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Weizengrütze mit Schweinswal

The Forme of Cury · England · 1390

FischHauptspeise · FischLagerkücheLagerküche-tauglichLesartViel InterpretationsspielraumMittelKorrekturBearbeitungsstand 8/10Höfische KücheHofküche
Zubereitungszeit75 Min.Portionen4-6 PersonenBuchThe Forme of Cury (~1390)

Nimm blanchierte Mandeln, zerstoße sie und ziehe sie mit klarem Wasser zu Mandelmilch auf. Bereite eine Furmente (Weizengrütze) zu wie zuvor beschrieben und gib sie dann hinzu. Reiche es mit Schweinswal.

OriginalModern / MengeWo kaufenAlternative
Almandes blanched 500 g blanchierte Mandeln - -
faire water 1 Liter Wasser Leitung -
furmente as before 250 g grob geschroteter Weizen (Furmente) Supermarkt -
Porpays 500 g Schweinswalfilet ⚠ Artenschutz! Nicht erhältlich. Ersatz: Welsfilet oder Räuchermakrele. Welsfilet oder Räuchermakrele

Welches Gericht ist das? Eine Mandelmilch-Weizengrütze mit Fisch - die Fasten-Variante der englischen furmente, dem Grundbrei, der zu vielen Braten und Fischen gereicht wurde. Die deutsche Schwester ist der Weizenmus/die Grütze; eng verwandt ist auch die ausführlich beschriebene Furmente bei men-234.

Furmente „as before“. Der Text verweist auf eine andernorts beschriebene Grundzubereitung: geschälter Weizen wird über Nacht eingeweicht und dann lange weich gekocht, bis ein dicker Brei entsteht. Statt mit Kuhmilch wird er hier mit Mandelmilch gebunden - das macht das Gericht fastentauglich (vgl. Mandelmilch).

Der Schweinswal. Porpays war eine geschätzte Fasten-„Fisch“-Speise des Hochadels. Er ist heute streng geschützt und nicht verfügbar; als Ersatz dient ein kräftiger, fettreicher Fisch.

Praxis. Etwa 250 g geschälten Weizen (ersatzweise Weizengraupen/Grünkern) über Nacht einweichen, dann in reichlich Wasser ein bis zwei Stunden zu dickem Brei kochen. 500 g Mandeln mit einem knappen Liter Wasser zu Mandelmilch aufziehen und unter den Brei rühren, leicht salzen. Dazu ein Stück gegarter oder geräucherter Fisch (Wels, Makrele) reichen.

Wo bekomme ich Schweinswal?

Schweinswale (Porpoise) sind heute streng geschützt und dürfen nicht gejagt oder gehandelt werden. Für dieses Rezept kannst du stattdessen Welsfilet oder Räuchermakrele verwenden, um eine ähnliche Textur und einen kräftigen Geschmack zu erzielen.

Ist dieses Rezept für die Lagerküche / das Mittelaltermarkt-Lager geeignet?

Ja, dieses Rezept ist mit Anpassungen für die Lagerküche geeignet. Die Mandelmilch und die Weizengrütze lassen sich gut über offenem Feuer zubereiten. Den Schweinswal musst du durch einen geeigneten Fisch ersetzen und diesen idealerweise bereits vorbereitet (z.B. geräuchert oder vorgekocht) mit zum Lager bringen.

Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?

Dieses Rezept stammt aus 'The Forme of Cury', einer der ältesten und bekanntesten englischen Rezeptsammlungen. Es wurde um 1390 für den Hof von König Richard II. verfasst und gibt Einblicke in die höfische Küche des Spätmittelalters.

Was ist 'Furmente' und wie bereite ich sie zu?

Furmente ist eine dicke Weizengrütze, die im Mittelalter sehr verbreitet war. Für dieses Rezept kochst du grob geschroteten Weizen in Wasser oder Brühe, bis er weich und dickflüssig ist. Anschließend wird die Mandelmilch hinzugefügt, um eine cremige Konsistenz zu erhalten.

Was ist ein 'Mörser', brauche ich einen Mörser und Stößel?

Im mittelalterlichen Kochkontext ist ein Mörser oft ein großer Fleischmörser aus Stein oder Metall, der zum Zerstoßen von Fleisch, Nüssen oder anderen Zutaten zu einer feinen Paste verwendet wurde. Für die Mandeln kannst du heute fertig gemahlene Mandeln verwenden oder eine Küchenmaschine/Blender nutzen. Wer authentisch arbeiten möchte, verwendet einen großen Granit-Mörser mit schwerem Holzstößel.

FURMENTE WITH PORPAYS . XX.III Take Almandes blanched. bray hem and drawe hem up with faire water, make furmente as before and cast þer furmente þerto. & messe it with Porpays. Porpays. _Porpeys_, Contents, and so No. 116. Porpus. as before. This is the first mention of it.
Furmente

Dicke Weizengrütze aus geschältem, lange gekochtem Weizen - ein Grundgericht der englischen Küche, oft mit Milch oder Mandelmilch gebunden.

Porpays

Schweinswal (porpoise). Galt als „Fisch“ und damit als Fastenspeise; heute streng geschützt.

drawe hem up

„aufziehen“ - die zerstoßenen Mandeln mit Wasser zu Milch verrühren und durchs Tuch passieren.

messe it

anrichten, zu Tisch geben.

Handschrift
The Forme of Cury
Folio
Fol. 37 verso
Sprache
Mittelenglisch
Entstehung
England, 1390

Originalwerk (~1390) gemeinfrei.

Bildquelle
Fol. 37 verso, English MS 7, John Rylands Library
Transkription
Project Gutenberg - The Forme of Cury (ed. Samuel Pegge, 1780) Link öffnen
Übersetzung & Anmerkungen
CC BY-SA 4.0 fyndling.de
LagerkücheLagerküche
Mandelmilch und Weizengrütze gelingen problemlos im Topf am Feuer. Den (heute geschützten) Schweinswal durch einen kräftigen Fisch ersetzen und vorgegart oder geräuchert mitbringen.
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