Daz buoch von guoter spîse · Würzburg · 1350
Reibe Käse und vermenge ihn mit Eiern. Schneide gekochten Speck fein und gib ihn dazu. Bereite einen schönen, festen Teig. Fülle die Käse-Ei-Mischung in den Teig und forme kleine Krapfen. Backe sie in Butter oder, je nach Fastenzeit, in Schmalz aus. Serviere sie warm.
| Original | Modern / Menge | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|
| kese | 200 g Hartkäse (z.B. Emmentaler, Bergkäse) | Supermarkt | - |
| eyern | 3 Eier | - | - |
| gesoten spec | 150 g gekochter Bauchspeck | Metzger | - |
| teyc | 300 g Weizenmehl (Typ 405 oder 550) | - | - |
| teyc | 150 ml Wasser oder Milch | Leitung | - |
| teyc | 1 Prise Salz | - | - |
| butern | 200 g Butter | - | - |
| smaltze | 200 g Schweineschmalz | Supermarkt | - |
Welches Gericht ist das? Herzhafte, ausgebackene Käse-Speck-Krapfen - gefüllte Teigtaschen im Schmalz- oder Butterbad, im Geiste verwandt mit kleinen Piroggen oder Empanadas. Im Korpus die engsten Geschwister sind die fast wortgleich betitelten Käse-Ei-Speck-Krapfen m5919-038 (dort direkt in der Pfanne verstrichen statt in Teig gefüllt) und die nach demselben Verfahren gefüllten Krapfen m5919-085 (Käse-Ei-Speck-Füllung zwischen zwei Teigplatten).
Käse mit Ei gebunden. Geriebener Hartkäse, mit Ei zu einer bindigen Masse vermengt - das Ei hält die Füllung beim Garen zusammen, der Käse wird darin weich. Dazu fein zerkleinerter (scharbe) gekochter Speck. Dass der Speck schon gesoten (gekocht) ist, ist wichtig: die kurze Fritierzeit der fertigen Krapfen würde nicht ausreichen, um rohen Speck durchzugaren.
backe heißt frittieren. backe sie in butern oder in smaltze meint nicht Ofenbacken, sondern das Ausbacken in heißem Fett - die übliche Garart für Krapfen. Die Wahl Butter oder Schmalz folgt dem Kirchenkalender (noch der zit): an Fasttagen Butter (erlaubt), sonst Schweineschmalz.
Praxis. Aus 300 g Weizenmehl, 150 ml Wasser oder Milch und einer Prise Salz einen festen, geschmeidigen Teig kneten. Würzigen Hartkäse (Bergkäse, alter Emmentaler) fein reiben, mit den Eiern zu einer nicht zu nassen Masse binden, fein geschnittenen oder gehackten gekochten Speck unterheben. Teig dünn ausrollen, Füllung einlegen, Ränder fest verschließen. In reichlich heißem Fett (Butter oder Schmalz) ausbacken, bis der Teig fest und knusprig ist, und warm servieren. Häufigster Fehler: zu nasse Füllung oder zu weicher Teig - dann platzen die Krapfen.
Gekochten Bauchspeck erhalten Sie beim Metzger oder an der Fleischtheke im Supermarkt. Alternativ können Sie rohen Bauchspeck selbst kochen und anschließend würfeln.
Ja, dieses Rezept ist sehr gut für die Lagerküche geeignet. Der Teig und der gekochte Speck können vorbereitet mitgebracht werden. Das Formen und Ausbacken der Krapfen lässt sich unkompliziert über offenem Feuer in einer Pfanne oder einem Kessel bewerkstelligen.
Dieses Rezept stammt aus „Das Buch von guter Speise“, einem der ältesten erhaltenen Kochbücher in deutscher Sprache. Es entstand um 1350 im geistlich-höfischen Umfeld des Würzburger Bischofshofs und gibt Einblicke in die klerikal-höfische Küche des Spätmittelalters.
'Noch der zit' bezieht sich hier auf die Fastenregeln des mittelalterlichen Kirchenjahres. An Fastentagen (z.B. in der Fastenzeit, an Freitagen) war der Verzehr von Fleisch und tierischen Fetten (Schmalz) verboten, während Butter und andere Milchprodukte oft erlaubt waren. Das Rezept bietet daher die Wahl, je nachdem, ob ein Fastentag ist oder nicht.
fein zerkleinern, schaben (mhd. scharben) - der gekochte Speck wird fein zerkleinert, nicht zwingend gewürfelt.
gekochter Speck (Bauchspeck) - vorgegart, damit er beim kurzen Ausbacken nicht roh bleibt.
fester, nicht aufgehender Teig - hält die Füllung und wird knusprig.
kleine Krapfen, gefüllte und ausgebackene Teigtaschen.
in Fett ausbacken (frittieren), nicht im Ofen - die übliche Krapfen-Garart.
wörtlich 'nach der Zeit' = je nach Kirchenkalender: an Fasttagen Butter, sonst Schmalz.
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