phw-171
bryelin
Verkleinerungsform von „Brühe“: ein kleines Brühlein, also wenig Brühe. Frühneuhochdeutsch phw-173 · phw-219 · phw-226
bryette
Hayers eigenes Wörterverzeichnis zu dieser Handschrift löst „bryette kiechla“ als eine Art Windbeutel (Brandteig) auf - ein fester Gerichtsname, kein Adjekti… Frühneuhochdeutsch phw-089 · phw-105
buchs
Ein Gefäß oder eine Dose zur Aufbewahrung des fertigen Mus. Frühneuhochdeutsch wo10-026 · wo10-040
budello
Darm, Eingeweide. Frühitalienisch mar-224 · mar-231
buder
Butter (b/d-Lautwandel aus „puter/putter“, im Buch durchgängig so aufgelöst). Frühneuhochdeutsch phw-053 · phw-195
buluer
Wörtlich ‚Pulver‘. Frühneuhochdeutsch alb-010 · alb-019
butern
Butter Mittelhochdeutsch bgs-043 · bgs-045
butiro
Butter Frühitalienisch mar-126 · mar-130 · mar-157
butzen
Das Kerngehäuse von Äpfeln oder Birnen. Frühneuhochdeutsch ka1-083 · m384-083 · phw-073
butzenn
Das Kerngehäuse oder die Kerne der Quitten. Frühneuhochdeutsch phw-034 · phw-072
Buvrage
Getränk Moyen Français men-301 · men-302
byx
Kurzform für ‘Büchse’, hier im Sinne einer Spritztülle oder eines Spritzbeutels, um den Teig ringförmig in die Pfanne zu drücken. Frühneuhochdeutsch phw-090 · phw-148
caillecte
Labmagen (der vierte Magen der Wiederkäuer) Moyen Français men-013 · men-014 · men-015
caldaro
Topf, Kessel Frühitalienisch mar-003 · mar-034 · mar-235
cameline
Eine mittelalterliche Würzsauce auf Zimtbasis. Moyen Français men-085 · men-138 · men-142
Caneele
Zimt Mittelniederländisch wes-023 · wes-056
canel
Zimt Mittelenglisch foc-096 · foc-106 · foc-107
canella
Zimt Frühitalienisch / Mittellatein boc-030 · mar-043 · mar-137
canelle
Zimt Moyen Français men-097 · men-102 · men-104
cannella
Zimt Frühitalienisch mar-029 · mar-038 · mar-104
Capoene
Kapaun, ein kastrierter, gemästeter Hahn mit besonders zartem Fleisch. Mittelniederländisch wes-010 · wes-038 · wes-060
Capoenen
Kapaun sind kastrierte Hähne, die für ihr zartes und saftiges Fleisch geschätzt wurden. Mittelniederländisch wes-002 · wes-037
Capouns
Kapaune, kastrierte Masthähne, für ihr zartes Fleisch geschätzt. Mittelenglisch foc-036 · foc-058 · foc-082
cappone
Kapaun, ein kastrierter Masthahn Frühitalienisch / Toskanisches Volgare ant-014 · mar-003 · mar-009
Cardamuemlen
Frühneuhochdeutsche Schreibweise für Kardamom. Frühneuhochdeutsch wo10-007 · wo10-015 · wo10-017
carne salata
Gesalzenes, gepökeltes Fleisch. Frühitalienisch mar-016 · mar-066 · mar-067
carpes
Karpfen Moyen Français men-126 · via-003
Carpioni
Karpfen (Plural) Frühitalienisch mar-252 · mar-264
cascio
Käse. Frühitalienisch / Toskanisches Volgare ant-104 · mar-021 · mar-124
cascio frescho
frischer Käse Frühitalienisch mar-131 · mar-132 · mar-137
cascio fresco
Frischer, ungereifter Käse, vergleichbar mit Ricotta oder Quark. Toskanisches Volgare ant-036 · ant-063
cascio vecchio
alter Käse Frühitalienisch mar-022 · mar-132 · mar-137
caseum recentem
Frischer, ungereifter Käse wie Quark, Ricotta oder milder Frischkäse - im Gegensatz zum gereiften Reibekäse (antiquum) der Käse-Torte boc-042. Mittellatein boc-033 · boc-043
caso
Käse Frühitalienisch mar-065 · mar-085 · mar-135
caso grattato
geriebener Käse Frühitalienisch mar-020 · mar-183 · mar-195
caso grattugiato
Geriebener Käse. Frühitalienisch mar-047 · mar-059 · mar-079
caso vecchio
Alter, gereifter Hartkäse Frühitalienisch mar-035 · mar-077 · mar-086
Cassenadt
Rumpolt erklärt das Wort selbst, allerdings an anderer Stelle, im Kapitel von den Kressen: Der Fisch wird abgesotten, man lässt ihn kalt werden, richtet ihn… Frühneuhochdeutsch rum-0288 · rum-0385 · rum-0485
Cassenat
Ein Wort, das die Wörterbücher nicht kennen. Frühneuhochdeutsch rum-0222 · rum-0256
castrati
Lunge vom kastrierten Masttier (Hammel/Schaf), dessen Fleisch milder ist - alternativ vom Kalb (vituli). Mittellatein boc-010 · boc-035
Cawdel
Von lat. Mittelenglisch foc-015 · foc-032 · foc-084
Cefalo
Meeräsche Frühitalienisch mar-216 · mar-263
cerase
Kirschen Frühitalienisch mar-111 · mar-118 · mar-137
chaltguss
Kaltes Wasser, in dem die Erbsen aufgesetzt und gekocht werden. Frühneuhochdeutsch ka2-050 · ka2-051
chappellures
Semmelbrösel. Moyen Français men-076 · men-079
chappon
Kapaun (kastrierter Hahn) Moyen Français men-285 · men-291 · men-300
chappons
Kapaune (kastrierte Hähne) Moyen Français men-072 · men-073 · men-100
char
Fleisch Frühneuhochdeutsch / Moyen Français b4-205 · men-007 · men-020
char salee
Gesalzenes (gepökeltes) Fleisch, meist Schwein - haltbar gemachtes Fleisch. Moyen Français men-046 · men-059
charcoiz
Karkassen (Knochengerüst des Vogels) Moyen Français men-241 · men-242
Charlet Yforced
Ein gepresster, gewürzter Fleischbrei (meist Schwein); 'yforced' = gestopft/in Form gebracht. Mittelenglisch foc-039 · foc-042
charpie
Zerzupftes Fleisch Moyen Français men-174 · men-194 · men-357
chastaignes
Kastanien Moyen Français men-142 · men-335
chaudeau
Heiße Brühe Moyen Français men-036 · men-097 · men-113
chaudun
Innereien, hier speziell Därme Moyen Français men-012 · men-097
Chawdoun
Innereien-Sauce (afrz. Mittelenglisch foc-111 · foc-139
cheminee
Kamin, offener Herd Moyen Français men-019 · men-021
Chese ruayn
Ruan-Käse, ein französischer Hartkäse aus der Region Rouen, ähnlich einem Parmesan. Mittelenglisch foc-047 · foc-162
chevrel
Rehkitz oder junges Reh. Moyen Français men-080 · men-265
Chewetes
Kleine gedeckte Fleischpasteten. Mittelenglisch foc-181 · foc-182
chien de mer
Der Dornhai, eine größere Haiart. Moyen Français men-191 · men-192
chlain
Hier im Sinne von ‚fein‘ oder ‚klein gerieben‘. Frühneuhochdeutsch b4-250 · mon-213
chlaub
‚Chlaub‘ ist eine bairisch-österreichische Variante von ‚klauben‘, was ‚verlesen‘ oder ‚sortieren‘ bedeutet. Frühneuhochdeutsch b4-084 · mon-233
Chnodel
Mittelhochdeutsch für ‚Knödel‘ oder ‚Klöße‘, eine weit verbreitete Speiseform im Mittelalter. Frühneuhochdeutsch ka2-025 · ka2-026 · mon-118
chochsilber
Quecksilber (hochgiftig!). Frühneuhochdeutsch mon-157 · mon-159 · mon-160
choll
Eine Glut ist ein Bett aus glühenden Kohlen, das eine gleichmäßige und kontrollierbare Hitze abgibt, ideal zum langsamen Sieden. Frühneuhochdeutsch mon-184 · mon-188
chollen
Glut/Kohlenglut, auf die der Topf zum weiteren, sanfteren Garen gesetzt wird. Frühneuhochdeutsch b4-088 · b4-108
chopine
Historisches französisches Hohlmaß, etwa 0,47 Liter. Moyen Français men-251 · men-262 · men-299
choppine
Historisches französisches Flüssigkeitsmaß, etwa 0,47 Liter. Moyen Français men-206 · men-253
chost
‚Kost‘ oder ‚Speise‘, hier das zu rettende Gericht. Frühneuhochdeutsch mon-065 · mon-066
Choulx
Kohl. Moyen Français men-050 · men-053
chrapffen
Krapfen sind in Fett ausgebackene Gebäckstücke, die im Mittelalter oft süß gefüllt wurden. Frühneuhochdeutsch mon-093 · mon-099
chriechen
Kriechen oder Kriecherl sind kleinfrüchtige Pflaumenformen. Frühneuhochdeutsch b4-136 · w1-111 · w1-141
Chrozz
Gänseinnereien, wie Leber, Herz und Magen. Frühneuhochdeutsch b4-240 · b4-241
chumb
„Chumb“ ist eine bairische Schreibvariante für Kümmel. Frühneuhochdeutsch b4-130 · b4-177 · b4-221
ciboule
Frühlingszwiebel oder Lauchzwiebel. Moyen Français men-141 · men-180
ciboules
Frühlingszwiebeln/Lauchzwiebeln; im Mittelalter ein Sammelbegriff für junge, milde Zwiebelgewächse. Moyen Français men-026 · men-165
Cingne
Schwan Moyen Français men-157 · men-158
citrangole
Zitronatzitronen; gemeint ist der saure Saft, nicht die kandierte Schale. Toskanisches Volgare ant-067 · ant-068 · ant-092
civero
Wildschmorbraten/Ragout mit Wein, Essig und Gewürzen - verwandt dem französischen Civet. Frühitalienisch mar-001 · mar-007
claret
Rötlich, klarrot (wie Rotwein). Moyen Français men-074 · men-127 · men-203
clarifie hony
Honig klären: sanft erhitzen und abschäumen. Mittelenglisch foc-141 · foc-144
clo
Nelken Moyen Français men-034 · men-097
cloche
Eine kleine Menge, eine Prise. Moyen Français men-133 · men-137 · men-248
cloches
Stücke oder Knollen (hier für Ingwer) Moyen Français men-250 · men-288
cocchiaro
Löffel Frühitalienisch / Toskanisches Volgare ant-110 · mar-065 · mar-088
cochon
Ferkel Moyen Français men-142 · men-261 · via-172
coffyn
feste Pastetenhülle aus Teig (nicht „Sarg“) Mittelenglisch foc-154 · foc-163 · foc-164
coffyns
Feste Teighüllen, die als essbares Backgefäß für die Füllung dienten. Mittelenglisch foc-109 · foc-185
cole
Abkühlen Mittelenglisch foc-022 · foc-107
cole hem thurgh a cloth
Die gekochten Erbsen durch ein Tuch passieren. Mittelenglisch foc-068 · foc-069
comme dessus
wie oben / wie zuvor beschrieben Moyen Français men-099 · men-117 · men-302
compositione
Teig, Masse Frühitalienisch mar-090 · mar-129 · mar-165
COMPOST
Von lat. Mittelenglisch / Mittelniederländisch foc-097 · wes-015
Condament
Würzsauce/Kondiment, das zu anderen Speisen gereicht wird; hier in einer haltbaren Trockenform vorbereitet. Frühneuhochdeutsch b4-131 · m5919-080
condimente
Hier nicht „Gewürz", sondern die ganze Füllung/Farce (lat. Mittelhochdeutsch bgs-022 · bgs-026
Condimenten
Im Kontext dieses Rezepts bezieht sich ‚condimenten‘ auf die zuvor genannten gehackten Kräuter und Gewürze, die als Würzmittel dienen, nicht auf eine fertige… Frühneuhochdeutsch b4-020 · b4-104 · w1-021
Condimentt
‚Condiment‘ bezeichnet im Mittelalter eine würzige Sauce oder ein Würzmittel, oft auf Essig- oder Weinbasis. Frühneuhochdeutsch b4-024 · b4-241
Confect
Süßes Zuckerwerk oder kandierte Früchte, die zum Garnieren auf die fertige Speise gestreut wurden. Frühneuhochdeutsch rum-0132 · rum-0559 · rum-0658
Congur
Meeraal. Mittelenglisch foc-101 · foc-111
connin
Kaninchen Moyen Français men-117 · men-284
connins
Kaninchen Moyen Français men-108 · men-143
Connynges
Kaninchen Mittelenglisch foc-024 · foc-025 · foc-062
coppo
Ein Gefäß aus Teig, das als Hülle für die Pastete dient und mit einem Teigdeckel verschlossen wird. Toskanisches Volgare ant-064 · ant-065 · ant-082
coq
Vermutlich Hahnenkamm (Pflanze, Crista galli), ein Kraut mit leicht bitterem Geschmack. Moyen Français men-073 · men-225 · men-277
coratella
Innereien (Herz, Leber, Lunge) vom Wild - optional, vertieft Farbe und Körper. Frühitalienisch mar-005 · mar-006
coraunce
Korinthen (getrocknete, kleine Weinbeeren) Mittelenglisch foc-102 · foc-165
cossa
Keule, Oberschenkel. Frühitalienisch mar-018 · mar-026
costa del coltello
Messerrücken. Frühitalienisch mar-018 · mar-026
Costelectes
Kotelettstücke Moyen Français men-009 · men-353
costelz
Rippen. Moyen Français men-018 · men-091
couanne
Die Schwarte oder Haut des Schweins. Moyen Français men-141 · men-203 · men-205
couler
Seihen, filtern Moyen Français men-180 · men-288 · men-308
couler par l'estamine
Durch ein feines Tuch oder Sieb passieren/seihen. Moyen Français men-094 · men-244
coulez
Seihen, filtern Moyen Français men-031 · men-067 · men-083
coulez par l'estamine
durch ein Tuch seihen Moyen Français men-057 · men-185
Couliz
Eine dicke Sauce oder Püree. Moyen Français men-306 · men-307 · men-308
Coulons ramiers
Ringeltauben Moyen Français men-023 · men-154
craspoiz
Der Name des Gerichts, wörtlich 'Fettfisch', bezeichnet hier Walfleisch. Moyen Français men-029 · men-207
cresme
Sahne, Rahm. Moyen Français men-234 · via-183
cretonnee
Sämig gebundenes Püree aus Bohnen und Erbsen; benannt nach dem Eindicken/Binden. Moyen Français men-030 · men-041 · men-048
croco
Safran Mittellatein / Toskanisches Volgare ant-015 · boc-005 · boc-011
crocum
Safran Mittellatein boc-034 · boc-036
crognali
Kornelkirschen Frühitalienisch mar-111 · mar-123
crosta di sotto
Der untere Teigboden einer Torte oder Pastete. Frühitalienisch mar-132 · mar-141
cruddes
geronnene Frischmilch, also Quark/Topfen. Mittelenglisch foc-146 · foc-167
cruoco
Safran, ein kostbares Gewürz, das oft zum Färben von Speisen verwendet wurde. Toskanisches Volgare ant-012 · ant-014
crusca
Kleie (zum Konservieren) Frühitalienisch mar-259 · mar-263
crustes of brede
Geriebene Brotkrusten als zeittypisches Bindemittel. Mittelenglisch foc-122 · foc-126 · foc-134
Cubeben
Kubebenpfeffer (Piper cubeba), pfeffrig mit eukalyptusartiger Note. Frühneuhochdeutsch kkm-109 · mha-082 · std-017
cuer
Herz Moyen Français men-012 · men-015 · men-265
cuicte en eaue
in Wasser gekocht Moyen Français men-171 · men-216
cuissot de porc
Schweinekeule Moyen Français men-142 · men-261
Cynee
Zwiebelbasierte Sauce (engl. Mittelenglisch foc-024 · foc-115 · foc-116
cziger
Name der fertigen, nach dem zweiten Seihen erhaltenen Erbsenspeise. Frühneuhochdeutsch w1-058 · w1-111 · w1-113
czucker
Zucker war im Mittelalter ein teures Importgut und wurde sparsam, oft als Statussymbol, eingesetzt. Frühneuhochdeutsch mon-038 · mon-117 · mon-214
czuker
Zucker war im 15. Frühneuhochdeutsch w1-079 · w1-113
czwir
Das Wort ‚czwir' bedeutet ‚zweimal' oder ‚doppelt'. Frühneuhochdeutsch w1-072 · w1-091
czymmerrintten
Hier ist die Zimtrinde gemeint, die in Stücken mitgekocht oder gerieben hinzugefügt wurde. Frühneuhochdeutsch mon-196 · mon-198
damast
Kurzform für Damastpflaumen, eine alte Pflaumensorte, die sich gut für Konfekt und Mus eignet. Frühneuhochdeutsch wo10-027 · wo10-029 · wo10-040
darchterlin
Ein ‚Darchterlin‘ ist ein kleiner Trichter, der hier zum Einfüllen der Brühe in die halb gebackene Pastete verwendet wird. Frühneuhochdeutsch phw-068 · phw-078
darm
Das Tier nennt der Text nicht; das Kapitel „Vom Ochsen“ gibt den Ochsendarm vor. Frühneuhochdeutsch mon-146 · rum-0035 · rum-1003
darvnter
Darunter: die gezuckerte Zitrone kommt unter die Vögel. Frühneuhochdeutsch rum-0014 · rum-0015 · rum-0281
darvnter gemacht
Hier wohl: dazu gemacht. Frühneuhochdeutsch rum-0969 · rum-0995
dau
Das Verb ‚geben‘ oder ‚hinzufügen‘. Frühneuhochdeutsch phw-125 · phw-134 · phw-180
dauch
Ein feines Tuch, durch das die gekochten Äpfel passiert werden. Frühneuhochdeutsch phw-026 · phw-084 · phw-119
daus
Frühneuhochdeutsch für ‚dann gib sie‘ oder ‚lege sie dann‘. Frühneuhochdeutsch phw-044 · phw-143 · phw-204
dayglin
Ein Diminutiv von Teig, also ein kleines Teigstück. Frühneuhochdeutsch phw-124 · phw-125 · phw-159
dece menestre
Zehn Portionen. Frühitalienisch mar-045 · mar-047 · mar-091
deckalin
Ein kleines, dünnes Teigdeckelchen. Frühneuhochdeutsch phw-036 · phw-045
deckin
Eine Teigdecke, mit der die fertige Masse bedeckt wurde. Frühneuhochdeutsch saw-030 · saw-178 · saw-199
deeghe
Teig, hier für die Pastetenform. Mittelniederländisch wes-010 · wes-054
deffaictes
Auflösen Moyen Français men-062 · men-064 · men-102
deffaictes de vinaigre
Mit Essig auflösen oder verdünnen. Moyen Français men-185 · men-273
dempf
„Dämpfen“ bedeutet hier, die Äpfel weich zu kochen, bis sie leicht zu passieren sind. Frühneuhochdeutsch phw-026 · phw-044
dempff
Dämpfen, schonendes Garen in Wasserdampf. Frühneuhochdeutsch phw-033 · std-184 · wo10-080
dempffen
Dämpfen. Frühneuhochdeutsch mst-056 · mst-123 · wo10-017
dempffs
‚Dämpfen‘ bedeutet hier, das Huhn in Flüssigkeit (z.B. Frühneuhochdeutsch std-172 · wo10-028
denmenten krautt
Von der CoReMA-Edition als vermutlich 'deymenten' gelesen - eine frühneuhochdeutsche Dialektform für Minze, siehe die Lesarten. Frühneuhochdeutsch wo10-058 · wo10-061
derre
trocknen Frühneuhochdeutsch mha-079 · mha-109 · mha-131
derren
Trocknen oder Dörren, hier im Ofen. Frühneuhochdeutsch b4-206 · w1-209 · wo10-029
despeciez par pieces
in Stücke teilen Moyen Français men-108 · men-374
Destrempez
Verdünnen Moyen Français men-050 · men-078 · men-305
detter
Eigelb. Frühneuhochdeutsch phw-015 · phw-016 · phw-215
dich zimpt
‚Dir ziemt‘ oder ‚es dir passend erscheint‘, eine höfliche Formulierung für ‚wenn du meinst‘ oder ‚wenn es die richtige Konsistenz hat‘. Frühneuhochdeutsch std-176 · std-253
dick mandel milch
Gemeint ist eine deutlich eingedickte Mandelmilch, damit sie die Weinbeeren beim Sieden trägt und als Mus gereicht werden kann. Frühneuhochdeutsch m5919-057 · std-002
dicke mandel milich
Konzentrierte, dicke Mandelmilch; sie bildet zusammen mit Reismehl die Basis des Mus. Mittelhochdeutsch bgs-078 · bgs-079
dicke mandelmilch
Dickflüssige Mandelmilch, die durch einen höheren Mandelanteil oder durch Reduktion (Einkochen) erreicht wird. Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch bgs-076 · meb-013
dicke Milch
Hier ist Mandelmilch gemeint, die aus den gestoßenen Mandeln gewonnen wird. Frühneuhochdeutsch kkm-046 · std-030
dicke milich
Eine eingedickte Mandelmilch, die als formbare Grundmasse für die imitierten Eier dient. Frühneuhochdeutsch mha-004 · mha-009 · mha-113
dicker mylch
Mhd. Rheinfränkisch rfk-048 · rfk-071
die Leber
Der Rezepttext nennt das Tier nicht. Frühneuhochdeutsch rum-0204 · rum-0413 · rum-0650
diech
Die Schenkel. Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch bgs-042 · rum-0509 · rum-0523
Diecheln
Schenkel, beim Geflügel die Keule; Nebenform von Diech (BMZ: „diech stn. Frühneuhochdeutsch rum-0758 · rum-0798
diechlin
Ein kleines Tuch, hier zum Abseihen der Eier-Milch-Masse verwendet. Frühneuhochdeutsch phw-109 · phw-163 · phw-183
digen
Gediegen, wohl durchgezogen und ausgereift - die Zungen sind nach dem Salzen, Räuchern und Lufttrocknen fertig gepökelt. Frühneuhochdeutsch saw-027 · saw-058 · saw-059
dikch
„Dick“. Frühneuhochdeutsch b4-180 · w1-177
dikche mandel milch
Dicke Mandelmilch. Frühneuhochdeutsch w1-119 · w1-137 · w1-139
dikchs
Unklare Stelle, gemeint ist wohl 'etwas Dickes' im Sinn einer beliebigen eindickenden Zutat nach Wahl. Frühneuhochdeutsch b4-096 · w1-100
dimpten
Tinte. Frühneuhochdeutsch mha-155 · mha-174
din
Frühneuhochdeutsche Form von ‚dünn‘. Frühneuhochdeutsch phw-045 · phw-049 · phw-211
dinest
‚Dünnste‘ - der Superlativ von ‚dünn‘, also so dünn wie möglich. Frühneuhochdeutsch phw-039 · phw-124
distempera
Anrühren, vermischen, mit Flüssigkeit zu einem Teig verarbeiten. Toskanisches Volgare ant-003 · ant-034 · ant-047
distemperala
verdünnen, auflösen Frühitalienisch mar-068 · mar-112
distemperarai
verdünnen Frühitalienisch mar-095 · mar-115 · mar-118
doberis
Gesetzter Eigenname genau dieser Apfel-Honig-Latwerge - der Text sagt selbst „ditz condiment haist doberis". Frühneuhochdeutsch b4-222 · b4-260 · m5919-083
doi dita
Eine Höhenangabe, die etwa 3 bis 4 cm entspricht. Frühitalienisch mar-139 · mar-228
doi paternostri
Eine mittelalterliche Zeitangabe, die der Dauer des Sprechens von zwei Vaterunsern entspricht, etwa 1-2 Minuten. Frühitalienisch mar-044 · mar-077
dorees
Vergoldet, d.h. Moyen Français men-364 · via-183
dorer
Wörtlich 'vergolden', bedeutet hier, mit Eigelb zu bestreichen, um eine goldene Farbe zu erzielen. Moyen Français men-242 · via-046 · via-171
dorez
vergolden (mit Eigelb bestreichen) Moyen Français men-158 · via-048
dorten
Torte, im 16. Frühneuhochdeutsch phw-054 · saw-077 · saw-079
dorten pfanen
Eine Tortenpfanne, also eine flache, runde Backform. Frühneuhochdeutsch phw-050 · phw-232
dortten
Eine Torte, die sowohl süß als auch herzhaft sein konnte. Frühneuhochdeutsch phw-023 · phw-029 · phw-040
dortten pfanen
‚Tortenpfannen‘ sind flache, runde Backformen. Frühneuhochdeutsch phw-040 · phw-057 · phw-065
dortten pfannen
Eine Tortenpfanne oder -form. Frühneuhochdeutsch wo10-079 · wo10-081 · wo10-090
dorttenn pfanenn
Eine Tortenpfanne war eine flache, runde Backform, oft aus Metall oder Ton. Frühneuhochdeutsch phw-013 · phw-015
dorttenn pfannenn
Eine Tortenpfanne, eine flache Backform für Kuchen und Torten. Frühneuhochdeutsch phw-007 · phw-025
dragee
Zuckerüberzogene Samen oder Nüsse. Moyen Français men-106 · men-321 · via-171
dragie
Gezuckerte Gewürzkonfekte, kein gemahlenes Gewürzpulver. Mittelniederländisch wes-019 · wes-028 · wes-035
dragye
Gewürzmischung (ursprünglich kandierte Gewürze, hier wohl gemahlen) Mittelniederländisch wes-003 · wes-010
Drappen
Trappe, mittelhochdeutsch trappe, lateinisch tarda. Frühneuhochdeutsch rum-0512 · rum-0514 · rum-0515
drawe hem up
aufziehen, vermischen, passieren (zu einem Mus verarbeiten und mit Flüssigkeit verdünnen) Mittelenglisch foc-002 · foc-056 · foc-067
drawe it thurgh a straynour
Durch ein Sieb/Tuch passieren Mittelenglisch foc-022 · foc-135
drawe it up
Mit Flüssigkeit (der Fischbrühe) aufziehen / zu einer Sauce verrühren. Mittelenglisch foc-115 · foc-131
dreciez vostre grain dedens
Richte deine Speise/dein Gericht darin an. Moyen Français men-088 · men-092
dressier
Anrichten, servieren. Moyen Français via-002 · via-003
dreybs
Das Verb „dreybs“ bedeutet hier „passiere es“, also durch ein Sieb streichen, um eine feine Konsistenz zu erhalten. Frühneuhochdeutsch phw-021 · phw-140 · phw-153
dreybs durch ain dauch
Die Äpfel durch ein Tuch pressen, um ein feines Mus zu erhalten. Frühneuhochdeutsch phw-166 · phw-225
Dreystund
dreimal, dreifach - hier die Anzahl der Teig-Beschichtungen auf dem Fisch. Frühneuhochdeutsch b4-023 · b4-103
drifueß
Ein Dreifuß aus Eisen, auf den ein Kessel gestellt werden konnte, um ihn über dem offenen Feuer oder Glut zu erhitzen. Frühneuhochdeutsch ri15632-042 · ri15632-043
drucken
„Drucken“ ist hier eine Schreibvariante von „trocken“ - nicht das Verb „drücken“. Frühneuhochdeutsch phw-089 · phw-092 · phw-119
Du kanst auch
Rückbezug auf das vorangehende Rezept, die gefüllte Wildschweinmilz vom Rost. Frühneuhochdeutsch rum-0271 · rum-0422 · rum-0729
Duba
Rumpolts Name für dieses Verfahren: Braten in Knoblauch und Essig einbeizen, braten und mit einer in Butter gesottenen Brühe begießen. Frühneuhochdeutsch rum-0129 · rum-0181 · rum-0855
dunen taig
Ein dünner Teig, der die Morcheln umhüllen soll. Frühneuhochdeutsch ka1-083 · m384-083
durch ein tuch
Die fein gestoßenen Nüsse werden mit Milch durch ein Tuch passiert, sodass eine glatte Flüssigkeit entsteht. Frühneuhochdeutsch b4-058 · w1-117
durch geschlagen
Bezeichnet das Durchschlagen (Durchstreichen) von Brot durch ein Sieb oder Tuch - so entstand eine bindende Grundlage für die Sauce, ähnlich einer feinen Bro… Frühneuhochdeutsch ka1-016 · mha-273
durch gezogen
‚Durchgezogen' = das Passieren der Masse durch ein Tuch oder Sieb für eine feine, glatte Konsistenz. Frühneuhochdeutsch ka1-086 · m384-003 · m384-056
durch gezognen
Wörtlich ‚durchgezogen‘, hier im Sinne von ‚passiert‘ oder ‚gesiebt‘, um eine feine, glatte Konsistenz zu erzielen. Frühneuhochdeutsch ka1-043 · m384-061
durch schlag
Ein ‚Durchschlag‘ ist ein Sieb oder eine Seiher, durch das Flüssigkeiten abgetropft werden. Frühneuhochdeutsch phw-013 · phw-164
durch slachen
Wörtlich 'durchschlagen', hier im Sinn von kräftig einarbeiten und vermengen, nicht durch ein Sieb passieren. Frühneuhochdeutsch b4-041 · b4-050 · b4-073
durchbeissen
„Fressend durchdringen, durchätzen“: Die Essig-Knoblauch-Brühe zieht in den Braten ein. Frühneuhochdeutsch rum-0112 · rum-0129
durchgestrichen
Passiert, also durch ein Tuch oder Sieb gestrichen. Frühneuhochdeutsch rum-0477 · rum-0526 · rum-0528
durchschlag
Ein Sieb oder Seiher. Frühneuhochdeutsch phw-163 · phw-166 · rum-0027
durchschlag oder syblin
Ein Sieb oder kleines Sieb zum Passieren des Muses. Frühneuhochdeutsch phw-162 · phw-165
durchtrieben
durchpassiert/durchgestrichen - hier die kernhaltige Kirschmasse durch ein Tuch treiben. Frühneuhochdeutsch kkm-038 · rum-0383
durchſchlag
Ein Sieb oder Passiergerät, um die gekochten Äpfel zu pürieren. Frühneuhochdeutsch mst-033 · mst-035
durich ein tuech
Das Passieren durch ein Tuch (Käsetuch) war eine gängige Methode, um Saucen zu klären und eine feine, glatte Textur zu erzielen. Frühneuhochdeutsch mon-221 · mon-234
durich slahen
Wörtlich ‚durchschlagen‘, bedeutet hier, die Sauce zu passieren oder gründlich zu verrühren, um eine feine, homogene Konsistenz zu erzielen. Frühneuhochdeutsch w1-016 · w1-035 · w1-050
dyce
Würfel. Mittelenglisch foc-013 · foc-107
eaue
Wasser Moyen Français men-038 · men-056 · men-067
eaue de char
Fleischbrühe Moyen Français men-054 · men-084 · men-097
eaue de la char
Der beim Braten austretende Fleischsaft oder eine zusätzliche Fleischbrühe. Moyen Français men-119 · men-293
eaue fremiant
Siedendes Wasser Moyen Français men-040 · men-050 · men-174
eerlich
Ehrlich, hier im Sinne von ‚reichlich‘ oder ‚gut‘. Frühneuhochdeutsch std-002 · std-028 · std-047
eerlich zucker
‚Ehrlich‘ bedeutet hier ‚gut‘, ‚rein‘ oder ‚von guter Qualität‘. Frühneuhochdeutsch std-005 · std-031 · std-033
Eerys
Ohren Mittelenglisch foc-099 · foc-173
effondrer
ausnehmen, ausweiden Moyen Français men-181 · men-188
effondrez
ausgenommen Moyen Français men-024 · men-341 · men-379
Egurdouce
Süß-sauer, aus altfranzösisch 'aigre-doux'; benennt die Geschmacksrichtung des Gerichts. Mittelenglisch foc-020 · foc-129
ein starcken Sudt auffthun
Einmal kräftig aufwallen lassen. Frühneuhochdeutsch rum-0829 · rum-0908
ein Sudt auffthun
Einmal aufkochen lassen. Frühneuhochdeutsch rum-0159 · rum-0339 · rum-0549
eingebrennt Mehl
Mehl, in Fett angeschwitzt (Einbrenne), zum Binden. Frühneuhochdeutsch rum-0008 · rum-0013 · rum-0084
eingemacht
Historisch für „eingelegt“ oder „haltbar gemacht“, oft durch Kochen mit Zucker oder Essig. Frühneuhochdeutsch mha-133 · mha-148 · mst-048
eingemachten
In Sauce angerichtet, fertig angemacht, nicht konserviert. Frühneuhochdeutsch mon-184 · rum-0068 · rum-0073
eingerürts
Ein 'Gerührtes' - eine locker verquirlte Eiermasse, die hier als fleischlose Alternativ-Füllung dient. Frühneuhochdeutsch std-205 · std-206 · std-210
einmachen
Nicht haltbar machen, sondern in Brühe oder Soße anrichten, hier weiß oder gelb. Frühneuhochdeutsch rum-0163 · rum-0183 · rum-0187
einseudt
Von einsieden: einkochen. Frühneuhochdeutsch rum-0111 · rum-0114
einsieden
Einkochen oder reduzieren, um die Flüssigkeit zu verringern und die Konsistenz zu verdicken. Frühneuhochdeutsch rum-0190 · rum-0601 · std-113
Einzumachen
Hier: in die Pastete einschließen, in den Teig einhüllen. Frühneuhochdeutsch mst-056 · mst-057 · rum-0210
eissellen
Kleine Werkzeuge, vermutlich kleine spitze Eisen oder Messerchen, mit denen ein Schuppenmuster in den Teig gedrückt wurde. Frühneuhochdeutsch saw-065 · saw-067
eitel
Rein, lauter, ausschließlich (hier: nur Fischlebern). Frühneuhochdeutsch kkm-072 · kkm-084 · kkm-103
elen
Aale Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch bgs-018 · bgs-037 · kkm-020
embrochiez
aufspießen Moyen Français men-086 · men-139 · men-149
Endten
Enten. Frühneuhochdeutsch rum-0633 · rum-0635 · rum-0637
enfleurer
Mit Mehl bestäuben. Moyen Français men-188 · men-267
enis
Anis Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch bgs-010 · bgs-048 · ka1-094
entrecerele des boyaulx
Spezifischer Teil der Därme, genaue Entsprechung unklar Moyen Français men-006 · men-012
Epfeldortten
Apfeltorte. Frühneuhochdeutsch wo10-078 · wo10-079
Epffelgescharb
Zu scharben, klein schneiden: ein Geschnitzel aus Obst oder Gemüse. Frühneuhochdeutsch rum-0095 · rum-0350 · rum-0931
erbe odorifere
Aromatische Kräuter wie Petersilie, Salbei, Majoran oder Thymian. Toskanisches Volgare ant-015 · ant-024 · ant-035
erbels
Vom Verb ‚erbelten' (erwellen) - kurz aufkochen bzw. Frühneuhochdeutsch mon-097 · mon-267
erbis
Frühneuhochdeutsche Schreibweise für Erbsen, hier gekocht als Basis der zweiten Füllung. Frühneuhochdeutsch saw-134 · saw-145
erbisbrie
Erbsenbrühe, ein aus Erbsen gekochter Sud, der hier als Kochflüssigkeit für Zwiebeln und Hecht dient. Frühneuhochdeutsch saw-048 · saw-168 · saw-192
Erbſich
Hier sind Berberitzen (Sauerdornbeeren) gemeint, nicht Erbsen - ein „falscher Freund“ im Frühneuhochdeutschen. Frühneuhochdeutsch mst-128 · mst-143
erczney
Die Aussage, dass man keine weitere ‚Arznei‘ (Medizin) benötige, ist ein typischer Topos der mittelalterlichen Kochkunst. Frühneuhochdeutsch b4-185 · w1-189
erhaben taig
Dies bezieht sich auf einen aufgegangenen Teig, typischerweise einen Hefeteig, der durch Gärung an Volumen zunimmt. Frühneuhochdeutsch mon-099 · ri15632-005
erklaubt
'Erklaubt' bedeutet sorgfältig verlesen oder gesäubert. Frühneuhochdeutsch std-014 · std-116
erlich
Die Vorlage ist an dieser Stelle schwer lesbar gewesen; richtig gelesen steht hier ‚etlich‘ (etliche/einige) - so auch in der Zweitausgabe von 1569. Frühneuhochdeutsch std-133 · std-221
ersieden
Dieses Wort ist ein Hapax (kommt nur einmal im Korpus vor) und bedeutet „gar sieden“ oder „fertig kochen“. Frühneuhochdeutsch ka1-047 · saw-038
erthen panne
Eine Schale oder Pfanne aus Ton oder Keramik. Mittelenglisch foc-098 · foc-100
erttern
Vermutlich Rändern/Ortern (Plural zu Ort/Rand). Frühneuhochdeutsch saw-031 · saw-063
erwell
Erwärme. Frühneuhochdeutsch b4-104 · b4-105 · b4-106
erwell das vndereinander
„Erwellen“ bedeutet hier, die Flüssigkeit (Wein und Honig) zusammen aufzukochen, bis sie aufwallt. Frühneuhochdeutsch ka2-006 · w1-216
erwell es
Das Verb 'erwellen' bedeutet hier, die Masse zu erhitzen oder aufwallen zu lassen. Frühneuhochdeutsch b4-174 · ka1-029
erwell es wol
‚Erwellen‘ bedeutet hier, das Fleisch gut aufwallen oder aufkochen zu lassen. Frühneuhochdeutsch b4-245 · w1-247
erwell sie
Bedeutet „lass sie aufwallen“ oder „lass sie kurz aufkochen“. Frühneuhochdeutsch kkm-002 · w1-110
erwell sy
Die Knödel werden in der Eierhülle aufgekocht, nicht nur erwärmt - das ergibt eine gestockte, mitgegarte Schicht. Frühneuhochdeutsch w1-104 · w1-208
erwelle
Vorkochen/aufwallen lassen in Fleischbrühe, bevor die Vögel in Schmalz geröstet werden. Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch bgs-071 · m384-034
erwelle isz
Die Sauce kurz aufkochen oder erwärmen, um die Aromen zu verbinden und die Konsistenz zu festigen. Rheinfränkisch rfk-004 · rfk-055
erwellet
Aufwallen lassen. Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch bgs-055 · mha-090 · mha-092
erwells
„erwärme es“ - vom Verb „erwellen“ (erwärmen, aufkochen). Frühneuhochdeutsch kkm-055 · mst-011 · w1-004
erwellt
Aufgewallt, aufgekocht. Frühneuhochdeutsch b4-059 · w1-062
erwels
Eine Form von ‚erwellen‘, bedeutet ‚erhitzen‘ oder ‚aufwallen lassen‘. Frühneuhochdeutsch ka1-020 · phw-064 · saw-091
erwes brye
Ein Erbsenbrei, der als Sud dient, in dem der angebratene Fisch fertiggegart wird. Frühneuhochdeutsch phw-203 · phw-205
erwoll
Von mhd. Frühneuhochdeutsch m384-038 · m384-044 · mha-099
erwolle
aufkochen lassen Frühneuhochdeutsch mha-120 · mha-221
es sey gelb oder weiß
Rumpolts Formel für die freie Wahl der Saucenfarbe. Frühneuhochdeutsch rum-0298 · rum-0427 · rum-0735
es sey kalt oder warm
Rumpolt kennt kalt gegessene und warm aufgetragene Pasteten als eigene Gattungen. Frühneuhochdeutsch rum-0862 · rum-0936 · rum-1771
es sey saur oder nicht
Wahlweise gesäuert. Frühneuhochdeutsch rum-0188 · rum-0305 · rum-0447
escharder
schuppen Moyen Français men-171 · men-176 · men-213
eschaudee
Überbrüht/blanchiert, um das Fleisch zu reinigen und vorzugaren. Moyen Français men-026 · men-105
eschauder
abbrühen, kurz in heißem Wasser blanchieren Moyen Français men-176 · men-181 · men-189
eschaudez
gebrüht, überbrüht. Moyen Français men-122 · men-130 · men-157
Eschen
Asche (frühneuhochdeutsch esche). Frühneuhochdeutsch rum-1000 · wbd-026
Escheroys
Krebse oder Garnelen. Moyen Français men-161 · men-260 · men-267
eschine
Wirbelsäule. Moyen Français men-018 · men-050 · men-091
escorche
Schale Moyen Français men-040 · men-044 · men-063
escorchiez
Häuten Moyen Français men-092 · men-122 · men-123
escrevisses
Flusskrebse Moyen Français men-076 · men-186 · men-223
escuelle
Schale Moyen Français men-034 · men-056 · men-108
escuelles
Schalen oder kleine Teller. Moyen Français men-234 · men-289
escumer
Den Schaum abschöpfen. Moyen Français men-163 · men-253
espaulles
Schultern Moyen Français men-018 · men-157
espices
Gewürze Moyen Français men-003 · men-004 · men-008
espices de chambre
Kammergewürze, eine Mischung aus feinen Gewürzen, die oft nach dem Essen als Digestif oder Süßigkeit gereicht wurde. Moyen Français via-051 · via-173
espoiz
Dick, sämig. Moyen Français men-028 · men-037 · men-106
essach
Mittelbairisch-frühneuhochdeutsche Schreibweise für ‚Essig‘. Frühneuhochdeutsch m5919-082 · w1-024
esseach
Essig. Frühneuhochdeutsch b4-019 · b4-022 · b4-033
essech
Essig. Frühneuhochdeutsch b4-192 · b4-194
esseich
Essig, hier zusammen mit Honig für die süß-saure Balance der Soße. Frühneuhochdeutsch b4-196 · mon-055 · mon-123
estamine
Feines Tuch oder Sieb Moyen Français men-031 · men-050 · men-074
estauvez
Enthäuten Moyen Français men-122 · men-127 · men-198
Euter
Nach dem Kapitel, in dem das Rezept steht, das Euter der Kuh. Frühneuhochdeutsch rum-0085 · rum-0087 · rum-0089
eyer totern
Eigelb - wird nach dem Passieren zum Mus gegeben. Mittelhochdeutsch bgs-065 · bgs-068 · bgs-077a
Eyerdotter
Eidotter, hier hart gekocht und im Mörser zerstoßen. Frühneuhochdeutsch rum-0708 · rum-0783
Eyerdottern
Eigelb. Frühneuhochdeutsch rum-0597 · rum-0813 · rum-0841
Eyerklar
Eiweiß, hier als Kleber zum Verschließen der Ränder. Frühneuhochdeutsch kkm-071 · kkm-073 · kkm-079
eyerstotern
Eidotter, hier zum Legieren (Binden) des Muses verwendet. Mittelhochdeutsch bgs-082 · bgs-095
Eyertotter
Eigelb. Frühneuhochdeutsch kkm-051 · kkm-075
Eyertottern
Eigelb - bindet hier die gehackte Lunge zur Farce. Frühneuhochdeutsch kkm-063 · kkm-090
eyngebrennt Mehl
In Fett angeschwitztes Mehl zum Binden (Einbrenne). Frühneuhochdeutsch rum-0468 · rum-0469 · rum-0483
eyngemacht
Heißt hier in einer Sauce angerichtet, nicht haltbar gemacht. Frühneuhochdeutsch rum-0152 · rum-0153 · rum-0173
eyngemachte
Hier: in einer Sauce gegart. Frühneuhochdeutsch rum-0601 · rum-0692 · rum-0715
Eyngemachten
Bei Rumpolt heißt „eingemacht“ bei Fisch: in einer Sauce oder Brühe gegart, hier in klarer Brühe. Frühneuhochdeutsch rum-0854 · rum-0906
eyngeschlagen
Eingeschlagen, also in den Teig eingewickelt. Frühneuhochdeutsch rum-0965 · rum-1753 · rum-1754
eynmachen
Hier: in eine Pastete hineingeben. Frühneuhochdeutsch rum-0193 · rum-0222 · rum-0228
eynmachst
Die Gans in eine Pastete „einmachen“ heißt hier, sie in den Pastetenteig einzuschlagen, nicht sie haltbar zu machen. Frühneuhochdeutsch rum-0607 · rum-1004
eynmacht
Bei Rumpolt eine Zubereitungsart für Fleisch, Geflügel und Fisch: in einer Brühe oder Sauce gegart. Frühneuhochdeutsch rum-0774 · rum-0807
eynsieden
Einkochen, bis die Flüssigkeit reduziert ist. Frühneuhochdeutsch rum-0300 · rum-0407 · rum-0463
eynzumachen
Hier: in ein Gefäß einlegen und unter Essig haltbar machen. Frühneuhochdeutsch rum-0196 · rum-0208 · rum-0231
Eyttel
Bedeutet ‚rein', ‚nur' oder ‚ausschließlich'. Frühneuhochdeutsch b4-053 · mha-016
ezzige
Essig (Weinessig im Mittelalter Standard) Mittelhochdeutsch bgs-031 · bgs-048
faerbs
Die Anweisung, das Gericht zu färben, war im Mittelalter üblich. Frühneuhochdeutsch ka1-038 · ka1-059
faerzel
Füllung, Farce. Mittelniederländisch wes-020 · wes-025
faim
Schaum, hier der aufgeschlagene Rahmschaum. Frühneuhochdeutsch std-080 · wo10-040
faist
Schwäbisch-augsburgisch für Fett. Frühneuhochdeutsch m5919-066 · saw-016 · saw-077
faistin
Fett, hier Fett vom Ochsen als Ersatz für frische Butter. Frühneuhochdeutsch saw-020 · saw-060 · saw-066
faiſtin
Feiste, das ausgelassene Fett vom Speck. Frühneuhochdeutsch mst-003 · mst-045 · mst-066
farb
Unsichere Textstelle. Frühneuhochdeutsch mha-120 · phw-094
farina bella
Feines Mehl. Frühitalienisch mar-073 · mar-085
farina d'amitto
Stärkemehl, meist aus Weizen oder Reis gewonnen. Frühitalienisch mar-141 · mar-142 · mar-156
farro
Dinkel, eine alte Getreidesorte. Frühitalienisch / Mittellatein boc-054 · mar-051 · mar-081
fars
Füllung, Farce Mittelenglisch foc-048 · foc-160 · foc-165
fastag
Fastentag - statt der Fleischbrühe wird in Wasser gegart, um die Fastenregeln einzuhalten. Frühneuhochdeutsch m5919-027 · saw-011
Fastagen
Fastentage - das Gericht ist als feines Fastenessen deklariert. Frühneuhochdeutsch kkm-050 · kkm-076
Faulx grenon
Wörtlich 'Falscher Knurrhahn', ein Gericht, das Fleisch als Fisch tarnt. Moyen Français men-235 · men-236 · men-246
faum
Schaum; entsprechend ist der Faumloͤffel der Schaumlöffel. Frühneuhochdeutsch rum-0246 · rum-0275 · rum-0624
faum gewinnet
Dass es Schaum bekommt. Frühneuhochdeutsch rum-0666 · rum-0671
faym
abschäumen, den Schaum abschöpfen (verwandt mit 'Feim' = Schaum). Frühneuhochdeutsch b4-267 · std-094 · std-230
faysten
Bezieht sich auf das Fett, das sich beim Sieden auf der Brühe absetzt und abgeschöpft werden soll. Frühneuhochdeutsch phw-071 · phw-210 · phw-213
faystin
Ein Diminutiv von ‚fayst‘ (fett), hier als kleine Fettzugabe oder -auflage am Ende des Gerichts zu verstehen. Frühneuhochdeutsch phw-223 · phw-224
fayßte
Allgemeiner Begriff für tierisches Fett, hier wahrscheinlich Schweineschmalz oder Rinderfett, das für Geschmack und Saftigkeit sorgt. Frühneuhochdeutsch std-147 · std-152
fegellen
Kleine (Wild-)Vögel, vermutlich Drosseln oder ähnliches Federwild, wie es im 16. Frühneuhochdeutsch saw-014 · saw-098
fein
Sauber, sorgfältig, nicht „in kleinen Stücken“. Frühneuhochdeutsch rum-0236 · rum-0490 · rum-0963
fein breit
In feinen, breiten Scheiben. Frühneuhochdeutsch rum-0449 · rum-0690 · rum-0726
fein feißt
fein = recht, schön; feißt = fett. Frühneuhochdeutsch rum-0053 · rum-0850
fein im Safft
„fein“ heißt hier gut, ordentlich: Der Braten soll im eigenen Saft bleiben, also nicht austrocknen. Frühneuhochdeutsch rum-0189 · rum-0827
fein lauter
Ganz klar, ohne Trübung; bezieht sich auf die Brühe. Frühneuhochdeutsch rum-0568 · rum-0865
fein weiß
Hell, ungefärbt. Frühneuhochdeutsch rum-0566 · rum-0844 · rum-0926
feißt
fett. Frühneuhochdeutsch rum-0003 · rum-0011 · rum-0016
Feldhun
Rebhuhn (Perdix perdix). Frühneuhochdeutsch rum-0757 · rum-0758
Feldkümmel
Doppelte Lesart, keine ist festgelegt: Lexer und Idiotikon kennen Kümmel (Carum carvi); das Frühneuhochdeutsche Wörterbuch (unter quendel), Stieler im Grimms… Frühneuhochdeutsch rum-0042 · rum-0050
Feldthun
Feldhuhn, hier gleichbedeutend mit Rebhuhn; im selben Kapitel wechselt Rumpolt zwischen Rephun und Feldhun. Frühneuhochdeutsch rum-0748 · rum-0755
fer de la paelle
Wörtlich „Eisen der Pfanne“, gemeint ist die Pfanne selbst. Moyen Français men-119 · men-229
ferbe isz
„Färbe es“ - klassisch mit Safran für das prestigeträchtige Goldgelb der höfischen Küche. Rheinfränkisch rfk-002 · rfk-033 · rfk-044
fers
Waffeleisen Moyen Français men-343 · men-344
feves
Bohnen, im mittelalterlichen Kontext meist Ackerbohnen (Vicia faba), auch Dicke Bohnen genannt. Moyen Français men-042 · men-046
feves nouvelles
Frische junge dicke Bohnen (Saubohnen/Favabohnen, Vicia faba); vor der Verarbeitung gehäutet. Moyen Français men-041 · men-045 · men-094
fewr
Feuer Frühneuhochdeutsch b4-228 · kkm-028 · mon-216
Feßlein
Kleines Fass, Fässchen. Frühneuhochdeutsch rum-0859 · rum-0885 · rum-0931
fial bluomen
Frische Veilchenblüten (Viola odorata) - sie färben das Mus laut Text. Mittelhochdeutsch bgs-077 · bgs-078 · bgs-079
ficatelli
Hahnenlebern Frühitalienisch mar-038 · mar-177
fierdung
Ein ‚Viertelpfund‘, also etwa 125 Gramm. Frühneuhochdeutsch phw-096 · phw-210 · phw-212
figatelli
Leberchen (Diminutiv von Leber) Frühitalienisch mar-015 · mar-021 · mar-027
figatellos
Lateinisch figatellum, Diminutiv von figatum (Leber). Mittellatein boc-022 · boc-023
fil
Faden Frühneuhochdeutsch / Moyen Français men-325 · phw-130
finocchio
Fenchel - hier die Samen als Gewürz. Frühitalienisch mar-023 · mar-026 · mar-032
finocchio pesto
Gemahlener Fenchel. Frühitalienisch mar-018 · mar-019
fior di farina
Feinstes Weizenmehl Frühitalienisch mar-160 · mar-174
fiore di farina
feinstes Weizenmehl Frühitalienisch mar-128 · mar-136 · mar-162
Firdung
Ein ‚Firdung‘ oder ‚Vierdung‘ entspricht einem Viertel Pfund, also etwa 125 g. Frühneuhochdeutsch w1-034 · w1-065
firtel
Ein Viertel, also ein Bruchteil-Maß des Fudermaßes. Frühneuhochdeutsch wbd-021 · wbd-022 · wbd-023
Fischkessel
Kessel zum Fischkochen. Frühneuhochdeutsch rum-0044 · rum-0047 · rum-0065
Fischkesselein
Kleines Fischkesselchen, hier einfach ein kleiner Topf. Frühneuhochdeutsch rum-0042 · rum-0106 · rum-0346
flanchet
Flanke des Rindes. Moyen Français men-018 · men-068 · men-147
flecken
Name für diese Osterzeit-Backware aus dem vorangehenden Rezept, kein Fleck im Sinn von Stoff- oder Hautfleck. Frühneuhochdeutsch std-084 · std-222 · std-223
Fleisch
Der Text sagt nur „Fleisch“. Frühneuhochdeutsch rum-0169 · rum-0209
flekchen
Verkleinerungsform von 'Fleck' - und 'Fleck' meint im Kern das flache, breitgedrückte Stück (Splett belegt den Stamm als 'flachgedrückt', dazu 'fleck-ilîn' =… Frühneuhochdeutsch b4-159 · w1-162
fleschbrie
Fleischbrühe, hier vermutlich vom Kochen des Kalbfleischs selbst. Frühneuhochdeutsch saw-014 · saw-031 · saw-045
fleur
Mehl. Moyen Français men-211 · men-255 · men-262
fleur de canelle
Zimtblüten (Cassia-Knospen) Moyen Français men-074 · men-180 · men-185
florissh
Garnieren/verzieren. Mittelenglisch foc-035 · foc-072
flour it
Bestreuen/bestäuben Mittelenglisch foc-021 · foc-025 · foc-037
flour of canel
Zimtpulver Mittelenglisch foc-034 · foc-096 · foc-140
flour of rys
Reismehl Mittelenglisch foc-050 · foc-069 · foc-077
flugs
Schnell, sogleich. Frühneuhochdeutsch rum-0232 · rum-0416 · rum-0484
flugs geschwindt
Sofort, rasch: anrichten, solange die Krapfen noch knusprig sind. Frühneuhochdeutsch rum-0245 · rum-0685
foile
Dünn ausgerolltes Teigblatt, aus dem die Spitzen geschnitten werden. Mittelenglisch foc-149 · foc-180
foing
Heu. Moyen Français men-321 · men-356
foison
reichlich, viel Moyen Français men-027 · men-150 · men-169
fol bachenn
Vollends backen, bis die Torte gar und fertig ist. Frühneuhochdeutsch phw-046 · phw-049
forchine
Dialektform von Forellen, bezeichnet dieselben Fische wie 'ferchelen' weiter oben. Frühneuhochdeutsch saw-181 · saw-198
Foren
Forellen. Frühneuhochdeutsch rum-0944 · rum-0946 · rum-0950
Fouques
Blässhühner (Fulica atra), eine Wasservogelart. Moyen Français men-023 · men-349
fourment
Weizen Moyen Français men-324 · men-377
foye
Leber Moyen Français men-012 · men-015 · men-018
foyes
Lebern Moyen Français men-055 · men-072 · men-074
franche mule
Labmagen (vierter Magen des Wiederkäuers). Moyen Français men-015 · men-018
fraze
Zwerchfell (Diaphragma) oder Mesenterium (Gekröse) Moyen Français men-014 · men-015
fremiant
Siedend, kochend Moyen Français men-052 · men-136 · men-199
fremier
Kochend, sprudelnd. Moyen Français men-057 · men-210
freschumee
Frischer Geruch, hier im Sinne von unangenehmem Geruch der Innereien Moyen Français men-097 · men-224
fressure
Innereien, hier speziell das Netzfett Moyen Français men-015 · men-018 · men-203
Frictelle
Frittelle, kleine Küchlein oder Pfannkuchen Frühitalienisch mar-161 · mar-163 · mar-175
fricusieren
Rumpolts eigenes Wort für das Rösten in heißer Butter, nach dem mit Essig und Brühe angemacht wird; bei der Hammelleber heißt es ausdrücklich „gefricusierte… Frühneuhochdeutsch rum-0300 · rum-0470
fricusiern
Rumpolts Wort für „frikassieren“. Frühneuhochdeutsch rum-0587 · rum-0626 · rum-0645
frigere
braten/frittieren Frühitalienisch mar-196 · mar-220 · mar-252
Friolez
Anbraten oder Sautieren in Fett. Moyen Français men-050 · men-094 · men-102
frire
Braten Moyen Français men-039 · via-003
frisiez
fritiert Moyen Français men-123 · men-209 · men-264
friture
Frittiergericht, in reichlich heißem Fett ausgebacken. Moyen Français men-096 · men-188
froissure
Sammelbegriff für bestimmte Innereien (Leber, Lunge, Herz, Zunge) Moyen Français men-006 · men-012 · men-013
frommage
Käse. Moyen Français men-112 · men-261
fuder
Historisches Hohlmaß für Wein, ein großes Fass. Frühneuhochdeutsch wbd-023 · wbd-028
fuelle
Eine reiche, dicke Speise oder Füllung. Mittelhochdeutsch bgs-012 · bgs-026 · bgs-039
fuezz
Hühnerfüße. Frühneuhochdeutsch b4-194 · b4-202
fule
Hier im Sinne von 'Füllung', nicht im modernen Sinne von 'faul'. Frühneuhochdeutsch alb-006 · alb-007
full
Füllung. Frühneuhochdeutsch b4-144 · b4-208 · b4-209
fulle
Die Füllung, hier aus Käse, Ei und Speck bestehend. Frühneuhochdeutsch / Rheinfränkisch mha-084 · rfk-057
fume
Rauch Frühitalienisch mar-065 · mar-081 · mar-090
fur hess
Fürhess bezeichnet hier ein Hasen-Innereiengericht. Frühneuhochdeutsch b4-152 · b4-155
furhess
Name eines eigenen Gerichtstyps: ein dunkles, mit geröstetem Brot gebundenes Innereien-Ragout in Wein-Essig-Brühe, oft mit Blut versetzt. Frühneuhochdeutsch ka1-014 · ka1-015 · ka2-033
furhessen
Ein Vorgericht oder eine Vorspeise - vor-essen, nicht ‚für den Fürsten‘ (naheliegende, aber falsche Lesart). Frühneuhochdeutsch mha-048 · mha-191
Furmente
Mittelalterlicher Weizenbrei (Frumenty), Festbrei und Beilage zugleich. Mittelenglisch foc-067 · foc-112
fyerdel stundt
Eine Viertelstunde. Frühneuhochdeutsch phw-023 · phw-037 · phw-053
fyssh day
Fastentag (wörtlich 'Fischtag'), an dem kein Fleisch gegessen wurde - daher die Variante mit Wasser und Öl. Mittelenglisch foc-007 · foc-124
gabraid
CoReMA verlinkt das Wort zu 'Sauce' als Gerichtstyp. Frühneuhochdeutsch mha-123 · mha-135 · mha-136
gaffer
Kampfer, ein aromatischer Stoff, der aus dem Kampferbaum gewonnen wird und in der Medizin und Parfümerie verwendet wird. Frühneuhochdeutsch mst-097 · mst-116
galentein
Eine Galantine ist eine kalt servierte, oft in Aspik oder Gelee eingebettete Fleischspeise, die auch als reichhaltige Sauce oder Beilage dienen konnte. Frühneuhochdeutsch b4-024 · w1-025
galentine
Eine Galantine ist eine Sülze oder ein Gericht in Aspik. Moyen Français men-129 · men-178 · men-203
galgan
Galgant, ein ingwerähnliches Wurzelgewürz mit zitrischer Schärfe. Mittelhochdeutsch bgs-002 · bgs-027a
Gall
Die Gallenblase. Frühneuhochdeutsch kkm-010 · mha-014 · rum-0165
Gallen
Gallenblase, die eine bittere Flüssigkeit enthält Frühneuhochdeutsch kkm-028 · kkm-061
gallenn
Die Galle des Fisches muss entfernt werden, um Bitterkeit zu vermeiden. Frühneuhochdeutsch mst-071 · so1-004
Gallrad
Gallert, Aspik. Frühneuhochdeutsch kkm-007 · kkm-011 · kkm-052
Gallrat
Gallerte, Sülze: das Gericht in der erstarrten Brühe, hier gelb oder weiß. Frühneuhochdeutsch b4-176 · rum-0222 · rum-0255
Gallratt
Gallerte, eine andere Bezeichnung für Sülze. Frühneuhochdeutsch b4-192 · b4-194 · b4-197
galraid
Eine Sülze oder Gallerte, ein Gericht, das durch Gelatine (hier aus den Schweinefüßen) geliert und kalt serviert wird. Frühneuhochdeutsch w1-171 · w1-179 · w1-196
galrain
Vom mhd. Frühneuhochdeutsch ka1-019 · ka1-020 · ka1-021
Galrait
Eine 'Gallerte' (mhd. Frühneuhochdeutsch ka1-022 · ka1-023
galrat
Sülze, Gallerte: eine Brühe, die beim Erkalten fest wird. Frühneuhochdeutsch / Rheinfränkisch rfk-056 · rum-0082 · rum-0083
Galratt
Gallert - die Zielkonsistenz: dick, fast gelierend. Frühneuhochdeutsch b4-168 · m5919-013
galraydt
Gallerte ist ein Gelee, das durch das Auskochen von kollagenreichen Tierprodukten (Knochen, Haut) oder durch Zugabe von Geliermitteln entsteht und oft als Üb… Frühneuhochdeutsch mon-156 · mon-170
Galrei
Eine Gallerte/Sülze ist eine gelierte, kalt servierte Speise. Frühneuhochdeutsch mon-053 · ri15632-034
galyngale
Galgant Mittelenglisch foc-106 · foc-123 · foc-125
Galyntyne
Hier eine warme Galgant-Gewürzsauce, keine gelierte Sülze. Mittelenglisch foc-027 · foc-122 · foc-125
galytyne
Hier eine kräftige Geflügelbrühe als Saucenbasis, nicht die kalte Gelee-Galantine. Mittelenglisch foc-029 · foc-113
gamari
Flusskrebse - auf deren Kapitel verweist Martino für die Garmethode. Frühitalienisch mar-138 · mar-236 · mar-237
gancz
Wörtlich 'ganz' im Sinn von 'vollständig/fertig' - die formelhafte Schlusswendung des Rezepts. Frühneuhochdeutsch b4-089 · b4-110 · mon-134
gantzen Pfeffer
Ganze, nicht gestoßene Pfefferkörner. Frühneuhochdeutsch rum-0194 · rum-0817 · rum-0948
Ganß
Die Gans. Frühneuhochdeutsch rum-0597 · rum-0612 · rum-0618
gar an die statt
Feste Formel bei Rumpolt: ganz gar, vollständig durchgekocht. Frühneuhochdeutsch rum-0027 · rum-0611 · rum-0911
gar an die statt gesotten
Gar gekocht. Frühneuhochdeutsch rum-0105 · rum-0339
gar an die statt sieden
Ganz gar sieden. Frühneuhochdeutsch rum-0038 · rum-0084 · rum-0162
gar schon
‚Sehr gründlich' oder ‚sehr sauber'. Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch bgs-068 · ka1-029
gar wol
sehr gut, gründlich Frühneuhochdeutsch b4-031 · kkm-028
garingal
Galgant Moyen Français men-072 · men-097 · men-123
garofani pesti
Gestoßene Nelken Frühitalienisch mar-033 · mar-148
garofoli
Nelken Frühitalienisch mar-043 · mar-077 · mar-114
garstig
ranzig, verdorben - besonders von Speck und Butter. Frühneuhochdeutsch rum-0021 · rum-0250 · rum-0313
gburcz
Eine bairisch-österreichische Schreibweise für ‚Gewürz'. Frühneuhochdeutsch m5919-035 · m5919-052 · m5919-059
gebachen
Im Sinn der Zeit meint 'gebacken' hier eher das Garen in der Pfanne (mit Fett) als das Backen im Ofen. Frühneuhochdeutsch saw-115 · wo10-116
gebacken
Womit gebacken wird, im Ofen, in Fett oder in einem Teig, sagt der Text nicht. Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch bgs-065 · rum-0358
Gebackens
Gebäck / Gebackenes - hier ein gebackenes Ei-Brot-Gericht. Frühneuhochdeutsch kkm-015 · kkm-086 · kkm-087
gebeht Brot
Gebähtes Brot, von bähen: Brotscheiben an der Hitze trocknen und leicht rösten. Frühneuhochdeutsch rum-0544 · rum-0854 · rum-0957
gebeht Schnitten
Gebähte Schnitten: Brotscheiben, die leicht geröstet oder am Feuer getrocknet sind (bähen). Frühneuhochdeutsch rum-0069 · rum-0528 · rum-0556
gebeht Schnitten Brot
gebeht = gebäht, von bähen: Brot in Scheiben leicht rösten. Frühneuhochdeutsch rum-0562 · rum-0677 · rum-0835
gebehte Schnitten
Gebähte, also durch Wärme getrocknete, leicht geröstete Brotscheiben (FWB bäen, abbähen; DWB bähen). Frühneuhochdeutsch rum-0053 · rum-0363 · rum-0601
gebehtem Brot
Eingeweichtes Brot, oft als Bindemittel oder zur Sättigung in Suppen verwendet. Frühneuhochdeutsch kkm-022 · rum-1566
gebehten Schnitten
Zu bähen ‚durch Wärme trocknen, rösten‘: geröstete Brotscheiben. Frühneuhochdeutsch rum-0665 · rum-0688
gebeinet
entbeint. Frühneuhochdeutsch kkm-059 · kkm-068
gebet
Bedeutet ‚geröstet‘ oder ‚leicht gebacken‘, von mhd. Frühneuhochdeutsch mst-055 · phw-169 · saw-157
gebrahtens
Gebratenes, Bratenfleisch - dazu werden die Küchlein trocken gereicht. Frühneuhochdeutsch kkm-016 · kkm-080
geburcz
Allgemeiner Begriff für 'Gewürz(e)', ohne Angabe welche genau - typische Mischungen der Zeit waren Pfeffer, Ingwer, Zimt und Nelken. Frühneuhochdeutsch mon-051 · mon-212 · mon-222
geczaist
Zerzupft oder zerfasert; das Wort beschreibt die Beschaffenheit des Fleischs, ohne einen vorausgehenden Garzustand oder das Pürieren zu belegen. Frühneuhochdeutsch b4-134 · w1-140
gedempfft
Gedämpft, hier: im heißen Backofen weich gegart. Frühneuhochdeutsch mst-074 · rum-1561
gederret
Getrocknet. Frühneuhochdeutsch kkm-039 · wbd-024
gedigen
‚Gedigen' bedeutet hier ‚gar' oder ‚gekocht', also bereits zubereitet. Frühneuhochdeutsch b4-077 · w1-080
gedorrt damast
Getrocknete Damaszener-Pflaumen, eine süße Zutat, die oft in mittelalterlichen Rezepten verwendet wurde. Frühneuhochdeutsch wo10-056 · wo10-057 · wo10-059
gedort
Getrocknet. Frühneuhochdeutsch wo10-058 · wo10-065
gedruckt
Hier im Sinne von ‚gepresst‘ oder ‚ausgedrückt‘, nicht ‚gedruckt‘ im modernen Sinne. Frühneuhochdeutsch rum-0750 · rum-0814
gefilt
Gefüllt, hier: mit Eiern und Gewürzen gefüllte kleine Vögel. Frühneuhochdeutsch phw-206 · saw-013 · saw-056
geforlich
Frühneuhochdeutsch für ‚ungefähr‘ oder ‚etwa‘. Frühneuhochdeutsch phw-103 · phw-121 · phw-170
gefricusiert
Rumpolt erklärt das Wort selbst: das Fleisch in heißer Butter rösten. Frühneuhochdeutsch rum-0116 · rum-0235 · rum-0362
gefricusierte
Von französisch fricasser. Frühneuhochdeutsch rum-0341 · rum-0633 · rum-0712
gefricusierte Leber
Rumpolts eigener Name, von französisch fricasser. Frühneuhochdeutsch rum-0157 · rum-0204 · rum-0414
gefulte ayr
Gefüllte Eier - hartgekochte Eier, deren Dotter mit Gewürzen verrührt und wieder eingefüllt werden. Frühneuhochdeutsch teg-031 · w1-104
gegilbt
Gelb gefärbt, typischerweise mit Safran. Frühneuhochdeutsch k1-003 · kkm-048 · std-105
gehack
Gehacktes, klein gehacktes Fleisch. Frühneuhochdeutsch mon-107 · rum-0124 · rum-0514
gehackts
Gehacktes, bei Rumpolt ein Gericht aus gebratenem, klein geschnittenem Fleisch in Brühe, nicht rohes Hackfleisch; vergleiche Nr. Frühneuhochdeutsch rum-0191 · rum-0213 · rum-0661
geheck
Fein gehacktes Fleisch oder Füllung. Frühneuhochdeutsch alb-002 · kkm-019 · kkm-074
gehekch
Die zuvor angerührte, gehackte Zwiebel-Apfel-Mischung, wörtlich 'das Gehackte'. Frühneuhochdeutsch b4-116 · b4-158 · b4-161
Geil
Hoden (FWB geile, Lexer geile „hode“). Frühneuhochdeutsch rum-0237 · rum-0303 · rum-0328
Geiß
Ziege. Frühneuhochdeutsch rum-0223 · rum-0224 · rum-0229
Geißfleisch
Geiß = Ziege. Frühneuhochdeutsch rum-0238 · rum-0241 · rum-0249
Geißkopff
Kopf einer jungen Ziege: Das Kapitel handelt „Von einer jungen Geiß“, geis ist die Ziege. Frühneuhochdeutsch rum-0227 · rum-0228
geklaubt
Verlesen, einzeln ausgelesen (FWB klauben). Frühneuhochdeutsch rum-0081 · rum-0423 · rum-1833
gekroese
Innereien (Herz, Leber, Magen) Mittelhochdeutsch bgs-026 · bgs-042
gel
Gelb (gefärbt mit Safran als Statussymbol, teures Gewürz) Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch bgs-048 · n2-014 · w1-052
gelb
Die gelbe Farbe kommt vom Safran, den der Text ausdrücklich nennt. Frühneuhochdeutsch k1-002 · mon-249 · rum-0111
gelb oder weiß
Rumpolt nennt nur die Farbe der Sauce, keine Zutaten dafür. Frühneuhochdeutsch rum-0202 · rum-0228 · rum-0231
gelben vom Ay
Das Eigelb, das zum Bestreichen der Torte für eine goldene Farbe verwendet wird. Frühneuhochdeutsch wo10-055 · wo10-078 · wo10-079
gelbes Teiglin
Dünner, gelb gefärbter Ausbackteig - die Farbe zeittypisch durch Safran oder Eigelb. Frühneuhochdeutsch kkm-040 · kkm-090
gelbs
Gelbes, gelbe Farbe. Frühneuhochdeutsch rum-0998 · rum-0999
gelbs ein wenig
"Färbe es ein wenig gelb". Frühneuhochdeutsch rum-0929 · rum-1736
gelee
Geliert, in Aspik oder Gelee eingelegt. Moyen Français men-073 · via-183
geleich
Gleich viel, also gleiche Mengenanteile. Frühneuhochdeutsch b4-249 · mon-096 · w1-190
geleiterten zucker
Geläuterter Zucker ist gereinigter Zucker, der durch Kochen mit Wasser und Eiweiß von Verunreinigungen befreit und klar gefiltert wurde. Frühneuhochdeutsch std-230 · std-243
geleüterten zucker
Geläuterter Zucker ist gereinigter Zucker, oft in Form eines Sirups, der durch Kochen mit Wasser und Eiweiß von Verunreinigungen befreit wurde, um eine klare… Frühneuhochdeutsch std-226 · std-231
gelich vil
Bedeutet ‚gleich viel‘ oder ‚zu gleichen Teilen‘. Frühneuhochdeutsch ka1-077 · m384-006 · m384-039
gelines
Hühner Moyen Français men-005 · men-149
gell
Mittelhochdeutsch für Gelb, hier gleichgesetzt mit der Safranfärbung. Frühneuhochdeutsch b4-209 · mha-001 · mha-214
gemach
Langsam, gemächlich. Frühneuhochdeutsch mst-085 · phw-026 · rum-1005
gemach bachen
Bedeutet „gemächlich backen“, also langsam und bei milder Hitze. Frühneuhochdeutsch mst-001 · mst-019
gemach bachenn
Die Torte soll gemächlich, also langsam und bei moderater Hitze, gebacken werden. Frühneuhochdeutsch phw-025 · phw-033
gemachten taig
Ein vorbereiteter Teig, dessen genaue Zusammensetzung nicht genannt wird, aber typischerweise aus Mehl, Eiern und Flüssigkeit bestand. Frühneuhochdeutsch b4-219 · b4-220 · mha-142
Gemssen
Gamsn, Gams. Frühneuhochdeutsch rum-0456 · rum-0459 · rum-0461
gemues
Ein Mus oder Püree, hier aus Schlehen. Frühneuhochdeutsch w1-112 · w1-209
gemuess
Steht für ein Mus oder Brei - eine dickliche, breiige Zubereitung. Frühneuhochdeutsch b4-056 · b4-060 · b4-073
gemuesz
Bezeichnet hier keinen Brei im engeren Sinn, sondern das Gericht als Ganzes ('Mandelmus/Mandelspeise'). Frühneuhochdeutsch mha-128 · mha-207 · mha-237
gemueß
Meint hier nicht modernes Gemüse, sondern ein Mus bzw. Frühneuhochdeutsch mha-249 · ri15632-037
gemus
Mus/Brei, hier aus zerstoßenem Fisch und Mandelmilch. Frühneuhochdeutsch ka2-052 · ka2-053 · m5919-089
Gemuss
Mus oder Püree. Frühneuhochdeutsch b4-059 · b4-062 · b4-077
gemusz
Mus/Brei bzw. Frühneuhochdeutsch mha-030 · mha-032 · mha-041
gemuß
Ein ‚Mus' bezeichnete im Mittelalter eine breiige, oft pürierte Speise, die sowohl herzhaft als auch süß sein konnte. Frühneuhochdeutsch m5919-088 · m5919-090
gepachen
Bezieht sich auf die fertig gebackenen Pfannküchlein, die anschließend durch den Sud gezogen werden. Frühneuhochdeutsch m725-006 · mha-262 · mha-267
gepachens
Ein „Gebackenes“ bezeichnet hier ein in Fett ausgebackenes Teiggebäck. Frühneuhochdeutsch b4-127 · b4-148 · b4-149
gepachens an fewr
„Gebackenes ohne Feuer“. Frühneuhochdeutsch b4-208 · mha-039
gepaettes prot
Geröstetes Brot, oft als Croutons oder als Bindemittel in Suppen und Saucen verwendet. Frühneuhochdeutsch mha-023 · mha-025
gepickten hafen
Gepichter/mit Pech abgedichteter Topf zur Konservierung - Pech als Dichtmittel ist eine gut belegte mittelalterliche Praxis. Frühneuhochdeutsch mha-162 · mha-168
geprat
Das Brät ist das fein zerkleinerte Fisch- oder Fleischfleisch, eine Art Farce. Frühneuhochdeutsch ka2-036 · mha-246 · mon-031
gepraten huner
Gebratenes Huhn. Frühneuhochdeutsch w1-184 · w1-260
gepratne
Hier als Partizip ‚gebraten‘ zu lesen, nicht als ‚Brät‘ (fein zerkleinertes rohes Fleisch), da es sich auf die bereits gebratene Henne bezieht, die dann weit… Frühneuhochdeutsch b4-163 · w1-176
gepratt
Hier als ‘Brät’ übersetzt: fein zerkleinertes, rohes Fisch- oder Fleischmus (Farce), das als Ausgangsstoff für die weitere Zubereitung diente - zu unterschei… Frühneuhochdeutsch b4-184 · mon-129
gepratten
Partizip von 'braten' = gebraten. Frühneuhochdeutsch b4-004 · b4-014 · b4-256
geprattens
Substantiviertes 'ein Gebratenes' - NICHT das gleich aussehende 'geprät' (rohe Fisch-/Fleischfarce), sondern das fertig gebratene Gericht. Frühneuhochdeutsch b4-012 · b4-017 · b4-184
geprattne huner
Das Rezept beschreibt die Veredelung eines bereits gebratenen oder während des Bratens befindlichen Huhns, nicht den Bratvorgang selbst. Frühneuhochdeutsch b4-172 · mha-180
gepreat
Hier als Brät übersetzt: fein zerkleinertes, rohes Fisch- oder Fleischmus, das als Ausgangsstoff für die weitere Zubereitung diente - zu unterscheiden von pr… Frühneuhochdeutsch w1-163 · w1-187
gepreatt
‚Gepreatt‘ ist das Partizip zu ‚pressen‘: eine Fischzubereitung, die durch Gelieren und Pressen unter Gewicht ihre Form erhält - ein Presskopf-Verfahren, kei… Frühneuhochdeutsch b4-009 · b4-160 · b4-183
gequellt
In Wasser abgekocht, vorgegart. Frühneuhochdeutsch rum-0651 · rum-0889 · rum-0948
gerecht
Bedeutet hier ‚fertig' bzw. Frühneuhochdeutsch meb-018 · std-285 · wo10-042
gerenn
Hier im Sinne von ‚gerinnen‘ oder ‚fest werden‘, bezogen auf die Füllung der Pastete. Frühneuhochdeutsch phw-046 · phw-070 · phw-204
geriben
Gerieben oder zerstoßen, um eine feine Textur zu erzielen. Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch b4-068 · bgs-007 · ka1-046
geriben semel
Geriebene Semmel (Weißbrot) als Bindung - nicht Mehl. Frühneuhochdeutsch ri15632-046 · saw-097
geribens pratt
Geriebenes Brot, das als Bindemittel und zur Texturgebung verwendet wird. Frühneuhochdeutsch m5919-047 · mon-206
geribne semel
Geriebene Semmel diente als Bindemittel für die Masse, nicht Mehl - Mehlbindung war im 16. Frühneuhochdeutsch saw-037 · saw-046 · saw-047
gerieben Lebkuchen
Geriebener Lebkuchen - bindet die Masse, süßt sie und bringt sein fertiges Gewürzbukett mit. Frühneuhochdeutsch kkm-056 · kkm-106
geriht
Gericht Mittelhochdeutsch bgs-036 · bgs-042
gerins thuch
Ein feines oder dünnes Tuch, zum Passieren der Früchte. Frühneuhochdeutsch mst-127 · mst-128
gerybes brott
Geriebenes Brot, entspricht modernen Semmelbröseln. Frühneuhochdeutsch phw-042 · phw-118 · phw-123
gesalczen
Gesalzen. Frühneuhochdeutsch b4-246 · mha-139 · w1-248
gesaltzen Limonien
Salzzitronen, also in Salz eingelegte Zitronen. Frühneuhochdeutsch rum-0009 · rum-0016 · rum-0078
gesaltzene Limonien
In Salz eingelegte Zitronen. Frühneuhochdeutsch rum-0070 · rum-0094 · rum-1782
gesaltzenen Limonien
Salzzitronen: in Salz eingelegte Zitronen. Frühneuhochdeutsch rum-0167 · rum-0745
geschaimpt
Abgeschäumt - der beim Kochen aufsteigende Schaum wird entfernt, was den Sud klärt und konzentriert. Frühneuhochdeutsch mha-074 · mha-171
gescharb
Klein geschnittene Stücke (Schnitze), hier von Birnen oder Äpfeln (Ehlert). Frühneuhochdeutsch m349-001 · rum-0008 · rum-0019
gescherb
Vermutlich eine kalte Pastete oder Teighülle, gefüllt mit Äpfeln, Mandeln und Rosinen, die zum Kopf gereicht wurde. Frühneuhochdeutsch phw-202 · saw-012 · std-048
Geschneitel
Rumpolts Name für das Gericht, kein Wort für ein bestimmtes Organ. Frühneuhochdeutsch rum-0106 · rum-0266 · rum-0482
Geschneittel
Rumpolts Name für das Gericht, kein Wort für ein bestimmtes Organ. Frühneuhochdeutsch rum-0236 · rum-0367 · rum-0909
geschweißt
„Schweißen“ heißt bei Rumpolt in Fett anschwitzen, hier in Butter. Frühneuhochdeutsch rum-0095 · rum-0376 · rum-0413
geschweißte Zwibeln
Angeschwitzte Zwiebeln: Das Zeitwort schweißen heißt anschwitzen. Frühneuhochdeutsch rum-0372 · rum-0471 · rum-0853
geschwindt
Rasch, zügig. Frühneuhochdeutsch rum-0170 · rum-0186 · rum-0218
geschwindt hinweg
Zügig, schnell. Frühneuhochdeutsch rum-0109 · rum-0160 · rum-0168
geschwindt hinweg gebraten
Rasch fertig gebraten. Frühneuhochdeutsch rum-0298 · rum-0416 · rum-0421
geselcht
Oberdeutsch für geräuchert; das Grimm'sche Wörterbuch führt geselchts als „geräuchertes Fleisch“. Frühneuhochdeutsch rum-0135 · rum-0279 · rum-0319
Geselchte
Süddeutsch für geräuchert, meist nach vorherigem Einsalzen. Frühneuhochdeutsch rum-0294 · rum-0865
gesoten
gekocht, gesotten Frühneuhochdeutsch m725-014 · mha-080 · mha-131
gesotten
gekocht Frühneuhochdeutsch b4-014 · b4-071 · b4-201
gesotten Honigwein
Eingekochter Wein-Honig-Sud zum Beträufeln - eine süße, leicht sirupartige Glasur, nichts Vergorenes. Frühneuhochdeutsch kkm-072 · kkm-092
gesottne milich
'Gekochte/gestockte Milch' - eine Milch, die durch Erhitzen mit Eiern zum Gerinnen gebracht und dann wie ein Frischkäse geschnitten wird. Frühneuhochdeutsch mha-034 · mha-265
gespickt
Mit Speck gespickt: Speckstreifen werden mit der Spicknadel in das Fleisch gezogen. Frühneuhochdeutsch rum-0164 · rum-0223 · rum-0308
gestanden
Fest geworden - das Mus muss erst abkühlen und sich setzen, bevor man es einschneiden kann. Frühneuhochdeutsch b4-069 · meb-021
gestehen
Gelieren, fest werden. Frühneuhochdeutsch kkm-008 · rum-0277 · rum-0520
gesten
Fest werden durch Erkalten, hier: zur Gallerte gerinnen. Frühneuhochdeutsch b4-197 · phw-214 · saw-178
gestossen
Im Mörser zerstoßen. Frühneuhochdeutsch b4-090 · b4-197 · ka1-086
gestossen Jngwer
Im Mörser gestoßener Ingwer, davon nur „ein wenig“. Frühneuhochdeutsch rum-0194 · rum-0865 · rum-0919
gestossen Pfeffer
Im Mörser gestoßener Pfeffer. Frühneuhochdeutsch rum-0021 · rum-0046 · rum-0099
gestossen ymber
Frischer Ingwer wurde im Mörser zerstoßen; heute verwendet man meist gemahlenen Ingwer. Frühneuhochdeutsch mon-069 · mon-120
gestossenem Pfeffer
Im Mörser gestoßener Pfeffer. Frühneuhochdeutsch rum-0012 · rum-0014 · rum-0550
gestossenem Zucker
Zerstoßener Zucker; Rumpolt sagt nur „gestossen“, nicht „fein“. Frühneuhochdeutsch rum-0096 · rum-0330
gestossens
Substantiviertes „gestoßen“: ein Gestoßenes, also zerstoßenes Fleisch. Frühneuhochdeutsch mha-128 · rum-0251 · rum-0514
gestozzen
gestoßen (im Mörser) Mittelhochdeutsch bgs-018 · bgs-073
gestürtzt Eyer
Am ehesten gefüllte Eier; der Wortlaut lässt auch Rühreier offen. Frühneuhochdeutsch kkm-083 · kkm-098
gesulcz
Partizip zu 'sülzen' - jellieren, in Gallerte fassen. Frühneuhochdeutsch mon-064 · mon-253
gewecklet
‚Gewecklet‘ beschreibt eine Schnittform, meist rautenförmig oder gitterartig, die dekorativ in den Teigdeckel geschnitten wird. Frühneuhochdeutsch std-038 · std-041 · std-213
Gewicht
Nebenform zu Geweih. Frühneuhochdeutsch rum-0289 · rum-0292
gewirflet
Gewürfelt, in kleine Würfel geschnitten. Frühneuhochdeutsch phw-162 · phw-216
gewirtz
Unspezifizierte Gewürzmischung, im 16. Frühneuhochdeutsch phw-082 · phw-181 · phw-182
gews
Von mhd. Frühneuhochdeutsch b4-070 · b4-103
gewuercz
Allgemeiner Begriff für Gewürzmischung, hier konkret mit Ingwer, Nelken, Zucker und Zimt benannt. Frühneuhochdeutsch ka1-038 · mha-133 · mha-210
gewurcz
Allgemein ‚Gewürz‘; welches gemeint ist, sagt der Text nicht. Frühneuhochdeutsch b4-015 · b4-045 · b4-054
gewurcz wol
Eine allgemeine Anweisung zum kräftigen Würzen, die typischerweise Salz, Pfeffer, Ingwer, Galgant und Nelken umfasste. Frühneuhochdeutsch b4-268 · mha-020 · mha-183
gewurtz
Allgemeiner Begriff für Gewürz, im Original nicht genauer bestimmt. Frühneuhochdeutsch ka2-019 · ka2-022 · ka2-024
gewurtz ez wol
Würze es gut. Frühneuhochdeutsch ri15632-005 · ri15632-042
gewürflet
Historische Schreibweise für ‚gewürfelt‘. Frühneuhochdeutsch std-114 · std-266
gewürtz
„Gewürtz“ ist eine allgemeine Bezeichnung für eine Gewürzmischung. Frühneuhochdeutsch mst-040 · mst-046
Geysslicz
Der Begriff „Geislitz“ (von slawisch „kyselice“) bezeichnete ursprünglich eine saure Hafergrütze. Frühneuhochdeutsch mha-132 · mon-239 · mon-240
gezoden
Gesotten, gekocht, pochiert. Mittelniederländisch wes-050 · wes-054
geſcherb
‚Gescherbt‘ bedeutet in Scheiben oder Stücke geschnitten. Frühneuhochdeutsch std-047 · std-174 · std-179
geſterckt
Hier im Sinne von ‚verfestigt‘ oder ‚gelatiniert‘ durch die Zugabe von Hausenblase. Frühneuhochdeutsch std-007 · std-021
geſtoſſens
Ein Gericht, das durch Zerstoßen der Zutaten im Mörser zu einer feinen Paste oder Mus verarbeitet wird. Frühneuhochdeutsch std-123 · std-134
ghe tempert
Zubereitet oder vermengt. Mittelniederländisch wes-018 · wes-029 · wes-034
ghefrijt
Gebraten oder frittiert. Mittelniederländisch wes-002 · wes-062
ghelaerdeert
Gespickt, mit Speckstreifen durchzogen, um das Fleisch saftiger zu machen. Mittelniederländisch wes-041 · wes-053
ghenouch
Genug, ausreichend. Mittelniederländisch wes-014 · wes-041 · wes-060
Ghetempert
Gemischt, angerührt. Mittelniederländisch wes-020 · wes-048 · wes-050
ghewreuen
gerieben Mittelniederländisch wes-015 · wes-044 · wes-056
ghingebare
Ingwer Mittelniederländisch wes-023 · wes-056
gib es hin
Formelhafte Schlusswendung dieser Zeit für 'serviere es' bzw. Frühneuhochdeutsch b4-026 · b4-059
gibs hin
Formelhafte Schlusswendung für das Anrichten oder Servieren. Frühneuhochdeutsch b4-005 · b4-090
gibz hin
serviere es Mittelhochdeutsch bgs-011 · bgs-041
gilb
Färbe es gelb - mit Safran. Frühneuhochdeutsch b4-143 · kkm-049 · mon-174
gilb es
Färbe es gelb, mit Safran. Frühneuhochdeutsch kkm-007 · kkm-047
gilb Wein
wörtlich „gelber Wein", gemeint ist heller/Weißwein. Frühneuhochdeutsch kkm-040 · kkm-090
gilben
Gelb färben, in dieser Zeit fast immer mit Safran. Frühneuhochdeutsch kkm-044 · saw-024 · saw-181
gilbs
Färbe es gelb, mit Safran. Frühneuhochdeutsch kkm-060 · m5919-011 · mst-044
gilbs wol
Die Anweisung „färbe es gut gelb“ verlangt einen Farbstoff. Frühneuhochdeutsch phw-154 · wo10-092
gilbt
Gelb gefärbt - mit Safran goldgelb getönt. Frühneuhochdeutsch ri15632-052 · saw-147 · saw-191
gilbts
'Gilben' heißt im Buch der Sabina Welserin durchgängig, mit Safran gelb färben. Frühneuhochdeutsch saw-009 · saw-193 · saw-194
gingembre
Ingwer. Moyen Français men-034 · via-173
gingembre de Mesche
Ingwer aus Mekka, eine Herkunftsbezeichnung, die auf hohe Qualität hindeutet. Moyen Français men-272 · men-318
Gioncata
Frischer Ricotta-ähnlicher Käse Frühitalienisch mar-151 · mar-180
Giroffle
Nelken Moyen Français men-102 · men-129 · men-185
giste
Keule oder Schlegel vom Rind Moyen Français men-056 · men-086
giste de beuf
Ein Stück Rinderbraten oder -keule. Moyen Français men-087 · men-119 · men-339
glaud
‚Glaud‘ bezeichnet Glut, die hier sowohl auf den Deckel des Kochgefäßes als auch darunter gelegt wird, um Ober- und Unterhitze zu erzeugen. Frühneuhochdeutsch phw-021 · phw-102
glaudt
Die Hitzequelle unter dem Backgefäß, hier in geringer Menge. Frühneuhochdeutsch phw-028 · phw-092 · phw-125
glautt
Frühneuhochdeutsche Form von Glut, hier als Heizmittel auf dem Deckel des Mörsers. Frühneuhochdeutsch phw-138 · phw-149 · phw-224
glaß
Ein Glasgefäß, hier zur Aufbewahrung der Tinktur. Frühneuhochdeutsch meb-018 · so1-136
glegg
Lage oder Schicht. Frühneuhochdeutsch wo10-036 · wo10-085
gleich
Gleich viel, also gleiche Mengenanteile. Frühneuhochdeutsch std-129 · w1-251
glid jn ab
In Glieder zerlegen, also an den Gelenken zerteilen. Frühneuhochdeutsch rum-0651 · rum-0665 · rum-0672
glid sie ab
Die Gans zerlegen, also in Stücke teilen. Frühneuhochdeutsch rum-0586 · rum-0698 · rum-0714
glider
Glieder, also die einzelnen Teile oder Gelenke des Huhns. Frühneuhochdeutsch std-139 · std-142
glietlin
Verkleinerungsform von 'Glut'. Frühneuhochdeutsch saw-083 · saw-144
glijch vil
„Gleich viel“ - Wein und Honig werden im selben Mengenverhältnis verwendet. Rheinfränkisch rfk-036 · rfk-061
glout
Glut, die heiße Asche eines Feuers, über der gebraten oder geröstet wird. Frühneuhochdeutsch phw-166 · phw-179 · phw-229
gluedt
Glut, also die heißen, glühenden Kohlen eines Feuers, über denen die Apfelfüllung schonend erhitzt und vermischt wird. Frühneuhochdeutsch mon-010 · mon-111 · mon-199
Gluet
Glut, also glühende Holzkohle oder Asche, die zum Garen und Rösten verwendet wird. Frühneuhochdeutsch phw-238 · phw-240
gluot
Glühende Holzkohle oder Asche, die als Wärmequelle dient. Frühneuhochdeutsch m811-004 · std-275
glut
Glühende Kohlen, die eine gleichmäßige, milde Hitze abgeben - wichtig, damit das Eigelb nicht gerinnt. Frühneuhochdeutsch ka2-052 · m5919-097 · mst-060
Glutkessel
Ein Behälter mit glühenden Kohlen. Frühneuhochdeutsch rum-0688 · rum-0979
glutt
Glut. Frühneuhochdeutsch koe-015 · koe-020 · m5919-047
gmach
‚Gemach‘ bedeutet hier sachte, langsam oder sanft. Frühneuhochdeutsch phw-089 · phw-092
gmues
Ein Mus, also eine breiige Zubereitung. Frühneuhochdeutsch w1-037 · w1-062 · w1-063
gmus
Ein ‚Mus‘ bezeichnet hier eine sämige, breiige Speise; das Wort meint nicht modernes Gemüse. Frühneuhochdeutsch ka2-054 · m5919-035 · w1-036
gmuß
Bairische Synkope von „gemüese"/„muos" = Mus, breiige Speise (MHDBDB-Lemma gemüese). Frühneuhochdeutsch mon-012 · mon-020 · mon-102
gobettes
Brocken/Stücke Mittelenglisch foc-021 · foc-022 · foc-100
gode broth
gute Brühe Mittelenglisch foc-002 · foc-108
gode powdours
Milde Gewürzmischung (Zimt, Ingwer, Muskat, Nelke). Mittelenglisch foc-091 · foc-126 · foc-129
Gorgel
Gurgel, also die Kehle. Frühneuhochdeutsch rum-0029 · rum-0106 · rum-0156
Gournault
Knurrhahn, ein Fisch, der oft pochiert oder sanft geschmort wurde Moyen Français men-194 · men-199
Grab
Vermutlich 'grau', also die graue Verfärbung durch Schimmelbefall, nicht 'grob'. Frühneuhochdeutsch b4-207 · mha-169
Grad
Gräten, die Knochen des Fisches. Frühneuhochdeutsch kkm-008 · mha-060 · phw-242
gradt
Gräte, hier das Gerippe des Hechts, von dem das Fleisch geschnitten wird. Frühneuhochdeutsch mon-266 · rum-0447 · rum-0910
graet
Gräten Frühneuhochdeutsch mha-111 · mha-236 · mha-266
grail
Ein Rost oder Grill. Moyen Français men-091 · men-213
Grain
Hier die Fleischstücke, nicht Getreide. Moyen Français men-102 · men-113 · men-118
graine
Paradieskörner (Grains de Paradis) Moyen Français men-034 · men-071 · men-074
graine de paradis
Paradieskörner, ein pfeffrig-kardamomartiges Gewürz aus Westafrika. Moyen Français men-246 · men-312 · via-070
graine de paradiz
Paradieskörner (Aframomum melegueta), ein pfeffrig-kardamomartiges Gewürz Moyen Français men-072 · men-106 · men-108
grainne
Paradieskörner (Grains of Paradise) Moyen Français men-113 · men-123 · men-180
Grant foison
große Menge / reichlich Moyen Français men-102 · men-142
grat
Das Rückgrat oder die Fischgräte. Frühneuhochdeutsch b4-127 · ka2-024 · mha-152
graticola
Grillrost Frühitalienisch mar-026 · mar-231 · mar-257
graticula
Grillrost Frühitalienisch mar-005 · mar-188
gratt
‚Gräten‘ - Die Knochen des Fisches. Frühneuhochdeutsch mon-139 · phw-211
Gravey
Gewürzte, gebundene Brühe aus dem Kochsud - kein moderner Bratenjus. Mittelenglisch foc-026 · foc-117
great
Die Gräten des Fisches, werden vor dem Hacken entfernt. Frühneuhochdeutsch b4-003 · w1-002 · w1-017
greatt
Die Gräten des Fisches, die nach dem Sieden entfernt werden sollen. Frühneuhochdeutsch b4-001 · b4-021 · b4-031
grece
Schmalz, tierisches Fett Mittelenglisch foc-024 · foc-159 · foc-181
greil
Rost Moyen Français men-097 · men-100 · men-129
gresse
Fett Moyen Français men-035 · men-143 · men-152
gresse de beuf
Rinderfett Moyen Français men-053 · men-063 · men-139
gressin
Hier als 'Größe' gelesen: die Käseküchlein sollen so groß geformt werden wie die vorher erwähnten gebratenen Küchlein. Frühneuhochdeutsch saw-022 · saw-096 · saw-187
gret
Gräten. Frühneuhochdeutsch phw-203 · std-092 · std-130
greusz
Bezieht sich auf ‚Grütze‘ und dient hier als Vergleich für die gewünschte feine Zerkleinerung der Nüsse. Frühneuhochdeutsch mha-093 · w1-038
grewel
Brei, Grütze Mittelenglisch foc-003 · foc-083
Griens
griens bezeichnet Grieß, mit dem die weiche Butter fortlaufend bestäubt wird - die Lesart bestätigt sich im selben Rezept am Satzende noch einmal ('wie mit d… Frühneuhochdeutsch std-159 · std-195
gries
Bezeichnet Harnwegsgrieß oder kleine Nierensteine. Frühneuhochdeutsch mst-119 · std-085 · wo10-017
gril
Grillrost Moyen Français men-009 · men-199
grobe
Grob, rustikal, möglicherweise weniger fein passiert oder mit stückigeren Zutaten. Frühneuhochdeutsch b4-008 · w1-009 · w1-045
groben Teig
Ein derber, fester Teig im Gegensatz zum feinen Teig. Frühneuhochdeutsch rum-1738 · rum-1739 · rum-1745
Groselbeer
Stachelbeere. Frühneuhochdeutsch rum-0273 · rum-0281
Grosselbeer
Die Stachelbeere. Frühneuhochdeutsch rum-1743 · rum-1807
grossen spicz
Das große bzw. Frühneuhochdeutsch mha-116 · mon-018
grun ding
Meint hier rohe, unverarbeitete (frische) Kräuter, nicht die Farbe Grün. Frühneuhochdeutsch b4-129 · w1-134
Grundel
Der Gründling (Gobio gobio) ist ein kleiner Süßwasserfisch, der in Flüssen und Bächen Europas vorkommt. Frühneuhochdeutsch b4-195 · mon-171 · std-098
grunn
Roh, unverarbeitet - bezeichnet den Garzustand des Fleisches, nicht seine Farbe oder Frische. Frühneuhochdeutsch b4-018 · b4-077 · b4-080
grynde
zerstoßen, mahlen Mittelenglisch foc-002 · foc-013 · foc-028
grynde it small
fein zerstoßen (im Mörser) Mittelenglisch foc-048 · foc-095
guetten wein
Keine Farbangabe im Text - „guetten wein“ ist eine Qualitäts-, keine Farbaussage. Frühneuhochdeutsch mon-056 · mon-102
gueule
Das Maul oder die Schnauze eines Tieres. Moyen Français men-078 · men-326
guggen
Vermutlich die leere Eierschale als Hohlmaß (halbe Schale je Ei) - so der Zwilling saw-083 („ain halbe airschalen voll milch“ je Ei) und die Parallelformel i… Frühneuhochdeutsch mst-084 · wo10-096
gummi
Gummi arabicum, Bindemittel aus Akazienharz, damals wie heute Standard in der Farbherstellung. Frühneuhochdeutsch mha-176 · mha-177
gumpost
‚Kompost' (von lat. Frühneuhochdeutsch m384-007 · m384-008
guot gewurcz
„Gute Gewürze“ ist eine allgemeine Angabe. Frühneuhochdeutsch mha-127 · mha-271
guotem gewurcz
Im Mittelalter waren „gute Gewürze“ oft eine Mischung aus Pfeffer, Ingwer, Galgant, Nelken und Muskat. Frühneuhochdeutsch mha-011 · mha-049 · mha-194
Gurgel
Die Kehle mit der Luftröhre, wie in rum-0300 und rum-0340. Frühneuhochdeutsch rum-0102 · rum-0236 · rum-0300
gut gwurcz
Eine allgemeine Bezeichnung für eine Mischung aus gängigen Gewürzen der Zeit, typischerweise Pfeffer, Ingwer, Zimt, Nelken und Muskat. Frühneuhochdeutsch w1-010 · w1-043
gutem gewurtz
Die genaue Zusammensetzung der Gewürzmischung wird nicht genannt. Frühneuhochdeutsch ka2-023 · ka2-030
guttail
Ein ‚Gutteil‘ bedeutet eine ordentliche Menge. Frühneuhochdeutsch mst-067 · mst-082
guttaill
Ein gutes Teil, eine ordentliche Menge - eine bewusst vage Mengenangabe, wie in Rezepten dieser Zeit üblich. Frühneuhochdeutsch wo10-054 · wo10-068
gutz gewurtz
Die Angabe "gute Gewürze" ist generisch. Frühneuhochdeutsch ka2-028 · ka2-029
gwirtz
Frühneuhochdeutsche Form von ‚gewürzt‘ oder ‚Gewürz‘. Frühneuhochdeutsch phw-063 · phw-155 · phw-161
gwuercz
Die genaue Gewürzmischung ist nicht spezifiziert. Frühneuhochdeutsch w1-041 · w1-119 · w1-162
gwurcz
Im Mittelalter war ‚Gewürz‘ oft eine Mischung aus teuren Importgewürzen wie Pfeffer, Ingwer, Zimt, Nelken, Muskat und Galgant. Frühneuhochdeutsch w1-012 · w1-020 · w1-044
gwyrtz
Ein allgemeiner Begriff für Gewürze. Frühneuhochdeutsch phw-094 · phw-202
gwürtz
Unspezifizierte Gewürzmischung, typisch wären Pfeffer, Ingwer und Zimt. Frühneuhochdeutsch std-026 · std-060
Hader
Ein Tuch oder Lappen. Frühneuhochdeutsch std-264 · wo10-108
haer
‚Haer‘ ist eine Form von ‚häuten‘, also das Abziehen der Haut vom geschlachteten Tier. Frühneuhochdeutsch b4-238 · w1-240
hafelen
Ein kleiner Topf oder Kessel. Frühneuhochdeutsch wo10-024 · wo10-042
Hafen deck
Topfdeckel. Frühneuhochdeutsch std-016 · std-067 · std-071
hafen decken
Der Deckel eines Tontopfs, mit Glut belegt und über die Pfanne gestellt. Frühneuhochdeutsch std-077 · std-086
hafen von taig
Wörtlich „Topf aus Teig" - eine feste, formstabile Teighülle (coffyn/raised pie), die zugleich Backform, Garhülle und Servierschale ist. Frühneuhochdeutsch mha-096 · mha-151
Hafendeck
Ein schwerer Topfdeckel, der erhitzt und auf die Pfanne gelegt wird, um Oberhitze zu erzeugen - eine Methode, die einem Backofen auf dem offenen Feuer ähnelt. Frühneuhochdeutsch std-040 · std-052
Hafenkessel
Kochtopf: „Hafen“ heißt Topf, „Kessel“ das Kochgefäß. Frühneuhochdeutsch rum-0155 · rum-0318 · rum-0420
hafenn
Ein Topf oder Kochgefäß. Frühneuhochdeutsch mst-006 · phw-045 · phw-057
haffen
Ein Topf oder Kochgefäß. Frühneuhochdeutsch alb-010 · b4-058 · b4-108
haffendeck
Ein Topfdeckel, der den Mörser während des Garens abdeckt und für Oberhitze sorgt. Frühneuhochdeutsch mon-161 · mon-176
halb gesotten
Halb gar gesotten. Frühneuhochdeutsch rum-0649 · rum-0673
halebran
junge Wildente, Krickente Moyen Français men-164 · men-362
halebrans
Hering Moyen Français men-154 · men-292 · men-341
hals fullen
Das Füllen des Halses meint eine unter die Halshaut gesteckte Fleisch- oder Brotfüllung, eine gängige Technik beim Braten von Geflügel. Frühneuhochdeutsch b4-024 · w1-025
Hammel
Kastriertes männliches Schaf. Frühneuhochdeutsch rum-0194 · rum-1739
Hammelschlegel
„Schlegel“ ist die Keule. Frühneuhochdeutsch rum-0185 · rum-0186 · rum-1738
Hammelskeul
Die Keule vom Hammel, dem kastrierten Schafbock. Frühneuhochdeutsch rum-0182 · rum-0192 · rum-0213
hammen
Ein Stück Fleisch von der Keule oder Schulter, oft vom Schwein oder Rind. Frühneuhochdeutsch m5919-021 · std-157
handig
Bedeutet hier „scharf, bitter im Geschmack“ - die Krebse werden gewaschen, bis diese Schärfe restlos entwichen ist. Frühneuhochdeutsch phw-209 · std-235
haniff
Hanf. Frühneuhochdeutsch b4-052 · b4-054 · b4-064
harler
Rösten, grillen, toasten. Moyen Français men-082 · men-116 · men-132
harlez
Braten oder Grillen. Moyen Français men-083 · men-145
hartuch
Haartuch, Siebtuch - zum Passieren. Frühneuzeitliches Tschechisch sev-002 · sev-004 · sev-005
Haselhun
Das Haselhuhn ist ein kleines Waldhuhn. Frühneuhochdeutsch rum-0737 · rum-0739 · rum-0742
hasen nerla
Bezeichnet einen im Buch bereits als bekannt vorausgesetzten Süßteig (Hasenöhrlein), auf den hier nur verwiesen wird, ohne ihn erneut zu erklären. Frühneuhochdeutsch phw-100 · phw-113
haste menue
Milz, an der oft Leber und Nieren hängen Moyen Français men-008 · men-012 · men-363
hasteletz
Kleine Spieße Moyen Français men-097 · men-266
hasterel
Der Nacken oder Genickbereich. Moyen Français men-078 · men-152
Hattele
Rumpolts Name für die Speise, in der Druckform belassen. Frühneuhochdeutsch rum-0121 · rum-0123 · rum-0126
haubt
Haupt, Kopf - hier: Knoblauchkopf ("zwei knobelauches haubt" = zwei Knoblauchköpfe). Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch b4-015 · bgs-034
haupp
Der Kopf des Vogels, der am Körper bleibt. Frühneuhochdeutsch mon-161 · w1-184
Hausen blasen
die getrocknete Schwimmblase des Hausen (Stör), als Fischleim (Hausenblase) ein starkes Geliermittel. Frühneuhochdeutsch kkm-041 · rum-0262 · rum-0277
hausen plater
Hausenblase, die getrocknete Schwimmblase des Hausens (einer Störart), diente als Geliermittel. Frühneuhochdeutsch m5919-057 · m5919-086 · mha-011
hausen platern
Die Schwimmblase des Hausens (einer Störart), die als hochwertiges Geliermittel verwendet wurde. Frühneuhochdeutsch ka2-046 · w1-195
hausen platter
Hausenblase, ein Geliermittel aus der Schwimmblase des Hausen (Stör). Frühneuhochdeutsch b4-064 · b4-065 · b4-189
hausen ploter
Hausenblase, ein aus der Schwimmblase des Störs gewonnenes Geliermittel. Frühneuhochdeutsch w1-066 · w1-068 · w1-192
Hausenblase
Ein Geliermittel, das aus der Schwimmblase des Störs gewonnen wird und in der historischen Küche häufig verwendet wurde, um Speisen zu festigen. Frühneuhochdeutsch phw-012 · std-006 · std-015
hausenplaten
Hausenblase - aus der Schwimmblase des Hausen/Störs gewonnenes Geliermittel, im Tegernseer Speisenbuch für echte Aspik-Sülzen belegt. Frühneuhochdeutsch teg-009 · teg-042
haussen plater
Hausenblase, ein traditionelles Geliermittel, das aus der Schwimmblase des Störs gewonnen wird. Frühneuhochdeutsch b4-188 · mha-038
haut
Die Kalbshaut wird vor dem Sieden abgezogen, nicht mitgekocht (CoReMA-Sachglosse: 'calf skin'). Frühneuhochdeutsch mha-067 · mha-230 · mha-268
Hauſen blatern
Hausenblätter sind Geliermittel aus der Schwimmblase des Hausen, eines großen Störs. Frühneuhochdeutsch std-007 · std-018
hawsen
Der Hausen (Huso huso) ist eine Störart, die für ihr Fleisch und ihren Rogen (Kaviar) geschätzt wurde. Frühneuhochdeutsch ka2-011 · ri15632-052
hawssen
Der Hausen, eine Störart. Frühneuhochdeutsch mon-061 · mon-234
hawtt
Die Schale des Steinkerns, unter der sich der ölige, bittere Inhalt verbirgt. Frühneuhochdeutsch b4-031 · b4-106
haymischen
Heimisch, hausgehalten, vermutlich zur Unterscheidung von Wildgeflügel im Rezepttitel gemeint. Frühneuhochdeutsch b4-157 · b4-158
hechede
Hecht Mittelhochdeutsch bgs-003 · bgs-036
hecht
Hecht (Esox lucius), ein Süßwasser-Raubfisch, im Mittelalter ein beliebter und geschätzter Speisefisch. Frühneuhochdeutsch mha-150 · w1-233
hechten
Der Hecht war ein beliebter Speisefisch im Mittelalter, der oft für Fastengerichte verwendet wurde. Frühneuhochdeutsch mha-036 · phw-242
Hechtmagen
Der Magen des Hechts, hier als eigene Speise. Frühneuhochdeutsch rum-0971 · rum-0985 · rum-0998
hefalin
Ein kleines Häflein oder Töpfchen. Frühneuhochdeutsch phw-166 · phw-204 · phw-208
Hefelin
Häflein - ein kleines Gefäß oder Töpfchen. Frühneuhochdeutsch mst-036 · mst-056 · mst-060
hefen
Ein Topf oder Kessel, der direkt auf die Glut gesetzt wird. Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch ka2-002 · ka2-012 · m5919-043
heffellin
Verkleinerungsform von 'Hafen' (Topf) - ein kleines Töpfchen, wie es für Portionsgerichte am Herd verwendet wurde. Frühneuhochdeutsch saw-041 · saw-043 · saw-185
heisse Eschen
Heiße Asche. Frühneuhochdeutsch rum-0122 · rum-0133
heissem Speck
Speck, in der Hitze ausgelassen und heiß über das Fleisch gegeben; beim Hammelschlegel nennt Rumpolt klein geschnittenen heißen Speck. Frühneuhochdeutsch rum-0296 · rum-0431 · rum-0556
hennen
Hennen Frühneuhochdeutsch mha-051 · rum-0689 · rum-0690
Hennenschweiß
Hühnerblut. Frühneuhochdeutsch rum-0018 · rum-0554 · rum-0741
herb
Rumpolt erklärt das Wort nicht weiter. Frühneuhochdeutsch rum-0158 · rum-0319 · rum-1774
herbolatam
Ein dickes Kräuter-Omelett oder eine Kräuter-Tarte auf Ei-Käse-Basis, oft mit süßen Zutaten. Mittellatein boc-043 · boc-044
herdt
Der Herd, die Feuerstelle zum Kochen. Frühneuhochdeutsch mon-032 · mon-242
Hetoudeaulx
Haselhühner, hier als Größenvergleich für die jungen Hühner. Moyen Français men-150 · men-290
Hienner
Hühner, wie im Fließtext desselben Rezepts belegt ('vnnd fuͤlls inn die Hienner'). Frühneuhochdeutsch mst-048 · mst-079
hieren
Hirn (Kopf). Frühneuhochdeutsch mha-122 · mha-153 · mon-084
hieren schalen
Die Hirnschale, also der Schädelknochen selbst, der aufgebrochen wird, um an das Hirn zu kommen - dient dann als natürliche Schale für die Gewürzung. Frühneuhochdeutsch mha-072 · mha-122
hiers
Bezeichnet hier Hirse (Panicum miliaceum), ein in der mittelalterlichen Küche weit verbreitetes Getreide. Frühneuhochdeutsch b4-029 · w1-030
Hiersebrey
Hirse. Frühneuhochdeutsch rum-0586 · rum-0636
hierssen
Hirsch. Frühneuhochdeutsch b4-171 · mon-072
hindern Schlegel
Die hintere Keule des Lamms; ‚Schlegel‘ heißt bei Rumpolt durchgehend Keule. Frühneuhochdeutsch rum-0219 · saw-067
Hinterkeul
Hinterkeule. Frühneuhochdeutsch rum-0281 · rum-0282 · rum-0351
hinterlauff
Hinterlauf, das Hinterbein vierfüßiger jagdbarer Tiere; hier die Keule der Gams. Frühneuhochdeutsch rum-0313 · rum-0347 · rum-0348
Hinterschlegel
Die Hinterkeule. Frühneuhochdeutsch rum-0220 · rum-0479
hirn
Das Gehirn eines Tieres, meist Kalb oder Schwein. Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch bgs-006 · ka1-042 · rum-0387
hofflich
Bedeutet „hoffähig“ oder „elegant“, also für eine vornehme Tafel oder einen besonderen Anlass geeignet. Frühneuhochdeutsch m384-073 · mha-278
Holbrahten
Hohlbraten/Scheinbraten - aus Farce aufgebauter Form-Braten, kein gewachsenes Stück. Frühneuhochdeutsch kkm-003 · kkm-065
hole spices
Ganze, ungemahlene Gewürze. Mittelenglisch foc-129 · foc-175 · foc-178
hollipen
Hohlippe, ein bis heute bekanntes, dünn gebackenes und zusammengerolltes Gebäck (auf der Pfanne oder im Waffeleisen), das hier als Vergleich für die fertige… Frühneuhochdeutsch mst-092 · saw-185
holliplen
Hohlippen, dünn ausgewalzte, um Hölzchen gerollte Zuckerplätzchen. Frühneuhochdeutsch saw-180 · saw-190
Honerderm
„Honer“ = fnhd. Frühneuhochdeutsch wo10-102 · wo10-103
honermaglen
Getrocknete, gemahlene Hühnermägen (genauer: die Magenhaut) galten als apothekarisches Verdauungsmittel. Frühneuhochdeutsch wo10-013 · wo10-015 · wo10-016
hong
Honig, das gängige Süßungsmittel im Mittelalter. Frühneuhochdeutsch ka1-009 · ka1-046
honig sam
Honigseim ist der flüssige Honig, der von selbst aus den Waben fließt und besonders rein und klar ist. Frühneuhochdeutsch w1-214 · w1-255
honigsam
Honigseim, also fließender, unverarbeiteter Honig. Frühneuhochdeutsch b4-093 · b4-211 · b4-253
hony clarified
Honig, der erhitzt und abgeschäumt wurde, damit die Sauce klar bleibt. Mittelenglisch foc-018 · foc-061 · foc-086
horen
Tintenhorn bzw. Frühneuhochdeutsch mha-174 · saw-002
houelich
Höfisch, fein - ein Qualitätsurteil des Schreibers über das Gericht. Rheinfränkisch rfk-065 · rfk-069
Huchen
Der Huchen (Hucho hucho), auch Donaulachs genannt, ist ein großer Lachsfisch aus dem Einzugsgebiet der Donau. Frühneuhochdeutsch rum-0923 · rum-0924 · rum-0925
Huechen
Huchen (*Hucho hucho*), ein großer lachsartiger Raubfisch, auch Donaulachs genannt. Frühneuhochdeutsch rum-0918 · rum-0919 · rum-0920
hueltzinen rost
hölzerner Rost Mittelhochdeutsch bgs-027a · bgs-038
huelzinen roste
hölzerner Rost Mittelhochdeutsch bgs-017 · bgs-018
huenern
Hühner Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch b4-194 · bgs-028 · m349-004
huenre von Kriechen
Hühner aus Griechenland - eine Prunk-Floskel für ein besonders feines, exquisites Gericht, keine Herkunftsangabe. Mittelhochdeutsch bgs-004 · bgs-051
Huille
Öl Moyen Français men-050 · men-076 · men-123
hulczen spiß
„Hölzerner Spieß“; im Mittelalter wurden oft frische, grüne Hartholzspieße verwendet, die über der Glut nicht sofort verbrennen. Frühneuhochdeutsch mon-047 · mon-057
hull es zu
Verschließe es. Frühneuhochdeutsch b4-237 · w1-239
Häfelein
Ein Diminutiv von ‚Hafen‘, was im Frühneuhochdeutschen einen Topf oder ein kleines Kochgefäß bezeichnete. Frühneuhochdeutsch phw-097 · phw-146
Igel
Die Mandelmasse wird als Tierfigur geformt. Frühneuhochdeutsch mha-006 · mha-007 · mha-008
iiii piez
Vier Füße Moyen Français men-015 · men-018
iij
Die römische Ziffer ‚iij‘ an dieser Stelle bleibt ungeklärt - ob sie ein Zahlwort mit unklarem Bezug (z. Frühneuhochdeutsch alb-003 · alb-007
il suo naturale
Martinos stehende Wendung "seine natürliche Art" - die dem Lebensmittel angemessenste Garmethode. Frühitalienisch mar-245 · mar-248
im Pfeffer
In der Küchensprache des 15. Frühneuhochdeutsch rum-0447 · teg-006
im Safft
Im eigenen Saft gebraten, also saftig und nicht ausgetrocknet. Frühneuhochdeutsch rum-0191 · rum-0374
im Saltz
Wörtlich „im Salz“. Frühneuhochdeutsch rum-0055 · rum-0876
In der vasten
Dieses Gericht ist für die Fastenzeit gedacht, in der der Verzehr von Fleisch, Eiern und Milchprodukten untersagt war. Frühneuhochdeutsch mha-009 · mon-136 · mon-167
in ein Pasteten eyngemacht
Hier: in die Pastete eingesetzt, also vom Teig umschlossen. Frühneuhochdeutsch rum-0344 · rum-0798
in Pasteten eyngemacht
In eine Pastete eingeschlossen, also in eine Teighülle gesetzt. Frühneuhochdeutsch rum-0354 · rum-0356 · rum-0456
in Pfeffer
„Pfeffer“ ist hier ein Gericht: eine gebundene, kräftig gepfefferte Soße, wie im heutigen Hasenpfeffer, nicht nur das Gewürz. Frühneuhochdeutsch rum-0302 · rum-0490
Indianische Henne
Rumpolts Name für die Pute, gebildet aus „indianisch“ im Sinn von „aus einem für Indien gehaltenen Land stammend“. Frühneuhochdeutsch rum-0521 · rum-0522 · rum-0532
ingraben form
Eine ‚eingegrabene Form‘ ist eine geschnitzte oder geformte Back- oder Kochform, oft aus Holz oder Metall, die dem Gericht eine dekorative Gestalt verleihen… Frühneuhochdeutsch ka1-034 · m384-048
Item
Ebenso, des Weiteren. Frühneuhochdeutsch / Frühneuzeitliches Tschechisch / Mittelhochdeutsch / Moyen Français k1-158 · k1-170 · meb-006
jambons
Schinken vom Schwein. Moyen Français men-010 · men-091
jance
Ein unbekanntes Würzmittel oder eine Sauce Moyen Français men-148 · men-174 · men-194
jaunet
Eine gelbe Sauce, deren Farbe oft von Safran oder Eigelb stammt und die eine säuerliche Note hatte. Moyen Français men-170 · men-265
jicha
Eine dickflüssige Sauce oder Brühe, oft mit Blut oder Mehl gebunden. Frühneuzeitliches Tschechisch sev-017 · sev-042 · sev-076
jichou
Brühe, Sauce, Flüssigkeit Frühneuzeitliches Tschechisch sev-064 · sev-166
jichu
Sauce Frühneuzeitliches Tschechisch sev-006 · sev-014 · sev-015
jichy
Brühe Frühneuzeitliches Tschechisch sev-078 · sev-145
Jmber
Ingwer. Frühneuhochdeutsch kkm-022 · kkm-036 · kkm-050
Jndianischen Han
Die Pute. Frühneuhochdeutsch rum-0523 · rum-0540
Jndianischen Schwein
So heißt das Tier in Rumpolts Kapitelüberschrift. Frühneuhochdeutsch rum-0488 · rum-0491
Jndianisches Schwein
So heißt das Tier in Rumpolts Kapitelüberschrift. Frühneuhochdeutsch rum-0489 · rum-0490
Jngwer
In welcher Form der Ingwer zugegeben wird, sagt der Text nicht. Frühneuhochdeutsch rum-0012 · rum-0143
joe de beuf
Ochsenbacke Moyen Français men-036 · men-362
jour de char
Fleischtag Moyen Français men-034 · men-057 · men-060
jour de poisson
Fastentag (Fischtag) Moyen Français men-034 · men-040 · men-057
jspen
Ysop (Hyssopus officinalis), ein bitteres Küchen- und Heilkraut, das in Frühlingskräutermischungen häufig vorkam. Frühneuhochdeutsch saw-133 · saw-176
jussel
Ein ‚Jussel‘ ist eine Brühe oder Suppe, oft eine klare, gewürzte Flüssigkeit. Frühneuhochdeutsch ka1-057 · ka1-077 · ka1-078
kachel
Irdene Schüssel oder Tontopf, gibt dem Gericht seinen Namen (Kachelmus = 'Mus aus dem Tontopf'). Frühneuhochdeutsch mha-033 · mst-045
kaesz
Kein echter Käse, sondern die fest gewordene Hausenblasen-Gallerte, die wegen ihrer Form und Konsistenz wie ein Käselaib angerichtet wird - eine Täuschspeise… Frühneuhochdeutsch mha-024 · mha-166 · mha-198
Kaldaunen
Kutteln, der gereinigte Magen von Wiederkäuern, hier vom Ochsen. Frühneuhochdeutsch rum-0023 · rum-0032 · w1-134
kalgus
Wortbildung aus kalt und Guss - vermutlich dieselbe Flüssigkeit, die andere Rezepte des Korpus für getrocknete Erbsen unter dem Namen ‚Kaltguss‘ bzw. Frühneuhochdeutsch std-231 · std-277
kalt
Die Pastete kommt kalt auf den Tisch. Frühneuhochdeutsch rum-1753 · rum-1754 · rum-1759
Kalt abgebraten
Fertig gebraten und kalt werden lassen; so auch in der kalt aufgetragenen Kalbskeule (rum-0132). Frühneuhochdeutsch rum-0559 · rum-0828
kalt lassen werden
Wortstellung der Zeit; gemeint ist „kalt werden lassen“. Frühneuhochdeutsch rum-0513 · rum-0541 · rum-0547
kalter natur
Bezieht sich auf die mittelalterliche Humoralpathologie, die Lebensmitteln bestimmte Qualitäten (warm/kalt, feucht/trocken) zuschrieb. Frühneuhochdeutsch k1-005 · k1-006
kandel
Eine Kanne oder ein Krug, aus dem der Wein getrunken wird. Frühneuhochdeutsch so1-129 · so1-130 · std-249
kanstu
„Kannst du“. Frühneuhochdeutsch rum-0367 · rum-0425 · rum-0535
Kapaun
Kastrierter, gemästeter Hahn. Frühitalienisch / Frühneuhochdeutsch mar-077 · mst-061 · rum-0655
Kaponen
Ein Kapaun ist ein kastrierter Masthahn, der für besonders zartes und fettreiches Fleisch gezüchtet wurde. Frühneuhochdeutsch std-087 · std-175
kaponer
Kapaun, ein kastrierter, gemästeter Hahn - im 16. Frühneuhochdeutsch saw-001 · saw-031 · saw-069
Kappaun
Kapaun, ein kastrierter Masthahn. Frühneuhochdeutsch rum-0251 · rum-0569 · rum-0646
Kappaunen
Kapaun, ein kastrierter Masthahn. Frühneuhochdeutsch rum-0576 · rum-0647 · rum-0648
kappone
Ein Kapaun ist ein kastrierter Masthahn, der für sein zartes, fettreiches Fleisch geschätzt wurde. Frühneuhochdeutsch mst-077 · mst-141
kappus
Mittelhochdeutsch für Kohl, meist Weißkohl. Rheinfränkisch rfk-030 · rfk-031 · rfk-060
Kapskraut
Kopfkohl, Weißkohl (Grimm: kapskraut, brassica capitata). Frühneuhochdeutsch rum-0222 · rum-1821
kar
Topf Frühneuhochdeutsch mha-071 · w1-130 · w1-208
Karbenada
Gerichtsname, im selben Rezept auch Karwenada geschrieben. Frühneuhochdeutsch rum-0122 · rum-0310
Karesme
Fastenzeit Moyen Français men-034 · men-053 · men-154
karpffen
Karpfen. Frühneuhochdeutsch mst-007 · std-109
Karpffenschweiß
„Schweiß“ ist das ältere, heute noch jägersprachliche Wort für Blut. Frühneuhochdeutsch rum-0853 · rum-0891 · rum-0942
Karwenada
Lehnwort zu französisch carbonnade. Frühneuhochdeutsch rum-0171 · rum-0172 · rum-0181
kass
Käse ist hier nur ein Vergleichsmaßstab für die Festigkeit der Masse, nicht selbst Zutat des Rezepts. Frühneuhochdeutsch mon-226 · mon-261
keas
Käse. Frühneuhochdeutsch b4-032 · b4-064 · b4-065
keas naph
Ein Käsenapf, hier der Vergleich für eine nicht zu weite Schüssel, in der die Masse fest wird. Frühneuhochdeutsch w1-066 · w1-068
kechelin
Ein Diminutiv, das hier eine kleine Schale oder Form aus Teig meint, in die die Füllung gegeben wird. Frühneuhochdeutsch alb-010 · alb-020
keck
In diesem Kontext bedeutet ‚keck‘ so viel wie ‚fest‘ oder ‚geronnen‘. Frühneuhochdeutsch ka1-035 · ka1-047 · phw-069
keller
Der Keller diente im Mittelalter als kühler Lagerort für Lebensmittel, vergleichbar mit einem modernen Kühlschrank. Frühneuhochdeutsch mst-120 · phw-144
kelter
Eine Weinpresse, in der die Trauben zu Most gepresst werden. Frühneuhochdeutsch so1-124 · so1-131
keren
Frühneuhochdeutsch für 'Kerne'. Frühneuhochdeutsch ka2-010 · mha-022 · mha-109
Kern außgeschnitten
Aus der Petersilienwurzel wird das holzige Herz herausgeschnitten, damit sie rasch gar wird. Frühneuhochdeutsch rum-0603 · rum-0916
Kern herauß
Den Stein der Frucht herausnehmen. Frühneuhochdeutsch rum-1802 · rum-1804
Kern von den Trauben
Wörtlich Kerne. Frühneuhochdeutsch rum-0722 · rum-0836
kers
Ein unsicherer Begriff. Frühneuhochdeutsch saw-056 · wo10-027
Kerstrankch
Ein Kirschtrank, hier ein fermentiertes Getränk aus Kirschen und Most, ähnlich einem Fruchtwein oder Met. Frühneuhochdeutsch b4-266 · w1-268
kes
Käse. Frühneuhochdeutsch m5919-021 · phw-042
kesel
Ein Kessel, hier als größeres Gefäß für das Wasserbad verwendet. Frühneuhochdeutsch phw-150 · phw-183
kiechla
Diminutiv von ‚Kuchen‘, also ein kleines Küchlein oder eine Art Krapfen. Frühneuhochdeutsch phw-089 · phw-091 · phw-105
kiels schmaltz
Kühles Schmalz. Frühneuhochdeutsch phw-111 · wo10-099 · wo10-100
Kindbetterin
Wöchnerin, eine Frau im Kindbett nach der Geburt - das Rezept ist als Schonkost gedacht. Frühneuhochdeutsch kkm-099 · std-079 · std-198
Kindermus
Ein Brei für Kinder, hier als Vergleich für eine sämige, dicke Konsistenz. Frühneuhochdeutsch phw-015 · phw-146
kindts muß
Ein „Kindermus" ist ein Brei für Kinder, hier als Vergleich für eine sehr dünne Konsistenz des Teiges verwendet. Frühneuhochdeutsch phw-117 · phw-132
kirswin
Kirschwein/Kirschmet - dieselbe Vokabel und Schreibweise wie im Kirschmet-Rezept auf Bl. Frühneuhochdeutsch d792-001 · d792-002
kitana
Quitten (Cydonia oblonga). Frühneuhochdeutsch phw-072 · phw-073
kitten
Quitten. Frühneuhochdeutsch phw-053 · rum-0621
kittine
Quitte, die aromatische Herbstfrucht, die roh hart und ungenießbar ist und erst durch Kochen oder Backen weich und süß wird. Frühneuhochdeutsch saw-015 · saw-068
klain
Fein, glatt Frühneuhochdeutsch mha-002 · w1-252
klainest
Die frühneuhochdeutsche Form von ‚kleinste‘. Frühneuhochdeutsch saw-081 · wo10-107
klaub
Von „klauben“, auslesen, säubern. Frühneuhochdeutsch rum-0065 · rum-0072 · rum-0114
klaubs
Von „klauben“: auslesen, säubern. Frühneuhochdeutsch rum-0118 · std-025
klein Schwartzen Rosein
Kleine schwarze Rosinen; Rumpolt nennt sie im Buch mehrfach so. Frühneuhochdeutsch rum-0496 · rum-1814
kleine Rosein
Kleine Rosinen; ob Korinthen gemeint sind, sagt der Text nicht. Frühneuhochdeutsch rum-0127 · rum-0405 · rum-0699
kleine schwartze Rosein
Rosinen, hier ausdrücklich kleine schwarze. Frühneuhochdeutsch rum-0376 · rum-1795
kleub
‚Chlewb‘ bedeutet ‚klieben‘ oder ‚spalten‘, hier im Sinne von das Zerlegen des Kalbskopfes. Frühneuhochdeutsch mha-004 · w1-240
klopfs
'Klopf es' - schlage Eier und Milch kräftig durcheinander. Frühneuhochdeutsch saw-135 · saw-136 · saw-141
knobelauches
Knoblauch Mittelhochdeutsch bgs-034 · bgs-042
Knobloch
Frühneuhochdeutsch für Knoblauch. Frühneuhochdeutsch rum-0194 · rum-0425 · rum-0479
knodel
Knödel im Sinn von geformten Fleischklößchen, hier direkt um den Knochen modelliert. Frühneuhochdeutsch ka2-014 · mha-017 · mha-202
knodlein
Kleine Knödel oder Klößchen, hier aus Fleisch. Frühneuhochdeutsch b4-175 · w1-149
knofflach
Knoblauch (mhd./fnhd. Frühneuhochdeutsch mha-227 · mha-282
knollen
Klumpen, die sich beim Einrühren des Mehls bilden und gut zerdrückt werden müssen. Frühneuhochdeutsch m725-021 · mst-068 · saw-019
knollet
Bedeutet ‚klumpig‘. Frühneuhochdeutsch mst-025 · phw-233 · phw-242
Knorren
Knorre bezeichnet einen knotigen Auswuchs, einen Knöchel oder ein verdicktes Knochenende (FWB knorre, DWB knorre). Frühneuhochdeutsch rum-0053 · rum-0148
kol
Eine Schüssel oder ein Topf zum Mischen der Zutaten. Frühneuhochdeutsch m5919-025 · phw-181
kol reis
Der historische Name ist auch als „kol reys“ und „col ris“ überliefert; seine Bedeutung ist ungeklärt. Frühneuhochdeutsch w1-144 · w1-145
kondiment
Eine würzige, säuerliche Tunke, oft mit Essig, Gewürzen und Brot als Bindemittel. Frühneuhochdeutsch m5919-061 · m5919-072 · m5919-076
kopf
Ein Topf oder Kessel. Frühneuhochdeutsch ka1-016 · m5919-031
kopff
Ein gekochter Tierkopf (Schwein oder Kalb), der als Gericht serviert und mit dieser Sauce übergossen wird. Frühneuhochdeutsch m384-032 · mha-209
koponen
Ein Kapaun ist ein kastrierter Masthahn, dessen Fleisch besonders zart und aromatisch ist. Frühneuhochdeutsch phw-058 · phw-059 · phw-077
koppen
Koppen = Kaulbarsche (bei Schmeller Kwappen/Kaulbarschen), ein kleiner Süßwasserfisch. Frühneuhochdeutsch teg-009 · teg-043
Kornblumensafft
Saft aus Kornblumen, hier als blauer Farbstoff verwendet. Frühneuhochdeutsch kkm-016 · kkm-075
Koury
Hühner (Plural von Huhn) Frühneuzeitliches Tschechisch sev-040 · sev-211 · sev-212
kraepphlein
Diminutiv von Krapfen, also kleine Krapfen oder Fritters, die hier mit dem Apfelmus gefüllt werden können. Frühneuhochdeutsch b4-028 · b4-224
Kragel Magel
Der Name des Gerichts in Schwaben. Frühneuhochdeutsch rum-0704 · rum-0732
Krammetsvögel
Das Tier steht nur in der Kapitelüberschrift „Von Kramatsvögeln“. Frühneuhochdeutsch rum-0821 · rum-0824
krapfen
Ein gefülltes, oft frittiertes Gebäckstück. Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch bgs-060 · bgs-061 · mon-136
Krapffen
Gefüllte Teigtaschen, die in heißem Fett ausgebacken werden. Frühneuhochdeutsch kkm-074 · kkm-082 · kkm-085
kraphem
Ein ‚Krapfen‘ war im Mittelalter ein weit gefasster Begriff für gebackenes oder frittiertes Gebäck, oft herzhaft gefüllt. Frühneuhochdeutsch w1-214 · w1-233
Kraphen
Krapfen - ein im heißen Fett ausgebackenes Gebäck, oft süß gefüllt. Frühneuhochdeutsch b4-216 · b4-217 · b4-218
krappfen
'Krapfen' bezeichnete im Mittelalter eine breite Palette von gefüllten oder ungefüllten Teigtaschen, die gebacken oder frittiert wurden. Frühneuhochdeutsch m5919-085 · mha-142
Krapphen
Krapfen, ein im Fett ausgebackenes Gebäck. Frühneuhochdeutsch b4-212 · b4-219 · b4-220
kraut
Bezeichnet hier allgemein Gemüse oder Kraut, oft Kohl, als Beilage. Frühneuhochdeutsch b4-242 · m5919-073 · mha-089
krauß
Beschreibt die Textur des gebratenen Apfelmuses, das durch das Umrühren und Braten eine leicht krümelige, 'gekräuselte' Oberfläche erhält. Frühneuhochdeutsch phw-113 · phw-166
Krehn
Name für den Meerrettich; Rumpolt nennt beide Namen nebeneinander. Frühneuhochdeutsch rum-0017 · rum-0045 · rum-0423
Kren
Meerrettich, eine scharfe Wurzel, die im Mittelalter häufig als Gewürz und Heilmittel verwendet wurde. Frühneuhochdeutsch mha-239 · std-135
krentzlin
Ein kleiner Teigkranz, der als erhöhter Rand um den Tortenboden gelegt wird, um die Füllung zu halten. Frühneuhochdeutsch phw-006 · phw-050 · phw-056
krepfflen
Krapfen im Sinn von gefüllten, gekochten Teigtaschen, vergleichbar mit modernen Maultaschen - nicht das süße Schmalzgebäck, das im Buch sonst unter diesem Na… Frühneuhochdeutsch saw-119 · saw-183
krepfla
‚Krapfen‘ sind in diesem Kontext frittierte oder gebackene Teigtaschen, oft mit Füllung. Frühneuhochdeutsch phw-010 · phw-046 · phw-121
kreppelin
Mittelhochdeutsch für kleine Krapfen, Pfannkuchen oder Gebäckstücke. Rheinfränkisch rfk-001 · rfk-041
kreps
Flusskrebse. Frühneuhochdeutsch ka1-032 · ka1-033 · ka1-045
krev
Blut - bindet und färbt die Sauce dunkel; das klassische Bindemittel der mittelalterlichen Wildküche (vgl. Frühneuzeitliches Tschechisch sev-010 · sev-240
kriechen
Kriechenpflaumen, eine kleine, säuerliche Pflaumenart. Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch b4-106 · bgs-009 · mha-270
krien
Der Kren, auch Meerrettich genannt, ist eine scharfe Wurzel, die als Gewürz und Heilmittel verwendet wurde. Frühneuhochdeutsch mst-143 · wo10-046
Kropff
Hier ist eine Wölbung oder Hülle im Teig gemeint, die als Füllraum für die Quitten dient - dieselbe Stelle wird später im Text selbst als ‚Hütlein‘ bezeichnet. Frühneuhochdeutsch rum-0674 · std-036
krosayer
‚Krause Eier‘ - ein Gericht aus geschlagenen Eiern, das beim Braten eine krümelige oder geronnene Textur erhält, ähnlich einem Rührei oder einem dicken Eierk… Frühneuhochdeutsch ka1-081 · ka1-082
kruog
Ein Krug, ein Gefäß, hier vermutlich aus Ton oder Glas. Frühneuhochdeutsch so1-119 · so1-122
krut
Kräuter Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch bgs-036 · bgs-046 · ka1-100
kuchen
Mehrdeutig zwischen 'Küche' (Ort zum Backen) und 'Kuchen' (Backware). Frühneuhochdeutsch mha-263 · rum-0093 · rum-0193
kuemel
Kümmel Mittelhochdeutsch bgs-027a · bgs-040 · bgs-048
kumich
Frühneuhochdeutsche Bezeichnung für Kümmel. Frühneuhochdeutsch mha-061 · mha-073 · mha-076
kumpost
Eingelegtes, saures Gemüse (lat. Frühneuhochdeutsch ka1-092 · ka1-093 · ka1-094
kunigs huner
‚Königshuhn‘ ist der Name des Gerichts, das hier zubereitet wird. Frühneuhochdeutsch b4-173 · w1-176
kuochen
Kuchen, Gebäck, hier im Sinne eines gefüllten Teigstücks Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch bgs-074 · ka1-081 · mst-082
kuten
Quitten. Frühneuhochdeutsch w1-089 · w1-146
kuttelfleck
die in Stücke geschnittenen Kutteln als Speise. Frühneuhochdeutsch mst-125 · rum-0108 · rum-0250
Kutten
Frühneuhochdeutsch für Quitten. Frühneuhochdeutsch m725-009 · mha-062 · mha-129
Kuttin
Quitten, eine Frucht, die gekocht oder gebacken eine feste Konsistenz und ein herbes Aroma entwickelt. Frühneuhochdeutsch wo10-051 · wo10-080
Kuttin laquerin
Eine ‚Lackwerin‘ (auch Latwerge) ist eine dickflüssige bis feste Zubereitung aus Früchten, Zucker oder Honig und Gewürzen, die als Konfekt oder Heilmittel ve… Frühneuhochdeutsch wo10-027 · wo10-039
kuttinen
Quitten. Frühneuhochdeutsch wo10-028 · wo10-036
Kyselice
Ein allgemeiner Begriff für eine saure Speise oder Suppe, oft auf Getreidebasis, die in der böhmischen Küche verbreitet war. Frühneuzeitliches Tschechisch sev-016 · sev-058 · sev-059
kyttana
Quitten sind Kernobstfrüchte, die roh sehr hart und herb sind, aber gekocht ein feines Aroma entwickeln. Frühneuhochdeutsch phw-034 · phw-044
Küchlin
Kleine Kuchen, Fritters oder Pfannkuchen. Frühneuhochdeutsch kkm-018 · kkm-047 · kkm-048
Kütten
Quitten, eine alte Obstsorte, die oft in Pasteten und Süßspeisen verwendet wurde. Frühneuhochdeutsch std-049 · std-159
l'estamine
Ein feines Tuch oder Sieb zum Passieren. Moyen Français men-076 · men-118 · men-229
labung
Stärkung, Erquickung oder Erfrischung, oft im Kontext von Genesung oder bei Schwäche. Frühneuhochdeutsch std-224 · std-228
lacte
Milch Frühitalienisch mar-099 · mar-126 · mar-131
lacte amigdalorum
Mandelmilch - macht das Mus fastentauglich und gibt die helle, milde Cremigkeit. Mittellatein boc-009 · boc-056 · boc-058
lacte d'amandole
Mandelmilch Frühitalienisch mar-065 · mar-087 · mar-093
lacte de amandole
Mandelmilch. Frühitalienisch mar-050 · mar-136
lacte di pesce
Fischrogen oder Fischmilch (Sperma) Frühitalienisch mar-143 · mar-177
laerderen
Spicken, das heißt, Fleisch mit Speckstreifen zu versehen, um es saftiger zu machen und Aroma zu geben. Mittelniederländisch wes-011 · wes-012
laffendel
Frühneuhochdeutsche Schreibweise für Lavendel. Frühneuhochdeutsch mst-012 · mst-106
Lait d'amandes
Mandelmilch Moyen Français men-050 · men-302 · men-304
lait meigre
Magermilch Moyen Français men-148 · men-240
lampreda
Neunauge, ein aalähnlicher Rundmundfisch. Frühitalienisch / Toskanisches Volgare ant-067 · mar-231
Lampreten
Rumpolts Wort für ein Neunauge, einen aalartigen Fisch (FWB "lamprete": auch Bricke oder Neunauge). Frühneuhochdeutsch rum-0928 · rum-0929 · rum-0930
lamproye
Neunauge, ein aalähnlicher Fisch Moyen Français men-180 · men-185
langenpfeffer
Langer Pfeffer (Piper longum), eine Pfefferart mit süßlich-scharfem Geschmack, die im Mittelalter häufiger verwendet wurde als heute. Frühneuhochdeutsch wo10-019 · wo10-115
Langer Pfeffer
Eine Pfefferart mit einem komplexeren, süßlich-scharfen Aroma als schwarzer Pfeffer. Frühneuhochdeutsch std-249 · wo10-010 · wo10-014
lanng
Frühneuhochdeutsche Form von ‚lang‘. Frühneuhochdeutsch mha-191 · phw-233
lardee
Gespickt (hier mit Kräutern, nicht Speck) Moyen Français men-138 · men-140
larder
spicken (mit Speckstreifen versehen) Moyen Français men-090 · men-141 · men-163
lardez
gespickt (mit Speck) Moyen Français men-086 · men-143 · men-376
lardo
Speck Frühitalienisch / Toskanisches Volgare ant-042 · ant-091 · mar-005
lardons
Speckscheiben Moyen Français men-052 · men-078 · men-179
lart
Speck Moyen Français men-007 · men-008 · men-029
lart menu hache
Fein gehackter Speck. Moyen Français via-074 · via-078
lasagne
Breite Bandnudeln. Frühitalienisch mar-079 · mar-140
lasangne
Lasagneplatten, hier als ungewöhnliche obere Schicht. Frühitalienisch mar-132 · mar-147
lat it not boile
Nicht mehr aufkochen lassen, sonst gerinnt die Eierbindung. Mittelenglisch foc-076 · foc-088
Latquerin
Eine „Latwerge“ ist ein eingekochtes Fruchtmus oder eine Kräuterpaste, die oft als Heilmittel oder Süßigkeit verwendet wurde. Frühneuhochdeutsch mst-108 · mst-124
latte de amandole
Mandelmilch - hier mit Fleisch- oder Hühnerbrühe statt Wasser angesetzt Frühitalienisch mar-074 · mar-079
latwaring
Eine ‚Latwerge' (von mittellateinisch electuarium) ist eine Art dickes Fruchtmus oder eine feste Paste, die durch Einkochen und Trocknen haltbar gemacht wird. Frühneuhochdeutsch ri15632-042 · ri15632-043
Latwerg
Latwerge - ein dick eingekochtes Frucht-Mus (von arab.-griech. Frühneuhochdeutsch m811-004 · std-251 · teg-046
laug
Schöpfen, hier im Sinne von Wasser nachfüllen. Frühneuhochdeutsch mst-097 · phw-040 · phw-112
laulicht
laulicht heißt „ein wenig lau“, also lauwarm. Frühneuhochdeutsch rum-0138 · rum-0944
lauter
Klar, rein. Frühneuhochdeutsch rum-0082 · rum-0885
lauter Butter
Lauter heißt „klar, rein“: geklärte Butter. Frühneuhochdeutsch rum-0019 · rum-0030 · rum-0031
lauter Buttern
Geklärte Butter (Butterschmalz). Frühneuhochdeutsch kkm-012 · kkm-055
lauter Eyerdotter
Nur Eigelb, kein Eiweiß und kein Wasser. Frühneuhochdeutsch rum-0321 · rum-0666
lautere Butter
„Lauter“ heißt rein, klar: geklärte Butter. Frühneuhochdeutsch rum-0093 · rum-0110 · rum-0171
lauterm Wein
Klarer, reiner Wein. Frühneuhochdeutsch rum-0571 · rum-0705
lautter
'Lauter' im Sinn von rein, klar, hier: frei von Spelzenresten. Frühneuhochdeutsch b4-194 · mha-109 · teg-004
laß auffsieden
Aufkochen lassen. Frühneuhochdeutsch rum-0819 · rum-1782
leber
Der Text sagt nur „Leber“. Frühneuhochdeutsch ka1-072 · rum-0332 · rum-0453
lebermuß
Rumpolts eigener Name für das Gericht: ein mit Brot gebundenes, durchgestrichenes und aufgekochtes Mus aus Leber. Frühneuhochdeutsch / Rheinfränkisch rfk-018 · rum-0337 · rum-0363
lebern
Lebern (Leber) Mittelhochdeutsch bgs-016 · bgs-040
Lebersültz
Eine Sülze auf Leberbasis. Frühneuhochdeutsch kkm-062 · kkm-079
Leberwurst
Rumpolts eigenes Wort. Frühneuhochdeutsch rum-0204 · rum-0413
lebzelten
Ein gewürztes Honiggebäck, vergleichbar mit Lebkuchen. Frühneuhochdeutsch ka1-019 · mst-042 · mst-111
lechlin
Ein ‚lechlin‘ ist ein kleines Loch, das hier in die Pastete gestochen wird, um Flüssigkeit einzufüllen. Frühneuhochdeutsch phw-059 · phw-078
leczelten
Lebkuchen bzw. Frühneuhochdeutsch ka2-037 · ka2-038 · m349-001
leczlten
Lebkuchen oder anderes gewürztes Gebäck. Frühneuhochdeutsch w1-043 · w1-194 · w1-197
ledlen
Kleine Formen oder Kästchen (Lädlein), in die die fertige Latwerge zum Auskühlen und Festwerden gefüllt wird. Frühneuhochdeutsch mst-108 · wo10-027 · wo10-039
lefel
Ein Löffel, hier als Werkzeug zum Portionieren der Küchlein. Frühneuhochdeutsch phw-108 · phw-118 · phw-218
legerkäs
Lagerkäse - gereifter Hartkäse aus der Klosterwirtschaft; gibt Würze und Bindung. Frühneuhochdeutsch teg-016 · teg-038
Lemani
Bezeichnet Zitronen. Frühneuhochdeutsch std-139 · std-159
lemberen
Lämmer. Frühneuhochdeutsch m5919-090 · mha-251
lembtig vogel
Lebendige Vögel. Frühneuhochdeutsch mon-161 · mon-235
Lemoni
Zitronen. Frühneuhochdeutsch std-140 · std-170 · wo10-056
lemprat
Rinderlende (Sirloin). Frühneuhochdeutsch mon-191 · wo10-045
lepczelten
Historische Bezeichnung für Lebkuchen oder Honigkuchen. Frühneuhochdeutsch ka1-070 · m384-035 · m384-076
leschefricte
Bratpfanne, Bräter oder Schmortopf Moyen Français men-152 · men-284 · men-291
lesches
Scheiben Moyen Français men-056 · men-087 · men-091
lesh
In Scheiben schneiden. Mittelenglisch foc-065 · foc-066
leshe
in Scheiben oder Streifen schneiden Mittelenglisch foc-072 · foc-079
lestamine
Ein feines Tuch oder Sieb zum Passieren. Moyen Français via-028 · via-051 · via-119
letzelten
Bairisch-österreichische Bezeichnung für Lebkuchen oder Lebzelten. Frühneuhochdeutsch m725-002 · phw-129
lezelten
Lebzelten, eine historische Bezeichnung für Lebkuchen. Frühneuhochdeutsch m5919-006 · m5919-060 · phw-235
libra
Pfund (ca. Frühitalienisch / Frühneuhochdeutsch ka2-043 · ka2-045 · mar-005
lieblich
Angenehm im Geschmack und Aussehen, nicht süß. Frühneuhochdeutsch rum-0179 · rum-0430 · rum-0482
Liecht
Licht. Frühneuhochdeutsch rum-0300 · rum-0340 · rum-0365
limon
Schleim Moyen Français men-026 · men-172 · men-180
Limonien
Zitronen. Frühneuhochdeutsch rum-0004 · rum-0051 · rum-0130
Limoniensafft
Zitronensaft; Limonien sind bei Rumpolt durchgängig Zitronen. Frühneuhochdeutsch rum-0514 · rum-0750 · rum-0784
lind
Lind. Frühneuhochdeutsch b4-178 · mst-031 · mst-129
linde Speiß
Eine milde, weiche Speise; Rumpolt nennt sie hier ausdrücklich für Kranke. Frühneuhochdeutsch rum-0248 · rum-0677 · rum-0678
lindem gwürtz
Eine milde Gewürzmischung, die typischerweise Ingwer, Zimt und Muskatblüte umfassen konnte. Frühneuhochdeutsch std-038 · std-043
lindt
Weich, zart gekocht. Frühneuhochdeutsch phw-162 · phw-226 · rum-0177
lindt gesaltzen
Mild gesalzen. Frühneuhochdeutsch rum-0012 · rum-0052 · rum-0529
lire of Pork
mageres Muskelfleisch des Schweins, ohne Fett/Sehnen. Mittelenglisch foc-003 · foc-170 · foc-181
livres
Historische französische Währungseinheit (Pfund). Moyen Français men-018 · men-318
loche
Schmerle, ein kleiner Süßwasserfisch. Moyen Français men-128 · men-135 · men-182
loit
Lot - historische Gewichtseinheit, im rhein-fränkischen Raum ca. Rheinfränkisch rfk-010 · rfk-011
loppins
Stücke, Scheiben Moyen Français men-086 · men-266
LOSEYNS
Loseyns, eine Art geschichtete Nudelplatte oder Lasagne. Mittelenglisch foc-047 · foc-124
lot
Historisches Gewicht, hier etwa 15 g. Frühneuhochdeutsch d792-002 · kkm-105 · meb-001
lott
Ein Lot entsprach ungefähr 15 bis 16 Gramm. Frühneuhochdeutsch b4-063 · b4-064 · b4-065
luccio
Hecht. Frühitalienisch mar-151 · mar-230 · mar-254
Lufftloch
Ein Loch im Deckel. Frühneuhochdeutsch rum-0039 · rum-0312 · rum-0316
lumbel
Lendenfleisch. Mittelhochdeutsch bgs-086 · bgs-088 · bgs-089
lungel
Lunge als Innerei. Frühneuhochdeutsch b4-011 · b4-229 · mha-020
Lungen
Das Tier nennt der Satz nicht; das Rezept steht im Kapitel vom Hirsch. Frühneuhochdeutsch rum-0103 · rum-0155 · rum-0233
Lungenbraten
Kein Lungenfleisch, sondern das Filet (die innere Lende). Frühneuhochdeutsch rum-0040 · rum-0041 · rum-0042
Lungenmuß
So nennt Rumpolt schon die gesottene, klein gehackte Kalbslunge (Nr. Frühneuhochdeutsch rum-0100 · rum-0102 · rum-0267
lus
Hecht Moyen Français men-126 · men-174 · men-247
lustig
Hier: hübsch, ansehnlich. Frühneuhochdeutsch rum-0118 · rum-0126 · wbd-015
lustig zu essen
Macht Lust zum Essen, appetitlich (FWB lustig: erfreulich, angenehm). Frühneuhochdeutsch rum-0313 · rum-0323
lyant
bindend/verdickend Moyen Français men-074 · men-102 · men-108
lye it up
Vermischen Mittelenglisch foc-015 · foc-153
lyoison
Bindung, Verdickung Moyen Français men-095 · men-098 · men-123
Lyour
Leber Mittelenglisch foc-011 · foc-027 · foc-102
lyre
Mischung Mittelenglisch foc-015 · foc-043 · foc-111
mach ab
Stehende Formel für ‚fertig würzen / abschmecken' - hier: die Gewürzmischung in die Brühe einarbeiten und abschließen. Frühneuhochdeutsch mha-053 · rum-1821
mach das ab
Feste Schlussformel in diesem Kochbuch: das Gericht abschmecken und fertigstellen, nicht servieren oder vom Feuer nehmen. Frühneuhochdeutsch b4-119 · w1-124
mach es ab
Abschmecken. Frühneuhochdeutsch b4-057 · kkm-055 · rum-0072
mach es gelb
Ein Farbmittel nennt der Text nicht. Frühneuhochdeutsch m5919-101 · mon-010 · mon-086
mach es wol ab
Schmecke es gut ab und vollende die Zubereitung. Frühneuhochdeutsch b4-123 · b4-138 · b4-206
mach jn ab
Eine formelhafte Wendung: abschmecken und fertig würzen. Frühneuhochdeutsch rum-0861 · rum-0916
mach lab
Die Anweisung ‚mach lab‘ bedeutet hier, die Flüssigkeit zum Stocken oder Gelieren zu bringen. Frühneuhochdeutsch b4-191 · w1-195
Mach sie ab
abschmecken, fertig machen. Frühneuhochdeutsch rum-0016 · rum-0299 · rum-0853
mach sie eyn
Pack sie ein. Frühneuhochdeutsch rum-0961 · rum-1771
mach sie gantz eyn
„Eynmachen“ heißt in Rumpolts Tortenkapitel „in die Torte einlegen“ (vgl. Frühneuhochdeutsch rum-1803 · rum-1806
machs
„Mach es“ - eine knappe Verlaufsformel zwischen Sieden und Braten, kein eigenständiger Zutaten- oder Würzschritt. Frühneuhochdeutsch b4-011 · mha-020
machs an
Würzen, fertig machen: Pfeffer und Safran kommen in die Brühe. Frühneuhochdeutsch rum-0100 · rum-0601
machs eyn
„Einmachen“ heißt bei Geflügel in diesem Buch: in einer Sauce fertig garen, nicht haltbar machen und nicht bloß anrichten. Frühneuhochdeutsch rum-0281 · rum-0295 · rum-0799
machs gelb
„Mach es gelb.“ Ein Farbmittel nennt der Text nicht. Frühneuhochdeutsch mon-230 · rum-0102 · rum-0649
machs zu
Mach sie zu, also die Pastete rundum verschließen. Frühneuhochdeutsch rum-1738 · rum-1777 · rum-1781
macys
Muskatblüte (Macis), die getrocknete Samenhülle der Muskatnuss Mittelenglisch foc-014 · foc-117 · foc-184
maegen
Hühnermägen (Muskelmägen/Kaumägen), nicht der menschliche Magen - klassische Zutat für Innereien-Gerichte. Frühneuhochdeutsch mha-075 · mha-198
magsts
„magst es“: du kannst es. Frühneuhochdeutsch rum-0926 · rum-1005 · rum-1797
magstu
„magst du“, hier: kannst du, darfst du. Frühneuhochdeutsch rum-0453 · rum-0900
maiorana
Majoran Frühitalienisch mar-124 · mar-236
malfasier
Ein süßer Weißwein, der oft für Saucen oder zum Einweichen von Brot verwendet wurde. Frühneuhochdeutsch phw-208 · wo10-055
malfasyer
Ein süßer Weißwein, ursprünglich von der griechischen Insel Monemvasia. Frühneuhochdeutsch phw-038 · phw-066 · phw-070
Malfaſier
Malvasier ist eine Familie von Rebsorten, die für die Herstellung von süßen, aromatischen Weinen bekannt ist. Frühneuhochdeutsch mst-005 · mst-038 · mst-064
maluasier
Malvasier, ein süßer Wein, benannt nach dem Hafen Monemvasia auf der Peloponnes. Frühneuhochdeutsch mha-208 · rum-0928 · rum-0931
Malvasier
Ein süßer, aromatischer Wein, ursprünglich von der griechischen Insel Monemvasia. Frühneuhochdeutsch mst-009 · saw-089 · wo10-087
man datten
In diesem Kochbuch das eigene Wort für Oblate, nicht für die Fruchtdattel - dieselbe Auflösung gilt in den benachbarten Rezepten dieser Reihe. Frühneuhochdeutsch phw-095 · phw-096
mandaten
Ein fertiges dünnes Oblaten-/Waffelblatt, auf das die Mandelmasse gestrichen wird - nicht ein selbst gebackener Mandelboden. Frühneuhochdeutsch mst-081 · wo10-092 · wo10-093
mandatten
„Oblaten“ - dünne, ungesäuerte Waffeln, die im Buch als Träger für Süßspeisen dienen. Frühneuhochdeutsch phw-093 · phw-094
mandel
Mandeln, hier gestoßen oder gemahlen. Frühneuhochdeutsch saw-103 · std-121 · std-130
Mandel cziger
Ein ‚Mandelziger‘ ist ein pflanzliches Käse-Imitat, das aus Mandelmilch hergestellt wird. Frühneuhochdeutsch m384-071 · mon-172 · w1-035
mandel keren
Mandelkerne, die zur Garnitur in die Oberfläche gesteckt werden. Frühneuhochdeutsch mha-047 · mha-243 · ri15632-034
Mandel milch
Hier ist die Mandelmühle gemeint: die Augsburger Ausgabe von 1569 liest an derselben Stelle „Mandelmül“. Frühneuhochdeutsch std-001 · w1-133
Mandel milich
Mandelmilch dient hier nur als Vergleichsmaßstab für die Zubereitungsweise, sie ist keine Zutat dieses Rezepts. Frühneuhochdeutsch b4-066 · b4-082 · b4-108
Mandel oder Epffelgescharb
Von scharben, klein schneiden: klein Geschnittenes, hier aus Mandeln oder Äpfeln (Deutsches Wörterbuch: „mandelgescherb“). Frühneuhochdeutsch rum-0174 · rum-0430 · rum-0743
mandel ziger
Ein milchfreier Quark- oder Frischkäse-Ersatz, hergestellt aus Mandeln. Frühneuhochdeutsch alb-001 · b4-033 · ka1-048
Mandeldortten
Eine Torte, deren Hauptbestandteil Mandeln sind. Frühneuhochdeutsch wo10-071 · wo10-073 · wo10-074
Mandelgescharb
Klein geschnittene Mandeln, ebenso „Epffel“-Gescharb aus klein geschnittenen Äpfeln (Grimm: Geschnitzeltes). Frühneuhochdeutsch rum-0015 · rum-0056 · rum-0071
mandelkerne
Mandeln, geschält oder ungeschält Mittelhochdeutsch / Rheinfränkisch bgs-074 · rfk-031
mandelmilch
Mandelmilch - die in der Fastenzeit übliche Kuhmilch-Alternative. Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch bgs-024 · saw-111 · std-176
mandly
Mandeln Frühneuzeitliches Tschechisch sev-067 · sev-195
mangelt
Mangold (*Beta vulgaris subsp. Frühneuhochdeutsch phw-049 · phw-121
mangoldt
Mangold, liefert die grüne Masse der Torte. Frühneuhochdeutsch saw-106 · saw-139
mangolt
Mangold (Beta vulgaris subsp. Frühneuhochdeutsch / Rheinfränkisch ka1-091 · kkm-101 · mst-067
Maniade
Den Namen gibt Rumpolt ‚auff Welsch‘, also in einer romanischen Sprache, meist ist Italienisch gemeint. Frühneuhochdeutsch rum-0052 · rum-0667
Manscho Blancko
Rumpolts Schreibung für spanisch manjar blanco, „weiße Speise“, den Blancmanger. Frühneuhochdeutsch rum-0534 · rum-0535 · rum-0538
marb
‚Marb‘ bedeutet mürbe oder zart, also weich gekocht. Frühneuhochdeutsch phw-087 · phw-180
marciban
Marzipan, hier aus roh gestoßenen, eingeweichten Mandeln, nicht aus fertigem Mandelmehl. Frühneuhochdeutsch saw-022 · saw-051
marck
Rindermark, eine geschätzte, sehr fette Zutat der mittelalterlichen Küche, die Pasteten reichhaltig und saftig machte. Frühneuhochdeutsch mha-045 · rum-0062
marckt
„Markt“ ist hier das Knochenmark, das als besonders feine Zutat galt. Frühneuhochdeutsch mst-089 · phw-035 · phw-058
marckt bain
Markknochen, also Knochen, die Knochenmark enthalten. Frühneuhochdeutsch mst-044 · mst-095
Margeranten Kern
Wahrscheinlich Granatapfelkerne: „Margeranten“ ist eine Nebenform von margrant (Granatapfel). Frühneuhochdeutsch rum-0702 · rum-0764
mas
Eine Augsburger Maß entsprach im 16. Frühneuhochdeutsch phw-013 · phw-128 · phw-150
Maseran
Frühneuhochdeutsche Schreibweise für Majoran. Frühneuhochdeutsch wo10-017 · wo10-031
maseron
Majoran (*Origanum majorana*). Frühneuhochdeutsch phw-121 · phw-201 · saw-025
mass
Ein Augsburger Maß, das zu dieser Zeit etwa 1,05 Litern entsprach. Frühneuhochdeutsch mha-177 · phw-001 · wo10-004
mass Rom
„Rom“ bezeichnet hier Rahm (Sahne), nicht einen Käse - belegt durch vier weitere Rezepte desselben Buchs sowie die Sachglossen der Schwesterhandschrift Wo8 (… Frühneuhochdeutsch wo10-072 · wo10-086
mastic
Mastix, ein Harz mit leicht bitterem, harzigem Geschmack, das als Gewürz und Verdickungsmittel verwendet wurde. Mittelniederländisch / Moyen Français via-123 · wes-033
masß
Historisches Hohlmaß für Flüssigkeiten - eine 'halbe Maß' entspricht ungefähr einem halben Liter. Frühneuhochdeutsch saw-028 · saw-065 · saw-066
materi
'In der selben materi' bedeutet 'auf dieselbe Art/Weise' - ein Verweis auf die zuvor beschriebene Zubereitungsmethode. Frühneuhochdeutsch mha-055 · mha-062 · mha-216
matiz
Muskatblüte Moyen Français men-064 · men-097
Maurochen
Morcheln (der Pilz) - die hohlen Hüte eignen sich zum Füllen. Frühneuhochdeutsch b4-091 · b4-092 · m5919-016
mawrochen
Morcheln, eine hochgeschätzte Speisepilzart, die im Mittelalter oft für festliche Gerichte verwendet wurde. Frühneuhochdeutsch mon-205 · mon-206
mayen
Der Monat Mai. Frühneuhochdeutsch mha-040 · mst-114
mayen hecht
'Maienhecht' - Name für diesen festlich wieder zusammengesetzten Frühlings-Fischgang. Frühneuhochdeutsch b4-012 · w1-013
mayen schmaltz
Schmalz aus Maienbutter (Hayer, Glossar): im Mai gewonnene Butter, ausgelassen zu Butterschmalz. Frühneuhochdeutsch phw-147 · phw-148
mayrser
Ein Mörser, in dem die gekochten Quitten zu einer feinen Masse zerstoßen werden. Frühneuhochdeutsch phw-023 · phw-034 · phw-048
maſeron
Frühneuhochdeutsche Bezeichnung für Majoran. Frühneuhochdeutsch mst-048 · mst-067 · mst-072
maſs
Ein historisches Flüssigkeitsmaß. Frühneuhochdeutsch mst-047 · mst-142
meczen
Eine alte Maßeinheit für Getreide, regional unterschiedlich, oft zwischen 30 und 60 Litern. Frühneuhochdeutsch ka2-010 · mha-109 · mha-163
meigre
Mageres Fleisch Moyen Français men-028 · men-164 · men-255
melb
Eine mittelbairische Form von „Mehl". Frühneuhochdeutsch m5919-102 · mon-216
melbs
Mehl. Frühneuhochdeutsch b4-004 · b4-214 · koe-010
melisen
Melisse (*Melissa officinalis*). Frühneuhochdeutsch phw-049 · phw-121
menestra
Gericht, Gang, Portion Frühitalienisch mar-055 · mar-059 · mar-061
menestre
Portionen Frühitalienisch mar-042 · mar-043 · mar-051
menig
Mittelhochdeutsch für 'vermischen' oder 'vermengt'. Frühneuhochdeutsch b4-098 · b4-099 · koe-001
mercke
Eine Anmerkung oder ein Hinweis, hier als Rubrik- oder Kopfformel verwendet. Frühneuhochdeutsch so1-136 · wbd-014
Merlus
Kabeljau. Moyen Français men-204 · men-260
Merrettich
Meerrettich. Frühneuhochdeutsch rum-0063 · rum-0676
Mesche
Muskatblüte, die äußere Hülle der Muskatnuss. Moyen Français men-312 · via-174
messe it forth
servieren Mittelenglisch foc-034 · foc-041 · foc-081
mett
Met, also Honigwein - durch Gärung von Honig und Wasser mit Hefe hergestellt, kein Hippocras (gewürzter Wein). Frühneuhochdeutsch b4-267 · mon-160
Meybutter
Maibutter: nach Grimms Wörterbuch eine im Mai bereitete, besonders schmackhafte Butter. Frühneuhochdeutsch rum-0106 · rum-0230 · rum-0269
Meyenbutter
Im Mai gewonnene Butter. Frühneuhochdeutsch rum-0104 · rum-0114 · rum-0980
meza libra
Ein halbes Pfund. Frühitalienisch mar-045 · mar-266
mezo cotto
halb gar Frühitalienisch mar-036 · mar-038
milch
Mandelmilch, ein häufiger Milch- und Sahneersatz im Mittelalter Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch bgs-074 · saw-036 · saw-171
Milchkopff
Rumpolts eigener Name für ein Gericht aus Eiern und süßer Milch, das er im Lammkapitel beschreibt: Die Eiermilch wird über gesottene Köpfe gegossen und gebac… Frühneuhochdeutsch rum-0201 · rum-0250
milchram
Milchrahm - entspricht heutiger Sahne. Frühneuhochdeutsch ka1-055 · m5919-003 · ri15632-049
milchrawm
Süßer Rahm, also Sahne. Frühneuhochdeutsch std-161 · std-162
milich
Milch. Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch b4-035 · b4-066 · b4-078
milich rom
Milchrahm, also Sahne. Frühneuhochdeutsch phw-013 · phw-021 · phw-050
millich Ram
Milchrahm, also Sahne oder Rahm. Frühneuhochdeutsch mst-024 · mst-033 · mst-038
Miltz
Milz Frühneuhochdeutsch kkm-061 · rum-0232 · rum-0366
Minces
Kleine Kohle oder Kohlsprossen, die aus den Stämmen nachwachsen. Moyen Français men-050 · men-053
ministrum
Hier im Kochkontext "ein Gericht, eine angerichtete Speise" (von ministrare, auftragen). Mittellatein boc-008 · boc-009 · boc-011
model
Das Waffel- oder Backeisen, in das der flüssige Teig getaucht und über der Glut gebacken wird. Frühneuhochdeutsch / Rheinfränkisch rfk-064 · saw-088 · saw-163
moerser
Mörser Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch bgs-011 · bgs-023 · bgs-028
moerserr
Im Mittelalter waren Mörser oft große, schwere Gefäße aus Stein oder Metall, die zum Zerstoßen von Fleisch, Nüssen oder Wurzeln verwendet wurden. Frühneuhochdeutsch meb-002 · meb-004
mol
Lunge Moyen Français men-006 · men-012 · men-015
mollicha di pane
Das weiche Innere von Brot, Brotkrume. Frühitalienisch mar-071 · mar-073 · mar-120
mollicha di pane biancho
Krume Weißbrot Frühitalienisch mar-082 · mar-090 · mar-091
mondate
geschält Frühitalienisch mar-090 · mar-095
morchen
Morcheln, essbare Pilze mit charakteristischer Wabenstruktur. Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch bgs-079 · kkm-098 · w1-138
morsar
Mörser, hier der große Stampfmörser zum Zerstoßen der Mandeln, nicht der kleine Gewürzmörser. Frühneuhochdeutsch mon-029 · mon-031 · mon-047
morselstein
Ein großer Mörser, in dem das rohe Fischfleisch zu einer feinen Paste zerstoßen wird. Frühneuhochdeutsch / Rheinfränkisch k1-003 · rfk-038
Morser
Ein großer Fleisch- und Küchenmörser, nicht der kleine Gewürzmörser. Frühneuhochdeutsch b4-007 · b4-055 · b4-211
morser huner
Name des Gerichts: 'Mörser-Hühner', benannt nach der Zubereitungstechnik im großen Fleischmörser, nicht nach einem kleinen Gewürzmörser. Frühneuhochdeutsch mha-063 · mha-226
morsser
Ein großer Fleischmörser, wie eine mittelalterliche Küchenmaschine, um Zutaten zu einer feinen Farce zu zerstoßen. Frühneuhochdeutsch koe-003 · koe-011 · koe-012
mortai
Mörser. Toskanisches Volgare ant-029 · ant-042
mortajo
Im mittelalterlichen Kochkontext ist der ‚Mörser‘ ein großes, schweres Gefäß aus Stein oder Metall, das mit einem kräftigen Stößel zum Zerkleinern und Pürier… Toskanisches Volgare ant-041 · ant-080
mortale
Mörser Frühitalienisch mar-042 · mar-080 · mar-093
mortier
Mörser Mittelniederländisch / Moyen Français men-129 · via-093 · wes-027
Morue
Gesalzener oder getrockneter Kabeljau Moyen Français men-194 · men-204
Moser
Großer Fleisch-/Fischmörser, kein kleiner Gewürzmörser - siehe FAQ. Frühneuhochdeutsch b4-044 · b4-121 · b4-141
most
Unvergorener Traubensaft, auch als Federweißer bekannt. Frühneuhochdeutsch b4-266 · m467-002 · mha-159
mostarda
Senf, hier als fertige Paste oder Sauce gemeint. Frühitalienisch mar-198 · mar-202 · mar-246
mouelle
Knochenmark. Moyen Français men-139 · men-261 · via-083
mouelle de beuf
Rindermark Moyen Français men-164 · men-264
mourir en sel
In Salz töten und pökeln Moyen Français men-026 · men-180
Moust
Most, unvergorener Traubensaft oder Fruchtsaft. Moyen Français men-150 · men-290
moustarde
Senf Moyen Français men-089 · men-208 · men-368
Mouton
Lammfleisch Moyen Français men-050 · men-066 · men-067
moyeu
Eigelb Moyen Français men-227 · men-233 · men-255
moyeulx
Eigelbe Moyen Français men-057 · men-119
moyeulx d'oeufz
Eigelb. Moyen Français men-258 · men-303
moyeux
Eigelb Moyen Français men-228 · men-230
mues
Ein Mus, also eine zerstoßene oder verriebene Speise. Frühneuhochdeutsch ka2-027 · w1-064 · w1-077
Muess
Mus, ein dickgekochtes Püree - hier aus Bohnen. Frühneuhochdeutsch b4-035 · b4-054 · b4-068
mulecte
Milz. Moyen Français men-265 · men-339
muos
Brei, Mus, Püree Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch bgs-040 · bgs-055 · bgs-064
muoss
Mus (Brei, Püree) Frühneuhochdeutsch mha-002 · mha-013
Muosz
Mus, ein dickflüssiger Brei oder Püree. Frühneuhochdeutsch m384-051 · m384-054 · m384-055
muoß
Ein Mus oder Brei, hier aus Erbsen. Frühneuhochdeutsch alb-016 · ka1-037 · ka1-041
Murmentel
Murmeltier. Frühneuhochdeutsch rum-0482 · rum-0484 · rum-0485
mursel
Stücke, Brocken Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch bgs-028 · bgs-045 · w1-183
mursing
Ein Mörser, hier ein großer Fleischmörser, in dem die Zutaten zu einer feinen Paste zerstoßen werden. Frühneuhochdeutsch so1-129 · so1-132
Mus
Ein Mus ist ein Brei oder Püree aus zerstoßenen Zutaten, oft süß oder pikant. Frühneuhochdeutsch alb-022 · alb-025 · m5919-091
muscat
Muskatnuss. Frühneuhochdeutsch mha-289 · mon-112 · mon-184
muscatplue
Muskatblüte (Macis). Frühneuhochdeutsch mon-180 · wo10-015 · wo10-020
musgatt blie
„Muskatblüte“ ist die getrocknete Samenhülle der Muskatnuss, auch Macis genannt, ein feines Gewürz. Frühneuhochdeutsch phw-185 · phw-223
musgatt blye
Die Muskatblüte, auch Macis genannt, ist der Samenmantel der Muskatnuss. Frühneuhochdeutsch phw-080 · phw-220 · phw-230
Muskatblüte
Die äußere Hülle der Muskatnuss, auch Macis genannt, mit feinerem und milderem Aroma als die Nuss selbst. Frühneuhochdeutsch std-191 · std-249 · std-255
muss
Mus, ein feiner Brei oder Püree, hier aus zerstoßenen Eidottern. Frühneuhochdeutsch b4-074 · b4-110 · b4-111
Muß
Brei, Püree (hier: feines Wildragout). Frühneuhochdeutsch kkm-068 · meb-009 · mon-100
Muſcat
Muskatnuss. Frühneuhochdeutsch std-134 · std-247
Mörser
Ein großes Gefäß zum Zerstoßen von Zutaten, oft aus Stein oder Metall, mit einem schweren Stößel. Frühneuhochdeutsch alb-018 · kkm-070 · kkm-075
Müslin
Ein dickes Mus oder Brei, hier aus Reismehl und Mandelmilch. Frühneuhochdeutsch kkm-016 · kkm-024 · kkm-047
Müß
Historische Schreibweise von 'Mus' - hier die Ei-Milch-Mischung, in die das grüne Gepresste eingerührt wird. Frühneuhochdeutsch kkm-046 · std-059
nagel
Die ‚Nägelein‘ sind Gewürznelken, benannt nach ihrer nagelähnlichen Form. Frühneuhochdeutsch mon-170 · mon-198 · w1-179
nagelein
Nelken Frühneuhochdeutsch mha-008 · mha-051
naglen
Nelken. Mittelniederländisch wes-032 · wes-033
nappe
Tuch Moyen Français men-185 · men-224 · men-352
naranci
Orangen Frühitalienisch mar-029 · mar-206
necky
Ein großer Holztrog oder eine Wanne, hier als saubere Arbeitsfläche gemeint. Frühneuzeitliches Tschechisch sev-015 · sev-016 · sev-058
necz
Das Netz, auch Bauchfell oder Omentum, eine fetthaltige Membran, die hier zum Umwickeln des Lebergerichts verwendet wird. Frühneuhochdeutsch b4-018 · mha-191 · mon-225
negala
Eine frühneuhochdeutsche Bezeichnung für Nelken. Frühneuhochdeutsch phw-064 · phw-180 · phw-184
negalin
Diminutiv von ‚Nägelein‘, was Gewürznelken bedeutet. Frühneuhochdeutsch phw-058 · phw-076 · phw-087
negel
Gewürznelken. Frühneuhochdeutsch m5919-048 · w1-002 · w1-149
negela
Frühneuhochdeutsch für Gewürznelken. Frühneuhochdeutsch mst-009 · mst-019 · mst-056
negele
Gewürznelken, benannt nach ihrer nagelähnlichen Form. Frühneuhochdeutsch mst-005 · mst-010 · mst-054
negelein
Nelken, auch Nägelein genannt, sind getrocknete Blütenknospen mit einem intensiven, würzigen Aroma. Frühneuhochdeutsch b4-010 · b4-013 · b4-176
negelen
Gewürznelken. Frühneuhochdeutsch mst-004 · mst-008 · mst-042
negellach
Gewürznelken, von 'Nägelein' wegen ihrer Nagelform. Frühneuhochdeutsch saw-007 · saw-007a · saw-024
negellen
Gewürznelken. Frühneuhochdeutsch saw-064 · saw-068 · saw-080
neglein
Gewürznelken. Frühneuhochdeutsch b4-189 · m5919-100 · rum-0039
nepitella
Bezeichnet die Echte Katzenminze (Calamintha nepeta), ein aromatisches Kraut, das in der mittelalterlichen Küche häufig verwendet wurde. Toskanisches Volgare ant-033 · ant-063
nespla
Mispeln - altes Kernobst, erst nach Frost/Lagerung weich und genießbar. Frühneuhochdeutsch ka1-094 · ka1-095
netz
Befeuchten oder bestreichen, um die Teigränder zu versiegeln. Frühneuhochdeutsch ka1-031 · ka1-059 · koe-006
netzlin
Das Bauchfell (Omentum majus) von Wiederkäuern, auch als Netzfett oder Bauchnetz bezeichnet, wird zum Umhüllen von Fleisch oder Füllungen verwendet. Frühneuhochdeutsch phw-120 · std-179
nicht böß
böß = schlecht. Frühneuhochdeutsch rum-0279 · rum-0558 · rum-0818
nicht feißt
nicht fett (feißt = feist, fett). Frühneuhochdeutsch rum-0024 · rum-0144 · rum-0149
Nierenbraten
Kalbsbraten aus dem Rücken mit der Niere; Rumpolt schreibt hier ausdrücklich „Kaͤlbern Braten sampt den Nieren“. Frühneuhochdeutsch rum-0112 · rum-0115 · rum-0129
nierenfaistin
Nierenfett, das um die Nieren sitzende Fett, im Schwäbischen 'faist' = fett genannt. Frühneuhochdeutsch saw-068 · saw-196
nois muguectes
Muskatnuss Moyen Français men-180 · men-272
non lyans
Nicht gebunden oder angedickt (z.B. Moyen Français men-028 · men-060
Noumbles
Innereien, speziell vom Wild oder Schlachttier Mittelenglisch foc-011 · foc-012 · foc-013
nus milch
Im mittelalterlichen Kontext, besonders in Fastenrezepten oder für helle Speisen, war ‚Nussmilch‘ fast immer Mandelmilch. Frühneuhochdeutsch alb-019 · w1-193
Oblat
Dünne Backoblate, wie sie heute noch für Lebkuchen verwendet wird. Frühneuhochdeutsch b4-236 · kkm-045 · m5919-086
Ochsenaugen
Spiegeleier - der ganze Dotter im weißen Ring sah aus wie ein Ochsenauge. Frühneuhochdeutsch rum-0993 · teg-032
Ochsenfeißt
Rinderfett. Frühneuhochdeutsch rum-0064 · rum-0098 · rum-0351
Ochsenmarck
Rindermark aus den Markknochen. Frühneuhochdeutsch rum-0072 · rum-0190 · rum-0699
octava d'ora
Achtel einer Stunde Frühitalienisch mar-082 · mar-090 · mar-095
oder
Die beiden Wege (Essig+Hefe+Senf vs. Frühneuhochdeutsch ka1-092 · m384-007 · rum-0505
oeufz
Eier Moyen Français men-056 · men-142 · men-232
offen
Ofen, zum Trocknen der Pilze. Frühneuhochdeutsch / Rheinfränkisch alb-011 · b4-206 · b4-235
oile
Öl Mittelenglisch foc-102 · foc-107
olblaten
Oblaten, dünne, dem heutigen Lebkuchen-Oblaten ähnliche Waffelblätter, die als Boden und Deckel der Mandelmasse dienen. Frühneuhochdeutsch saw-143 · saw-147
olio
Öl Frühitalienisch mar-058 · mar-072
oll
Öl, vermutlich Pflanzenöl - macht das Gericht ohne tierisches Fett zubereitbar. Frühneuhochdeutsch b4-068 · mon-099
once
Historische Unze, in Norditalien ca. Frühitalienisch / Moyen Français mar-098 · mar-100 · mar-151
oncia
Unze (ca. Frühitalienisch mar-043 · mar-055 · mar-076
oncie
Unzen (ca. Frühitalienisch mar-023 · mar-042 · mar-091
ongnons
Zwiebeln Moyen Français men-034 · men-038 · men-180
opfhell
Eine bairisch-österreichische Schreibvariante für ‚Äpfel‘. Frühneuhochdeutsch mon-133 · mon-190
Origanum
Das Frühneuhochdeutsche Wörterbuch deutet origanum als Dost oder Wohlgemut (Origanum vulgare), also Oregano; in anderen Quellen der Zeit steht der Name auch… Frühneuhochdeutsch rum-0112 · rum-0129 · rum-0855
ormilch
Eine 'Eiermilch': eine vorgekochte, durchgesiebte Ei-Milch-Mischung. Frühneuhochdeutsch saw-135 · saw-160
Osterfladen
Ein Osterfladen ist ein traditionelles, oft süßes Gebäck, das zu Ostern gebacken wird und regional variiert. Frühneuhochdeutsch rum-1839 · wo10-069 · wo10-072
ova
Eier. Frühitalienisch mar-085 · mar-126 · mar-132
ova di luccio
Hechtrogen (Fischeier), ein im Mittelalter bekanntes Bindemittel und Emulgator. Frühitalienisch mar-140 · mar-141
ova dibattute
Geschlagene Eier, die hier zum Färben und Binden dienen. Toskanisches Volgare ant-012 · ant-015
ova sperdute
Wörtlich ‚verlorene Eier', was in diesem Kontext ‚pochierte Eier' bedeutet. Frühitalienisch / Toskanisches Volgare ant-110 · mar-185 · mar-186
Oxenzungen
Ochsenzungenkraut (Anchusa officinalis), ein mit Borretsch verwandtes Wildkraut - dessen Blüten wurden, ähnlich wie Borretschblüten, kandiert. Frühneuhochdeutsch mst-067 · mst-135
Oynouns
Zwiebeln Mittelenglisch foc-002 · foc-013 · foc-105
ozeille
Sauerampfer Moyen Français men-169 · men-189 · men-221
pachen
Backen/Frittieren einer Speise in der Pfanne, hier im Sinne eines Gebäcks. Frühneuhochdeutsch b4-268 · mha-213 · mha-220
pachens
Frühneuhochdeutsch für ‚Gebäck‘ oder ‚Backwerk‘. Frühneuhochdeutsch ka2-047 · ka2-048 · mha-039
pachs
Bedeutet ‚backe‘ oder ‚brate‘, hier im Sinne von in Fett ausbacken. Frühneuhochdeutsch m5919-052 · mha-063
padella
Pfanne Frühitalienisch mar-038 · mar-058 · mar-072
padella da torte
Kuchenform oder Backpfanne Frühitalienisch mar-157 · mar-158
paelle
Pfanne Moyen Français men-020 · men-054 · men-199
paelle d'arain
Messingpfanne Moyen Français men-097 · men-263
paelle de fer
eiserne Pfanne Moyen Français men-180 · men-264
pain
Brot Frühneuhochdeutsch / Moyen Français ka2-014 · men-067 · phw-240
pain ars
Verbranntes Brot, das der Sauce Farbe und einen rauchigen Geschmack verleihen sollte. Moyen Français men-122 · men-273 · men-282
pain halle
Geröstetes Brot - eingeweicht das Bindemittel der Sauce. Moyen Français via-128 · via-139 · via-157
palg
Mittelhochdeutsch für ‚Balg‘ oder ‚Schale‘, hier bezogen auf die äußere Hülle der Hülsenfrüchte. Frühneuhochdeutsch ka2-050 · mha-099
pallg
Hülsen oder Schalen Frühneuhochdeutsch mha-027 · mha-103 · mha-288
pan prein
Pfannenbrei - ein in der Pfanne gekochter, dicklicher Brei; dient hier als Vergleich für die gewünschte feste, schnittfähige Konsistenz. Frühneuhochdeutsch mon-228 · ri15632-003
pance
Magen Moyen Français men-012 · men-013 · men-014
panck
Eine ‚Bank‘ oder ‚Arbeitsplatte‘, auf der der Teig ausgerollt wird. Frühneuhochdeutsch koe-023 · meb-016 · mon-040
pane abbrusticato
Geröstetes Brot, in Wein oder Essig getränkt - dient als zeittypisches Bindemittel und gibt Farbe und Röstaroma. Toskanisches Volgare ant-029 · ant-093
pane grattato
Geriebenes Brot, also Semmelbrösel. Frühitalienisch mar-047 · mar-251
panem grattatum
Geriebenes Brot, frisch oder getrocknet auf der Reibe zerkleinert - das Brot ist hier die Hauptzutat, nicht nur Bindung. Mittellatein boc-002 · boc-024
panem grattatum rostitum
geriebenes, geröstetes Brot als Bindemittel - typisch für mittelalterliche Saucen, lange vor der Mehlschwitze Mittellatein boc-018 · boc-018a
pankch
Eine Arbeitsfläche oder Bank, auf der der Teig ausgerollt wird. Frühneuhochdeutsch b4-212 · w1-215
paons
Pfauen Moyen Français via-172 · via-182
Paradieskörner
Ein pfefferähnliches Gewürz aus Westafrika, auch Guineapfeffer genannt, mit scharf-zitronigem Aroma. Frühneuhochdeutsch std-249 · wo10-010 · wo10-011
parben rogen
Rogen der Barbe (Barbus barbus). Frühneuhochdeutsch mha-018 · mha-031 · mha-114
parboile
Blanchieren, vorkochen Mittelenglisch foc-005 · foc-013 · foc-020
parisis
Eine Währungseinheit, hier wahrscheinlich zwei Deniers oder Sols Parisis (Pariser Schillinge). Moyen Français men-013 · men-297
Parisskorner
Paradieskörner, ein scharf-würziges Gewürz. Frühneuhochdeutsch wo10-005 · wo10-015 · wo10-115
Parmesankeß
Hartkäse aus der Gegend von Parma, hier zum Bestreuen. Frühneuhochdeutsch rum-0040 · rum-0104 · rum-0162
pastam
Teig Mittellatein boc-017 · boc-029 · boc-030
paste
Teig, hier: Pfannkuchenteig Moyen Français men-263 · via-070
pastelli
Kleine Pasteten oder Küchlein. Frühitalienisch / Toskanisches Volgare ant-065 · mar-009 · mar-020
pastello
Pastete oder Pâté Frühitalienisch / Toskanisches Volgare ant-084 · mar-012 · mar-038
pastello secco
Trockene Pastete - eine feste Teighülle, in der das Fleisch ohne zusätzliche Sauce im eigenen Saft gart. Frühitalienisch mar-001 · mar-008
Pastet
Eine im Ofen gebackene Pastete in einer aus Teig geformten Hülle (siehe „hafen“), nicht im Topf gegart. Frühneuhochdeutsch wo10-047 · wo10-051 · wo10-055
Pasteten
Gericht in einer gebackenen Teighülle mit Füllung. Frühneuhochdeutsch rum-0273 · rum-0288 · rum-0316
Pasteten eynmachen
Das Gehackte als Füllung in Pastetchen einschlagen, also in Teig einschließen. Frühneuhochdeutsch rum-0505 · rum-0699
Pasteten hafen
Wahrscheinlich eine aus Teig geformte, deckelfähige Hülle, kein gewöhnlicher Ton- oder Metalltopf - passend zur eigenen Zutatenliste dieses Rezepts, die „pas… Frühneuhochdeutsch wo10-064 · wo10-066
Pastez
Pasteten (als Überschrift oder kurze Anweisung für ein nachfolgendes Rezept) Moyen Français men-158 · men-165
pastillum
Pastete, eine gefüllte Teighülle Mittellatein boc-034 · boc-036 · boc-069
patrone
Hausherr, Meister (hier: der Koch oder Auftraggeber) Frühitalienisch mar-052 · mar-087
Payndemayn
Feinstes weißes Weizenbrot bzw. Mittelenglisch foc-040 · foc-047 · foc-058
Paſteten
Eine Hochpastete: der Teig dient als eigene, selbsttragende Backform mit Deckel, nicht nur als Kruste über einer Form. Frühneuhochdeutsch std-142 · std-146
pegewss
‚Begieße‘ oder ‚übergieße‘. Frühneuhochdeutsch mon-218 · mon-219
pein
"Honig von jungen Bienen". Frühneuhochdeutsch b4-265 · w1-267
Peiouns
Tauben (von franz. Mittelenglisch foc-046 · foc-150
Pelcz
Der Name ‚Pelz‘ für dieses Gebäck könnte sich auf die geschichtete, pelzartige Textur beziehen, die durch die vielen dünnen Teigblätter entsteht. Frühneuhochdeutsch b4-235 · mon-229
pelee
geschält, enthäutet Moyen Français men-138 · men-171
pelez
Schälen Moyen Français men-021 · men-378
pellein
Kleine Bällchen oder Kügelchen, hier geformt aus der Fleischmasse. Frühneuhochdeutsch b4-175 · b4-182 · w1-149
peperata
Pfeffersauce (spezifische Wildsauce) Frühitalienisch mar-001 · mar-005 · mar-104
perbem Rogen
Rogen der Barbe (Barbus barbus). Frühneuhochdeutsch b4-043 · b4-121
perboile
Kurz vorkochen, blanchieren. Mittelenglisch foc-052 · foc-107 · foc-176
perchtram
Der Bertram (Anacyclus pyrethrum) ist eine Korbblütler-Art, deren Wurzel als scharf-prickelndes Gewürz und Heilmittel geschätzt wurde. Frühneuhochdeutsch mha-041 · mha-194
Percil
Petersilie Moyen Français men-050 · men-057 · men-112
Perrey
Püree, Brei aus passierten Erbsen (vgl. Mittelenglisch foc-068 · foc-071
Pertrum Kraut
Bertram, hier ausdrücklich als Kraut. Frühneuhochdeutsch rum-0164 · rum-0239 · rum-0240
Pertrumkraut
Das Kraut einer Bertram-Pflanze. Frühneuhochdeutsch rum-0264 · rum-0693 · rum-0857
pertuiz
Ein Loch oder eine Öffnung, durch die der Dampf entweicht. Moyen Français men-223 · men-331
peslach
Bestreichen bzw. Frühneuhochdeutsch b4-023 · b4-027 · b4-029
pestekch
Bestecken/garnieren - das fertige Mus wird mit Dattelstückchen oder Nelken gespickt. Frühneuhochdeutsch b4-055 · b4-062 · b4-064
peterlin
Petersilie Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch bgs-015 · ka1-003 · kkm-058
petite oe
Kleine Gans Moyen Français men-071 · men-095
petrosillo
Petersilie Frühitalienisch mar-105 · mar-124 · mar-217
petterlenn
Petersilie. Frühneuhochdeutsch koe-011 · koe-027
petterling
Eine frühneuhochdeutsche Form für Petersilie. Frühneuhochdeutsch mst-044 · mst-052 · mst-067
petterling wurtzen
Historische Bezeichnung für Petersilienwurzeln. Frühneuhochdeutsch mst-053 · mst-065
pettersil
Bairische Form für ‚Petersilie‘. Frühneuhochdeutsch mon-123 · mon-173
Pettersilgen
Petersilie. Frühneuhochdeutsch rum-0033 · rum-0142 · rum-0599
Pettersilgen Wurtzel
Petersilienwurzel, nicht Petersilienkraut. Frühneuhochdeutsch rum-0012 · rum-0117 · rum-0208
pettersill
Petersilie, ein häufig verwendetes Kraut in der mittelalterlichen Küche. Frühneuhochdeutsch mon-005 · mon-147
Pfannkuchen
Bei Rumpolt eine in der Pfanne gebackene Eiermasse, kein Mehlteig. Frühneuhochdeutsch rum-0225 · rum-0226
Pfantzel
Pfannzelte, ein Pfannkuchen: Das Frühneuhochdeutsche Wörterbuch erklärt pfanzelte als in Schmalz gebackenen Kuchen, Pfannkuchen, Grimms Wörterbuch führt mitt… Frühneuhochdeutsch rum-0201 · rum-0913 · rum-0971
pfanzelten
Pfannzelten, ein pfannkuchenartiges Gebäck. Frühneuhochdeutsch saw-102 · wo10-003
pfefer
Pfeffer, eines der wichtigsten Gewürze im Mittelalter. Frühneuhochdeutsch m5919-035 · phw-066
pfeffer brot
Ein dunkles, gewürztes Brot, das im Mittelalter häufig als Bindemittel, Farbstoff und Geschmacksgeber in Saucen und Eintöpfen verwendet wurde. Frühneuhochdeutsch ka1-009 · ka1-020 · ka1-021
pfeffer brott
Ein gewürztes Brot, das im Mittelalter häufig zum Binden und Würzen von Saucen und Suppen verwendet wurde. Frühneuhochdeutsch koe-012 · m384-006 · m384-036
pfeffer kraut
Nicht das Gewürz Pfeffer, sondern Bohnenkraut (Satureja hortensis). Frühneuhochdeutsch mha-164 · ri15632-040
Pfeffer Pfann
Eine Pfanne, die speziell für die Zubereitung von ‚Pfeffer‘, einer dunklen, würzigen Sauce, verwendet wurde. Frühneuhochdeutsch kkm-048 · std-132
pfeffer tuch
Ein ‚Pfeffertuch‘ war ein feines Sieb oder Tuch, das zum Passieren von gewürzten Flüssigkeiten oder Massen verwendet wurde, um eine glatte Konsistenz zu erzi… Frühneuhochdeutsch ka2-045 · ka2-052
pfeffer ſtüp
Fein gemahlener Pfeffer oder eine Gewürzmischung, die Pfeffer enthält. Frühneuhochdeutsch std-252 · std-253
pfefferbrott
Ein gewürztes Brot, das in mittelalterlichen Rezepten oft zum Binden und Färben von Saucen und Suppen verwendet wurde. Frühneuhochdeutsch m384-025 · m384-037
Pfefferkuchen
Gewürzgebäck mit Honig, verwandt mit dem Lebkuchen. Frühneuhochdeutsch rum-0929 · rum-0931 · rum-0953
Pfefferlein
Verkleinerungsform von „Pfeffer“. Frühneuhochdeutsch rum-0288 · rum-0928
Pfefferlin
Eine kleine Pfanne oder ein Gefäß, möglicherweise auch perforiert oder für gewürzte Speisen. Frühneuhochdeutsch kkm-004 · kkm-048 · m384-049
Pfefferpfann
Im Text selbst als Durchschlag (Sieb) erklärt. Frühneuhochdeutsch kkm-044 · std-006 · std-074
pfeffers
Verb: mit Pfeffer würzen. Frühneuhochdeutsch m5919-033 · meb-001 · mon-149
pfeffers vnd gelbs
Befehlsformen mit angehängtem es: „pfeffere es und mach es gelb“. Frühneuhochdeutsch rum-0731 · rum-0732
Pfeffertuch
Feines Seihtuch / Passiertuch zum Klären der Brühe. Frühneuhochdeutsch kkm-055 · kkm-056 · kkm-059
pfendlin
Ein Diminutiv von ‚Pfanne‘, also ein kleines Pfännchen. Frühneuhochdeutsch mst-036 · phw-053 · saw-074
pfening
Ein 'Pfennig' war eine kleine Währungseinheit der frühen Neuzeit. Frühneuhochdeutsch mst-047 · wo10-069
Pfrillen
Schwäbischer Name der Elritze (Phoxinus phoxinus), eines kleinen Bach- und Flussfisches, der im Ganzen gegessen wurde. Frühneuhochdeutsch std-096 · std-097 · std-107
pfund
Historische Gewichtseinheit, deren Wert regional und zeitlich variierte. Frühneuhochdeutsch mst-020 · wo10-004 · wo10-013
pfundt
Ein 'Pfund' entsprach zur Entstehungszeit dieses Rezepts (Augsburg, 1554) etwa 500 Gramm. Frühneuhochdeutsch mst-047 · phw-179
pfunt
Ein Pfund entsprach im Mittelalter regional unterschiedlichen Gewichten, meist um die 500 Gramm. Frühneuhochdeutsch ka2-029 · mha-008 · mha-187
pheffer
Bezeichnet hier einen Gerichtstyp, die dunkle gewürzte Standardsauce zu Wildbret, nicht das Gewürz Pfeffer selbst. Frühneuhochdeutsch b4-047 · b4-121 · b4-143
pheffer sib
Ein feines Sieb, ursprünglich zum Sieben von gemahlenem Pfeffer, hier zum Passieren des zerstoßenen Lebkuchens. Frühneuhochdeutsch b4-040 · mon-255 · w1-043
phenich
Fenchel, dessen Samen oder Kraut hier für die Würzsauce verwendet werden. Frühneuhochdeutsch b4-242 · w1-244
pier
Bairische Schreibform von Bier (mhd. Frühneuhochdeutsch b4-101 · mha-098
pieren
Birnen. Frühneuhochdeutsch mha-062 · mon-259 · w1-079
piernn
Mittelhochdeutsch für Birnen. Frühneuhochdeutsch b4-172 · b4-227
piesen
Mangold, ein mit Rüben und Spinat verwandtes Blattgemüse, das im Mittelalter weit verbreitet war. Frühneuhochdeutsch koe-032 · phw-050
piessen
Mangold. Frühneuhochdeutsch b4-078 · b4-184 · mon-232
piez
Füße Moyen Français men-157 · men-376
pieſſen
Mangold (Beta vulgaris), im Korpus mehrfach als Zutat für Füllungen und Torten belegt. Frühneuhochdeutsch std-216 · std-218 · std-219
pignatta
irdener Topf Frühitalienisch mar-005 · mar-029 · mar-041
pigons
Tauben Moyen Français men-142 · men-376
pinguedine
Fett, hier wohl tierisches Fett wie Schmalz. Mittellatein boc-020 · boc-027
pinte
Eine Pariser Pinte entsprach etwa 0,95 Litern. Moyen Français men-137 · men-251 · men-298
pipione
junge Taube, Täubchen (it. Frühitalienisch mar-039 · mar-040
pipiones
Junge Tauben (Squabs), das zarte Festtagsgeflügel der gehobenen Küche. Mittellatein boc-015 · boc-031 · boc-035
pippioni
Junge Tauben, geschätzte Delikatesse. Frühitalienisch / Toskanisches Volgare ant-093 · mar-010
Pirckhan
Birkhahn, der Hahn des Birkhuhns (Lyrurus tetrix). Frühneuhochdeutsch rum-0546 · rum-0547
piren
Birnen. Frühneuhochdeutsch m5919-036 · ri15632-028
pista
„Zerstöße“ oder „mahle“ (von italienisch „pestare“). Frühitalienisch / Mittellatein boc-027 · mar-021 · mar-081
pista illa cum cultello
‚zerstoße es mit dem Messer‘ - Hacken und Zerdrücken zu einer Farce. Mittellatein boc-008 · boc-012 · boc-013
pista illas cum cultello
Zerstoßen mit einem Messer, was ein feines Hacken oder Zerkleinern zu einer Farce bedeutet. Mittellatein boc-029 · boc-032
pista inseme
zusammen zerstoßen (im Mörser) Frühitalienisch mar-103 · mar-105
pistale
zerstoßen, mörsern Frühitalienisch mar-013 · mar-041 · mar-066
pistale bene
gut stoßen/mahlen, um eine feine Paste zu erhalten Frühitalienisch mar-045 · mar-169
pistarai
Du wirst zerstoßen/mörsern. Frühitalienisch mar-128 · mar-187
pistare
Zerstoßen (im Mörser) Frühitalienisch mar-104 · mar-117 · mar-132
piste
zerstoßen (im Mörser) Frühitalienisch mar-029 · mar-115 · mar-167
plat des taigs
Ein ausgerolltes Stück Teig ('Teigblatt'), keine eigenständige Zutat. Frühneuhochdeutsch b4-223 · m5919-085 · mha-084
plat von ayren
Ein dünner Eierfladen oder Pfannkuchen, der als Hülle für die Füllung dient. Frühneuhochdeutsch m5919-087 · w1-028 · w1-228
plat von taig
Ein ‚Teigblatt‘ ist eine dünne, ausgerollte Teigschicht, die als Basis oder Hülle für das Gericht dient, ähnlich einem modernen Blätterteig oder Filoteig. Frühneuhochdeutsch b4-229 · w1-231 · w1-232
platteele
Eine Platte oder Schale zum Servieren. Mittelniederländisch wes-038 · wes-043
Plays
Scholle (Plaice), ein Plattfisch Mittelenglisch / Moyen Français foc-100 · foc-108 · men-211
pleter
Wörtlich „Blätter“; gemeint sind hier dünne Eierblätter, die klein geschnitten werden. Frühneuhochdeutsch b4-126 · w1-131 · w1-144
pletter
‚Blätter', hier der Deckel der Pastete. Frühneuhochdeutsch b4-139 · ka1-078 · mha-254
pleyweyſs
Bleiweiß (Bleikarbonat) ist ein hochgiftiges Pigment, das historisch in Kosmetika und Farben verwendet wurde. Frühneuhochdeutsch mst-097 · mst-101
Pleßlein
Wohl das Blässhuhn (Fulica atra), ein Wasservogel. Frühneuhochdeutsch rum-0644 · rum-0645
plumez a sec
Trocken rupfen, ohne vorheriges Brühen. Moyen Français men-074 · men-151 · men-152
poches
Trappen, hier wahrscheinlich die Großtrappe (Otis tarda), ein großer Steppenvogel Moyen Français via-172 · via-182
Poelgen
Küken, junge Hühner Mittelniederländisch wes-001 · wes-003
poires d'angoisse
Harte Kochbirnen, die lange gegart werden müssen. Moyen Français men-312 · men-321 · men-356
poivre jaunet
gelbe Pfeffersauce Moyen Français men-142 · men-157 · men-158
poivre long
Langer Pfeffer Moyen Français men-072 · men-116 · men-123
polay
Polei-Minze, eine mittelalterlich beliebte Würzpflanze. Frühneuhochdeutsch b4-129 · w1-134
polpette
Frikadellen, Klößchen oder kleine Fleischbällchen. Frühitalienisch mar-001 · mar-018
poma cotogne
Quitten Frühitalienisch mar-074 · mar-150
pomaranci
Pomeranzen (Bitterorangen) Frühitalienisch mar-017 · mar-033 · mar-055
Pomerantzen
Pomeranze (Bitterorange). Frühneuhochdeutsch kkm-103 · mst-077 · mst-109
pon
Bohnen, hier Ackerbohnen (Vicia faba). Frühneuhochdeutsch b4-068 · b4-102 · w1-070
ponnen
Bohnen. Frühneuhochdeutsch mha-028 · mha-097 · mha-098
Poree
Ein dicker Eintopf oder Brei, oft aus Gemüse, Getreide oder Fleisch, der im Mittelalter eine Hauptspeise darstellte. Moyen Français men-049 · men-050 · men-225
PORPEYS
Schweinswal Mittelenglisch foc-105 · foc-112
possynet
Possenet - ein kleiner Kochtopf, oft mit Stielgriff und drei Füßchen, zum Stellen in die Glut. Mittelenglisch foc-051 · foc-064 · foc-156
potage
dicker Eintopf Moyen Français men-002 · men-003 · men-034
potages
Potage, ein dicker Eintopf oder Brei Moyen Français men-001 · men-060 · men-224
potaige
Im Mittelalter ein dicker, gebundener Eintopf, nicht unbedingt eine klare Suppe. Moyen Français via-119 · via-120
pottich
Hier nicht ein Gefäß, sondern Teil der Aufzählung der sichtbaren Körperteile: der ganze Rumpf bzw. Frühneuhochdeutsch meb-018 · mon-126
Poucins
Küken Moyen Français men-150 · men-159 · men-238
Pouesen
Rumpolts Name für in Butter gebackene Weckschnitten mit einer Masse (vgl. Frühneuhochdeutsch rum-0006 · rum-0113 · rum-0242
poulaille
Geflügel Moyen Français men-070 · men-102 · men-108
poulce
Daumen Moyen Français men-058 · men-167
pouldre
Gewürzpulver, hier eine allgemeine Mischung. Moyen Français men-043 · men-054 · men-159
pouldre d'espices
Eine allgemeine Gewürzmischung, typischerweise Ingwer, Zimt, Nelken, langer Pfeffer, Muskatnuss. Moyen Français men-242 · men-260
pouldre de duc
Eine luxuriöse, süß-würzige Gewürzmischung, typischerweise mit Safran, Zimt, Ingwer, Nelken und Zucker. Moyen Français via-056 · via-172 · via-173
pouldre de gingembre
Ingwerpulver Moyen Français men-142 · men-352
pouldre dessus
Gewürzpulver darübergestreut, bei der Pastetenvariante. Moyen Français men-057 · men-195
pouldre fine
feines Gewürzpulver Moyen Français men-062 · men-111 · men-180
pourboulez
Kurz abbrühen Moyen Français men-086 · men-134 · men-305
Pourboulir
Vorkochen oder blanchieren. Moyen Français men-050 · men-053 · men-063
pourbouly
Kurz vorkochen, parboilieren. Moyen Français men-083 · men-147 · men-371
pourboulye
Vorgekocht/blanchiert - gibt dem zähen Fleisch einen Garvorsprung. Moyen Français men-085 · men-138
pourcel
Ferkel. Moyen Français men-203 · men-363
Pourcelet
Ferkel Moyen Français men-142 · men-245
powdour
Gewürzmischung (mild) Mittelenglisch foc-094 · foc-107 · foc-118
powdour douce
milde Gewürzmischung (oft Zucker, Zimt, Ingwer). Mittelenglisch foc-004 · foc-005 · foc-007
powdour fort
Scharfe Gewürzmischung Mittelenglisch foc-010 · foc-011 · foc-013
powdour gynger
Ingwerpulver Mittelenglisch foc-025 · foc-106
Prach vogel
Brachvogel (Großer Brachvogel, ein Watvogel). Frühneuhochdeutsch b4-019 · m5919-009 · mon-070
pradem
Der Dampf (Brodem), der beim Sieden entsteht. Frühneuhochdeutsch b4-240 · w1-242
pranten taig
Die Quelle nennt ausdrücklich Brandteig: eine mit heißer Flüssigkeit bereitete Mehlmasse, in die anschließend Eier eingearbeitet werden. Frühneuhochdeutsch ka2-047 · w1-153
prat
Imperativ von 'braten' - hier: 'brate'. Frühneuhochdeutsch b4-030 · b4-077 · b4-193
prat die
Das Verb ‚praten‘ bedeutet ‚braten‘. Frühneuhochdeutsch b4-180 · b4-192 · w1-183
praten
Braten (das Gericht), für das die beiden Saucen gedacht sind. Frühneuhochdeutsch mha-191 · mha-205 · mha-215
prats
braten Frühneuhochdeutsch b4-011 · b4-016 · b4-053
pratt
Brot. Frühneuhochdeutsch m5919-100 · mon-178 · mon-203
pratten
‚Pratten‘ (mhd. Frühneuhochdeutsch b4-002 · b4-016 · b4-175
prawn
Braun - gemeint ist wohl dunkler, kräftiger Honig, der hier vermieden werden soll, damit der Met hell und mild bleibt. Frühneuhochdeutsch mha-233 · w1-267
prawnn
Braun - hier ist die angestrebte Farbe des Mus gemeint, die durch das Anbraten der Früchte entsteht. Frühneuhochdeutsch b4-075 · b4-207
prein
Mus, Brei oder Püree. Frühneuhochdeutsch ka2-010 · m5919-022 · mha-027
prenn
„brennen“ bedeutet hier die Äpfel im Öl braten. Frühneuhochdeutsch b4-052 · b4-148 · ka2-020
Preseindel
So nennt Rumpolt die geklopften, gebeizten und in Butter gerösteten Fleischscheiben und das Gericht daraus. Frühneuhochdeutsch rum-0049 · rum-0116 · rum-0128
presss
Die 'Presse' - ein spezielles Küchengerät zum Auspressen, das hier ausdrücklich fehlt ('du der presss nicht gehaben' = wenn du die Presse nicht hast). Frühneuhochdeutsch mha-238 · mha-267
presutto
Prosciutto, hier im Sinne von gekochtem Schinken. Frühitalienisch mar-028 · mar-036 · mar-037
pret
Ein ‚Brett‘, hier zum Ausrollen des Teiges. Frühneuhochdeutsch m5919-052 · saw-171
preſs
Eine Presse zum Ausdrücken von Saft. Frühneuhochdeutsch mst-108 · mst-113
prie
Frühneuhochdeutsch für „Brühe“ oder „Sauce“. Frühneuhochdeutsch mst-042 · mst-049 · mst-053
Priesel
Bries, die Thymusdrüse des Kalbs; die Angabe „an den Lungen und am Halse“ passt dazu. Frühneuhochdeutsch rum-0106 · rum-0107 · rum-0236
Priseindel
Bei Rumpolt Name einer Speise: dünn geschnittenes, mit dem Messerrücken geklopftes Fleisch, kurz in Essig gelegt, in Butter geröstet und mit Essig, etwas Brü… Frühneuhochdeutsch rum-0382 · rum-0463 · rum-0548
pro Alamanis
‚Für die Deutschen‘ - eine im Werk wiederkehrende ‚Nationen‘-Zuschreibung, hier für ein deftiges, bodenständiges Gericht. Mittellatein boc-010 · boc-029
pro Italicis
‚für die Italiener‘ - eine der Nationen-Zuschreibungen, mit denen Bockenheim seine Rezepte ordnet. Mittellatein boc-012 · boc-015 · boc-017
pro magnatibus
‚für die Adligen‘ - Bockenheim ordnet seine Rezepte Ständen und Völkern zu; der Wild-Pfeffer ist hier die Speise der gehobenen Tafel. Mittellatein boc-018 · boc-018a
pro nobilibus
"für Edelleute" - markiert die Sauce als gehobene Hofküche Mittellatein boc-029 · boc-069 · boc-077
prot
Geriebenes (altbackenes) Brot, das als Bindemittel unter die Fischfarce gerieben wird. Frühneuhochdeutsch ri15632-002 · w1-168
prott
Geriebenes Brot diente häufig als Bindemittel und zum Andicken von Speisen. Frühneuhochdeutsch koe-018 · mon-139
prue
Brühe oder Kochflüssigkeit. Frühneuhochdeutsch b4-187 · b4-188 · ka2-014
prunes damysyns
Damaszenerpflaumen, eine alte Pflaumensorte, meist getrocknet verwendet. Mittelenglisch foc-152 · foc-154
puluer das wol
Wörtlich ‚pulvere es gut‘, bedeutet hier ‚würze es gut‘. Frühneuhochdeutsch b4-212 · mon-095 · w1-215
puluers
Bezeichnet hier nicht Gewürzpulver, sondern die eingetrocknete, harte Kalbsfuß-Gelatine, von der man Stücke abbricht, um damit neue Sülzen zum Gestehen zu br… Frühneuhochdeutsch m5919-056 · mha-285
puncten
Das Spundloch des Weinfasses, der Zapfloch-Verschluss. Frühneuhochdeutsch wbd-011 · wbd-012 · wbd-021
puree
Eine dicke Paste oder ein Brei, oft aus Hülsenfrüchten oder Gemüse. Moyen Français men-034 · men-039 · men-127
puree de pois
Erbsenpüree Moyen Français men-074 · men-129
puree de poix
Erbsenpüree. Moyen Français via-003 · via-010
purer
Pürieren, passieren, fein zerdrücken Moyen Français men-029 · men-040 · men-310
putter
Frühneuhochdeutsche Form von ‚Butter‘. Frühneuhochdeutsch ka2-049 · phw-233
puttern
‚Butter‘, hier als Alternative zu Schmalz genannt. Frühneuhochdeutsch mha-099 · mha-100 · w1-083
putternn
Butter, ein häufig verwendetes Bratfett. Frühneuhochdeutsch b4-218 · b4-227
pyions
Tauben Moyen Français via-172 · via-183
pyke
Putzen, säubern Mittelenglisch foc-022 · foc-102
pynes
Pinienkerne Mittelenglisch foc-019 · foc-061 · foc-184
Quadragesima
Fastenzeit Frühitalienisch / Mittellatein boc-055 · boc-057 · mar-065
quadragesimale
Die Fastenzeit vor Ostern, in der bestimmte Speisen (Fleisch, Milchprodukte, Eier) verboten waren. Frühitalienisch mar-136 · mar-165 · mar-236
quarte
Historisches Volumenmaß, in Paris etwa 0,95 Liter Moyen Français men-263 · men-351
quarteron
Ein Viertel Pfund, etwa 125 Gramm. Moyen Français men-312 · men-317 · men-318
quell
Bei Gemüse heißt „quellen“ kurz in Wasser überkochen, also blanchieren. Frühneuhochdeutsch rum-0149 · rum-0959 · rum-1007
quell sie
Quellen heißt hier: in Wasser abkochen, überbrühen. Frühneuhochdeutsch rum-0675 · rum-0835 · rum-1832
quell sie wol
In Wasser gut überbrühen oder kurz abkochen; wol heißt gut, gehörig. Frühneuhochdeutsch rum-0711 · rum-0726 · rum-0829
quellen
Hier: in Wasser abbrühen, bevor der Kropf fertig gekocht wird. Frühneuhochdeutsch rum-0043 · rum-0073 · rum-0123
quells
quellen heißt hier in Wasser aufkochen, also abbrühen. Frühneuhochdeutsch rum-0264 · rum-0278 · rum-0436
quells wol
Gut abbrühen, also in Wasser aufkochen. Frühneuhochdeutsch rum-0266 · rum-0715
quells wol ab
„Quellen“ heißt in Wasser abkochen, nicht aufquellen lassen. Frühneuhochdeutsch rum-0165 · rum-0802
quertlen
Eine historische Maßeinheit für Flüssigkeiten, ein Diminutiv von „Quart“. Frühneuhochdeutsch saw-128 · wo10-041 · wo10-116
quertlin
Ein kleines Viertelmaß Flüssigkeit, vermutlich ein Viertel einer Maß. Frühneuhochdeutsch saw-024 · saw-116 · saw-180
queue
Stiel Moyen Français men-299 · men-320
queue de sanglier
Wildschweinschwanz, hier verwendet, um dem Rindfleisch einen wildbretartigen Geschmack zu verleihen. Moyen Français men-086 · men-146
queux
Koch Moyen Français men-108 · men-364
quint
Ein Quentchen (Quint) ist ein Viertel Lot, also etwa 3,75 Gramm. Frühneuhochdeutsch wo10-004 · wo10-010 · wo10-012
quintl
Ein ‚Quentchen‘ war eine kleine Gewichtseinheit, meist ein Viertel Lot, also etwa 3,75 Gramm. Frühneuhochdeutsch mst-051 · mst-111
quintlin
Eine historische Maßeinheit für ein Viertellot, also etwa 3,75 Gramm. Frühneuhochdeutsch mst-097 · std-110
rach
Rauch, hier das Räuchern der Zungen nach der Salzzeit. Frühneuhochdeutsch saw-027 · saw-058
raiff
Fassreifen aus Holz oder Metall, die die Dauben des Fässchens zusammenhalten. Frühneuhochdeutsch mha-276 · saw-169 · std-191
Raiger
Reiher. Frühneuhochdeutsch b4-210 · ka2-027 · ka2-028
rain
Bedeutet ‚rein‘ oder ‚sauber‘. Frühneuhochdeutsch b4-050 · b4-251 · m5919-090
raine prue
Eine klare, saubere Brühe als Flüssigkeitsbasis für das Mus. Frühneuhochdeutsch b4-119 · w1-124
raines smalcz
Gereinigtes Schmalz. Frühneuhochdeutsch b4-123 · w1-060
rainfel
Historische Süßweinsorte, im Alpenraum und an der Adria angebaut, in frühneuzeitlichen Kochbüchern als besonders edel gelobt. Frühneuhochdeutsch saw-001 · std-110
Rainffel
Reinfal, ein im 14. Frühneuhochdeutsch std-012 · std-017
rains smalcz
'Rains' bedeutet rein bzw. Frühneuhochdeutsch b4-126 · w1-131
raisouns coraunce
Korinthen (kleine kernlose Rosinen). Mittelenglisch foc-062 · foc-150 · foc-155
Raisouns of Coraunce
Korinthen - kleine dunkle Rosinen. Mittelenglisch foc-170 · foc-191
Ram
Rahm, also Sahne oder Obers. Frühneuhochdeutsch mst-014 · mst-020 · mst-026
rape
Ein dickes Mus oder eine Paste aus Früchten und Gewürzen. Frühitalienisch / Mittelenglisch / Toskanisches Volgare ant-014 · foc-081 · mar-066
Rarpffen
Die Vorlage liest an dieser Stelle eigentlich ‚Karpffen‘ (Karpfen) - R und K werden in dieser Schriftart leicht verwechselt. Frühneuhochdeutsch std-111 · std-125
rast
Ein ‚Rast‘ ist ein Rost oder Spieß, auf dem das Kalbshaupt über offenem Feuer oder Glut gebraten wird. Frühneuhochdeutsch b4-012 · b4-017 · m5919-043
rate
Milz Moyen Français men-012 · men-015 · men-018
Rauch
Rumpolt hängt den Braten in den Rauch, „daß er jn durchgehet“: Der Rauch soll das Fleisch durchziehen. Frühneuhochdeutsch rum-0353 · std-137
Raum
Rahm, Sahne. Frühneuhochdeutsch mst-028 · std-064 · std-083
Rauten
Raute (Ruta graveolens), ein stark bitter-aromatisches Kraut; sparsam dosieren. Frühneuhochdeutsch kkm-053 · kkm-101
raye
Rochen Moyen Français men-191 · men-210 · men-273
Rayger
Der Reiher wird hier als Vergleich für die Sauce genannt, nicht als Zutat. Frühneuhochdeutsch std-144 · w1-213
raysouns of Coraunce
Korinthen, kleine kernlose Rosinen. Mittelenglisch foc-020 · foc-122 · foc-140
rech leber
Rehleber - eine geschätzte Wildleber. Frühneuhochdeutsch alb-004 · m384-023
Rech praten
'Rechpraten' meint einen Rehbraten (Reh, das Wildtier), nicht Rebhuhn. Frühneuhochdeutsch mha-112 · ri15632-002
Rechen
Reh. Frühneuhochdeutsch b4-171 · b4-178 · mon-072
rechschlegel
Rehschlegel, die Keule vom Rehwild - ein geschätztes Wildbret-Stück. Frühneuhochdeutsch mst-040 · mst-046 · saw-007
redlin
Ein kleines Rädchen, vermutlich zum dekorativen Zerschneiden des oberen Teigbodens. Frühneuhochdeutsch wo10-079 · wo10-105 · wo10-106
refentschüssel
Wohl eine Refektoriumsschüssel (refent = Refektorium, der klösterliche Speisesaal), hier als grobes Volumenmaß gedeutet. Frühneuhochdeutsch teg-024 · teg-046
Regelpieren
Im Original nirgends sonst belegtes Wort. Frühneuhochdeutsch mha-146 · mha-208 · mha-259
Regelspiernn
Eine Birnensorte bzw. Frühneuhochdeutsch b4-093 · b4-267
reglspieren
Birnen. Frühneuhochdeutsch w1-078 · w1-269
Rehschlegel
Die Keule vom Reh. Frühneuhochdeutsch rum-0368 · rum-0373 · rum-0377
Rehschweiß
Rehblut. Frühneuhochdeutsch rum-0365 · rum-0372
reib scherbem
Eine Reibschale oder ein Mörser, ein Gefäß zum Zerreiben von Zutaten. Frühneuhochdeutsch w1-077 · w1-153
Reib scherben
Bezeichnet ein Gefäß, in dem der Teig mit Eiern weiterbearbeitet wird. Frühneuhochdeutsch b4-074 · b4-148 · mon-002
reindlein
Kleines Koch- oder Anrichtegefäß; hier soll es Öl enthalten und die Schotten aufnehmen. Frühneuhochdeutsch b4-145 · w1-055
Reisch
Frühneuhochdeutsch für Reis. Frühneuhochdeutsch ka2-008 · m5919-030 · mon-110
reiterlin
Kleines Sieb (vom schwäbischen 'Reiter' = grobes Sieb), hier zum Abtropfen der Vogelspeiß verwendet. Frühneuhochdeutsch std-073 · std-132
reitter
Ein Reiter ist ein historisches Sieb- oder Getreidegerät, kein Seihtuch. Frühneuhochdeutsch mha-109 · teg-005 · w1-109
Renfftlin
Bezeichnet den erhöhten Rand oder die Kante des Törtchenbodens. Frühneuhochdeutsch phw-238 · phw-240 · phw-241
rephuner
Rebhühner waren im Mittelalter beliebte Jagdvögel und galten als Delikatesse. Frühneuhochdeutsch / Rheinfränkisch rfk-054 · w1-158 · w1-159
Repphuner
Alte Schreibung von Rebhühner - zeigt den bairischen p/b-Wechsel. Frühneuhochdeutsch b4-166 · b4-168 · mha-046
Rerla
Zimt, hier wahrscheinlich in gemahlener Form. Frühneuhochdeutsch mst-009 · mst-017 · mst-019
rerlach
Zimt. Frühneuhochdeutsch phw-010 · phw-024 · phw-025
Rerle
Bezeichnung für Zimtstangen, die in dieser Zeit oft als ‚Röhrlein‘ bezeichnet wurden. Frühneuhochdeutsch mst-001 · mst-002 · mst-005
Rerlen
Kurzform von 'zimerrerlach' (Zimt-Röhrlein), der stehende Begriff dieses Kochbuchs für Zimt. Frühneuhochdeutsch mst-016 · mst-115 · saw-001a
rerwasser
Gelesen als Röhrwasser, frisches, fließendes Wasser aus der Brunnenröhre der Stadt, im Gegensatz zu abgestandenem Wasser. Frühneuhochdeutsch saw-063 · saw-182
resch
Knusprig, rösch. Frühneuhochdeutsch phw-045 · phw-094 · phw-108
resch eynsieden
resch = rasch, schnell; gemeint ist zügiges Einkochen. Frühneuhochdeutsch rum-0921 · rum-0977
ress
Bairisch-schwäbisch ‚räß' für kräftig, scharf oder pikant im Geschmack - bei Käse bis heute regional gebräuchlich. Frühneuhochdeutsch wo10-045 · wo10-070
rest
Entrundung ö→e: 'rest' steht hier für 'röst' (rösten), nicht für 'Rest' im Sinn von Überbleibsel. Frühneuhochdeutsch phw-202 · saw-007a · saw-037
resten
'rests'/'resten' meint rösten/röstet (Entrundung ö zu e im Frühneuhochdeutschen), nicht rasten (ausruhen) - trotz gleicher Buchstabenfolge ein anderes Wort. Frühneuhochdeutsch saw-008 · saw-016
Reyndel
Ein Reindel ist ein flaches Pfännchen oder eine kleine Bratschüssel, kein Kochtopf im heutigen Sinn. Frühneuhochdeutsch b4-045 · b4-052
reyzz mel
Reismehl dient in dieser Blancmanger-Fassung als Bindemittel. Frühneuhochdeutsch b4-114 · b4-134 · b4-138
reütterlin
Ein kleines Sieb oder Durchschlag, auf dem die feuchte Käsemasse abtropfen kann. Frühneuhochdeutsch std-207 · std-217 · std-222
richcz an
Richte es an, also serviere das Gericht. Frühneuhochdeutsch ka2-022 · ka2-024 · ka2-032
richt
Ein allgemeiner Begriff für ein ‚Gericht‘ oder eine ‚Zubereitung‘. Frühneuhochdeutsch w1-183 · w1-228
Riers
Eine frühneuhochdeutsche Form des Verbs 'rühren' (rühre es). Frühneuhochdeutsch mst-015 · mst-023 · phw-045
Rindbeterin
Richtig gelesen steht hier „Kindbetterin“, also Wöchnerin - eine Frau im Kindbett, für die dieses Gericht als stärkend galt. Frühneuhochdeutsch std-169 · std-258
Rindern feißt
Rohes Rinderfett (Talg). Frühneuhochdeutsch rum-0012 · rum-0117
rindrein
Rindfleisch. Frühneuhochdeutsch b4-237 · ka2-018
Rindtfeißt
Rinderfett. Frühneuhochdeutsch rum-0036 · rum-0060 · rum-0071
ring
„Ring“ bedeutet hier „leicht“; die Leichtigkeit dient als Garzeichen des hohlen Gebäcks. Frühneuhochdeutsch b4-148 · w1-153 · wo10-100
ris mele
Reismehl, wird als Bindemittel zum Andicken des Mus verwendet. Mittelhochdeutsch bgs-055 · bgs-064 · bgs-083
rismele
Reismehl Mittelhochdeutsch bgs-075 · bgs-078
riso
Reis Frühitalienisch mar-131 · mar-163
ro eyer
Rohe Eier Mittelhochdeutsch bgs-010 · bgs-036 · bgs-046
rocken prot
Roggenbrot diente als Bindemittel, um die Sauce zu verdicken, und trug zugleich zum Geschmack bei. Frühneuhochdeutsch ri15632-016 · ri15632-018
roesch
Eine Form des Verbs 'rösten', hier im Imperativ 'röste'. Frühneuhochdeutsch ka1-007 · ka1-065
roest
Ein Rost oder Spieß, auf dem das Fleisch über offenem Feuer oder Glut geröstet wird. Frühneuhochdeutsch ri15632-015 · w1-013
roffioelen
Kleine gefüllte Röllchen oder Klößchen. Mittelniederländisch wes-025 · wes-027
rogel
Wiederkehrender Ausdruck bei Staindl für eine schön knusprig-braune Oberfläche. Frühneuhochdeutsch std-064 · std-071 · std-211
Rogen
Fischrogen, die Eier von Fischen. Frühneuhochdeutsch rum-0860 · rum-0861 · rum-1000
roist
Ein Rost, auf dem der gekochte Kopf über der Glut gebräunt wurde - die zweite Garstufe nach dem Weichkochen. Rheinfränkisch rfk-029 · rfk-070
rokchein prott
Roggenbrot. Frühneuhochdeutsch b4-009 · b4-020 · b4-152
roken prat
‚Roken prat‘ ist Roggenbrot, das gerieben als Bindemittel und Geschmacksgeber dient. Frühneuhochdeutsch w1-002 · w1-021
rom
Rahm, also Sahne oder Obers. Frühneuhochdeutsch phw-140 · phw-215 · wo10-073
Rom dortten
Ein „Rahm-Törtchen“. Frühneuhochdeutsch wo10-072 · wo10-086
ron fal
Rainfal, ein historischer Süßwein, oft aus der Malvasier-Familie, der aus romanischsprachigen Ländern importiert wurde. Frühneuhochdeutsch phw-212 · phw-216
ronfal
Eine Lautvariante von ‚Rainfal‘, dem italienischen Süßwein. Frühneuhochdeutsch phw-210 · phw-215
ront
Rund Moyen Français men-028 · men-190
rorlin
Röhrchen bzw. Rheinfränkisch rfk-058 · rfk-073
rosci d'ova
Eigelb. Frühitalienisch mar-148 · mar-266
roscio
rot Frühitalienisch mar-111 · mar-195
roscio d'ovo
Eigelb Frühitalienisch mar-124 · mar-144
Rosein
Rosinen. Frühneuhochdeutsch rum-0008 · rum-0071 · rum-0096
roselli
Hagebutten (Früchte der Wildrose) Frühitalienisch mar-063 · mar-122
rosen waser
Rosenwasser, ein Destillat aus Rosenblüten, das als Aromamittel in der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Küche sehr beliebt war. Frühneuhochdeutsch phw-144 · phw-232
Rosen wasser
Rosenwasser war im Mittelalter ein beliebtes und weit verbreitetes Aromamittel für süße und herzhafte Speisen. Frühneuhochdeutsch wo10-060 · wo10-106
rosenn waser
Mit Rosenblüten aromatisiertes Wasser, das dem Gericht einen blumigen Geschmack verleiht. Frühneuhochdeutsch phw-006 · phw-016 · phw-019
Rosenwasser
Rosenwasser aromatisiert bei Rumpolt viele süße Füllungen und Mandelspeisen. Frühneuhochdeutsch phw-152 · phw-238 · rum-0682
rosol
Brühe oder Kochflüssigkeit, nicht unbedingt eine feste Aspik-Gallerte. Frühneuzeitliches Tschechisch sev-062 · sev-063 · sev-251
rossenwasser
Rosenwasser, hier ebenfalls zum Ausbürsten der Form, für Duft und ein feines Aroma. Frühneuhochdeutsch saw-051 · saw-078 · saw-081
rosso d'ovo
Eigelb Frühitalienisch mar-038 · mar-040
Rost
Braten / Rostbraten Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch / Moyen Français / Rheinfränkisch alb-008 · alb-015 · alb-026
rostir
Rösten, braten. Moyen Français men-209 · men-255
rostire
Am Spieß braten, rösten. Frühitalienisch mar-030 · mar-206 · mar-209
rostissiez
Über offenem Feuer oder Glut braten. Moyen Français men-086 · men-139
rostiz
braten/rösten Moyen Français men-149 · men-170
Rot korallen
Rote Korallen wurden im Mittelalter nicht nur als Schmuck, sondern auch als Heilmittel und in alchemistischen Zubereitungen verwendet. Frühneuhochdeutsch wo10-015 · wo10-016
Rote Korallen
Im Mittelalter als Zutat in Medizin und Färberei verwendet ('zuberait' = speziell aufbereitet/zerkleinert). Frühneuhochdeutsch wo10-014 · wo10-032
Rote Ruben
Rote Rüben = Rote Bete. Frühneuhochdeutsch rum-1560 · rum-1561
rotter full
Die rote Füllung. Frühneuhochdeutsch b4-005 · b4-268
rouget
Rotbarbe Moyen Français men-191 · men-199 · men-201
rousse
rötlich Moyen Français men-222 · men-328
Roßt
Bratrost. Frühneuhochdeutsch rum-0008 · rum-0013 · rum-0015
roſen zucker
Rosenzucker. Frühneuhochdeutsch mst-134 · mst-138
Roſt
Ein Rost, auf dem der Fisch über dem Feuer oder der Glut gebraten wird. Frühneuhochdeutsch mst-063 · mst-070 · mst-071
Ruckbraten
Rückenbraten, also das Bratenstück vom Rücken des Hirschs. Frühneuhochdeutsch rum-0307 · rum-0308 · rum-0309
Rucken
Roggen; Ruckenbrot ist Roggenbrot. Frühneuhochdeutsch rum-0320 · rum-0651 · rum-1761
Rucken Brot
Roggenbrot. Frühneuhochdeutsch rum-0857 · rum-0928 · rum-0931
Rucken Teig
Roggenteig, nicht ein Teig „vom Rücken“. Frühneuhochdeutsch rum-1760 · rum-1776
Ruckenbrot
Roggenbrot (Lexer: rucken-brôt = Roggenbrot). Frühneuhochdeutsch rum-0039 · rum-0179 · rum-0192
Ruckenbrott
Ruckenbrot ist Roggenbrot (Lexer: „rucken-brôt, roggenbrot“). Frühneuhochdeutsch rum-0141 · rum-0391
RuckenTeig
Roggenteig. Frühneuhochdeutsch rum-0115 · rum-0175 · rum-0312
rugetten
„Rugetten“ sind ein Fisch, keine Rüben: die Rutte (auch Quappe oder Aalraupe genannt), so Hayers Wörterverzeichnis zu dieser Handschrift. Frühneuhochdeutsch phw-187 · phw-189
ruggim brott
Roggenbrot als Bindemittel; mit Honig und Wein zur süß-würzigen Paste gemörsert. Frühneuhochdeutsch ka1-022 · ka1-044 · m384-033
rugken mehl
Roggenmehl. Frühneuhochdeutsch std-140 · std-149
Rumanie
Ein süßer Importwein - der Name geht auf ‚Rômânîe‘ als mittelalterliche Bezeichnung für einen politischen Raum zurück, vermutlich mit Bezug auf den östlichen… Frühneuhochdeutsch mon-239 · w1-043
Rumonier
Ein historischer süßer Importwein, vermutlich verwandt mit dem im englischen und französischen Sprachraum bekannten 'Rumney'-Wein aus dem östlichen Mittelmee… Frühneuhochdeutsch mha-197 · mha-208
ruta
Weinraute, ein bitter-herbes Heilkraut. Mittellatein / Toskanisches Volgare ant-104 · boc-080
rutten
Rutte / Quappe (Lota lota), ein Süßwasserfisch aus der Familie der Dorsche. Frühneuhochdeutsch mon-264 · std-099
ryttla
Das Verb ‚rütteln‘ bedeutet hier, die Pfanne zu schütteln, um die Küchlein gleichmäßig zu braten und ein Anbrennen zu verhindern. Frühneuhochdeutsch phw-089 · phw-092
safern
Safran, ein kostbares Gewürz, das dem Gericht eine goldgelbe Farbe verleiht. Frühneuhochdeutsch phw-066 · phw-067 · phw-122
saffran
Safran Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch / Moyen Français b4-097 · b4-188 · bgs-015
safft
Im Druck steht an allen drei Stellen Safft; gemeint ist jedes Mal der ausgepresste Zitronensaft. Frühneuhochdeutsch mst-131 · rum-0755
Safroun
Safran Mittelenglisch foc-002 · foc-009 · foc-087
sain
Schweineschmalz. Moyen Français men-012 · men-072 · men-083
sain de lart
Schweineschmalz Moyen Français men-064 · men-097 · men-100
sain doulx
Süßes Schmalz, also ausgelassenes Schweinefett. Moyen Français men-093 · men-111 · men-141
saint Andry
St. Moyen Français men-019 · men-154 · men-312
saint Jehan
Johannistag, der 24. Moyen Français men-290 · men-312
salamora
Salzlake, Pökellake Frühitalienisch mar-015 · mar-208 · mar-229
Salat
Beilage zur kalten Fassung. Frühneuhochdeutsch rum-0081 · rum-0307 · rum-0724
salbey
Salbei. Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch bgs-015 · bgs-052 · rum-0253
Salbey blat
Salbeiblatt als essbare Hülle (siehe Lesart zur vermutlichen Salbei-Art unten). Frühneuhochdeutsch kkm-095 · kkm-096
salbin
Südwestdeutsch/alemannisch für Salbei. Frühneuhochdeutsch alb-015 · m384-081
salemonde
Salbei, ein aromatisches Kraut, das in der mittelalterlichen Küche häufig verwendet wurde. Moyen Français men-221 · men-276 · men-277
salfen
Eine gebräuchliche Schreibvariante für Salbei (Salvia officinalis). Frühneuhochdeutsch phw-076 · phw-120 · phw-131
salfenn
Salbei (Salvia officinalis), ein aromatisches Kraut. Frühneuhochdeutsch phw-048 · phw-086
salimora
Salzlake, Würzlake Frühitalienisch mar-003 · mar-201 · mar-216
sallsen
Sauce/Tunke, hier zwei Varianten zum Braten - kein eigenständiges Gericht, sondern eine Begleit-Sauce. Frühneuhochdeutsch mha-195 · mha-205 · mha-235
Salm
Der Lachs. Frühneuhochdeutsch rum-0900 · rum-0901 · rum-0905
Salmbling
Vermutlich der 'Saibling', eine Verwandte der Forelle, die im 16. Frühneuhochdeutsch std-112 · std-137
salouer
Salzfass oder Pökelkammer zur Konservierung von Fleisch. Moyen Français men-007 · men-138
salpa
Die Goldstrieme (Sarpa salpa), ein Meerbrassenfisch. Frühitalienisch mar-196 · mar-209
sals
Mittelhochdeutsch für Sauce/Tunke (verwandt mit dem Wort Salse). Frühneuhochdeutsch / Rheinfränkisch mha-082 · rfk-062
salsa
Sauce - hier eine dicke, über Innereien gebundene Tunke (eine von Bockenheims salsa-Reihe) Frühneuhochdeutsch / Mittellatein boc-077 · k1-169
salsa verde
Grüne Kräutersauce (Petersilie, Minze, Salbei, Essig, Brot) - hier nur als Ausweich-Alternative genannt, nicht ausgeführt. Frühitalienisch / Toskanisches Volgare ant-095 · mar-207 · mar-214
salsen
Saucen (zu lat. Frühneuhochdeutsch b4-261 · k1-168 · kkm-006
salssen
Eine Sauce oder Würze. Frühneuhochdeutsch b4-008 · b4-010 · b4-092
saltzen
Hier eindeutig das Verb 'salzen' im Sinn von Speisesalz auftragen, nicht die Salse (Würzsauce), die anderswo im Korpus mit 'saltz' bezeichnet wird. Frühneuhochdeutsch m5919-082 · saw-032
Salua
Salbei, hier als optionales Würzkraut für die Wurst genannt. Frühneuhochdeutsch b4-226 · saw-025 · saw-106
saluay
Bairische Form von Salbei (lat. Frühneuhochdeutsch b4-100 · b4-101 · b4-205
Saluen
Salbei, ein aromatisches Kraut, das oft in der mittelalterlichen Küche verwendet wurde. Frühneuhochdeutsch mst-067 · wo10-075 · wo10-095
salvia
Salbei Frühitalienisch mar-058 · mar-220
Salſſen
Bezieht sich auf verschiedene Saucen, die zum Gericht gereicht werden können, nicht nur auf Salz. Frühneuhochdeutsch std-189 · std-236 · std-237
Sand Marteins tag
Sankt Martin, 11. Frühneuhochdeutsch mha-042 · mha-083
Sand Merteins tag
Der Martinstag am 11. Frühneuhochdeutsch b4-260 · w1-239 · w1-262
sandali
Sandelholzpulver, primär für die rote Farbe, aber auch für einen feinen, holzigen Geschmack. Frühitalienisch mar-106 · mar-113
sandres
Rotes Sandelholz (saunders), das höfische rote Speisefarbmittel; vertieft hier den Kirschton. Mittelenglisch foc-056 · foc-066
sapa
Eingekochter Traubenmost Frühitalienisch mar-005 · mar-057 · mar-102
sapor
Sauce, Würze Frühitalienisch mar-107 · mar-110 · mar-111
sapore
Sauce (im Kontext von Martino oft eine gewürzte Sauce) Frühitalienisch mar-025 · mar-029 · mar-231
sapore bianco
weiße Sauce Frühitalienisch mar-216 · mar-224 · mar-227
saueray
Bohnenkraut (savory) - pfeffrig-würziges Kraut, klassisch zu Hülsenfrüchten und Geflügel. Mittelenglisch foc-029 · foc-061
saulse vert
Grüne Sauce Moyen Français men-168 · men-173 · men-174
saultier
Blättermagen (dritter Magen des Wiederkäuers). Moyen Français men-015 · men-018 · men-265
saum
Der Schaum, der beim Abbrühen aufsteigt; so ergibt es der Zusammenhang „daß der saum darvon kompt“. Frühneuhochdeutsch rum-0208 · rum-0217
saundres
Rotes Sandelholz - das klassische rote Speisefärbemittel des Mittelalters. Mittelenglisch foc-019 · foc-037 · foc-081
saur machen
Sauer abschmecken. Frühneuhochdeutsch rum-0267 · rum-0672
saurem Kraut
Sauerkraut, also milchsauer vergorener Kohl. Frühneuhochdeutsch rum-0448 · rum-0576
schaiden
Der 'Schied' oder 'Scheid' ist eine regionale Bezeichnung für den Rapfen (Aspius aspius), einen Süßwasserraubfisch. Frühneuhochdeutsch mha-212 · rum-0886 · rum-0887
schalen
Die leeren Eierschalen dienen als Form: Ei-Inhalt wird vorsichtig entfernt, die Schale bleibt ganz und wird später wiederbefüllt. Frühneuhochdeutsch mha-089 · mha-095 · w1-049
Schauwessen
Schauessen: eine Speise, die vor allem zur Zier auf die Tafel kommt. Frühneuhochdeutsch rum-0450 · rum-0579
schaw
Schau, achte darauf. Frühneuhochdeutsch rum-0194 · rum-0694 · rum-0971
Schawessen
Schauessen: ein Gericht, das vor allem gezeigt wird. Frühneuhochdeutsch rum-0289 · rum-0466 · rum-0516
schefflin
Ein kleines Gefäß oder Schälchen. Frühneuhochdeutsch mst-126 · saw-027 · saw-198
scheiblat
Rund und scheibenförmig, wie eine flache Käsescheibe auf der Schüssel liegend. Frühneuhochdeutsch mha-243 · mha-267
schelffen
Die harten Schalenteile der Krebse, vorne und hinten am Panzer. Frühneuhochdeutsch saw-048 · saw-092 · wo10-031
schell
Hier als Verb gelesen: 'häuten/schälen' - die zähe Haut des gewässerten Stockfischs wird vor dem Kochen entfernt. Frühneuhochdeutsch mha-060 · mon-045
schell schon
Gründlich oder sauber schälen. Frühneuhochdeutsch b4-039 · w1-078
schels
Eine frühneuhochdeutsche Form des Verbs „schälen“. Frühneuhochdeutsch phw-025 · phw-128 · phw-206
schen
Im frühneuhochdeutschen Kontext bedeutet ‚schön‘ hier ‚sauber‘ oder ‚gründlich‘, nicht primär ästhetisch ansprechend. Frühneuhochdeutsch phw-080 · phw-113 · phw-185
scherblin
Kleine Reib- oder Mörserschale, in der Leber, Brot und Petersilie fein zerrieben werden. Frühneuhochdeutsch mon-030 · saw-157
scheubs
Zusammengezogen aus „scheub es“, also „schieb es“ in den Ofen. Frühneuhochdeutsch rum-1741 · rum-1742
scheubs in Ofen
Schieb es in den Ofen. Frühneuhochdeutsch rum-1744 · rum-1769 · rum-1777
schieben
Vermutlich dialektale Form für Schuppen, das Fischschuppen-Muster im Teig. Frühneuhochdeutsch saw-062 · saw-065
schiep
Eine frühneuhochdeutsche Form des Verbs „schuppen", also die Schuppen vom Fisch entfernen. Frühneuhochdeutsch phw-081 · phw-172 · phw-173
schier
Bald, gleich. Frühneuhochdeutsch phw-049 · rum-0044 · rum-0144
schier gar
Fast gar. Frühneuhochdeutsch rum-0692 · rum-0715
schier gesotten
Fast gar gekocht. Frühneuhochdeutsch rum-0166 · rum-0215 · rum-0240
schier wilt anrichten
Wenn du bald anrichten willst, also kurz vor dem Auftragen. Frühneuhochdeutsch rum-0070 · rum-0174
schier wirst anrichten
Wenn du bald anrichten wirst. Frühneuhochdeutsch rum-0012 · rum-0374 · rum-0463
schisla
Eine Schüssel oder ein Gefäß, hier als Mengenangabe für das fertige Gericht. Frühneuhochdeutsch phw-210 · phw-212
Schitt
Von ‚schütten‘ (gießen) - die Masse wird auf den Boden gegossen. Frühneuhochdeutsch wo10-029 · wo10-071
schlecht
Bedeutet hier ‚schlicht‘ oder ‚einfach‘, im Sinne einer unkomplizierten Zubereitung, nicht die Frucht Schlehe. Frühneuhochdeutsch phw-207 · std-024
Schlegel
Die Keule; im Rehkapitel also die Rehkeule, wie in den Nachbarrezepten. Frühneuhochdeutsch rum-0179 · rum-0180 · rum-0181
schleim sie auß
Die Därme vom Schleim befreien. Frühneuhochdeutsch rum-0250 · rum-0270
schlein
Die Frucht des Schlehdorns, auch Schlehe genannt. Frühneuhochdeutsch mha-038 · mha-236 · mha-277
Schlickkrapffen
Kleine Krapfen mit einer Füllung aus gehackter Lunge, die Rumpolt im Kalbskapitel in Brühe sieden lässt (rum-0104). Frühneuhochdeutsch rum-0104 · rum-0114 · rum-0203
Schlundt
Schlund, die Speiseröhre; Rumpolt beschreibt ihn als das Stück, das „am Hertzen hangt“. Frühneuhochdeutsch rum-0028 · rum-0106 · rum-0300
schmalcz
Tierisches Fett, meist Schweineschmalz, zum Ausbacken. Frühneuhochdeutsch ka1-028 · ka2-054 · koe-033
schmaltz
Tierisches Fett, meist Schweineschmalz. Frühneuhochdeutsch alb-007 · alb-012 · ka1-056
schmaltzs
Tierisches Fett, hier zum Rösten der Semmelbrösel. Frühneuhochdeutsch phw-018 · phw-036 · phw-091
Schmalz
Tierisches Fett, hier zum Frittieren verwendet. Frühneuhochdeutsch alb-008 · b4-216 · m384-079
Schnepffen
Schnepfen, hier wohl die Waldschnepfe: ein Watvogel, der als Federwild gejagt wird. Frühneuhochdeutsch rum-0764 · rum-0765 · rum-0768
schnid das vsser darab
‚Das Äußere abschneiden' - wie beim Leberpfeffer (Rezept 21) die äußere Schicht der gebratenen Leber entfernen. Frühneuhochdeutsch m384-033 · m384-038
schnitten
Brotscheiben, die unten und oben in die Schüssel kommen und mit Fett und Brühe begossen werden. Frühneuhochdeutsch ka1-079 · rum-0122
schnitten dayg
„Schnitten-Teig“ dient hier als Vergleichsmaß für die gewünschte Teigdicke; das Buch nennt an anderer Stelle einen eigenständigen Ausbackteig dieses Namens,… Frühneuhochdeutsch phw-116 · phw-133
schnitz
Streifen oder Schnitte. Frühneuhochdeutsch phw-029 · phw-077 · phw-119
schnitzla
Kleine, dünne Scheiben. Frühneuhochdeutsch phw-030 · phw-044 · phw-094
schoenem brote
Feines Brot, vermutlich Weißbrot, das hier zum Verdicken des Teiges verwendet wird. Mittelhochdeutsch bgs-010 · bgs-043
schon mel
Feines, gesiebtes Mehl von guter Qualität. Frühneuhochdeutsch wo10-072 · wo10-112
schon prat
‚Schon‘ bedeutet hier ‚sauber‘ oder ‚gut‘, nicht ‚schön‘ im ästhetischen Sinne. Frühneuhochdeutsch b4-100 · m5919-066 · w1-026
schon prot
Feines, helles Brot, oft ohne Rinde, das gerieben oder zerbröselt als Bindemittel oder Füllstoff verwendet wird. Frühneuhochdeutsch mha-090 · mha-221 · w1-107
schon prott
Hier ist feines, sauberes Brot gemeint, das als Bindemittel für die Füllung dient. Frühneuhochdeutsch b4-025 · b4-109 · b4-174
schon schussel
Eine saubere Schüssel. Frühneuhochdeutsch b4-247 · w1-249
schone
Im Mittelhochdeutschen bedeutet 'schon' hier nicht 'schön' im ästhetischen Sinne, sondern 'sauber' oder 'gründlich'. Frühneuhochdeutsch mon-156 · wbd-022
schonn
Hier nicht im Sinne von ästhetisch 'schön', sondern als 'rein/klar' gelesen - beschreibt die reine, klare Rotfärbung des fertigen Honigsirups. Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch mon-224 · n2-001
Schornstein
Der Rauchfang über dem Herd. Frühneuhochdeutsch rum-0123 · rum-0125 · rum-0146
schuebem
Fischschuppen, die ebenfalls entfernt werden müssen. Frühneuhochdeutsch w1-003 · w1-004 · w1-200
schueppen
Die Schuppen des Fisches, werden ebenfalls entfernt. Frühneuhochdeutsch b4-003 · m725-017 · ri15632-001
Schuffen
Rumpolts ungarischer Name für das Gericht. Frühneuhochdeutsch rum-0216 · rum-0243
schupe
Imperativ von schuppen: dem Fisch die Schuppen abstreifen. Frühneuhochdeutsch rum-1780 · rum-1781
schupen
Fischschuppen. Frühneuhochdeutsch mon-073 · rum-0970 · rum-0999
schuppen
Fischschuppen, die ebenfalls vor der Verarbeitung entfernt werden. Frühneuhochdeutsch mha-236 · mon-266 · std-109
schussling
Kleine, vorgewärmte Schüsseln, die unter dem Fisch aufgestellt werden, um die herablaufende, heiße Brühe warm zu halten. Frühneuhochdeutsch b4-014 · mha-196
schwais
Blut, hier vom Karpfen. Frühneuhochdeutsch alb-005 · mha-124 · saw-019
schwaiss
Jägersprachlicher Begriff für das Blut des erlegten Wilds, nicht für Körperschweiß. Frühneuhochdeutsch ka1-014 · mha-036 · mha-188
schwaiß
Jägersprache für ‚Blut‘, hier vom Hirsch. Frühneuhochdeutsch ka1-015 · saw-010 · saw-016
Schwantz
Hammelschwanz als Fleischstück. Frühneuhochdeutsch rum-0194 · rum-0889
schwart
Die abgezogene Schwarte (Schweinehaut), hier als essbare äußere Hülle für die Fleischmasse genutzt. Frühneuhochdeutsch kkm-056 · mha-229 · saw-012
schwartz
Farbangabe: in dunkler, schwarzer Sauce. Frühneuhochdeutsch ka1-022 · m384-038 · m384-057
Schwartz auff Vngerisch
Rumpolts Formel für eine dunkle Sauce „auf ungarische Art“, die er bei vielen Tieren verwendet. Frühneuhochdeutsch rum-0372 · rum-0546 · rum-0756
schwartz eyngemacht
Rumpolts Gerichtstyp „schwarz“: in einer dunklen, mit Blut gebundenen Sauce gegart. Frühneuhochdeutsch rum-0317 · rum-0356 · rum-0388
schwartz oder gelb
Die Farbe der Zubereitung. Frühneuhochdeutsch rum-0305 · rum-0344 · rum-0491a
schwartz pfeffer
Ein 'Schwarzer Pfeffer' ist hier der Name einer dunklen, kräftig gewürzten Sauce, nicht das Gewürz allein - die Sauce ist so dunkel und pfeffrig, dass sie ih… Frühneuhochdeutsch ka1-009 · m384-025
schwartze Rosein
Schwarze Rosinen, getrocknete dunkle Weinbeeren. Frühneuhochdeutsch rum-0174 · rum-1782 · rum-1800
schwartze Weinbeer
Schwarze Rosinen, also getrocknete dunkle Weintrauben. Frühneuhochdeutsch rum-1807 · rum-1826 · rum-1831
schwartzem Pfeffer
Bei Rumpolt meist nicht das Gewürz, sondern ein Gericht: eine mit Pfeffer gewürzte, gebundene Sauce und das darin gegarte Fleisch. Frühneuhochdeutsch rum-0261 · rum-0821
schwartzen pfeffer
„Pfeffer“ ist bei Rumpolt oft ein Gericht: eine gebundene, gewürzte Sauce. Frühneuhochdeutsch ka1-025 · m384-040 · ri15632-031
schwartzen Rosein
Rumpolt verlangt ausdrücklich kleine schwarze Rosinen. Frühneuhochdeutsch rum-0678 · rum-0806 · rum-1736
schwaysch
‚Schweiß‘ ist die weidmännische Bezeichnung für Blut - hier auf ein Kalb übertragen, statt wie sonst üblich auf erlegtes Wild. Frühneuhochdeutsch phw-192 · phw-229
Schweis
In der Jägersprache das Blut des Wildes. Frühneuhochdeutsch kkm-067 · kkm-068
schweiß sie in Butter
in Butter anschwitzen. Frühneuhochdeutsch rum-0103 · rum-0341 · rum-1800
Schweiß von einem Karpffen
„Schweiß“ ist hier das Substantiv und bedeutet Blut, wie heute noch in der Jägersprache. Frühneuhochdeutsch rum-0882 · rum-0983
schwem
Das Verb ‚schwemmen‘ ist hier kausativ zu ‚schwimmen‘ gebraucht: Die Birnenschnitze werden in heißem Schmalz untergetaucht und kurz ausgebacken oder frittier… Frühneuhochdeutsch phw-031 · wo10-093
scilicet
nämlich, das heißt Moyen Français men-181 · men-290
scortica
häuten Frühitalienisch / Mittellatein boc-024 · mar-261
secklin
Ein kleines Stoffsäcklein, das hier zum Garen der Eimasse verwendet wird, um ihr eine feste Form zu geben. Frühneuhochdeutsch phw-227 · phw-228 · so1-129
secundo il tempo
„je nach Zeit“ - gemeint ist die Fastenzeit: an Fastentagen Wasser statt Fleischbrühe. Frühitalienisch mar-068 · mar-267
secus
Anders, gegenteilig Moyen Français men-003 · men-167
see
Von 'säen': streuen, ausstreuen - hier das Bestreuen mit Zucker beim Anrichten. Frühneuhochdeutsch saw-055 · saw-150
seich den rain
Bedeutet ‚seihe es rein' oder ‚kläre es durch Seihen', um eine feine, klare Sauce zu erhalten. Frühneuhochdeutsch b4-166 · mon-120
seich es durch ein tuch
Durch ein feines Tuch oder Sieb passieren, um eine glatte Sauce zu erhalten. Frühneuhochdeutsch b4-120 · b4-254
seich In
Abtropfen lassen, sieben oder filtern. Frühneuhochdeutsch mha-167 · mon-038
seichen
Mhd. Frühneuhochdeutsch ka2-041 · mha-103 · mon-106
Seidel
Ein historisches Hohlmaß, hier ein halbes Augsburger Maß, also rund 0,52 Liter Wein. Frühneuhochdeutsch mst-030 · mst-085 · phw-079
seidlen
Seidel, ein historisches Hohlmaß für Flüssigkeiten, regional unterschiedlich groß. Frühneuhochdeutsch saw-025 · saw-067
seidlin
Ein Seidel war ein regionales Hohlmaß, in Süddeutschland etwa einem halben Liter entsprechend. Frühneuhochdeutsch mst-020 · mst-102 · mst-111
seig
„Seigen“ heißt seihen: Die Brühe wird abgeseiht über die Hühner gegossen. Frühneuhochdeutsch rum-0208 · rum-0264 · rum-0478
seig die Butter herab
Die Röstbutter abseihen oder abgießen, bevor die Brühe dazukommt. Frühneuhochdeutsch rum-0097 · rum-0587 · rum-0611
seiger
Alter Begriff für einen Wein, der schal, matt und flach geworden ist, ein klassischer Weinfehler. Frühneuhochdeutsch wbd-019 · wbd-023
sel menu
Feines Salz Moyen Français men-140 · men-152
Selch
Räuchern, um die Zungen haltbar zu machen und ihnen Aroma zu verleihen. Frühneuhochdeutsch std-137 · std-187
selczen
‚Salse‘, eine würzige, oft fruchtig-saure Tunke oder Sauce. Frühneuhochdeutsch / Rheinfränkisch m811-001 · m811-002 · rfk-068
seltz
Eine würzige, oft fruchtig-saure Tunke oder Sauce, die zu Fleisch oder Fisch gereicht wurde. Frühneuhochdeutsch m384-050 · phw-161 · phw-192
seltzam
selten, außergewöhnlich, kostbar - nicht im heutigen Sinn von „sonderbar“. Frühneuhochdeutsch kkm-006 · rum-0290
semel mel
Geriebenes Weißbrot oder Semmelbrösel, das als Bindemittel dient. Frühneuhochdeutsch b4-007 · b4-140 · b4-145
semel mell
Geriebene Semmel (Weißbrot), nicht Getreidemehl - dient hier als Bindemittel. Frühneuhochdeutsch b4-084 · m5919-049
semelbrot
Geriebenes Weißbrot (Semmel), das hier als Bindemittel dient, nicht Mehl. Frühneuhochdeutsch saw-096 · saw-136 · saw-136a
semell
Eine ‚Semmel' ist ein kleines Weißbrot, vergleichbar mit einem Brötchen. Frühneuhochdeutsch koe-034 · m349-001 · mon-021
semelmel
Geriebenes Weißbrot oder Semmelbrösel, das als Bindemittel verwendet wird. Frühneuhochdeutsch saw-075 · saw-130 · w1-059
semelmell
Gemeint sind fein geriebene Semmelbrösel (Weißbrot-Krume), nicht Weizenmehl. Frühneuhochdeutsch saw-044 · saw-054
semeln
‚Semeln‘ sind hier geröstete Semmelbrösel. Frühneuhochdeutsch mon-178 · w1-027 · w1-095
semeln prot
Feines Weißbrot oder Brötchen, das hier als Bindemittel und Geschmacksgeber für die Sauce dient. Frühneuhochdeutsch w1-159 · w1-212
semlein mel
Feines Mehl aus Semmeln, also Paniermehl oder sehr feine Brotkrume. Frühneuhochdeutsch mha-032 · mha-207 · mha-289
semlein prot
Feines Weißbrot, oft ohne Rinde Frühneuhochdeutsch mha-002 · mha-003 · mha-186
senen
Das Verb ‚senen‘ bedeutet hier, die Brühe vom Fisch zu trennen oder zu seihen, um eine klare Sauce zu erhalten. Frühneuhochdeutsch phw-174 · phw-220
senepa
Senfsaat Frühitalienisch mar-112 · mar-114
seniff
Senf, hier vermutlich als Saat oder leicht zerstoßene Körner, mit Honig zu einer Paste verrieben. Frühneuhochdeutsch b4-069 · b4-093 · b4-257
Seniff Sam
Senfsaat, die Körner des Senfs. Frühneuhochdeutsch b4-253 · mon-098
sequitur
Lateinischer Schreibervermerk am Ende des Transkripts ('es folgt') - zeigt an, dass im Manuskript direkt das nächste Rezept anschließt; kein Teil des Rezepti… Frühneuhochdeutsch mon-035 · mon-266
setz es zu
Zum Garen ansetzen, also aufs Feuer setzen. Frühneuhochdeutsch rum-0283 · rum-0736
seuber jn auß
Säubere ihn, reinige ihn gründlich. Frühneuhochdeutsch rum-0162 · rum-0166
seuber sie auß
Säubere sie aus: Haut- und Haarreste und Unreines von den gekochten Füßen entfernen. Frühneuhochdeutsch rum-0078 · rum-0111 · rum-0155
Seud
Siede, koche. Frühneuhochdeutsch kkm-070 · w1-170 · w1-239
seuds
Frühneuhochdeutsch für 'siede es' oder 'koche es'. Frühneuhochdeutsch m5919-059 · mst-131
seurlich
Säuerlich. Frühneuhochdeutsch rum-0039 · rum-0153
Seutel
Ein "Seutel" (Beutel) ist im Buch eine bewusst unpräzise, ortsübliche Mengenangabe - kein festes Maß. Frühneuhochdeutsch phw-236 · phw-237 · phw-238
seutt
Ein Sud oder eine Brühe, hier zum Vorkochen der Vögel. Frühneuhochdeutsch phw-066 · phw-140 · phw-177
seutz
Frühneuhochdeutsche Form von ‚sieden‘ oder ‚kochen‘. Frühneuhochdeutsch phw-168 · phw-205 · phw-206
sewd
Sieden, kochen. Frühneuhochdeutsch b4-164 · b4-194 · b4-237
sewdt
Frühneuhochdeutsch für ‚siedet' (kocht). Frühneuhochdeutsch koe-001 · mon-073 · mon-096
sewe
Sauce. Mittelenglisch foc-028 · foc-039 · foc-075
sextier
Altes französisches Hohlmaß, hier etwa 3,8 Liter. Mittelniederländisch / Moyen Français men-297 · men-312 · wes-033
seydlin
Ein Seidel, ein halbes Augsburger Maß, also rund 0,52 Liter. Frühneuhochdeutsch phw-014 · phw-018 · phw-020
seytla
Ein Seidel, im Buch durchgängig als halbes Augsburger Maß aufgelöst, also rund 0,52 Liter (525 ml). Frühneuhochdeutsch phw-170 · phw-173
sib
Sieb. Frühneuhochdeutsch b4-196 · mha-079 · rum-0651
Siblin
Ein feines Sieb zum Durchschlagen des Reismehls. Frühneuhochdeutsch kkm-024 · mst-018 · mst-078
siden
Hier im Sinne von 'sieden' oder 'kochen'. Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch ka1-054 · n2-013 · phw-233
sieben Farben
Der Text selbst nennt keine konkreten Farben - die Wahl liegt beim Koch. Frühneuhochdeutsch / Rheinfränkisch mha-278 · rfk-069
sieden
In Wasser kochen. Frühneuhochdeutsch / Mittelniederländisch k1-001 · mon-066 · mon-196
siedigs wasser
Siedendes, also kochendes Wasser für das Wasserbad. Frühneuhochdeutsch saw-146 · wo10-112
sige
Das Verb ‚seihen‘, also durch ein Tuch filtern oder abgießen. Frühneuhochdeutsch alb-001 · so1-117
silber
Silbergeschirr, in dem angerichtet wird; es kommt mit dem Fleisch auf die Kohlen. Frühneuhochdeutsch mha-146 · rum-0180 · rum-0647
sinewel
Rund, kugelig (mhd. Mittelhochdeutsch bgs-023 · bgs-024
sitig
Steht für ‚sachte‘ oder ‚langsam‘ und weist auf eine schonende Backweise bei milder Hitze hin. Frühneuhochdeutsch phw-007 · phw-157
sittig
Bedeutet ‚sachte‘ oder ‚langsam‘, also bei milder Hitze backen, damit das Gebäck gleichmäßig gart und nicht verbrennt. Frühneuhochdeutsch saw-140 · wo10-094 · wo10-096
sittig bachen
Bedeutet ‚sanft‘ oder ‚gemäßigt backen‘, um ein gleichmäßiges Garen ohne Anbrennen zu ermöglichen. Frühneuhochdeutsch phw-078 · saw-160 · wo10-097
sittiglich
Behutsam, mit Abstand zur Glut beginnen. Frühneuhochdeutsch kkm-057 · kkm-095
sittlich
Sachte, maßvoll - hier: behutsam Gewürz darüberstreuen. Frühneuhochdeutsch kkm-059 · kkm-094 · kkm-098
sittlich bachen
Sanft und gleichmäßig backen, was eine kontrollierte Hitze erfordert. Frühneuhochdeutsch wo10-070 · wo10-071 · wo10-074
slach sy durch
Wörtlich „schlage sie durch“, gemeint ist das Passieren durch ein Sieb oder Tuch, um eine feine Flüssigkeit oder Paste zu erhalten. Frühneuhochdeutsch b4-034 · b4-252 · mon-131
slach sy durch ein tuch
Die gegarten Kirschen werden durch ein Tuch gestrichen bzw. Frühneuhochdeutsch b4-113 · b4-264
slach sy durich ein tuch
Die weichgekochten Birnen werden durch ein Tuch geschlagen oder gestrichen und dadurch zu einem feinen Mus passiert. Frühneuhochdeutsch w1-115 · w1-146 · w1-266
slachs durch
Von mhd. Frühneuhochdeutsch ka2-023 · ka2-027 · ka2-032
slachs durich
‚Durchschlagen' bedeutet im Mondseer Kochbuch korpusweit ‚durch ein Tuch oder Sieb passieren', nicht bloßes Verrühren - die fein geriebenen Rosinen werden so… Frühneuhochdeutsch mon-231 · mon-239
slahe sie durch ein tuoch
passiere sie durch ein Tuch (presse sie durch) Mittelhochdeutsch bgs-068 · bgs-080
slecht
Frühneuhochdeutsch für ‚glatt', ‚eben' oder ‚schlicht'. Frühneuhochdeutsch m5919-088 · meb-012 · w1-081
Slehen
Schlehen, die Früchte des Schwarzdorns; frisch sehr herb. Frühneuhochdeutsch / Rheinfränkisch k1-154 · rfk-061 · rfk-067
slepice
Hühner oder Hennen. Frühneuzeitliches Tschechisch sev-036 · sev-054
slyt
Aufschlitzen, spalten. Mittelenglisch foc-078 · foc-107
smalcz
Tierisches Fett, Schmalz. Frühneuhochdeutsch b4-048 · b4-053 · b4-080
smalcze
„Schmalz“ - tierisches Fett, hier zum Frittieren verwendet. Rheinfränkisch rfk-042 · rfk-046 · rfk-053
smalczig
fettig/schmalzig - der Topf soll ausdrücklich NICHT eingefettet sein, damit die Birnen rein im eigenen Saft und Dampf garen. Frühneuhochdeutsch b4-076 · w1-079
smaltz
Tierisches Fett, meist Schweineschmalz. Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch bgs-003 · bgs-066 · bgs-076
smaltze
Schmalz, Bratfett. Mittelhochdeutsch bgs-011 · bgs-030 · bgs-040
smaltzes
Schmalz Mittelhochdeutsch bgs-028 · bgs-056
smetana
Sahne, Rahm Frühneuzeitliches Tschechisch sev-099 · sev-147
smout
Schmalz, tierisches Fett, hier zum Frittieren verwendet. Mittelniederländisch wes-010 · wes-034 · wes-035
smoute
Schmalz, tierisches Fett, hier zum Frittieren. Mittelniederländisch wes-004 · wes-012 · wes-022
so treibstu den Gast auß der Herberg
Wörtlich: „so treibst du den Gast aus der Herberge“. Frühneuhochdeutsch rum-0250 · rum-0472
sode
Sud, Brühe Mittelhochdeutsch bgs-031 · bgs-042
som
Ein historisches Hohlmaß ("Saum") - ausführlich recherchiert in d792-001 (Anmerkung "som"): alle geprüften Regionalwerte liegen zwischen 130 und 180 Litern,… Frühneuhochdeutsch d792-001 · d792-002
sonderlich
Besonders. Frühneuhochdeutsch rum-0236 · rum-0344 · rum-1560
sope
Brühe Mittelniederländisch wes-013 · wes-047
Soppes
„Sops“ - in Brühe getränkte Brotscheiben; eine Gruppe einfacher Suppen, bei denen der Sud über geröstetes Brot gegossen wird. Mittelenglisch foc-075 · foc-078
soprescia
Presse oder Pressvorrichtung Frühitalienisch mar-228 · mar-263 · mar-264
soringue
Eine Art würzige Sauce oder Eintopf, dessen genaue Zusammensetzung variieren konnte. Moyen Français men-103 · men-127
sotto la brascia
Unter der Glut (gebacken/gebraten) Frühitalienisch mar-158 · mar-172
souppes
Brotschnitten / Suppen Moyen Français men-034 · men-043 · men-089
Spagat
Bindfaden, hier zum Zubinden der Würste. Frühneuhochdeutsch rum-0290 · rum-0301
span
Spanne, ein Handmaß von etwa 20-23 cm. Frühneuhochdeutsch m5919-055 · mon-170 · mon-211
Spanische Pasteten
Ausgeführt beschreibt Rumpolt sie nur beim Kalbfleisch (Spanische Kalbfleischpasteten). Frühneuhochdeutsch rum-0532 · rum-0537 · rum-0683
spann
Handspanne, ein altes Längenmaß: die Strecke von der Daumen- zur Kleinfingerspitze bei gespreizter Hand, etwa 20-23 cm. Frühneuhochdeutsch b4-125 · b4-187 · w1-130
spec
Speck oder Schweinefett Mittelhochdeutsch bgs-008 · bgs-034
Species Bertholdi
Eine ‚Species‘ (lateinisch für ‚Art‘ oder ‚Sorte‘) bezeichnete im Mittelalter eine Gewürzmischung. Frühneuhochdeutsch wo10-009 · wo10-012 · wo10-019
Specklin
kleines Stück Speck Frühneuhochdeutsch kkm-033 · kkm-058 · kkm-064
Speil
Zugespitztes Holzstäbchen, wie der „Holzspeil“ in anderen Rezepten Rumpolts. Frühneuhochdeutsch rum-0024 · rum-0688 · rum-0946
speil sie mit einem Holtz zu
„Speil“ ist ein Span oder Stäbchen; die gefüllte Brust wird damit zugesteckt. Frühneuhochdeutsch rum-0099 · rum-0110
spekch
Speck, hier vermutlich geräucherter oder gesalzener Schweinebauch. Frühneuhochdeutsch b4-263 · w1-265
Spenat
Spinat. Frühneuhochdeutsch rum-0599 · rum-0643 · rum-0703
Spenferckel
Spanferkel, also ein junges Milchferkel. Frühneuhochdeutsch rum-0269 · rum-1744
spetie
Gewürze Frühitalienisch mar-020 · mar-021 · mar-022
spetie dolci
süße Gewürze Frühitalienisch mar-027 · mar-029 · mar-033
spetie dulci
süße Gewürze (typisch Zimt, Nelke, Muskat, Zucker) Frühitalienisch mar-031 · mar-074 · mar-075
spetie forti
Kräftige Gewürze, eine typische mittelalterliche Mischung aus Pfeffer, Ingwer, Nelken, Zimt und Muskat. Frühitalienisch mar-206 · mar-223
spetiebus
Gewürze Mittellatein boc-030 · boc-031
spetiebus dulcibus
Süße Gewürze, eine mittelalterliche Gewürzmischung, oft mit Zimt, Ingwer, Nelken, Muskat Mittellatein boc-007 · boc-036 · boc-054
speties
Gewürze, hier nicht näher spezifiziert. Frühneuhochdeutsch / Mittellatein boc-034 · wo10-020
speties dulces
Süße Gewürze - die warme Mischung aus Zimt, Ingwer, Nelke und Muskat, hier zum Schluss trocken über das gebratene Fleisch gestreut. Mittellatein boc-022 · boc-043
speto
Spieß Frühitalienisch mar-018 · mar-020 · mar-027
spezie
Im Mittelalter waren Gewürze wie Pfeffer, Ingwer, Nelken, Muskat und Safran beliebt. Toskanisches Volgare ant-035 · ant-042 · ant-065
spick
Spicken heißt hier nicht, Speck einzuziehen: Zimt und Nelken werden in das Fleisch gesteckt. Frühneuhochdeutsch mon-077 · rum-0013 · rum-0059
Spick jn
Speckstreifen in das Fleisch einziehen, hier fingerdick und etwa drei Finger lang. Frühneuhochdeutsch rum-0185 · rum-0475
spicken
Speckstreifen oder, wie hier auch, Stückchen von Zimt und Nelken in das Fleisch einbringen. Frühneuhochdeutsch rum-0094 · rum-0112 · rum-0458
spicks
Spicken bedeutet im Kochkontext, Fleisch mit Speck zu durchziehen. Frühneuhochdeutsch mst-011 · mst-056 · phw-063
Spieß
Bratspieß. Frühneuhochdeutsch rum-0088 · std-167 · std-191
spikch sew rain
Spicken - Speckstreifen und ganze Nelken werden erst nach dem Garen, am bereits abgekühlten Stück, aufgesteckt. Frühneuhochdeutsch b4-009 · w1-010
spikchen
Spicken oder Lardieren: mageres Fleisch mit Speckstreifen durchziehen. Frühneuhochdeutsch b4-131 · w1-136
spindel
Ein kleines, stabförmiges Werkzeug, hier zum Verflechten der Teigstreifen verwendet, ähnlich einer Weberspindel. Frühneuhochdeutsch saw-102 · wo10-094 · wo10-104
spis
Spieß Frühneuhochdeutsch b4-200 · b4-205 · ka1-028
spislein
Kleines Spießchen, auf das die gefüllten Morcheln gesteckt und gebraten werden. Frühneuhochdeutsch m5919-016 · mha-117
spislin
Kleine Spieße, auf die die Feigen gesteckt werden. Frühneuhochdeutsch ka1-070 · kkm-092
Spiss
Bratspieß - der Text nennt keine Feuerstelle im Detail, nur den Spieß selbst. Frühneuhochdeutsch b4-049 · b4-098 · mha-056
spissel
Ein kleiner Spieß oder Bratspieß. Frühneuhochdeutsch ka2-036 · m5919-006 · ri15632-008
spisz
Der Spieß, auf den die geschnittenen Erbsen-Ei-Stücke gesteckt und über dem Feuer fertiggebraten werden. Frühneuhochdeutsch mha-055 · mha-094
spiß
Bratspieß, auf den die geformte Masse gesteckt und über Feuer gebraten wird. Frühneuhochdeutsch mon-031 · ri15632-002
spognose
schwammig, locker Frühitalienisch mar-169 · mar-170
Spritzen
Hier sind Spritzen oder Spritzbeutel mit Tülle gemeint, um den Teig in Form zu bringen. Frühneuhochdeutsch phw-091 · saw-053 · saw-082
stain
Die Kerne der Weichseln. Frühneuhochdeutsch mha-175 · mon-181 · wo10-085
stain obs
Steinobst allgemein: Früchte mit hartem Kern wie Pflaumen, Kirschen, Mispeln. Frühneuhochdeutsch mha-129 · mha-270
Stainig
Bedeutet ‚steinig‘ im Sinne von grobkörnig-hart - verhärtete oder vernarbte Stellen im Lebergewebe, kein Hinweis auf Fasern oder Sehnen. Frühneuhochdeutsch b4-203 · mha-069
stamegna
Seihtuch, Sieb Frühitalienisch mar-013 · mar-029 · mar-046
stamegnia
feines Tuch oder Sieb Frühitalienisch mar-034 · mar-041 · mar-044
stamigna
Ein feines Seihtuch oder Sieb, oft aus Wolle oder Leinen, zum Passieren von Flüssigkeiten und Pürees. Frühitalienisch / Toskanisches Volgare ant-048 · mar-005
stamigniam
Seihtuch, Sieb Mittellatein boc-024 · boc-046 · boc-055
starcken Sudt auffthun
Kräftig aufkochen lassen. Frühneuhochdeutsch rum-0469 · rum-0551
steck jn an
An den Spieß stecken. Frühneuhochdeutsch rum-0184 · rum-0189
steck sie an
An den Spieß stecken. Frühneuhochdeutsch rum-0014 · rum-0295 · rum-0331
stecks an
An den Spieß stecken. Frühneuhochdeutsch rum-0158 · rum-0218
Steinhenn
Steinhenne, die weibliche Form zu Steinhuhn. Frühneuhochdeutsch rum-0549 · rum-0552
Steinhennen
Steinhuhn, ein Wildhuhn felsiger Gebirgsgegenden. Frühneuhochdeutsch rum-0550 · rum-0551 · rum-0553
stemize
Sieb oder Seihtuch zum Passieren der Sauce. Mittelniederländisch wes-008 · wes-049
Stingel
Die Stiele der Feigen. Frühneuhochdeutsch b4-188 · mon-148 · mon-181
stoc visch
Stockfisch, getrockneter, ungesalzener Fisch, meist Kabeljau Mittelhochdeutsch bgs-020 · bgs-038
stockfisch
Getrockneter, ungesalzener Fisch, meist Kabeljau oder Dorsch. Frühneuhochdeutsch meb-022 · mst-010 · phw-079
Stockuiſch
Stockfisch ist getrockneter, ungesalzener Fisch, meist Kabeljau, der vor der Zubereitung gewässert werden muss. Frühneuhochdeutsch std-126 · std-128 · std-129
stockvisch
Getrockneter, ungesalzener Kabeljau oder Dorsch. Frühneuhochdeutsch mha-059 · mha-060 · mon-044
stoesz
Imperativ von 'stoßen' - hier im Sinn von 'drücken/pressen': die beiden Ränder werden zusammengedrückt, nicht in eine Masse getunkt. Frühneuhochdeutsch mha-063 · mha-220 · mha-226
Stokch visch
Stockfisch: an der Luft getrockneter, ungesalzener Kabeljau. Frühneuhochdeutsch b4-023 · b4-125 · w1-024
ston
Frühneuhochdeutsche Schreibweise für 'Steine' (Fruchtkerne). Frühneuhochdeutsch phw-036 · phw-045
stondyng
fest, gestockt Mittelenglisch foc-043 · foc-044 · foc-056
stos
im Mörser zerstoßen. Frühneuhochdeutsch kkm-026 · kkm-035
stossen
Im Mörser zerstoßen. Frühneuhochdeutsch mon-158 · mon-168
stoz
Zerstoße Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch bgs-011 · bgs-032a · bgs-036
stozz
Die Zutaten werden in einem Mörser zerstoßen, um eine feine Füllung zu erhalten. Frühneuhochdeutsch b4-019 · b4-038 · b4-226
stoß in eim Mörser
Im Mörser zerstoßen. Frühneuhochdeutsch kkm-069 · kkm-091 · kkm-106
strauben
Strauben sind ein dünnflüssiger Teig, der durch einen Trichter in heißes Fett gegossen und krümelig-kraus ausgebacken wird, vergleichbar mit heutigem Schmalz… Frühneuhochdeutsch b4-116 · ka2-053 · mha-281
strauben taig
Ein dünner Teig, der typischerweise in heißem Fett frittiert wird, ähnlich den heutigen Strauben oder Auszogenen. Frühneuhochdeutsch b4-043 · mon-050 · ri15632-004
straublein taig
Gemeint ist die Konsistenz von Strauben-Teig, einem dünnflüssigen Ausback-Teig, ähnlich modernem Crêpe- oder Pfannkuchenteig - hier nur als Vergleich für die… Frühneuhochdeutsch mha-031 · mha-114
strawben
Strauben sind ein frittiertes Trichtergebäck: Teig wird in spiralförmigen Mustern in heißes Fett gegossen. Frühneuhochdeutsch mon-013 · mon-023 · mon-032
straynour
Sieb Mittelenglisch foc-077 · foc-134
Streiblen
Sträublein bzw. Frühneuhochdeutsch saw-141 · saw-142 · saw-161
streiblen taig
Gehört zur Wortfamilie Straube/Strauben - ein dünnflüssiger, gießfähiger Teig für in Fett gebackenes Spritzgebäck, kein Strudelteig (der wird von Hand elasti… Frühneuhochdeutsch wo10-095 · wo10-096 · wo10-099
streiblentaig
Gemeint ist ein Teig wie für Struben, ein dünner, in Schmalz ausgebackener Fladenteig, wie er auch anderswo im Buch vorkommt. Frühneuhochdeutsch saw-144 · saw-154
streiblin taig
Ein „streiblin taig“ ist ein dünnflüssiger, gießbarer Ausbackteig für Strauben (Schmalzgebäck) - im selben Buch (wo10-090) eigens so erklärt. Frühneuhochdeutsch wo10-090 · wo10-097
streich es durch
Durch ein feines Sieb oder Tuch streichen, bis die Brotbrühe fein und glatt ist. Frühneuhochdeutsch mon-168 · rum-0731
streich sie durch
Durchstreichen, also passieren. Frühneuhochdeutsch rum-0152 · rum-0842 · rum-1803
streybla dayg
Der Vergleichsteig zum Sträublein - einem im Buch mehrfach genannten, dünnflüssigen Ausbackteig für Spritzgebäck. Frühneuhochdeutsch phw-090 · phw-109 · phw-111
streyblin dayg
Ein Sträublein-Teig ist im Buch sonst ein dünnflüssiger Teig, der zu Spiralen gespritzt und in heißem Fett ausgebacken wird (vgl. Frühneuhochdeutsch phw-092 · phw-102
stro
Stroh Frühneuhochdeutsch ka1-065 · kkm-029
Struben
‚Struben‘ sind ein dünnflüssiger, in heißem Fett ausgebackener Teig - eher ein Ausbackteig/Trichterkuchen als ein geformter Krapfenteig. Frühneuhochdeutsch / Rheinfränkisch ka1-038 · ka1-039 · ka1-080
struczel
Lange, dünne Teigstreifen oder kleine Teigstücke, nicht im Sinne eines modernen Strudels. Frühneuhochdeutsch b4-214 · ka2-007 · m5919-052
strutto
Schweineschmalz Frühitalienisch / Toskanisches Volgare ant-051 · mar-031 · mar-097
strutzel
Ein ‚Strudel‘, ein Gebäck aus gerolltem Teig mit Füllung, das hier als Formvorlage dient. Frühneuhochdeutsch ka1-077 · ka1-078
stunt
Mittelhochdeutsch für 'Mal' (Häufigkeit), nicht für 'Stunde'. Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch n2-014 · wbd-004
stup
Von ‚stoßen' = stampfen/zerstoßen, hier zu einer feinen Farce. Frühneuhochdeutsch m5919-002 · phw-139
stupp es woll ab
‚Bepudere es gut'. Frühneuhochdeutsch mon-067 · mon-208
stupt gnug
Wörtlich 'stopf genug', hier im Sinne von 'würze ausreichend' oder 'gib genug Gewürz hinzu'. Frühneuhochdeutsch m5919-048 · m5919-100
Stör
Das Tier steht nicht in der Zeile, sondern in der Kapitelüberschrift „Von Stören groß und klein“; das Karpfenblut ist nur Zutat der Sauce. Frühneuhochdeutsch rum-0878 · rum-0882
stüp
Ein Imperativ des Verbs ‚stoßen‘ oder ‚zerstoßen‘, hier im Sinne von ‚mahlen‘ oder ‚pulverisieren‘, bezogen auf den Safran. Frühneuhochdeutsch std-117 · std-290
stüps
Kurzform von 'stößt' oder 'streut', hier im Sinne von 'streue'. Frühneuhochdeutsch std-055 · std-084 · std-127
Suben
Sieben. Frühneuhochdeutsch b4-208 · phw-177 · phw-216
suben brye
Eine klare Brühe, hier als Alternative zu Süßwein. Frühneuhochdeutsch phw-059 · phw-070
succre
Zucker Moyen Français men-228 · via-175
sucho d'aranci
Orangensaft Frühitalienisch mar-090 · mar-091
suco d'aranci
Orangensaft Frühitalienisch mar-217 · mar-224
suco di naranci
Orangensaft Frühitalienisch mar-185 · mar-195 · mar-205
Sudt auffthun
Einmal aufkochen lassen. Frühneuhochdeutsch rum-0598 · rum-0607 · rum-0661
suesse milch
„Süße Milch“ meint frische, ungesäuerte Milch, nicht mit Zucker gesüßte Milch. Frühneuhochdeutsch w1-061 · w1-152
suesz milich
'Süße Milch' meint hier frische, ungesäuerte Milch im Gegensatz zur sauren/dicken Milch - nicht mit Zucker gesüßte Milch. Frühneuhochdeutsch mha-033 · mha-034
suezze milch
„Süße Milch“ meint frische, ungesäuerte Milch im Gegensatz zu saurer Milch, nicht mit Zucker gesüßte Milch. Frühneuhochdeutsch w1-065 · w1-121
suezze milich
Süße Milch (Vollmilch, nicht sauer) Mittelhochdeutsch bgs-042 · bgs-065
Sugur cypre
Zypriotischer Zucker, galt als besonders rein und hochwertig. Mittelenglisch foc-040 · foc-096 · foc-116
sulcz
Sülze, Gallert, Aspik - in gelierter Brühe erstarrtes Gericht. Frühneuhochdeutsch b4-154 · b4-185 · b4-186
Sulcz visch
‚Gesülzter Fisch‘ oder ‚Fisch in Sülze‘. Frühneuhochdeutsch ka2-045 · m725-017 · mon-096
sulcze
Hier KEINE Gallerte, sondern eine würzige, sämige Sauce/Tunke zur Gans. Rheinfränkisch rfk-034 · rfk-036 · rfk-050
Sulczen
‚Sulczen‘ bezeichnet eine Sülze oder Gallerte, die durch das Auskochen kollagenreicher Teile (hier die Kalbsfüße) und anschließendes Erkalten entsteht. Frühneuhochdeutsch b4-238 · mon-046 · mon-220
sullcz
Sülze, geliert-feste Masse, hier aus Fischschuppen-Gelatine statt aus Fleischbrühe. Frühneuhochdeutsch mha-012 · mha-165 · mha-191
Sultz
Hier das Substantiv: eine gelierte, kalt servierte Speise, in diesem Fall Fischstücke in Safranwein-Gelee. Frühneuhochdeutsch ka1-068 · ka1-069 · ka1-071
sulz
Bezeichnet hier eine ‚Sülze‘ oder ‚Gallerte‘, also ein Gericht, das durch Gelierung fest wird. Frühneuhochdeutsch mon-055 · mon-097
Sumer
Der Sommer, hier als Endpunkt der Lagerung, da die warmen Temperaturen die Haltbarkeit ohne Kühlung stark einschränkten. Frühneuhochdeutsch b4-237 · w1-239
sunen
Die Sonne. Frühneuhochdeutsch so1-118 · so1-124
suppel
Sauce - eine flüssige Beilage, hier aus süßem Wein. Frühneuhochdeutsch b4-009 · w1-010
suppem
Im Kontext dieses Rezepts ist 'suppem' der Kochsud oder eine dünne Sauce, in der die Knödel gegart werden. Frühneuhochdeutsch w1-053 · w1-069 · w1-148
Suppen
Meint hier eine dickliche Würzsauce, nicht eine Suppe im heutigen Sinn. Frühneuhochdeutsch b4-143 · mha-202 · mon-025
suppenseihelin
Ein kleines Sieb, ähnlich einem modernen Suppensieb, zum Passieren des Teiges für eine glatte Konsistenz. Frühneuhochdeutsch wo10-076 · wo10-108
sutt
Ein ‚Sutt‘ bezeichnet einen kurzen Aufkochvorgang oder das einmalige Sieden. Frühneuhochdeutsch phw-174 · phw-203
swais
Das Blut des Hechts, das der Füllung eine braune Farbe verleihen soll. Frühneuhochdeutsch b4-013 · b4-080 · b4-155
Swaiss
Das mittelhochdeutsche Wort ‚Swaiss‘ bezeichnet hier das Blut des geschlachteten Tieres, das für die weitere Zubereitung aufgefangen wird. Frühneuhochdeutsch b4-238 · mha-210 · mha-251
swaiz
Das Blut des Hasen. Frühneuhochdeutsch b4-077 · b4-152
Swammen
Schwämme - dienten zum Bestreichen/Benetzen der Speise mit Ei und Schmalz beim Rösten. Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch b4-118 · bgs-027
swarcz
Beschreibt die dunkle, fast schwarze Farbe des in Öl gerösteten Mehls - sie zeigt an, dass Röstung und Bindung weit genug fortgeschritten sind. Frühneuhochdeutsch b4-121 · b4-209 · w1-052
Swarczen pheffer
Im Rezeptkorpus dieser Zeit oft der Name einer eigenen, mit geröstetem Brot gebundenen und kräftig gepfefferten Würzsauce, nicht bloß gemahlener Pfeffer als… Frühneuhochdeutsch b4-125 · w1-130
swell
Den Reis quellen lassen, bis er sich verarbeiten lässt. Frühneuhochdeutsch b4-084 · b4-149
swyng
Verquirlen, schlagen - hier das Eigelb in die heiße Milch einrühren. Mittelenglisch foc-038 · foc-039
syblin
Ein Diminutiv von ‚Sieb‘, also ein kleines Sieb. Frühneuhochdeutsch phw-018 · phw-093 · phw-140
syeden
Erneutes Aufkochen der Sauce. Frühneuhochdeutsch mst-008 · phw-183 · phw-208
syedenn
Sieden, also langsam kochen oder köcheln lassen. Frühneuhochdeutsch phw-013 · phw-042 · phw-045
syes
Frühneuhochdeutsch für ‚süß‘. Frühneuhochdeutsch phw-188 · phw-206
syesen wein
Süßer Wein, der dem Gericht eine süß-saure Note verleiht. Frühneuhochdeutsch phw-037 · phw-055 · phw-076
syesenn buder
Süße Butter ist frische, ungesalzene Butter. Frühneuhochdeutsch phw-083 · phw-086
syttig
Bedeutet ‚sachte‘ oder ‚langsam‘, also bei milder, gleichmäßiger Hitze backen. Frühneuhochdeutsch phw-029 · phw-074 · phw-100
syttig bachen
‚Syttig bachen‘ bedeutet, die Pastete sachte oder langsam zu backen, um ein gleichmäßiges Garen und eine schöne Textur zu erzielen. Frühneuhochdeutsch phw-073 · phw-116
syttig bachenn
Bedeutet ‘sachte backen’, also bei milder, gleichmäßiger Hitze, damit das Gebäck durchgart und nicht verbrennt. Frühneuhochdeutsch phw-044 · phw-068 · phw-072
syttlich
„Sachte“ oder „langsam“, bezieht sich auf eine milde, gleichmäßige Backtemperatur. Frühneuhochdeutsch phw-017 · phw-026 · phw-032
süpplin
Ein ‚Süpplein‘ ist eine kleine, oft sämige Sauce oder Brühe. Frühneuhochdeutsch std-035 · std-046 · std-100
tagliero
Schneidebrett / Brett Frühitalienisch mar-131 · mar-165 · mar-171
taiglin
Kleiner Teig, hier als Klebe- und Verschlussmasse verwendet, mit Wein angerührt, um den Brotdeckel wieder zu befestigen. Frühneuhochdeutsch saw-056 · saw-100 · saw-114
talentum
Ein ‚talentum‘ war im Mittelalter eine Gewichtseinheit, die in diesem Kontext einem Pfund (ca. Frühneuhochdeutsch mon-224 · mon-227 · mon-231
tanches
Schleien. Moyen Français men-247 · men-251
tattel koren
Datteln, hier ganz verwendet und der Länge nach aufgeschnitten als Garnitur. Frühneuhochdeutsch mha-205 · mha-208
Tauben
Gemeint sind Haustauben. Frühneuhochdeutsch rum-0779 · rum-0781 · rum-0782
tegamo
Pfanne oder Backform Mittellatein boc-017 · boc-030 · boc-034
teiglin
Ein dünner Teig, hier als Hülle für die Spieße. Frühneuhochdeutsch kkm-048 · kkm-075
Teigpfann
Die mit Teig ausgekleidete Pfanne - die essbare Teigschale. Frühneuhochdeutsch kkm-088 · kkm-089
temper
Vermischen, anrühren Mittelenglisch foc-013 · foc-043
temper it up
Anrühren, vermischen Mittelenglisch foc-022 · foc-028 · foc-138
temperiern
In diesem Kontext: etwas mischen, zubereiten oder abstimmen - kein moderner Fachbegriff. Frühneuhochdeutsch so1-131 · std-018
temperir
Lateinisches Lehnwort (von ‚temperare‘) für ‚vermengen, vermischen‘. Frühneuhochdeutsch b4-175 · b4-177 · b4-258
temperirs
Gut vermischen/verrühren. Frühneuhochdeutsch b4-109 · kkm-056 · kkm-078
tempo di carne
Zeit, in der Fleisch gegessen werden darf (außerhalb der Fastenzeit). Frühitalienisch mar-079 · mar-098
tenca
Schleie Frühitalienisch mar-143 · mar-254
Tenches
Schleien, ein Süßwasserfisch, der für sein festes Fleisch geschätzt wird. Mittelenglisch foc-100 · foc-116
tenoise
Eine historische Senfsorte, benannt nach Tain-l'Hermitage Moyen Français men-225 · men-232
teste
Kopf Moyen Français men-015 · men-157 · men-265
testi
Irdene Backglocken oder Töpfe, die über und unter Glut erhitzt werden und so eine Rundumhitze wie im Ofen erzeugen - die übliche Backmethode ohne gemauerten… Toskanisches Volgare ant-064 · ant-068 · ant-082
tetta di vitella
Kalbseuter, eine mittelalterliche Delikatesse. Frühitalienisch mar-126 · mar-132 · mar-133
thuech
Ein feines Tuch zum Passieren der Masse, um eine glatte Konsistenz zu erzielen. Frühneuhochdeutsch ri15632-027 · ri15632-042
tincken
Schleie (Tinca tinca), zäher Süßwasserfisch mit fester Haut - daher das Vorab-Brühen zum Häuten. Mittelniederländisch wes-007 · wes-051
tinne
Schwäbisch-alemannisches Wort für eine flache Schüssel oder einen Napf, in dem der Teig angerührt wird. Frühneuhochdeutsch saw-142 · saw-196
toille
Leinenstoff Moyen Français men-206 · men-318
Topanicz
Von CoReMA sachlich als 'Sauce' verzeichnet - ein allgemeiner Name für eine gebundene, gewürzte Begleitsauce, kein Eigenname für eine bestimmte Rezeptur. Frühneuhochdeutsch b4-091 · m5919-032
topenek
Geröstete Brotwürfel, Croutons Frühneuzeitliches Tschechisch sev-012 · sev-050 · sev-061
topenku
Getrocknete Scheibe Weißbrot; dient hier als Bindemittel der Sauce (mittelalterliche Brotbindung). Frühneuzeitliches Tschechisch sev-017 · sev-035
topenky
Wörtlich ‚Getoastetes' oder ‚Gebratenes', hier Brotscheiben. Frühneuzeitliches Tschechisch sev-015 · sev-025 · sev-040
topfen
Bezeichnet Quark oder Frischkäse, der in süddeutschen und österreichischen Dialekten bis heute als ‚Topfen' bekannt ist. Frühneuhochdeutsch ka2-001 · ri15632-051
toph von taig
Ein „Topf aus Teig“ ist eine mittelalterliche Form der Pastete oder des Pies, bei der der Teig selbst die Form des Kochgefäßes bildet und die Füllung umschli… Frühneuhochdeutsch b4-225 · w1-227
torta
Torte, hier im Sinne eines dicken Fladens oder einer Frittata Frühitalienisch / Frühneuhochdeutsch mar-072 · mar-144 · saw-176
torta biancha
Weiße Torte (ein anderes Rezept im Kochbuch) Frühitalienisch mar-131 · mar-133 · mar-135
tortam
Hier kein gebackener Teigkuchen: der Text nennt weder Teig noch Backen. Mittellatein boc-029 · boc-037
torte
Hier flache, in der Pfanne gebackene Pasteten - nicht süße Kuchen. Frühitalienisch / Frühneuhochdeutsch mar-009 · std-054
Torten
Eine 'Torte' meint hier eine flache, gebackene Speise aus Teig mit Fülle, nicht das heutige mehrstöckige Sahnegebäck. Frühneuhochdeutsch mst-016 · saw-070 · saw-073
tortenpfanen
Die Kuchen- oder Tortenform, in der das Gebäck gebacken wurde. Frühneuhochdeutsch saw-089 · saw-122 · saw-123
tortenpfannen
Eine kleine, flache Pfanne, wie sie zum Backen von dünnen Fladen oder Torten verwendet wurde. Frühneuhochdeutsch saw-143 · saw-144
tostees
Geröstetes Brot Moyen Français men-152 · men-284
totern
Eigelb Mittelhochdeutsch bgs-024 · bgs-042
totter
Eigelb. Frühneuhochdeutsch m5919-021 · m5919-070 · mha-029
tournesot
Lackmuskraut (Chrozophora tinctoria), eine Pflanze, die einen blauen Farbstoff liefert und im Mittelalter häufig zum Färben von Speisen verwendet wurde. Moyen Français men-252 · men-259
trachter
Trichter. Frühneuhochdeutsch mha-260 · saw-002 · saw-002a
trachterlin
Ein kleines Trichterlein oder Trichter. Frühneuhochdeutsch wo10-046 · wo10-052 · wo10-066
traire
Herausnehmen Moyen Français men-253 · men-352
trape
Pastetenform, Pastetenkapsel Mittelenglisch foc-148 · foc-149 · foc-151
treffs
Tröpfeln, hier im Sinne von mit Bratfett übergießen, um das Fleisch während des Bratens saftig zu halten und eine schöne Kruste zu fördern. Frühneuhochdeutsch mst-072 · mst-077
treib ein Pasteten auff
Den Teig zur freistehenden Pastetenwand hochziehen. Frühneuhochdeutsch rum-0126 · rum-0312 · rum-0930
treib es durch
Passiere die Masse durch ein feines Sieb oder Tuch, um eine glatte Konsistenz zu erhalten. Frühneuhochdeutsch kkm-070 · mha-053
treib es durch ein Tuch
die Brühe durch ein Tuch passieren - klärt sie für ein durchsichtiges Aspik. Frühneuhochdeutsch kkm-035 · kkm-041
treib es mit Eyern ab
Abtreiben heißt hier anrühren: das gekochte Hirn mit Eiern verrühren. Frühneuhochdeutsch rum-0247 · rum-0359 · rum-0684
trepfflin
Kleines Tröpfchen, eine sehr geringe Menge. Frühneuhochdeutsch saw-085 · saw-098
trible
Ein Sieb oder eine grobe Reibe. Moyen Français men-327 · via-048
Trieget
Ein Sirup, oft aus Honig oder Früchten hergestellt, der zum Süßen oder als Garnitur verwendet wurde. Frühneuhochdeutsch std-069 · std-170 · std-176
trinkel
Historisches Flüssigkeitsmaß (Trinkmaß/Becher), hier der einzige Mengen-Anker für den Wein. Frühneuhochdeutsch teg-026 · teg-046
triperie
Kuttler, Innereienhändler, Metzger Moyen Français men-013 · men-018
trippes
Allgemeiner Begriff für Innereien oder Eingeweide. Moyen Français men-265 · men-339
tritail
Hier im Sinn von 'Drittel' zu lesen: ein Drittel Essig neben zwei Teilen Wasser als Sudverhältnis. Frühneuhochdeutsch saw-007a · saw-023
trubel
Mittelhochdeutsch/frühneuhochdeutsch für Weintrauben (auch 'trübel'). Frühneuhochdeutsch alb-011 · wbd-001
trucken
Trocken, also ohne Sauce angerichtet. Frühneuhochdeutsch kkm-059 · mha-032 · mha-098
trucken ab
Trocken absieden: den Fisch gar sieden und ohne Brühe weiterverarbeiten, wie in den benachbarten Hecht- und Forellen-Nummern. Frühneuhochdeutsch rum-0975 · rum-1006
Trucken abgesotten fein blaw
Überschrift der Nummer: trocken abgesotten, schön blau. Frühneuhochdeutsch rum-0944 · rum-0963
trucken einsieden
Einkochen, bis kaum Flüssigkeit übrig ist. Frühneuhochdeutsch rum-0051 · rum-0071
trucken geben
Trocken auftragen, also ohne Sauce. Frühneuhochdeutsch rum-0401 · rum-0521
trucken oder naß
Zwei Servierarten - abgetropft ("trocken", dann üppig mit Ingwer bestreut) oder mit dem Sud ("nass"). Frühneuhochdeutsch ka1-002 · kkm-001
trucken werden
Trocken werden lassen, also die nasse Haut nach dem kalten Wasser abtrocknen lassen. Frühneuhochdeutsch rum-0270 · rum-0394
trukch es aus
Drücke die gestampfte Masse durch ein Tuch oder Sieb, um den Saft oder die flüssige Würze zu gewinnen. Frühneuhochdeutsch b4-261 · b4-262 · b4-263
trusen
Der Bodensatz beziehungsweise die Hefe, die sich am Boden des Weinfasses absetzt. Frühneuhochdeutsch wbd-011 · wbd-012 · wbd-021
tuch
Ein Tuch zum Passieren. Frühneuhochdeutsch b4-042 · b4-192 · k1-155
tuchlin
Ein kleines Tuch; nach einer CoReMA-Sachglosse ein Käsetuch (siehe ausgewiesene Lesart-Entscheidung). Frühneuhochdeutsch k1-158 · so1-120
tue dem als dem vorigen
Verweis auf das unmittelbar vorangehende Rezept in der Handschrift (b4-005), das selbst auf b4-004 verweist - dort ist die volle Technik beschrieben: Masse a… Frühneuhochdeutsch b4-006 · w1-007
tuech
Tuch zum zweimaligen Seihen des gestoßenen und gewaschenen Hanfs. Frühneuhochdeutsch b4-014 · b4-054 · b4-110
tunst
Dampf/Dunst, der beim Kochen im geschlossenen Topf nicht entweichen soll. Frühneuhochdeutsch mha-224 · mha-256 · mha-259
tuoch
Tuch, hier zum Abtropfen der Mandelmasse Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch alb-023 · bgs-074 · ka1-055
Turtelet
Verkleinerung zu Turte (Torte, damals allgemein Kuchen, Gebäck). Frühneuhochdeutsch rum-0697 · rum-0903
turten
Gebackene Torte/Pastete in einer Teigschale. Frühneuhochdeutsch alb-011 · kkm-088 · kkm-089
Turten Pfannen
Tortenpfanne: flache Pfanne oder Form, in der man Torten bäckt. Frühneuhochdeutsch rum-0201 · rum-0413 · rum-0971
Turtenpfannen
Tortenpfanne, eine Pfanne zum Tortenbacken. Frühneuhochdeutsch rum-0608 · rum-0697 · rum-0903
turtres
Turteltauben Moyen Français men-330 · men-342
tuter
Der ‚Eidotter‘, also das Eigelb. Frühneuhochdeutsch w1-077 · w1-083 · w1-101
twierel
Ein Quirl zum Verschlagen von Milch und Eiern. Frühneuhochdeutsch b4-107 · w1-112
uille
Pflanzenöl, meist Olivenöl oder Hanföl. Moyen Français men-260 · men-268
Uimb
Verlesenes anlautendes N: die zweite Druckausgabe des Werks (Augsburg 1569) liest an dieser Stelle ‚Nimb‘ (Nimm). Frühneuhochdeutsch std-079 · std-117
una manu
"eine Hand" - ungefähres Maß: handbreite Stücke. Frühitalienisch mar-228 · mar-261
une onde
Einmal, eine Welle (im Sinne von einmal aufkochen). Moyen Français men-064 · men-113
ung seul boullon
Ein einziges Aufkochen, einmal aufwallen lassen. Moyen Français men-130 · men-292
ut prius
‚wie zuvor‘ - Verweis auf die im Buch zuvor beschriebene Standardmethode, Geflügel vorzukochen. Mittellatein boc-007 · boc-017
uua passa
Rosinen Mittellatein boc-036 · boc-079
uva passa
Rosinen Frühitalienisch / Mittellatein boc-030 · mar-005 · mar-021
vaersel
Füllung, Farce Mittelniederländisch wes-003 · wes-060
vaersele voorseit
„Die zuvor genannte Farce" - die Universalfüllung aus wes-003 (Hammelfleisch, gekochte Eier, Gewürze), die dort eigens für „zwijnen beene" (Schweinefüße) vor… Mittelniederländisch wes-004 · wes-005
vaist
fett Frühneuhochdeutsch b4-022 · b4-023 · b4-087
vaist vleisch
‚Fettes Fleisch‘ wird hier als Geschmacksträger und für die Saftigkeit der Füllung verwendet. Frühneuhochdeutsch w1-168 · w1-180
vaisten
Tierisches Schmalz, hier zum Rösten der Vögel verwendet. Frühneuhochdeutsch b4-210 · w1-158
vaisten fleisch
Fettes Fleisch, das als Geschmacksträger und Bindemittel dient. Frühneuhochdeutsch b4-219 · b4-220
vaister prue
Eine fettreiche Brühe, die als Geschmacksträger dient und dem Gericht eine sämige Konsistenz verleiht. Frühneuhochdeutsch b4-243 · mha-068 · w1-245
vaistne
Fett bzw. Frühneuhochdeutsch mha-190 · mha-196
vaists
Fett bzw. Frühneuhochdeutsch b4-014 · b4-158 · b4-160
vajce
Eier Frühneuzeitliches Tschechisch sev-036 · sev-101
varb
Lebensmittelfarbe, hier aus natürlichen Blüten gewonnen. Frühneuhochdeutsch b4-128 · b4-206 · b4-208
varib
Mittelhochdeutsch für ‚Farbe‘. Frühneuhochdeutsch mon-100 · mon-105 · mon-236
Varnuze
Buchtypischer Begriff für ein gekochtes, eingedicktes Mus; vgl. Frühneuzeitliches Tschechisch sev-205 · sev-206 · sev-207
varolo
Barsch. Frühitalienisch mar-201 · mar-202
vas
Fass, ein großes Holzgefäß zur Lagerung von Flüssigkeiten. Frühneuhochdeutsch b4-202 · b4-266 · w1-206
vassel
Ein kleines Fass, das zur Lagerung des gepökelten Fleisches und der Salzlake dient. Frühneuhochdeutsch b4-237 · mon-187
vast
Bedeutet hier ‚fest‘ oder ‚dicht‘. Frühneuhochdeutsch phw-233 · phw-242 · w1-238
vast tag
Fastentag - an solchen Tagen waren Eier und Fleisch untersagt. Frühneuhochdeutsch b4-085 · mha-129 · mha-194
vastag
Ein Fastentag, an dem der Verzehr von Fleisch, Eiern und Milchprodukten (je nach Fastenregel) verboten war. Frühneuhochdeutsch m5919-097 · w1-013 · w1-089
Vasten
Fastenzeit Frühneuhochdeutsch b4-047 · b4-118 · b4-211
Vasten kraphen
Ein Krapfen ist ein in Fett ausgebackenes Gebäck. Frühneuhochdeutsch b4-231 · w1-236
vber Laſaurten hafen
Hafen bedeutet hier einen glasierten Tonkochtopf. Frühneuhochdeutsch std-004 · std-230
vberquell
„Überquellen“ heißt kurz in kochendem Wasser überbrühen, damit Blut und Schaum abgehen. Frühneuhochdeutsch rum-0149 · rum-0550
vberzindt
Überzinnt, also innen verzinnt: ein Kessel mit Zinnüberzug. Frühneuhochdeutsch rum-0861 · rum-0904
vberzinten Fischkessel
Ein innen verzinnter Kessel, wie er sonst für Fisch gebraucht wird. Frühneuhochdeutsch rum-0017 · rum-0036 · rum-0043
vberzinten Kessel
überzinnt = mit Zinn überzogen, verzinnt. Frühneuhochdeutsch rum-0091 · rum-0549
vberzintes Fischkesselein
Ein kleiner, innen verzinnter Fischkessel. Frühneuhochdeutsch rum-0112 · rum-0119 · rum-0136
vberzogenen Confect
Mit Zucker überzogenes Zuckerwerk; welche Sorte, sagt Rumpolt nicht. Frühneuhochdeutsch rum-0400 · rum-0698
vegellen
Kleine Vögel bzw. Frühneuhochdeutsch saw-009 · saw-114
veist
fett, reichhaltig, schmalzig Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch bgs-040 · koe-007
venoison
Wildbret, Wildfleisch Moyen Français men-015 · men-206 · via-175
verb
‚Verb‘ bedeutet hier ‚färbe es‘. Frühneuhochdeutsch b4-133 · b4-213 · w1-046
verbe isz
‚Färbe es‘ - vermutlich mit Safran (auch geschmacklich passend); siehe Speisefarben. Rheinfränkisch rfk-042 · rfk-046 · rfk-053
verbs
Kurzform von 'verwe es' = 'färbe es', eine Standardformel in mittelalterlichen Rezepten für das Einfärben mit Safran. Frühneuhochdeutsch b4-011 · b4-153 · b4-186
verfaum
Abschäumen: den Schaum von der Oberfläche der siedenden Brühe abnehmen. Frühneuhochdeutsch rum-0002 · rum-0070 · rum-0469
verfaum es wol
Den beim Sieden entstehenden Schaum gründlich abschöpfen. Frühneuhochdeutsch rum-0053 · rum-0586
Vergay
Grünlich, von 'vert' (grün). Moyen Français men-124 · men-244 · men-277
vergeren
Vergären, fermentieren. Frühneuhochdeutsch mst-126 · mst-136
vergulden
Vergolden - das Anbringen von Blattgold auf Speisen als Zeichen von Reichtum und Status. Frühneuhochdeutsch std-111 · std-115
Vergülden
mit Blattgold verzieren - luxuriöse Präsentation der Schautafel. Frühneuhochdeutsch kkm-025 · kkm-042 · kkm-077
verions
Verjus, Saft unreifer Trauben. Mittelenglisch foc-132 · foc-133 · foc-152
verious
Verjus (Saft unreifer Trauben) Mittelenglisch foc-012 · foc-046 · foc-088
Verjus
Saft unreifer Weintrauben, der als Säuerungsmittel verwendet wird. Moyen Français men-259 · via-139
verkeren
Sich verkehren, hier: der Wein beginnt zu verderben, kippt um, wird sauer oder faulig. Frühneuhochdeutsch wbd-012 · wbd-013 · wbd-014
verleuret
„verliert“: Der Speck soll so fein gehackt werden, dass er in der Masse nicht mehr als Stückchen zu sehen ist. Frühneuhochdeutsch rum-0186 · rum-0675
vermeil
rot Moyen Français men-319 · men-337
versalcz in nicht
Warnhinweis am Ende: nicht übersalzen. Frühneuhochdeutsch b4-031 · w1-032
versalcz nicht
Achte darauf, es nicht zu versalzen. Frühneuhochdeutsch b4-035 · b4-036 · b4-041
versalcz nit
‚Versalze es nicht.‘ Eine in mittelalterlichen Rezepten verbreitete Schlussformel, die zeigt, dass auch süße Speisen eine Prise Salz vertragen konnten, aber… Frühneuhochdeutsch mon-023 · mon-087 · mon-116
versalczen
Das Verb 'versalzen' beschreibt den Zustand des Essens, das zu viel Salz enthält. Frühneuhochdeutsch mon-065 · mon-171
versaltz
Nicht übersalzen. Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch bgs-055 · bgs-087 · saw-152
versaltz es nicht
„Versalze es nicht“: nicht zu viel Salz nehmen. Frühneuhochdeutsch kkm-086 · rum-0072 · rum-0914
versaltz nicht
Nicht zu stark salzen. Frühneuhochdeutsch kkm-081 · m5919-024 · ri15632-026
versaltzen
Versalzen. Frühneuhochdeutsch rum-0039 · rum-0407 · rum-0900
versaltzez niht
versalze es nicht - die abschließende Mahnung des Rezepts Mittelhochdeutsch bgs-004 · bgs-019
versieden
Verkochen oder zu lange garen. Frühneuhochdeutsch kkm-091 · rum-0039 · rum-0194
versiedest
Zerkochst, zu lange siedest. Frühneuhochdeutsch rum-0146 · rum-0313 · rum-0402
versotten
Bedeutet ‚verkocht‘ oder ‚zu lange gegart‘. Frühneuhochdeutsch rum-0057 · rum-0998
verspeil
verspeilen: mit Speilen, kleinen Holzspießchen, zustecken. Frühneuhochdeutsch b4-076 · meb-010 · rum-0200
vert ius
Verjus (Saft unreifer Trauben) Moyen Français via-002 · via-003 · via-018
vertius
Verjus, der Saft unreifer Weintrauben. Moyen Français via-070 · via-123 · via-149
vertjus
Saft unreifer Weintrauben Moyen Français men-014 · men-050 · men-056
vertjus d'ozeille
Verjus, der Saft unreifer Trauben, aromatisiert mit Sauerampfer. Moyen Français men-189 · men-213
vertjus de grain
Verjus aus Trauben, der Saft unreifer Weintrauben Moyen Français men-059 · men-097 · men-373
vertjus vieil
alter Verjus (Saft unreifer Trauben) Moyen Français men-222 · men-380
verwallen
Kurz aufkochen lassen, aufwallen. Mittelniederländisch wes-011 · wes-019 · wes-049
verzuso
Verjus, Saft unreifer Trauben Frühitalienisch mar-055 · mar-090
veszlin
Ein kleines Fass oder Fässchen, oft aus Holz, zur Lagerung von Flüssigkeiten oder Lebensmitteln. Frühneuhochdeutsch k1-004 · k1-156
veyal mues
Ein mit Veilchenblüten gefärbtes Morchelmus; die Blüten geben dem Gericht den Namen, obwohl Morcheln seine Substanz bilden. Frühneuhochdeutsch w1-137 · w1-138
Veygen
Feigen. Frühneuhochdeutsch b4-188 · mha-011 · ri15632-005
vierdung
Ein Viertel Pfund, also etwa 125 Gramm. Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch b4-062 · b4-122 · b4-156
vierteil kes
Ein Viertel(-Pfund) Käse, also etwa 125 g - 'Viertel' als Pfund-Bruchteil ist die übliche Mengenangabe des Buchs. Mittelhochdeutsch bgs-089 · bgs-091
viertheil weiß
In Viertel geschnitten. Frühneuhochdeutsch rum-0825 · rum-1561 · rum-1773
vieta
Mangold. Frühitalienisch mar-138 · mar-183
villanis
Bauern, einfache Leute - die ausdrücklich genannte Zielgruppe des Gerichts. Mittellatein boc-023 · boc-057
vin aigre
Sauerwein, ein saurer Wein oder Essig. Moyen Français via-033 · via-049 · via-070
vin vermeil
Rotwein Moyen Français men-179 · men-180 · via-002
vinaigre
Essig Moyen Français men-034 · men-055
virdung
Ein Vierdung war ein historisches Gewichtsmaß, etwa ein Viertel einer Mark, umgerechnet grob 55-65 Gramm. Frühneuhochdeutsch b4-032 · b4-157 · b4-190
virdunng
Eine historische Maßeinheit, die oft ein Viertel Pfund (ca. Frühneuhochdeutsch b4-015 · b4-048
visch schuppen
Fischschuppen. Frühneuhochdeutsch mha-165 · mha-215
Vmbgekehrte Miltz
Rumpolts Gerichtsname: Die Milz wird umgekehrt, gewürzt und wieder zurückgekehrt. Frühneuhochdeutsch rum-0109 · rum-0160 · rum-0232
Vmerdum
Eine im Mittelalter durch aufwendiges Einweichen, Zerstoßen und Waschen von Winterweizen gewonnene Stärke, die dann getrocknet wurde. Frühneuhochdeutsch std-257 · w1-033
vncz an dy stat
Eine mittelalterliche Redewendung, die bedeutet: ‚bis sie gar sind‘ oder ‚bis zum richtigen Garpunkt‘. Frühneuhochdeutsch w1-163 · w1-185
Vngerisch
„Auf ungarische Art“ ist Rumpolts eigene Herkunftsangabe. Frühneuhochdeutsch rum-0301 · rum-0506
Vngerische Braten
Rumpolts eigene Herkunftsangabe. Frühneuhochdeutsch rum-0125 · rum-0282 · rum-0433
Vngerische Pflaumen
Ungarische Pflaumen, eine Pflaumensorte. Frühneuhochdeutsch rum-0079 · rum-0209 · rum-0649
Vngerische Turten
„Ungarische Torte“, Rumpolts Bezeichnung. Frühneuhochdeutsch rum-0535 · rum-0680 · rum-1819
Vngerischen Herrn
Die ungarischen Herren. Frühneuhochdeutsch rum-0374 · rum-0671 · rum-0676
Vngerischen Pfeffer
„Pfeffer“ ist bei Rumpolt auch der Name einer angemachten Pfeffersoße; das Verb „geuß“ verlangt etwas Flüssiges. Frühneuhochdeutsch rum-0345 · rum-0349 · rum-1746
vnterwachsen
Durchwachsen, marmoriert: Fleisch, in dem Fett dazwischen gewachsen ist. Frühneuhochdeutsch rum-0011 · rum-0576
vnzerlassen
Nicht zerlassen, also nicht vorher geschmolzen. Frühneuhochdeutsch rum-0044 · rum-0111 · rum-0122
vnzerlassene Butter
Nicht ausgelassene, frische Butter. Frühneuhochdeutsch rum-0009 · rum-0016 · rum-0037
vnzerlassener Butter
Butter im festen Stück, wörtlich „nicht zerlassen“; ebenso in rum-0044 und rum-0009. Frühneuhochdeutsch rum-0025 · rum-0026 · rum-0047
vogel
Vermutlich der Keim (Hahnentritt) im Ei, der beim Durchsieben mit ausgesiebt werden soll - eine historische Sorgfaltsmaßnahme bei der Eiverarbeitung. Frühneuhochdeutsch mon-109 · saw-088 · std-075
vogelspeiß
Vogelspeise - eine lockere, custardartige Eier-Milch-Speise; der Name meint wohl die leichte, luftige Konsistenz. Frühneuhochdeutsch std-034 · std-055 · teg-033
Vogelſpeyß
Steif geschlagener, abgetropfter Eiweißschaum. Frühneuhochdeutsch std-063 · std-073
voirre
Glas Moyen Français men-319 · men-326
von den Beinen
Bein heißt hier Knochen: Das Fleisch der Brust wird von den Knochen gelöst. Frühneuhochdeutsch rum-0621 · rum-0648
von stundan
Sogleich, unverzüglich. Frühneuhochdeutsch rum-0403 · rum-0988
von stundt an
Sogleich, sofort. Frühneuhochdeutsch rum-0325 · rum-0911
vor gesalczen
Zuvor gesalzen. Frühneuhochdeutsch mon-072 · w1-174
vorhin
Vorher, zuvor: Die Keule hat schon vor dem Braten im Essig gelegen. Frühneuhochdeutsch rum-0158 · rum-0182 · rum-0286
vorhin vermeldet
„Vorher erwähnt“: Rumpolt verweist auf eine Zubereitung, die er früher im Buch beschrieben hat, statt sie zu wiederholen. Frühneuhochdeutsch rum-0227 · rum-0906
vorsieden
‚Vorsieden' bedeutet, etwas vorzukochen, bevor es weiterverarbeitet wird. Frühneuhochdeutsch b4-077 · w1-080
vrhab
Urhab ist ein bereits gärender Sauerteigansatz, der zum Säuern der Hafermasse dient. Frühneuhochdeutsch mha-169 · std-273
vvl
Die Füllung für den Hecht und seinen Magen. Frühneuhochdeutsch w1-005 · w1-014
vvll
Die Füllung oder Farce aus gehacktem Kalbfleisch und Gewürzen. Frühneuhochdeutsch w1-006 · w1-032 · w1-149
Wacholderbeer
Wacholderbeeren, die als Gewürz verwendet werden. Frühneuhochdeutsch rum-0039 · rum-0188 · rum-0867
wachs per
Diese Formulierung beschreibt die gewünschte Konsistenz des Senfs: dickflüssig und cremig wie weiches Wachs. Frühneuhochdeutsch b4-253 · w1-255
waelisch weinper
Italienische Rosinen, meist Korinthen oder Sultaninen, die über Handelswege aus dem Mittelmeerraum importiert wurden. Frühneuhochdeutsch mha-138 · mha-184
waich
Fnhd. Frühneuhochdeutsch mha-096 · mha-170
WAichen keas
Wörtlich ‚weicher Käse‘, vermutlich ein Frischkäse oder ein junger, milder Käse. Frühneuhochdeutsch b4-225 · w1-227
waikchen
Weich werden. Frühneuhochdeutsch b4-019 · b4-233
wal
Sud, Brühe Frühneuhochdeutsch / Mittelniederländisch so1-121 · wes-056
walczen
Eine Walze, also ein Nudelholz oder Rollholz, zum Ausrollen des Teiges. Frühneuhochdeutsch b4-222 · w1-224
walgelholtz
Dialektform für Wälgel- bzw. Frühneuhochdeutsch saw-161 · saw-180
Walger
Nudelholz, Teigrolle. Frühneuhochdeutsch rum-0104 · rum-0138 · rum-0199
walgla
Ein 'Walgla' ist ein Nudelholz, das zum Ausrollen des Teigs verwendet wird. Frühneuhochdeutsch phw-159 · phw-211
walisch nuss
Walnuss - 'welsch/walisch' bezeichnet hier die italienische bzw. Frühneuhochdeutsch mha-145 · mon-036 · mon-231
walisch wein
Welscher Wein, also importierter Wein aus romanischem (meist italienischem) Anbaugebiet. Frühneuhochdeutsch mon-039 · mon-123
wall
Aufwallen oder kochen. Frühneuhochdeutsch b4-195 · mha-135 · mon-264
wallsch wein
‚Welschwein' bezeichnete im Mittelalter Weine aus romanischen Ländern, oft leichte Weißweine. Frühneuhochdeutsch mha-021 · mha-036
walsch wein
Welscher (italienischer/südländischer) Wein - meist ein süßerer, kräftiger Importwein; nicht zu verwechseln mit ‚Weißwein'. Frühneuhochdeutsch ka2-017 · mon-003
warhait sechen
Wörtlich 'die Wahrheit sehen', die Pointe des Tricks: Der scheinbar ganze Kapaun im Glas entpuppt sich als gefüllte Haut. Frühneuhochdeutsch saw-002 · saw-002a
warm
Warm aufzutragen. Frühneuhochdeutsch rum-0187 · rum-1748
wastel
Feines Weißbrot aus gesiebtem Mehl - das Brot der Oberschicht. Mittelenglisch foc-114 · foc-155
wechlisch wein
Welscher Wein, neben Rumanier, Rainuol und Malvasier als Wahlmöglichkeit genannt. Frühneuhochdeutsch w1-078 · w1-120 · w1-192
wechlisch weinper
Wörtlich ‚welsche Weinbeeren‘, gemeint sind Rosinen aus romanischsprachigen Ländern, die als Importware galten. Frühneuhochdeutsch w1-172 · w1-254
wecholter
Wacholder (Juniperus communis). Frühneuhochdeutsch / Rheinfränkisch rfk-072 · wbd-015
Weck
Weißbrot. Frühneuhochdeutsch kkm-046 · kkm-075 · rum-0006
Weichsel Salsen
Sauerkirsch-Sauce, im selben Buch eigens beschrieben (kkm-102) - die süß-saure Begleitung zum Krebsfleisch. Frühneuhochdeutsch kkm-017 · kkm-106 · rum-0132
Weichseln
Weichseln, also Sauerkirschen (Prunus cerasus). Frühneuhochdeutsch m811-004 · mha-256 · mha-270
Weichselsalsen
Weichselsauce, eine Tunke aus Sauerkirschsaft. Frühneuhochdeutsch rum-0220 · rum-0375 · rum-0400
Weidewundt
Jägersprache: an den Eingeweiden verwundet, also in den Bauch geschossen (Adelung, Campe, DWB s. Frühneuhochdeutsch rum-0301 · rum-0314 · rum-0423
Weidwerck
Die Jagd. Frühneuhochdeutsch rum-0123 · rum-0339
wein
Der Text nennt keine Farbe, doch sie ergibt sich aus der eigenen Logik des Rezepts: Die fertige Sauce soll wahlweise rot (Sandel), grün (Ampfer) oder blau (K… Frühneuhochdeutsch b4-186 · wo10-001
wein ber
Getrocknete Weinbeeren, also Rosinen. Frühneuhochdeutsch phw-017 · phw-027 · phw-052
wein berla
Kleine Weinbeeren, also Rosinen. Frühneuhochdeutsch phw-038 · phw-067 · phw-072
wein berlach
Eine Variante für Weinbeeren, also Rosinen. Frühneuhochdeutsch phw-022 · phw-025 · phw-030
Weinbeer
Weintrauben. Frühneuhochdeutsch kkm-003 · kkm-027 · mst-090
weinbeerlen
Weinbeeren, hier meist getrocknete Rosinen gemeint. Frühneuhochdeutsch std-139 · std-142 · std-206
weinbeerlin
Kleine getrocknete Weinbeeren, also Rosinen - im Text als Alternative zu klein gehackten Zwiebeln genannt. Frühneuhochdeutsch std-028 · std-150
weinber
Rosinen, getrocknete Weinbeeren. Frühneuhochdeutsch koe-006 · koe-025 · koe-026
weinberlach
Rosinen, wörtlich 'Weinbeerlein'. Frühneuhochdeutsch saw-062 · saw-068 · saw-073
weinberlen
Kleine Weinbeeren, also Rosinen. Frühneuhochdeutsch saw-060 · saw-158 · saw-160
Weinberlin
Weinbeeren, hier vermutlich getrocknet als Rosinen. Frühneuhochdeutsch std-013 · std-031 · std-127
weinperen
Im Mittelalter waren mit ‚Weinbeeren‘ meist getrocknete Rosinen gemeint, nicht frische Weintrauben. Frühneuhochdeutsch b4-189 · b4-236 · mha-041
weissem Teig
Weißer Teig. Frühneuhochdeutsch rum-1734 · rum-1735 · rum-1742
weissen Ingwer
Weißer Ingwer meint vermutlich eine helle, geschälte oder getrocknete Ingwerqualität, im Unterschied zu dunklerem, ungeschältem Ingwer. Frühneuhochdeutsch b4-040 · b4-074 · w1-077
weixlen
Alte Bezeichnung für Sauerkirschen, auch Weichselkirschen genannt. Frühneuhochdeutsch mst-086 · mst-091 · mst-094
weiß
Eine helle, nicht gefärbte Zubereitung. Frühneuhochdeutsch rum-0663 · rum-0788 · rum-0887
weiß eyngemacht
eyngemacht heißt hier: in einer Sauce gegart, nicht konserviert. Frühneuhochdeutsch rum-0940 · rum-0977
weiß oder gelb
Rumpolt stellt die Farbe frei, nennt aber kein Farbmittel. Frühneuhochdeutsch rum-0188 · rum-0261 · rum-0381
Weiß saur
Weiß und sauer: eine helle, nicht gefärbte Sauce mit saurem Geschmack. Frühneuhochdeutsch rum-0872 · rum-0884
welg
Knete, walke. Frühneuhochdeutsch b4-086 · kkm-015
welgerholtz
Nudelholz oder Teigroller. Frühneuhochdeutsch kkm-074 · kkm-083 · kkm-086
welhisch wein
Welscher (italienischer/südländischer) Wein - meist ein süßerer, kräftiger Wein. Frühneuhochdeutsch b4-115 · m5919-014
welhisch weinper
Welsche Weinbeeren - Rosinen aus romanischsprachigen Ländern, hier Italien. Frühneuhochdeutsch b4-169 · b4-233 · b4-252
welhischen wein
'Welscher Wein' meint importierten Wein aus dem romanischsprachigen Süden, damals ein Statussymbol. Frühneuhochdeutsch b4-034 · b4-075
welhischen weinperen
Welsche Weinbeeren sind Rosinen, also getrocknete Weinbeeren, die aus romanischsprachigen Ländern importiert wurden. Frühneuhochdeutsch b4-219 · b4-220
wellen
Hier im Sinne von ‚kneten‘ oder ‚verarbeiten‘, sodass der Teig geschmeidig wird. Frühneuhochdeutsch m384-077 · mon-095
welsche nuß
Walnuss. Frühneuhochdeutsch phw-016 · phw-106 · rum-0096
wensten
Bauch-/Flankenfleisch (vom Schwein); fettreich und saftig - vgl. Mittelhochdeutsch bgs-087 · bgs-091 · bgs-093
werhafftig
Mittelhochdeutsch für 'widerstandsfähig, dauerhaft'. Frühneuhochdeutsch wbd-015 · wbd-016
weychsel
Sauerkirsche (Prunus cerasus), im Spätmittelalter meist mit Wein gekocht und durch ein Tuch passiert. Frühneuhochdeutsch b4-113 · b4-114 · mon-176
weyn ber
‚Weinbeeren‘ sind getrocknete Weintrauben, also Rosinen. Frühneuhochdeutsch phw-037 · phw-043
weyssen hunern
Das Königsberger Kochbuch enthält eine Reihe von Rezepten für ‚gebratene Hühner‘, die nach ihrer Farbe benannt sind (weiß, grün, schwarz, königlich). Frühneuhochdeutsch koe-025 · mon-221
weyxel
Weichsel, die Sauerkirsche. Frühneuhochdeutsch phw-036 · phw-051 · phw-052
weyxel seltz
Weichsel-Sülze ist ein Mus oder eine Paste aus Sauerkirschen (Weichseln), ähnlich der Latwerge. Frühneuhochdeutsch phw-095 · wo10-026
Weyxlen
Alte Bezeichnung für Kirschen, insbesondere Sauerkirschen. Frühneuhochdeutsch wo10-030 · wo10-037 · wo10-038
wheyze
Molke (whey), die ausgepresst und verworfen wird. Mittelenglisch foc-146 · foc-167
white grece
weißes Schmalz Mittelenglisch foc-020 · foc-035 · foc-113
whyte grece
Weißes, ausgelassenes Tierfett (Schmalz oder Talg) als Schmorfett. Mittelenglisch foc-018 · foc-046
Widerumb
Abermals, noch einmal: Das Rezept ist eine weitere Art, Rindfleisch in Pfeffer zu machen. Frühneuhochdeutsch rum-0068 · rum-0131 · rum-0177
wie ain suben
Diese Formulierung beschreibt die gewünschte Konsistenz der Flüssigkeit, die nach Zugabe von Salz und Schmalz entsteht - ähnlich einer dünnen Brühe oder Suppe. Frühneuhochdeutsch phw-104 · phw-117
wie oben steht
Verweist auf das unmittelbar vorangehende Rezept im selben Kapitel, das die Grundzubereitung (Äpfel schneiden, im Schmalz rösten) beschreibt und hier als bek… Frühneuhochdeutsch std-045 · std-048
wie von einem Hirsch
Zubereitet wie die Kutteln vom Hirsch. Frühneuhochdeutsch rum-0328 · rum-0369
wie vorhin vermeldt
Wie zuvor beschrieben. Frühneuhochdeutsch rum-0326 · rum-0483 · rum-0589
wie vorhin vermeldt ist
Verweis auf die Schlickkrapfen aus Kalbsnieren im Kalbskapitel, Kalb Nr. Frühneuhochdeutsch rum-0136 · rum-0235 · rum-0242
wie vorsteet
Diese Formulierung bedeutet ‚wie zuvor beschrieben‘ oder ‚wie üblich‘. Frühneuhochdeutsch wo10-044 · wo10-087
wie zuvor vermeldt ist
Im Schafkapitel steht kein Lebermus. Frühneuhochdeutsch rum-0470 · rum-0584
wieuor
‚Wie zuvor' - dies deutet darauf hin, dass die Zubereitung eines Mürbe- oder Hefeteigbodens als bekannt vorausgesetzt wird und in einem vorhergehenden Rezept… Frühneuhochdeutsch wo10-085 · wo10-106
wil bredt
Wildfleisch, hier als Oberbegriff für Fleisch von Wildtieren wie Reh, Hirsch oder Wildschwein. Frühneuhochdeutsch phw-064 · phw-228 · phw-229
wild
Hier vom mhd. Frühneuhochdeutsch b4-131 · mha-034 · mha-210
wildpraett
Vergleich der Konsistenz: die Sauce soll so dick sein wie ein Wildbret-Pfeffer (vgl. Frühneuhochdeutsch b4-160 · m384-025
wildpratt
Wildfleisch, also Fleisch von jagdbaren Tieren. Frühneuhochdeutsch b4-171 · b4-246 · m384-031
Wildpret
Wildbret, hier das Fleisch der Gams, die das Kapitel behandelt. Frühneuhochdeutsch rum-0071 · rum-0173 · rum-0435
willpraet
Wildbret, also Fleisch von Wildtieren wie Hirsch, Wildschwein oder Reh. Frühneuhochdeutsch mha-123 · mha-139
willpret
Wildfleisch, also Fleisch von jagdbaren Tieren. Frühneuhochdeutsch w1-187 · w1-248
wilpratt
Wildbret, also Fleisch von Wildtieren. Frühneuhochdeutsch m725-018 · mon-225 · mon-257
wilpret
Frühneuhochdeutsch für Wildbret, also Fleisch von Wildtieren. Frühneuhochdeutsch m5919-078 · w1-222
wiltprat
Mittelhochdeutsch für Wildbret, also Wildfleisch. Frühneuhochdeutsch ka2-016 · ka2-017 · ka2-019
wiltpratt
Wildfleisch, Wildbret. Frühneuhochdeutsch mon-072 · mon-079
win stain
Weinstein (Kaliumhydrogentartrat), das natürliche Salz aus der Weinbereitung - hier zum Säuern und Klären der Lake. Frühneuhochdeutsch ka1-092 · m384-007
winber
Weinbeeren, also Trauben Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch / Rheinfränkisch bgs-034 · ka1-002 · ka1-053
winbern
Weinbeeren - getrocknet die Rosinen; meint hier die süße Trockenfrucht-Variante. Frühneuhochdeutsch / Rheinfränkisch m384-018 · rfk-065
winstein
Weinstein ist Kaliumhydrogentartrat, ein Salz der Weinsäure, das sich als Nebenprodukt der Weinherstellung in Fässern absetzt. Frühneuhochdeutsch so1-126 · wbd-018
wirflot
Würfelig, in Würfel geschnitten (mhd. Frühneuhochdeutsch ka1-001 · ka1-013 · ka1-014
wisbrot
Weißbrot, das hier gerieben als Bindemittel und Füllstoff dient. Frühneuhochdeutsch alb-009 · alb-011
wiseln
Mittelhochdeutsch für Weichseln, eine Sorte Sauerkirschen. Mittelhochdeutsch bgs-083 · bgs-084
wol gequellt
Quellen heißt hier: in Wasser abkochen. Frühneuhochdeutsch rum-0427 · rum-0454
wol gesotten
Gut gekocht oder weich gesotten. Frühneuhochdeutsch ka1-046 · rum-0449
wolgeschmack
Wohlschmeckend. Frühneuhochdeutsch rum-0032 · rum-0039 · rum-0058
wolgeschmacker
Komparativ: wohlschmeckender. Frühneuhochdeutsch rum-0214 · rum-0604
wryuet
Reiben oder im Mörser zerstoßen. Mittelniederländisch wes-050 · wes-052
wuertze genuoc
Wörtlich 'genug Gewürze'. Mittelhochdeutsch bgs-079 · bgs-083
wurcz sy woll
Würze sie gut. Frühneuhochdeutsch m725-015 · m725-019
wurcze
Gewürze. Rheinfränkisch rfk-047 · rfk-064
wurczen
Allgemeines Wort für Gewürze. Frühneuhochdeutsch / Rheinfränkisch b4-230 · mha-153 · rfk-061
wurst
Hier als Vergleich für die Form des Teiges, der zu einer Rolle geformt wird. Frühneuhochdeutsch b4-184 · b4-212 · phw-211
wurtz
Allgemeine Bezeichnung für Gewürze. Frühneuhochdeutsch alb-007 · k1-002 · k1-009
wyne greke
Griechischer Wein, oft süß und stark Mittelenglisch foc-019 · foc-062 · foc-096
würtz
Gewürze, hier süßlich (Zimt, Ingwer, Nelke). Frühneuhochdeutsch kkm-022 · kkm-037 · kkm-053
yber se
Bestreuen, hier mit Zucker. Frühneuhochdeutsch phw-046 · phw-049
yber ses
Das Bestreuen der Gebäckröllchen mit Zucker. Frühneuhochdeutsch phw-038 · phw-125
yeren
Frühneuhochdeutsch für 'gären', den Prozess der alkoholischen Fermentation. Frühneuhochdeutsch so1-131 · wbd-004
yfere
zusammen Mittelenglisch foc-102 · foc-125
ygel
Ein „Igel“ ist hier ein Schaugericht, das in Form eines Igels präsentiert wird, nicht das Tier selbst. Frühneuhochdeutsch b4-036 · b4-037 · b4-038
ymynced
gehackt Mittelenglisch foc-106 · foc-107
yngeber
Ingwer. Mittelhochdeutsch bgs-004 · bgs-015
Ypocras
Hippocras, ein sehr beliebter mittelalterlicher Gewürzwein, oft mit Zimt, Ingwer und anderen Gewürzen aromatisiert. Mittelenglisch / Moyen Français foc-187 · via-173
ysode
gekocht Mittelenglisch foc-048 · foc-094 · foc-160
ysoden
gesotten, gekocht Mittelenglisch foc-139 · foc-189
ysope
Ysop, ein kräftig-bitteres, minzig-kampfriges Küchenkraut der mittelalterlichen Küche. Frühneuhochdeutsch / Mittelenglisch / Moyen Français foc-061 · ka1-090 · via-126
ysoppen
Ysop (Hyssopus officinalis), würzig-bitteres Klosterkraut, traditionell zu Suppen, Saucen, fetten Fleischspeisen. Frühneuhochdeutsch mha-041 · mha-194
yssues
Innereien. Moyen Français men-013 · men-018 · men-091
zafrano
Safran Frühitalienisch mar-022 · mar-038 · mar-048
zagel
Schwanz Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch b4-015 · b4-199 · bgs-018
zamen
Im Titel (‚Von zamen Romischen huner‘) steht zusätzlich ‚zamen‘ (zahm) - vermutlich zur Abgrenzung von Wildgeflügel gemeint, im laufenden Rezepttext aber nic… Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch bgs-077a · w1-160
Zanzarelli
Kleine, weiche Klößchen oder Eierstich-Nocken als Suppeneinlage. Frühitalienisch mar-047 · mar-048 · mar-050
Zastav koury
Wörtlich ‚halte die Hühner an‘, bedeutet hier ‚die Hühner vorbereiten‘ oder ‚dressieren‘, also küchenfertig machen. Frühneuzeitliches Tschechisch sev-042 · sev-043
zazvorem
Ingwer Frühneuzeitliches Tschechisch sev-019 · sev-038
zech
Bedeutet ‚zäh‘ oder ‚elastisch‘, beschreibt die gewünschte Konsistenz des Teiges. Frühneuhochdeutsch mst-068 · phw-017 · phw-104
zechen dayg
Ein zäher, fester Teig. Frühneuhochdeutsch phw-062 · phw-112
zemassen
Bedeutet 'in angemessenem Maß' - die Brühe soll moderat sauer sein, nicht übertrieben scharf abgeschmeckt. Frühneuhochdeutsch b4-109 · w1-201
Zemer
Ziemer, das Rückenstück vom Wild (Grimm: „rückenstück beim wild“). Frühneuhochdeutsch rum-0174 · rum-0175 · rum-0312
zenzevero
Ingwer Frühitalienisch mar-029 · mar-038 · mar-077
zenzevero biancho
Geschälter Ingwer - heller und milder, keine eigene Sorte. Frühitalienisch mar-045 · mar-101
Zerfahrens
Gerichtsname bei Rumpolt: fein gehacktes Fleisch mit Fett und Ei, in Brühe unter Rühren aufgekocht, weiß oder gelb. Frühneuhochdeutsch rum-0119 · rum-0140 · rum-0247
zerklopff
Zerklopfen = zerstoßen, in Stücke klopfen. Frühneuhochdeutsch rum-0011 · rum-0408
zerlassen
Hier: die Wurzel in der Brühe zergehen oder sich lösen lassen. Frühneuhochdeutsch rum-0045 · std-167
zerlaß
Hier: mit Flüssigkeit anrühren, verdünnen. Frühneuhochdeutsch rum-0205 · rum-0363 · rum-0544
zeuch sie eyn
Die Knödel in die siedende Brühe einziehen. Frühneuhochdeutsch rum-0610 · rum-0978
Zibeben
Große, getrocknete Weintrauben, die im Mittelalter als teurere und süßere Sorte von Rosinen galten. Frühneuhochdeutsch rum-0190 · std-050 · std-249
zieden
sieden, kochen Mittelniederländisch wes-006 · wes-016 · wes-023
ziegel
Ziegelsteine. Frühneuhochdeutsch b4-014 · b4-208 · mha-035
ziehe es durch ein Teiglin
Das gefüllte Oblatenpaket durch einen dünnen Teig aus Mehl und Wasser ziehen - eine Ausbackteig-Hülle, die das Paket beim Backen zusammenhält und bräunt. Frühneuhochdeutsch kkm-045 · kkm-046
zierlich
Hübsch, ansehnlich. Frühneuhochdeutsch rum-0017 · rum-0020 · rum-0196
zimerrerlach
Ausführliche Schreibweise desselben Wortes für Zimt, mit vorangestelltem 'Zimet'. Frühneuhochdeutsch saw-053 · saw-068 · saw-070
zimerrerlen
Schwäbisch-augsburgische Form von 'Zimmet-Röhrlein', den gerollten Zimtstangen - also schlicht Zimt, nicht 'Zimmer' oder 'Rohr'. Frühneuhochdeutsch saw-188 · saw-196
Zimet Rinden
Zimtrinde, die hier vermutlich grob zerstoßen oder gemahlen wird, um ihr Aroma freizusetzen. Frühneuhochdeutsch phw-238 · phw-240
Zimetblüh
Zimtblüte - die getrockneten Blütenknospen des Zimtbaums, feiner als Zimtrinde. Frühneuhochdeutsch kkm-073 · kkm-103
zimetRinden
Zimtrinde, die hier nicht nur würzt, sondern auch zum 'Heften' der Quittenhälften verwendet wird. Frühneuhochdeutsch mha-162 · wo10-007 · wo10-015
zimetrorlen
Zimtröllen. Frühneuhochdeutsch wo10-003 · wo10-020
Zinnschüssel
Eine Schüssel aus Zinn, im 16. Frühneuhochdeutsch std-015 · std-082
zinomey
Die Schreibweise ‚zinomey‘ ist eine regionale Variante für Zimt. Frühneuhochdeutsch w1-179 · w1-257 · w1-259
ziselin
Ein kleines Schälchen, in dem die Küchlein - eventuell mit Sauce - serviert wurden. Frühneuhochdeutsch kkm-005 · kkm-018
Zitwer
Eine Ingwerart (Curcuma zedoaria) mit einem bitter-würzigen, leicht kampferartigen Geschmack. Frühneuhochdeutsch std-249 · wo10-010
Ziweben
Zibeben: große, süße Kochrosinen, im ganzen Buch so bezeichnet. Frühneuhochdeutsch rum-0079 · rum-0209 · rum-0496
ziwiben
Zibeben, große getrocknete Weinbeeren, im Buch neben den kleineren 'weinber' (Rosinen) genannt. Frühneuhochdeutsch saw-005 · saw-007 · saw-093
zsekaj
zerhacken Frühneuzeitliches Tschechisch sev-008 · sev-101
zu massen
In angemessener Menge, nach Ermessen. Frühneuhochdeutsch b4-197 · w1-042 · w1-060
zubachen
Bedeutet ‚ausbacken‘ oder ‚braten‘, nicht im modernen Sinne ‚im Ofen backen‘. Frühneuhochdeutsch wo10-092 · wo10-098 · wo10-100
zuccharo
Zucker Frühitalienisch / Mittellatein boc-036 · mar-038 · mar-099
zuccharo fino
feiner Zucker Frühitalienisch mar-090 · mar-095
zucche
Kürbisse (allgemein für Kürbisgewächse) Frühitalienisch mar-064 · mar-073 · mar-086
zucker
Zucker war im Mittelalter ein teures Importgut und wurde oft sparsam als Gewürz oder Statussymbol auf herzhafte Speisen gestreut. Frühneuhochdeutsch mon-163 · mst-026
zuckers
Hier als Verb ‚zuckern‘, also mit Zucker süßen. Frühneuhochdeutsch phw-216 · rum-0677 · std-246
zue massen
Nach Maß/Belieben - die Menge bleibt dem Erfahrungswissen des Kochs überlassen. Frühneuhochdeutsch mha-148 · mha-241
zugericht
zubereitet. Frühneuhochdeutsch rum-0063 · rum-0238 · rum-0338
zukcher
Zucker, der nach dem Backen über das Gebäck gestreut wird. Frühneuhochdeutsch b4-208 · b4-209 · b4-217
zuker
Zucker dient hier ausdrücklich zum Süßen der Milch. Frühneuhochdeutsch w1-036 · w1-068
zulegt
Bezieht sich auf Schweine, die gut genährt oder gemästet sind, was auf eine gute Fleischqualität hindeutet. Frühneuhochdeutsch rum-0002 · rum-0305
zum eynmachen nemmen
Einmachen heißt bei Rumpolt, Fleisch in einer Brühe oder Sauce zu garen und anzurichten, nicht es haltbar zu machen. Frühneuhochdeutsch rum-0509 · rum-0758
zurichten
zubereiten, herrichten. Frühneuhochdeutsch rum-0267 · rum-0425 · rum-0465
Zurwanada
Rumpolts Name für diese Wurst. Frühneuhochdeutsch rum-0313 · rum-0333
zvo mazzen
angemessen, in Maßen Mittelhochdeutsch bgs-017 · bgs-018 · bgs-038
zweck
Kleiner Holzpflock oder -stift, der die beiden gefüllten Apfelhälften beim Garen zusammenhält. Frühneuhochdeutsch kkm-092 · mha-263 · std-221
zwerch finger
Maßangabe zum Einkochen: um zwei Fingerbreiten reduzieren, quer gemessen. Frühneuhochdeutsch saw-059 · saw-175
zweßben
Alte Bezeichnung für Zwetschgen, eine Unterart der Pflaume. Frühneuhochdeutsch std-139 · std-268
zwicklens
Zwicken, kneifen, den Teigrand mit den Eisen formen und verschließen. Frühneuhochdeutsch saw-067 · saw-070
zwifel
Zwiebel. Frühneuhochdeutsch m725-015 · mha-023 · mha-191
zwiffel
Zwiebeln. Frühneuhochdeutsch mst-049 · mst-053 · saw-152
zwir
Zweimal - die beiden Schnitte kreuzen sich in der Mitte und erzeugen so die Öffnung für die Senffüllung. Frühneuhochdeutsch b4-069 · mon-098 · so1-133
Zwirbachen
Die Wendung wird hier als Bezug auf Zwieback gelesen. Frühneuhochdeutsch mst-111 · wo10-002
zwiual
Bairische Schreibvariante für Zwiebel. Frühneuhochdeutsch b4-165 · b4-172 · b4-241
zwyfel
Frühneuhochdeutsch für Zwiebeln. Frühneuhochdeutsch phw-124 · phw-169 · std-148
zymoney
Dies ist eine bairische Schreibvariante für Zimt. Frühneuhochdeutsch b4-255 · b4-257
ſchmaltz
Tierisches Fett, meist Schweineschmalz, das zum Braten und Frittieren verwendet wurde. Frühneuhochdeutsch mst-093 · std-202
ſemel
Eine Semmel ist ein Weißbrotbrötchen. Frühneuhochdeutsch mst-020 · std-017
ſemelmel
Semmelmehl ist fein zerbröseltes oder geriebenes Weißbrot, das mit kochendem Wasser zu einem Teig gebunden wird. Frühneuhochdeutsch mst-025 · mst-104 · std-196
ſiblin
Ein kleines Sieb. Frühneuhochdeutsch mst-019 · mst-023 · mst-041
ſpeck
Geräucherter oder gesalzener Schweinebauch. Frühneuhochdeutsch mst-066 · std-142
ſtüp
Pulver. Frühneuhochdeutsch std-018 · std-130 · std-168
ſtüpp
Bedeutet ‚Pulver‘, hier Ingwerpulver. Frühneuhochdeutsch std-044 · std-114 · std-129
ſtüps
Von „stüpfen“, bedeutet hier, mit gestoßenen Gewürzen zu würzen. Frühneuhochdeutsch std-047 · std-108 · std-169
ſupplen
Suppen. Frühneuhochdeutsch std-139 · std-179
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