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LesartGlossar mittelalterlicher Küchenbegriffe

Fremde Wörter im Originaltext entschlüsselt: 296 kuratierte Lesefallen mit Beleg & Quelle, plus ein automatisch geerntetes Register mit rund 1613 weiteren Begriffen.

Eine Lesefalle ist ein Wort, das wie modernes Deutsch aussieht, aber etwas anderes bedeutet - „arwis" ist keine „erwiesene" Sache, sondern alemannisch für Erbse. Mittelalterliche Kochtexte sind voll solcher Fallen, und wer sie übersieht, übersetzt am Sinn vorbei.

Die 296 kuratierten Einträge unten sind von Hand gegen Editionen und historische Wörterbücher geprüft (Ehlert 1999, Lexer, Schweizerisches Idiotikon, Fischer, Goetze, MHDBDB, Gloning, CoReMA/Wikidata) und mit Beleg-Rezepten verknüpft. Das Begriffsregister darunter ist automatisch aus den Anmerkungen aller Rezepte geerntet und nicht redaktionell geprüft - nützlich zum Stöbern, aber ohne dieselbe Verlässlichkeitsgarantie. Wörterbuch-Belege basieren auf OCR historischer Drucke (19. Jh.) und sind kritisch zu lesen.

Lesefallen (kuratiert)

A

aines gelides lang

ein Fingerglied lang (ca. 2-3 cm) (Lemma: fingerglied lang)

Technikalemannisch

Schnittangabe

Beleg: m384-013 · m384-014 · Quelle: Ehlert1999

angeleitet

anlegen (auflegen, z.B. Gefluegel zum Braten binden/spicken), NICHT geleiten/begleiten (Lemma: anlegen)

VerbalemannischLesefalle

„angeleiti/angeleitet" sieht wie eine Ableitung von „geleiten" (begleiten) aus, stammt aber von „anlegen" (auflegen/binden) - bestätigt durch m384-065 („Angelegte Hühner", sehr gut belegt) und einen Lemma-Treffer in der MHDBDB. Betraf in ka1-053 durchgängig Titel, Übersetzung, Worterklärungen und Fragen.

Beleg: ka1-053 · m384-065 · Quelle: MHDBDB;Parallel

arbayssen

Erbsen (bair./österr. Arbeis/Erbeis) (Lemma: erbse)

ZutatbairischLesefalle

bair./österr. Arbeis/Erbeis = Erbse (Goetze, Grimm); Wortfamilie mit arwis (alem.) und aribassen (Backerbsen). NICHT Ackerbohne/Saubohne (das wäre „Bohne"). mon-047/048: Erbsen-Püree als Schau-/Imitationsgericht (Scheinbraten bzw. „Regenwürmer" durchs Sieb).

Beleg: mon-047 · mon-048 · Quelle: Goetze

aribassen

Backerbsen (erbsengroße Teigtröpfchen, durch den Schaumlöffel ins heiße Schmalz ausgebacken) (Lemma: erbse)

GerichtbairischLesefalle

bair. Dialektform zu „Erbsen"; hier der Gerichtsname (Backerbsen), nicht als Eigenname stehenlassen. Wortfamilie vgl. alem. arwis = Erbse (m384). Technik: Teig durch Schaumlöffel ins Fett gießen.

Beleg: mon-014 · Quelle: Fyndling

arwis

Erbse (Lemma: erbse)

ZutatalemannischLesefalle

arwiszen/ärwißen; NICHT „erwiesen/bekannte Art"

Beleg: m384-015 · m384-025 · Quelle: Ehlert1999

aschlauch

Schalotte, von lat. ascalonia (Ascalon) (Lemma: schalotte)

Zutatmittelhochdeutsch

Wiederkehrende Zutat im Buch von guter Speise, klar von "Knoblauch" (knobelouch) zu unterscheiden.

Beleg: bgs-033 · bgs-041 · Quelle: Fyndling

auß riechen

Den Duft/das Aroma verlieren, ausdünsten (Grimm DWB: "exhalare, evaporare, den geruch verlieren") - NICHT "verderben/schlecht werden" (Lemma: ausriechen)

BegrifffrühneuhochdeutschLesefalle

Naheliegende Fehllesart "verderben" im Konservierungskontext, durch Grimms DWB widerlegt (nur "Geruch verlieren" belegt, Beispiel Hans Sachs). mon-186 trennt textlich klar Aroma-Frische ("nicht awsriech über 8 Tage") von Gesamthaltbarkeit ("Iar vnd tag") - zwei verschiedene Eigenschaften, kein Widerspruch. Löste den bis dahin ungeklärten Hapax-Crux in mon-184 auf.

Beleg: mon-184 · mon-186 · Quelle: Grimm;Fyndling

B

bain

Bein / Knochen (bei Krebsen: Beine/Scheren) (Lemma: bein)

SonstigesalemannischLesefalle

bain von den buchen; NICHT Schalen/Brühe

Beleg: m384-026 · Quelle: Ehlert1999

bastel kopf

Pastetenkopf - eine geformte, mit Fleisch gefüllte oder ausdrücklich leere ("ler") Teighülle als Aufbau-Element von Schaugerichten (Lemma: pastetenkopf)

Gerichtmittelhochdeutsch

Bastel meint im Buch von guter Speise sowohl gefüllte Pastetenschalen (bastel kopf) als auch reine Teig-Zierstücke (bgs-093) - je nach Rezept zu unterscheiden, keine feste Einheitsbedeutung.

Beleg: bgs-092 · bgs-094 · bgs-095 · Quelle: Fyndling

bastent

Pastete (Lemma: pastete)

GerichtalemannischLesefalle

auch basteten; NICHT „rätselhaft/Bastard"

Beleg: m384-017 · m384-018 · m384-019 · m384-020 · Quelle: Ehlert1999

beimenten

Krauseminze (Mentha crispa) (Lemma: deiment)

ZutatfnhdLesefalle

beimenten/beymenten, Nebenform zu deiment = Krauseminze (Mentha crispa). Zweiter Bestandteil aus lat. mentha. Belegt: FWB s.v. deiment (zitiert Marzell 3,152); Fischer Schwaeb. WB "beiment: Mentha crispa". Vorkommen: kkm-019/087/101/102. Fruehere Fehllesarten (Lorbeer/Borretsch/Zitronenmelisse/Melisse) ausgeraeumt.

Beleg: kkm-019

beren

Beeren (e-Vokal) (Lemma: beere)

ZutatbairischLesefalle

beren (e) = Beeren, ABER biren/piren/pirnen (i) = Birnen - Vokal entscheidet. 'dezgleichen' kann Methode meinen, nicht Frucht

Beleg: ri15632-029 · Quelle: Ehlert1999

bersige

Barsch (Fisch), NICHT ein Adjektiv zur Mandelmilch (Lemma: barsch)

TiermittelhochdeutschLesefalle

In bgs-062 kann „bersige mandelmilich" als „Barsche, dazu dicke Mandelmilch" gelesen werden. Im selben Buch bezeichnet „bersige" an zwei anderen Stellen (bgs-055, bgs-056) eindeutig den Fisch Barsch; für eine Lesart als Adjektiv zur Mandelmilch liegt kein Wörterbuchbeleg vor. Die Fisch-Lesart macht bgs-062 zu einem Fastenfischgericht.

Beleg: bgs-055 · bgs-056 · bgs-062 · Quelle: Fyndling

besnit die

Schneidet/putzt sie sauber zurecht (Lemma: sauber zurecht)

Verbmittelhochdeutsch

Vorbereitungsschritt vor dem eigentlichen Garen, keine eigene Garanweisung.

Beleg: bgs-081 · Quelle: Fyndling

beste

beste - Superlativ zu gut (Lemma: best)

Begriffmittelhochdeutsch

bgs-054 „daz ist daz aller beste ding“. Nicht zu „veiste“ = fett ziehen, obwohl beide Wörter im selben Buch stehen.

Beleg: bgs-014 · bgs-054 · Quelle: Fyndling

besten

besten - Superlativ zu gut (Lemma: best)

Begriffmehrere

bgs-039 „loese die garsten vz vnd stoz die besten“ - die verdorbenen aussortieren, die guten stoßen. kkm-024 „seihe die besten ab“ meint die erste, beste Mandelmilch.

Beleg: bgs-039 · kkm-024 · Quelle: Fyndling

bezzin

Rote Bete - liefert im Buch von guter Speise die rote Färbung für Saucen wie Agraz (Lemma: bete)

Zutatmittelhochdeutsch

Nicht zu verwechseln mit dem neuhochdeutschen "Benzin" (rein orthografische Ähnlichkeit, kein etymologischer Zusammenhang).

Beleg: bgs-035 · Quelle: Fyndling

bieren

Birnen (Plural von Birne) (Lemma: birne)

Zutatüberregional (fnhd.)Lesefalle

bieren/biren/pyern = Birnen, NICHT Bier(e) (auch wenn die Form heute wie ein Plural von "Bier" aussieht) und NICHT Beeren - Letzteres die eigentliche historische Verlesungsgefahr wegen Nähe zu (Wacholder)beeren (Ehlert übersetzt durchweg Birnen)

Beleg: m384-046 · Quelle: Ehlert1999

bimezelten

flaches Gewürz-Backwerk (mit Piment gebacken); zelten = Fladen/flacher Kuchen (Lemma: zelten)

ZutatalemannischLesefalle

bimezelten/bymenczelten; Pfeffer-/Lebzelten-artig, gerieben als Binder+Gewürzträger; NICHT neutrale Semmelbrösel. Verwandt: leczelten/lepczelten=Lebzelten

Beleg: m384-059 · Quelle: Ehlert1999

birsing

Birsing/Bersing = Barsch (Fisch), NICHT Pfirsich (Lemma: barsch)

Zutatfnhd.Lesefalle

KKM schreibt Pfirsich getrennt "Pfirsing" (kkm-039); Birsing/Bersing immer Fisch (Sülze/Fischbrüh). Modell-Falle: als Pfirsich gelesen.

Beleg: kkm-041 · kkm-042 · kkm-059 · kkm-060 · Quelle: Parallel

blamensir

Blancmanger (weißes Prunkgericht aus Geflügel oder Fisch, Mandelmilch, Reismehl) (Lemma: blancmanger)

Gerichtbairisch

Handschriftlicher Name des Blancmanger im Buch guter Speise (auch „blamenser"). Kein Hapax innerhalb dieser Quelle, aber außerhalb des BvgS im Korpus nicht belegt - andere Quellen nennen dasselbe Gericht anders (mhd./frnhd. „weißmus"/„weißes gericht", katalanisch „menjar blanc", italienisch „biancomangiare"). Siehe Grundlagen-Kapitel Blancmanger für die vollständige Familie.

Beleg: bgs-003 · bgs-076 · bgs-077 · Quelle: Parallel

blat von ayern

Eierpfannkuchen (Deckel/Einlage) (Lemma: eierpfannkuchen)

Zutatalemannisch

ayer plat; flacher Eier-/Pfannkuchen

Beleg: m384-017 · m384-020 · m384-023 · m384-029 · Quelle: Ehlert1999

bluost

Blüte

Pflanzealemannisch

plüst; z.B. bonen bluost=Bohnenblüte

Beleg: m384-010 · m384-015 · Quelle: Ehlert1999

blywiß

⚠️ Bleiweiß, basisches Bleicarbonat - GIFTIG; hier als Klärmittel für trüb gewordenen Wein (Lemma: bleiweiß)

Zutatsüdrheinfränkisch (westmitteldeutsch)Lesefalle

⚠️ GIFTIG - basisches Bleicarbonat, ein Malerpigment. Anders als metallisches Blei löst es sich in der Säure des Weins; Bleivergiftungen durch behandelten Wein sind historisch gut belegt. Der Eintrag steht hier zur Dokumentation, nicht als Anleitung. Die Lesefalle ist die Endung: „-wiß“ verführt dazu, die Stelle als Farbanweisung zu lesen („weiß machen“), zumal das Kapitel überschrieben ist „Do ein win sin farwe verlorn hat“. Es ist aber ein Stoffname. Aufschlussreich ist die Nachbarschaft: wbd-028 rührt Bleiweiß und kriden (Kreide, Calciumcarbonat) im selben Handgriff ein, beide als „milch“ mit demselben Wein angesetzt, nur zwei Stunden versetzt. Beides sind Carbonate, die Weinsäure binden - für den Verfasser war das dieselbe Methode mit einem zweiten weißen Pulver, nicht ein Wagnis. Das Nachbarkapitel wbd-029 klärt denselben trüben Wein harmlos mit Malve und Alaun; das Buch stellt beide Wege nebeneinander. Verboten war der Zusatz schon damals, und namentlich: Ulm nahm 1487 jedem Wirt den Eid ab, seinem Wein kein „Bleiweiss“ beigegeben zu haben; ein Edikt von 1497 verbot die Ceruse, dasselbe Bleicarbonat, ausdrücklich gegen die häufigen tödlichen Erkrankungen, die man auf Wein zurückführte - als deren Zeichen galten Fehlgeburten und Unfruchtbarkeit, aus heutiger Sicht das Bild einer chronischen Bleivergiftung (Eisinger, Medical History 26/1982, S. 297). Nürnberg untersagte ohnehin „kainerley gemechte, swie daz genant ist“. Beides liegt vor der Entstehungszeit des Buchs. Was fehlte, war nicht das Verbot, sondern der Nachweis: prüfen konnte man einen Wein nicht, und Blei war zugleich Arznei. Den Beweis führte erst Eberhard Gockel in Ulm, 1694-1696. Die praktische Grenze lag zwischen Ausschank und eigenem Keller - ein Kellerhandbuch wie dieses meint den eigenen. Korpusweit ist wbd-028 der einzige Fall, in dem Blei in etwas Trinkbares kommt - die übrigen Treffer meinen Bleiglasur an Gefäßen (rfk-014, kkm-077; mha-160 warnt bereits davor) oder sind bairisch „plumben“, also Pflaumen. Siehe auch „gemachter wein“.

Beleg: wbd-028 · Quelle: Fyndling;Eisinger1982;RPO1577

bon nusz

Baumnüsse = (grüne) Walnüsse (Lemma: baumnuss)

ZutatalemannischLesefalle

boun nusz; NICHT Bohnen

Beleg: m384-011 · Quelle: Ehlert1999

bonen

Acker-/Saubohne (Vicia faba); vor 1500 die einzige Bohne (Lemma: ackerbohne)

ZutatalemannischLesefalle

bonen/bon = Acker-/Saubohne; NICHT moderne grüne/Kidneybohnen (Phaseolus erst nach 1500); nicht verwechseln mit „bon nusz"=Baumnuss

Beleg: m384-061 · Quelle: Ehlert1999

bresteling

Erdbeere (Fragaria) (Lemma: erdbeere)

Pflanzeüberregional (fnhd.)Lesefalle

bresteling/Bräschtling/Brestling = Erdbeere, NICHT Preiselbeere/Heidelbeere; steht oft neben bromber=Brombeere

Beleg: bgs-054 · Quelle: Idiotikon

buratz

Borretsch (Borago officinalis) (Lemma: borretsch)

Pflanzealemannisch

essbare Garten-/Heilpflanze

Beleg: m384-010 · Quelle: Ehlert1999

C

chempten

Traubenkämme / Stielgerüst der Weintraube (Rappen) - das holzige Gerüst, an dem die Beeren sitzen (Lemma: kamm)

PflanzebairischLesefalle

Mondsee-Variante zu kammen (ch/k-Lautung). Traubenkämme = Rappen/Stielgerüst; „ab den chempten brechen" = die Beeren abbeeren/entrappen (vom Gerüst lösen). Weinbau-Begriff. Frisch-Indikator: meint frische Weintrauben, nicht Rosinen. Cross-source vgl. ri15632-043 kammen.

Beleg: mon-035 · Quelle: Fyndling

cheren

Kerne (Mandelkerne oder Quittenkerne) - ODER Kirschen, im Korpus nicht abschließend geklärt (Lemma: kern)

ZutatbairischLesefalle

Echte, ungeloeste Ambiguität: in mon-064, mon-087 und mon-184 (dort Quittenkerne) eindeutig als „Kerne" belegt, in mon-099 bleibt zwischen „Kerne" und „Kirschen" unentschieden - beide Lesarten sind lautlich möglich, der Kontext entscheidet nicht eindeutig.

Beleg: mon-064 · mon-087 · mon-099 · mon-184

chopff

Topf / Pfanne (Kochgefäß) (Lemma: topf)

GerätbairischLesefalle

Bairische ch-für-t-Lautform (vgl. bair. „hafen" als Parallelbegriff für Topf). NICHT der Kopf des Tieres. Mon-071 übersetzt „leg sie dann in den Topf", mon-072 hat dieselbe Form zweimal an vergleichbarer Stelle; Zwilling mha-139 hat dort „in den Hafen"/„in der Pfanne oder in dem Hafen". Mon-103 („choppf voll von tail" = ein Gefäß voll Teig) wird durch Zwilling mha-151 („hafen von taig") bestätigt.

Beleg: mon-071 · mon-072 · mon-103 · Quelle: Parallel

chraniperen

Wacholderbeere (Lemma: wacholder)

ZutatbairischLesefalle

Mondsee-Variante zu kranbipir/Kranbeer = Wacholder. NICHT Preiselbeere/Cranberry - ein bekannter falscher Freund. Beleg: m5919-009 ("Brachvogel am Spieß mit Wacholderbeeren").

Beleg: mon-070 · Quelle: Fyndling

chrewssen

Krebse / Krebs-Speise (Lemma: kreusen)

ZutatbairischLesefalle

Mondsee-Variante zu krewssen = Krebse (mon-016, im Rezepttext; Titelform grewssen). NICHT „Krausen/Gebäck".

Beleg: mon-016 · Quelle: Ehlert1999

chropflin

Teigtasche / Hülle (nicht „Kropf" im anatomischen Sinn) (Lemma: kropf)

GerätbairischLesefalle

Wörtlich „Kropf" - hier aber keine Anatomie (Schilddrüsenschwellung, Vogelkropf), sondern eine Teigtasche/Hülle, die den Braten umschließt. Als Substantiv im Korpus ein Hapax, die Technik selbst ist aber durch den Zwilling m5919-064 (Eierteig-Ummantelung eines ganzen Huhns) bestätigt.

Beleg: mon-077 · Quelle: Parallel

chum

Kümmel (Lemma: kümmel)

ZutatbairischLesefalle

Bairische Form von Kümmel, in Gewürzaufzählungen neben Pfeffer/Ingwer/Safran. Leicht zu verwechseln mit „chum" = „komm!" (Imperativ von mhd. komen) - nur der Kontext (Zutatenliste vs. Handlungsanweisung) entscheidet.

Beleg: mon-074 · mon-103

ckimps

krümmen (zur Hufeisen-Form biegen) (Lemma: krimpfen)

TechnikbairischLesefalle

Bestätigt durch den Zwilling ri15632-012, der an derselben Satzposition „krumpt ez alz die hueff eysen" (krümme es wie die Hufeisen) hat - sieben Rezepte im Korpus belegen dasselbe Hufeisen-Gebäck-Cluster.

Beleg: m384-077 · m5919-052 · mha-121 · mon-095 · rfk-041 · ri15632-012 · ri15632-014 · Quelle: Parallel

ckragel

Kragen-/Halsbereich des Krebses (Fleisch oder Schalenstück, genaue Butcherei unklar) (Lemma: kragen)

ZutatbairischLesefalle

Kein Hapax im engeren Sinn: 'kragel/kregelin/kraglein' (Diminutiv zu 'Kragen') ist bei Lexer, Grimm und Idiotikon als eigenständiges Wort belegt, nur im Korpus selbst einmalig. Ob 'ckragel' hier das Fleisch aus dieser Zone meint (gestützt durch kkm-012, das 'Hälß' als eigens verarbeiteten Krebsteil neben Scheren/Bäuchen nennt) oder ein intaktes Schalenstück mit Scheren/Beinen zur dekorativen Rekonstruktion des Krebses, ist aus dem Text allein nicht zu entscheiden - kkm-012 hackt kleine Scheren klein in die Füllung, legt aber große Scheren separat zurück, was für eine Mischung aus beidem spricht statt für eine einheitliche Lesart.

Beleg: mon-135 · Quelle: Lexer;Grimm;Idiotikon;Parallel

cloczen

Getrocknete Birnen - lebt bis heute als "Hutzeln" weiter (bair.-österr./schwäbisch, vgl. Hutzelbrot); im normalen Supermarkt/Wochenmarkt kaum zu bekommen, online unter "Hutzeln" leicht (Lemma: hutzel)

ZutatbairischLesefalle

Lexer führt "hutzel" direkt als "getrocknete birne" (WB-Beleg). Nicht mit Wurzelgemüse/Knollen verwechseln, wie ein älterer Kandidaten-Eintrag vermutete.

Beleg: m5919-048 · mon-201 · Quelle: Fyndling;Lexer

cluesterlin

Kleines Verschlussstück/Pfropfen aus Teig für eine eigens gebrochene Öffnung im Pastetendeckel (Lemma: cluster)

TechnikmittelhochdeutschLesefalle

Zwilling koe-019 hat an vergleichbarer Stelle "blezelenn" für dasselbe Element.

Beleg: bgs-015 · Quelle: Parallel

colris

Gericht aus dünnen Eierfladen in Milch

GerichtmittelhochdeutschLesefalle

col ris/colris = dünne Eierfladen in Milch (3 Rezepte BvgS 65-67), NICHT Kohlreis (kein Kohl/Reis); Namensursprung ungeklärt

Beleg: bgs-065 · bgs-066 · bgs-067 · Quelle: Gloning

condimentlin

Kleines Würzmittel - Diminutiv von "condiment" (Würzsud/Würzmittel) (Lemma: condiment)

Zutatmittelhochdeutsch

Diminutivform, im Korpus sonst nur die Grundform "condiment" belegt (z.B. bgs-050).

Beleg: bgs-048 · Quelle: Fyndling

conf.

Vermutlich eine editorische oder handschriftliche Randmarke (Verweis-/Kapitelmarkierung), keine Zutat oder Anweisung (Lemma: editions-kürzel)

Sonstigesmittelhochdeutsch

Erscheint an mehreren Stellen isoliert im Transkript, ohne erkennbaren Bezug zum umgebenden Rezepttext - in Übersetzungen bewusst nicht mitgeführt.

Beleg: bgs-012 · bgs-015 · bgs-024 · Quelle: unsicher

cumpost

Eingelegtes/fermentiertes Gemüse (Vorform von Sauerkraut/Sauergemüse), vom lat. "compositum" = Zusammengelegtes - HAT NICHTS mit dem modernen süßen "Kompott" zu tun (Lemma: kompost)

GerichtmittelhochdeutschLesefalle

Falscher Freund zum Neuhochdeutschen: "Kompost/Kompott" suggeriert Süßes, gemeint ist aber saures Einlegegemüse.

Beleg: bgs-048 · Quelle: Fyndling

cygern

Ziger = Quark/Frischkäse - hier aus Mandeln statt Milch hergestellt, ein veganes Käseimitat der Fastenküche (Lemma: ziger)

Gerichtmittelhochdeutsch

Der Name verspricht Käse, geliefert wird eine Illusion (Mandelmilch + Gelatine/Bindemittel statt Milch).

Beleg: bgs-071 · Quelle: Fyndling

czewch

ziehen/abziehen (Teig glattziehen, Salz herausziehen), nicht 'formen' (Lemma: ziehen)

VerbbairischLesefalle

'Czewch/ziehen' bedeutet im Mondseer Kochbuch durchgängig ein Abziehen oder Glattziehen - eines dünnen Ausbackteigs (mon-015: 'czewch ain taig ab') oder von Salz aus einem Gericht (mon-065: 'czewcht') - nicht 'formen' im Sinn von Gestaltgeben.

Beleg: mon-015 · mon-065 · Quelle: Parallel

czinmit pluot

Zimtblüte (zimit-bluot) (Lemma: zimtblüte)

ZutatalemannischLesefalle

NICHT „Zimt + Blut"

Beleg: m384-012 · Quelle: Ehlert1999

cziserr

Kichererbse (Cicer arietinum, lat. cicer), NICHT Gartenerbse - CoReMAs Wikidata-Glosse ("garden pea", Q29472543) ist hier ungenau (Lemma: kichererbse)

ZutatbairischLesefalle

Grimm belegt "Zieser/Ziser" eindeutig als Kichererbse entlang der deutsch-romanischen Sprachgrenze (Schmeller, Wiener "ziserl") - genau der Sprachraum des Mondseer Kochbuchs. Zwillinge mha-288/m384-056 nutzen fuer dieselbe Technik das andere Wort "arbaiss"/"arwisz" (gewoehnliche Erbse) - Gegenprobe bestaetigt die abweichende Frucht.

Beleg: mon-215 · Quelle: Grimm-DWB

czubelen

Zwiebeln (Lemma: zwiebel)

Zutatalemannisch

seltene namentliche Zwiebel-Nennung

Beleg: m384-025 · Quelle: Ehlert1999

czw nentplued

Zimtblüte (Cinnamomum cassia, teils als "Cassiablüte" im Handel), NICHT "Kassia-Knospen" als eigenständiger Ausdruck - selbes Buch loest es selbst auf (Lemma: zimtblüte)

ZutatbairischLesefalle

Dritte Fassung desselben Mondseer-Senfrezepts (mon-098/mon-137/mon-209); mon-098 ("zymeid plue") loest die Lautvariante buchintern selbst auf, bevor man auf die botanische Fachbezeichnung "Kassia-Knospen" zurueckgreifen muesste.

Beleg: m5919-017 · mon-209 · Quelle: Parallel

czwiuall

Zwiebel - NICHT eine Verbform für 'zerlegen' (Lemma: zwiebel)

ZutatbairischLesefalle

Bairische Schreibvariante zu 'zwifel/zwibel/zibolle' = Zwiebel, per CoReMA-GAMS-Objektseite mit Wikidata Q3406628 verifiziert. Fehlte in einer früheren Übersetzung komplett in den Zutaten, weil das Wort als Verb ('zerlegen') statt als Substantiv gelesen wurde.

Beleg: mon-132 · Quelle: CoReMA-Wikidata

D

dachlain

Junge Dohle (Rabenvogel) - Wort ist in mon-200 vom Schreiber selbst WIEDER GESTRICHEN worden, daher NICHT die tatsächliche Rezept-Lesart dort (die Vogelart bleibt in mon-200 final unbenannt); als Beleg für den Begriff selbst aber wertvoll (Lemma: dohle)

Begriffbairisch-österreichisch

Dachl ist im Salzburgischen Idiotikon (Anhang zu Lorenz Hübner, Beschreibung des Erzstiftes Salzburg, 1796, S. 955-984) direkt als "die Dohle" belegt - Mondsee (Oberösterreich) liegt im selben Dialektraum, direkt an Salzburg angrenzend. In mon-200 (fol. 070r, TEI-Beleg mit <del>-Markierung) schreibt der Schreiber zunächst "dachlain", streicht es aber vollständig und ersetzt es durch "das" (davon wiederum das "s" gestrichen) - Endfassung "da", von CoReMA selbst als "unsolved" markiert. Zeigt aber: der Schreiber kannte "dachlain"=junge Dohle als Wort, hat sich hier nur gegen die Artangabe entschieden.

Quelle: Salzburgisches Idiotikon (Hübner 1796)

derben teyc

Fester, nicht aufgehender Teig (ohne Triebmittel) - hält eine Füllung und wird beim Ausbacken knusprig (Lemma: fester teig)

Technikmittelhochdeutsch

Schreibvarianten "teyc"/"teyk" im Korpus - derselbe Begriff, keine zwei unterschiedlichen Teigarten.

Beleg: bgs-019 · bgs-044 · Quelle: Fyndling

dich

dick (fest, dickflüssig) - nicht das Pronomen „dich" (Lemma: dick)

BegriffbairischLesefalle

ck/ch-Schwund: „dich" für „dick" - Zwilling m5919-037 hat an derselben Stelle im Brandteig-Rezept die reguläre Schreibung „pey der dick peleib". Gemeint ist die feste Konsistenz des Teigs vor der Ei-Zugabe, kein Pronomen.

Beleg: mon-092 · Quelle: Parallel

drvemme

Darum, ringsherum - die flüssige Mandelmilch wird rings um den geformten Laib gegossen, NICHT von oben darüber (Lemma: darum)

BegriffmittelhochdeutschLesefalle

Leicht als "darüber" misszuverstehen - die Präposition bestimmt hier eine ganz andere Gieß-Choreographie (ringsherum statt von oben).

Beleg: bgs-073 · Quelle: Fyndling

duenne schineht

Dünn in schienen-/streifenförmigen Scheiben (vermutlich zu mhd. schine, "Schiene") (Lemma: schienenförmig)

BegriffmittelhochdeutschLesefalle

Hapax - kommt nur in diesem einen Rezept vor, keine Parallelstelle im Korpus gefunden.

Beleg: bgs-096 · Quelle: Fyndling

durre pfeffer

ganze (getrocknete) Pfefferkörner (Lemma: pfefferkörner)

Zutatalemannisch

neben gemahlenem Pfeffer

Beleg: m384-025 · Quelle: Ehlert1999

E

earwisz

Erbse - „rote earwisz“ ist die rote Felderbse (Lemma: erbse)

ZutatalemannischLesefalle

Zur alemannischen Wortfamilie „arwis“ = Erbse, vgl. den Eintrag „aribassen“. Die Schreibung mit ea- verdeckt das Wort; NICHT als Fremdwort lesen.

Beleg: m384-056 · Quelle: Ehlert1999

eigsten

auf die eigene/besondere Art (Lesart unsicher) (Lemma: eigen)

Sonstigesoberrheinisch-alemannischLesefalle

Superlativ-/Intensivform von "eigen" selbst nicht direkt belegt, nur die Grundform "eigene" (Benecke, Idiotikon, Grimm); Lesart bleibt Vermutung, im Text gehedged

Beleg: ka2-046 · Quelle: Benecke/Idiotikon/Grimm (verwandte Form "eigene")

ein gemacht

eine Zubereitung; meist die angemachte Würzsauce zu einem Gericht, nicht das Gericht selbst (Lemma: gemacht)

Begriffüberregional (fnhd.)Lesefalle

Substantiviertes Partizip, nicht das Verb: „ein gemacht Kraut“ (koe-032, ri15632-044) ist kein „gemachtes Kraut“, sondern Kraut mit einem Gemachten, also mit einer angemachten Sauce aus Senf, Honig und Wein. mon-255 macht es explizit - „an ein chrautt ein gemacht“, ein Gemachtes zu einem Kraut. Grimm DWB „Gemächt“ II,2 führt die Bedeutung Zubereitung/Zurichtung. Noch unübersetzt und betroffen: b4-161 und w1-164 tragen es im Titel („Das ist ain guts gemachts“), so1-037 hat „in das gemacht tuon“. Beim Wein hat dasselbe Wort die schlechte Bedeutung, siehe „gemachter wein“.

Beleg: koe-032 · mon-209 · mon-255 · ri15632-044 · Quelle: Grimm-DWB;Parallel

ein maß

eine angemessene, wohldosierte Menge (Lemma: maß)

TechnikbairischLesefalle

„Nach [rechtem] Maß" heißt eine angemessene, wohldosierte Menge - KEINE Mini-Prise. Der wortnahe Zwilling im Kochbuch Cgm 5919 (m5919-040: „salcz sein mas") bestätigt dieselbe feste, korpusweite Wendung für „nach eigenem Ermessen salzen".

Beleg: mon-100 · Quelle: Parallel

erbelten

aufkochen/aufwallen lassen (Lemma: erwellen)

VerbmittelbairischLesefalle

erbelten = erwellen (b für w); Rosinen aufkochen bis sie prall/rund aufquellen. Mondsee-Varianten: erbels (mon-097), erbell (mon-099).

Beleg: m5919-006 · mon-097 · mon-099

erclawpt

ausgeklaubt, verlesen, gesaeubert (Lemma: erklauben)

Technikbairisch

die schon erclawpt sein = sorgfaeltig verlesen.

Beleg: ri15632-004 · Quelle: Ehlert1999

erklaub

ausgeklaubt, verlesen, gesäubert (Lemma: erklauben)

Technikbairisch

Vgl. bereits erfassten Eintrag „erclawpt" (muenchner_clm15632); hier im Kontext „vnd ischen arbais muss erklaub" = die Erbsen müssen verlesen sein.

Beleg: b4-071 · Quelle: Parallel

erper

Erdbeere, NICHT Erbse (Lemma: ertber)

Zutatalemannisch-schwäbischLesefalle

Lexer: "erper s. ertber"; Idiotikon: "erd-ber-/erper-". CoReMA-Sachglosse verlinkt konsistent zu Wikidata Q146684 (Erdbeere). Twin rfk-068 hat dieselbe Stelle bereits korrekt als Erdbeeren gelesen.

Beleg: mha-271 · Quelle: Lexer;Idiotikon;CoReMA-Wikidata

erwellen

erhitzen / aufwallen lassen (Lemma: erwallen)

TechnikalemannischLesefalle

erwoll/erwell/erwelt/erwelte; gilt AUCH attributiv vor einem Substantiv: „erwelte winber" = aufgekochte/aufgequollene Rosinen (alb-003, rfk-016, m5919-006). NICHT „auswählen" (Homograph erwelen), NICHT „vollenden"

Beleg: m384-021 · m384-022 · m384-033 · Quelle: Ehlert1999

F

faisten

fett - vom Fett des Fisches und vom eingefetteten Mörser (Lemma: feist)

ZutatbairischLesefalle

m5919-008 „hastu des faisten nit So nimm putern an dy stat“ - der Ersatz durch Butter belegt die Bedeutung. m5919-065 „in ain faisten haissen morser“ ist die Parallelstelle zum eingefetteten heißen Mörser.

Beleg: m5919-008 · m5919-065 · Quelle: Lexer;Fyndling

farbs

„färb es" (Lemma: färben)

Technikalemannisch

farb/farbs; meist mit Safran

Beleg: m384-008 · m384-020 · m384-024 · m384-034 · Quelle: Ehlert1999

farbs als row

„färb es, solange (es) roh [ist]" (Lemma: färben solange roh)

TechnikalemannischLesefalle

Zeitangabe; NICHT „rötlich"/Blut

Beleg: m384-020 · Quelle: Ehlert1999

fauch

fangen / fange / auffangen (Lemma: fangen)

Technikalemannisch

fauch den schwaisz = Blut auffangen

Beleg: m384-030 · m384-031 · Quelle: Ehlert1999

fenbert

Pfennwert - die Menge, die man für einen Pfennig bekam (Preisangabe, kein Maß) (Lemma: pfennwert)

MengemittelbairischLesefalle

So steht es im Transkript, weil die Handschrift p und f mit einer kleinen Lücke schreibt und die CoReMA-Edition diese Trennung übernimmt („p fenbert“, beide Male auf fol. 97v). Gelesen wird es als ein Wort: pfenbert = Pfennwert, bairisch mit b für w. Siehe pfenbert und pfenbart für die Belege bei Schmeller und Grimm sowie den Zwilling m5919-007.

Beleg: ka2-052 · Quelle: Schmeller/Grimm

ferib

färbe (Imperativ von ferben/verben) - NICHT 'verreibe' (Lemma: färben)

VerbbairischLesefalle

'Ferib' ist Imperativ von 'ferben/verben' = färben, nicht von 'verreiben'. Bestätigt durch CoReMA-Glossierung und die Korpus-Zwillinge ri15632-005 (färbt an gleicher Stelle explizit mit Safran) und mon-141.

Beleg: mon-136 · Quelle: CoReMA;Parallel

feste

fest (Lemma: fest)

Begriffmittelhochdeutsch

In der Haltbarkeitsangabe zur Sülze: je fester, desto besser.

Beleg: rfk-012 · Quelle: Fyndling

fialmuos

Veilchen-Mus - ein sämiger Brei mit Veilchenblüten als Farb- und Aromageber (Lemma: veilchenmus)

Gerichtmittelhochdeutsch

fial bluomen = Veilchenblüten, im Mittelalter häufig zum Färben und Aromatisieren von Speisen verwendet.

Beleg: bgs-077 · bgs-078 · Quelle: Fyndling

fliezzende sultze

Fließende Sülze - ausdrücklich KEIN festes Aspik, sondern eine dünnflüssige, gewürzte Essig-Brühe als Sauce über kaltem Fleisch (Lemma: fliessende sulze)

GerichtmittelhochdeutschLesefalle

Sülze suggeriert im modernen Sprachgebrauch reflexartig ein festes Aspik/Gelee - das Adjektiv "fliezzende" widerspricht dem im Text ausdrücklich.

Beleg: bgs-096 · Quelle: Fyndling

forchen

Forelle (Lemma: forelle)

TierbairischLesefalle

Bairisch/schwäbisch „Forche(n)" ist ein Homograph: kann auch Kiefer/Föhre (Baum) bedeuten. Im Fisch-Kontext (mon-040, neben Aal und Brachsen als Grill-Alternative genannt) eindeutig Forelle.

Beleg: mon-040 · Quelle: Fyndling

fuessel

Keule (Geflügelkeule), nicht Fuß (Lemma: keule)

ZutatbairischLesefalle

CoReMA glossiert das Wort (bzw. die Schreibvarianten „füßchen"/„Fusslenn") auf den GAMS-Objektseiten zu allen drei Rezepten übereinstimmend als englisch „chicken leg" (Wikidata Q7196561) - eine Keule, kein abgetrennter Fuß. Kulinarisch naheliegend: Leber, Magen und Keule sind zusammen die ergiebigsten Teile, wenn kein ganzes Huhn zur Verfügung steht. Derselbe Fuß-als-Keule-Sprachgebrauch mit identischem CoReMA-Beleg findet sich unter „phuesß" bei Wildbret (mon-072) - ein wiederkehrendes Muster in diesem Korpus.

Beleg: koe-020 · m5919-096 · mon-086 · mon-111 · Quelle: CoReMA;Parallel

fürhess

Gericht aus Innereien in dunkler Pfeffersoße/Sauce (als Vorspeise/Gang gereicht) (Lemma: vor-essen)

GerichtalemannischLesefalle

furhess; NICHT „für den Fürsten"

Beleg: m384-030 · m384-031 · Quelle: Ehlert1999

G

gaddaus

Vermutlich Galgant (Alpinia officinarum) - Lesart UNSICHER, CoReMA führt die Stelle als ungelöst/Hapax (Lemma: galgant)

Zutatalemannisch-schwäbischLesefalle

Frühere Fassung behauptete fälschlich, die CoReMA-TEI-Edition bestätige "Kardamom" - per WebFetch widerlegt, CoReMA markiert die Stelle tatsächlich als "unsolved". Bei Zitaten externer Editionen IMMER gegenprüfen, nicht aus einem früheren Draft übernehmen.

Beleg: mha-163 · Quelle: unsicher

galray

Gallerte / Gelee / gelierte (kalte) Speise (Lemma: gallerte)

Gerichtalemannisch

galrei; in Cgm 384 weit gefasst

Beleg: m384-032 · m384-033 · m384-035 · Quelle: Ehlert1999

gebät

geröstet (bähen = leicht rösten) (Lemma: bähen)

TechnikalemannischLesefalle

gebättes/gebatem; NICHT „gebacken/eingeweicht"

Beleg: m384-022 · m384-031 · Quelle: Ehlert1999

gehertztez vaz

Geharztes Gefäß (Innenseite mit Baumharz/Pech ausgekleidet, zur Abdichtung), NICHT "gut vorbereitetes Gefäß" (Lemma: gehertzet)

GerätmittelhochdeutschLesefalle

Dient der Abdichtung/Haltbarmachung des Gefäßes für die Met-Lagerung.

Beleg: bgs-014 · Quelle: MHDBDB

gelessen

Verlesen, sortiert (von Stielen/minderwertigen Stücken befreit) - bei Trockenfrüchten wie Rosinen NICHT "eingeweicht" (Lemma: lesen)

TechnikfrühneuhochdeutschLesefalle

weinpern woll gelessen (mon-188) und "erlessen" (mon-190) sind dieselbe Verbfamilie (zu "lesen" = sortieren/auslesen, vgl. "Weinlese"), nicht zu "einweichen" oder "auflösen". Verwandt, aber nicht identisch mit "erclawpt" (ri15632-004, zu "klauben" statt "lesen") - beide meinen sortieren, andere Verbwurzel.

Beleg: mon-188 · mon-190 · Quelle: Fyndling

gelides

Glied - „aines gelides lang“ meint ein Fingerglied als Längenmaß, etwa 2 bis 3 cm (Lemma: glied)

Mengealemannisch

Genitiv zu „glid“. Das Maß bezieht sich auf das Fingerglied, nicht auf ein Gelenk und nicht auf das Glied einer Kette.

Beleg: m384-013 · m384-014 · Quelle: Ehlert1999

gemachter wein

gepanschter Wein; künstlich behandelter Wein mit unerlaubten Zusätzen

Begriffüberregional (fnhd.)Lesefalle

Nicht „zubereiteter Wein“, sondern gepanschter. Belegte Sonderbedeutung von „machen“ im Weinkontext: Grimm DWB „Gemächt“ II,2c, „von künstlichem herrichten und anmachen des weins“. Nürnberg verbot es schon im 13./14. Jh. - niemand solle Wein „mit kainerley gemechte, swie daz genant ist“ machen; einzige Ausnahme war die Eiklarschönung welschen Weins. Strafe: zehn Pfund Heller und fünf Jahre Schankverbot, für den Ausführenden lebenslange Stadtverweisung (Baader, Nürnberger Polizeiordnungen, 1861, S. 205). Die Ordnung von 1497 nennt die Mittel: gebrannter Wein, Waidasche, Senf, Speck, Milch, Wasser, dazu Schwefeln. Erkennungszeichen im Text ist die Nachbarschaft: k1-006 und kkm-016 nennen „gemachte wyn“ neben „verdorben“ und „zäh“, also neben zwei Weinfehlern. Davon zu trennen ist der selbst angesetzte Würzwein, den so1-130 unter der Rubrik „Von gemachtem Win“ führt.

Beleg: k1-006 · kkm-016 · Quelle: Grimm-DWB;Baader1861;Parallel

gepraten

Partizip "gepraten/praten" = gebraten, NICHT Brät - bei Fleisch-Substantiv mit Artikel ("ain gepraten huen" = ein gebratenes Huhn) (Lemma: gebraten)

TechnikbairischLesefalle

Gegenrichtung zu geprät=Brät: Partizip gepraten=gebraten vs. Substantiv prät=Brät/Farce; Artikel+Morphologie entscheiden. prat kann zudem Brot sein (vgl. pfefferbrot, m5919-061). Cross-source bgs-028/koe-002. Mondsee-Variante: gepratten huen czw glid das chlain (mon-080) - ohne Zwillingsvergleich liest sich "czw" leicht als Zahl "zwei" statt als Präposition "zu"; korrekt ist "ein gebratenes Huhn, klein zerteilt", nicht "Hühnerbrät und zwei Stücke Fleisch". Zwilling m5919-063 nennt das Gericht selbst "Mörserhühner".

Beleg: m5919-063 · m5919-065 · mon-080 · Quelle: Parallel

geprät

das Brät = (rohes) fein zu zerkleinerndes Fleisch-/Fischfleisch (Farce), NICHT "gebraten" (Lemma: brät)

ZutatbairischLesefalle

geprät/prät = Brät; auch "hechten prät" = Hechtbrät. Modell-Falle: als "gebraten" (geprat) fehlgelesen. Bestätigt Ehlert §2.6.

Beleg: ri15632-001 · Quelle: Ehlert1999

gerben

kraeftig durcharbeiten, kneten - beim Teig, NICHT Leder gerben (Lemma: kneten)

TechnikmittelbairischLesefalle

⚠️ Unsere Lesart aus dem Kontext, KEINE Woerterbuch-Bedeutung: die Woerterbuecher belegen fuer das Wort das Gerben von Leder bei Benecke und Lexer, das Reinigen von Getreide von den Spelzen bei Fischer und derbes Pruegeln bei Grimm - eine Teig-Bedeutung steht dort nirgends. Gemeinsamer Kern aller drei ist kraeftiges Durcharbeiten, und beide Korpusstellen stehen im Teigkontext: ka2-056 „Mach ainen taig ab mit gerben“, mon-229 „leg ain platt auff den gerben taig“. Etymologisch gehoert das Wort zu ahd. garawan = bereiten, zuruesten.

Beleg: ka2-056 · mon-229 · Quelle: Fyndling

gewaidt

ausgeweidet (von Innereien befreit) (Lemma: ausgeweidet)

Technikalemannisch

gewaidest

Beleg: m384-013 · m384-034 · Quelle: Ehlert1999

gewelten taig

ausgerollter (gewellter) Teig (Lemma: gewellter teig)

TechnikalemannischLesefalle

NICHT „gewalkt"

Beleg: m384-017 · m384-020 · Quelle: Ehlert1999

geworren

Zu mhd. "werren" (verwirren/hineinmischen) - NICHT "gekocht" (Lemma: hineingemischt)

VerbmittelhochdeutschLesefalle

Frühere Lesart suggerierte einen im Text nicht belegten separaten Kochschritt.

Beleg: bgs-089 · Quelle: Fyndling

geyslicz

saure Hafergrütze (später auch allgemein: feste, gegossene und kalt gestockte Speise) (Lemma: geislitz)

GerichtmehrereLesefalle

NICHT von „Geiß" (Ziege) - reiner Klanganklang, keine echte Wortverwandtschaft. Slawisches Lehnwort (böhm. kyselice = saure Mehlspeise, kyselý = sauer), belegt bei Lexer (15. Jh.), im Schweizerischen Idiotikon und im Grimmschen Wörterbuch, das eine fast wortgleiche Zubereitungsanweisung zitiert wie mon-152 („so seud sy und geusz sy dann auf ain schussel..."). In Alpendialekten (Pustertal, Kärnten) bis in die Neuzeit für sauren, kalt gegessenen Haferbrei belegt. Der Name weitete sich auch auf andere gegossene oder gestockte Speisen aus (m5919-015: Kalbsfuß-Sülze, kein Getreide). Dritte Bestätigung: Grimm zitiert die Stelle ausdrücklich aus „meister Hans, des von Wirtenberg koch" - das ist unser Meister-Hans-Kochbuch, der Originaltitel stimmt wörtlich überein. Bei CoReMA (bs1.132) bündelt ein Eintrag beide Mondsee-Varianten: das Aufwallen im Reindl wie in mon-151 und das Erkalten mit Hautabziehen und Mandelmilch wie in mon-152. In unserem Korpus liegt die Stelle als mha-132 („Geyslicz: Warm und Kalt in der Fastenzeit") übersetzt und geprüft vor, als Geislitz beziehungsweise saure Hafergrütze, und deckt beide Varianten in einem Rezept ab.

Beleg: m5919-015 · mha-132 · mon-151 · mon-152 · Quelle: Lexer;Idiotikon;Grimm;CoReMA-bs1

graglat

Vermutlich "mit einem Kragen/Rand versehen"

TechnikbairischLesefalle

Hapax legomenon, kein externer Beleg - Lesart gestützt auf die Wortfamilie "Kragen" (Lexer/Grimm/Idiotikon). Beschreibt vermutlich die obere Öffnung eines Kruges.

Beleg: mon-181 · Quelle: unsicher

grewssen

Krebse / Krebs-Speise (Lemma: kreusen)

ZutatbairischLesefalle

Mondsee-Variante zu krewssen = Krebse (mon-016 „Krebsmus", Titelform; Körperform chrewssen). NICHT „Krausen/Gebäck".

Beleg: mon-016 · Quelle: Ehlert1999

grosser spitz

das (grosse/spitze) Ende der Eierschale, wo man das Ei aufschlaegt/oeffnet; NICHT steifer Eischnee (Lemma: spitz)

TechnikbairischLesefalle

schlach ayer auff an dem grossen spitz = Ei an der Spitze der Schale oeffnen (Krosseier). Hs.-Variante belegt "grossen spitz". Vgl. m384-081/082, rfk-047.

Beleg: ri15632-007 · Quelle: Ehlert1999

gruben

Grieben (Fett-/Speck-Grieben); hier falsche Grieben aus gerösteten Brotwürfeln als Fasten-Ersatz (Lemma: grieben)

ZutatalemannischLesefalle

gruben = Grieben (Grammeln); NICHT „Gruben/Löcher"

Beleg: m384-073 · Quelle: Ehlert1999

gruen nusz

eingelegte unreife (grüne) Walnüsse - im Vorsommer eingemacht/entbittert; roh zu bitter, zur Fastenzeit nicht frisch verfügbar (Lemma: grüne nüsse)

ZutatalemannischLesefalle

NICHT frische rohe Nüsse (zu bitter) und NICHT getrocknete reife Nüsse

Beleg: m384-078 · Quelle: Ehlert1999

gruey

roh / gruen (Lemma: gruen)

BegriffmittelbairischLesefalle

gruey = gruen = noch roh; NICHT "sehr fein"

Beleg: m5919-056

grun

roh / unverarbeitet (Garzustand), NICHT Farbe/frisch (Lemma: gruen)

BegriffalemannischLesefalle

'grun'/'gruen' bezeichnet hier den Garzustand (roh, unverarbeitet), NICHT eine Farb- oder Frische-Angabe. Vierfach durch Korpus-Parallelen bestaetigt (ka1-031, ka1-059, m384-047, m384-070) + Lexer 1,1097. Verwandte mittelbairische Variante siehe 'gruey' (m5919-056).

Beleg: ka1-031 · ka1-059 · m384-047 · m384-070 · Quelle: Lexer;Parallel

gruppen

Graupen, Grütze (hier vermutlich Gerstengraupen) (Lemma: graupe)

Zutatbairisch

CoReMA-Sachglosse verknüpft die Stelle direkt mit Wikidata Q1436715 (groat). Text nennt Gerste als Ersatz, falls keine Graupen vorhanden sind.

Beleg: b4-071 · Quelle: CoReMA-GAMS

gucken

Eierschalen (Lemma: gucke)

ZutatbairischLesefalle

wieder in die gucken = zurueck in die leeren Eierschalen. Ehlert "in die Schalen".

Beleg: ri15632-007 · Quelle: Ehlert1999

guecz stupp

Gutes Gewürzpulver - Sammelbegriff, genaue Zusammensetzung nicht spezifiziert (typisch: Pfeffer, Ingwer, Galgant, Muskat, Zimt) (Lemma: gutes gewürzpulver)

Zutatbairisch

Formelhafte Wendung "guecz/guetz" (gutes) + "stupp" (Pulver/Gewürzpulver, vgl. "stupp es dann ab" = bestäube es).

Beleg: mon-126 · mon-201 · Quelle: Fyndling

H

hafen

Topf (Kochgefäß), nicht Mörser

Gerätalemannisch-schwäbischLesefalle

Alemannisch-schwäbisches Parallelwort zum bairischen "chopff" (siehe dort). Bei mha-167 explizit gegen Mörser-Lesart abgegrenzt: Mandeln werden im Hafen (Topf) mit einem Hölzchen gerührt, nicht im Mörser gestoßen.

Beleg: mha-139 · mha-151 · mha-167 · Quelle: Parallel

hassen stellen

Hosennestel (bildhafter Name fuer Hautstreifen/Baender), NICHT "Hasenteile" (Lemma: hosennestel)

BegriffbairischLesefalle

Titel und Text durchgaengig mit "Hase" statt der Hosen-/Nestel-Bildsprache verwechselt.

Beleg: mon-211 · Quelle: Parallel

hausen

Hausen (Stör)

ZutatmittelbairischLesefalle

fetter Fisch, wie Speck ausgelassen; NICHT Hecht (mager). Vgl. Hausenblase

Beleg: m5919-018

hauß wurtz

Hauswurz / Dachwurz (Sempervivum tectorum), Heilpflanze (Lemma: hauswurz)

ZutatbairischLesefalle

NICHT generische 'Gewuerze'

Beleg: ri15632-024 · Quelle: Ehlert1999

heffen

Topf, Kochgefäß (Lemma: hafen)

GegenstandbairischLesefalle

Bairisch "Hafen" = Topf, NICHT "Hefe" (Backtriebmittel) - klassischer False-Friend durch die ähnliche Schreibung.

Beleg: m467-003 · mon-201 · ri15632-023 · Quelle: Fyndling

heidenisse kuochen

Heidnische Kuchen - nach vorherrschender Forschungsmeinung Bezeichnung für eine als fremd/exotisch empfundene Zubereitung (hier eine ungewöhnliche Fleisch-Apfel-Mischung), kein religiöser Gegensatz zu "christlichen" Speisen (Lemma: heidnische kuchen)

Gerichtmittelhochdeutsch

Der Name bezieht sich auf die Fremdartigkeit der Zutatenkombination, nicht auf eine tatsächliche kultische/religiöse Zuordnung.

Beleg: bgs-005a · Quelle: Fyndling

holbroten

Hohlbraten - eine um einen Spieß geformte, gebratene Kalbfleisch-Farce, die nach Entfernen des Spießes hohl ist und sich in Ringe schneiden und füllen lässt (Lemma: hohlbraten)

GerichtmittelhochdeutschLesefalle

Nicht "Hohlbrot" (ausgehöhltes Brot) - der Umlaut "ö" in der Harsch-Fassung ("hol bröten") passt zu mhd. brâten, nicht zu brot. kkm-065 ("Holbrahten von Kalbfleisch") liefert die exakte Bauanleitung und bestätigt die Lesart; MHDBDB-Morphologie (hol+brâten) und Schweizerisches Idiotikon stützen sie zusätzlich. Ändert die Gerichtsidentität von bgs-090 grundlegend (Doppel-Farce-Konstruktion statt Fladen mit Brotkern).

Beleg: bgs-090 · kkm-065 · Quelle: Harsch;MHDBDB;Idiotikon;Parallel

hols

Hälse (Krebs-Schwanzfleisch bloßlegen) (Lemma: hals)

SonstigesalemannischLesefalle

häls/hels; NICHT „Holz"

Beleg: m384-028 · Quelle: Ehlert1999

honicsaum

Honigseim - dickflüssiger, ungeläuterter Honig (nicht der industriell erhitzte/gefilterte Flüssighonig des Handels); NICHT Honigwasser und NICHT Met. Moderner Ersatz: cremiger Honig (Lemma: honigseim)

ZutatmittelhochdeutschLesefalle

Wiederkehrender Terminus im Buch von guter Speise für ungeklärten, dickflüssigen Honig. Verwechslungsgefahr mit "Honigwasser" (verdünnt) oder "Met" (vergoren) - keins von beidem. Ralf (erfahrener Met-Brauer) bestätigt die Seim-Lesart gegen eine Schaum-Lesart; Lexer belegt "honecseim" direkt (4 Fundstellen), eine Form "honecschume" ist nirgends belegt. DWDS (s.v. "seimig"/"Honigseim") bestätigt unabhängig: "Honigseim = ungeläuterter Honig", mhd. "honecseim/honecsein"; "seim/seimig" = "dickflüssig", nicht dünnflüssig.

Beleg: bgs-002 · bgs-029 · bgs-049 · Quelle: DWDS;Lexer;Fyndling

hutzeln

Dörrbirnen, getrocknete Birnenschnitze (Lemma: hutzel)

Zutatfnhd

Lexer setzt „hützel, hutzel" als „getrocknete birne" an und belegt genau die Pluralform: „ein gemues von hutzeln". Grimm DWB führt „hutzel" als gedörrtes Obst, Äpfel- oder Birnenschnitz, nennt hutzel als die oberdeutsche Form und zitiert dafür die Kuchenmeisterei selbst - „gute huczelbirn", kuchenmeist. b3 -, dazu hutzelbirne = gedörrte Birne und hutzelbrühe = decoctum pirorum siccatorum. In kkm-097 stehen „dürr Hutzeln" ausdrücklich neben frischen Birnensorten „Regel oder Leutsbiern, Wasserbiern, Brahtbiern"; das schließt die zweite Grimm-Bedeutung „Holzbirne" hier aus. Sachlich dieselbe Zutat wie huzell in koe-018 und cloczen/kletzen.

Beleg: kkm-097 · Quelle: Lexer/Grimm

hutzlen

Dörrbirnen, getrocknete Birnenschnitze (Lemma: hutzel)

Zutatfnhd

Schreibvariante zu hutzeln, siehe dort; Beleg und Autoritäten identisch. In kkm-050 sind die „guten Hutzlen" neben geschälten frischen Birnen und Birnwasser die getrocknete Zutat der Fastenspeise.

Beleg: kkm-050 · Quelle: Lexer/Grimm

I

ingader

Eingeweide / Innereien (mhd. in-gäder / in-geäder) (Lemma: eingeweide)

ZutatalemannischLesefalle

hack das ingader = die Innereien; NICHT „zusammen" (frei erfundene Variante)

Beleg: m384-054 · Quelle: Ehlert1999

inolein

(kleine Menge) Öl (Lemma: öl)

ZutatbairischLesefalle

Hapax (nur mon-104 belegt), am plausibelsten als „in Ölein" (Diminutiv zu Öl) zu lesen - passend zum Weichdünsten der Zwiebeln vor dem Zusammenführen mit dem Fisch. Kein Fremdwörterbuch-Beleg; Alternative „Brühe/andere Flüssigkeit" bleibt schwächer, da Öl kulinarisch die naheliegendste Lesart fürs Weichdünsten ist.

Beleg: mon-104 · Quelle: Fyndling

K

kaltguss

kalte Aschenlauge (Reinigungswasser für getrocknete Hülsenfrüchte)

Technikbairisch

Lauge aus Holzasche und Wasser zum Waschen/Reinigen getrockneter Erbsen vor dem Kochen.

Beleg: b4-071 · Quelle: Mittelniederdeutsches Wörterbuch

kammen

Traubenstiele / Stielgerüst der Weintraube (Rappen) - das holzige Gerüst, an dem die Beeren sitzen (Lemma: kamm)

PflanzebairischLesefalle

kammen/Rappen = Stielgerüst der Traube; „ab dem kammen" = Beeren abbeeren/entrappen (vom Gerüst lösen) -> Frisch-Indikator: weinper hier = FRISCHE Trauben, nicht Rosinen. Mondsee-Variante: chempten (mon-035).

Beleg: ri15632-043 · Quelle: Ehlert1999

kastraun

Hammel (Fleisch des kastrierten Schafbocks)

ZutatbairischLesefalle

kastraeun; NICHT 'Kapaun'

Beleg: ri15632-024 · Quelle: Ehlert1999

kaut

das Schlechte / Ungenießbare (Lemma: das böse)

SonstigesalemannischLesefalle

alem. für kär; NICHT „Kraut/Magen"

Beleg: m384-028 · Quelle: Ehlert1999

kersseltz

Kirsch-Sülze / Kirschmus (zum Schwärzen bzw. Süßen von Saucen); NICHT von "Salz" abzuleiten (Lemma: kers-seltz)

Zutatostschwäbisch (augsburgisch)Lesefalle

Zusammengesetzt aus "kers" (Kirsche, frühnhd. "kersche/kirsche") und "seltz" (Sülze bzw. eingekochtes Dickobst) - die Buchstabenfolge legt fälschlich "Salz" nahe. Bestätigt durch saw-046, wo blosses "seltz" im selben Buch eindeutig als Sülze übersetzt wird, sowie durch saw-007/saw-007a, die "kersseltz" konsequent als Kirschmus lesen.

Beleg: saw-005 · saw-006 · saw-007 · saw-007a · Quelle: Parallel

kinen / zukinen

Gut aufquellen/anschwellen (sichtbares Quellen in Flüssigkeit), NICHT "garen" (Lemma: kinen)

TechnikmittelhochdeutschLesefalle

Bezeichnet das Quellen der Frucht in der Flüssigkeit vor dem eigentlichen Sieden, nicht den Garvorgang selbst.

Beleg: bgs-009 · Quelle: Lexer

kluoge spise

Formel-Überschrift des Buches von guter Speise für ein Rezept, das als besonders fein/geschickt gilt - kein auf ein einzelnes Gericht gemünzter Kalauer (Lemma: kluge speise)

Begriffmittelhochdeutsch

Wiederkehrende Kapitel-Floskel, keine Beschreibung der konkreten Zubereitungstechnik.

Beleg: bgs-006 · bgs-009 · Quelle: Fyndling

knucken

Markhaltige Knochen bzw. das Knochenmark selbst, NICHT einfach "Knochen" allgemein (Lemma: markknochen)

ZutatmittelhochdeutschLesefalle

Gestützt durch CoReMA-Glossen-Korpus (Wikidata Q546523 "bone marrow") und Harsch-Edition. Liefert Fett/Bindung, nicht nur Geschmack wie gewöhnliche Suppenknochen.

Beleg: bgs-086 · bgs-087 · Quelle: Fyndling

kranbipir

Wacholderbeere (Lemma: wacholder)

ZutatmittelbairischLesefalle

bairisch ‘Kranewitt/Kranbeer’ = Wacholder; NICHT Cranberry/Preiselbeere (moderner Falscher Freund). Mondsee-Variante: chraniperen (mon-070).

Beleg: m5919-009 · mon-070

krewssen

Krebse / Krebs-Speise (Lemma: kreusen)

ZutatbairischLesefalle

krewssen = Krebse (vgl. Kachelmus 46). NICHT 'Krausen/Gebaeck'. Mondsee-Schreibvarianten: grewssen/chrewssen.

Beleg: ri15632-046 · ri15632-051 · Quelle: Ehlert1999

krosz ayer

Krause Eier (südoberdt./alemann. Lautvariante u→o zu rheinfränk. ‚kruse‘ = kraus/gekräuselt); Textur krümelig/gekräuselt (Lemma: krause eier)

GerichtmehrereLesefalle

NICHT ‚knusprig‘ (modern/niederdt., nur Wiswes Vermutung); vgl. rfk-047 ‚kruse eyer‘ vgl. modern ‚Gekröse‘ (gleiche krōs/krūs-Wurzel = kraus/gefältelt) als o-Lautung-Anker. Mondsee-Variante: chros air (mon-109), aufgelöst über m5919-027 ‚Wildu machen kroß ayr‘.

Beleg: m384-081 · m384-082 · m5919-027 · mon-109 · Quelle: Ehlert1999

kuel (prat es kuel)

Hitzegrad-Adverbial "auf schwacher/gemäßigter Hitze", NICHT nachträgliches Abkühlen (Lemma: kuel)

Technikalemannisch-schwäbischLesefalle

Prat es kuel = "brate es auf schwacher Hitze" (ein Vorgang), nicht zwei getrennte Schritte (braten, dann abkühlen). Bestätigt durch Cgm-5919-Parallelen ("rast es kull auff kolen", "las es kuel pachen ... das Es nicht verprynn").

Beleg: m5919-060 · m5919-074 · mha-228 · Quelle: Parallel

kächel mueß

Gericht in einem irdenen/glasierten Gefaess (Kachel) gekocht (Lemma: kachelmus)

GerichtbairischLesefalle

CoReMA liest 'krichel'; = kächel (Kachel/Tongefaess). NICHT 'krichel/Dohle'

Beleg: ri15632-046 · Quelle: Ehlert1999

L

latig ayr

lautere/ganze Eier (Lemma: itel ayr)

ZutatmittelbairischLesefalle

latig ayr = ytal/itel ayr = ganze Eier (l/t-Verlesung); NICHT "fluessige Eier"

Beleg: m5919-058

latwergen

Latwerge - eine süße, dicke Fruchtpaste, oft auch als Heilmittel (Elektuarium) gebräuchlich (Lemma: latwerge)

Gerichtmittelhochdeutsch

Gut haltbar und transportabel - Grenzgänger zwischen Küche und mittelalterlicher Apotheke.

Beleg: bgs-085 · kkm-102 · kkm-106 · kkm-107 · Quelle: Fyndling

laxis

Flaches Pfannengericht aus Hühner-Mägen/-Lebern mit Ei und Kümmel gebunden

GerichtmittelhochdeutschLesefalle

Hapax legomenon, Etymologie unklar (evtl. mhd. lasche/laschen "flacher Streifen" oder lat. lixa "Köchin"). Inhaltliche Identität ist klar, nur der Name ungeklärt.

Beleg: bgs-040 · Quelle: unsicher

leczellten

Lebkuchen / Gewürzgebäck / gewürztes Gebäck / Honigkuchen (Lemma: lebkuchen)

Zutatüberregional (fnhd.)Lesefalle

auch lepczelten; NICHT „Zeltlein"

Beleg: mha-191 · Quelle: Ehlert1999;Parallel

lehsen

Lachs, NICHT Schleie (Lemma: lahs)

ZutatmittelhochdeutschLesefalle

Eine der beiden Fischvarianten im Schlusssatz des Rezepts.

Beleg: bgs-023 · Quelle: Lexer

leinen taygel

weicher (Ausback-)Teig (zu len=weich) (Lemma: leiner teig)

TechnikbairischLesefalle

leins/lenen/leinen taygel = weicher Backteig. NICHT 'Leinen-Teig/duenn wie Leinen'

Beleg: ri15632-051 · ri15632-053 · ri15632-054 · Quelle: Ehlert1999

len

weich (von Eiern: weich gesotten)

TechnikbairischLesefalle

Hs 'leu' (sinnlos) -> Edition emendiert 'len'=weich. NICHT 'lange'

Beleg: ri15632-031 · Quelle: Ehlert1999

lovinke

Finkenart (mhd. lovinke), hier als bewusst absurde, unbeschaffbare Scherzzutat ("lovinken zvngen" = Finkenzungen) (Lemma: fink)

TiermittelhochdeutschLesefalle

Hapax im Korpus, nur bgs-053 belegt (Küchenscherz-Rezept).

Beleg: bgs-053 · Quelle: Lexer

luen

UNGEKLAERT (Hapax) - entweder 'gluehen' oder alemannisch/schweizerdeutsch 'schauen, lugen' (Lemma: luen (ungeklaert))

VerbalemannischLesefalle

HAPAX, nur ka1-052. Ursprünglich als „glühen" gelesen, was eine ganze Erzählung zur Gartechnik über der Glut stützte; das Schweizerische Idiotikon belegt dialektal aber ebenso gut „luen" = „schauen/lugen", passend zur alemannischen Herkunft von Ka1. In unserem Review auf ungeklärt herabgestuft, beide Lesarten dokumentiert - KEINE gesicherte Lesart.

Beleg: ka1-052 · Quelle: Idiotikon

M

machs ab

abschmecken und vollenden, NICHT servieren und NICHT vom Feuer nehmen (Lemma: abschmecken)

TechnikmehrereLesefalle

Formelhafte Schlusswendung, 33 Stellen in 32 Rezepten aus vier Buechern. Was folgt, ist immer die Zutat, mit der abgeschmeckt wird: „machs ab mit saltz vnd würtz“, „machs ab mit zucker“, „machs ab mit buttern“, „machs ab mit honig vnd mit gewurcz“. Deshalb heisst „ab machen“ hier abschmecken und fertigstellen. Die naheliegende Fehllesart „serviere es“ oder „nimm es ab“ passt an keiner dieser Stellen. Auch dort gemeint, wo die Zutat fehlt: ka2-054 „legs In dy aier prue vnd machs ab“.

Beleg: ka2-027 · ka2-032 · ka2-033 · ka2-051 · ka2-052 · ka2-053 · ka2-054 · kkm-002 · kkm-012 · kkm-014 · kkm-016 · kkm-028 · kkm-034 · kkm-035 · kkm-045 · kkm-052 · kkm-056 · kkm-070 · kkm-101 · kkm-106 · mha-028 · mha-038 · mha-053 · mha-191 · mha-210 · mon-004 · mon-006 · mon-009 · mon-214 · mon-225 · mon-231 · mon-234 · Quelle: Parallel

maczwenn

Verklebte Schreibung "mach"+"czwenn" (=zwei, Kardinalzahl), kein Hapax und keine Jahreszeit-Bezeichnung ("Maerzaal") (Lemma: zwei)

ZahlwortbairischLesefalle

Belegt durch MHDBDB-Lemma "zwei" (Schreibvarianten czwenn/zwen/zway, auch mon-062/mon-173), CoReMA-GAMS gr1.207 sowie wortnahen Zwilling m5919-002 ("Illusion vom doppelten Aal").

Beleg: mon-208 · Quelle: MHDBDB/CoReMA-GAMS/Parallel

magen

Mohn (Schlafmohn); im Innereien-/medizinischen Kontext wörtlich Magen (Lemma: mohn)

Zutatüberregional (fnhd.)Lesefalle

im Speise-/Fasten-Kontext = Mohn (mha-005/024); bei Innereien-Rezepten aber wörtlich Magen möglich - Kontext prüfen

Beleg: mha-005 · mha-024 · Quelle: CoReMA-Wikidata;Parallel

mandelcziger

Mandel-Quark (ziger = Quark, Lexer III,1110); kaeseartig eingedickte Mandelmilch (Lemma: mandelziger)

GerichtalemannischLesefalle

cziger/ziger = Quark (Ehlert „Suarke aus Mandeln"); NICHT bloss „Mandelcreme/Blancmanger"

Beleg: m384-061 · m384-071 · Quelle: Ehlert1999

mandelziger

Mandelquark/Mandelkaese (Fasten-Kaeseimitat aus abgetropfter Mandelmilch)

Gerichtbairisch

Mandelmilch mit Mehl/Wein aufgekocht und abgetropft, stockt wie Quark. Vgl. mha-004, bgs-039.

Beleg: ri15632-003 · Quelle: Ehlert1999

masanczen

Gebackenes Käse-Ei-Gebäck (vermutlich Diminutiv aus mhd. "masse" + Suffix "-ancz/-enczen"), NICHT Hapax legomenon (Lemma: käs-mäsle)

Gerichtübergreifend (schwäbisch-alemannisch + bairisch-österreichisch)

Cross-dialektal belegt (mha-214 "Masannczen" vs. mon-230 "masanczen") - das Wort/Rezept zirkulierte offenbar ueber Dialektgrenzen hinweg, entgegen der urspruenglichen Annahme einer rein schwaebisch-alemannischen Praegung.

Beleg: mha-214 · mon-230 · Quelle: Parallel

masannczen

Vermutlich kleine Käse-Ei-Portionen ("Käs-Mäsle"), NICHT gesichert als "Teigmasse" (Lemma: masse)

Gerichtalemannisch-schwäbischLesefalle

Hapax legomenon. Lexikalisch ist mhd. mâze/masse vor allem als "Maß, Mäßigung" belegt, nicht als "Teigmasse" - kulinarische Deutung stützt sich auf Nähe zum schwäbischen Käs-Mäsle, keine gesicherte Belegstelle.

Beleg: mha-214 · Quelle: unsicher

megelech

Hühnermagen (Muskelmagen), NICHT Rindermark/Knochenmark (Lemma: hühnermagen)

ZutatmittelhochdeutschLesefalle

CoReMA-Sachglosse zur selben Handschrift (M11.95) belegt eindeutig Hühnermagen, gestützt durch MHDBDB-Lemma "mage" und den Kontrast zum direkt vorangehenden Rezept derselben Schreiberhand, das "knucken" (=Knochenmark) korrekt verwendet - zwei ähnlich klingende, aber unterschiedliche Zutaten in Nachbarrezepten.

Beleg: bgs-091 · Quelle: Fyndling

mel

Schmutz/Staub (nicht Mehl) - eigenes fnhd. Lemma "mël", getrennt von "mel"/Mehl; CoReMA-Glosse Q555882 mit explizitem Ausschluss-Vermerk (Lemma: schmutz)

ZutatfruehneuhochdeutschLesefalle

Getrocknete Feigen werden vom Schmutz der Lagerung abgewaschen ("wasch das mel dauon"), nicht von einer erfundenen Mehl-Bestaeubung.

Beleg: mha-008 · Quelle: CoReMA/MHDBDB/Fyndling

mengez

Kontraktion aus "menge" (misch) + enklitischem "ez" (es) - ein eigener Arbeitsschritt NACH dem vorherigen Röstschritt, nicht Teil davon (Lemma: mische es)

VerbmittelhochdeutschLesefalle

Wurde bisher so gelesen, als gehöre das Würzen zum Röstvorgang selbst; tatsächlich folgt "mengez" als separater Schritt nach dem Rösten.

Beleg: bgs-061 · Quelle: Fyndling

merck

Rubrik-/Kopfformel "merke!" (nota), KEIN Gerichtsname - nicht "Mark" oder "Hals" (Lemma: merken)

BegriffbairischLesefalle

Invariante Kopfformel dieses Schreibers ("Aber anderlay huner ... merck" = "merke: noch eine andere Art Huhn"). Modell-Falle: als Gerichtsname (Hals/Mark) oder Inhaltswort fehlgelesen.

Beleg: m5919-030 · m5919-061 · m5919-065 · m5919-068 · m5919-069 · Quelle: Parallel

merung

Beimischung / Zugabe (von Zutaten)

TechnikalemannischLesefalle

one alle merung von X = ohne Beimischung von X (Ausschluss!); NICHT „Vermehrung/Volumen"

Beleg: m384-056 · Quelle: Ehlert1999

messel

Messing (Buntmetall am Topfboden: Hitzeverteiler, kein Anbrennen)

ZutatbairischLesefalle

CoReMA liest 'nessel'; NICHT 'Brennnessel' - nur Anfangsbuchstabe m/n

Beleg: ri15632-023 · Quelle: Ehlert1999

moisz

Maß - ZWEI Bedeutungen: als Volumeneinheit („ein moisz honigs“) oder abstrakt als rechtes Verhältnis („zu rechter moisz“) (Lemma: maß)

Mengeripuarisch (westmitteldeutsch)Lesefalle

Ripuarische Schreibung von „Maß“ (mhd. mâz): langes a wird zu langem o, das <i> ist Längenzeichen - dieselbe Schreibweise wie in „loiszs“, „zuloisz“, „koilfuer“ im selben Buch. ⚠️ Die Falle ist nicht das Wort, sondern die Konstruktion. „ein moisz“ plus Stoff im Genitiv ist die VOLUMENEINHEIT: „Nym ein moisz honigseym“ (k1-167), „Nim ein moisz honigs“ (k1-151). „zu rechter moisz“ und „zu mossen“ meinen dagegen das ABSTRAKTE Maß, also das richtige Verhältnis beim Abschmecken: „mach sy ab zcu rechter moisz mit wurtzen vnd saltz“ (k1-001), „Wurtze vnd Saltze sie zu mossen“ (k1-087) - dort keine Mengenangabe hineinlesen. Zwei der vier k1-Belege sind abstrakt. Die Einheit ist durch den Zwilling gesichert, nicht erschlossen: k1-167 „Nym ein moisz honigseym / Broombere . v . quartarium“ steht in so1-133 als „So nim ein maß honig saym vnd bramber funff mas“. ⚠️ Wie groß die Maß war, ist UNBEKANNT - k1-167 mischt deutsche und lateinische Maße im selben Satz, und das Verhältnis quartarium : moisz ist nicht belegt. Keine Litermenge daraus ableiten. Die zwei Lesarten sind KEIN Homonym, sondern die beiden Pole eines Wortes, und beide leben im heutigen Deutsch weiter: konkret im Maßkrug, abstrakt in „mit zweierlei Maß messen“ und „das rechte Maß“. Wer das im Kopf hat, erkennt die Stelle richtig. ⚠️ DRITTE Falle, ein echtes Homograph: „moisz“ kann im Westmitteldeutschen auch das Modalverb „muss“ sein. Grimm belegt es s.v. KEGELSCHIEBER aus den Weisthümern (2,208): „was dan von spieler und kegelschieber gescheen will, das moisz mit der drier herren erlaubunge sament gescheen“ - dort heißt „das moisz“ eindeutig „das muss“. In K1 selbst wird das Modalverb „Musz“ geschrieben (k1-005: „Musz man mit wurtzen abtemperiren“), die Unterscheidung trägt dort also - aber sie ist nicht schreibungssicher und darf nicht vorausgesetzt werden. Faustregel: steht ein Verb dahinter, ist es „muss“; steht ein Stoff dahinter, ist es „Maß“.

Beleg: k1-001 · k1-167 · so1-133 · Quelle: Parallel;Grimm-DWB;Fyndling

molter

laengliches, ausgehoehltes Gefaess / Mulde / Moersertrog

GerätbairischLesefalle

Ehlert: 'laengl. ausgehoehltes Gefaess'. NICHT Moerser/Getreidemass; hier flacher Trog zum Trocknen

Beleg: ri15632-040 · Quelle: Ehlert1999

morochen

Morcheln (auch als Formziel für Schaugerichte: "falsche Morcheln") (Lemma: morchel)

PflanzemehrereLesefalle

mhd. auch Möhre; hier Morchel (vgl. Rez. 69). In mon-148 (maurochen/welischweinper) bezeichnet CoReMA-GAMS (o:corema.gr1.148) das Rezept selbst direkt als "Fake morels, raisins and almonds" - eine Süß-Mandel-Masse wird zur Morchel-Silhouette (Hut+Stiel) geformt, im Text als "Birne" mit Mandel-"Stiel" beschrieben. Spellingfamilie breiter belegt: mawrochen (mon-205, echte gefüllte Morcheln), mauerochen/maurochen auch in Wolfenbüttel Wo3 (CoReMA o:corema.wo3b.108/109), dort von CoReMA direkt als Zutat "morel" glossiert - unabhängige Cross-Manuskript-Bestätigung derselben Lesart.

Beleg: m384-018 · mon-148 · mon-205 · Quelle: Ehlert1999;CoReMA-GAMS

muelter

laengliches ausgehoehltes Gefaess, Backmulde oder Trog (Lemma: molter)

GerätmittelbairischLesefalle

ka2-056 „leg In auf ein tuchel In ain muelter“ - der Teig wird auf einem Tuch in der Mulde ausgezogen. ⚠️ Homograph: dieselbe Schreibung faellt mit mhd. „muolter“ zusammen, das nichts mit Gefaessen zu tun hat; die Zuordnung folgt hier dem Kontext und der Parallelform „multer“ in ka2-002.

Beleg: ka2-056 · Quelle: Ehlert1999;Autenrieth

multer

laengliches ausgehoehltes Gefaess, Backmulde oder Trog (Lemma: molter)

GerätmittelbairischLesefalle

ka2-002 „leg In In ain char oder multer“ stellt Gefaess und Mulde nebeneinander und macht damit die Wortart klar. Autenrieth setzt „die Mulde“ direkt mit „multer“ gleich. Dieselbe Vokabel wie der Eintrag „molter“; NICHT Moerser und kein Getreidemass.

Beleg: ka2-002 · Quelle: Ehlert1999;Autenrieth

murseln

In kleine Brocken/Stücke schneiden (Lehnwort, vgl. frz./it. morceau/morsello = Bissen/Stück) (Lemma: morceau)

VerbmittelhochdeutschLesefalle

Hapax im Korpus, nur bgs-047 belegt. Romanisches Lehnwort, keine germanische Wurzel - Indiz für den urbanen, weltoffenen Würzburger Entstehungskontext des Buchs von guter Speise.

Beleg: bgs-047 · Quelle: Fyndling

mustat

kontextabhängig: geschnitten→Muskatblüte (Macis), sonst Muskatnuss (Lemma: muskatnuss/muskatblüte)

ZutatmittelbairischLesefalle

mustat/muscat = Muskat-Gewürz, NICHT Senf (=senft, m5919-017). KONTEXT-REGELN: (1) steht „schneiden" dabei → Muskatblüte (Macis), denn die ledrigen Blütenhäutchen schneidet man, die harte Nuss reibt man (060/098/101/103). (2) reiben/Pulver/Gewürzliste/ohne Verb → Muskatnuss, mit Macis als Alternative (013/021/094/095/096/104). (3) impliziert die Menge eine oder mehrere GANZE Nüsse („drei mustat") → immer Macis, sonst toxisch (060/098/103).

Beleg: m5919-013

N

naegelein

Gewürznelken (Nägelein/Bratnägelein); gerieben = zerstoßene Nelken (Lemma: gewürznelke)

Zutatüberregional (fnhd.)Lesefalle

Nägelein/negelein/nagel = Gewürznelken (von der Nagel-/Nägelein-Form), NICHT Eisennagel. „griben pratt nagel" = geriebene Bratnägelein = zerstoßene Nelken. Korpusweit verbreitet (mha/meb/koe/foc u.a.).

Beleg: mon-033 · Quelle: Ehlert1999

O

obry milich

Rahm/Sahne (fettreiche Schicht auf unhomogenisierter Milch) (Lemma: obere Milch)

ZutatbairischLesefalle

Wörtlich 'obere Milch' - bezieht sich auf den Rahm bzw. die Sahne, die sich beim Stehenlassen auf unhomogenisierter Milch oben absetzt, nicht auf eine eigene Milchsorte.

Beleg: mon-114 · Quelle: Fyndling

P

panprein

Hirsebrei (Vergleichsgericht für Form/Konsistenz) - Kompositum aus 'pan-' (Panicum/Hirse) + 'prein' (Brei) (Lemma: hirsebrei)

GerichtbairischLesefalle

Kompositum: 'pan-' verweist auf Panicum/Rispenhirse (so auch CoReMA-Wikidata Q165196), '-prein' ist eigenständig belegt - Schmeller glossiert 'prein' direkt als lat. 'milium' (Hirse) UND 'puls' (Brei/Mus), MHDBDB führt 'prein' als Schreibvariante des Lemmas 'brî' (=Brei). 'Pan-' präzisiert also gegenüber dem allgemeineren 'prein' (das laut Schmeller auch anderes Getreide-Mus meinen konnte) speziell auf Hirsebrei. Frühere Lesart 'Brotpudding' war unbelegt und ist zu verwerfen. Hapax im Korpus, aber außerhalb gut bezeugt.

Beleg: mon-140 · Quelle: Schmeller;MHDBDB;CoReMA-Wikidata

pehaym

böhmisch (Fragment von „pehaymisch"/„behamysch") (Lemma: böhmisch)

Adjektivbairisch

B4 bricht das Wort am Zeilenende ab; w1-074 erhält den vollen Titel „Ein behamysch arbaiss" und bestätigt damit extern die böhmische Lesart sowie den b/p-Wechsel.

Beleg: b4-071 · w1-074 · Quelle: Parallel

pessten

besten - Superlativ zu gut, Schreibung mit doppeltem s (Lemma: best)

Begriffbairisch

„richt In an im pessten safft“ - im besten Saft anrichten.

Beleg: ka2-049 · Quelle: Fyndling

peste

fest werden, gelieren (Lemma: fest)

VerbbairischLesefalle

„wie man sulcz macht daz sy pald peste“ und „so pestet die sülcz pald“ - die Sülze soll schnell fest werden. NICHT als Superlativ „beste“ lesen: dieselbe Buchstabenfolge steht in anderen Rezepten als „pesten“ für „besten“.

Beleg: m467-001 · Quelle: Fyndling

pesten

besten - Superlativ zu gut, mit bairischem p für b (Lemma: best)

Begriffbairisch

Im Korpus durchweg „dem pesten wein“, „dem pesten kraut“, „dem pesten gewurcz“. ACHTUNG: dieselbe Buchstabenfolge steht in m467-001 als „peste“ für „fest werden“, siehe dort.

Beleg: ka2-043 · koe-026 · m5919-073 · mha-160 · mha-184 · mha-189 · mha-240 · mon-186 · Quelle: Fyndling

pfeffer

würzige, gebundene Sauce / ein Pfeffer-Gericht ODER schlicht das Gewürz Pfeffer (auch Pfefferbrot) - Kontext entscheidet

Gerichtalemannisch

nicht das Gewürz

Beleg: m384-021 · m384-026 · m384-028 · Quelle: Ehlert1999

pfefferbrot

Gewürzbrot (Saucenbrot zum Binden)

ZutatalemannischLesefalle

pfeffer brott; Gewürzbrot, NICHT „Brot für Pfeffersauce"/nicht scharf

Beleg: m384-006 · m384-025 · m384-032 · Quelle: Ehlert1999

pfenbart

Pfennwert - die Menge, die man für einen Pfennig bekam (Preisangabe, kein Maß) (Lemma: pfennwert)

MengebairischLesefalle

Schreibvariante zu pfenbert, siehe dort. In m5919-007 „ainem pfenbart ober milch“, also ein Pfennwert Obermilch - das Wort steht dort mit Artikel und ohne Zahl, ist also ein Substantiv und keine Abkürzung.

Beleg: m5919-007 · Quelle: Schmeller/Grimm

pfenbert

Pfennwert - die Menge, die man für einen Pfennig bekam (Preisangabe, kein Maß) (Lemma: pfennwert)

MengemittelbairischLesefalle

Bairisch mit b für w, deshalb pfenbert statt pfenwert. Schmeller führt unter dem Lemma Pfennwert genau diese Schreibung in genau dieser Konstruktion: „ain pfenbert prot“, „mit zwain pfenbert brot“, daneben „zwai pfenwert semlen opfern“ (Monumenta Boica XIX, 162 und 349). Grimm glossiert „ein pfenwert (für 1 pfennig) biren“. NICHT als Pfund lesen: Ka2 schreibt Pfund immer aus (ka2-029 „ein pfunt mandel“), ein alleinstehendes p als Abkürzung kommt nicht vor. Am Faksimile fol. 97v in Vollauflösung gegengeprüft, die Stelle steht dort zweimal. Zwilling mit Milchprodukt: m5919-007.

Beleg: ka2-052 · Quelle: Schmeller/Grimm

phanczelten

Pfannkuchen (dünne, in der Pfanne gebackene Eierfladen) (Lemma: pfannzelten)

GerichtbairischLesefalle

Pfann + zelten (zelten = flacher Kuchen/Fladen, vgl. bimezelten); pfannengebackener Eierfladen = Pfannkuchen. NICHT Lebzelten/Lebkuchen (vgl. leczelten).

Beleg: mon-017 · Quelle: Fyndling

phuesß

Keule (Wildbretkeule), nicht Fuß (Lemma: keule)

ZutatbairischLesefalle

CoReMA glossiert das Wort auf der GAMS-Objektseite zu mon-072 selbst wörtlich als englisch „deer joint" (Wikidata Q67777561 „haunch of venison") - eine Keule, kein abgetrennter Fuß. Handschriftlich zunächst als „fueß" angesetzt, vom Schreiber selbst durchgestrichen und durch den Fachbegriff ersetzt. Derselbe Fuß-als-Keule-Sprachgebrauch mit identischem CoReMA-Beleg findet sich unter „fuessel" bei Geflügel (mon-086, m5919-096, koe-020) - ein wiederkehrendes Muster in diesem Korpus.

Beleg: mon-072 · Quelle: CoReMA;Parallel

piczolten

UNGEKLÄRT (Hapax); Fyndling-Lesart: „be-zelter" Wein - Wein mit eingekochtem Gewürz-/Lebzelten (Lemma: be-zelten)

BegriffbairischLesefalle

HAPAX, nur mon-025, kein Wörterbuchbeleg - KEINE gesicherte Lesart. Fyndling-Synthese: bair. p-=b-, piczolten=Partizip „be-zelt(et)" -> Wein, in dem Lebzelten/Honigzelten aufgekocht wurde (kongruiert mit mask. „wein"; zelten-Wortfeld vgl. leczelten/bimezelten; ergibt Lebkuchen-Weinsauce). Alt.: alpenromanisch pizzolo/Picolit = gespritzter/besonderer Wein (erklärt -o-).

Beleg: mon-025 · Quelle: Fyndling

plat

in der Pfanne gebackener Eierkuchen; kontextabhängig auch Platte / flache Schale (Lemma: eierkuchen)

ZutatalemannischLesefalle

gewürfelt in Sauce; NICHT Fladenbrot

Beleg: m384-029 · Quelle: Ehlert1999

plater

Blatter/Blase (Tierblase), auch als Gussform (Lemma: blatter)

GerätbairischLesefalle

p/b-Wechsel: plater=blater=Blase. NICHT 'Platte/Teller'

Beleg: ri15632-040 · ri15632-055 · Quelle: Ehlert1999

platt

dünner Fladen aus der Ei-Semmel-Masse, kein eigener Teig (Lemma: Fladen)

FormbairischLesefalle

Bezeichnet keinen separat angesetzten Mehlteig, sondern einen dünnen Fladen, der direkt aus der zuvor angerührten Ei-Semmel-Masse in der Pfanne gebacken wird - zwei solche Fladen bilden Boden und Deckel der Pastete. Bestätigt durch den wortnahen Zwilling m5919-101, dessen FAQ dieselbe Konstruktion ausdrücklich klärt.

Beleg: mon-112 · Quelle: Parallel

plew

klopfen/schlagen (mhd. bliuwen); Stockfisch vor dem Waessern klopfen (Lemma: blaeuen)

TechnikbairischLesefalle

'stockvisch plew' = Stockfisch klopfen. NICHT 'blau kochen' (Forelle blau)

Beleg: ri15632-049 · Quelle: Ehlert1999/Lexer

pochs

Bock(s) (Lemma: bock)

ZutatmittelbairischLesefalle

pochs leber = Bocksleber (p fuer b, Schreiberfalle); NICHT Ochsenleber

Beleg: m5919-056

polei

Polei-Minze (Mentha pulegium) - leicht giftig, Ersatz reguläre Minze (Lemma: polei-minze)

ZutatmehrereLesefalle

polei/poley/polann (m5919), polioen (mnl., wes-055), polieux/pouliot (frz., via) = Polei-Minze (Mentha pulegium). Enthält Pulegon, in Kochmengen leicht giftig, heute nicht mehr verwendet → Ersatz reguläre Minze. Vorkommen: bgs-021, kkm-014/102/103, m5919-104, men-006, via-046/048, wes-055.

Beleg: m5919-104

pracz

braten (Imperativ „brat es") (Lemma: braten)

TechnikbairischLesefalle

bair. pracz = brat(en), VERB (b/p-Wechsel). NICHT Nomen „Bratwurst" - Verlesung an „wurst pracz". Auch m5919-043/058. MHDBDB brâten.

Beleg: mon-005 · mon-022 · mon-028 · Quelle: Fyndling

praycz

Breit, ausgebreitet (zu "breiten"/"praiten") - NICHT von "braten"/"pracz" abgeleitet (Lemma: breit)

TechnikbairischLesefalle

praycz plat(t) = breiter Fladen. Verwechslungsgefahr mit "braten" wegen ähnlichen Anlauts; Zwillingsbeleg mon-176 ("mach ain praycz platt von taig das nicht czw dunn sey" + "praydt das platt In die phan" = breite den Fladen in die Pfanne) stützt eindeutig die Breiten-Lesart.

Beleg: mon-176 · mon-194 · Quelle: Fyndling

preawn

bräunen/anbraten (Lemma: braten)

TechnikbairischLesefalle

Bairischer b/p-Wechsel wie bei „pracz"=braten; Kontext (Fleisch in der Pfanne) stützt die Brat-Lesart, Wort selbst ist in keinem Wörterbuch belegt. w1-074 hat an derselben Stelle „prewun".

Beleg: b4-071 · w1-074 · Quelle: Parallel

priss

Vermutlich Paste/Brei aus gemahlenen Mandeln oder eingeweichtem Weißbrot (Bindemittel/Weißfärbung)

Zutatalemannisch-schwäbischLesefalle

Hapax legomenon, auch von CoReMA als ungeklärt vermerkt. Lesart ergibt sich aus Kontext, kein gesicherter Wörterbucheintrag.

Beleg: mha-287 · Quelle: unsicher

puluer

(Gewuerz-)Pulver; "puluer daz wol" = gut wuerzen / mit Gewuerz bestreuen, NICHT mit Mehl bestaeuben (Lemma: pulver)

TechnikbairischLesefalle

Ehlert 2.6 "puluer: bestreu mit Gewuerz". Modell-Falle: als "mit Mehl bestaeuben" gelesen.

Beleg: ri15632-012 · Quelle: Ehlert1999

putter milch

Gericht aus Ei, Milch und Butter (frischer Ei-Milch-Kaese) (Lemma: buttermilch)

GerichtbairischLesefalle

NICHT modernes Buttermilch-Getraenk; Ei+Milch gerinnt, abgeseiht, mit Butter

Beleg: ri15632-048 · Quelle: Ehlert1999

putteren

Butter (Substantiv, schwache Dativ-/Akkusativform auf -en), nicht das Verb "buttern" (Lemma: buter)

Zutatalemannisch-schwäbischLesefalle

Satz "schlachs In ain pfannen vnd putteren" = zwei parallele Objekte (Pfanne + Butter), nicht "buttern" als Tätigkeit. Bestätigt durch Parallelstellen mon-044/mon-062 (dort ebenfalls Substantiv) und MHDBDB-Lemma "buter".

Beleg: mha-141 · Quelle: Parallel

R

ratten

Rot gebraten/geröstet (Farbangabe des Huhns), NICHT "wohlgeraten/gut zubereitet" (Lemma: rot gebraten)

ZutatbairischLesefalle

CoReMAs eigene Rezepttitel-Übersetzung "Sauce for red roasted chicken" (o:corema.gr1.221) bestätigt die Farb-Lesart direkt. Zwilling mha-185 ("Grüne Begleitsauce für schwarze und rote Hühner") bestätigt unabhängig dieselbe Gruen-Sauce-zu-Rot-Huhn-Konvention der Mondseer Farbhühner-Serie (schwarz/mon-219, weiß/mon-221, grün/mon-218).

Beleg: mon-222 · Quelle: CoReMA-Direktcheck

rayffall

Rainfal (auch reinfal, rayuol, reymel) - historischer italienischer Süßwein aus der Malvasier-Familie, keine Pflanze/kein Kraut (Lemma: rainfal)

ZutatbairischLesefalle

CoReMA-Glossierung identifiziert die Stelle direkt (b4-015: "rainval"; w1-016 rayuol="rainval"). Bildet mit Rumannyer/Rumanie ein Paar süßer Import-Weine, mit denen Saucen durchgeschlagen werden. Auch mha-197/mon-213 belegen rainfal/reinfal als Import-Süßwein.

Beleg: b4-015 · w1-016 · Quelle: CoReMA-GAMS

rech

rech praten = Rehbraten (Reh!), NICHT Rebhuhn (Lemma: reh)

ZutatbairischLesefalle

mhd. reh = Reh; Modell-Falle: als "Rebhuhn" gelesen (Verwechslung mit "rep huen" ri15632-001). Ehlert 2.6 "Rehbraten aus Fisch".

Beleg: ri15632-002 · Quelle: Ehlert1999

recht als der wachs bertt

Konsistenz „wie Wachsbrei" (Lemma: wie wachsbrei)

Technikalemannisch

Konsistenzangabe für feste Paste

Beleg: m384-012 · Quelle: Ehlert1999

reckolter

Wacholder - „reckolter fogel“ ist die Wacholderdrossel (Lemma: wacholder)

PflanzealemannischLesefalle

Goetze setzt es direkt gleich: „reckolter m. wacholder“. MHDBDB ordnet die Schreibung dem Lemma „reckholter“ zu. NICHT als Eigenname stehen lassen.

Beleg: m384-034 · Quelle: Goetze;MHDBDB

reckolter fogel

Wacholderdrossel (Krammetsvogel) (Lemma: wacholderdrossel)

TieralemannischLesefalle

Reichenau kranatfogel; NICHT Rebhuhn

Beleg: m384-034 · Quelle: Ehlert1999;Lexer

reim

Rand, Kante (hier: Tellerrand)

Begriffalemannisch-schwäbischLesefalle

Beleglage dünn, nur ein Idiotikon-Fund stützt diese Lesart.

Beleg: mha-201 · Quelle: Idiotikon

reindel

Reindl - flaches Pfännchen / kleine Bratschüssel (Lemma: reindl)

GerätbairischLesefalle

Reindl = Gefäßname (flache Pfanne/Schüssel), NICHT „rundes Gericht". Grimm-Beleg. Bair./österr.; moderne Praxis: Pfännchen.

Beleg: mon-030 · Quelle: Fyndling

rekolter

Wacholder - Schreibung mit einfachem k (Lemma: wacholder)

PflanzealemannischLesefalle

Wie „reckolter“, hier in „sud rekolter fogel gar wol In ainem frischen flaisch brug“.

Beleg: ka1-072 · Quelle: Goetze;MHDBDB

reyb scherben

Reibschale/Moerser (lat. mortarium); Gefaess zum Reiben (Lemma: reibscherben)

GerätbairischLesefalle

Ehlert: 'Topf zum Reiben'; = mortarium -> Moerser/Reibschale. Edition emendiert vnd->in. KEINE Brotkrume/Zutat. Anders als bare 'scherben'=Teigform

Beleg: ri15632-026 · Quelle: Ehlert1999

reymel

Rainfal - historischer Import-Suesswein (Malvasia-Verwandter), NICHT Reismehl (Lemma: rainfal)

ZutatmittelhochdeutschLesefalle

Loest zugleich Titel "Weinmus" und die zuvor unerklaerte Zutat "Wein" auf; CoReMA-Glosse + Grimm/Lexer unabhaengig bestaetigt.

Beleg: mon-213 · Quelle: CoReMA/Grimm/Lexer

rindlein voll

Kleines Schälchen/Tasse voll (ungenaue Mengenangabe) (Lemma: rindlein)

Begriffalemannisch-schwäbischLesefalle

Beleglage dünn, ähnlich wie "reim". Inzwischen mehrfach im Korpus belegt (kein Hapax mehr).

Beleg: mha-004 · mha-009 · mha-201 · Quelle: Idiotikon

roerlach

Kleine hohle Teigröhrchen, auf zuegklach gesteckt und mit Blumen gefüllt (Lemma: ror)

Technikalemannisch-schwäbischLesefalle

CoReMA (bs1.286) führt den Begriff als ungeklärten Hapax. Lesart gestützt durch Parallelbeleg rfk-073 (rorlin).

Beleg: mha-286 · Quelle: unsicher

rossen

Rosen(-blüten), NICHT "ros" (Pferd) (Lemma: rose)

PflanzebairischLesefalle

Über die CoReMA-Objektseite der Nachbarrezeptseite gr1.180 als "Rose" (Wikidata Q34687) bestätigt, trotz lexikalischer Nähe zu "ros"/Pferd - klassischer Fehlfreund.

Beleg: mon-181 · Quelle: CoReMA-GAMS

rosysen

Roß-eisen = Hufeisen (Form); krumme Krapfen werden hufeisenförmig gebogen (Lemma: roßeisen)

FormalemannischLesefalle

rosysen/roszysen/roß ysen/ross eisen = Hufeisen; NICHT „Rosinen", NICHT „weißes Eisen". Vier Zeugen desselben Rezepts: m384-077, ka1-075, ka2-005, alb-013. In alb-013 ist die Stelle zu „wiß/wist ysen" verschrieben - Kopierfehler DER HANDSCHRIFT (leichtere Lesart verdrängt die schwerere), nicht der Transkription; die Zwillinge sichern die Lesart.

Beleg: m384-077 · Quelle: Ehlert1999

rote earwisz

rote Feld-/Grauerbse (Pisum sativum subsp. arvense) (Lemma: felderbse)

ZutatalemannischLesefalle

alte Grau-/Kapuzinererbse, rotbraunes Trockenkorn; NICHT Linse/Bohne/moderne grüne Erbse (Bohne=faba; Phaseolus erst nach 1500)

Beleg: m384-056 · Quelle: Ehlert1999

ruck

Inhalt oder "Rückstand" (in "das der ruck da von nit gee") - echte, ungelöste Ambiguität

BegriffbairischLesefalle

Bedeutet vermutlich, dass beim Verschließen des Honigglases nichts vom Inhalt/Sirup entweichen soll - keine gesicherte Einzelwort-Lesart, nur aus dem Satzsinn erschlossen.

Beleg: mon-183 · Quelle: unsicher

ruggin

Roggen - „ruggin brott“ ist Roggenbrot, im Korpus durchweg als Bindemittel in den Mörser gestoßen (Lemma: roggen)

ZutatalemannischLesefalle

Lexer führt „ruckin, ruggin, rockin“ in einer Reihe, Diefenbach setzt die Form mit lat. secale gleich, Grimm nennt sie ebenso. NICHT zu „Rücken“ oder „rauh“ ziehen. Im Korpus steht das Wort ausschließlich vor „brott“.

Beleg: ka1-007 · m384-021 · m384-023 · m384-031 · Quelle: Lexer;Diefenbach;Grimm

rumannyer

Rumanier (auch Romanie, rumanie) - historischer italienischer Import-Süßwein, keine Kräuterpflanze (Lemma: rumanier)

ZutatbairischLesefalle

CoReMA-Glossierung identifiziert die Stelle direkt (w1-016: rumanie="rumanier"). Bildet mit Rayffall/Rainfal ein Paar süßer Import-Weine, mit denen Saucen durchgeschlagen werden.

Beleg: b4-015 · w1-016 · Quelle: CoReMA-GAMS

S

saltz

meist Speisesalz; die Wendung als ain salse/saltz = Salse (würzige Tunke), NICHT Salz (Lemma: salse)

GerichtalemannischLesefalle

sältz; „als ain saltz" = als Salse, NICHT Speisesalz

Beleg: m384-037 · Quelle: Ehlert1999

saluan

Salbei (salvia officinalis) (Lemma: salbei)

PflanzebairischLesefalle

bair. Variante zu selbey = Salbei (salvia). mon-018 mit pettersill (Petersilie) als klassische Kräutermischung. NICHT Sellerie.

Beleg: mon-018 · Quelle: Lexer

sbarcz

Schwarz, dunkel (b ersetzt w im Anlaut, zu mhd. "swarz") - eigenständige, bewusst angestrebte dunkle Optik-Kategorie (Lemma: swarz)

Begriffbairisch

Bairische Lautform mit b/w-Wechsel im Anlaut (nicht sch/s wie zunächst vermutet). Corpus-intern zweifach belegt: mon-193 (Rindfleischpastete, dunkel durch Anrösten+Gewürze) und mon-144 (Fischrogen, dunkel durch scharfes Anbraten in Öl) - zwei verschiedene Techniken führen zum selben gewünschten Optik-Ergebnis.

Beleg: mon-144 · mon-193 · Quelle: Fyndling

schaffczag

Schachbrett - „schaffczag lat“ meint schachbrettartig geschnitten (Lemma: schachzabel)

TechnikbairischLesefalle

Goetze: „schachzabel, -zagel f. schachbrett“. NICHT als „Schafzacken“ oder als Schaf-Gericht lesen. Parallelschreibungen im Korpus: „schach zaglatt“ in m5919-057 und „schagzaglett“ in koe-017.

Beleg: mha-262 · Quelle: Goetze;Parallel

schaffczag lat

Schachbrettartig geschnitten/angerichtet, NICHT "Schafzacken" (Lemma: schachzabel)

Technikalemannisch-schwäbischLesefalle

Zu mhd. schâchzabel (Schachbrett). Verschriebene Form derselben Lesart wie m5919-057 (schach zaglatt) und koe-017 (schagzaglett).

Beleg: mha-261 · mha-262 · Quelle: Parallel

schafflein

Kleines Gefäß zum Abschöpfen des Sirups, NICHT ein Reinigungswerkzeug für die Zutat selbst (Lemma: schaff)

GerätbairischLesefalle

Diminutiv von "Schaff". Bezieht sich auf das Abschöpfen des Sirups während des Kochens - bestätigt durch Korpusparallelen mon-003/mon-039.

Beleg: mon-182 · Quelle: Parallel

schann

Bairisch-österreichische Variante von "schon", hier im Sinne von "gründlich/sauber", nicht zeitlich (Lemma: schon)

Begriffbairisch

Im Kontext des Waschens von Zutaten (Birnen) ist "gründlich" die kulinarisch plausiblere Lesart als das ästhetische "schön".

Beleg: mon-201 · Quelle: Fyndling

schassczogbit

schachbrettartig geschnitten (Lemma: schachzabel)

TechnikbairischLesefalle

Bairische Lautvariante von mhd. „schâchzabel" (Schachbrett), textkritisch über sieben Parallelstellen im Korpus gestützt (schaffczag(lat)/schach zaglatt/schagzaglett/schaff czaglat). Bedeutet „schachbrettartig geschnitten", NICHT „Schafzacken/gezackt" (zagel = Schwanz ist hier kein Schnittbegriff). Mondsee-Variante: schaff czaglat (mon-105).

Beleg: koe-017 · m5919-092 · m5919-093 · mha-261 · mha-262 · mon-076 · mon-105 · Quelle: Goetze

schaub

Strohwisch/Strohunterlage, die unter das Seihtuch gelegt wird, damit die Molke ablaufen kann - das historische Käse-Abtropfgestell (Lemma: strohwisch)

GerätmittelhochdeutschLesefalle

Nicht "Schüssel" oder "Schale" - schaub ist das Stroh-Gestell selbst, kein Gefäß.

Beleg: bgs-071 · bgs-074 · Quelle: Fyndling

scheffin (scheffinem braten)

Schafbraten (Adjektiv zu "schâf"), NICHT Lammbraten/Jungtier (Lemma: schaf)

ZutatmittelhochdeutschLesefalle

Schließt eine Lücke der Gloning-Edition; findet sich an dieser Stelle in der Harsch-Edition. Verwechslung mit "Lamm" ist naheliegend, aber falsch.

Beleg: bgs-032a · Quelle: Harsch

scherben

aus Teig geformte Teighülle/Pastetenform

GerätalemannischLesefalle

hier NICHT Tongefäß

Beleg: m384-017 · m384-020 · Quelle: Ehlert1999

schilt

Wappenschild - hier als Formvorgabe für die Anordnung mehrerer Pasteten-Ecken auf einem Fladen (Lemma: wappenschild)

Begriffmittelhochdeutsch

Höfisch-repräsentatives Gestaltungsdetail, kein reales Schild-Objekt im Gericht.

Beleg: bgs-092 · Quelle: Fyndling

schineht

schienenförmig - in schmale, fingerbreite Streifen geschnitten (Lemma: schiene)

BegriffmittelhochdeutschLesefalle

MHDBDB ordnet die Schreibung dem Lemma „schin“ zu. Die Stelle selbst gibt das Maß: „duenne schineht gesoten. vingers breit gemaht“.

Beleg: bgs-096 · Quelle: Fyndling;MHDBDB

schinen

Holzschiene bzw. Rührspatel zum Umrühren (nicht Rohr/Schien-Metall) (Lemma: schiene)

GerätmittelhochdeutschLesefalle

Korpuskonsistent als Rührwerkzeug verwendet ("ruerez mit schinen"), an allen vier Belegstellen dieselbe Bedeutung - kein Einzelfall, sondern feste Küchen-Terminologie des Buchs von guter Speise.

Beleg: bgs-020 · bgs-038 · bgs-040 · bgs-049 · Quelle: Parallel

schlech

Schlehen (Lemma: schlehe)

ZutatalemannischLesefalle

slëhe

Beleg: m384-009 · Quelle: Ehlert1999

schligen

Schleie (Karpfenfisch) (Lemma: schleie)

TieralemannischLesefalle

NICHT Hecht

Beleg: m384-025 · Quelle: Ehlert1999

schol

Modalverb "soll/sollen" (3. Person), NICHT eine Form von "schälen" - trotz oberflächlicher Ähnlichkeit (Lemma: soll)

VerbbairischLesefalle

Alle 7 Korpus-Belege sind eindeutig Modalverb ("das schol man essen" = "das soll man essen"), nie "schälen" - auch wenn "schälen" lexikalisch belegt ist (Grimm: "opfel zu scholn"). Bei mon-063 führte die Schäl-Lesart auf eine falsche Fährte (grüne Walnüsse werden für diese Konservierungsart angestochen, nicht geschält) - erst der korpusweite Konsistenzcheck deckte die Verwechslung auf.

Beleg: m5919-031 · m5919-032 · m5919-066 · m5919-077 · m5919-081 · mon-063 · mon-214 · Quelle: Fyndling

schon

sauber/gründlich (nicht 'schön' im ästhetischen Sinn) (Lemma: schön)

BegriffmehrereLesefalle

'Schön' bedeutet hier nicht ästhetisch schön, sondern je nach Satzstellung 'sauber/rein' (mon-117: Kalbsfüße vor dem Kochen säubern) oder adverbial 'gründlich/ausreichend lange' (m384-065: 'sud sy denn schon' = dann gründlich sieden, bis gar). Beide Lesarten sind Ableger derselben mhd. Grundbedeutung ('schone' = rein, ordentlich), nicht der modernen ästhetischen.

Beleg: m384-065 · mon-117 · Quelle: Parallel

schotten obem

Schotten = die beim Kochen der Mohnmilch obenauf schwimmende, quarkartige Masse (Mohn-Quark-Analogon) - kein Gefaess/Sieb (Lemma: schotten)

ZutatbairischLesefalle

Dreifach belegt: Wörterbuch, Zwilling mha-024 und die CoReMA-Glosse zu gr1.213. Zuvor durchgängig als Behälter fehlinterpretiert - in der Übersetzung, den Worterklärungen, den Fragen, der redaktionellen Anmerkung und der Zutatenliste.

Beleg: mon-214 · Quelle: Goetze/Salzburg-WB/CoReMA-GAMS/Parallel

schwaisz

Blut (des Wilds) (Lemma: blut)

ZutatalemannischLesefalle

Jägersprache; NICHT „Fleisch"

Beleg: m384-030 · m384-031 · Quelle: Ehlert1999

schympffessen

Schaugericht/Entremet zur höfischen Unterhaltung - mhd./fnhd. "schimpf" meint hier Kurzweil/Scherz/Turnierspiel, NICHT die heutige Bedeutung "Beleidigung" (Lemma: schimpfessen)

GerichtbairischLesefalle

Grimm-DWB: "schimpf" bedeutete in mhd./fnhd. Zeit vor allem "scherz, spasz, kurzweil" sowie "ritterlicher schimpf, kampfspiel, turnier" - die heute alleinige Bedeutung "ehrverletzung, schmach" verdraengte den urspruenglichen Sinn erst spaeter vollstaendig (MHDBDB-Bedeutungsfeld: Scherz/Ernst). "Scherzgericht" als Uebersetzung verengt zu stark auf blossen Witz.

Beleg: mon-235 · Quelle: Grimm-DWB+MHDBDB

selbey

Salbei (salvia officinalis) (Lemma: salbei)

Pflanzeüberregional (fnhd.)Lesefalle

selbey/selbei/selbe = Salbei (salvia), NICHT Sellerie - Verlesung; mit Petersilie klassische Fisch-Kräutermischung. Bair. Variante: saluan (mon-018).

Beleg: bgs-019 · Quelle: Lexer

selbin

Salbei (Lemma: salbei)

PflanzealemannischLesefalle

NICHT „selbst"

Beleg: m384-002 · Quelle: Ehlert1999

semel

(geriebene) Semmel/Weissbrot zur Bindung; NICHT Mehl (Mehlbindung anachronistisch) (Lemma: semmel)

ZutatallgemeinLesefalle

semel <- lat. simila; ma. bindet man mit Brot/Semmel/Mandel/Ei/Reis, nicht mit Mehl. Verb "reyb...dar ein" = geriebene Semmel. Ehlert rendert tlw. "Weizenmehl".

Beleg: ri15632-003 · Quelle: Fyndling/Ehlert1999

sepplin

Ysop (Lemma: ysop)

PflanzealemannischLesefalle

jsope

Beleg: m384-006 · Quelle: Ehlert1999

sey

Konjunktiv von "sein" (Eigenschaftsbeschreibung), NICHT Form von "seihen" (Lemma: sei)

VerbbairischLesefalle

Fehllesart erfand einen kompletten Extra-Arbeitsschritt ("Seihe die Lauge und...").

Beleg: mon-215 · Quelle: Parallel

sinbel

rund/kugelrund (Lemma: sinwel)

BegriffmittelbairischLesefalle

sinwel/sinbel = rund; Schreiber setzt b für w

Beleg: m5919-006

sinwel

rund, kugelig (mhd. sinewel)

Technikbairisch

erwel die daz si sinwel werden = waehle die runden aus.

Beleg: ri15632-004 · Quelle: Ehlert1999

slach dan dar durch

zerkleinern und einarbeiten/unterschlagen, nicht durch ein Tuch passieren (Lemma: schlagen)

VerbbairischLesefalle

'Slahen' (schlagen) meint hier das Zerkleinern und Einarbeiten: gebratenes Fleisch (Hühner/Tauben) wird klein gehackt und unter die vorbereitete Semmel-Ei-Masse geschlagen. Kein Passieren durch ein Tuch oder Sieb - im Text ist von einem solchen Arbeitsschritt nirgends die Rede. Bestätigt durch den textgleichen Zwilling m5919-096 ('schlag dan daruter').

Beleg: m5919-096 · mon-086 · mon-111 · Quelle: Parallel

smir

Schmieren/bestreichen (mhd. smirwen), NICHT süßen (Lemma: schmieren)

VerbmittelhochdeutschLesefalle

Bezugswort im Gloning-Transkript nicht erhalten; wahrscheinlichste Lesart: Honig wird auf die Trocknungsunterlage gestrichen, nicht auf die Fruchtmasse selbst.

Beleg: bgs-085 · Quelle: Fyndling

spelten

Kohlspalten (aus dem Kohlkopf geschnittene Stücke, wie Kartoffelspalten aus der Kartoffel) (Lemma: kohlspalten)

ZutatbairischLesefalle

„Spelten" sind aus dem Kohlkopf geschnittene Kohlspalten (chraut/chraucz = Weißkohl) - dieselbe Schneidetechnik wie bei modernen Kartoffelspalten, nur aus Kohl statt Kartoffel. Keine Teighüllen und nicht zu verwechseln mit „Spelt" (dem Getreide Dinkel). Belegt durch die baugleichen Nachbarrezepte mon-090 und mon-091 im selben Kochbuch.

Beleg: mon-090 · mon-091 · Quelle: Parallel

spensaw

Spanferkel (junges Schwein) (Lemma: spanferkel)

ZutatmittelbairischLesefalle

spensaw/spansaw = Span-Sau = Spanferkel; Fleischspeise, KEIN Fisch

Beleg: m5919-020

spin wider

Fleisch vom noch säugenden Widderlamm (Milchlamm) (Lemma: spünnewider)

Zutatalemannisch-schwäbischLesefalle

„spin“ gehört zu mhd. „spünne“ = Muttermilch, „wider“ ist der Schafbock - zusammen das noch säugende, milchgemästete Widderlamm, NICHT Hammelfleisch im heutigen Sinn (ausgewachsenes Tier). Eigenes Stichwort in beiden mhd. Standardwörterbüchern: Benecke/Müller/Zarncke Bd. III, Sp. 621a und Lexer, je s.v. „spünne-widerin“ = „von einem Widder, der noch saugt“, beide belegt mit „spin widerîn fleisch“ (Grimm, Weisthümer Bd. 1, S. 1). Das Aarauer Stadtrecht 1410/1455 (Idiotikon Bd. 8, s.v. Schäffis) kennt „spinwidrin und scheffin fleisch“ als getrennte Metzger-Fleischsorten, spinwidrin teurer als Schaffleisch, und verbietet, Fleisch eines Muttertiers („das gelambret haut“) oder eines unkastrierten Bocks („das die hoden haut“) als spinwidris zu verkaufen. Dieselbe Wortfamilie korpusintern in „spensaw“ = Spanferkel (m5919-020). Verworfen wurde die Lesart „spin“ = Speck (zu mhd. spint): das alemannische „Spin“ (Idiotikon Bd. 10) meint das Splintholz, „wider“ bliebe funktionslos, und ein Rezept mit der Überschrift „ain kurtz flaisch“ nennte seine Fleischsorte nirgends. Die Getrenntschreibung in alb-024 ist kein Gegenargument: derselbe Schreiber schreibt „pfankuochen“ und „pfan kuochen“ im selben Rezept.

Beleg: alb-024 · Quelle: BMZ;Lexer;Idiotikon

stoz an

ansetzen/anstecken/hineinstecken - NICHT zerstoßen (Lemma: ansetzen)

VerbbairischLesefalle

'Stoz an' bedeutet hier 'ansetzen/anstecken', nicht 'zerstoßen' (wie 'stoßen' im Mörser-Kontext meist bedeutet) - Verwechslungsgefahr, da 'stoz'/'stoß' im selben Rezept auch für die Mörserarbeit steht. Kontext (Wiederzusammenfügen von Krebsschalenhälften) klärt die Bedeutung.

Beleg: mon-135 · Quelle: Parallel

strawben taig

Straubenteig - dünnflüssiger Teig, der durch einen Trichter in heißes Fett gegossen wird (krauses Schmalzgebäck "Strauben"); im Rezepttext meist als Vergleichsmaßstab für Dünnflüssigkeit genannt, nicht als Zutat (Lemma: straubenteig)

Technikbairisch

Wiederkehrender Vergleichsbegriff im Mondseer Kochbuch, um die gewünschte Konsistenz eines anderen Teigs (z.B. Eierteig) zu beschreiben - keine eigene Zutat im jeweiligen Rezept.

Beleg: mon-116 · mon-163 · mon-168 · mon-190 · mon-197 · Quelle: Fyndling

strube

frittiertes Schmalzgebäck (krapfenartig) (Lemma: straube)

Gerichtalemannisch

strubeten/struben; NICHT „Zerstreutes/Verstreutes"

Beleg: m384-052 · Quelle: Ehlert1999

stupp

bepudern / bestreuen / abstäuben mit feinem Pulver - meist Gewürzpulver (gburcz-stoup: Zimt, Nelken, Ingwer), auch Mehl (Lemma: stuppen)

TechnikbairischLesefalle

mhd. stuben/stüpfen = stauben, mit Staub/Pulver bedecken; zugrundeliegendes Substantiv stoup/stoub/staup = Staub (WB-belegt Lexer/Idiotikon, im Rezeptkorpus aber nur das Verb). Verb stuppen/abstuppen = ein Gericht/eine Zutat mit feinem Pulver bepudern. WELCHES Pulver ist kontextabhängig: meist Gewürz (mon-010 dann Macis, mon-035 „ab mit gburcz"), im Teig-/Anti-Klebe-Kontext auch Mehl (mon-024, Teig im Säcklein). mon-040 „stupp sy nicht" = würze/bepudere sie nicht (gegrillt, kein Mehl). Daneben „alz ein stupp" = staubtrocken (ri15632-040).

Beleg: mon-010 · mon-024 · mon-035 · mon-040 · ri15632-040 · Quelle: Fyndling/Ehlert1999

sydeln sweyz

UNGEKLÄRT - wörtlich "Blut des/der Sydel" (sweyz = mhd. Jägersprache für Blut, NICHT Schweiß, vgl. "Schweißhund"), Scherzzutat in einem Küchenscherz-Rezept; "sydel" bleibt unklar, verbreitete Deutung "Sumpfbinse" NICHT durch MHDBDB gestützt (Lemma: sydel-bluot)

BegriffmittelhochdeutschLesefalle

Hapax, nur bgs-054 belegt. Grimm belegt "der bluotec sweiz" (Parzival 387,24) für sweiz=Blut des erlegten Wilds. MHDBDB führt den Wortstamm "sydel/sedel" vorrangig auf "Sitz, Wohnstatt" statt auf eine Pflanze - die gängige Pflanzen-Lesart ("Sumpfbinsen-Schweiß") ist damit doppelt widerlegt. Bedeutung von "sydel" bleibt offen, Funktion im Scherzrezept (unbeschaffbare Zutat) ist unabhängig davon klar.

Beleg: bgs-054 · Quelle: Grimm;MHDBDB

T

tail

Teig (nicht „Teil") (Lemma: taig)

ZutatbairischLesefalle

Schreibvariante von „taig" (Teig) - NICHT das moderne Wort „Teil" (Anteil/Portion), obwohl die Buchstabenfolge das nahelegt. Bestätigt durch den Zwilling mha-151, der an derselben Stelle „taig" schreibt („mach ain hafen von taig" = mach ein Gefäß aus Teig).

Beleg: mon-103 · Quelle: Parallel

taill

Teil/Portion (nicht "Teig") - im Kontext der Formung/Backens leicht mit "Teig" verwechselt (Lemma: teil)

BegriffbairischLesefalle

11 Belegstellen im Korpus und die CoReMA-Glosse zu gr1.205 bestätigen „Teil", nicht Teig; betroffen waren die Zutatenliste und die Übersetzung.

Beleg: mon-206 · Quelle: Korpus/CoReMA-GAMS

taygel

Teiglein, kleine Teigmenge (Lemma: teiglein)

Technikbairisch

Verkleinerungsform zu Teig, MHDBDB ordnet die Schreibung dem Lemma „teic“ zu. Steht im Korpus mit „lenen/leins“, also als weicher Ausbackteig.

Beleg: ri15632-051 · ri15632-054 · Quelle: MHDBDB;Ehlert1999

thimend

Zimt - „thimend plue“ ist die Zimtblüte (Lemma: zimt)

ZutatbairischLesefalle

MHDBDB ordnet die Schreibung dem Lemma „zinemîn“ zu. Die th-Schreibung verdeckt das Wort vollständig; Parallelformen im Korpus sind „czinmit pluot“ in m384-012 und „zymeid plue“ in mon-098.

Beleg: ri15632-006 · Quelle: MHDBDB;Ehlert1999

thimend plue

Zimtbluete (getrocknete Zimt-/Kassienbluete), nicht bloss gemahlener Zimt (Lemma: zimtbluete)

ZutatbairischLesefalle

plue/"pluot" = Bluete; Zwilling m384-012 "czinmit pluot" = Zimtbluete. Ehlert glossiert knapp "Zimt". NICHT Thymian.

Beleg: ri15632-006 · Quelle: Ehlert1999

triet

Historisch primär eine mit Wein getraenkte, mit Gewuerz/Zimt/Zucker bestreute Weissbrotscheibe (nicht die Wuerzung selbst, sondern das Brotgericht) (Lemma: driet)

SubstantivoberdeutschLesefalle

Grimm/DWB (dwds.de/wb/dwb/driet) belegt woertlich: "mit wein getraenkte und mit gewuerz, zimmt und zucker bestreute weiszbrotscheibe" - also Brot als Basis, Gewuerz+Zimt+Zucker als Bestreuung, nicht "Gewuerzzucker" als eigenstaendige Substanz. Schmeller (Bayerisches Wb.) deckt sich damit: "Triet, panis escharites imbutus vino" (in Wein getraenktes geroestetes Brot); die oft zitierte Latein-Phrase "a tribus ingredientibus" glossiert er selbst als "gebaehte Semmel, guter Malvasier und Zucker" - Brot+Wein+Zucker, keine reine Gewuerzmischung. In wo10 (Kunst- und Artzneibuch, 1543) tragen wo10-013/017/018 aber den Titel "Triet" fuer reine, trockene Gewuerz-/Arznei-Pulvermischungen ohne Brot und Wein (Huehnermagen, rote Koralle, Galgant etc.) - strukturell identisch mit den benachbarten "Species Bertholdi"-Rezepten (wo10-009/010/011/012/019). Hypothese, nicht gesichert: Der Kompilator nutzt "Triet" hier als Synonym fuer ein zusammengesetztes Apotheker-Pulver, moeglicherweise anknuepfend an eine bei Schmeller sekundaer belegte Nebenbedeutung ("Sal condimentarius, ein Driet alias tragea") - ein Bedeutungswandel in Gang, nicht die aeltere Brot-Wein-Speise. Offener Widerspruch zwischen Woerterbuch-Bedeutung und Rezeptinhalt, nicht selbst aufloesen. ACHTUNG Homonym-Falle: Das niederdeutsch/niederfraenkisch-rheinische "Driet" ("Wat soll dae Driet?") ist ein voellig unverwandtes Wort mit der Bedeutung Dreck/Mist/Kot, von germ. *dritan ("scheissen") - siehe LVR Mitmachwoerterbuch (mitmachwoerterbuch.lvr.de/detailansicht.php?Artikel=Driss). Bei Lemma-Arbeit zu "driet"/"triet" immer pruefen, welches der beiden nicht verwandten Woerter gemeint ist. UPDATE (bestaetigt via Web, 2026-08-20): Das Schweizerische Idiotikon und patrimoineculinaire.ch belegen unabhaengig vom wo10-Korpus genau die hier vermutete Bedeutungsspaltung: "Traes"/"Triaet"/"Triet" gehen auf hochdeutsch "Trisenet" (Apothekerlexikon, spaetes 18. Jh.: "ein groebliches Pulver") zurueck. In der Schweiz sind seit dem 16. Jh. BEIDE Zweige belegt - die suesse Weinbrotschnitte ("Triaetschnitte", 1751 im Kochbuch der Dorothea Welti-Trippel mit bis zu 12 Gewuerzen) UND ein reines, trockenes Verdauungspulver ("Traesent"/Magentraes), das im Glarnerland seit ca. 1900 unter dem Markennamen "Trietolt" (= "Triet"/Pulver + Nachname Landolt) bis heute verkauft wird (Zucker, Sandelholz, Zimt, Muskat, Nelken, Ingwer). Das stuetzt die wo10-013/017/018-Hypothese (Pulver-Lesart) erheblich, ohne sie zu beweisen - unabhaengiger Beleg fuer denselben Wortspaltungs-Mechanismus, nicht fuer die Absicht des Wolfenbuetteler Schreibers 1543. Quellen: glarnerland.ch/de/map/poi/trietolt-magentras, patrimoineculinaire.ch/Produkt/Magentras-Trietolt/247.

Beleg: wo10-013 · wo10-017 · wo10-018 · Quelle: Grimm;Schmeller

trukchen

trocken/dickflüssig gekocht (nicht wässrig) (Lemma: trocken)

Technikbairisch

Bezieht sich sowohl auf eingekochte Erbsen als auch auf trocken gegarte Gerste/Graupen sowie das trockene Anrichten.

Beleg: b4-071 · Quelle: Fyndling

tutter

Eidotter (Lemma: dotter)

ZutatbairischLesefalle

bair. tutter/totter = (Ei-)Dotter. NICHT „Hälfte" - Verlesung. Auch ka1-035/082. Cross-source bestätigt.

Beleg: mon-004 · mon-005 · mon-027 · Quelle: Fyndling

V

vach oder mach

Satzeröffnende Disjunktion "anfangen/fangen oder [direkt] machen" (Lemma: vâhen)

Begriffalemannisch-schwäbischLesefalle

Gestützt durch Zwilling mon-083 ("vach den Swayß" = "fang das Blut auf"). MHDBDB belegt "vach" nur als Adjektiv (Gewässer/Handarbeit/Jagd), ein eindeutiger Beleg für "beginnen" fehlt.

Beleg: mha-209 · Quelle: Parallel

vain

rein (weiß, sauber) - Farbreinheit, nicht Feinheit der Textur (Lemma: rein)

BegriffbairischLesefalle

Bedeutet 'rein' im Sinn von Farb-/Sauberkeitsreinheit, nicht 'fein' (Textur) - die Feinheit ist im Text bereits durch 'klein hacken' ausgedrückt. Der Zwilling m5919-091 hat an identischer Stelle die eindeutige Form 'rain weins'.

Beleg: mon-113 · Quelle: Parallel

vaiste

fett, fettig - „vaiste prue“ ist eine fette Brühe (Lemma: feist)

ZutatbairischLesefalle

Lexer führt „veiß“ als Lemma und nennt „feiszt, feist, vaist“ in derselben Zeile als Parallelformen. NICHT über den v/w-Wechsel als „weiß“ lesen. mon-114 macht es eindeutig: die vaiste prue tritt dort an die Stelle der oberen Milch, also für etwas Fettes.

Beleg: mon-114 · mon-189 · mon-190 · mon-191 · Quelle: Lexer;Fyndling

vaiste prue

Fette, fettreiche Brühe - das Fett ist gewünschter Geschmacksträger, NICHT zu entfernen/entfetten (Lemma: feist)

ZutatbairischLesefalle

mhd. "veist/vaist" = fett, beleibt. Naheliegende Fehllesart "entfettete Brühe" (da man im Kochkontext oft Brühe entfettet), aber gemeint ist das Gegenteil: eine bewusst fettreiche Brühe für Geschmack und Bindung.

Beleg: bgs-002 · bgs-029 · bgs-049 · mon-190 · mon-191 · mon-193 · Quelle: Fyndling

varichen

Forelle (Lemma: forelle)

TierbairischLesefalle

Mondsee-Variante zu forchen (v/f-Wechsel, im Buch durchgehend). NICHT generisch „Fische, die die Farbe stören" - konkret Forellen, die beim Sieden viel rötlich-graue Hautfarbe/Schleim abgeben und die Farb-Sülze eintrüben; daher Sonderklärung mit Hausenblase.

Beleg: mon-064 · Quelle: Fyndling

vasten krapfen

Krapfen für die Fastenzeit - ohne Fleisch, Eier oder tierische Milch (Fisch erlaubt, Mandelmilch statt Milch/Ei) (Lemma: fastenkrapfen)

Gerichtmittelhochdeutsch

Wiederkehrende Rezept-Serie im Buch von guter Speise mit gemeinsamer Fastenzeit-Logik (Fisch/Mandelmilch statt Fleisch/Milch/Ei).

Beleg: bgs-058 · bgs-059 · bgs-060 · bgs-061 · Quelle: Fyndling

vber schlagen

Bei Flüssigkeiten: lau/kalt werden, abkühlen (Grimm DWB, Abschn. B.1.a/b) - NICHT "aufkochen" oder "reduzieren" (Lemma: überschlagen)

TechnikfrühneuhochdeutschLesefalle

Naheliegende Fehllesart im Kochkontext ("überschlagen" klingt nach Reduzieren/Aufwallen), aber Grimm belegt für Flüssigkeiten nur "kalt/lau werden". mon-186: Die siedend heiß gewürzte Brühe wird gezielt abkühlen gelassen, bis sie nur noch wenig wärmer ist als Lab-Temperatur, bevor der kalte Kohl hineinkommt - dieselbe Logik wie beim Käsen (Lab erst nach Abkühlen zugesetzt).

Beleg: mon-186 · Quelle: Grimm

veiste

fett werden, Öl abgeben (Lemma: feist)

VerbmittelhochdeutschLesefalle

„Alse sie veiste beginnen, so sprenge dor vf“ - wenn die gestoßenen Kerne anfangen zu ölen. Verbale Verwendung derselben Vokabel wie „vaiste“.

Beleg: bgs-039 · Quelle: Lexer;Fyndling

veisten

fett - „in eime veisten sode“ ist ein fetter Sud (Lemma: feist)

BegriffmittelhochdeutschLesefalle

Dieselbe Vokabel wie „vaiste“ und „faisten“. Im selben Buch steht bgs-039 „stoz die besten moerser. Alse sie veiste beginnen“ - „besten“ und „veiste“ stehen dort in einem Satz nebeneinander und sind zwei verschiedene Wörter.

Beleg: bgs-041 · Quelle: Lexer;Fyndling

veisten sode

Fette Brühe oder fetter Sud - unklar ob eigenes Bratfett/Kochsud oder separat zugekaufte/angesetzte Brühe gemeint ist (Lemma: fette brühe)

BegriffmittelhochdeutschLesefalle

Echter Crux ohne eindeutige Textstütze - Eigenfett-Lesart vs. zugekaufte-Brühe-Lesart bleiben beide plausibel, im Rezept als interpretive_choice dokumentiert.

Beleg: bgs-041 · Quelle: Fyndling

veistenn

fett, fettig (vom Mörser: eingefettet) (Lemma: feist)

SonstigesostmitteldeutschLesefalle

Lexer führt ‚veiß‘ als Lemma und nennt ‚feiszt, feist, vaist‘ in derselben Zeile als Parallelformen (crassus, pinguis) - die Schreibungen mit -st- und mit -ß- sind also ein Wort. Die CoReMA-Edition vermerkt zu koe-013, Gollub lese ‚veißenn‘; das ist damit eine Transkriptionsfrage und keine Bedeutungsfrage. NICHT über den v/w-Wechsel als ‚weiß‘ lesen - ein weißer Mörser wäre neben der Angabe ‚der heiß sey‘ auch sachlich sinnlos. Parallelstellen im Korpus: m5919-065 ‚faisten haissen morser‘, mon-081 ‚vaisten haissen morsar‘.

Beleg: koe-013 · Quelle: Lexer

vemme

Um/herum (Richtungsangabe), z.B. "vemme gen dem fuere" = dem Feuer zugewandt drehen (Lemma: umme)

BegriffmittelhochdeutschLesefalle

Bestätigt durch Zwilling koe-019 ("vmen vnd vmenn Gantz" = ringsum/rundherum an vergleichbarer Stelle).

Beleg: bgs-011 · bgs-012 · bgs-015 · Quelle: Parallel

verend

vom vorigen Jahr (Lemma: vorjährig)

SonstigesalemannischLesefalle

wärent; war zuvor weggelassen

Beleg: m384-018 · Quelle: Ehlert1999

versaltz niht

Wiederkehrende Schlussformel des Buches von guter Speise, kein gerichtsspezifischer Hinweis - taucht sowohl bei süßen als auch bei herzhaften Rezepten auf (Lemma: nicht versalzen)

BegriffmittelhochdeutschLesefalle

Leicht als gerichtsspezifische Salz-Warnung misszuverstehen (z.B. bei Süßspeisen als vermeintlicher Hinweis auf versehentliche Verwechslung) - tatsächlich eine stehende Buch-Floskel, 7+ Belege korpusweit.

Beleg: bgs-005 · bgs-057 · bgs-060 · bgs-061 · bgs-069 · bgs-092 · bgs-096 · Quelle: Fyndling

versirtez niht

Beschädige/verdirb es nicht (von mhd. versêren), NICHT "verbrenne es nicht" (Lemma: nicht verderben)

BegriffmittelhochdeutschLesefalle

Formal der Schlussformel "versaltz niht" ähnlich, aber ein anderes Verb (versêren = schädigen/verwunden, nicht versalzen) - zwei getrennte, nicht austauschbare Floskeln desselben Buches.

Beleg: bgs-005a · Quelle: Fyndling

vesten

fest, steif (Lemma: fest)

Begriffbairisch

mha-045 „mach ain vesten taig“, mon-224 „richt es an mit ainem vesten loffel“. Die v-Schreibung legt „veist“ = fett nahe, gemeint ist aber fest.

Beleg: mha-045 · mon-224 · Quelle: Fyndling

viertaill

Geviertelt (Form/Verfahren), nicht ein Mengenanteil von einem Viertel (Lemma: viertail)

Technikalemannisch-schwäbisch;bairischLesefalle

Beschreibt die Form der Mandelstücke im Igel-Schaugericht (mha-167) bzw. der geschnittenen Quitten (mon-184) - Buch- und dialektübergreifend dieselbe Lesart, keine Mengenangabe.

Beleg: mha-167 · mon-184 · Quelle: Fyndling

visch milch

Milchner = männlicher Fischsamen (neben Rogen) (Lemma: milchner)

ZutatalemannischLesefalle

roggen, milch vnd lebren = Rogen, Milch(ner) und Leber (drei Teile); NICHT zu „Fischrogenmilch" verschmelzen

Beleg: m384-054 · Quelle: Ehlert1999

visch schueppen

Fischschuppen als Geliermittel (kollagenreich, im Moerser zerstossen) (Lemma: fischschuppe)

ZutatbairischLesefalle

Substantiv, NICHT Verb 'Fisch schuppen'. Schuppen = Gelatine; Hausenblase als Alternative ('auch gut')

Beleg: ri15632-034 · Quelle: Ehlert1999

vische backes

Verschmelzung aus Imperativ "back" und angehängtem Pronomen "-es" (= "back es", brate es) - keine eigene Vokabel (Lemma: back es)

Verbmittelhochdeutsch

Analog zu anderen Imperativ+Enklise-Formen im Korpus (vgl. "gibz hin" = gib es hin).

Beleg: bgs-057 · Quelle: Fyndling

vmedumb

Stärke (Bindemittel zum Andicken), letztlich zu lat. amylum (Lemma: stärke)

ZutatbairischLesefalle

Fünffach bezeugter Hapax derselben Wortfamilie mit stark schwankender Schreibung: vmedumb (b4-061), vmbedum (b4-032), vmerdum (w1-033), vmudum (mha-002), dazu vmerduz im noch unreviewten Entwurf w1-064. Die CoReMA-Sachglosse verknüpft jede Fundstelle unabhängig und unmodifiziert mit Wikidata Q41534 (Stärke). mha-002 nennt an derselben Stelle offen die Ersatzoption „semlein prot" (feines Weißbrot) - genau die aus dem Korpus bekannte Substitutionslogik für die teure Weizenstärke. In keinem MHD-Wörterbuch (Lexer, Benecke, Schmeller) direkt belegt; Götzes Frühneuhochdeutsches Glossar bestätigt aber dieselbe Wortfamilie "amel-" (amelkorn = Dinkel/amylum, amelung = Kraftmehl) für genau diesen Sprachraum und diese Periode - stützt die vermutete Herleitung aus lat. amylum, auch wenn die genaue Lautentwicklung zu den bezeugten v-Formen ungeklärt bleibt.

Beleg: b4-032 · b4-061 · mha-002 · w1-033 · Quelle: CoReMA-GAMS;Goetze

vss darab

das Äußere (der gebratenen Leber) abschneiden (Lemma: das äußere abschneiden)

Technikalemannisch

vsser darab

Beleg: m384-021 · m384-033 · Quelle: Ehlert1999

vtterlin

wie ein Euterlein (Vergleich: gegrillte Euterscheiben) (Lemma: euterlein)

TechnikalemannischLesefalle

vtterlin/üterlin = üter (Euter); „legs vff ainen rost als ain vtterlin"; NICHT „kleines Fleischstück"

Beleg: m384-060 · Quelle: Ehlert1999

W

wachtenlen

Wachteln (Lemma: wachtel)

Tieralemannisch

Hs. wachel

Beleg: m384-013 · Quelle: Ehlert1999

walischew

Welsch (fremde, importierte) Weinbeeren/Rosinen aus romanischsprachigen Laendern - NICHT "walisisch" (aus Wales), reiner False-Friend (Lemma: welsch)

ZutatbairischLesefalle

Cross-Book-Parallele zu "welsche winber" (buch-guter-speise:bgs-060) - dieselbe Lesefalle, andere Handschrift/Dialekt.

Beleg: mon-221 · Quelle: Parallel

wechallteren oder krannbatper

Wacholderbeeren (regionale Doppelbenennung), NICHT die moderne Cranberry (Lemma: wacholder)

Zutatalemannisch-schwäbischLesefalle

Zwei Bezeichnungen im Original für dieselbe Beere (Juniperus communis); "krannbatper" verleitet zur Fehllesung als moderne Cranberry.

Beleg: mha-163 · Quelle: Fyndling

wein per

Rosinen (Projekt-Default fuer weinper/winper) (Lemma: weinbeere)

Zutatbairisch

weinper -> Rosinen, ausser klare Frisch-Indikatoren; Zwilling mha-031 nennt Rosinen.

Beleg: ri15632-004 · Quelle: Fyndling

weinling

weinsäuerliche, herbe Apfelsorte (Weinapfel) (Lemma: weinapfel)

ZutatbairischLesefalle

weinling = weinsäuerlicher/herber Apfel (Goetze; mon-033 „salssen von weinling“). In mon-046 im Kompositum weinlingpawm = der Apfel-/Obstbaum. NICHT Wein/Traube und NICHT ein Nadelbaum.

Beleg: mon-033 · mon-046 · Quelle: Goetze

weinlingpawm

Weinling-/Obstbaum (Apfelbaum); sein „pech“ = Obstbaum-Gummi (Gummifluss) (Lemma: weinapfelbaum)

PflanzebairischLesefalle

weinling (=Weinapfel, mon-033/Goetze) + pawm (Baum) = Obstbaum. Das „pech“ davon ist NICHT Nadelbaum-Harz, sondern der Gummifluss des Obstbaums (Kirschgummi-artig), ein wasserlösliches, hitzestabiles Pflanzengummi -> als Sülz-Binder, der auch warm fest hält. Korpus-erschlossen; Alternative Nadelbaum-Harz chemisch unpassend (hydrophob).

Beleg: mon-046 · Quelle: Fyndling

weinper

Weinbeeren - im Zweifel Rosinen (getrocknet), nicht frische Weintrauben (Lemma: weinbeere)

ZutatmehrereLesefalle

„Weinbeeren" ist wörtlich, gemeint sind aber meist getrocknete Weinbeeren = Rosinen, nicht frische Weintrauben - so die Standardlesart in mehreren Mondsee- und Schwesterrezepten (auch als „weinperren" belegt, mon-107). Nur bei einem ausdrücklichen Frisch-Marker im Text ist an frische Weintrauben zu denken. Weitere Stützung außerhalb des Korpus: Lexer führt „weinper" 1482 direkt als lateinisch „passile" (= Rosine), Grimm ebenso als „trucken weinper... rosine".

Beleg: m5919-039 · mha-252 · mon-056 · mon-087 · mon-090 · mon-091 · mon-097 · mon-100 · mon-102 · mon-107

welsche winber

Welsche (fremde, importierte) Weinbeeren - getrocknete Trauben/Rosinen, NICHT Walnüsse (Lemma: rosinen)

ZutatmittelhochdeutschLesefalle

Welsch markiert Herkunft (fremdländisch/importiert), nicht die Frucht selbst - "winber" ist die Weinbeere/Rosine. Cross-verifiziert gegen Primaer- und Zweitquelle.

Beleg: bgs-060 · Quelle: Fyndling

westin

Gekröse / Magen (Lemma: wanst)

ZutatalemannischLesefalle

< wanst/wänstlein

Beleg: m384-030 · Quelle: Ehlert1999;Lexer

weychslen

Weichseln / Sauerkirschen (Prunus cerasus) (Lemma: weichsel)

Zutatbairisch

bair./österr. Begriff für Sauerkirschen. WB-belegt: Idiotikon, Fischer („amarellen, weichsel"), Pritzel, Grimm. Hier frittiert: in Teig getunkt und in Schmalz ausgebacken (mon-015 „Frittierte Sauerkirschen").

Beleg: mon-015 · Quelle: Idiotikon/Fischer

wissel muos

Wahrscheinlich Mus aus Weichseln (Sauerkirschen); eine Lesart als „helles/weißes Mus“ bleibt als Restunsicherheit möglich (Lemma: weichselmus)

GerichtmittelhochdeutschLesefalle

Die unmittelbare Binnenstelle bgs-084 nennt „sure wiseln“ und erklärt sie als „kirsen“; das stützt die Weichsel-Lesung direkt. Die Gattungs-Alternative bleibt dokumentiert, ist aber schwächer.

Beleg: bgs-082 · Quelle: Fyndling

wuerfeleht

Würfelförmig geschnitten (Lemma: wuerfelig)

Technikmittelhochdeutsch

Wiederkehrende Schnittform-Angabe im Buch von guter Speise.

Beleg: bgs-059 · bgs-067 · bgs-075 · Quelle: Fyndling

wurfflat

Würfelig/rautenförmig einschneiden (Schnitttechnik), NICHT "in Lappen schneiden"

Technikalemannisch-schwäbischLesefalle

Bestätigt durch Twin mon-085 und MHDBDB (würfeleht). Das Objekt bleibt dabei als Ganzes erkennbar, das Einschneiden zerlegt es nicht vollständig.

Beleg: mha-231 · Quelle: Parallel

Y

ymber

meist Ingwer (Standardlesart); kontextabhängig Rosinen (Lemma: imber)

Zutatüberregional (fnhd.)Lesefalle

Standardlesart Ingwer. Nur bei großer Menge, gewaschen, verlesen oder als süße Paste lesen wir eine v/y-Verlesung für winber = Rosinen (mha-007/009). CoReMA (Böhm/Klug 2021, GAMS bs1.7 und bs1.9) glossiert beide Stellen eindeutig als Ingwer, ohne Alternative - wir weichen bewusst ab, weil ein Pfund Ingwer als Grundmasse einer Paste oder Sauce kulinarisch nicht trägt. Ehlert deckt Meister Hans nicht ab, uns liegt keine Edition dazu vor; die frühere Zuschreibung an Ehlert war falsch. Nicht kategorisch als Weinbeere lesen.

Beleg: mha-007 · mha-009 · Quelle: CoReMA(Ingwer, Wikidata Q15046077)+Parallel(winber)

ymber grun / ymber grunne

Frisch, ungetrocknet (NICHT botanisch "immergrün") (Lemma: grüene)

Zutatalemannisch-schwäbischLesefalle

Kontrast zum später im selben Text genannten "weisser ymber gestossner" (geschälter, getrockneter Ingwer). Doppelform "ymber grun ymber grunne" ist vermutlich Schreiber-Dittographie, keine bewusste Verstärkung.

Beleg: mha-154 · Quelle: Fyndling

ytal ayer

lauter (ganze) Eier - itel/ytal/eitel = bloß / nichts als / nur (Lemma: itel)

ZutatalemannischLesefalle

ytalayer = ytal ayer; itel = bloß/nur, NICHT „rein/pur" → falsch als Eigelb gelesen

Beleg: m384-051 · Quelle: Ehlert1999

Z

zayß

zerzupfen (Fleisch in Fasern zerteilen) (Lemma: zeisen)

VerbbairischLesefalle

Wortfamilie zaisen/zeisen = zupfen, zerrupfen, zerzausen (Fischer-Wörterbuch: „abzaisen" = abrupfen; Grimm: „schaben, zaisen"; MHDBDB-Lemma „zeisen"). Bedeutet „zerzupfen" (Fleisch in Fasern zerteilen), nicht ein Körperteil. Zwilling mha-131 hat an derselben Stelle „zer czaiss das" (= zerzupfe es); das italienische Pendant ant-048 verwendet an vergleichbarer Stelle sfilare (zerfasern).

Beleg: mon-082 · Quelle: Fischer;Grimm;Parallel

zehannt

sogleich, sofort (Lemma: zehant)

Sonstigesoberrheinisch-alemannisch

mhd. Zeitadverb, im Korpus Hapax; Hand-Scan-Zweifel des Editors durch MHDBDB-Beleg aufgelöst (nicht fehlerhaft, nur selten)

Beleg: ka2-044 · Quelle: MHDBDB

zehays

zu heiß (Lemma: zu heiß)

BegriffmittelbairischLesefalle

zehays = zu heiß (Schmalz/Pfanne); NICHT "zu salzig"

Beleg: m5919-058

zuegklach

Kleine kegelförmige Teig-Zacken/Stäbchen - strukturelles Halte-Element, nicht nur Dekor (Lemma: zuc/zucke)

Technikalemannisch-schwäbischLesefalle

CoReMA (bs1.286) führt den Begriff als ungeklärten Hapax. Lesart gestützt durch Parallelbeleg rfk-073 (czweckly) und interne Textlogik (Halterung für roerlach).

Beleg: mha-286 · Quelle: unsicher

zvom iuengesten

Zuletzt, schließlich (mhd. "ze jungest", bei Lexer/Grimm als feste zeitliche Wendung belegt) - KEINE Reihenfolgeangabe im Sinne von "zuerst" (Lemma: ze jungest)

BegriffmittelhochdeutschLesefalle

Verwechslungsgefahr: "iuengest" klingt nach "jüngst/neu", ist hier aber ein feststehendes Zeitadverb für den letzten Schritt einer Abfolge.

Beleg: bgs-053 · Quelle: Lexer;Grimm

zymeid

Zimt - „zymeid plue“ ist die Zimtblüte (Lemma: zimt)

ZutatbairischLesefalle

Steht in derselben Senf-Zubereitung wie „czinmit pluot“ in m384-012 und „thimend plue“ in ri15632-006, jeweils gestoßen und unter den Senf gemischt.

Beleg: mon-098 · Quelle: Parallel

zymeid plue

Zimtblüte (Lemma: zimtblüte)

ZutatbairischLesefalle

Bairische Lautvariante zur bereits belegten alemannischen Form „czinmit pluot" (Cgm 384). Zwillinge mha-013 („zimen plue") und m5919-017 („zimad plud") bestätigen dieselbe Lesart - NICHT „Brühe/Brei".

Beleg: m5919-017 · mha-013 · mon-098 · Quelle: Parallel

Begriffsregister (automatisch geerntet)

Automatisch aus den Rezept-Anmerkungen zusammengestellt, ungeprüft. Jeder Begriff kommt in mindestens zwei Rezepten vor.

a moglio
einweichen Frühitalienisch mar-039 · mar-041 · mar-075
aber
Hier nicht adversativ (modernes 'aber'), sondern 'wiederum/abermals' - markiert die Fortsetzung der vorausgehenden Bären-Rezeptfolge (vgl. Frühneuhochdeutsch ka1-026 · wbd-004
Ables
Eine kleine Süßwasserfischart, die Ukelei (Alburnus alburnus). Moyen Français men-187 · men-189
Abrautten
Eberraute (Artemisia abrotanum) ist ein zitronig-bitteres Beifuß-Gewächs, das in der schwäbisch-alemannischen Küche oft zu Fisch und Sülzen verwendet wurde. Frühneuhochdeutsch mha-041 · mha-194
aceto
Essig Frühitalienisch mar-013 · mar-221 · mar-222
acqua rosa
Rosenwasser Frühitalienisch mar-090 · mar-095
acqua rosata
Rosenwasser Frühitalienisch mar-017 · mar-041 · mar-065
ad ascio
Langsam, sanft. Frühitalienisch mar-014 · mar-140 · mar-143
affter darmm
Der Afterdarm ist der Enddarm des Kalbes, der hier als natürliche Wursthülle dient. Frühneuhochdeutsch mha-020 · mon-212
agliata
Knoblauchsauce, oft mit Essig und eingeweichtem Brot gebunden. Frühitalienisch mar-001 · mar-030 · mar-162
agraz
Eine saure Sauce, oft aus unreifen Früchten wie Trauben oder Äpfeln hergestellt. Mittelhochdeutsch bgs-032a · bgs-035
Agrest
Verjus, der Saft unreifer Weintrauben, der als Säuerungsmittel verwendet wird. Frühneuhochdeutsch kkm-101 · m811-001 · wo10-046
agresta
Verjus, der Saft unreifer Trauben. Frühitalienisch / Toskanisches Volgare ant-092 · mar-101
agresto
Verjus, Saft unreifer Trauben Frühitalienisch / Mittellatein / Toskanisches Volgare ant-027 · ant-065 · boc-015
agresto verde
Verjus (Saft unreifer Trauben), hier mit dem Zusatz ‚verde' (grün), was die Unreife der Trauben oder eine Kräuterinfusion betonen könnte. Frühitalienisch mar-242 · mar-243
agrestum
Verjus, der Saft unreifer Trauben, als Säuerungsmittel. Mittellatein boc-001 · boc-027
Aichoren
Eichhörnchen, hier als Teil der Dekoration des Schaugerichts. Frühneuhochdeutsch mha-139 · mha-289
Aillet vert
Grüner Knoblauch, die jungen Triebe der Knoblauchpflanze. Moyen Français men-182 · men-183
ain lot
Historisches Gewichtsmaß, in Augsburg etwa 15-16 Gramm. Frühneuhochdeutsch mha-012 · saw-123
ain vierdung
Ein Viertel Pfund, entspricht etwa 125 Gramm. Frühneuhochdeutsch mha-004 · mha-049 · mon-224
ainmachen
Zubereitungsformel für ein eingelegt-mariniertes Gericht, hier ein in Essig gesottener und mit Öl-Essig-Guss fertiggestellter Fisch. Frühneuhochdeutsch saw-007 · saw-109 · saw-110
air prue
Eierbrühe (air = Eier, prue = Brühe): eine mit verquirltem Ei gebundene Brühe, die hier als Sauce über die gebratenen Eier gegeben wird, vergleichbar der Ei-… Frühneuhochdeutsch mon-004 · mon-012
airklar
Eiklar, also Eiweiß. Frühneuhochdeutsch saw-099 · saw-143
alayez
Anrühren, vermischen Moyen Français men-068 · men-142 · men-232
alkenet
Alkannawurzel (zum Färben) Mittelenglisch foc-045 · foc-049 · foc-082
allessare
sieden/pochieren Frühitalienisch mar-127 · mar-174 · mar-181
allessata
gesotten, pochiert Frühitalienisch mar-130 · mar-217 · mar-224
allessato
Gesotten oder pochiert, in Wasser gegart. Frühitalienisch mar-200 · mar-230
allessi
gesotten, gekocht (von allessare) Frühitalienisch mar-212 · mar-221 · mar-247
allesso
Gekocht, gesotten Frühitalienisch mar-001 · mar-002 · mar-003
Almandes
Mandeln Mittelenglisch foc-095 · foc-102
Almaund mylke
Mandelmilch Mittelenglisch foc-009 · foc-152 · foc-166
almaunde mylke
Mandelmilch Mittelenglisch foc-077 · foc-085 · foc-154
Almaundes blaunched
Blanchierte Mandeln Mittelenglisch foc-082 · foc-083 · foc-084
Als oben geschriben stet
Interner Rückverweis im Manuskript auf ein früheres 'gepfeffertes Mus'-Rezept. Frühneuhochdeutsch mha-183 · mha-268
als vor
‚Wie zuvor‘ - die Gans wird wie im vorhergehenden Gänserezept gerupft, ausgenommen und zubereitet vorausgesetzt. Frühneuhochdeutsch b4-005 · m384-045 · w1-006
also gruen
‚Grün‘ bedeutet in diesem Kontext ‚frisch‘ oder ‚roh‘, also die Leber ungekocht und unverarbeitet verwenden. Frühneuhochdeutsch m384-047 · m384-070
alye
Binden, andicken Mittelenglisch foc-007 · foc-043 · foc-044
alye it
Binden/legieren - hier mit zerstoßenem Fleisch und Eigelb. Mittelenglisch foc-008 · foc-050
amandelen melke
Mandelmilch Mittelniederländisch wes-016 · wes-040
amandole
Mandeln. Frühitalienisch / Toskanisches Volgare ant-047 · mar-045
amer
Galle (bitterer Teil der Eingeweide) Moyen Français men-129 · men-178
amito
Stärke, hier Weizenstärke, die zum Andicken verwendet wurde. Frühitalienisch mar-140 · mar-266
Amydoun
Stärke, meist Weizenstärke, zum zusätzlichen Binden. Mittelenglisch foc-036 · foc-066 · foc-091
an die stat
Bedeutet hier 'sofort, gleich an Ort und Stelle', nicht wörtlich 'an den Platz'. Frühneuhochdeutsch meb-020 · mha-246 · mha-254
an die statt
Diese Phrase bedeutet hier ‚bis sie gar sind‘ oder ‚bis zur richtigen Konsistenz‘. Frühneuhochdeutsch mon-056 · mon-117
an dy stat
Feste Kochformel für ‚bis zur richtigen Konsistenz/gar‘, im Korpus mehrfach belegt (u.a. Frühneuhochdeutsch ka2-021 · ka2-023 · ka2-045
an Wasser vnd an wein
'an' bedeutet in diesem mittelbairischen Dialekt 'ohne' - das Mehl wird also ganz ohne Flüssigkeit trocken angeröstet, nicht etwa in Wasser und Wein gekocht. Frühneuhochdeutsch ka2-032 · ka2-033
ancken
Bezeichnet tierisches Fett, meist Schmalz (Schweinefett) oder Butter. Frühneuhochdeutsch alb-011 · alb-026
Andoulles
Eine Art französische Wurst, hier als Referenz für Größe und Form Moyen Français men-008 · men-344
anesi confetti
Kandierte Anissamen. Frühitalienisch mar-085 · mar-151
Anguilles
Aale Moyen Français men-180 · men-251 · men-260
anricht
Die ‚Anrichte' ist eine Servierplatte oder ein Tisch, auf dem Speisen angerichtet werden. Frühneuhochdeutsch mha-037 · mon-073 · mon-130
aourser
Anbrennen, am Topfboden festkleben. Moyen Français men-002 · men-037
aqua roseacea
Rosenwasser - parfümierte Würze, im spätmittelalterlichen Hofgeschmack Standard für süßliche Gerichte. Mittellatein boc-019 · boc-031 · boc-035
arain
Messing oder Bronze - vom Essig anzugreifendes Metall, das den Essig verdirbt; daher verboten. Moyen Français men-234 · men-359
arbais
Mittelhochdeutsch für Erbsen. Frühneuhochdeutsch b4-030 · b4-055 · b4-070
arbais prue
‚Arbais prue‘ ist eine Erbsenbrühe, die als Kochflüssigkeit für den Fischbraten dient. Frühneuhochdeutsch b4-001 · b4-068 · m725-017
arbaiss
Erbsen Frühneuhochdeutsch ka2-009 · ka2-050 · mha-288
arbaßbrie
Erbsbrühe - der Kochsud von Erbsen. Frühneuhochdeutsch teg-011 · teg-051
arboulaste
Name des Gerichts, eine Art Kräuter-Omelette oder Frittata. Moyen Français men-225 · men-265
arrestes
Gräten. Moyen Français men-209 · men-247
arrosti
Brate sie (am Spieß oder auf dem Rost). Frühitalienisch mar-202 · mar-212
arrostita
geröstet, gebraten Frühitalienisch mar-220 · mar-224
arrosto
gebraten, geröstet Frühitalienisch / Toskanisches Volgare ant-092 · mar-001 · mar-002
aschen
Asche Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch bgs-018 · mon-040 · mon-061
aschlach
Mittelhochdeutsch 'aschlouch' (wörtlich 'Asch-Lauch'), ein Allium-Gewächs aus der Lauch-/Zwiebelfamilie. Frühneuhochdeutsch m811-002 · mha-068
au parcuire
Beim Fertiggaren - der späte Zeitpunkt der Gewürzzugabe. Moyen Français men-061 · men-085
aubun
Eiweiß Moyen Français men-227 · men-255
aubuns
Eiweiß Moyen Français men-228 · men-230 · men-263
augsten
Die Augsten sind die heißen Hundstage rund um den August - die kritischste Zeit für die Fleischhaltung ohne Kühlung, in der frisches Fleisch am schnellsten v… Frühneuhochdeutsch m5919-078 · m5919-079 · mha-080
aulx camelins
Eine Sauce aus Knoblauch, Ingwer, Essig und Gewürzen, oft mit Zimt. Moyen Français men-191 · men-210 · men-273
ayer klar
Eiklar, also Eiweiß - Wiederholung derselben Zutat wie 'weiss von den ayren'. Frühneuhochdeutsch mha-173 · mha-175 · mha-253
ayer taig
Ein einfacher Teig, der hauptsächlich aus Eiern und Mehl besteht. Frühneuhochdeutsch mha-219 · mha-227
ayr prue
Eierbrühe, eine mit verquirltem Ei angereicherte, klare Brühe. Frühneuhochdeutsch b4-102 · m5919-026 · mon-249
ayr taig
Eierteig oder Eierpanade Frühneuhochdeutsch mha-071 · mha-072
ayr totteren
Eidotter - die Basis des Muses; das Eiweiß bleibt außen vor. Frühneuhochdeutsch m5919-003 · m5919-014
ayr tutternn
Eigelb, hier zum Abrühren und Andicken des Mus. Frühneuhochdeutsch b4-112 · b4-113 · b4-140
ayrenn
Eier Mittelenglisch foc-043 · foc-079 · foc-087
ayrkäs
Eierkäse - durch Erhitzen von Milch mit Ei (ggf. Frühneuhochdeutsch teg-030 · teg-034
bachen aiger
Wörtlich 'gebackene/gegarte Eier'. Frühneuhochdeutsch ka1-032 · ka1-033
bachs
Von 'backen' im mittelalterlichen Sinn: Ausbacken in heißem Fett in der Pfanne, nicht Backen im Ofen. Frühneuhochdeutsch ka1-037 · saw-103 · saw-145
baciner
während des Bratens wiederholt mit Sauce begießen bzw. Moyen Français men-146 · men-147 · via-139
backe sij
‚Backe sie‘ - im Mhd. Rheinfränkisch rfk-043 · rfk-044
Barbillons
Barben, eine Gattung von Süßwasserfischen. Moyen Français men-170 · men-333
barghin vleesch
Fleisch eines Borgen, eines kastrierten männlichen Schweins, das für besonders zartes und mageres Fleisch bekannt war. Mittelniederländisch wes-003 · wes-036
bastede
Pastete - ein Fleischkuchen mit Teighülle bzw. Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch bgs-089 · koe-019
bastet
Pastete, hier eine mit Fleisch gefüllte, im Ofen gebackene Teighülle - Vorform der heutigen Pastete. Frühneuhochdeutsch ka1-001 · ka1-002 · ka1-003
batour of ayren
Eierteig (Ausbackteig), in den die umhüllten Bällchen vor dem Frittieren getaucht werden. Mittelenglisch foc-157 · foc-175
batzen schmaltz
Ein "Batzen" bezeichnet hier ein Stück oder einen Klumpen Schmalz, keine Gewichtsangabe. Frühneuhochdeutsch wo10-048 · wo10-049
beckin
Ein großes Gefäß oder Becken, dessen Volumen hier als Maßeinheit dient. Frühneuhochdeutsch saw-085 · wo10-024
Bectes
Mangold (Blattgemüse, ähnlich Spinat oder Krautstiel) Moyen Français men-050 · men-250
bedellin
Diminutiv von 'Boden', der Tortenboden, auf den die Füllung gegossen wird - bestätigt durch saw-022, saw-089 und saw-093 im selben Buch, die 'bedellin' übere… Frühneuhochdeutsch saw-089 · saw-093 · saw-129
benes
Bohnen (getrocknet) Mittelenglisch foc-002 · foc-177
berenkopf
Im Mittelalter war Bärenfleisch eine geschätzte, wenn auch seltene, Speise für den Adel. Frühneuhochdeutsch ka1-024 · ka1-025
bern
Beeren (im mittelalterlichen Sprachgebrauch oft Wacholder-, Holunder- oder Schlehbeeren) Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch bgs-048 · m384-041
Bersing
Barsch. Frühneuhochdeutsch kkm-010 · kkm-042 · kkm-088
beschaidenlich
Bedeutet ‚bescheiden‘, ‚in Maßen‘, ‚mit Bedacht‘ oder ‚judiziös‘. Frühneuhochdeutsch ka1-051 · ka2-002
beschlahe
Von 'beschlagen': mit einer Ei-Kräuter-Safran-Masse überziehen, ähnlich einem modernen Panierüberzug. Frühneuhochdeutsch mha-087 · mha-093
beseng den gar wol
‚Sänge ihn gut ab‘ - die Borsten/Haare des Kopfes werden über der Flamme abgesengt, bevor er auf den Rost kommt. Frühneuhochdeutsch ka1-025 · m384-040
beslach
Das Verb ‚beschlagen‘ bedeutet hier, den Fisch mit dem Teig zu umhüllen oder zu bestreichen. Frühneuhochdeutsch w1-024 · w1-031
besunder
Gesondert, einzeln - innere und äußere Därme jeweils für sich abbinden. Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch bgs-022 · m725-015 · w1-046
bewuertz
Mittelalterliche Würzungen für herzhafte Gerichte umfassten oft Salz, Pfeffer, Ingwer und manchmal Nelken oder Muskat. Frühneuhochdeutsch ka1-017 · ka1-027
bewurtz
Von 'würzen' - eine allgemeine Aufforderung, die Masse nach Geschmack zu würzen; der Text nennt hier nur Pfeffer als konkretes Gewürz. Frühneuhochdeutsch ka1-012 · ka1-015 · ka1-020
bewurtz es
‚Würze es‘ - eine allgemeine Anweisung, die typischerweise Gewürze wie Pfeffer, Ingwer, Nelken oder Muskat meint. Frühneuhochdeutsch ka1-029 · m384-070
bewurtz vnd faerbs
Die Anweisung, das Gericht zu würzen und zu färben, war im Mittelalter üblich. Frühneuhochdeutsch ka1-028 · ka1-070
bewurtz vnd farbs
‚Würze und färbe es‘. Frühneuhochdeutsch ka1-069 · m384-043
bianchi d'ova
Eiweiße Frühitalienisch mar-045 · mar-131
Biern
Birnen. Frühneuhochdeutsch kkm-036 · kkm-054
bingnetz
Krapfen oder Fritters, hier eine herzhafte Variante. Moyen Français men-258 · men-268
binten
"Pinte"/"Binte" in ihrer zweiten, im Schweizerischen Idiotikon (Bd. Frühneuhochdeutsch d792-001 · d792-002
blanc mengier
Blancmanger, ein weißes Gericht, oft mit Mandeln gebunden und für seine milde, nahrhafte Qualität geschätzt. Moyen Français men-106 · men-107
blans
Eine mittelalterliche französische Münze. Moyen Français men-014 · men-251 · men-361
blat von eyern
ein Blatt aus Eiern - eine dünne Omelette- oder Eierkuchen-Schicht Mittelhochdeutsch bgs-008 · bgs-010 · bgs-027
blaunche powdour
weiße Gewürzmischung, mild (meist Zucker, Ingwer, Zimt) Mittelenglisch foc-128 · foc-189
bletter
„Blätter“, hier Teigplatten, die ausgerollt und gebacken werden. Frühneuhochdeutsch ka1-037 · kkm-086
bocchale
Historisches Flüssigkeitsmaß, ca. Frühitalienisch mar-024 · mar-124
bocchali
historisches Flüssigkeitsmaß, ca. Frühitalienisch mar-042 · mar-043
boden
Der Tortenboden, hier eine Unterlage aus Mehl - vermutlich eine knapp beschriebene Teigkruste. Frühneuhochdeutsch saw-125 · saw-131 · saw-136
boley
Poleiminze (Mentha pulegium), eine intensiv-scharfe Minzart. Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch bgs-021 · kkm-101 · kkm-102
bone spetie
Gute Gewürze Frühitalienisch mar-051 · mar-056 · mar-058
bongnette
Bignets, eine Art frittiertes Gebäck oder Kloß. Mittelniederländisch wes-003 · wes-034
botiro
Butter Frühitalienisch mar-124 · mar-160 · mar-180
boulez
Aufkochen. Moyen Français men-152 · men-209 · men-287
boulir
Kochen Moyen Français men-056 · men-123 · men-167
Boullon
Brühe Moyen Français men-050 · men-164
boullon de char
Fleischbrühe Moyen Français men-040 · men-065
bouly
gekocht Moyen Français men-080 · men-129 · men-134
boulye
Gekocht. Moyen Français men-070 · men-137 · men-185
boutez
stecken, füllen Moyen Français men-142 · men-145 · men-325
boutonner
Binden / Trussieren (um den Vogel in Form zu bringen) Moyen Français men-156 · men-241
boyaulx
Därme Moyen Français men-014 · men-097 · men-265
bradem
Dampf Mittelhochdeutsch bgs-012 · bgs-042
bragia
Glut Frühitalienisch / Toskanisches Volgare ant-093 · mar-065 · mar-072
braon
Fleisch, Muskelgewebe. Moyen Français men-107 · men-242
brascia
Holzkohleglut Frühitalienisch mar-005 · mar-013 · mar-044
brauten
Das ‚Gebratene‘ meint hier das Fleisch des Huhns, das von den Knochen gelöst wird. Frühneuhochdeutsch ka1-034 · ka1-053 · m384-060
bray
zerstoßen (im Mörser) Mittelenglisch foc-044 · foc-063 · foc-160
Brecte
Brachsen, ein in Europa verbreiteter Süßwasserfisch. Moyen Français men-191 · men-192
brede ygrated
Geriebenes (altbackenes) Weißbrot - bindet die Suppe. Mittelenglisch foc-041 · foc-157
bret
Fleisch Frühneuhochdeutsch kkm-028 · saw-012 · saw-031
brewet
Anglo-normannisch brouet - eine gewürzte, gebundene Brühe bzw. Mittelenglisch foc-088 · foc-118 · foc-130
brie
Brühe bzw. Frühneuhochdeutsch saw-002a · saw-004 · saw-010
brielin
Kleine Brühe oder gebundene Sauce, hier gelb, vermutlich mit Safran gefärbt (im Text nicht ausdrücklich genannt). Frühneuhochdeutsch saw-005 · saw-006 · saw-008
briete kiechlen
Gebratene Küchlein (nicht gebackene) - eine im Buch bereits bekannte andere Küchlein-Art aus der Pfanne, an deren Größe sich dieses Rezept orientiert. Frühneuhochdeutsch saw-082 · saw-096
brochecte
Spieß Moyen Français men-185 · men-263
brochet
Hecht Moyen Français men-129 · men-175
brodecto
Brodetto, eine Art dicke, gewürzte Brühe oder Sauce. Frühitalienisch mar-044 · mar-059
brodetto
eine dicke Brühe oder Sauce Frühitalienisch mar-054 · mar-055 · mar-125
brodio grasso
Fette Fleischbrühe - steht hier neben der Mandelmilch, das Gericht ist also keine Fastenspeise. Mittellatein boc-002 · boc-009 · boc-057
brodium
Brühe Mittellatein boc-021 · boc-030
brodo
Brühe Frühitalienisch mar-029 · mar-036
brodo de carne
Fleischbrühe. Frühitalienisch mar-050 · mar-052
brodo grasso
Fette, kräftige Fleischbrühe. Frühitalienisch mar-009 · mar-025 · mar-059
Brotpfeffer
eigenständiges Gericht (kein Gewürz): eine gewürzte, mit Brot gebundene Wein-Essig-Speise für einfache Tafeln. Frühneuhochdeutsch kkm-040 · kkm-052
brouaille
Gedärme / Innereien (außer Leber) Moyen Français men-090 · men-209
brouet
Brühe, Eintopf, hier: die fertige Sauce Moyen Français men-056 · men-072 · men-075
broye
zerstoßen, zermahlen Moyen Français men-271 · via-092 · via-093
broyees
gemahlen oder zerstoßen Moyen Français men-003 · men-040 · men-061
broyer
Zerstoßen, fein mahlen (im Mörser). Moyen Français men-020 · men-288 · via-062
broyes
Zerstoßen, mahlen (im Mörser). Moyen Français via-002 · via-003
broyez
Zerstoße im Mörser Moyen Français men-008 · men-042 · men-067
bruege
Die 'Brühe' ist hier die Flüssigkeit aus Wein, Wasser, Honig und Essig, in der die Feigen gekocht werden und die später mit Brot und Lebzelten gebunden wird. Frühneuhochdeutsch m384-064 · m384-076
brug
Bezeichnet hier die Kochflüssigkeit oder Brühe, die beim Kochen der Feigen entsteht. Frühneuhochdeutsch alb-003 · ka1-006 · ka1-007
brusculate
geröstet, leicht angebräunt - hier die Brotscheiben über der Glut. Frühitalienisch mar-102 · mar-154 · mar-159
bruwette
Brühe (Diminutiv, romanisch beeinflusst). Mittelniederländisch wes-007 · wes-009 · wes-055
bry
Mittelhochdeutsch für ‚Brei‘ oder ‚Mus‘. Frühneuhochdeutsch / Rheinfränkisch m384-061 · rfk-025
buchs
Ein Gefäß oder eine Dose zur Aufbewahrung des fertigen Mus. Frühneuhochdeutsch wo10-026 · wo10-040
budello
Darm, Eingeweide. Frühitalienisch mar-224 · mar-231
buluer
Wörtlich ‚Pulver‘. Frühneuhochdeutsch alb-010 · alb-019
butern
Butter Mittelhochdeutsch bgs-043 · bgs-045
butiro
Butter Frühitalienisch mar-126 · mar-130 · mar-157
Buvrage
Getränk Moyen Français men-301 · men-302
caillecte
Labmagen (der vierte Magen der Wiederkäuer) Moyen Français men-013 · men-014 · men-015
caldaro
Topf, Kessel Frühitalienisch mar-003 · mar-034 · mar-235
cameline
Eine mittelalterliche Würzsauce auf Zimtbasis. Moyen Français men-085 · men-138 · men-142
Caneele
Zimt Mittelniederländisch wes-023 · wes-056
canel
Zimt Mittelenglisch foc-096 · foc-106 · foc-107
canella
Zimt Frühitalienisch / Mittellatein boc-030 · mar-043 · mar-137
canelle
Zimt Moyen Français men-097 · men-102 · men-104
cannella
Zimt Frühitalienisch mar-029 · mar-038 · mar-104
Capoene
Kapaun, ein kastrierter, gemästeter Hahn mit besonders zartem Fleisch. Mittelniederländisch wes-010 · wes-038 · wes-060
Capoenen
Kapaun sind kastrierte Hähne, die für ihr zartes und saftiges Fleisch geschätzt wurden. Mittelniederländisch wes-002 · wes-037
Capouns
Kapaune, kastrierte Masthähne, für ihr zartes Fleisch geschätzt. Mittelenglisch foc-036 · foc-058 · foc-082
cappone
Kapaun, ein kastrierter Masthahn Frühitalienisch / Toskanisches Volgare ant-014 · mar-003 · mar-009
Cardamuemlen
Frühneuhochdeutsche Schreibweise für Kardamom. Frühneuhochdeutsch wo10-007 · wo10-015 · wo10-017
carne salata
Gesalzenes, gepökeltes Fleisch. Frühitalienisch mar-016 · mar-066 · mar-067
carpes
Karpfen Moyen Français men-126 · via-003
Carpioni
Karpfen (Plural) Frühitalienisch mar-252 · mar-264
cascio
Käse. Frühitalienisch / Toskanisches Volgare ant-104 · mar-021 · mar-124
cascio frescho
frischer Käse Frühitalienisch mar-131 · mar-132 · mar-137
cascio fresco
Frischer, ungereifter Käse, vergleichbar mit Ricotta oder Quark. Toskanisches Volgare ant-036 · ant-063
cascio vecchio
alter Käse Frühitalienisch mar-022 · mar-132 · mar-137
caseum recentem
Frischer, ungereifter Käse wie Quark, Ricotta oder milder Frischkäse - im Gegensatz zum gereiften Reibekäse (antiquum) der Käse-Torte boc-042. Mittellatein boc-033 · boc-043
caso
Käse Frühitalienisch mar-065 · mar-085 · mar-135
caso grattato
geriebener Käse Frühitalienisch mar-020 · mar-183 · mar-195
caso grattugiato
Geriebener Käse. Frühitalienisch mar-047 · mar-059 · mar-079
caso vecchio
Alter, gereifter Hartkäse Frühitalienisch mar-035 · mar-077 · mar-086
castrati
Lunge vom kastrierten Masttier (Hammel/Schaf), dessen Fleisch milder ist - alternativ vom Kalb (vituli). Mittellatein boc-010 · boc-035
Cawdel
Von lat. Mittelenglisch foc-015 · foc-032 · foc-084
Cefalo
Meeräsche Frühitalienisch mar-216 · mar-263
cerase
Kirschen Frühitalienisch mar-111 · mar-118 · mar-137
chaltguss
Kaltes Wasser, in dem die Erbsen aufgesetzt und gekocht werden. Frühneuhochdeutsch ka2-050 · ka2-051
chappellures
Semmelbrösel. Moyen Français men-076 · men-079
chappon
Kapaun (kastrierter Hahn) Moyen Français men-285 · men-291 · men-300
chappons
Kapaune (kastrierte Hähne) Moyen Français men-072 · men-073 · men-100
char
Fleisch Frühneuhochdeutsch / Moyen Français men-007 · men-020 · men-056
char salee
Gesalzenes (gepökeltes) Fleisch, meist Schwein - haltbar gemachtes Fleisch. Moyen Français men-046 · men-059
charcoiz
Karkassen (Knochengerüst des Vogels) Moyen Français men-241 · men-242
Charlet Yforced
Ein gepresster, gewürzter Fleischbrei (meist Schwein); 'yforced' = gestopft/in Form gebracht. Mittelenglisch foc-039 · foc-042
charpie
Zerzupftes Fleisch Moyen Français men-174 · men-194 · men-357
chastaignes
Kastanien Moyen Français men-142 · men-335
chaudeau
Heiße Brühe Moyen Français men-036 · men-097 · men-113
chaudun
Innereien, hier speziell Därme Moyen Français men-012 · men-097
Chawdoun
Innereien-Sauce (afrz. Mittelenglisch foc-111 · foc-139
cheminee
Kamin, offener Herd Moyen Français men-019 · men-021
Chese ruayn
Ruan-Käse, ein französischer Hartkäse aus der Region Rouen, ähnlich einem Parmesan. Mittelenglisch foc-047 · foc-162
chevrel
Rehkitz oder junges Reh. Moyen Français men-080 · men-265
Chewetes
Kleine gedeckte Fleischpasteten. Mittelenglisch foc-181 · foc-182
chien de mer
Der Dornhai, eine größere Haiart. Moyen Français men-191 · men-192
chlaub
‚Chlaub‘ ist eine bairisch-österreichische Variante von ‚klauben‘, was ‚verlesen‘ oder ‚sortieren‘ bedeutet. Frühneuhochdeutsch b4-084 · mon-233
Chnodel
Mittelhochdeutsch für ‚Knödel‘ oder ‚Klöße‘, eine weit verbreitete Speiseform im Mittelalter. Frühneuhochdeutsch ka2-025 · ka2-026 · mon-118
chochsilber
Quecksilber (hochgiftig!). Frühneuhochdeutsch mon-157 · mon-159 · mon-160
choll
Eine Glut ist ein Bett aus glühenden Kohlen, das eine gleichmäßige und kontrollierbare Hitze abgibt, ideal zum langsamen Sieden. Frühneuhochdeutsch mon-184 · mon-188
chollen
Glut/Kohlenglut, auf die der Topf zum weiteren, sanfteren Garen gesetzt wird. Frühneuhochdeutsch b4-088 · b4-108
chopine
Historisches französisches Hohlmaß, etwa 0,47 Liter. Moyen Français men-251 · men-262 · men-299
choppine
Historisches französisches Flüssigkeitsmaß, etwa 0,47 Liter. Moyen Français men-206 · men-253
chost
‚Kost‘ oder ‚Speise‘, hier das zu rettende Gericht. Frühneuhochdeutsch mon-065 · mon-066
Choulx
Kohl. Moyen Français men-050 · men-053
chrapffen
Krapfen sind in Fett ausgebackene Gebäckstücke, die im Mittelalter oft süß gefüllt wurden. Frühneuhochdeutsch mon-093 · mon-099
chriechen
Kriechen oder Kriecherl sind kleinfrüchtige Pflaumenformen. Frühneuhochdeutsch b4-136 · w1-111 · w1-141
ciboule
Frühlingszwiebel oder Lauchzwiebel. Moyen Français men-141 · men-180
ciboules
Frühlingszwiebeln/Lauchzwiebeln; im Mittelalter ein Sammelbegriff für junge, milde Zwiebelgewächse. Moyen Français men-026 · men-165
Cingne
Schwan Moyen Français men-157 · men-158
citrangole
Zitronatzitronen; gemeint ist der saure Saft, nicht die kandierte Schale. Toskanisches Volgare ant-067 · ant-068 · ant-092
civero
Wildschmorbraten/Ragout mit Wein, Essig und Gewürzen - verwandt dem französischen Civet. Frühitalienisch mar-001 · mar-007
claret
Rötlich, klarrot (wie Rotwein). Moyen Français men-074 · men-127 · men-203
clarifie hony
Honig klären: sanft erhitzen und abschäumen. Mittelenglisch foc-141 · foc-144
clo
Nelken Moyen Français men-034 · men-097
cloche
Eine kleine Menge, eine Prise. Moyen Français men-133 · men-137 · men-248
cloches
Stücke oder Knollen (hier für Ingwer) Moyen Français men-250 · men-288
cocchiaro
Löffel Frühitalienisch / Toskanisches Volgare ant-110 · mar-065 · mar-088
cochon
Ferkel Moyen Français men-142 · men-261 · via-172
coffyn
feste Pastetenhülle aus Teig (nicht „Sarg“) Mittelenglisch foc-154 · foc-163 · foc-164
coffyns
Feste Teighüllen, die als essbares Backgefäß für die Füllung dienten. Mittelenglisch foc-109 · foc-185
cole
Abkühlen Mittelenglisch foc-022 · foc-107
cole hem thurgh a cloth
Die gekochten Erbsen durch ein Tuch passieren. Mittelenglisch foc-068 · foc-069
comme dessus
wie oben / wie zuvor beschrieben Moyen Français men-099 · men-117 · men-302
compositione
Teig, Masse Frühitalienisch mar-090 · mar-129 · mar-165
COMPOST
Von lat. Mittelenglisch / Mittelniederländisch foc-097 · wes-015
Condament
Würzsauce/Kondiment, das zu anderen Speisen gereicht wird; hier in einer haltbaren Trockenform vorbereitet. Frühneuhochdeutsch b4-131 · m5919-080
condimente
Hier nicht „Gewürz", sondern die ganze Füllung/Farce (lat. Mittelhochdeutsch bgs-022 · bgs-026
Condimenten
Im Kontext dieses Rezepts bezieht sich ‚condimenten‘ auf die zuvor genannten gehackten Kräuter und Gewürze, die als Würzmittel dienen, nicht auf eine fertige… Frühneuhochdeutsch b4-020 · b4-104 · w1-021
Congur
Meeraal. Mittelenglisch foc-101 · foc-111
connin
Kaninchen Moyen Français men-117 · men-284
connins
Kaninchen Moyen Français men-108 · men-143
Connynges
Kaninchen Mittelenglisch foc-024 · foc-025 · foc-062
coppo
Ein Gefäß aus Teig, das als Hülle für die Pastete dient und mit einem Teigdeckel verschlossen wird. Toskanisches Volgare ant-064 · ant-065 · ant-082
coq
Vermutlich Hahnenkamm (Pflanze, Crista galli), ein Kraut mit leicht bitterem Geschmack. Moyen Français men-073 · men-225 · men-277
coratella
Innereien (Herz, Leber, Lunge) vom Wild - optional, vertieft Farbe und Körper. Frühitalienisch mar-005 · mar-006
coraunce
Korinthen (getrocknete, kleine Weinbeeren) Mittelenglisch foc-102 · foc-165
cossa
Keule, Oberschenkel. Frühitalienisch mar-018 · mar-026
costa del coltello
Messerrücken. Frühitalienisch mar-018 · mar-026
Costelectes
Kotelettstücke Moyen Français men-009 · men-353
costelz
Rippen. Moyen Français men-018 · men-091
couanne
Die Schwarte oder Haut des Schweins. Moyen Français men-141 · men-203 · men-205
couler
Seihen, filtern Moyen Français men-180 · men-288 · men-308
couler par l'estamine
Durch ein feines Tuch oder Sieb passieren/seihen. Moyen Français men-094 · men-244
coulez
Seihen, filtern Moyen Français men-031 · men-067 · men-083
coulez par l'estamine
durch ein Tuch seihen Moyen Français men-057 · men-185
Couliz
Eine dicke Sauce oder Püree. Moyen Français men-306 · men-307 · men-308
Coulons ramiers
Ringeltauben Moyen Français men-023 · men-154
craspoiz
Der Name des Gerichts, wörtlich 'Fettfisch', bezeichnet hier Walfleisch. Moyen Français men-029 · men-207
cresme
Sahne, Rahm. Moyen Français men-234 · via-183
cretonnee
Sämig gebundenes Püree aus Bohnen und Erbsen; benannt nach dem Eindicken/Binden. Moyen Français men-030 · men-041 · men-048
croco
Safran Mittellatein / Toskanisches Volgare ant-015 · boc-005 · boc-011
crocum
Safran Mittellatein boc-034 · boc-036
crognali
Kornelkirschen Frühitalienisch mar-111 · mar-123
crosta di sotto
Der untere Teigboden einer Torte oder Pastete. Frühitalienisch mar-132 · mar-141
cruddes
geronnene Frischmilch, also Quark/Topfen. Mittelenglisch foc-146 · foc-167
cruoco
Safran, ein kostbares Gewürz, das oft zum Färben von Speisen verwendet wurde. Toskanisches Volgare ant-012 · ant-014
crusca
Kleie (zum Konservieren) Frühitalienisch mar-259 · mar-263
crustes of brede
Geriebene Brotkrusten als zeittypisches Bindemittel. Mittelenglisch foc-122 · foc-126 · foc-134
Cubeben
Kubebenpfeffer (Piper cubeba), pfeffrig mit eukalyptusartiger Note. Frühneuhochdeutsch kkm-109 · mha-082 · wo10-017
cuer
Herz Moyen Français men-012 · men-015 · men-265
cuicte en eaue
in Wasser gekocht Moyen Français men-171 · men-216
cuissot de porc
Schweinekeule Moyen Français men-142 · men-261
Cynee
Zwiebelbasierte Sauce (engl. Mittelenglisch foc-024 · foc-115 · foc-116
cziger
Name der fertigen, nach dem zweiten Seihen erhaltenen Erbsenspeise. Frühneuhochdeutsch w1-058 · w1-111 · w1-113
czucker
Zucker war im Mittelalter ein teures Importgut und wurde sparsam, oft als Statussymbol, eingesetzt. Frühneuhochdeutsch mon-038 · mon-117 · mon-214
czuker
Zucker war im 15. Frühneuhochdeutsch w1-079 · w1-113
czwir
Das Wort ‚czwir' bedeutet ‚zweimal' oder ‚doppelt'. Frühneuhochdeutsch w1-072 · w1-091
czymmerrintten
Hier ist die Zimtrinde gemeint, die in Stücken mitgekocht oder gerieben hinzugefügt wurde. Frühneuhochdeutsch mon-196 · mon-198
damast
Kurzform für Damastpflaumen, eine alte Pflaumensorte, die sich gut für Konfekt und Mus eignet. Frühneuhochdeutsch wo10-027 · wo10-029 · wo10-040
dece menestre
Zehn Portionen. Frühitalienisch mar-045 · mar-047 · mar-091
deeghe
Teig, hier für die Pastetenform. Mittelniederländisch wes-010 · wes-054
deffaictes
Auflösen Moyen Français men-062 · men-064 · men-102
deffaictes de vinaigre
Mit Essig auflösen oder verdünnen. Moyen Français men-185 · men-273
dempffen
Dämpfen. Frühneuhochdeutsch wo10-017 · wo10-036
denmenten krautt
Von der CoReMA-Edition als vermutlich 'deymenten' gelesen - eine frühneuhochdeutsche Dialektform für Minze, siehe interpretive_choices. Frühneuhochdeutsch wo10-058 · wo10-061
derre
trocknen Frühneuhochdeutsch mha-079 · mha-109 · mha-131
despeciez par pieces
in Stücke teilen Moyen Français men-108 · men-374
Destrempez
Verdünnen Moyen Français men-050 · men-078 · men-305
dicke mandel milich
Konzentrierte, dicke Mandelmilch; sie bildet zusammen mit Reismehl die Basis des Mus. Mittelhochdeutsch bgs-078 · bgs-079
dicke mandelmilch
Dickflüssige Mandelmilch, die durch einen höheren Mandelanteil oder durch Reduktion (Einkochen) erreicht wird. Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch bgs-076 · meb-013
dicke milich
Eine eingedickte Mandelmilch, die als formbare Grundmasse für die imitierten Eier dient. Frühneuhochdeutsch mha-004 · mha-009 · mha-113
dicker mylch
Mhd. Rheinfränkisch rfk-048 · rfk-071
diech
Keulen, Schenkel Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch bgs-042 · saw-060
digen
Gediegen, wohl durchgezogen und ausgereift - die Zungen sind nach dem Salzen, Räuchern und Lufttrocknen fertig gepökelt. Frühneuhochdeutsch saw-027 · saw-058 · saw-059
dikche mandel milch
Dicke, konzentrierte Mandelmilch; ihre konkrete Herstellung ist in diesem Rezept nicht beschrieben. Frühneuhochdeutsch w1-119 · w1-137 · w1-139
dikchs
Unklare Stelle, gemeint ist wohl 'etwas Dickes' im Sinn einer beliebigen eindickenden Zutat nach Wahl. Frühneuhochdeutsch b4-096 · w1-100
dimpten
Tinte. Frühneuhochdeutsch mha-155 · mha-174
distempera
Anrühren, vermischen, mit Flüssigkeit zu einem Teig verarbeiten. Toskanisches Volgare ant-003 · ant-034 · ant-047
distemperala
verdünnen, auflösen Frühitalienisch mar-068 · mar-112
distemperarai
verdünnen Frühitalienisch mar-095 · mar-115 · mar-118
doberis
Gesetzter Eigenname genau dieser Apfel-Honig-Latwerge - der Text sagt selbst „ditz condiment haist doberis". Frühneuhochdeutsch m5919-083 · m5919-084
doi dita
Eine Höhenangabe, die etwa 3 bis 4 cm entspricht. Frühitalienisch mar-139 · mar-228
doi paternostri
Eine mittelalterliche Zeitangabe, die der Dauer des Sprechens von zwei Vaterunsern entspricht, etwa 1-2 Minuten. Frühitalienisch mar-044 · mar-077
dorees
Vergoldet, d.h. Moyen Français men-364 · via-183
dorer
Wörtlich 'vergolden', bedeutet hier, mit Eigelb zu bestreichen, um eine goldene Farbe zu erzielen. Moyen Français men-242 · via-046 · via-171
dorez
vergolden (mit Eigelb bestreichen) Moyen Français men-158 · via-048
dorten
Torte, im 16. Frühneuhochdeutsch saw-077 · saw-079
dragee
Zuckerüberzogene Samen oder Nüsse. Moyen Français men-106 · men-321 · via-171
dragie
Gezuckerte Gewürzkonfekte, kein gemahlenes Gewürzpulver. Mittelniederländisch wes-019 · wes-028 · wes-035
dragye
Gewürzmischung (ursprünglich kandierte Gewürze, hier wohl gemahlen) Mittelniederländisch wes-003 · wes-010
drawe hem up
Die gemahlenen Mandeln mit Brühe zu einer glatten Mandelmilch durch ein Tuch streichen. Mittelenglisch foc-002 · foc-056 · foc-067
drawe it thurgh a straynour
Durch ein Sieb/Tuch passieren Mittelenglisch foc-022 · foc-135
drawe it up
Mit Flüssigkeit (der Fischbrühe) aufziehen / zu einer Sauce verrühren. Mittelenglisch foc-115 · foc-131
dreciez vostre grain dedens
Richte deine Speise/dein Gericht darin an. Moyen Français men-088 · men-092
dressier
Anrichten, servieren. Moyen Français via-002 · via-003
Dreystund
dreimal, dreifach - hier die Anzahl der Teig-Beschichtungen auf dem Fisch. Frühneuhochdeutsch b4-023 · b4-103
drifueß
Ein Dreifuß aus Eisen, auf den ein Kessel gestellt werden konnte, um ihn über dem offenen Feuer oder Glut zu erhitzen. Frühneuhochdeutsch ri15632-042 · ri15632-043
durch ein tuch
Die fein gestoßenen Nüsse werden mit Milch durch ein Tuch passiert, sodass eine glatte Flüssigkeit entsteht. Frühneuhochdeutsch b4-058 · w1-117
durch geschlagen
Bezeichnet das Durchschlagen (Durchstreichen) von Brot durch ein Sieb oder Tuch - so entstand eine bindende Grundlage für die Sauce, ähnlich einer feinen Bro… Frühneuhochdeutsch ka1-016 · mha-273
durch gezogen
‚Durchgezogen' = das Passieren der Masse durch ein Tuch oder Sieb für eine feine, glatte Konsistenz. Frühneuhochdeutsch m384-003 · m384-056
durch gezognen
Wörtlich ‚durchgezogen‘, hier im Sinne von ‚passiert‘ oder ‚gesiebt‘, um eine feine, glatte Konsistenz zu erzielen. Frühneuhochdeutsch ka1-043 · m384-061
durch slachen
Wörtlich 'durchschlagen', hier im Sinn von kräftig einarbeiten und vermengen, nicht durch ein Sieb passieren. Frühneuhochdeutsch b4-041 · b4-050 · b4-073
durich ein tuech
Das Passieren durch ein Tuch (Käsetuch) war eine gängige Methode, um Saucen zu klären und eine feine, glatte Textur zu erzielen. Frühneuhochdeutsch mon-221 · mon-234
durich slahen
Wörtlich ‚durchschlagen‘, bedeutet hier, die Sauce zu passieren oder gründlich zu verrühren, um eine feine, homogene Konsistenz zu erzielen. Frühneuhochdeutsch w1-016 · w1-035 · w1-050
dyce
Würfel. Mittelenglisch foc-013 · foc-107
eaue
Wasser Moyen Français men-038 · men-056 · men-067
eaue de char
Fleischbrühe Moyen Français men-054 · men-084 · men-097
eaue de la char
Der beim Braten austretende Fleischsaft oder eine zusätzliche Fleischbrühe. Moyen Français men-119 · men-293
eaue fremiant
Siedendes Wasser Moyen Français men-040 · men-050 · men-174
Eerys
Ohren Mittelenglisch foc-099 · foc-173
effondrer
ausnehmen, ausweiden Moyen Français men-181 · men-188
effondrez
ausgenommen Moyen Français men-024 · men-341 · men-379
Egurdouce
Süß-sauer, aus altfranzösisch 'aigre-doux'; benennt die Geschmacksrichtung des Gerichts. Mittelenglisch foc-020 · foc-129
eingemacht
Im Werktitel „Eingemacht vische“ meint das Wort nicht Eingekochtes im heutigen Sinn (Marmelade, Konserve), sondern ein in Sud bzw. Frühneuhochdeutsch mha-133 · mha-148
eissellen
Kleine Werkzeuge, vermutlich kleine spitze Eisen oder Messerchen, mit denen ein Schuppenmuster in den Teig gedrückt wurde. Frühneuhochdeutsch saw-065 · saw-067
eitel
Rein, lauter, ausschließlich (hier: nur Fischlebern). Frühneuhochdeutsch kkm-072 · kkm-084 · kkm-103
elen
Aale Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch bgs-018 · bgs-037 · kkm-020
embrochiez
aufspießen Moyen Français men-086 · men-139 · men-149
enfleurer
Mit Mehl bestäuben. Moyen Français men-188 · men-267
enis
Anis Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch bgs-010 · bgs-048 · m384-008
entrecerele des boyaulx
Spezifischer Teil der Därme, genaue Entsprechung unklar Moyen Français men-006 · men-012
erbe odorifere
Aromatische Kräuter wie Petersilie, Salbei, Majoran oder Thymian. Toskanisches Volgare ant-015 · ant-024 · ant-035
erbels
Vom Verb ‚erbelten' (erwellen) - kurz aufkochen bzw. Frühneuhochdeutsch mon-097 · mon-267
erbis
Frühneuhochdeutsche Schreibweise für Erbsen, hier gekocht als Basis der zweiten Füllung. Frühneuhochdeutsch saw-134 · saw-145
erhaben taig
Dies bezieht sich auf einen aufgegangenen Teig, typischerweise einen Hefeteig, der durch Gärung an Volumen zunimmt. Frühneuhochdeutsch mon-099 · ri15632-005
ersieden
Dieses Wort ist ein Hapax (kommt nur einmal im Korpus vor) und bedeutet „gar sieden“ oder „fertig kochen“. Frühneuhochdeutsch ka1-047 · saw-038
erthen panne
Eine Schale oder Pfanne aus Ton oder Keramik. Mittelenglisch foc-098 · foc-100
erttern
Vermutlich Rändern/Ortern (Plural zu Ort/Rand). Frühneuhochdeutsch saw-031 · saw-063
erwell
Erwärme. Frühneuhochdeutsch b4-104 · b4-105 · b4-106
erwell sie
Bedeutet „lass sie aufwallen“ oder „lass sie kurz aufkochen“. Frühneuhochdeutsch kkm-002 · w1-110
erwelle
Vorkochen/aufwallen lassen in Fleischbrühe, bevor die Vögel in Schmalz geröstet werden. Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch bgs-071 · m384-034
erwelle isz
Die Sauce kurz aufkochen oder erwärmen, um die Aromen zu verbinden und die Konsistenz zu festigen. Rheinfränkisch rfk-004 · rfk-055
erwellet
Aufwallen lassen. Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch bgs-055 · mha-090 · mha-092
erwells
„erwärme es“ - vom Verb „erwellen“ (erwärmen, aufkochen). Frühneuhochdeutsch kkm-055 · w1-004
erwellt
Aufgewallt, aufgekocht. Frühneuhochdeutsch b4-059 · w1-062
erwels
Von 'erwellen': kurz aufkochen bzw. Frühneuhochdeutsch ka1-020 · saw-091 · saw-120
erwoll
Von mhd. Frühneuhochdeutsch m384-038 · m384-044 · mha-099
erwolle
aufkochen lassen Frühneuhochdeutsch mha-120 · mha-221
escharder
schuppen Moyen Français men-171 · men-176 · men-213
eschaudee
Überbrüht/blanchiert, um das Fleisch zu reinigen und vorzugaren. Moyen Français men-026 · men-105
eschauder
abbrühen, kurz in heißem Wasser blanchieren Moyen Français men-176 · men-181 · men-189
eschaudez
gebrüht, überbrüht. Moyen Français men-122 · men-130 · men-157
Escheroys
Krebse oder Garnelen. Moyen Français men-161 · men-260 · men-267
eschine
Wirbelsäule. Moyen Français men-018 · men-050 · men-091
escorche
Schale Moyen Français men-040 · men-044 · men-063
escorchiez
Häuten Moyen Français men-092 · men-122 · men-123
escrevisses
Flusskrebse Moyen Français men-076 · men-186 · men-223
escuelle
Schale Moyen Français men-034 · men-056 · men-108
escuelles
Schalen oder kleine Teller. Moyen Français men-234 · men-289
escumer
Den Schaum abschöpfen. Moyen Français men-163 · men-253
espaulles
Schultern Moyen Français men-018 · men-157
espices
Gewürze Moyen Français men-003 · men-004 · men-008
espices de chambre
Kammergewürze, eine Mischung aus feinen Gewürzen, die oft nach dem Essen als Digestif oder Süßigkeit gereicht wurde. Moyen Français via-051 · via-173
espoiz
Dick, sämig. Moyen Français men-028 · men-037 · men-106
essach
Mittelbairisch-frühneuhochdeutsche Schreibweise für ‚Essig‘. Frühneuhochdeutsch m5919-082 · w1-024
esseach
Bairische Schreibweise für Essig. Frühneuhochdeutsch b4-019 · b4-022 · b4-033
esseich
Essig, hier zusammen mit Honig für die süß-saure Balance der Soße. Frühneuhochdeutsch mon-055 · mon-123 · mon-258
estamine
Feines Tuch oder Sieb Moyen Français men-031 · men-050 · men-074
estauvez
Enthäuten Moyen Français men-122 · men-127 · men-198
eyer totern
Eigelb - wird nach dem Passieren zum Mus gegeben. Mittelhochdeutsch bgs-065 · bgs-068 · bgs-077a
Eyerklar
Eiweiß, hier als Kleber zum Verschließen der Ränder. Frühneuhochdeutsch kkm-071 · kkm-073 · kkm-079
eyerstotern
Eidotter, hier zum Legieren (Binden) des Muses verwendet. Mittelhochdeutsch bgs-082 · bgs-095
Eyertotter
Eigelb. Frühneuhochdeutsch kkm-051 · kkm-075
Eyertottern
Eigelb - bindet hier die gehackte Lunge zur Farce. Frühneuhochdeutsch kkm-063 · kkm-090
Eyttel
Bedeutet ‚rein', ‚nur' oder ‚ausschließlich'. Frühneuhochdeutsch b4-053 · mha-016
ezzige
Essig (Weinessig im Mittelalter Standard) Mittelhochdeutsch bgs-031 · bgs-048
faerbs
Die Anweisung, das Gericht zu färben, war im Mittelalter üblich. Frühneuhochdeutsch ka1-038 · ka1-059
faerzel
Füllung, Farce. Mittelniederländisch wes-020 · wes-025
faist
Fett - hier bezogen auf die Brühe. Frühneuhochdeutsch m5919-066 · saw-016 · saw-077
faistin
Fett, hier Fett vom Ochsen als Ersatz für frische Butter. Frühneuhochdeutsch saw-020 · saw-060 · saw-066
farina bella
Feines Mehl. Frühitalienisch mar-073 · mar-085
farina d'amitto
Stärkemehl, meist aus Weizen oder Reis gewonnen. Frühitalienisch mar-141 · mar-142 · mar-156
farro
Dinkel, eine alte Getreidesorte. Frühitalienisch / Mittellatein boc-054 · mar-051 · mar-081
fars
Füllung, Farce Mittelenglisch foc-048 · foc-160 · foc-165
fastag
Fastentag - statt der Fleischbrühe wird in Wasser gegart, um die Fastenregeln einzuhalten. Frühneuhochdeutsch m5919-027 · saw-011
Fastagen
Fastentage - das Gericht ist als feines Fastenessen deklariert. Frühneuhochdeutsch kkm-050 · kkm-076
Faulx grenon
Wörtlich 'Falscher Knurrhahn', ein Gericht, das Fleisch als Fisch tarnt. Moyen Français men-235 · men-236 · men-246
fegellen
Kleine (Wild-)Vögel, vermutlich Drosseln oder ähnliches Federwild, wie es im 16. Frühneuhochdeutsch saw-014 · saw-098
fer de la paelle
Wörtlich „Eisen der Pfanne“, gemeint ist die Pfanne selbst. Moyen Français men-119 · men-229
ferbe isz
„Färbe es“ - klassisch mit Safran für das prestigeträchtige Goldgelb der höfischen Küche. Rheinfränkisch rfk-002 · rfk-033 · rfk-044
fers
Waffeleisen Moyen Français men-343 · men-344
feves
Bohnen, im mittelalterlichen Kontext meist Ackerbohnen (Vicia faba), auch Dicke Bohnen genannt. Moyen Français men-042 · men-046
feves nouvelles
Frische junge dicke Bohnen (Saubohnen/Favabohnen, Vicia faba); vor der Verarbeitung gehäutet. Moyen Français men-041 · men-045 · men-094
Fewr
Feuer Frühneuhochdeutsch kkm-028 · mon-216 · mon-241
fial bluomen
Frische Veilchenblüten (Viola odorata) - sie färben das Mus laut Text. Mittelhochdeutsch bgs-077 · bgs-078 · bgs-079
ficatelli
Hahnenlebern Frühitalienisch mar-038 · mar-177
figatelli
Leberchen (Diminutiv von Leber) Frühitalienisch mar-015 · mar-021 · mar-027
figatellos
Lateinisch figatellum, Diminutiv von figatum (Leber). Mittellatein boc-022 · boc-023
finocchio
Fenchel - hier die Samen als Gewürz. Frühitalienisch mar-023 · mar-026 · mar-032
finocchio pesto
Gemahlener Fenchel. Frühitalienisch mar-018 · mar-019
fior di farina
Feinstes Weizenmehl Frühitalienisch mar-160 · mar-174
fiore di farina
feinstes Weizenmehl Frühitalienisch mar-128 · mar-136 · mar-162
Firdung
Ein ‚Firdung‘ oder ‚Vierdung‘ entspricht einem Viertel Pfund, also etwa 125 g. Frühneuhochdeutsch w1-034 · w1-065
firtel
Ein Viertel, also ein Bruchteil-Maß des Fudermaßes. Frühneuhochdeutsch wbd-021 · wbd-022 · wbd-023
flanchet
Flanke des Rindes. Moyen Français men-018 · men-068 · men-147
fleschbrie
Fleischbrühe, hier vermutlich vom Kochen des Kalbfleischs selbst. Frühneuhochdeutsch saw-014 · saw-031 · saw-045
fleur
Mehl. Moyen Français men-211 · men-255 · men-262
fleur de canelle
Zimtblüten (Cassia-Knospen) Moyen Français men-074 · men-180 · men-185
florissh
Garnieren/verzieren. Mittelenglisch foc-035 · foc-072
flour it
Bestreuen/bestäuben Mittelenglisch foc-021 · foc-025 · foc-037
flour of canel
Zimtpulver Mittelenglisch foc-034 · foc-096 · foc-140
flour of rys
Reismehl Mittelenglisch foc-050 · foc-069 · foc-077
foile
Dünn ausgerolltes Teigblatt, aus dem die Spitzen geschnitten werden. Mittelenglisch foc-149 · foc-180
foing
Heu. Moyen Français men-321 · men-356
foison
reichlich, viel Moyen Français men-027 · men-150 · men-169
Fouques
Blässhühner (Fulica atra), eine Wasservogelart. Moyen Français men-023 · men-349
fourment
Weizen Moyen Français men-324 · men-377
foye
Leber Moyen Français men-012 · men-015 · men-018
foyes
Lebern Moyen Français men-055 · men-072 · men-074
franche mule
Labmagen (vierter Magen des Wiederkäuers). Moyen Français men-015 · men-018
fraze
Zwerchfell (Diaphragma) oder Mesenterium (Gekröse) Moyen Français men-014 · men-015
fremiant
Siedend, kochend Moyen Français men-052 · men-136 · men-199
fremier
Kochend, sprudelnd. Moyen Français men-057 · men-210
freschumee
Frischer Geruch, hier im Sinne von unangenehmem Geruch der Innereien Moyen Français men-097 · men-224
fressure
Innereien, hier speziell das Netzfett Moyen Français men-015 · men-018 · men-203
Frictelle
Frittelle, kleine Küchlein oder Pfannkuchen Frühitalienisch mar-161 · mar-163 · mar-175
frigere
braten/frittieren Frühitalienisch mar-196 · mar-220 · mar-252
Friolez
Anbraten oder Sautieren in Fett. Moyen Français men-050 · men-094 · men-102
frire
Braten Moyen Français men-039 · via-003
frisiez
fritiert Moyen Français men-123 · men-209 · men-264
friture
Frittiergericht, in reichlich heißem Fett ausgebacken. Moyen Français men-096 · men-188
froissure
Sammelbegriff für bestimmte Innereien (Leber, Lunge, Herz, Zunge) Moyen Français men-006 · men-012 · men-013
frommage
Käse. Moyen Français men-112 · men-261
fuder
Historisches Hohlmaß für Wein, ein großes Fass. Frühneuhochdeutsch wbd-023 · wbd-028
fuelle
Eine reiche, dicke Speise oder Füllung. Mittelhochdeutsch bgs-012 · bgs-026 · bgs-039
fule
Hier im Sinne von 'Füllung', nicht im modernen Sinne von 'faul'. Frühneuhochdeutsch alb-006 · alb-007
full
Die 'Füllung' oder Masse, mit der der Teig bestrichen wird - hier eierbasiert und gewürzt. Frühneuhochdeutsch b4-144 · mha-254
fulle
Die Füllung, hier aus Käse, Ei und Speck bestehend. Frühneuhochdeutsch / Rheinfränkisch mha-084 · rfk-057
fume
Rauch Frühitalienisch mar-065 · mar-081 · mar-090
furhess
Name eines eigenen Gerichtstyps: ein dunkles, mit geröstetem Brot gebundenes Innereien-Ragout in Wein-Essig-Brühe, oft mit Blut versetzt. Frühneuhochdeutsch ka1-014 · ka1-015 · ka2-033
furhessen
Ein Vorgericht oder eine Vorspeise - vor-essen, nicht ‚für den Fürsten‘ (naheliegende, aber falsche Lesart). Frühneuhochdeutsch mha-048 · mha-191
Furmente
Mittelalterlicher Weizenbrei (Frumenty), Festbrei und Beilage zugleich. Mittelenglisch foc-067 · foc-112
fyssh day
Fastentag (wörtlich 'Fischtag'), an dem kein Fleisch gegessen wurde - daher die Variante mit Wasser und Öl. Mittelenglisch foc-007 · foc-124
gabraid
CoReMA verlinkt das Wort zu 'Sauce' als Gerichtstyp. Frühneuhochdeutsch mha-123 · mha-135 · mha-136
galentein
Eine Galantine ist eine kalt servierte, oft in Aspik oder Gelee eingebettete Fleischspeise, die auch als reichhaltige Sauce oder Beilage dienen konnte. Frühneuhochdeutsch b4-024 · w1-025
galentine
Eine Galantine ist eine Sülze oder ein Gericht in Aspik. Moyen Français men-129 · men-178 · men-203
galgan
Galgant, ein ingwerähnliches Wurzelgewürz mit zitrischer Schärfe. Mittelhochdeutsch bgs-002 · bgs-027a
Gall
Die Hepatopankreas (Mitteldarmdrüse) im Krebskopf, die wegen Bitterkeit entfernt wird. Frühneuhochdeutsch kkm-010 · mha-014
Gallen
Gallenblase, die eine bittere Flüssigkeit enthält Frühneuhochdeutsch kkm-028 · kkm-061
Gallrad
Gallert, Aspik. Frühneuhochdeutsch kkm-007 · kkm-011 · kkm-052
galrain
Vom mhd. Frühneuhochdeutsch ka1-019 · ka1-020 · ka1-021
Galrait
Eine 'Gallerte' (mhd. Frühneuhochdeutsch ka1-022 · ka1-023
galraydt
Gallerte ist ein Gelee, das durch das Auskochen von kollagenreichen Tierprodukten (Knochen, Haut) oder durch Zugabe von Geliermitteln entsteht und oft als Üb… Frühneuhochdeutsch mon-156 · mon-170
Galrei
Eine Gallerte/Sülze ist eine gelierte, kalt servierte Speise. Frühneuhochdeutsch mon-053 · ri15632-034
galyngale
Galgant Mittelenglisch foc-106 · foc-123 · foc-125
Galyntyne
Hier eine warme Galgant-Gewürzsauce, keine gelierte Sülze. Mittelenglisch foc-027 · foc-122 · foc-125
galytyne
Hier eine kräftige Geflügelbrühe als Saucenbasis, nicht die kalte Gelee-Galantine. Mittelenglisch foc-029 · foc-113
gamari
Flusskrebse - auf deren Kapitel verweist Martino für die Garmethode. Frühitalienisch mar-138 · mar-236 · mar-237
gancz
Wörtlich 'ganz' im Sinn von 'vollständig/fertig' - die formelhafte Schlusswendung des Rezepts. Frühneuhochdeutsch b4-089 · b4-110 · mon-134
gar schon
‚Sehr gründlich' oder ‚sehr sauber'. Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch bgs-068 · ka1-029
gar wol
sehr gut, gründlich Frühneuhochdeutsch b4-031 · kkm-028
garingal
Galgant Moyen Français men-072 · men-097 · men-123
garofani pesti
Gestoßene Nelken Frühitalienisch mar-033 · mar-148
garofoli
Nelken Frühitalienisch mar-043 · mar-077 · mar-114
gburcz
Eine bairisch-österreichische Schreibweise für ‚Gewürz'. Frühneuhochdeutsch m5919-035 · m5919-052 · m5919-059
Gebackens
Gebäck / Gebackenes - hier ein gebackenes Ei-Brot-Gericht. Frühneuhochdeutsch kkm-015 · kkm-086 · kkm-087
gebeinet
entbeint. Frühneuhochdeutsch kkm-059 · kkm-068
gebrahtens
Gebratenes, Bratenfleisch - dazu werden die Küchlein trocken gereicht. Frühneuhochdeutsch kkm-016 · kkm-080
geburcz
Allgemeiner Begriff für 'Gewürz(e)', ohne Angabe welche genau - typische Mischungen der Zeit waren Pfeffer, Ingwer, Zimt und Nelken. Frühneuhochdeutsch mon-051 · mon-212 · mon-222
geczaist
Zerzupft oder zerfasert; das Wort beschreibt die Beschaffenheit des Fleischs, ohne einen vorausgehenden Garzustand oder das Pürieren zu belegen. Frühneuhochdeutsch b4-134 · w1-140
gederret
Getrocknet. Frühneuhochdeutsch kkm-039 · wbd-024
gedigen
‚Gedigen' bedeutet hier ‚gar' oder ‚gekocht', also bereits zubereitet. Frühneuhochdeutsch b4-077 · w1-080
gedorrt damast
Getrocknete Damaszener-Pflaumen, eine süße Zutat, die oft in mittelalterlichen Rezepten verwendet wurde. Frühneuhochdeutsch wo10-056 · wo10-057 · wo10-059
gefilt
Gefüllt, hier: mit Eiern und Gewürzen gefüllte kleine Vögel. Frühneuhochdeutsch saw-013 · saw-056
gefulte ayr
Gefüllte Eier - hartgekochte Eier, deren Dotter mit Gewürzen verrührt und wieder eingefüllt werden. Frühneuhochdeutsch teg-031 · w1-104
gegilbt
Gelb gefärbt, typischerweise mit Safran. Frühneuhochdeutsch k1-003 · kkm-048
geheck
Fein gehacktes Fleisch oder Füllung. Frühneuhochdeutsch alb-002 · kkm-019 · kkm-074
gekroese
Innereien (Herz, Leber, Magen) Mittelhochdeutsch bgs-026 · bgs-042
gel
Gelb (gefärbt mit Safran als Statussymbol, teures Gewürz) Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch bgs-048 · w1-052
gelb
Die Anweisung 'mach es gelb' meint das Färben mit Safran, wie auch die CoReMA-Sachglosse zu diesem Rezept bestätigt. Frühneuhochdeutsch k1-002 · mon-249
gelbes Teiglin
Dünner, gelb gefärbter Ausbackteig - die Farbe zeittypisch durch Safran oder Eigelb. Frühneuhochdeutsch kkm-040 · kkm-090
gelee
Geliert, in Aspik oder Gelee eingelegt. Moyen Français men-073 · via-183
gelich vil
‚Gleich viel' - alle Kräuter zu gleichen Anteilen. Frühneuhochdeutsch m384-006 · m384-039
gelines
Hühner Moyen Français men-005 · men-149
gell
Mittelhochdeutsch für Gelb, hier gleichgesetzt mit der Safranfärbung. Frühneuhochdeutsch mha-001 · mha-214 · mha-256
gemuess
Steht für ein Mus oder Brei - eine dickliche, breiige Zubereitung. Frühneuhochdeutsch b4-056 · b4-060 · b4-073
gemuesz
Bezeichnet hier keinen Brei im engeren Sinn, sondern das Gericht als Ganzes ('Mandelmus/Mandelspeise'). Frühneuhochdeutsch mha-128 · mha-207 · mha-237
gemueß
Meint hier nicht modernes Gemüse, sondern ein Mus bzw. Frühneuhochdeutsch mha-249 · ri15632-037
gemus
Mus/Brei, hier aus zerstoßenem Fisch und Mandelmilch. Frühneuhochdeutsch ka2-052 · ka2-053 · m5919-089
Gemuss
Mus/Püree - hier ein gehacktes, mit Blut gebundenes Rindfleisch-Mus. Frühneuhochdeutsch b4-059 · b4-062 · b4-077
gemusz
Mus/Brei bzw. Frühneuhochdeutsch mha-030 · mha-032 · mha-041
gemuß
Ein ‚Mus' bezeichnete im Mittelalter eine breiige, oft pürierte Speise, die sowohl herzhaft als auch süß sein konnte. Frühneuhochdeutsch m5919-088 · m5919-090
gepachen
Ein ‚Gebackenes' bezeichnet hier eine Art Pfannkuchen oder Fladen, der in Fett ausgebacken wird, nicht im Ofen. Frühneuhochdeutsch m725-006 · mha-262 · mha-267
gepachens
Ein 'Gebackenes' - allgemeine Bezeichnung für eine gebackene Teigspeise, hier in Schmalz ausgebacken. Frühneuhochdeutsch b4-127 · mha-120
gepaettes prot
Geröstetes Brot, oft als Croutons oder als Bindemittel in Suppen und Saucen verwendet. Frühneuhochdeutsch mha-023 · mha-025
gepickten hafen
Gepichter/mit Pech abgedichteter Topf zur Konservierung - Pech als Dichtmittel ist eine gut belegte mittelalterliche Praxis. Frühneuhochdeutsch mha-162 · mha-168
geprat
Das Brät ist das fein zerkleinerte Fisch- oder Fleischfleisch, eine Art Farce. Frühneuhochdeutsch ka2-036 · mha-246 · mon-031
gepratten
Partizip von 'braten' = gebraten. Frühneuhochdeutsch b4-004 · b4-014 · mha-094
geprattens
Substantiviertes 'ein Gebratenes' - NICHT das gleich aussehende 'geprät' (rohe Fisch-/Fleischfarce), sondern das fertig gebratene Gericht. Frühneuhochdeutsch b4-012 · b4-017 · mha-074
gerecht
Bedeutet hier ‚fertig' bzw. Frühneuhochdeutsch meb-018 · wo10-042
geriben
Gerieben oder zerstoßen, um eine feine Textur zu erzielen. Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch b4-068 · bgs-007 · ka1-046
geriben semel
Geriebene Semmel (Weißbrot) als Bindung - nicht Mehl. Frühneuhochdeutsch ri15632-046 · saw-097
geribens pratt
Geriebenes Brot, das als Bindemittel und zur Texturgebung verwendet wird. Frühneuhochdeutsch m5919-047 · mon-206
geribne semel
Geriebene Semmel diente als Bindemittel für die Masse, nicht Mehl - Mehlbindung war im 16. Frühneuhochdeutsch saw-037 · saw-046 · saw-047
gerieben Lebkuchen
Geriebener Lebkuchen - bindet die Masse, süßt sie und bringt sein fertiges Gewürzbukett mit. Frühneuhochdeutsch kkm-056 · kkm-106
geriht
Gericht Mittelhochdeutsch bgs-036 · bgs-042
geschaimpt
Abgeschäumt - der beim Kochen aufsteigende Schaum wird entfernt, was den Sud klärt und konzentriert. Frühneuhochdeutsch mha-074 · mha-171
gesoten
gekocht, gesotten Frühneuhochdeutsch m725-014 · mha-080 · mha-131
gesotten
gekocht Frühneuhochdeutsch b4-014 · b4-071 · d792-002
gesotten Honigwein
Eingekochter Wein-Honig-Sud zum Beträufeln - eine süße, leicht sirupartige Glasur, nichts Vergorenes. Frühneuhochdeutsch kkm-072 · kkm-092
gesottne milich
'Gekochte/gestockte Milch' - eine Milch, die durch Erhitzen mit Eiern zum Gerinnen gebracht und dann wie ein Frischkäse geschnitten wird. Frühneuhochdeutsch mha-034 · mha-265
gestanden
Fest geworden - das Mus muss erst abkühlen und sich setzen, bevor man es einschneiden kann. Frühneuhochdeutsch b4-069 · meb-021
gestossen
Das »Gestoßene« ist die im Mörser zu einer Paste verarbeitete Masse. Frühneuhochdeutsch b4-090 · ka2-041 · m384-003
gestossen ymber
Frischer Ingwer wurde im Mörser zerstoßen; heute verwendet man meist gemahlenen Ingwer. Frühneuhochdeutsch mon-069 · mon-120
gestozzen
gestoßen (im Mörser) Mittelhochdeutsch bgs-018 · bgs-073
gestürtzt Eyer
Am ehesten gefüllte Eier; der Wortlaut lässt auch Rühreier offen. Frühneuhochdeutsch kkm-083 · kkm-098
gesulcz
Partizip zu 'sülzen' - jellieren, in Gallerte fassen. Frühneuhochdeutsch mon-064 · mon-253
gewirtz
Unspezifizierte Gewürzmischung, im 16. Frühneuhochdeutsch saw-045 · saw-091 · saw-136
gews
Von mhd. Frühneuhochdeutsch b4-070 · b4-103
gewuercz
Allgemeiner Begriff für Gewürzmischung, hier konkret mit Ingwer, Nelken, Zucker und Zimt benannt. Frühneuhochdeutsch ka1-038 · mha-133 · mha-210
gewurcz
Unspezifische Gewürzangabe; außer Safran nennt die Handschrift weder eine Mischung noch Mengen. Frühneuhochdeutsch b4-015 · b4-045 · b4-054
gewurcz wol
Eine allgemeine Anweisung zum kräftigen Würzen, die typischerweise Salz, Pfeffer, Ingwer, Galgant und Nelken umfasste. Frühneuhochdeutsch mha-020 · mha-183
gewurtz
Allgemeiner Begriff für Gewürz, im Original nicht genauer bestimmt. Frühneuhochdeutsch ka2-019 · ka2-022 · ka2-024
gewurtz ez wol
Würze es gut. Frühneuhochdeutsch ri15632-005 · ri15632-042
Geysslicz
Der Begriff „Geislitz“ (von slawisch „kyselice“) bezeichnete ursprünglich eine saure Hafergrütze. Frühneuhochdeutsch mha-132 · mon-239 · mon-240
gezoden
Gesotten, gekocht, pochiert. Mittelniederländisch wes-050 · wes-054
ghe tempert
Zubereitet oder vermengt. Mittelniederländisch wes-018 · wes-029 · wes-034
ghefrijt
Gebraten oder frittiert. Mittelniederländisch wes-002 · wes-062
ghelaerdeert
Gespickt, mit Speckstreifen durchzogen, um das Fleisch saftiger zu machen. Mittelniederländisch wes-041 · wes-053
ghenouch
Genug, ausreichend. Mittelniederländisch wes-014 · wes-041 · wes-060
Ghetempert
Gemischt, angerührt. Mittelniederländisch wes-020 · wes-048 · wes-050
ghewreuen
gerieben Mittelniederländisch wes-015 · wes-044 · wes-056
ghingebare
Ingwer Mittelniederländisch wes-023 · wes-056
gib es hin
Formelhafte Schlusswendung dieser Zeit für 'serviere es' bzw. Frühneuhochdeutsch b4-026 · b4-059
gibs hin
Formelhafte Schlusswendung für das Anrichten oder Servieren. Frühneuhochdeutsch b4-005 · b4-090
gibz hin
serviere es Mittelhochdeutsch bgs-011 · bgs-041
gilb
Färbe es gelb - mit Safran. Frühneuhochdeutsch b4-143 · kkm-049 · mon-174
gilb es
Färbe es gelb - periodentypisch mit Safran. Frühneuhochdeutsch kkm-007 · kkm-047
gilb Wein
wörtlich „gelber Wein", gemeint ist heller/Weißwein. Frühneuhochdeutsch kkm-040 · kkm-090
gilben
Gelb färben, in dieser Zeit fast immer mit Safran. Frühneuhochdeutsch kkm-044 · saw-024
gilbs
Färbe es gelb, mit Safran. Frühneuhochdeutsch kkm-060 · m5919-011 · ri15632-007
gilbt
Gelb gefärbt - mit Safran goldgelb getönt. Frühneuhochdeutsch ri15632-052 · saw-147 · teg-011
gingembre
Ingwer. Moyen Français men-034 · via-173
gingembre de Mesche
Ingwer aus Mekka, eine Herkunftsbezeichnung, die auf hohe Qualität hindeutet. Moyen Français men-272 · men-318
Gioncata
Frischer Ricotta-ähnlicher Käse Frühitalienisch mar-151 · mar-180
Giroffle
Nelken Moyen Français men-102 · men-129 · men-185
giste
Keule oder Schlegel vom Rind Moyen Français men-056 · men-086
giste de beuf
Ein Stück Rinderbraten oder -keule. Moyen Français men-087 · men-119 · men-339
glaß
Ein Glasgefäß, hier zur Aufbewahrung der Tinktur. Frühneuhochdeutsch meb-018 · so1-136
glietlin
Verkleinerungsform von 'Glut'. Frühneuhochdeutsch saw-083 · saw-144
glijch vil
„Gleich viel“ - Wein und Honig werden im selben Mengenverhältnis verwendet. Rheinfränkisch rfk-036 · rfk-061
gluedt
Glut, also die heißen, glühenden Kohlen eines Feuers, über denen die Apfelfüllung schonend erhitzt und vermischt wird. Frühneuhochdeutsch mon-010 · mon-111 · mon-199
glut
Glühende Kohlen, die eine gleichmäßige, milde Hitze abgeben - wichtig, damit das Eigelb nicht gerinnt. Frühneuhochdeutsch ka2-052 · m5919-097 · ri15632-027
glutt
Glut. Frühneuhochdeutsch koe-015 · koe-020 · m5919-047
gmues
Ein Mus, also eine breiige Zubereitung. Frühneuhochdeutsch w1-037 · w1-062 · w1-063
gmus
Ein ‚Mus‘ bezeichnet hier eine sämige, breiige Speise; das Wort meint nicht modernes Gemüse. Frühneuhochdeutsch ka2-054 · m5919-035 · w1-036
gmuß
Bairische Synkope von „gemüese"/„muos" = Mus, breiige Speise (MHDBDB-Lemma gemüese). Frühneuhochdeutsch mon-012 · mon-020 · mon-102
gobettes
Brocken/Stücke Mittelenglisch foc-021 · foc-022 · foc-100
gode broth
gute Brühe Mittelenglisch foc-002 · foc-108
gode powdours
Milde Gewürzmischung der Zeit (oft Zimt, Ingwer, Muskat). Mittelenglisch foc-091 · foc-126 · foc-129
Gournault
Knurrhahn, ein Fisch, der oft pochiert oder sanft geschmort wurde Moyen Français men-194 · men-199
Grad
Mittelhochdeutsch für die Gräten des Fisches, die nach dem Garen entfernt werden. Frühneuhochdeutsch kkm-008 · mha-060
graet
Gräten Frühneuhochdeutsch mha-111 · mha-236 · mha-266
grail
Ein Rost oder Grill. Moyen Français men-091 · men-213
Grain
Hier die Fleischstücke, nicht Getreide. Moyen Français men-102 · men-113 · men-118
graine
Paradieskörner (Grains de Paradis) Moyen Français men-034 · men-071 · men-074
graine de paradis
Paradieskörner, ein pfeffrig-kardamomartiges Gewürz aus Westafrika. Moyen Français men-246 · men-312 · via-070
graine de paradiz
Paradieskörner (Aframomum melegueta), ein pfeffrig-kardamomartiges Gewürz Moyen Français men-072 · men-106 · men-108
grainne
Paradieskörner (Grains of Paradise) Moyen Français men-113 · men-123 · men-180
Grant foison
große Menge / reichlich Moyen Français men-102 · men-142
grat
Das Rückgrat oder die Fischgräte. Frühneuhochdeutsch b4-127 · ka2-024 · mha-152
graticola
Grillrost Frühitalienisch mar-026 · mar-231 · mar-257
graticula
Grillrost Frühitalienisch mar-005 · mar-188
Gravey
Gewürzte, gebundene Brühe aus dem Kochsud - kein moderner Bratenjus. Mittelenglisch foc-026 · foc-117
great
Die Gräten des Fisches, werden vor dem Hacken entfernt. Frühneuhochdeutsch b4-003 · w1-002 · w1-017
greatt
Die Gräten, die vor der Weiterverarbeitung aus dem Fisch entfernt werden. Frühneuhochdeutsch b4-001 · b4-021 · b4-031
grece
Schmalz, tierisches Fett Mittelenglisch foc-024 · foc-159 · foc-181
greil
Rost Moyen Français men-097 · men-100 · men-129
gresse
Fett Moyen Français men-035 · men-143 · men-152
gresse de beuf
Rinderfett Moyen Français men-053 · men-063 · men-139
gressin
Hier als 'Größe' gelesen: die Käseküchlein sollen so groß geformt werden wie die vorher erwähnten gebratenen Küchlein. Frühneuhochdeutsch saw-022 · saw-096
gret
Gräten. Frühneuhochdeutsch w1-003 · w1-004 · w1-132
greusz
Bezieht sich auf ‚Grütze‘ und dient hier als Vergleich für die gewünschte feine Zerkleinerung der Nüsse. Frühneuhochdeutsch mha-093 · w1-038
grewel
Brei, Grütze Mittelenglisch foc-003 · foc-083
gril
Grillrost Moyen Français men-009 · men-199
grobe
Grob, rustikal, möglicherweise weniger fein passiert oder mit stückigeren Zutaten. Frühneuhochdeutsch b4-008 · w1-009 · w1-045
grossen spicz
Das große bzw. Frühneuhochdeutsch mha-116 · mon-018
grun ding
Meint hier rohe, unverarbeitete (frische) Kräuter, nicht die Farbe Grün. Frühneuhochdeutsch b4-129 · w1-134
grunn
Bezeichnet hier den Garzustand (roh/unverarbeitet), nicht Farbe oder Frische - Gegenstück zu 'gedigen'. Frühneuhochdeutsch b4-018 · b4-077 · b4-080
grynde
zerstoßen, mahlen Mittelenglisch foc-002 · foc-013 · foc-028
grynde it small
fein zerstoßen (im Mörser) Mittelenglisch foc-048 · foc-095
guetten wein
Keine Farbangabe im Text - „guetten wein“ ist eine Qualitäts-, keine Farbaussage. Frühneuhochdeutsch mon-056 · mon-102
gueule
Das Maul oder die Schnauze eines Tieres. Moyen Français men-078 · men-326
gummi
Gummi arabicum, Bindemittel aus Akazienharz, damals wie heute Standard in der Farbherstellung. Frühneuhochdeutsch mha-176 · mha-177
gumpost
‚Kompost' (von lat. Frühneuhochdeutsch m384-007 · m384-008
guot gewurcz
„Gute Gewürze“ ist eine allgemeine Angabe. Frühneuhochdeutsch mha-127 · mha-271
guotem gewurcz
Im Mittelalter waren „gute Gewürze“ oft eine Mischung aus Pfeffer, Ingwer, Galgant, Nelken und Muskat. Frühneuhochdeutsch mha-011 · mha-049 · mha-194
gut gwurcz
Eine allgemeine Bezeichnung für eine Mischung aus gängigen Gewürzen der Zeit, typischerweise Pfeffer, Ingwer, Zimt, Nelken und Muskat. Frühneuhochdeutsch w1-010 · w1-043
gutem gewurtz
Die genaue Zusammensetzung der Gewürzmischung wird nicht genannt. Frühneuhochdeutsch ka2-023 · ka2-030
gutz gewurtz
Die Angabe "gute Gewürze" ist generisch. Frühneuhochdeutsch ka2-028 · ka2-029
gwuercz
Das Rezept verlangt genügend Gewürz, nennt aber keine einzelnen Gewürze. Frühneuhochdeutsch w1-041 · w1-119
gwurcz
Eine unspezifische Gewürzangabe. Frühneuhochdeutsch w1-012 · w1-020 · w1-044
hafelen
Ein kleiner Topf oder Kessel. Frühneuhochdeutsch wo10-024 · wo10-042
hafen von taig
Wörtlich „Topf aus Teig" - eine feste, formstabile Teighülle (coffyn/raised pie), die zugleich Backform, Garhülle und Servierschale ist. Frühneuhochdeutsch mha-096 · mha-151
haffen
Bairisches Wort für Topf, das Kochgefäß. Frühneuhochdeutsch alb-010 · b4-058 · b4-108
haffendeck
Ein Topfdeckel, der den Mörser während des Garens abdeckt und für Oberhitze sorgt. Frühneuhochdeutsch mon-161 · mon-176
halebran
junge Wildente, Krickente Moyen Français men-164 · men-362
halebrans
Hering Moyen Français men-154 · men-292 · men-341
hals fullen
Das Füllen des Halses meint eine unter die Halshaut gesteckte Fleisch- oder Brotfüllung, eine gängige Technik beim Braten von Geflügel. Frühneuhochdeutsch b4-024 · w1-025
haniff
Hanf. Frühneuhochdeutsch b4-052 · b4-054 · b4-064
harler
Rösten, grillen, toasten. Moyen Français men-082 · men-116 · men-132
harlez
Braten oder Grillen. Moyen Français men-083 · men-145
hartuch
Haartuch, Siebtuch - zum Passieren. Frühneuzeitliches Tschechisch sev-002 · sev-004 · sev-005
haste menue
Milz, an der oft Leber und Nieren hängen Moyen Français men-008 · men-012 · men-363
hasteletz
Kleine Spieße Moyen Français men-097 · men-266
hasterel
Der Nacken oder Genickbereich. Moyen Français men-078 · men-152
haubt
Haupt, Kopf - hier: Knoblauchkopf ("zwei knobelauches haubt" = zwei Knoblauchköpfe). Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch b4-015 · bgs-034
hausen plater
Hausenblase, die getrocknete Schwimmblase des Hausens (einer Störart), diente als Geliermittel. Frühneuhochdeutsch m5919-057 · m5919-086 · mha-011
hausen platter
Hausenblase, ein Geliermittel aus der Schwimmblase des Hausen (Stör). Frühneuhochdeutsch b4-064 · b4-065 · mha-004
hausen ploter
Hausenblase, ein aus der Schwimmblase des Störs gewonnenes Geliermittel. Frühneuhochdeutsch w1-066 · w1-068
hausenplaten
Hausenblase - aus der Schwimmblase des Hausen/Störs gewonnenes Geliermittel, im Tegernseer Speisenbuch für echte Aspik-Sülzen belegt. Frühneuhochdeutsch teg-009 · teg-042
haut
Die Kalbshaut wird vor dem Sieden abgezogen, nicht mitgekocht (CoReMA-Sachglosse: 'calf skin'). Frühneuhochdeutsch mha-067 · mha-230 · mha-268
hawsen
Historischer Name für den Hausen, einen sehr großen, fettreichen Stör. Frühneuhochdeutsch ka2-011 · ri15632-052
hawssen
Der Hausen, eine Störart. Frühneuhochdeutsch mon-061 · mon-234
hawtt
Die Schale des Steinkerns, unter der sich der ölige, bittere Inhalt verbirgt. Frühneuhochdeutsch b4-031 · b4-106
hechede
Hecht Mittelhochdeutsch bgs-003 · bgs-036
hefen
Ein Topf oder Kessel, der direkt auf die Glut gesetzt wird. Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch ka2-002 · ka2-012 · m5919-043
heffellin
Verkleinerungsform von 'Hafen' (Topf) - ein kleines Töpfchen, wie es für Portionsgerichte am Herd verwendet wurde. Frühneuhochdeutsch saw-041 · saw-043
herbolatam
Ein dickes Kräuter-Omelett oder eine Kräuter-Tarte auf Ei-Käse-Basis, oft mit süßen Zutaten. Mittellatein boc-043 · boc-044
herdt
Der Herd, die Feuerstelle zum Kochen. Frühneuhochdeutsch mon-032 · mon-242
Hetoudeaulx
Haselhühner, hier als Größenvergleich für die jungen Hühner. Moyen Français men-150 · men-290
hieren
Hirn (Kopf). Frühneuhochdeutsch mha-122 · mha-153 · mon-084
hieren schalen
Die Hirnschale, also der Schädelknochen selbst, der aufgebrochen wird, um an das Hirn zu kommen - dient dann als natürliche Schale für die Gewürzung. Frühneuhochdeutsch mha-072 · mha-122
hiers
Bezeichnet hier Hirse (Panicum miliaceum), ein in der mittelalterlichen Küche weit verbreitetes Getreide. Frühneuhochdeutsch b4-029 · w1-030
hirn
Das Gehirn eines Tieres, meist Kalb oder Schwein. Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch bgs-006 · ka1-042
hofflich
Bedeutet „hoffähig“ oder „elegant“, also für eine vornehme Tafel oder einen besonderen Anlass geeignet. Frühneuhochdeutsch m384-073 · mha-278
Holbrahten
Hohlbraten/Scheinbraten - aus Farce aufgebauter Form-Braten, kein gewachsenes Stück. Frühneuhochdeutsch kkm-003 · kkm-065
hole spices
Ganze, ungemahlene Gewürze. Mittelenglisch foc-129 · foc-175 · foc-178
honermaglen
Getrocknete, gemahlene Hühnermägen (genauer: die Magenhaut) galten als apothekarisches Verdauungsmittel. Frühneuhochdeutsch wo10-013 · wo10-015 · wo10-016
hong
Honig, das gängige Süßungsmittel im Mittelalter. Frühneuhochdeutsch ka1-009 · ka1-046
hony clarified
Honig, der erhitzt und abgeschäumt wurde, damit die Sauce klar bleibt. Mittelenglisch foc-018 · foc-061 · foc-086
horen
Tintenhorn bzw. Frühneuhochdeutsch mha-174 · saw-002
houelich
Eine mittelhochdeutsche Bezeichnung für ‚höfisch‘ oder ‚elegant‘, die den repräsentativen Charakter dieses Schaugerichts unterstreicht. Rheinfränkisch rfk-065 · rfk-069
hueltzinen rost
hölzerner Rost Mittelhochdeutsch bgs-027a · bgs-038
huelzinen roste
hölzerner Rost Mittelhochdeutsch bgs-017 · bgs-018
huenern
Hühner Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch bgs-028 · m349-004
huenre von Kriechen
Hühner aus Griechenland - eine Prunk-Floskel für ein besonders feines, exquisites Gericht, keine Herkunftsangabe. Mittelhochdeutsch bgs-004 · bgs-051
Huille
Öl Moyen Français men-050 · men-076 · men-123
hulczen spiß
„Hölzerner Spieß“; im Mittelalter wurden oft frische, grüne Hartholzspieße verwendet, die über der Glut nicht sofort verbrennen. Frühneuhochdeutsch mon-047 · mon-057
Igel
Ein Schaugericht, das in Form eines Igels angerichtet wurde, oft aus Mandelmasse oder Fleischfarce. Frühneuhochdeutsch mha-006 · mha-007 · mha-008
iiii piez
Vier Füße Moyen Français men-015 · men-018
iij
Die römische Ziffer ‚iij‘ an dieser Stelle bleibt ungeklärt - ob sie ein Zahlwort mit unklarem Bezug (z. Frühneuhochdeutsch alb-003 · alb-007
il suo naturale
Martinos stehende Wendung "seine natürliche Art" - die dem Lebensmittel angemessenste Garmethode. Frühitalienisch mar-245 · mar-248
In der vasten
Dieses Gericht ist für die Fastenzeit gedacht, in der der Verzehr von Fleisch, Eiern und Milchprodukten untersagt war. Frühneuhochdeutsch mha-009 · mon-136 · mon-167
ingraben form
Eine ‚eingegrabene Form‘ ist eine geschnitzte oder geformte Back- oder Kochform, oft aus Holz oder Metall, die dem Gericht eine dekorative Gestalt verleihen… Frühneuhochdeutsch ka1-034 · m384-048
Item
Ebenso, des Weiteren. Frühneuhochdeutsch / Frühneuzeitliches Tschechisch / Moyen Français k1-158 · k1-170 · meb-006
jambons
Schinken vom Schwein. Moyen Français men-010 · men-091
jance
Ein unbekanntes Würzmittel oder eine Sauce Moyen Français men-148 · men-174 · men-194
jaunet
Eine gelbe Sauce, deren Farbe oft von Safran oder Eigelb stammt und die eine säuerliche Note hatte. Moyen Français men-170 · men-265
jicha
Eine dickflüssige Sauce oder Brühe, oft mit Blut oder Mehl gebunden. Frühneuzeitliches Tschechisch sev-017 · sev-042 · sev-076
jichou
Brühe, Sauce, Flüssigkeit Frühneuzeitliches Tschechisch sev-064 · sev-166
jichu
Sauce Frühneuzeitliches Tschechisch sev-006 · sev-014 · sev-015
jichy
Brühe Frühneuzeitliches Tschechisch sev-078 · sev-145
Jmber
Ingwer. Frühneuhochdeutsch kkm-022 · kkm-036 · kkm-050
joe de beuf
Ochsenbacke Moyen Français men-036 · men-362
jour de char
Fleischtag Moyen Français men-034 · men-057 · men-060
jour de poisson
Fastentag (Fischtag) Moyen Français men-034 · men-040 · men-057
jussel
Eine Brühe oder Suppe, in der das Backwerk serviert wird (Ehlert: ‚Suppe, Brühe‘). Frühneuhochdeutsch ka1-057 · m384-079
kaesz
Kein echter Käse, sondern die fest gewordene Hausenblasen-Gallerte, die wegen ihrer Form und Konsistenz wie ein Käselaib angerichtet wird - eine Täuschspeise… Frühneuhochdeutsch mha-024 · mha-166 · mha-198
kalter natur
Bezieht sich auf die mittelalterliche Humoralpathologie, die Lebensmitteln bestimmte Qualitäten (warm/kalt, feucht/trocken) zuschrieb. Frühneuhochdeutsch k1-005 · k1-006
kandel
Eine Kanne oder ein Krug, aus dem der Wein getrunken wird. Frühneuhochdeutsch so1-129 · so1-130
kaponer
Kapaun, ein kastrierter, gemästeter Hahn - im 16. Frühneuhochdeutsch saw-001 · saw-031 · saw-069
kappus
Mittelhochdeutsch für Kohl, meist Weißkohl. Rheinfränkisch rfk-030 · rfk-031 · rfk-060
kar
Topf Frühneuhochdeutsch mha-071 · w1-130
Karesme
Fastenzeit Moyen Français men-034 · men-053 · men-154
kass
Käse ist hier nur ein Vergleichsmaßstab für die Festigkeit der Masse, nicht selbst Zutat des Rezepts. Frühneuhochdeutsch mon-226 · mon-261
keas
Mehrdeutig: kann echter (Milch-)Käse oder Quark sein, oder sich vorausschauend auf den im Rezept beschriebenen Mandelkäse selbst beziehen. Frühneuhochdeutsch b4-032 · b4-064 · b4-065
keas naph
Ein Käsenapf, hier der Vergleich für eine nicht zu weite Schüssel, in der die Masse fest wird. Frühneuhochdeutsch w1-066 · w1-068
kechelin
Ein Diminutiv, das hier eine kleine Schale oder Form aus Teig meint, in die die Füllung gegeben wird. Frühneuhochdeutsch alb-010 · alb-020
keck
In diesem Kontext bedeutet ‚keck‘ so viel wie ‚fest‘ oder ‚geronnen‘. Frühneuhochdeutsch ka1-035 · ka1-047
kelter
Eine Weinpresse, in der die Trauben zu Most gepresst werden. Frühneuhochdeutsch so1-124 · so1-131
keren
Bezieht sich hier auf die Getreidekörner, also die Haferkerne. Frühneuhochdeutsch ka2-010 · mha-022 · mha-109
kers
Ein unsicherer Begriff. Frühneuhochdeutsch saw-056 · wo10-027
kirswin
Kirschwein/Kirschmet - dieselbe Vokabel und Schreibweise wie im Kirschmet-Rezept auf Bl. Frühneuhochdeutsch d792-001 · d792-002
kittine
Quitte, die aromatische Herbstfrucht, die roh hart und ungenießbar ist und erst durch Kochen oder Backen weich und süß wird. Frühneuhochdeutsch saw-015 · saw-068
klopfs
'Klopf es' - schlage Eier und Milch kräftig durcheinander. Frühneuhochdeutsch saw-135 · saw-136 · saw-141
knobelauches
Knoblauch Mittelhochdeutsch bgs-034 · bgs-042
knodel
Knödel im Sinn von geformten Fleischklößchen, hier direkt um den Knochen modelliert. Frühneuhochdeutsch ka2-014 · mha-017 · mha-202
knofflach
Knoblauch (mhd./fnhd. Frühneuhochdeutsch mha-227 · mha-282
knollen
Hier sind Klumpen im Teig gemeint, die durch das kräftige Schlagen des Teiges vermieden werden sollen. Frühneuhochdeutsch m725-021 · saw-019
kondiment
Eine Würzsauce oder Beilage, die den Geschmack des Hauptgerichts ergänzt - im Mittelalter oft süß-sauer oder süß-würzig. Frühneuhochdeutsch m5919-061 · m5919-072 · m5919-076
kopf
Ein Topf oder Kessel. Frühneuhochdeutsch ka1-016 · m5919-031
kopff
Ein gekochter Tierkopf (Schwein oder Kalb), der als Gericht serviert und mit dieser Sauce übergossen wird. Frühneuhochdeutsch m384-032 · mha-209
koppen
Koppen = Kaulbarsche (bei Schmeller Kwappen/Kaulbarschen), ein kleiner Süßwasserfisch. Frühneuhochdeutsch teg-009 · teg-043
Kornblumensafft
Saft aus Kornblumen, hier als blauer Farbstoff verwendet. Frühneuhochdeutsch kkm-016 · kkm-075
Koury
Hühner (Plural von Huhn) Frühneuzeitliches Tschechisch sev-040 · sev-211 · sev-212
krapfen
Ein gefülltes, oft frittiertes Gebäckstück. Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch bgs-060 · bgs-061 · mon-136
Krapffen
Gefüllte Teigtaschen, die in heißem Fett ausgebacken werden. Frühneuhochdeutsch kkm-074 · kkm-082 · kkm-085
krappfen
'Krapfen' bezeichnete im Mittelalter eine breite Palette von gefüllten oder ungefüllten Teigtaschen, die gebacken oder frittiert wurden. Frühneuhochdeutsch m5919-085 · mha-142
kraut
Die CoReMA-Sachglosse verlinkt an dieser Stelle 'saluan' (= Salbei), daher die Lesart 'Kräuter, vermutlich Salbei' statt unspezifisches Gemüse. Frühneuhochdeutsch m5919-073 · mha-089
kreppelin
Mittelhochdeutsch für kleine Krapfen, Pfannkuchen oder Gebäckstücke. Rheinfränkisch rfk-001 · rfk-041
kreps
Flusskrebse. Frühneuhochdeutsch ka1-032 · ka1-033 · ka1-045
krev
Blut - bindet und färbt die Sauce dunkel; das klassische Bindemittel der mittelalterlichen Wildküche (vgl. Frühneuzeitliches Tschechisch sev-010 · sev-240
kriechen
Kriechenpflaumen, eine kleine, säuerliche Pflaumenart. Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch b4-106 · bgs-009 · mha-270
kruog
Ein Krug, ein Gefäß, hier vermutlich aus Ton oder Glas. Frühneuhochdeutsch so1-119 · so1-122
krut
Kräuter Mittelhochdeutsch bgs-036 · bgs-046
kuemel
Kümmel Mittelhochdeutsch bgs-027a · bgs-040 · bgs-048
kumich
Frühneuhochdeutsche Bezeichnung für Kümmel. Frühneuhochdeutsch mha-061 · mha-073 · mha-076
kumpost
Eingelegtes, saures Gemüse (lat. Frühneuhochdeutsch mha-102 · mha-168 · so1-116
Kutten
Frühneuhochdeutsch für Quitten. Frühneuhochdeutsch m725-009 · mha-062 · mha-129
Kuttin laquerin
Eine ‚Lackwerin‘ (auch Latwerge) ist eine dickflüssige bis feste Zubereitung aus Früchten, Zucker oder Honig und Gewürzen, die als Konfekt oder Heilmittel ve… Frühneuhochdeutsch wo10-027 · wo10-039
kuttinen
Quitten. Frühneuhochdeutsch wo10-028 · wo10-036
Kyselice
Ein allgemeiner Begriff für eine saure Speise oder Suppe, oft auf Getreidebasis, die in der böhmischen Küche verbreitet war. Frühneuzeitliches Tschechisch sev-016 · sev-058 · sev-059
Küchlin
Kleine Kuchen, Fritters oder Pfannkuchen. Frühneuhochdeutsch kkm-018 · kkm-047 · kkm-048
l'estamine
Ein feines Tuch oder Sieb zum Passieren. Moyen Français men-076 · men-118 · men-229
lacte
Milch Frühitalienisch mar-099 · mar-126 · mar-131
lacte amigdalorum
Mandelmilch. Mittellatein boc-009 · boc-056 · boc-058
lacte d'amandole
Mandelmilch Frühitalienisch mar-065 · mar-087 · mar-093
lacte de amandole
Mandelmilch. Frühitalienisch mar-050 · mar-136
lacte di pesce
Fischrogen oder Fischmilch (Sperma) Frühitalienisch mar-143 · mar-177
laerderen
Spicken, das heißt, Fleisch mit Speckstreifen zu versehen, um es saftiger zu machen und Aroma zu geben. Mittelniederländisch wes-011 · wes-012
Lait d'amandes
Mandelmilch Moyen Français men-050 · men-302 · men-304
lait meigre
Magermilch Moyen Français men-148 · men-240
lampreda
Neunauge, ein aalähnlicher Rundmundfisch. Frühitalienisch / Toskanisches Volgare ant-067 · mar-231
lamproye
Neunauge, ein aalähnlicher Fisch Moyen Français men-180 · men-185
Langer Pfeffer
Eine Pfefferart mit einem komplexeren, süßlich-scharfen Aroma als schwarzer Pfeffer. Frühneuhochdeutsch wo10-010 · wo10-014 · wo10-017
lardee
Gespickt (hier mit Kräutern, nicht Speck) Moyen Français men-138 · men-140
larder
spicken (mit Speckstreifen versehen) Moyen Français men-090 · men-141 · men-163
lardez
gespickt (mit Speck) Moyen Français men-086 · men-143 · men-376
lardo
Speck Frühitalienisch / Toskanisches Volgare ant-042 · ant-091 · mar-005
lardons
Speckscheiben Moyen Français men-052 · men-078 · men-179
lart
Speck Moyen Français men-007 · men-008 · men-029
lart menu hache
Fein gehackter Speck. Moyen Français via-074 · via-078
lasagne
Breite Bandnudeln. Frühitalienisch mar-079 · mar-140
lasangne
Lasagneplatten, hier als ungewöhnliche obere Schicht. Frühitalienisch mar-132 · mar-147
lat it not boile
Nicht mehr aufkochen lassen, sonst gerinnt die Eierbindung. Mittelenglisch foc-076 · foc-088
latte de amandole
Mandelmilch - hier mit Fleisch- oder Hühnerbrühe statt Wasser angesetzt Frühitalienisch mar-074 · mar-079
latwaring
Eine ‚Latwerge' (von mittellateinisch electuarium) ist eine Art dickes Fruchtmus oder eine feste Paste, die durch Einkochen und Trocknen haltbar gemacht wird. Frühneuhochdeutsch ri15632-042 · ri15632-043
Latwerg
Latwerge - ein dick eingekochtes Frucht-Mus (von arab.-griech. Frühneuhochdeutsch m811-004 · teg-046
lauter Buttern
Geklärte Butter (Butterschmalz). Frühneuhochdeutsch kkm-012 · kkm-055
lautter
'Lauter' im Sinn von rein, klar, hier: frei von Spelzenresten. Frühneuhochdeutsch mha-109 · teg-004 · teg-029
lebern
Lebern (Leber) Mittelhochdeutsch bgs-016 · bgs-040
Lebersültz
Eine Sülze auf Leberbasis. Frühneuhochdeutsch kkm-062 · kkm-079
leczelten
Lebkuchen bzw. Frühneuhochdeutsch ka2-037 · ka2-038 · m349-001
ledlen
Bezeichnet wahrscheinlich 'Lädlein' - kleine hölzerne Kästchen oder Förmchen, in die das Konfekt zum Trocknen gefüllt wurde. Frühneuhochdeutsch wo10-027 · wo10-039
legerkäs
Lagerkäse - gereifter Hartkäse aus der Klosterwirtschaft; gibt Würze und Bindung. Frühneuhochdeutsch teg-016 · teg-038
lemberen
Lämmer. Frühneuhochdeutsch m5919-090 · mha-251
lembtig vogel
Lebendige Vögel. Frühneuhochdeutsch mon-161 · mon-235
lemoni
Zitrone/Limone - taucht in mehreren wo10-Pastetenrezepten neben gedörrten Pflaumen auf; die verwandte Form 'lemonin' ist auch bei saw-191 belegt. Frühneuhochdeutsch wo10-056 · wo10-058
lemprat
Rinderlende (Sirloin). Frühneuhochdeutsch mon-191 · wo10-045
lepczelten
Historische Bezeichnung für Lebkuchen oder Honigkuchen. Frühneuhochdeutsch ka1-070 · m384-035 · m384-076
leschefricte
Bratpfanne, Bräter oder Schmortopf Moyen Français men-152 · men-284 · men-291
lesches
Scheiben Moyen Français men-056 · men-087 · men-091
lesh
In Scheiben schneiden. Mittelenglisch foc-065 · foc-066
leshe
in Scheiben oder Streifen schneiden Mittelenglisch foc-072 · foc-079
lestamine
Ein feines Tuch oder Sieb zum Passieren. Moyen Français via-028 · via-051 · via-119
lezelten
Lebzelten, eine historische Bezeichnung für Lebkuchen. Frühneuhochdeutsch m5919-006 · m5919-060 · saw-007
libra
Pfund (ca. Frühitalienisch / Frühneuhochdeutsch ka2-043 · ka2-045 · mar-005
limon
Schleim Moyen Français men-026 · men-172 · men-180
lire of Pork
mageres Muskelfleisch des Schweins, ohne Fett/Sehnen. Mittelenglisch foc-003 · foc-170 · foc-181
livres
Historische französische Währungseinheit (Pfund). Moyen Français men-018 · men-318
loche
Schmerle, ein kleiner Süßwasserfisch. Moyen Français men-128 · men-135 · men-182
loit
Lot - historische Gewichtseinheit, im rhein-fränkischen Raum ca. Rheinfränkisch rfk-010 · rfk-011
loppins
Stücke, Scheiben Moyen Français men-086 · men-266
LOSEYNS
Loseyns, eine Art geschichtete Nudelplatte oder Lasagne. Mittelenglisch foc-047 · foc-124
lot
Historisches Gewicht, hier etwa 15 g. Frühneuhochdeutsch d792-002 · kkm-105 · meb-001
lott
Ein Lot entsprach ungefähr 15 bis 16 Gramm. Frühneuhochdeutsch b4-063 · b4-064 · b4-065
luccio
Hecht. Frühitalienisch mar-151 · mar-230 · mar-254
lumbel
Lendenfleisch. Mittelhochdeutsch bgs-086 · bgs-088 · bgs-089
lungel
Eine Diminutivform von Lunge, hier die Kalbslunge. Frühneuhochdeutsch b4-011 · mha-020 · mha-244
lus
Hecht Moyen Français men-126 · men-174 · men-247
lyant
bindend/verdickend Moyen Français men-074 · men-102 · men-108
lye it up
Vermischen Mittelenglisch foc-015 · foc-153
lyoison
Bindung, Verdickung Moyen Français men-095 · men-098 · men-123
Lyour
Leber Mittelenglisch foc-011 · foc-027 · foc-102
lyre
Mischung Mittelenglisch foc-015 · foc-043 · foc-111
mach das ab
Feste Schlussformel in diesem Kochbuch: das Gericht abschmecken und fertigstellen, nicht servieren oder vom Feuer nehmen. Frühneuhochdeutsch b4-119 · w1-124
mach es ab
„Schmecke es ab“ - würze es fertig. Frühneuhochdeutsch b4-057 · kkm-055 · w1-060
mach es gelb
Die Gelbfärbung von Speisen war ein Statussymbol und wurde meist mit dem teuren Gewürz Safran erreicht. Frühneuhochdeutsch m5919-101 · mon-010 · mon-086
mach es wol ab
Standardformel für 'fertig abschmecken', hier mit Gewürz. Frühneuhochdeutsch b4-123 · b4-138
machs
„Mach es“ - eine knappe Verlaufsformel zwischen Sieden und Braten, kein eigenständiger Zutaten- oder Würzschritt. Frühneuhochdeutsch b4-011 · mha-020
macys
Muskatblüte (Macis), die getrocknete Samenhülle der Muskatnuss Mittelenglisch foc-014 · foc-117 · foc-184
maegen
Hühnermägen (Muskelmägen/Kaumägen), nicht der menschliche Magen - klassische Zutat für Innereien-Gerichte. Frühneuhochdeutsch mha-075 · mha-198
maiorana
Majoran Frühitalienisch mar-124 · mar-236
maluasier
Malvasier, ein süßer aromatischer Wein; der Text verlangt ein Quärtlein davon oder etwas mehr. Frühneuhochdeutsch mha-208 · saw-087 · wo10-004
mandel
Die Mandeln werden der Länge nach geschnitten und zum Spicken des Fischbratens verwendet, was dem Gericht Geschmack und eine dekorative Optik verleiht. Frühneuhochdeutsch saw-103 · w1-002
Mandel cziger
Ein ‚Mandelziger‘ ist ein pflanzliches Käse-Imitat, das aus Mandelmilch hergestellt wird. Frühneuhochdeutsch m384-071 · mon-172 · w1-035
mandel keren
Mandelkerne, die zur Garnitur in die Oberfläche gesteckt werden. Frühneuhochdeutsch mha-047 · mha-243 · ri15632-034
Mandel milich
Mandelmilch dient hier nur als Vergleichsmaßstab für die Zubereitungsweise, sie ist keine Zutat dieses Rezepts. Frühneuhochdeutsch b4-066 · b4-082 · b4-108
mandel ziger
Ein milchfreier Quark- oder Frischkäse-Ersatz, hergestellt aus Mandeln. Frühneuhochdeutsch alb-001 · b4-033 · ka1-048
mandelkerne
Mandeln, geschält oder ungeschält Mittelhochdeutsch / Rheinfränkisch bgs-074 · rfk-031
mandelmilch
Mandelmilch - die in der Fastenzeit übliche Kuhmilch-Alternative. Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch bgs-024 · saw-111
mandly
Mandeln Frühneuzeitliches Tschechisch sev-067 · sev-195
mangoldt
Mangold, liefert die grüne Masse der Torte. Frühneuhochdeutsch saw-106 · saw-139
Mangolt
Mangold (Beta vulgaris subsp. Frühneuhochdeutsch / Rheinfränkisch kkm-101 · rfk-030
marciban
Marzipan, hier aus roh gestoßenen, eingeweichten Mandeln, nicht aus fertigem Mandelmehl. Frühneuhochdeutsch saw-022 · saw-051
Maseran
Frühneuhochdeutsche Schreibweise für Majoran. Frühneuhochdeutsch wo10-017 · wo10-031
maseron
Majoran, ein aromatisches Küchenkraut. Frühneuhochdeutsch saw-025 · saw-106 · saw-139
mass
Eine Maßeinheit für Flüssigkeiten, regional unterschiedlich, oft etwa 1 bis 2 Liter. Frühneuhochdeutsch mha-177 · wo10-004 · wo10-006
mastic
Mastix, ein Harz mit leicht bitterem, harzigem Geschmack, das als Gewürz und Verdickungsmittel verwendet wurde. Mittelniederländisch / Moyen Français via-123 · wes-033
masß
Maß, ein historisches Flüssigkeitsmaß von etwa einem Liter. Frühneuhochdeutsch saw-028 · saw-065 · saw-066
materi
'In der selben materi' bedeutet 'auf dieselbe Art/Weise' - ein Verweis auf die zuvor beschriebene Zubereitungsmethode. Frühneuhochdeutsch mha-055 · mha-062 · mha-216
matiz
Muskatblüte Moyen Français men-064 · men-097
Maurochen
Morcheln (der Pilz) - die hohlen Hüte eignen sich zum Füllen. Frühneuhochdeutsch b4-091 · b4-092 · m5919-016
mawrochen
Morcheln, eine hochgeschätzte Speisepilzart, die im Mittelalter oft für festliche Gerichte verwendet wurde. Frühneuhochdeutsch mon-205 · mon-206
mayen hecht
'Maienhecht' - Name für diesen festlich wieder zusammengesetzten Frühlings-Fischgang. Frühneuhochdeutsch b4-012 · w1-013
meczen
Eine alte Maßeinheit für Getreide, regional unterschiedlich, oft zwischen 30 und 60 Litern. Frühneuhochdeutsch ka2-010 · mha-109 · mha-163
meigre
Mageres Fleisch Moyen Français men-028 · men-164 · men-255
melb
Eine mittelbairische Form von „Mehl". Frühneuhochdeutsch m5919-102 · mon-216
melbs
Mehl. Frühneuhochdeutsch b4-004 · koe-010 · koe-011
menestra
Gericht, Gang, Portion Frühitalienisch mar-055 · mar-059 · mar-061
menestre
Portionen Frühitalienisch mar-042 · mar-043 · mar-051
menig
Mittelhochdeutsch für 'vermischen' oder 'vermengt'. Frühneuhochdeutsch b4-098 · b4-099 · koe-001
mercke
Eine Anmerkung oder ein Hinweis, hier als Rubrik- oder Kopfformel verwendet. Frühneuhochdeutsch so1-136 · wbd-014
Merlus
Kabeljau. Moyen Français men-204 · men-260
Mesche
Muskatblüte, die äußere Hülle der Muskatnuss. Moyen Français men-312 · via-174
messe it forth
servieren Mittelenglisch foc-034 · foc-041 · foc-081
mett
Met, also Honigwein - durch Gärung von Honig und Wasser mit Hefe hergestellt, kein Hippocras (gewürzter Wein). Frühneuhochdeutsch b4-267 · mon-160
meza libra
Ein halbes Pfund. Frühitalienisch mar-045 · mar-266
mezo cotto
halb gar Frühitalienisch mar-036 · mar-038
milch
Mandelmilch, ein häufiger Milch- und Sahneersatz im Mittelalter Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch bgs-074 · saw-036 · w1-068
milchram
Milchrahm - entspricht heutiger Sahne. Frühneuhochdeutsch ka1-055 · m5919-003 · ri15632-049
milich
Milch. Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch b4-035 · b4-066 · b4-078
Minces
Kleine Kohle oder Kohlsprossen, die aus den Stämmen nachwachsen. Moyen Français men-050 · men-053
ministrum
Hier im Kochkontext "ein Gericht, eine angerichtete Speise" (von ministrare, auftragen). Mittellatein boc-008 · boc-009 · boc-011
model
Das Waffel- oder Backeisen, in das der flüssige Teig getaucht und über der Glut gebacken wird. Frühneuhochdeutsch saw-088 · saw-163
moerser
Mörser Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch bgs-011 · bgs-023 · bgs-028
moerserr
Im Mittelalter waren Mörser oft große, schwere Gefäße aus Stein oder Metall, die zum Zerstoßen von Fleisch, Nüssen oder Wurzeln verwendet wurden. Frühneuhochdeutsch meb-002 · meb-004
mol
Lunge Moyen Français men-006 · men-012 · men-015
mollicha di pane
Das weiche Innere von Brot, Brotkrume. Frühitalienisch mar-071 · mar-073 · mar-120
mollicha di pane biancho
Krume Weißbrot Frühitalienisch mar-082 · mar-090 · mar-091
mondate
geschält Frühitalienisch mar-090 · mar-095
morchen
Morcheln, essbare Pilze mit charakteristischer Wabenstruktur. Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch bgs-079 · kkm-098 · w1-138
morsar
Mörser, hier der große Stampfmörser zum Zerstoßen der Mandeln, nicht der kleine Gewürzmörser. Frühneuhochdeutsch mon-029 · mon-031 · mon-047
morselstein
Ein großer Mörser, in dem das rohe Fischfleisch zu einer feinen Paste zerstoßen wird. Frühneuhochdeutsch / Rheinfränkisch k1-003 · rfk-038
Morser
Ein großer Fleisch- und Küchenmörser, nicht der kleine Gewürzmörser. Frühneuhochdeutsch b4-007 · b4-055 · ka1-005
morser huner
Name des Gerichts: 'Mörser-Hühner', benannt nach der Zubereitungstechnik im großen Fleischmörser, nicht nach einem kleinen Gewürzmörser. Frühneuhochdeutsch mha-063 · mha-226
morsser
Ein großer Fleischmörser, nicht der kleine Gewürzmörser. Frühneuhochdeutsch koe-003 · koe-011 · koe-012
mortai
Mörser. Toskanisches Volgare ant-029 · ant-042
mortajo
Im mittelalterlichen Kochkontext ist der ‚Mörser‘ ein großes, schweres Gefäß aus Stein oder Metall, das mit einem kräftigen Stößel zum Zerkleinern und Pürier… Toskanisches Volgare ant-041 · ant-080
mortale
Mörser Frühitalienisch mar-042 · mar-080 · mar-093
mortier
Mörser Mittelniederländisch / Moyen Français men-129 · via-093 · wes-027
Morue
Gesalzener oder getrockneter Kabeljau Moyen Français men-194 · men-204
Moser
Großer Fleisch-/Fischmörser, kein kleiner Gewürzmörser - siehe FAQ. Frühneuhochdeutsch b4-044 · b4-121 · b4-141
most
Unvergorener Traubensaft, der noch nicht zu Wein vergoren ist. Frühneuhochdeutsch m467-002 · mha-159 · so1-131
mostarda
Senf, hier als fertige Paste oder Sauce gemeint. Frühitalienisch mar-198 · mar-202 · mar-246
mouelle
Knochenmark. Moyen Français men-139 · men-261 · via-083
mouelle de beuf
Rindermark Moyen Français men-164 · men-264
mourir en sel
In Salz töten und pökeln Moyen Français men-026 · men-180
Moust
Most, unvergorener Traubensaft oder Fruchtsaft. Moyen Français men-150 · men-290
moustarde
Senf Moyen Français men-089 · men-208 · men-368
Mouton
Lammfleisch Moyen Français men-050 · men-066 · men-067
moyeu
Eigelb Moyen Français men-227 · men-233 · men-255
moyeulx
Eigelbe Moyen Français men-057 · men-119
moyeulx d'oeufz
Eigelb. Moyen Français men-258 · men-303
moyeux
Eigelb Moyen Français men-228 · men-230
mues
Ein Mus, also eine zerstoßene oder verriebene Speise. Frühneuhochdeutsch ka2-027 · w1-064 · w1-077
Muess
Mus, ein dickgekochtes Püree - hier aus Bohnen. Frühneuhochdeutsch b4-035 · b4-054 · b4-068
mulecte
Milz. Moyen Français men-265 · men-339
muos
Brei, Mus, Püree Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch bgs-040 · bgs-055 · bgs-064
muoss
Mus (Brei, Püree) Frühneuhochdeutsch mha-002 · mha-013
Muosz
Mus, ein dickflüssiger Brei oder Püree. Frühneuhochdeutsch m384-051 · m384-054 · m384-055
muoß
Ein Mus oder Brei, hier aus Erbsen. Frühneuhochdeutsch alb-016 · ka1-037 · ka1-041
mursel
Stücke, Brocken Mittelhochdeutsch bgs-028 · bgs-045
mursing
Ein Mörser, hier ein großer Fleischmörser, in dem die Zutaten zu einer feinen Paste zerstoßen werden. Frühneuhochdeutsch so1-129 · so1-132
Mus
Ein Mus ist ein Brei oder Püree aus zerstoßenen Zutaten, oft süß oder pikant. Frühneuhochdeutsch alb-022 · alb-025 · m5919-091
muscat
Muskatnuss. Frühneuhochdeutsch mha-289 · mon-112 · mon-184
muscatplue
Muskatblüte (Macis). Frühneuhochdeutsch mon-180 · wo10-015 · wo10-020
Muskatblüte
Die Muskatblüte (Macis) ist der Samenmantel der Muskatnuss. Frühneuhochdeutsch wo10-010 · wo10-019 · wo10-032
muss
Mus, ein feiner Brei oder Püree, hier aus zerstoßenen Eidottern. Frühneuhochdeutsch b4-074 · b4-110 · b4-111
Muß
Brei, Püree (hier: feines Wildragout). Frühneuhochdeutsch kkm-068 · meb-009 · mon-100
Mörser
Ein großes Gefäß zum Zerstoßen von Zutaten, oft aus Stein oder Metall, mit einem schweren Stößel. Frühneuhochdeutsch alb-018 · kkm-070 · kkm-075
Müslin
Ein dickes Mus oder Brei, hier aus Reismehl und Mandelmilch. Frühneuhochdeutsch kkm-016 · kkm-024 · kkm-047
nagel
Gewürznelken, die hier zusammen mit Holzkohle die schwarze Komponente färben und würzen. Frühneuhochdeutsch mon-170 · mon-198
nagelein
Nelken Frühneuhochdeutsch mha-008 · mha-051
naglen
Nelken. Mittelniederländisch wes-032 · wes-033
nappe
Tuch Moyen Français men-185 · men-224 · men-352
naranci
Orangen Frühitalienisch mar-029 · mar-206
necky
Ein großer Holztrog oder eine Wanne, hier als saubere Arbeitsfläche gemeint. Frühneuzeitliches Tschechisch sev-015 · sev-016 · sev-058
necz
Das Netz, auch Bauchfell oder Omentum, eine fetthaltige Membran, die hier zum Umwickeln des Lebergerichts verwendet wird. Frühneuhochdeutsch b4-018 · mha-191 · mon-225
negel
‚Negel‘ sind Gewürznelken, die ganz in den Braten gesteckt werden, um Aroma abzugeben. Frühneuhochdeutsch m5919-048 · w1-002
negelein
Gewürznelken, die hier nicht nur zum Würzen, sondern auch zum Färben der Füllung verwendet werden, um ihr eine dunkle, fast schwarze Farbe zu geben. Frühneuhochdeutsch b4-010 · b4-013
Negelen
Gewürznelken. Frühneuhochdeutsch wo10-004 · wo10-007 · wo10-015
negellach
Gewürznelken, von 'Nägelein' wegen ihrer Nagelform. Frühneuhochdeutsch saw-007 · saw-007a · saw-024
negellen
Gewürznelken. Frühneuhochdeutsch saw-064 · saw-068 · saw-080
neglein
Nelken, ein häufig verwendetes Gewürz in der mittelalterlichen Küche. Frühneuhochdeutsch m5919-100 · w1-014 · w1-078
nepitella
Bezeichnet die Echte Katzenminze (Calamintha nepeta), ein aromatisches Kraut, das in der mittelalterlichen Küche häufig verwendet wurde. Toskanisches Volgare ant-033 · ant-063
netz
Gemeint ist das Schweinenetz (Omentum majus), eine dünne Fettschicht, die als natürliche Hülle für Pasteten, Würste oder Farcen dient und beim Braten schmilz… Frühneuhochdeutsch ka1-031 · ka1-059 · koe-006
nois muguectes
Muskatnuss Moyen Français men-180 · men-272
non lyans
Nicht gebunden oder angedickt (z.B. Moyen Français men-028 · men-060
Noumbles
Innereien, speziell vom Wild oder Schlachttier Mittelenglisch foc-011 · foc-012 · foc-013
Oblat
Dünne Backoblate, wie sie heute noch für Lebkuchen verwendet wird. Frühneuhochdeutsch kkm-045 · m5919-086 · mha-039
octava d'ora
Achtel einer Stunde Frühitalienisch mar-082 · mar-090 · mar-095
oeufz
Eier Moyen Français men-056 · men-142 · men-232
offen
Ofen, zum Trocknen der Pilze. Frühneuhochdeutsch / Rheinfränkisch alb-011 · m5919-025 · mon-192
oile
Öl Mittelenglisch foc-102 · foc-107
olblaten
Oblaten, dünne, dem heutigen Lebkuchen-Oblaten ähnliche Waffelblätter, die als Boden und Deckel der Mandelmasse dienen. Frühneuhochdeutsch saw-143 · saw-147
olio
Öl Frühitalienisch mar-058 · mar-072
oll
Öl, vermutlich Pflanzenöl - macht das Gericht ohne tierisches Fett zubereitbar. Frühneuhochdeutsch b4-068 · mon-099
once
Historische Unze, in Norditalien ca. Frühitalienisch / Moyen Français mar-098 · mar-100 · mar-151
oncia
Unze (ca. Frühitalienisch mar-043 · mar-055 · mar-076
oncie
Unzen (ca. Frühitalienisch mar-023 · mar-042 · mar-091
ongnons
Zwiebeln Moyen Français men-034 · men-038 · men-180
opfhell
Eine bairisch-österreichische Schreibvariante für ‚Äpfel‘. Frühneuhochdeutsch mon-133 · mon-190
ortorten
Titel des Gerichts, Bedeutung des 'or-' nicht sicher geklärt. Frühneuhochdeutsch saw-078 · saw-128 · saw-129
ova
Eier. Frühitalienisch mar-085 · mar-126 · mar-132
ova di luccio
Hechtrogen (Fischeier), ein im Mittelalter bekanntes Bindemittel und Emulgator. Frühitalienisch mar-140 · mar-141
ova dibattute
Geschlagene Eier, die hier zum Färben und Binden dienen. Toskanisches Volgare ant-012 · ant-015
ova sperdute
Wörtlich ‚verlorene Eier', was in diesem Kontext ‚pochierte Eier' bedeutet. Frühitalienisch / Toskanisches Volgare ant-110 · mar-185 · mar-186
Oynouns
Zwiebeln Mittelenglisch foc-002 · foc-013 · foc-105
ozeille
Sauerampfer Moyen Français men-169 · men-189 · men-221
pachen
Backen/Frittieren einer Speise in der Pfanne, hier im Sinne eines Gebäcks. Frühneuhochdeutsch mha-213 · mha-220 · mha-253
pachens
Frühneuhochdeutsch für ‚Gebäck‘ oder ‚Backwerk‘. Frühneuhochdeutsch ka2-047 · ka2-048 · mha-039
pachs
Bedeutet ‚backe‘ oder ‚brate‘, hier im Sinne von in Fett ausbacken. Frühneuhochdeutsch m5919-052 · mha-063
padella
Pfanne Frühitalienisch mar-038 · mar-058 · mar-072
padella da torte
Kuchenform oder Backpfanne Frühitalienisch mar-157 · mar-158
paelle
Pfanne Moyen Français men-020 · men-054 · men-199
paelle d'arain
Messingpfanne Moyen Français men-097 · men-263
paelle de fer
eiserne Pfanne Moyen Français men-180 · men-264
pain
Brot Frühneuhochdeutsch / Moyen Français ka2-014 · men-067
pain ars
Verbranntes Brot, das der Sauce Farbe und einen rauchigen Geschmack verleihen sollte. Moyen Français men-122 · men-273 · men-282
pain halle
Geröstetes Brot - eingeweicht das Bindemittel der Sauce. Moyen Français via-128 · via-139 · via-157
palg
Mittelhochdeutsch für ‚Balg‘ oder ‚Schale‘, hier bezogen auf die äußere Hülle der Hülsenfrüchte. Frühneuhochdeutsch ka2-050 · mha-099
pallg
Hülsen oder Schalen Frühneuhochdeutsch mha-027 · mha-103 · mha-288
pan prein
Pfannenbrei - ein in der Pfanne gekochter, dicklicher Brei; dient hier als Vergleich für die gewünschte feste, schnittfähige Konsistenz. Frühneuhochdeutsch mon-228 · ri15632-003
pance
Magen Moyen Français men-012 · men-013 · men-014
panck
Eine ‚Bank‘ oder ‚Arbeitsplatte‘, auf der der Teig ausgerollt wird. Frühneuhochdeutsch koe-023 · meb-016 · mon-040
pane abbrusticato
Geröstetes Brot, in Wein oder Essig getränkt - dient als zeittypisches Bindemittel und gibt Farbe und Röstaroma. Toskanisches Volgare ant-029 · ant-093
pane grattato
Geriebenes Brot, also Semmelbrösel. Frühitalienisch mar-047 · mar-251
panem grattatum
Geriebenes Brot, frisch oder getrocknet auf der Reibe zerkleinert - das Brot ist hier die Hauptzutat, nicht nur Bindung. Mittellatein boc-002 · boc-024
panem grattatum rostitum
geriebenes, geröstetes Brot als Bindemittel - typisch für mittelalterliche Saucen, lange vor der Mehlschwitze Mittellatein boc-018 · boc-018a
paons
Pfauen Moyen Français via-172 · via-182
Paradieskörner
Ein pfefferähnliches Gewürz aus Westafrika, auch Guineapfeffer genannt, mit scharf-zitronigem Aroma. Frühneuhochdeutsch wo10-010 · wo10-011 · wo10-012
parben rogen
Rogen der Barbe (Barbus barbus). Frühneuhochdeutsch mha-018 · mha-031 · mha-114
parboile
Blanchieren, vorkochen Mittelenglisch foc-005 · foc-013 · foc-020
parisis
Eine Währungseinheit, hier wahrscheinlich zwei Deniers oder Sols Parisis (Pariser Schillinge). Moyen Français men-013 · men-297
Parisskorner
Paradieskörner, ein scharf-würziges Gewürz. Frühneuhochdeutsch wo10-005 · wo10-015
pastam
Teig Mittellatein boc-017 · boc-029 · boc-030
paste
Teig, hier: Pfannkuchenteig Moyen Français men-263 · via-070
pastelli
Kleine Pasteten oder Küchlein. Frühitalienisch / Toskanisches Volgare ant-065 · mar-009 · mar-020
pastello
Pastete oder Pâté Frühitalienisch / Toskanisches Volgare ant-084 · mar-012 · mar-038
pastello secco
Trockene Pastete - eine feste Teighülle, in der das Fleisch ohne zusätzliche Sauce im eigenen Saft gart. Frühitalienisch mar-001 · mar-008
Pastet
Eine im Ofen gebackene Pastete in einer aus Teig geformten Hülle (siehe „hafen“), nicht im Topf gegart. Frühneuhochdeutsch wo10-047 · wo10-051 · wo10-055
pasteten
Pastete: eine in Teig eingeschlossene Fleischfüllung, hier ohne Backform, der feste Teig hält selbst die Form. Frühneuhochdeutsch saw-067 · saw-120 · wo10-044
Pastez
Pasteten (als Überschrift oder kurze Anweisung für ein nachfolgendes Rezept) Moyen Français men-158 · men-165
pastillum
Pastete, eine gefüllte Teighülle Mittellatein boc-034 · boc-036 · boc-069
patrone
Hausherr, Meister (hier: der Koch oder Auftraggeber) Frühitalienisch mar-052 · mar-087
Payndemayn
Feinstes weißes Weizenbrot bzw. Mittelenglisch foc-040 · foc-047 · foc-058
pegewss
‚Begieße‘ oder ‚übergieße‘. Frühneuhochdeutsch mon-218 · mon-219
pein
"Honig von jungen Bienen". Frühneuhochdeutsch b4-265 · w1-267
Peiouns
Tauben (von franz. Mittelenglisch foc-046 · foc-150
pelee
geschält, enthäutet Moyen Français men-138 · men-171
pelez
Schälen Moyen Français men-021 · men-378
peperata
Pfeffersauce (spezifische Wildsauce) Frühitalienisch mar-001 · mar-005 · mar-104
perbem Rogen
Rogen der Barbe (Barbus barbus). Frühneuhochdeutsch b4-043 · b4-121
perboile
Kurz vorkochen, blanchieren. Mittelenglisch foc-052 · foc-107 · foc-176
perchtram
Der Bertram (Anacyclus pyrethrum) ist eine Korbblütler-Art, deren Wurzel als scharf-prickelndes Gewürz und Heilmittel geschätzt wurde. Frühneuhochdeutsch mha-041 · mha-194
Percil
Petersilie Moyen Français men-050 · men-057 · men-112
Perrey
Püree, Brei aus passierten Erbsen (vgl. Mittelenglisch foc-068 · foc-071
pertuiz
Ein Loch oder eine Öffnung, durch die der Dampf entweicht. Moyen Français men-223 · men-331
peslach
Bestreichen bzw. Frühneuhochdeutsch b4-023 · b4-027 · b4-029
pestekch
Bestecken/garnieren - das fertige Mus wird mit Dattelstückchen oder Nelken gespickt. Frühneuhochdeutsch b4-055 · b4-062 · b4-064
peterlin
Petersilie Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch bgs-015 · ka1-003 · kkm-058
petite oe
Kleine Gans Moyen Français men-071 · men-095
petrosillo
Petersilie Frühitalienisch mar-105 · mar-124 · mar-217
petterlenn
Petersilie. Frühneuhochdeutsch koe-011 · koe-027
pettersil
Bairische Form für ‚Petersilie‘. Frühneuhochdeutsch mon-123 · mon-173
pettersill
Petersilie, ein häufig verwendetes Kraut in der mittelalterlichen Küche. Frühneuhochdeutsch mon-005 · mon-147
pfanzelten
Pfannzelten, ein pfannkuchenartiges Gebäck. Frühneuhochdeutsch saw-102 · wo10-003
pfeffer brot
Pfefferbrot war offenbar ein mit Pfeffer gewürztes Brot, das hier als Bindemittel und Würzgrundlage für die Sauce diente. Frühneuhochdeutsch ka1-009 · ka1-020 · ka1-021
pfeffer brott
Ein Gewürzbrot (Saucenbrot zum Binden), nicht scharf, sondern aromatisch gewürzt - eine Lesefalle: ‚pfeffer‘ meint hier nicht das Gewürz oder eine Pfeffersauce. Frühneuhochdeutsch koe-012 · m384-006 · m384-036
pfeffer kraut
Nicht das Gewürz Pfeffer, sondern Bohnenkraut (Satureja hortensis). Frühneuhochdeutsch mha-164 · ri15632-040
pfeffer tuch
Ein ‚Pfeffertuch‘ war ein feines Sieb oder Tuch, das zum Passieren von gewürzten Flüssigkeiten oder Massen verwendet wurde, um eine glatte Konsistenz zu erzi… Frühneuhochdeutsch ka2-045 · ka2-052
pfefferbrott
Ein gewürztes Brot, das in mittelalterlichen Rezepten oft zum Binden und Färben von Saucen und Suppen verwendet wurde. Frühneuhochdeutsch m384-025 · m384-037
Pfefferlin
Eine kleine Pfanne oder ein Gefäß, möglicherweise auch perforiert oder für gewürzte Speisen. Frühneuhochdeutsch kkm-004 · kkm-048 · m384-049
pfeffers
Bezieht sich auf das Gewürz Pfeffer. Frühneuhochdeutsch m5919-033 · meb-001 · mon-149
Pfeffertuch
Feines Seihtuch / Passiertuch zum Klären der Brühe. Frühneuhochdeutsch kkm-055 · kkm-056 · kkm-059
pfendlin
Verkleinerungsform von 'Pfanne', also ein kleines Pfännchen zum Backen der Teigfäden. Frühneuhochdeutsch saw-074 · saw-099
pfund
Historische Gewichtseinheit, deren Wert regional und zeitlich variierte. Frühneuhochdeutsch wo10-004 · wo10-013 · wo10-022
pfunt
Ein Pfund entsprach im Mittelalter regional unterschiedlichen Gewichten, meist um die 500 Gramm. Frühneuhochdeutsch ka2-029 · mha-008 · mha-187
pheffer
Bezeichnet hier einen Gerichtstyp, die dunkle gewürzte Standardsauce zu Wildbret, nicht das Gewürz Pfeffer selbst. Frühneuhochdeutsch b4-047 · b4-121 · b4-143
pheffer sib
Ein feines Sieb, ursprünglich zum Sieben von gemahlenem Pfeffer, hier zum Passieren des zerstoßenen Lebkuchens. Frühneuhochdeutsch b4-040 · mon-255 · w1-043
pier
Bairische Schreibform von Bier (mhd. Frühneuhochdeutsch b4-101 · mha-098
pieren
Birnen. Frühneuhochdeutsch mha-062 · mon-259 · w1-079
piessen
Mangold. Frühneuhochdeutsch b4-078 · mon-232
piez
Füße Moyen Français men-157 · men-376
pignatta
irdener Topf Frühitalienisch mar-005 · mar-029 · mar-041
pigons
Tauben Moyen Français men-142 · men-376
pinguedine
Fett, hier wohl tierisches Fett wie Schmalz. Mittellatein boc-020 · boc-027
pinte
Eine Pariser Pinte entsprach etwa 0,95 Litern. Moyen Français men-137 · men-251 · men-298
pipione
junge Taube, Täubchen (it. Frühitalienisch mar-039 · mar-040
pipiones
Junge Tauben (Squabs), das zarte Festtagsgeflügel der gehobenen Küche. Mittellatein boc-015 · boc-031 · boc-035
pippioni
Junge Tauben, geschätzte Delikatesse. Frühitalienisch / Toskanisches Volgare ant-093 · mar-010
piren
Birnen. Frühneuhochdeutsch m5919-036 · ri15632-028
pista
„Zerstöße“ oder „mahle“ (von italienisch „pestare“). Frühitalienisch / Mittellatein boc-027 · mar-021 · mar-081
pista illa cum cultello
‚zerkleinere sie mit dem Messer‘ - hier ausdrücklich Hacken mit dem Messer, nicht Stoßen im Mörser. Mittellatein boc-008 · boc-012 · boc-013
pista illas cum cultello
Zerstoßen mit einem Messer, was ein feines Hacken oder Zerkleinern zu einer Farce bedeutet. Mittellatein boc-029 · boc-032
pista inseme
zusammen zerstoßen (im Mörser) Frühitalienisch mar-103 · mar-105
pistale
zerstoßen, mörsern Frühitalienisch mar-013 · mar-041 · mar-066
pistale bene
gut stoßen/mahlen, um eine feine Paste zu erhalten Frühitalienisch mar-045 · mar-169
pistarai
Du wirst zerstoßen/mörsern. Frühitalienisch mar-128 · mar-187
pistare
Zerstoßen (im Mörser) Frühitalienisch mar-104 · mar-117 · mar-132
piste
zerstoßen (im Mörser) Frühitalienisch mar-029 · mar-115 · mar-167
plat des taigs
Ein ausgerolltes Stück Teig ('Teigblatt'), keine eigenständige Zutat. Frühneuhochdeutsch m5919-085 · mha-084
plat von ayren
Ein dünner Eierfladen oder Pfannkuchen, der als Hülle für die Füllung dient. Frühneuhochdeutsch m5919-087 · w1-028
platteele
Eine Platte oder Schale zum Servieren. Mittelniederländisch wes-038 · wes-043
Plays
Scholle (Plaice), ein Plattfisch Mittelenglisch / Moyen Français foc-100 · foc-108 · men-211
pleter
Pfannkuchen, dünne Fladen. Frühneuhochdeutsch b4-126 · w1-131
pletter
‚Blätter', hier der Deckel der Pastete. Frühneuhochdeutsch b4-139 · mha-254 · mon-067
plumez a sec
Trocken rupfen, ohne vorheriges Brühen. Moyen Français men-074 · men-151 · men-152
poches
Trappen, hier wahrscheinlich die Großtrappe (Otis tarda), ein großer Steppenvogel Moyen Français via-172 · via-182
Poelgen
Küken, junge Hühner Mittelniederländisch wes-001 · wes-003
poires d'angoisse
Harte Kochbirnen, die lange gegart werden müssen. Moyen Français men-312 · men-321 · men-356
poivre jaunet
gelbe Pfeffersauce Moyen Français men-142 · men-157 · men-158
poivre long
Langer Pfeffer Moyen Français men-072 · men-116 · men-123
polay
Polei-Minze, eine mittelalterlich beliebte Würzpflanze. Frühneuhochdeutsch b4-129 · w1-134
polpette
Frikadellen, Klößchen oder kleine Fleischbällchen. Frühitalienisch mar-001 · mar-018
poma cotogne
Quitten Frühitalienisch mar-074 · mar-150
pomaranci
Pomeranzen (Bitterorangen) Frühitalienisch mar-017 · mar-033 · mar-055
pon
Bohnen, hier Ackerbohnen (Vicia faba). Frühneuhochdeutsch b4-068 · b4-102 · w1-070
ponnen
Bohnen. Frühneuhochdeutsch mha-028 · mha-097 · mha-098
Poree
Ein dicker Eintopf oder Brei, oft aus Gemüse, Getreide oder Fleisch, der im Mittelalter eine Hauptspeise darstellte. Moyen Français men-049 · men-050 · men-225
PORPEYS
Schweinswal Mittelenglisch foc-105 · foc-112
possynet
Possenet - ein kleiner Kochtopf, oft mit Stielgriff und drei Füßchen, zum Stellen in die Glut. Mittelenglisch foc-051 · foc-064 · foc-156
potage
dicker Eintopf Moyen Français men-002 · men-003 · men-034
potages
Potage, ein dicker Eintopf oder Brei Moyen Français men-001 · men-060 · men-224
potaige
Im Mittelalter ein dicker, gebundener Eintopf, nicht unbedingt eine klare Suppe. Moyen Français via-119 · via-120
pottich
Hier nicht ein Gefäß, sondern Teil der Aufzählung der sichtbaren Körperteile: der ganze Rumpf bzw. Frühneuhochdeutsch meb-018 · mon-126
Poucins
Küken Moyen Français men-150 · men-159 · men-238
poulaille
Geflügel Moyen Français men-070 · men-102 · men-108
poulce
Daumen Moyen Français men-058 · men-167
pouldre
Gewürzpulver, hier eine allgemeine Mischung. Moyen Français men-043 · men-054 · men-159
pouldre d'espices
Eine allgemeine Gewürzmischung, typischerweise Ingwer, Zimt, Nelken, langer Pfeffer, Muskatnuss. Moyen Français men-242 · men-260
pouldre de duc
Eine luxuriöse, süß-würzige Gewürzmischung, typischerweise mit Safran, Zimt, Ingwer, Nelken und Zucker. Moyen Français via-056 · via-172 · via-173
pouldre de gingembre
Ingwerpulver Moyen Français men-142 · men-352
pouldre dessus
Gewürzpulver darübergestreut, bei der Pastetenvariante. Moyen Français men-057 · men-195
pouldre fine
feines Gewürzpulver Moyen Français men-062 · men-111 · men-180
pourboulez
Kurz abbrühen Moyen Français men-086 · men-134 · men-305
Pourboulir
Vorkochen oder blanchieren. Moyen Français men-050 · men-053 · men-063
pourbouly
Kurz vorkochen, parboilieren. Moyen Français men-083 · men-147 · men-371
pourboulye
Vorgekocht/blanchiert - gibt dem zähen Fleisch einen Garvorsprung. Moyen Français men-085 · men-138
pourcel
Ferkel. Moyen Français men-203 · men-363
Pourcelet
Ferkel Moyen Français men-142 · men-245
powdour
Fertige Gewürzmischung der Zeit (douce oder fort). Mittelenglisch foc-094 · foc-107 · foc-118
powdour douce
Milde, süße Gewürzmischung (Zimt, Ingwer, Muskat). Mittelenglisch foc-004 · foc-005 · foc-007
powdour fort
Scharfe Gewürzmischung Mittelenglisch foc-010 · foc-011 · foc-013
powdour gynger
Ingwerpulver Mittelenglisch foc-025 · foc-106
Prach vogel
Brachvogel (Großer Brachvogel, ein Watvogel). Frühneuhochdeutsch b4-019 · m5919-009 · mon-070
prat
Imperativ von 'braten' - hier: 'brate'. Frühneuhochdeutsch b4-030 · b4-077 · ka2-024
praten
Braten (das Gericht), für das die beiden Saucen gedacht sind. Frühneuhochdeutsch mha-191 · mha-205 · mha-215
prats
braten Frühneuhochdeutsch b4-011 · b4-016 · b4-053
pratt
Brot. Frühneuhochdeutsch m5919-100 · mon-178 · mon-203
pratten
‚Pratten‘ (mhd. Frühneuhochdeutsch b4-002 · b4-016 · mon-139
prawn
Braun - gemeint ist wohl dunkler, kräftiger Honig, der hier vermieden werden soll, damit der Met hell und mild bleibt. Frühneuhochdeutsch mha-233 · w1-267
prein
Mus, Brei oder Püree. Frühneuhochdeutsch ka2-010 · m5919-022 · mha-027
prenn
„brennen“ bedeutet hier die Äpfel im Öl braten. Frühneuhochdeutsch b4-052 · ka2-020 · w1-055
presss
Die 'Presse' - ein spezielles Küchengerät zum Auspressen, das hier ausdrücklich fehlt ('du der presss nicht gehaben' = wenn du die Presse nicht hast). Frühneuhochdeutsch mha-238 · mha-267
presutto
Prosciutto, hier im Sinne von gekochtem Schinken. Frühitalienisch mar-028 · mar-036 · mar-037
pro Alamanis
‚Für die Deutschen‘ - eine im Werk wiederkehrende ‚Nationen‘-Zuschreibung, hier für ein deftiges, bodenständiges Gericht. Mittellatein boc-010 · boc-029
pro Italicis
‚für die Italiener‘ - eine der Nationen-Zuschreibungen, mit denen Bockenheim seine Rezepte ordnet. Mittellatein boc-012 · boc-015 · boc-017
pro magnatibus
‚für die Adligen‘ - Bockenheim ordnet seine Rezepte Ständen und Völkern zu; der Wild-Pfeffer ist hier die Speise der gehobenen Tafel. Mittellatein boc-018 · boc-018a
pro nobilibus
"für Edelleute" - markiert die Sauce als gehobene Hofküche Mittellatein boc-029 · boc-069 · boc-077
prott
Geriebenes Brot diente häufig als Bindemittel und zum Andicken von Speisen. Frühneuhochdeutsch koe-018 · mon-139
prue
Brühe, in der die Knödel gegart werden. Frühneuhochdeutsch ka2-014 · ka2-022 · ka2-036
prunes damysyns
Damaszenerpflaumen, eine alte Pflaumensorte, meist getrocknet verwendet. Mittelenglisch foc-152 · foc-154
puluers
Bezeichnet hier nicht Gewürzpulver, sondern die eingetrocknete, harte Kalbsfuß-Gelatine, von der man Stücke abbricht, um damit neue Sülzen zum Gestehen zu br… Frühneuhochdeutsch m5919-056 · mha-285
puncten
Das Spundloch des Weinfasses, der Zapfloch-Verschluss. Frühneuhochdeutsch wbd-011 · wbd-012 · wbd-021
puree
Eine dicke Paste oder ein Brei, oft aus Hülsenfrüchten oder Gemüse. Moyen Français men-034 · men-039 · men-127
puree de pois
Erbsenpüree Moyen Français men-074 · men-129
puree de poix
Erbsenpüree. Moyen Français via-003 · via-010
purer
Pürieren, passieren, fein zerdrücken Moyen Français men-029 · men-040 · men-310
puttern
‚Butter‘, hier als Alternative zu Schmalz genannt. Frühneuhochdeutsch mha-099 · mha-100 · w1-083
pyions
Tauben Moyen Français via-172 · via-183
pyke
Putzen, säubern Mittelenglisch foc-022 · foc-102
pynes
Pinienkerne Mittelenglisch foc-019 · foc-061 · foc-184
Quadragesima
Fastenzeit Frühitalienisch / Mittellatein boc-055 · boc-057 · mar-065
quadragesimale
Die Fastenzeit vor Ostern, in der bestimmte Speisen (Fleisch, Milchprodukte, Eier) verboten waren. Frühitalienisch mar-136 · mar-165 · mar-236
quarte
Historisches Volumenmaß, in Paris etwa 0,95 Liter Moyen Français men-263 · men-351
quarteron
Ein Viertel Pfund, etwa 125 Gramm. Moyen Français men-312 · men-317 · men-318
quertlen
Eine historische Maßeinheit für Flüssigkeiten, ein Diminutiv von „Quart“. Frühneuhochdeutsch saw-128 · wo10-041
quertlin
Ein Quärtlein war ein kleines, regional unterschiedliches Flüssigkeitsmaß, grob ein Viertel einer Maß. Frühneuhochdeutsch saw-024 · saw-116 · wo10-004
queue
Stiel Moyen Français men-299 · men-320
queue de sanglier
Wildschweinschwanz, hier verwendet, um dem Rindfleisch einen wildbretartigen Geschmack zu verleihen. Moyen Français men-086 · men-146
queux
Koch Moyen Français men-108 · men-364
quint
Historische Gewichtseinheit, regional unterschiedlich, hier ca. Frühneuhochdeutsch wo10-004 · wo10-010 · wo10-012
rach
Rauch, hier das Räuchern der Zungen nach der Salzzeit. Frühneuhochdeutsch saw-027 · saw-058
raiger
Der Reiher war im Mittelalter ein beliebtes Jagdwild und galt als Statussymbol auf der Tafel des Adels. Frühneuhochdeutsch ka2-027 · ka2-028 · ka2-029
rain
Bedeutet ‚rein‘ oder ‚sauber‘. Frühneuhochdeutsch b4-050 · m5919-090 · m5919-091
raine prue
Eine klare, saubere Brühe als Flüssigkeitsbasis für das Mus. Frühneuhochdeutsch b4-119 · w1-124
raines smalcz
Gereinigtes Schmalz. Frühneuhochdeutsch b4-123 · w1-060
rains smalcz
Reines Schmalz. Frühneuhochdeutsch b4-126 · w1-131
raisouns coraunce
Korinthen (kleine kernlose Rosinen). Mittelenglisch foc-062 · foc-150 · foc-155
Raisouns of Coraunce
Korinthen - kleine dunkle Rosinen. Mittelenglisch foc-170 · foc-191
rape
Ein dickes Mus oder eine Paste aus Früchten und Gewürzen. Frühitalienisch / Mittelenglisch / Toskanisches Volgare ant-014 · foc-081 · mar-066
rast
Ein ‚Rast‘ ist ein Rost oder Spieß, auf dem das Kalbshaupt über offenem Feuer oder Glut gebraten wird. Frühneuhochdeutsch b4-012 · b4-017 · m5919-043
rate
Milz Moyen Français men-012 · men-015 · men-018
Rauten
Raute (Ruta graveolens), ein stark bitter-aromatisches Kraut; sparsam dosieren. Frühneuhochdeutsch kkm-053 · kkm-101
raye
Rochen Moyen Français men-191 · men-210 · men-273
raysouns of Coraunce
Korinthen, kleine kernlose Rosinen. Mittelenglisch foc-020 · foc-122 · foc-140
rech leber
Rehleber - eine geschätzte Wildleber. Frühneuhochdeutsch alb-004 · m384-023
Rech praten
'Rechpraten' meint einen Rehbraten (Reh, das Wildtier), nicht Rebhuhn. Frühneuhochdeutsch mha-112 · ri15632-002
rechschlegel
Rehschlegel, die Keule vom Rehwild - ein geschätztes Wildbret-Stück. Frühneuhochdeutsch saw-007 · saw-007a
refentschüssel
Wohl eine Refektoriumsschüssel (refent = Refektorium, der klösterliche Speisesaal), hier als grobes Volumenmaß gedeutet. Frühneuhochdeutsch teg-024 · teg-046
Regelpieren
Im Original nirgends sonst belegtes Wort. Frühneuhochdeutsch mha-146 · mha-208 · mha-259
Regelspiernn
Eine Birnensorte bzw. Frühneuhochdeutsch b4-093 · b4-267
reglspieren
Birnen. Frühneuhochdeutsch w1-078 · w1-269
Reib scherben
Bezeichnet hier einen Mörser bzw. Frühneuhochdeutsch b4-074 · mon-002
reindlein
Kleines Koch- oder Anrichtegefäß; hier soll es Öl enthalten und die Schotten aufnehmen. Frühneuhochdeutsch b4-145 · w1-055
Reisch
Frühneuhochdeutsch für Reis. Frühneuhochdeutsch ka2-008 · m5919-030 · mon-110
reitter
Ein Reiter ist ein historisches Sieb- oder Getreidegerät, kein Seihtuch. Frühneuhochdeutsch mha-109 · teg-005 · w1-109
Repphuner
Rebhühner waren im Mittelalter ein beliebtes Jagdwild und galten als Delikatesse. Frühneuhochdeutsch mha-046 · mha-216
rerlach
Kurzform von 'zimerrerlach', ebenfalls Zimt. Frühneuhochdeutsch saw-001 · saw-005 · saw-007
rerlen
Kurzform von 'zimerrerlach' (Zimt-Röhrlein), der stehende Begriff dieses Kochbuchs für Zimt. Frühneuhochdeutsch saw-001a · saw-130 · saw-131
resch
Bedeutet 'knusprig, kross' - die Anweisung zum Backgrad der offenen Torte. Frühneuhochdeutsch saw-044 · saw-128 · saw-131
rest
Entrundung ö→e: 'rest' steht hier für 'röst' (rösten), nicht für 'Rest' im Sinn von Überbleibsel. Frühneuhochdeutsch saw-007a · saw-037 · saw-139
resten
'rests'/'resten' meint rösten/röstet (Entrundung ö zu e im Frühneuhochdeutschen), nicht rasten (ausruhen) - trotz gleicher Buchstabenfolge ein anderes Wort. Frühneuhochdeutsch saw-008 · saw-016
Reyndel
Ein Reindel ist ein flaches Pfännchen oder eine kleine Bratschüssel, kein Kochtopf im heutigen Sinn. Frühneuhochdeutsch b4-045 · b4-052
reyzz mel
Reismehl dient in dieser Blancmanger-Fassung als Bindemittel. Frühneuhochdeutsch b4-114 · b4-134 · b4-138
richcz an
Richte es an, also serviere das Gericht. Frühneuhochdeutsch ka2-022 · ka2-024 · ka2-032
ris mele
Reismehl, wird als Bindemittel zum Andicken des Mus verwendet. Mittelhochdeutsch bgs-055 · bgs-064 · bgs-083
rismele
Reismehl Mittelhochdeutsch bgs-075 · bgs-078
riso
Reis Frühitalienisch mar-131 · mar-163
ro eyer
Rohe Eier Mittelhochdeutsch bgs-010 · bgs-036 · bgs-046
rocken prot
Roggenbrot diente als Bindemittel, um die Sauce zu verdicken, und trug zugleich zum Geschmack bei. Frühneuhochdeutsch ri15632-016 · ri15632-018
roesch
Eine Form des Verbs 'rösten', hier im Imperativ 'röste'. Frühneuhochdeutsch ka1-007 · ka1-065
roest
Ein Rost oder Spieß, auf dem das Fleisch über offenem Feuer oder Glut geröstet wird. Frühneuhochdeutsch ri15632-015 · w1-013
roffioelen
Kleine gefüllte Röllchen oder Klößchen. Mittelniederländisch wes-025 · wes-027
roist
Ein Rost, auf dem der gekochte Kopf über der Glut gebräunt wurde - die zweite Garstufe nach dem Weichkochen. Rheinfränkisch rfk-029 · rfk-070
rokchein prott
Roggenbrot dient hier als Bindemittel für die Farce, ähnlich wie Semmelbrösel heute. Frühneuhochdeutsch b4-009 · b4-020
roken prat
‚Roken prat‘ ist Roggenbrot, das gerieben als Bindemittel und Geschmacksgeber dient. Frühneuhochdeutsch w1-002 · w1-021
ront
Rund Moyen Français men-028 · men-190
Rorlen
Bezeichnet hier kleine Rollen oder Röllchen, in die das Konfekt geformt wird. Frühneuhochdeutsch wo10-021 · wo10-022 · wo10-023
rorlin
Röhrchen bzw. Rheinfränkisch rfk-058 · rfk-073
rosci d'ova
Eigelb. Frühitalienisch mar-148 · mar-266
roscio
rot Frühitalienisch mar-111 · mar-195
roscio d'ovo
Eigelb Frühitalienisch mar-124 · mar-144
roselli
Hagebutten (Früchte der Wildrose) Frühitalienisch mar-063 · mar-122
rosol
Brühe oder Kochflüssigkeit, nicht unbedingt eine feste Aspik-Gallerte. Frühneuzeitliches Tschechisch sev-062 · sev-063 · sev-251
rossenwasser
Rosenwasser, hier ebenfalls zum Ausbürsten der Form, für Duft und ein feines Aroma. Frühneuhochdeutsch saw-051 · saw-078 · saw-081
rosso d'ovo
Eigelb Frühitalienisch mar-038 · mar-040
Rost
Braten / Rostbraten Frühneuhochdeutsch / Moyen Français / Rheinfränkisch alb-008 · alb-015 · alb-026
rostir
Rösten, braten. Moyen Français men-209 · men-255
rostire
Am Spieß braten, rösten. Frühitalienisch mar-030 · mar-206 · mar-209
rostissiez
Über offenem Feuer oder Glut braten. Moyen Français men-086 · men-139
rostiz
braten/rösten Moyen Français men-149 · men-170
Rot korallen
Rote Korallen wurden im Mittelalter nicht nur als Schmuck, sondern auch als Heilmittel und in alchemistischen Zubereitungen verwendet. Frühneuhochdeutsch wo10-015 · wo10-016
Rote Korallen
Im Mittelalter als Zutat in Medizin und Färberei verwendet ('zuberait' = speziell aufbereitet/zerkleinert). Frühneuhochdeutsch wo10-014 · wo10-032
rouget
Rotbarbe Moyen Français men-191 · men-199 · men-201
rousse
rötlich Moyen Français men-222 · men-328
ruggim brott
Roggenbrot als Bindemittel; mit Honig und Wein zur süß-würzigen Paste gemörsert. Frühneuhochdeutsch ka1-022 · ka1-044 · m384-033
Rumanie
Ein süßer Importwein - der Name geht auf ‚Rômânîe‘ als mittelalterliche Bezeichnung für einen politischen Raum zurück, vermutlich mit Bezug auf den östlichen… Frühneuhochdeutsch mon-239 · w1-043
Rumonier
Ein historischer süßer Importwein, vermutlich verwandt mit dem im englischen und französischen Sprachraum bekannten 'Rumney'-Wein aus dem östlichen Mittelmee… Frühneuhochdeutsch mha-197 · mha-208
ruta
Weinraute, ein bitter-herbes Heilkraut. Mittellatein / Toskanisches Volgare ant-104 · boc-080
saffran
Safran Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch / Moyen Français b4-097 · bgs-015 · bgs-028
Safroun
Safran Mittelenglisch foc-002 · foc-009 · foc-087
sain
Schweineschmalz. Moyen Français men-012 · men-072 · men-083
sain de lart
Schweineschmalz Moyen Français men-064 · men-097 · men-100
sain doulx
Süßes Schmalz, also ausgelassenes Schweinefett. Moyen Français men-093 · men-111 · men-141
saint Andry
St. Moyen Français men-019 · men-154 · men-312
saint Jehan
Johannistag, der 24. Moyen Français men-290 · men-312
salamora
Salzlake, Pökellake Frühitalienisch mar-015 · mar-208 · mar-229
salbey
Salbei, ein aromatisches Kraut, das oft zu Fleisch und Fisch verwendet wurde. Mittelhochdeutsch bgs-015 · bgs-052
Salbey blat
Salbeiblatt als essbare Hülle (siehe Lesart zur vermutlichen Salbei-Art unten). Frühneuhochdeutsch kkm-095 · kkm-096
salbin
Südwestdeutsch/alemannisch für Salbei. Frühneuhochdeutsch alb-015 · m384-081
salemonde
Salbei, ein aromatisches Kraut, das in der mittelalterlichen Küche häufig verwendet wurde. Moyen Français men-221 · men-276 · men-277
salimora
Salzlake, Würzlake Frühitalienisch mar-003 · mar-201 · mar-216
sallsen
Sauce/Tunke, hier zwei Varianten zum Braten - kein eigenständiges Gericht, sondern eine Begleit-Sauce. Frühneuhochdeutsch mha-195 · mha-205 · mha-235
salouer
Salzfass oder Pökelkammer zur Konservierung von Fleisch. Moyen Français men-007 · men-138
salpa
Die Goldstrieme (Sarpa salpa), ein Meerbrassenfisch. Frühitalienisch mar-196 · mar-209
sals
Mittelhochdeutsch für Sauce/Tunke (verwandt mit dem Wort Salse). Frühneuhochdeutsch / Rheinfränkisch mha-082 · rfk-062
salsa
Sauce - hier eine dicke, über Innereien gebundene Tunke (eine von Bockenheims salsa-Reihe) Frühneuhochdeutsch / Mittellatein boc-077 · k1-169
salsa verde
Grüne Kräutersauce (Petersilie, Minze, Salbei, Essig, Brot) - hier nur als Ausweich-Alternative genannt, nicht ausgeführt. Frühitalienisch / Toskanisches Volgare ant-095 · mar-207 · mar-214
Salsen
Saucen (zu lat. Frühneuhochdeutsch k1-168 · kkm-006 · kkm-019
salssen
Salse - eine Würzsauce als Begleitung zum Gericht. Frühneuhochdeutsch b4-008 · b4-010 · b4-092
saltzen
Hier eindeutig das Verb 'salzen' im Sinn von Speisesalz auftragen, nicht die Salse (Würzsauce), die anderswo im Korpus mit 'saltz' bezeichnet wird. Frühneuhochdeutsch m5919-082 · saw-032
salua
Salbei, hier als optionales Würzkraut für die Wurst genannt. Frühneuhochdeutsch saw-025 · saw-106
saluay
Bairische Form von Salbei (lat. Frühneuhochdeutsch b4-100 · b4-101
salvia
Salbei Frühitalienisch mar-058 · mar-220
Sand Marteins tag
Sankt Martin, 11. Frühneuhochdeutsch mha-042 · mha-083
sandali
Sandelholzpulver, primär für die rote Farbe, aber auch für einen feinen, holzigen Geschmack. Frühitalienisch mar-106 · mar-113
sandres
Rotes Sandelholz (saunders), das höfische rote Speisefarbmittel; vertieft hier den Kirschton. Mittelenglisch foc-056 · foc-066
sapa
Eingekochter Traubenmost Frühitalienisch mar-005 · mar-057 · mar-102
sapor
Sauce, Würze Frühitalienisch mar-107 · mar-110 · mar-111
sapore
Sauce (im Kontext von Martino oft eine gewürzte Sauce) Frühitalienisch mar-025 · mar-029 · mar-231
sapore bianco
weiße Sauce Frühitalienisch mar-216 · mar-224 · mar-227
saueray
Bohnenkraut (savory) - pfeffrig-würziges Kraut, klassisch zu Hülsenfrüchten und Geflügel. Mittelenglisch foc-029 · foc-061
saulse vert
Grüne Sauce Moyen Français men-168 · men-173 · men-174
saultier
Blättermagen (dritter Magen des Wiederkäuers). Moyen Français men-015 · men-018 · men-265
saundres
rotes Sandelholz, gemahlen als rotbrauner Speisefarbstoff (periodentreu). Mittelenglisch foc-019 · foc-037 · foc-081
schalen
Die leeren Eierschalen dienen als Form: Ei-Inhalt wird vorsichtig entfernt, die Schale bleibt ganz und wird später wiederbefüllt. Frühneuhochdeutsch mha-089 · mha-095 · w1-049
scheiblat
Rund und scheibenförmig, wie eine flache Käsescheibe auf der Schüssel liegend. Frühneuhochdeutsch mha-243 · mha-267
schelffen
Die harten Schalenteile der Krebse, vorne und hinten am Panzer. Frühneuhochdeutsch saw-048 · saw-092 · wo10-031
schell
Hier als Verb gelesen: 'häuten/schälen' - die zähe Haut des gewässerten Stockfischs wird vor dem Kochen entfernt. Frühneuhochdeutsch mha-060 · mon-045
schell schon
Gründlich oder sauber schälen. Frühneuhochdeutsch b4-039 · w1-078
schieben
Vermutlich dialektale Form für Schuppen, das Fischschuppen-Muster im Teig. Frühneuhochdeutsch saw-062 · saw-065
schlein
Die Frucht des Schlehdorns, auch Schlehe genannt. Frühneuhochdeutsch mha-038 · mha-236 · mha-277
schmalcz
Tierisches Fett, meist Schweineschmalz, zum Ausbacken. Frühneuhochdeutsch ka1-028 · ka2-054 · koe-033
schmaltz
tierisches Fett (Schweine-/Gänseschmalz); heute oft durch Butter ersetzt. Frühneuhochdeutsch alb-007 · alb-012 · ka1-056
Schmalz
Tierisches Fett, meist von Schwein oder Rind, das zum Braten und Verfeinern verwendet wurde. Frühneuhochdeutsch alb-008 · m384-079
schnid das vsser darab
‚Das Äußere abschneiden' - wie beim Leberpfeffer (Rezept 21) die äußere Schicht der gebratenen Leber entfernen. Frühneuhochdeutsch m384-033 · m384-038
schoenem brote
Feines Brot, vermutlich Weißbrot, das hier zum Verdicken des Teiges verwendet wird. Mittelhochdeutsch bgs-010 · bgs-043
schon prat
‚Schon‘ bedeutet hier ‚sauber‘ oder ‚gut‘, nicht ‚schön‘ im ästhetischen Sinne. Frühneuhochdeutsch b4-100 · m5919-066 · w1-026
schon prot
‚Schon‘ bedeutet hier ‚sauber‘ bzw. Frühneuhochdeutsch mha-090 · mha-221 · w1-107
schon prott
'Schon' bedeutet hier 'sauber, gründlich' und beschreibt die Qualität des Brotes, nicht seine Ästhetik. Frühneuhochdeutsch b4-025 · b4-109
schone
Im Mittelhochdeutschen bedeutet 'schon' hier nicht 'schön' im ästhetischen Sinne, sondern 'sauber' oder 'gründlich'. Frühneuhochdeutsch mon-156 · wbd-022
schonn
Hier nicht im Sinne von ästhetisch 'schön', sondern als 'rein/klar' gelesen - beschreibt die reine, klare Rotfärbung des fertigen Honigsirups. Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch mon-224 · n2-001
schuebem
Fischschuppen, die ebenfalls entfernt werden müssen. Frühneuhochdeutsch w1-003 · w1-004
schueppen
Die Schuppen des Fisches, werden ebenfalls entfernt. Frühneuhochdeutsch b4-003 · m725-017 · ri15632-001
schuppen
Fischschuppen, die ebenfalls vor der Verarbeitung entfernt werden. Frühneuhochdeutsch mha-236 · mon-266
schussling
Kleine, vorgewärmte Schüsseln, die unter dem Fisch aufgestellt werden, um die herablaufende, heiße Brühe warm zu halten. Frühneuhochdeutsch b4-014 · mha-196
schwais
Jägersprachlich das Blut des erlegten Wilds, hier des Hasen. Frühneuhochdeutsch alb-005 · mha-124 · saw-019
schwaiss
Jägersprachlicher Begriff für das Blut des erlegten Wilds, nicht für Körperschweiß. Frühneuhochdeutsch ka1-014 · mha-036 · mha-188
schwaiß
Jägersprachlicher Begriff für das Blut des erjagten Wildtiers, hier des Hasen. Frühneuhochdeutsch ka1-015 · saw-010 · saw-016
schwart
Die abgezogene Schwarte (Schweinehaut), hier als essbare äußere Hülle für die Fleischmasse genutzt. Frühneuhochdeutsch kkm-056 · mha-229 · saw-012
schwartz
Die dunkle Farbe der Gallerte entsteht durch die Kombination von Roggenbrot, Honig, Essig und den verwendeten Gewürzen. Frühneuhochdeutsch ka1-022 · m384-038 · m384-057
schwartz pfeffer
Ein 'Schwarzer Pfeffer' ist hier der Name einer dunklen, kräftig gewürzten Sauce, nicht das Gewürz allein - die Sauce ist so dunkel und pfeffrig, dass sie ih… Frühneuhochdeutsch ka1-009 · m384-025
schwartzen pfeffer
Im mittelalterlichen Kontext bezeichnet ‚Pfeffer' oft eine würzige, dunkle, brotgebundene Sauce, nicht nur das Gewürz. Frühneuhochdeutsch ka1-025 · m384-040 · ri15632-031
Schweis
In der Jägersprache das Blut des Wildes. Frühneuhochdeutsch kkm-067 · kkm-068
schweiß
Der austretende Saft des Fisches, der beim Vorbereiten aufgefangen wird. Frühneuhochdeutsch kkm-003 · kkm-005 · kkm-008
scilicet
nämlich, das heißt Moyen Français men-181 · men-290
scortica
häuten Frühitalienisch / Mittellatein boc-024 · mar-261
secundo il tempo
„je nach Zeit“ - gemeint ist die Fastenzeit: an Fastentagen Wasser statt Fleischbrühe. Frühitalienisch mar-068 · mar-267
secus
Anders, gegenteilig Moyen Français men-003 · men-167
see
Von 'säen': streuen, ausstreuen - hier das Bestreuen mit Zucker beim Anrichten. Frühneuhochdeutsch saw-055 · saw-150
seich In
Abtropfen lassen, sieben oder filtern. Frühneuhochdeutsch mha-167 · mon-038
seichen
Mhd. Frühneuhochdeutsch ka2-041 · mha-103 · mon-106
seidlen
Seidel, ein historisches Hohlmaß für Flüssigkeiten, regional unterschiedlich groß. Frühneuhochdeutsch saw-025 · saw-067
seidlin
Ein Seidel war ein regionales Hohlmaß, in Süddeutschland etwa einem halben Liter entsprechend. Frühneuhochdeutsch saw-035 · saw-036 · saw-063
seiger
Alter Begriff für einen Wein, der schal, matt und flach geworden ist, ein klassischer Weinfehler. Frühneuhochdeutsch wbd-019 · wbd-023
sel menu
Feines Salz Moyen Français men-140 · men-152
selczen
‚Salse‘, eine würzige, oft fruchtig-saure Tunke oder Sauce. Frühneuhochdeutsch / Rheinfränkisch m811-001 · m811-002 · rfk-068
seltz
Eine würzige, oft fruchtig-saure Tunke oder Sauce, die zu Fleisch oder Fisch gereicht wurde. Frühneuhochdeutsch m384-050 · saw-006 · saw-046
semel mel
Anders als das bloße 'semel' (geriebene Semmel) meint 'semel mel' hier ausdrücklich feines Weizenmehl, wie es für Semmeln verwendet wurde. Frühneuhochdeutsch b4-007 · b4-140 · b4-145
semel mell
Geriebene Semmel (Weißbrot), nicht Getreidemehl - dient hier als Bindemittel. Frühneuhochdeutsch b4-084 · m5919-049
semelbrot
Geriebenes Weißbrot (Semmel), das hier als Bindemittel dient, nicht Mehl. Frühneuhochdeutsch saw-096 · saw-136 · saw-136a
semell
Eine ‚Semmel' ist ein kleines Weißbrot, vergleichbar mit einem Brötchen. Frühneuhochdeutsch koe-034 · m349-001 · mon-021
semelmel
Geriebene Semmel/Weißbrot, hier trocken geröstet als saugfähige Zwischenschicht - kein Mehl. Frühneuhochdeutsch saw-075 · saw-130 · w1-059
semelmell
Gemeint sind fein geriebene Semmelbrösel (Weißbrot-Krume), nicht Weizenmehl. Frühneuhochdeutsch saw-044 · saw-054
semeln
‚Semeln‘ sind hier geröstete Semmelbrösel. Frühneuhochdeutsch mon-178 · w1-027 · w1-095
semlein mel
Feines Mehl aus Semmeln, also Paniermehl oder sehr feine Brotkrume. Frühneuhochdeutsch mha-032 · mha-207 · mha-289
semlein prot
Feines Weißbrot, oft ohne Rinde Frühneuhochdeutsch mha-002 · mha-003 · mha-186
senepa
Senfsaat Frühitalienisch mar-112 · mar-114
seniff
Senf, hier vermutlich als Saat oder leicht zerstoßene Körner, mit Honig zu einer Paste verrieben. Frühneuhochdeutsch b4-069 · b4-093 · mha-137
sewd
Sieden, kochen. Frühneuhochdeutsch m725-015 · mon-104 · mon-117
sewdt
Frühneuhochdeutsch für ‚siedet' (kocht). Frühneuhochdeutsch koe-001 · mon-073 · mon-096
sewe
Sauce. Mittelenglisch foc-028 · foc-039 · foc-075
sextier
Altes französisches Hohlmaß, hier etwa 3,8 Liter. Mittelniederländisch / Moyen Français men-297 · men-312 · wes-033
sib
Ein Sieb zum Passieren der Erbsen. Frühneuhochdeutsch mha-079 · w1-002 · w1-031
Siblin
Ein feines Sieb zum Durchschlagen des Reismehls. Frühneuhochdeutsch kkm-024 · saw-022 · wo10-033
sieben Farben
Der Text selbst nennt keine konkreten Farben - die Wahl liegt beim Koch. Frühneuhochdeutsch / Rheinfränkisch mha-278 · rfk-069
sieden
Kochen oder sieden, im Kontext von Fett hier: frittieren. Frühneuhochdeutsch / Mittelniederländisch k1-001 · mon-066 · mon-196
sige
Das Verb ‚seihen‘, also durch ein Tuch filtern oder abgießen. Frühneuhochdeutsch alb-001 · so1-117
sinewel
Rund, kugelig (mhd. Mittelhochdeutsch bgs-023 · bgs-024
sittiglich
Behutsam, mit Abstand zur Glut beginnen. Frühneuhochdeutsch kkm-057 · kkm-095
sittlich
Sachte, maßvoll - hier: behutsam Gewürz darüberstreuen. Frühneuhochdeutsch kkm-059 · kkm-094 · kkm-098
slach sy durch
Wörtlich „schlage sie durch“, gemeint ist das Passieren durch ein Sieb oder Tuch, um eine feine Flüssigkeit oder Paste zu erhalten. Frühneuhochdeutsch b4-034 · mon-131
slachs durch
Von mhd. Frühneuhochdeutsch ka2-023 · ka2-027 · ka2-032
slachs durich
‚Durchschlagen' bedeutet im Mondseer Kochbuch korpusweit ‚durch ein Tuch oder Sieb passieren', nicht bloßes Verrühren - die fein geriebenen Rosinen werden so… Frühneuhochdeutsch mon-231 · mon-239
slahe sie durch ein tuoch
passiere sie durch ein Tuch (presse sie durch) Mittelhochdeutsch bgs-068 · bgs-080
slecht
Frühneuhochdeutsch für ‚glatt', ‚eben' oder ‚schlicht'. Frühneuhochdeutsch m5919-088 · meb-012 · w1-081
Slehen
Die Früchte des Schlehdorns, die einen herben, säuerlichen Geschmack haben und oft in der mittelalterlichen Küche zum Würzen oder Einlegen verwendet wurden. Frühneuhochdeutsch / Rheinfränkisch k1-154 · rfk-061
slepice
Hühner oder Hennen. Frühneuzeitliches Tschechisch sev-036 · sev-054
slyt
Aufschlitzen, spalten. Mittelenglisch foc-078 · foc-107
smalcz
Tierisches Fett, Schmalz. Frühneuhochdeutsch b4-048 · b4-053 · b4-080
smalcze
„Schmalz“ - tierisches Fett, hier zum Frittieren verwendet. Rheinfränkisch rfk-042 · rfk-046 · rfk-053
smalczig
fettig/schmalzig - der Topf soll ausdrücklich NICHT eingefettet sein, damit die Birnen rein im eigenen Saft und Dampf garen. Frühneuhochdeutsch b4-076 · w1-079
smaltz
Tierisches Fett, meist Schweineschmalz. Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch bgs-003 · bgs-066 · bgs-076
smaltze
Schmalz, Bratfett. Mittelhochdeutsch bgs-011 · bgs-030 · bgs-040
smaltzes
Schmalz Mittelhochdeutsch bgs-028 · bgs-056
smetana
Sahne, Rahm Frühneuzeitliches Tschechisch sev-099 · sev-147
smout
Schmalz, tierisches Fett, hier zum Frittieren verwendet. Mittelniederländisch wes-010 · wes-034 · wes-035
smoute
Schmalz, tierisches Fett, hier zum Frittieren. Mittelniederländisch wes-004 · wes-012 · wes-022
sode
Sud, Brühe Mittelhochdeutsch bgs-031 · bgs-042
som
Ein historisches Hohlmaß ("Saum") - ausführlich recherchiert in d792-001 (Anmerkung "som"): alle geprüften Regionalwerte liegen zwischen 130 und 180 Litern,… Frühneuhochdeutsch d792-001 · d792-002
sope
Brühe Mittelniederländisch wes-013 · wes-047
Soppes
„Sops“ - in Brühe getränkte Brotscheiben; eine Gruppe einfacher Suppen, bei denen der Sud über geröstetes Brot gegossen wird. Mittelenglisch foc-075 · foc-078
soprescia
Presse oder Pressvorrichtung Frühitalienisch mar-228 · mar-263 · mar-264
soringue
Eine Art würzige Sauce oder Eintopf, dessen genaue Zusammensetzung variieren konnte. Moyen Français men-103 · men-127
sotto la brascia
Unter der Glut (gebacken/gebraten) Frühitalienisch mar-158 · mar-172
souppes
Brotschnitten / Suppen Moyen Français men-034 · men-043 · men-089
span
Spanne, ein Handmaß von etwa 20-23 cm. Frühneuhochdeutsch m5919-055 · mon-170 · mon-211
spann
Handspanne, ein altes Längenmaß: die Strecke von der Daumen- zur Kleinfingerspitze bei gespreizter Hand, etwa 20-23 cm. Frühneuhochdeutsch b4-125 · w1-130
spec
Speck oder Schweinefett Mittelhochdeutsch bgs-008 · bgs-034
Species Bertholdi
Eine ‚Species‘ (lateinisch für ‚Art‘ oder ‚Sorte‘) bezeichnete im Mittelalter eine Gewürzmischung. Frühneuhochdeutsch wo10-009 · wo10-012 · wo10-019
Specklin
kleines Stück Speck Frühneuhochdeutsch kkm-033 · kkm-058 · kkm-064
spetie
Gewürze Frühitalienisch mar-020 · mar-021 · mar-022
spetie dolci
süße Gewürze Frühitalienisch mar-027 · mar-029 · mar-033
spetie dulci
süße Gewürze (typisch Zimt, Nelke, Muskat, Zucker) Frühitalienisch mar-031 · mar-074 · mar-075
spetie forti
Kräftige Gewürze, eine typische mittelalterliche Mischung aus Pfeffer, Ingwer, Nelken, Zimt und Muskat. Frühitalienisch mar-206 · mar-223
spetiebus
Gewürze Mittellatein boc-030 · boc-031
spetiebus dulcibus
Süße Gewürze, eine mittelalterliche Gewürzmischung, oft mit Zimt, Ingwer, Nelken, Muskat Mittellatein boc-007 · boc-036 · boc-054
speties
Gewürze, hier nicht näher spezifiziert. Frühneuhochdeutsch / Mittellatein boc-034 · wo10-020
speties dulces
Süße Gewürze - die warme Mischung aus Zimt, Ingwer, Nelke und Muskat, hier zum Schluss trocken über das gebratene Fleisch gestreut. Mittellatein boc-022 · boc-043
speto
Spieß Frühitalienisch mar-018 · mar-020 · mar-027
spezie
Im Mittelalter waren Gewürze wie Pfeffer, Ingwer, Nelken, Muskat und Safran beliebt. Toskanisches Volgare ant-035 · ant-042 · ant-065
spikch sew rain
Spicken - Speckstreifen und ganze Nelken werden erst nach dem Garen, am bereits abgekühlten Stück, aufgesteckt. Frühneuhochdeutsch b4-009 · w1-010
spikchen
Spicken oder Lardieren: mageres Fleisch mit Speckstreifen durchziehen. Frühneuhochdeutsch b4-131 · w1-136
spis
Spieß Frühneuhochdeutsch ka1-028 · ka2-049 · m5919-043
spislein
Kleines Spießchen, auf das die gefüllten Morcheln gesteckt und gebraten werden. Frühneuhochdeutsch m5919-016 · mha-117
spislin
Kleine Spieße, auf die die Feigen gesteckt werden. Frühneuhochdeutsch ka1-070 · kkm-092
Spiss
Bratspieß - der Text nennt keine Feuerstelle im Detail, nur den Spieß selbst. Frühneuhochdeutsch b4-049 · b4-098 · mha-056
spissel
Ein kleiner Spieß oder Bratspieß. Frühneuhochdeutsch ka2-036 · m5919-006 · ri15632-008
spisz
Der Spieß, auf den die geschnittenen Erbsen-Ei-Stücke gesteckt und über dem Feuer fertiggebraten werden. Frühneuhochdeutsch mha-055 · mha-094
spiß
Bratspieß, auf den die geformte Masse gesteckt und über Feuer gebraten wird. Frühneuhochdeutsch mon-031 · ri15632-002
spognose
schwammig, locker Frühitalienisch mar-169 · mar-170
spritzen
Eine Spritze im Sinne einer Pastetenspritze oder Presse, mit der man Teig- oder Buttermassen in Formen presst, ein Vorläufer des modernen Spritzbeutels. Frühneuhochdeutsch saw-053 · saw-082
stain
Ein Stein, der als Gewicht dient, um den Krug unter Wasser zu halten. Frühneuhochdeutsch mha-175 · mon-181
stain obs
Steinobst allgemein: Früchte mit hartem Kern wie Pflaumen, Kirschen, Mispeln. Frühneuhochdeutsch mha-129 · mha-270
stamegna
Seihtuch, Sieb Frühitalienisch mar-013 · mar-029 · mar-046
stamegnia
feines Tuch oder Sieb Frühitalienisch mar-034 · mar-041 · mar-044
stamigna
Ein feines Seihtuch oder Sieb, oft aus Wolle oder Leinen, zum Passieren von Flüssigkeiten und Pürees. Frühitalienisch / Toskanisches Volgare ant-048 · mar-005
stamigniam
Seihtuch, Sieb Mittellatein boc-024 · boc-046 · boc-055
stemize
Sieb oder Seihtuch zum Passieren der Sauce. Mittelniederländisch wes-008 · wes-049
stingel
Die Stiele der Kirschen. Frühneuhochdeutsch mon-148 · mon-181
stoc visch
Stockfisch, getrockneter, ungesalzener Fisch, meist Kabeljau Mittelhochdeutsch bgs-020 · bgs-038
stockfisch
Luftgetrockneter, ungesalzener Fisch (meist Kabeljau), der vor der Zubereitung tagelang gewässert werden musste, da er sonst steinhart war. Frühneuhochdeutsch meb-022 · saw-033 · saw-034
stockvisch
Getrockneter, ungesalzener Kabeljau oder Dorsch. Frühneuhochdeutsch mha-059 · mha-060 · mon-044
stoesz
Imperativ von 'stoßen' - hier im Sinn von 'drücken/pressen': die beiden Ränder werden zusammengedrückt, nicht in eine Masse getunkt. Frühneuhochdeutsch mha-063 · mha-220 · mha-226
Stokch visch
Stockfisch: an der Luft getrockneter, ungesalzener Kabeljau. Frühneuhochdeutsch b4-023 · b4-125 · w1-024
stondyng
fest, gestockt Mittelenglisch foc-043 · foc-044 · foc-056
stos
im Mörser zerstoßen. Frühneuhochdeutsch kkm-026 · kkm-035
stossen
Im Mörser zerstoßen. Frühneuhochdeutsch m384-005 · mon-158 · mon-168
stoz
Zerstoße Mittelhochdeutsch bgs-011 · bgs-032a · bgs-036
stozz
Hier im Sinn von 'stopfen/hineindrücken', nicht 'im Mörser zerstoßen' - die weich gewordenen Wacholderbeeren werden mit Gewürz in die Körperhöhlen der Vögel… Frühneuhochdeutsch b4-019 · b4-038
stoß in eim Mörser
Im Mörser zerstoßen. Frühneuhochdeutsch kkm-069 · kkm-091 · kkm-106
strauben
Strauben sind ein dünnflüssiger Teig, der durch einen Trichter in heißes Fett gegossen und krümelig-kraus ausgebacken wird, vergleichbar mit heutigem Schmalz… Frühneuhochdeutsch b4-116 · ka2-053 · mha-281
strauben taig
Ein dünner Teig, der typischerweise in heißem Fett frittiert wird, ähnlich den heutigen Strauben oder Auszogenen. Frühneuhochdeutsch b4-043 · mon-050 · ri15632-004
straublein taig
Gemeint ist die Konsistenz von Strauben-Teig, einem dünnflüssigen Ausback-Teig, ähnlich modernem Crêpe- oder Pfannkuchenteig - hier nur als Vergleich für die… Frühneuhochdeutsch mha-031 · mha-114
strawben
Strauben sind ein frittiertes Trichtergebäck: Teig wird in spiralförmigen Mustern in heißes Fett gegossen. Frühneuhochdeutsch mon-013 · mon-023 · mon-032
straynour
Sieb Mittelenglisch foc-077 · foc-134
Streiblen
Verkleinerungsform von 'Strauben', einer gerührten Teigspeise, die in heißem Fett gebacken wird. Frühneuhochdeutsch saw-141 · saw-142
streiblentaig
Gemeint ist ein Teig wie für Struben, ein dünner, in Schmalz ausgebackener Fladenteig, wie er auch anderswo im Buch vorkommt. Frühneuhochdeutsch saw-144 · saw-154
stro
Stroh Frühneuhochdeutsch ka1-065 · kkm-029
Struben
Ein krapfenartiges, in Schmalz ausgebackenes Gebäck, das im Mittelalter sehr beliebt war. Frühneuhochdeutsch / Rheinfränkisch ka1-038 · ka1-039 · m384-080
struczel
Lange, dünne Teigstreifen oder kleine Teigstücke, nicht im Sinne eines modernen Strudels. Frühneuhochdeutsch ka2-007 · m5919-052 · mha-121
strutto
Schweineschmalz Frühitalienisch / Toskanisches Volgare ant-051 · mar-031 · mar-097
stupp es woll ab
‚Bepudere es gut'. Frühneuhochdeutsch mon-067 · mon-208
stupt gnug
Wörtlich 'stopf genug', hier im Sinne von 'würze ausreichend' oder 'gib genug Gewürz hinzu'. Frühneuhochdeutsch m5919-048 · m5919-100
succre
Zucker Moyen Français men-228 · via-175
sucho d'aranci
Orangensaft Frühitalienisch mar-090 · mar-091
suco d'aranci
Orangensaft Frühitalienisch mar-217 · mar-224
suco di naranci
Orangensaft Frühitalienisch mar-185 · mar-195 · mar-205
suesz milich
'Süße Milch' meint hier frische, ungesäuerte Milch im Gegensatz zur sauren/dicken Milch - nicht mit Zucker gesüßte Milch. Frühneuhochdeutsch mha-033 · mha-034
suezze milch
„Süße Milch“ meint frische, ungesäuerte Milch im Gegensatz zu saurer Milch, nicht mit Zucker gesüßte Milch. Frühneuhochdeutsch w1-065 · w1-121
suezze milich
Süße Milch (Vollmilch, nicht sauer) Mittelhochdeutsch bgs-042 · bgs-065
Sugur cypre
Zypriotischer Zucker, galt als besonders rein und hochwertig. Mittelenglisch foc-040 · foc-096 · foc-116
Sulcz
Sülze, Gallert, Aspik - in gelierter Brühe erstarrtes Gericht. Frühneuhochdeutsch ka2-046 · koe-009 · m5919-041
Sulcz visch
‚Gesülzter Fisch‘ oder ‚Fisch in Sülze‘. Frühneuhochdeutsch ka2-045 · m725-017 · mon-096
sulcze
Hier KEINE Gallerte, sondern eine würzige, sämige Sauce/Tunke zur Gans. Rheinfränkisch rfk-034 · rfk-036 · rfk-050
sulczen
sulczen = sülzen, eine feste Sülze bzw. Frühneuhochdeutsch mon-046 · mon-220
sullcz
Sülze, geliert-feste Masse, hier aus Fischschuppen-Gelatine statt aus Fleischbrühe. Frühneuhochdeutsch mha-012 · mha-165 · mha-191
Sultz
Im Mittelalter bezeichnete 'Sülze' oft eine würzige Marinade oder einen Sud zum Einlegen und Konservieren von Speisen, nicht zwingend ein geliertes Gericht. Frühneuhochdeutsch ka1-068 · ka1-069 · ka1-071
sulz
Bezeichnet hier eine ‚Sülze‘ oder ‚Gallerte‘, also ein Gericht, das durch Gelierung fest wird. Frühneuhochdeutsch mon-055 · mon-097
sunen
Die Sonne. Frühneuhochdeutsch so1-118 · so1-124
suppel
Sauce - eine flüssige Beilage, hier aus süßem Wein. Frühneuhochdeutsch b4-009 · w1-010
suppem
Der Begriff ‚suppem‘ konnte im Mittelalter eine dickflüssige Speise, eine Sauce oder eine Suppe bezeichnen, oft mit Brot angedickt oder dazu gereicht. Frühneuhochdeutsch w1-053 · w1-069
Suppen
Meint hier eine dickliche Würzsauce, nicht eine Suppe im heutigen Sinn. Frühneuhochdeutsch b4-143 · mha-202 · mon-025
swais
Das Blut des Hechts, das der Füllung eine braune Farbe verleihen soll. Frühneuhochdeutsch b4-013 · b4-080 · ka2-037
swaiss
Blut, hier vom Wild oder ersatzweise vom Huhn. Frühneuhochdeutsch mha-210 · mha-251
Swammen
Schwämme - dienten zum Bestreichen/Benetzen der Speise mit Ei und Schmalz beim Rösten. Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch b4-118 · bgs-027
swarcz
Beschreibt die dunkle, fast schwarze Farbe des in Öl gerösteten Mehls - sie zeigt an, dass Röstung und Bindung weit genug fortgeschritten sind. Frühneuhochdeutsch b4-121 · w1-052
Swarczen pheffer
‚Schwarzer Pfeffer‘ bezeichnet hier eine Pfeffersauce. Frühneuhochdeutsch b4-125 · w1-130
swyng
Verquirlen, schlagen - hier das Eigelb in die heiße Milch einrühren. Mittelenglisch foc-038 · foc-039
tagliero
Schneidebrett / Brett Frühitalienisch mar-131 · mar-165 · mar-171
taiglin
Kleiner Teig, hier als Klebe- und Verschlussmasse verwendet, mit Wein angerührt, um den Brotdeckel wieder zu befestigen. Frühneuhochdeutsch saw-056 · saw-100 · saw-114
talentum
Ein ‚talentum‘ war im Mittelalter eine Gewichtseinheit, die in diesem Kontext einem Pfund (ca. Frühneuhochdeutsch mon-224 · mon-227 · mon-231
tanches
Schleien. Moyen Français men-247 · men-251
tattel koren
Datteln, hier ganz verwendet und der Länge nach aufgeschnitten als Garnitur. Frühneuhochdeutsch mha-205 · mha-208
tegamo
Pfanne oder Backform Mittellatein boc-017 · boc-030 · boc-034
teiglin
Ein dünner Teig, hier als Hülle für die Spieße. Frühneuhochdeutsch kkm-048 · kkm-075
Teigpfann
Die mit Teig ausgekleidete Pfanne - die essbare Teigschale. Frühneuhochdeutsch kkm-088 · kkm-089
temper
Vermischen, anrühren Mittelenglisch foc-013 · foc-043
temper it up
Anrühren, vermischen Mittelenglisch foc-022 · foc-028 · foc-138
temperir
Von lat. Frühneuhochdeutsch mha-066 · mha-107 · mha-174
temperirs
Gut vermischen/verrühren. Frühneuhochdeutsch b4-109 · kkm-056 · kkm-078
tempo di carne
Zeit, in der Fleisch gegessen werden darf (außerhalb der Fastenzeit). Frühitalienisch mar-079 · mar-098
tenca
Schleie Frühitalienisch mar-143 · mar-254
Tenches
Schleien, ein Süßwasserfisch - als Fastenspeise geeignet. Mittelenglisch foc-100 · foc-116
tenoise
Eine historische Senfsorte, benannt nach Tain-l'Hermitage Moyen Français men-225 · men-232
teste
Kopf Moyen Français men-015 · men-157 · men-265
testi
Irdene Backglocken oder Töpfe, die über und unter Glut erhitzt werden und so eine Rundumhitze wie im Ofen erzeugen - die übliche Backmethode ohne gemauerten… Toskanisches Volgare ant-064 · ant-068 · ant-082
tetta di vitella
Kalbseuter, eine mittelalterliche Delikatesse. Frühitalienisch mar-126 · mar-132 · mar-133
thuech
Ein feines Tuch zum Passieren der Masse, um eine glatte Konsistenz zu erzielen. Frühneuhochdeutsch ri15632-027 · ri15632-042
tincken
Schleie (Tinca tinca), zäher Süßwasserfisch mit fester Haut - daher das Vorab-Brühen zum Häuten. Mittelniederländisch wes-007 · wes-051
toille
Leinenstoff Moyen Français men-206 · men-318
Topanicz
Von CoReMA sachlich als 'Sauce' verzeichnet - ein allgemeiner Name für eine gebundene, gewürzte Begleitsauce, kein Eigenname für eine bestimmte Rezeptur. Frühneuhochdeutsch b4-091 · m5919-032
topenek
Geröstete Brotwürfel, Croutons Frühneuzeitliches Tschechisch sev-012 · sev-050 · sev-061
topenku
Getrocknete Scheibe Weißbrot; dient hier als Bindemittel der Sauce (mittelalterliche Brotbindung). Frühneuzeitliches Tschechisch sev-017 · sev-035
topenky
Wörtlich ‚Getoastetes' oder ‚Gebratenes', hier Brotscheiben. Frühneuzeitliches Tschechisch sev-015 · sev-025 · sev-040
topfen
Bezeichnet Quark oder Frischkäse, der in süddeutschen und österreichischen Dialekten bis heute als ‚Topfen' bekannt ist. Frühneuhochdeutsch ka2-001 · ri15632-051
torta
Torte, hier im Sinne eines dicken Fladens oder einer Frittata Frühitalienisch mar-072 · mar-144
torta biancha
Weiße Torte (ein anderes Rezept im Kochbuch) Frühitalienisch mar-131 · mar-133 · mar-135
tortam
Hier kein gebackener Teigkuchen: der Text nennt weder Teig noch Backen. Mittellatein boc-029 · boc-037
torten
Eine 'Torte' meint hier eine flache, gebackene Speise aus Teig mit Fülle, nicht das heutige mehrstöckige Sahnegebäck. Frühneuhochdeutsch saw-070 · saw-073 · saw-074
tortenpfanen
Die Kuchen- oder Tortenform, in der das Gebäck gebacken wurde. Frühneuhochdeutsch saw-089 · saw-122 · saw-123
tortenpfannen
Eine kleine, flache Pfanne, wie sie zum Backen von dünnen Fladen oder Torten verwendet wurde. Frühneuhochdeutsch saw-143 · saw-144
tostees
Geröstetes Brot Moyen Français men-152 · men-284
totern
Eigelb Mittelhochdeutsch bgs-024 · bgs-042
totter
Eigelb. Frühneuhochdeutsch m5919-021 · m5919-070 · mha-029
tournesot
Lackmuskraut (Chrozophora tinctoria), eine Pflanze, die einen blauen Farbstoff liefert und im Mittelalter häufig zum Färben von Speisen verwendet wurde. Moyen Français men-252 · men-259
trachter
Trichter. Frühneuhochdeutsch mha-260 · saw-002 · saw-002a
trachterlin
Ein kleines Trichterlein oder Trichter. Frühneuhochdeutsch wo10-046 · wo10-052
traire
Herausnehmen Moyen Français men-253 · men-352
trape
Pastetenform, Pastetenkapsel Mittelenglisch foc-148 · foc-149 · foc-151
treib es durch
Passiere die Masse durch ein feines Sieb oder Tuch, um eine glatte Konsistenz zu erhalten. Frühneuhochdeutsch kkm-070 · mha-053
treib es durch ein Tuch
die Brühe durch ein Tuch passieren - klärt sie für ein durchsichtiges Aspik. Frühneuhochdeutsch kkm-035 · kkm-041
trepfflin
Kleines Tröpfchen, eine sehr geringe Menge. Frühneuhochdeutsch saw-085 · saw-098
trible
Ein Sieb oder eine grobe Reibe. Moyen Français men-327 · via-048
trinkel
Historisches Flüssigkeitsmaß (Trinkmaß/Becher), hier der einzige Mengen-Anker für den Wein. Frühneuhochdeutsch teg-026 · teg-046
triperie
Kuttler, Innereienhändler, Metzger Moyen Français men-013 · men-018
trippes
Allgemeiner Begriff für Innereien oder Eingeweide. Moyen Français men-265 · men-339
tritail
Hier im Sinn von 'Drittel' zu lesen: ein Drittel Essig neben zwei Teilen Wasser als Sudverhältnis. Frühneuhochdeutsch saw-007a · saw-023
trubel
Mittelhochdeutsch/frühneuhochdeutsch für Weintrauben (auch 'trübel'). Frühneuhochdeutsch alb-011 · wbd-001
trucken
Trocken im Mörser zerstoßen, also mit wenig Flüssigkeit zu einer festen Paste. Frühneuhochdeutsch kkm-059 · mha-032 · mha-098
trucken oder naß
Zwei Servierarten - abgetropft ("trocken", dann üppig mit Ingwer bestreut) oder mit dem Sud ("nass"). Frühneuhochdeutsch ka1-002 · kkm-001
trusen
Der Bodensatz beziehungsweise die Hefe, die sich am Boden des Weinfasses absetzt. Frühneuhochdeutsch wbd-011 · wbd-012 · wbd-021
tuch
Ein Tuch zum Passieren. Frühneuhochdeutsch b4-042 · k1-155 · mha-026
tuchlin
Ein kleines Tuch; nach einer CoReMA-Sachglosse ein Käsetuch (siehe ausgewiesene Lesart-Entscheidung). Frühneuhochdeutsch k1-158 · so1-120
tue dem als dem vorigen
Verweis auf das unmittelbar vorangehende Rezept in der Handschrift (b4-005), das selbst auf b4-004 verweist - dort ist die volle Technik beschrieben: Masse a… Frühneuhochdeutsch b4-006 · w1-007
tuech
Tuch zum zweimaligen Seihen des gestoßenen und gewaschenen Hanfs. Frühneuhochdeutsch b4-014 · b4-054 · b4-110
tunst
Dampf/Dunst, der beim Kochen im geschlossenen Topf nicht entweichen soll. Frühneuhochdeutsch mha-224 · mha-256 · mha-259
tuoch
Tuch, hier zum Abtropfen der Mandelmasse Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch alb-023 · bgs-074 · ka1-055
turten
Gebackene Torte/Pastete in einer Teigschale. Frühneuhochdeutsch alb-011 · kkm-088 · kkm-089
turtres
Turteltauben Moyen Français men-330 · men-342
tuter
Der ‚Eidotter‘, also das Eigelb. Frühneuhochdeutsch w1-077 · w1-083 · w1-101
twierel
Ein Quirl zum Verschlagen von Milch und Eiern. Frühneuhochdeutsch b4-107 · w1-112
uille
Pflanzenöl, meist Olivenöl oder Hanföl. Moyen Français men-260 · men-268
una manu
"eine Hand" - ungefähres Maß: handbreite Stücke. Frühitalienisch mar-228 · mar-261
une onde
Einmal, eine Welle (im Sinne von einmal aufkochen). Moyen Français men-064 · men-113
ung seul boullon
Ein einziges Aufkochen, einmal aufwallen lassen. Moyen Français men-130 · men-292
ut prius
‚wie zuvor‘ - Verweis auf die im Buch zuvor beschriebene Standardmethode, Geflügel vorzukochen. Mittellatein boc-007 · boc-017
uua passa
Rosinen Mittellatein boc-036 · boc-079
uva passa
Rosinen Frühitalienisch / Mittellatein boc-030 · mar-005 · mar-021
vaersel
Füllung, Farce Mittelniederländisch wes-003 · wes-060
vaersele voorseit
„Die zuvor genannte Farce" - die Universalfüllung aus wes-003 (Hammelfleisch, gekochte Eier, Gewürze), die dort eigens für „zwijnen beene" (Schweinefüße) vor… Mittelniederländisch wes-004 · wes-005
vaist
fett Frühneuhochdeutsch b4-022 · b4-023 · b4-087
vaistne
Fett bzw. Frühneuhochdeutsch mha-190 · mha-196
vaists
Fett bzw. Frühneuhochdeutsch b4-014 · w1-015
vajce
Eier Frühneuzeitliches Tschechisch sev-036 · sev-101
varb
„Varb“ bezeichnet hier eine Farbe oder Farbzutat. Frühneuhochdeutsch b4-128 · m5919-090 · w1-133
varib
Mittelhochdeutsch für ‚Farbe‘. Frühneuhochdeutsch mon-100 · mon-105 · mon-236
Varnuze
Buchtypischer Begriff für ein gekochtes, eingedicktes Mus; vgl. Frühneuzeitliches Tschechisch sev-205 · sev-206 · sev-207
varolo
Barsch. Frühitalienisch mar-201 · mar-202
vast tag
Fastentag - an solchen Tagen waren Eier und Fleisch untersagt. Frühneuhochdeutsch b4-085 · mha-129 · mha-194
vastag
Ein Fastentag, an dem der Verzehr von Fleisch, Eiern und Milchprodukten (je nach Fastenregel) verboten war. Frühneuhochdeutsch m5919-097 · w1-013 · w1-089
Vasten
Fastenzeit Frühneuhochdeutsch b4-047 · b4-118 · ka1-061
vegellen
Kleine Vögel bzw. Frühneuhochdeutsch saw-009 · saw-114
veist
fett, reichhaltig, schmalzig Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch bgs-040 · koe-007
venoison
Wildbret, Wildfleisch Moyen Français men-015 · men-206 · via-175
verb
Von "verwen": färben. Frühneuhochdeutsch b4-133 · w1-046
verbe isz
‚Färbe es‘ - vermutlich mit Safran (auch geschmacklich passend); siehe Speisefarben. Rheinfränkisch rfk-042 · rfk-046 · rfk-053
verbs
Kurzform von 'verwe es' = 'färbe es', eine Standardformel in mittelalterlichen Rezepten für das Einfärben mit Safran. Frühneuhochdeutsch b4-011 · ka2-034 · w1-012
Vergay
Grünlich, von 'vert' (grün). Moyen Français men-124 · men-244 · men-277
Vergülden
mit Blattgold verzieren - luxuriöse Präsentation der Schautafel. Frühneuhochdeutsch kkm-025 · kkm-042 · kkm-077
verions
Verjus, Saft unreifer Trauben. Mittelenglisch foc-132 · foc-133 · foc-152
verious
Verjus (Saft unreifer Trauben) Mittelenglisch foc-012 · foc-046 · foc-088
Verjus
Saft unreifer Weintrauben, der als Säuerungsmittel verwendet wird. Moyen Français men-259 · via-139
verkeren
Sich verkehren, hier: der Wein beginnt zu verderben, kippt um, wird sauer oder faulig. Frühneuhochdeutsch wbd-012 · wbd-013 · wbd-014
vermeil
rot Moyen Français men-319 · men-337
versalcz in nicht
Warnhinweis am Ende: nicht übersalzen. Frühneuhochdeutsch b4-031 · w1-032
versalcz nicht
Achte darauf, es nicht zu versalzen. Frühneuhochdeutsch b4-035 · b4-036 · b4-041
versalcz nit
‚Versalze es nicht.‘ Eine in mittelalterlichen Rezepten verbreitete Schlussformel, die zeigt, dass auch süße Speisen eine Prise Salz vertragen konnten, aber… Frühneuhochdeutsch mon-023 · mon-087 · mon-116
versalczen
Das Verb 'versalzen' beschreibt den Zustand des Essens, das zu viel Salz enthält. Frühneuhochdeutsch mon-065 · mon-171
versaltz
Nicht übersalzen. Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch bgs-055 · bgs-087 · saw-152
versaltz nicht
Nicht zu stark salzen. Frühneuhochdeutsch kkm-081 · m5919-024 · ri15632-026
versaltzez niht
versalze es nicht - die abschließende Mahnung des Rezepts Mittelhochdeutsch bgs-004 · bgs-019
verspeil
verkeilen/fest verschließen - der Topf mit den Birnen wird so dicht verschlossen, dass beim Umdrehen nichts herausfällt. Frühneuhochdeutsch b4-076 · meb-010
vert ius
Verjus (Saft unreifer Trauben) Moyen Français via-002 · via-003 · via-018
vertius
Verjus, der Saft unreifer Weintrauben. Moyen Français via-070 · via-123 · via-149
vertjus
Saft unreifer Weintrauben Moyen Français men-014 · men-050 · men-056
vertjus d'ozeille
Verjus, der Saft unreifer Trauben, aromatisiert mit Sauerampfer. Moyen Français men-189 · men-213
vertjus de grain
Verjus aus Trauben, der Saft unreifer Weintrauben Moyen Français men-059 · men-097 · men-373
vertjus vieil
alter Verjus (Saft unreifer Trauben) Moyen Français men-222 · men-380
verwallen
Kurz aufkochen lassen, aufwallen. Mittelniederländisch wes-011 · wes-019 · wes-049
verzuso
Verjus, Saft unreifer Trauben Frühitalienisch mar-055 · mar-090
veszlin
Ein kleines Fass oder Fässchen, oft aus Holz, zur Lagerung von Flüssigkeiten oder Lebensmitteln. Frühneuhochdeutsch k1-004 · k1-156
veyal mues
Ein mit Veilchenblüten gefärbtes Morchelmus; die Blüten geben dem Gericht den Namen, obwohl Morcheln seine Substanz bilden. Frühneuhochdeutsch w1-137 · w1-138
veygen
Getrocknete Feigen, eine beliebte Süßungs- und Bindemittelzutat in der mittelalterlichen Küche. Frühneuhochdeutsch mha-011 · ri15632-005
vierdung
Ein Viertel Pfund, also etwa 125 Gramm. Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch b4-062 · b4-122 · bgs-001
vierteil kes
Ein Viertel(-Pfund) Käse, also etwa 125 g - 'Viertel' als Pfund-Bruchteil ist die übliche Mengenangabe des Buchs. Mittelhochdeutsch bgs-089 · bgs-091
vieta
Mangold. Frühitalienisch mar-138 · mar-183
villanis
Bauern, einfache Leute - die ausdrücklich genannte Zielgruppe des Gerichts. Mittellatein boc-023 · boc-057
vin aigre
Sauerwein, ein saurer Wein oder Essig. Moyen Français via-033 · via-049 · via-070
vin vermeil
Rotwein Moyen Français men-179 · men-180 · via-002
vinaigre
Essig Moyen Français men-034 · men-055
virdunng
Eine historische Maßeinheit, die oft ein Viertel Pfund (ca. Frühneuhochdeutsch b4-015 · b4-048
visch schuppen
Fischschuppen. Frühneuhochdeutsch mha-165 · mha-215
vogel
Vermutlich der Keim (Hahnentritt) im Ei, der beim Durchsieben mit ausgesiebt werden soll - eine historische Sorgfaltsmaßnahme bei der Eiverarbeitung. Frühneuhochdeutsch mon-109 · saw-088
voirre
Glas Moyen Français men-319 · men-326
vorsieden
‚Vorsieden' bedeutet, etwas vorzukochen, bevor es weiterverarbeitet wird. Frühneuhochdeutsch b4-077 · w1-080
vvl
Die Füllung für den Hecht und seinen Magen. Frühneuhochdeutsch w1-005 · w1-014
vvll
Eine frühneuhochdeutsche Schreibweise für den Imperativ ‚füll‘. Frühneuhochdeutsch w1-006 · w1-032
waelisch weinper
Italienische Rosinen, meist Korinthen oder Sultaninen, die über Handelswege aus dem Mittelmeerraum importiert wurden. Frühneuhochdeutsch mha-138 · mha-184
waich
Weich, zart - beschreibt die Konsistenz des Fladens im Gegensatz zu härterem Brot- oder Fladengebäck. Frühneuhochdeutsch mha-096 · mha-170
wal
Sud, Brühe Frühneuhochdeutsch / Mittelniederländisch so1-121 · wes-056
walisch nuss
Walnuss - 'welsch/walisch' bezeichnet hier die italienische bzw. Frühneuhochdeutsch mha-145 · mon-036 · mon-231
walisch wein
Welscher Wein, also importierter Wein aus romanischem (meist italienischem) Anbaugebiet. Frühneuhochdeutsch mon-039 · mon-123
wall
Aufwallen oder kochen. Frühneuhochdeutsch mha-135 · mon-264 · w1-084
wallsch wein
‚Welschwein' bezeichnete im Mittelalter Weine aus romanischen Ländern, oft leichte Weißweine. Frühneuhochdeutsch mha-021 · mha-036
walsch wein
Welscher (italienischer/südländischer) Wein - meist ein süßerer, kräftiger Importwein; nicht zu verwechseln mit ‚Weißwein'. Frühneuhochdeutsch ka2-017 · mon-003
warhait sechen
Wörtlich 'die Wahrheit sehen', die Pointe des Tricks: Der scheinbar ganze Kapaun im Glas entpuppt sich als gefüllte Haut. Frühneuhochdeutsch saw-002 · saw-002a
wastel
Feines Weißbrot aus gesiebtem Mehl - das Brot der Oberschicht. Mittelenglisch foc-114 · foc-155
wechlisch wein
Welscher Wein, neben Rumanier, Rainuol und Malvasier als Wahlmöglichkeit genannt. Frühneuhochdeutsch w1-078 · w1-120
wecholter
Wacholder (Juniperus communis). Frühneuhochdeutsch / Rheinfränkisch rfk-072 · wbd-015
Weck
Ein längliches Gebäck, ähnlich einem Brotlaib oder Stuten. Frühneuhochdeutsch kkm-046 · kkm-075
Weichsel Salsen
Sauerkirsch-Sauce, im selben Buch eigens beschrieben (kkm-102) - die süß-saure Begleitung zum Krebsfleisch. Frühneuhochdeutsch kkm-017 · kkm-106
Weichseln
Weichseln, also Sauerkirschen (Prunus cerasus). Frühneuhochdeutsch m811-004 · mha-256 · mha-270
Weinbeer
Weintrauben. Frühneuhochdeutsch kkm-003 · kkm-027
weinber
Hier vermutlich getrocknete Weinbeeren, also Rosinen, wie im übrigen Korpus üblich. Frühneuhochdeutsch koe-006 · koe-025 · koe-026
weinberlach
Rosinen, wörtlich 'Weinbeerlein'. Frühneuhochdeutsch saw-062 · saw-068 · saw-073
weinberlen
Kleine Rosinen, verkleinerte Form von Weinbeere. Frühneuhochdeutsch saw-060 · wo10-054
weinperen
Wörtlich 'Weinbeeren', im Korpus meist als Rosinen (getrocknete Weinbeeren) gelesen, nicht als frische Weintrauben. Frühneuhochdeutsch mha-041 · mha-235
weissen Ingwer
Weißer Ingwer meint vermutlich eine helle, geschälte oder getrocknete Ingwerqualität, im Unterschied zu dunklerem, ungeschältem Ingwer. Frühneuhochdeutsch b4-040 · b4-074 · w1-077
weixlen
Weichselkirschen, eine saure Kirschsorte, die sich gut zum Einlegen eignet. Frühneuhochdeutsch saw-046 · saw-130 · wo10-029
welg
Knete, walke. Frühneuhochdeutsch b4-086 · kkm-015
welgerholtz
Nudelholz zum Ausrollen des Teigs. Frühneuhochdeutsch kkm-074 · kkm-083 · kkm-086
welhisch wein
Welscher (italienischer/südländischer) Wein - meist ein süßerer, kräftiger Wein. Frühneuhochdeutsch b4-115 · m5919-014
welhischen wein
'Welscher Wein' meint importierten Wein aus dem romanischsprachigen Süden, damals ein Statussymbol. Frühneuhochdeutsch b4-034 · b4-075
wellen
Hier im Sinne von ‚kneten‘ oder ‚verarbeiten‘, sodass der Teig geschmeidig wird. Frühneuhochdeutsch m384-077 · mon-095
wensten
Bauch-/Flankenfleisch (vom Schwein); fettreich und saftig - vgl. Mittelhochdeutsch bgs-087 · bgs-091 · bgs-093
werhafftig
Mittelhochdeutsch für 'widerstandsfähig, dauerhaft'. Frühneuhochdeutsch wbd-015 · wbd-016
weychsel
Sauerkirsche (Prunus cerasus), im Spätmittelalter meist mit Wein gekocht und durch ein Tuch passiert. Frühneuhochdeutsch b4-113 · b4-114 · mon-176
weyssen hunern
Das Königsberger Kochbuch enthält eine Reihe von Rezepten für ‚gebratene Hühner‘, die nach ihrer Farbe benannt sind (weiß, grün, schwarz, königlich). Frühneuhochdeutsch koe-025 · mon-221
Weyxlen
Alte Bezeichnung für Kirschen, insbesondere Sauerkirschen. Frühneuhochdeutsch wo10-030 · wo10-037 · wo10-038
wheyze
Molke (whey), die ausgepresst und verworfen wird. Mittelenglisch foc-146 · foc-167
white grece
weißes Schmalz Mittelenglisch foc-020 · foc-035 · foc-113
whyte grece
Weißes, ausgelassenes Tierfett (Schmalz oder Talg) als Schmorfett. Mittelenglisch foc-018 · foc-046
wild
Hier vom mhd. Frühneuhochdeutsch b4-131 · mha-034 · mha-210
willpraet
Wildbret, also Fleisch von Wildtieren wie Hirsch, Wildschwein oder Reh. Frühneuhochdeutsch mha-123 · mha-139
wilpratt
Wildbret, also Fleisch von Wildtieren. Frühneuhochdeutsch m725-018 · mon-225 · mon-257
wiltprat
Mittelhochdeutsch für Wildbret, also Wildfleisch. Frühneuhochdeutsch ka2-016 · ka2-017 · ka2-019
wiltpratt
Wildfleisch, Wildbret. Frühneuhochdeutsch mon-072 · mon-079
winber
Weinbeeren, also Trauben Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch / Rheinfränkisch bgs-034 · ka1-002 · ka1-053
winbern
Weinbeeren - getrocknet die Rosinen; meint hier die süße Trockenfrucht-Variante. Frühneuhochdeutsch / Rheinfränkisch m384-018 · rfk-065
winstein
Weinstein ist Kaliumhydrogentartrat, ein Salz der Weinsäure, das sich als Nebenprodukt der Weinherstellung in Fässern absetzt. Frühneuhochdeutsch so1-126 · wbd-018
wirflot
Würfelig, in Würfel geschnitten (mhd. Frühneuhochdeutsch ka1-001 · ka1-013 · ka1-014
wisbrot
Weißbrot, das hier gerieben als Bindemittel und Füllstoff dient. Frühneuhochdeutsch alb-009 · alb-011
wiseln
Mittelhochdeutsch für Weichseln, eine Sorte Sauerkirschen. Mittelhochdeutsch bgs-083 · bgs-084
wryuet
Reiben oder im Mörser zerstoßen. Mittelniederländisch wes-050 · wes-052
wuertze genuoc
Wörtlich 'genug Gewürze'. Mittelhochdeutsch bgs-079 · bgs-083
wurcz sy woll
Würze sie gut. Frühneuhochdeutsch m725-015 · m725-019
wurcze
Im Mittelalter waren Gewürze wie Pfeffer, Ingwer, Zimt, Nelken und Muskat üblich. Rheinfränkisch rfk-047 · rfk-064
wurczen
Gewürze, nicht 'Wurzeln und Kräuter' - das CoReMA-Glossenkorpus taggt 'wurczen' korpusweit konsistent als 'spice' (nie als 'Wurzel' oder 'Kraut'). Frühneuhochdeutsch / Rheinfränkisch mha-153 · rfk-061 · rfk-065
wurtz
Allgemeine Bezeichnung für Gewürze. Frühneuhochdeutsch alb-007 · k1-002 · k1-009
wyne greke
Griechischer Wein, oft süß und stark Mittelenglisch foc-019 · foc-062 · foc-096
würtz
Die allgemeine Gewürzmischung der Zeit, meist Pfeffer und Ingwer als Basis. Frühneuhochdeutsch kkm-022 · kkm-037 · kkm-053
yeren
Frühneuhochdeutsch für 'gären', den Prozess der alkoholischen Fermentation. Frühneuhochdeutsch so1-131 · wbd-004
yfere
zusammen Mittelenglisch foc-102 · foc-125
ygel
Ein „Igel“ ist hier ein Schaugericht, das in Form eines Igels präsentiert wird, nicht das Tier selbst. Frühneuhochdeutsch b4-036 · b4-037 · b4-038
ymynced
gehackt Mittelenglisch foc-106 · foc-107
yngeber
Ingwer. Mittelhochdeutsch bgs-004 · bgs-015
Ypocras
Hippocras, ein sehr beliebter mittelalterlicher Gewürzwein, oft mit Zimt, Ingwer und anderen Gewürzen aromatisiert. Mittelenglisch / Moyen Français foc-187 · via-173
ysode
gekocht Mittelenglisch foc-048 · foc-094 · foc-160
ysoden
gesotten, gekocht Mittelenglisch foc-139 · foc-189
ysope
Ysop, ein kräftig-bitteres, minzig-kampfriges Küchenkraut der mittelalterlichen Küche. Mittelenglisch / Moyen Français foc-061 · via-126
ysoppen
Ysop (Hyssopus officinalis), würzig-bitteres Klosterkraut, traditionell zu Suppen, Saucen, fetten Fleischspeisen. Frühneuhochdeutsch mha-041 · mha-194
yssues
Innereien. Moyen Français men-013 · men-018 · men-091
zafrano
Safran Frühitalienisch mar-022 · mar-038 · mar-048
zagel
Schwanz Frühneuhochdeutsch / Mittelhochdeutsch b4-015 · bgs-018 · mha-133
Zanzarelli
Kleine, weiche Klößchen oder Eierstich-Nocken als Suppeneinlage. Frühitalienisch mar-047 · mar-048 · mar-050
Zastav koury
Wörtlich ‚halte die Hühner an‘, bedeutet hier ‚die Hühner vorbereiten‘ oder ‚dressieren‘, also küchenfertig machen. Frühneuzeitliches Tschechisch sev-042 · sev-043
zazvorem
Ingwer Frühneuzeitliches Tschechisch sev-019 · sev-038
zech
Im Kontext der Teigzubereitung bedeutet ‚zech' hier ‚zäh' oder ‚elastisch', also gut durchgeknetet und formbar. Frühneuhochdeutsch wo10-042 · wo10-045
zenzevero
Ingwer Frühitalienisch mar-029 · mar-038 · mar-077
zenzevero biancho
Geschälter Ingwer - heller und milder, keine eigene Sorte. Frühitalienisch mar-045 · mar-101
zieden
sieden, kochen Mittelniederländisch wes-006 · wes-016 · wes-023
ziegel
Zwei Ziegelsteine stützen den Spieß über dem Feuer, damit der Fisch nicht direkt in der Glut liegt. Frühneuhochdeutsch b4-014 · mha-035 · mha-196
ziehe es durch ein Teiglin
Das gefüllte Oblatenpaket durch einen dünnen Teig aus Mehl und Wasser ziehen - eine Ausbackteig-Hülle, die das Paket beim Backen zusammenhält und bräunt. Frühneuhochdeutsch kkm-045 · kkm-046
zimerrerlach
Ausführliche Schreibweise desselben Wortes für Zimt, mit vorangestelltem 'Zimet'. Frühneuhochdeutsch saw-053 · saw-068 · saw-070
Zimetblüh
Zimtblüte - die getrockneten Blütenknospen des Zimtbaums, feiner als Zimtrinde. Frühneuhochdeutsch kkm-073 · kkm-103
zimetRinden
Zimtrinde, die hier nicht nur würzt, sondern auch zum 'Heften' der Quittenhälften verwendet wird. Frühneuhochdeutsch mha-162 · wo10-007 · wo10-015
zimetrorlen
Zimtröllen. Frühneuhochdeutsch wo10-003 · wo10-020
ziselin
Ein kleines Schälchen, in dem die Küchlein - eventuell mit Sauce - serviert wurden. Frühneuhochdeutsch kkm-005 · kkm-018
ziwiben
Zibeben, große getrocknete Weinbeeren, im Buch neben den kleineren 'weinber' (Rosinen) genannt. Frühneuhochdeutsch saw-005 · saw-007 · saw-093
zsekaj
zerhacken Frühneuzeitliches Tschechisch sev-008 · sev-101
zu massen
Bedeutet ‚nach Maß‘ oder ‚in Maßen‘, also die Zutat (hier Salz) wohldosiert und nach eigenem Ermessen hinzufügen. Frühneuhochdeutsch w1-042 · w1-060
zuccharo
Zucker Frühitalienisch / Mittellatein boc-036 · mar-038 · mar-099
zuccharo fino
feiner Zucker Frühitalienisch mar-090 · mar-095
zucche
Kürbisse (allgemein für Kürbisgewächse) Frühitalienisch mar-064 · mar-073 · mar-086
zue massen
Nach Maß/Belieben - die Menge bleibt dem Erfahrungswissen des Kochs überlassen. Frühneuhochdeutsch mha-148 · mha-241
zuker
Zucker dient hier ausdrücklich zum Süßen der Milch. Frühneuhochdeutsch w1-036 · w1-068
zvo mazzen
angemessen, in Maßen Mittelhochdeutsch bgs-017 · bgs-018 · bgs-038
zweck
Kleiner Holzpflock oder -stift, der die beiden gefüllten Apfelhälften beim Garen zusammenhält. Frühneuhochdeutsch kkm-092 · mha-263
zwicklens
Zwicken, kneifen, den Teigrand mit den Eisen formen und verschließen. Frühneuhochdeutsch saw-067 · saw-070
zwifel
Zwiebel. Frühneuhochdeutsch m725-015 · mha-023 · mha-191
zwir
Zweimal - die beiden Schnitte kreuzen sich in der Mitte und erzeugen so die Öffnung für die Senffüllung. Frühneuhochdeutsch b4-069 · mon-098 · so1-133
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