Daz buoch von guoter spîse · Würzburg · 1350
Nimm gekochte Erbsen und schlage sie durch ein Sieb, sodass eine feine Masse entsteht. Schlage sodann so viele Eier dazu, wie die Erbsenmasse ist, um eine formbare Mischung zu erhalten. Siede diese Masse in Butter, jedoch nicht allzu fett. Lass sie anschließend gut abkühlen. Schneide die erkaltete Erbsenmasse in mundgerechte Stückchen und stecke sie auf Spieße. Brate die Spieße gut an, bis sie eine schöne Farbe annehmen. Überziehe die noch heißen Spieße sofort mit geschlagenen Eiern und gehackten Kräutern. Sofort servieren.
| Original | Modern / Menge | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|
| gesoten erbeiz | 500 g gekochte Erbsen | Supermarkt | - |
| butern | 50 g Butter | - | - |
| eyer | 2-3 Eier (für die Masse) | - | - |
| eyer | 1-2 Eier (für den Überzug) | - | - |
| krute | 2 EL frische Kräuter (z.B. Petersilie, Salbei, Majoran), gehackt | Wochenmarkt | - |
Welches Gericht ist das? Im Kern ist dies eine feine Erbsenpüree-Masse, die mit Ei gebunden, in Butter gegart, ausgekühlt, geschnitten, aufgespießt und mit einem Kräuter-Ei-Überzug versehen wird - am ehesten vergleichbar mit einer festen Erbsen-Krokette am Spieß mit einer dünnen, gestockten Ei-Kräuter-Hülle. Ein fastentaugliches, vegetarisches Gericht, das mit dem fast wortgleichen Rezept bei Meister Eberhard (meb-006) denselben Ablauf teilt.
Praxis. Koche getrocknete oder tiefgekühlte Erbsen weich und streiche sie durch ein Sieb, bis keine Schalenreste mehr stören. Der Text nennt keine feste Mengenangabe für die Eier, sondern nur „so viele Eier dazu, wie die Erbsenmasse ist“ - richte dich nach der Konsistenz: Die Masse soll formbar, aber nicht klebrig-weich sein. Siede sie anschließend in Butter, nicht allzu fett, und lass sie danach vollständig abkühlen, sonst zerfällt sie beim Schneiden und Spießen. Erst wenn die Masse ganz kalt ist, in mundgerechte Stücke schneiden, aufspießen und in Butter gut anbraten. Direkt danach die heißen Spieße mit verquirltem Ei und gehackten Kräutern (der Text nennt nur „krute“, gängig sind z. B. Petersilie, Salbei oder Majoran) übergießen und sofort servieren, solange der Überzug noch warm ist. Wie zuverlässig das dünn aufgetragene Ei auf dem Spieß durchgart, beschreibt der Text selbst nicht - deshalb zügig arbeiten und erst servieren, wenn der Überzug sichtbar fest geworden ist.
Das Ei kommt direkt auf die heißen, frisch gebratenen Spieße und beginnt auf der heißen Oberfläche sofort zu stocken. Damit es wirklich durchgart, zügig arbeiten, dünn auftragen und erst servieren, wenn der Ei-Kräuter-Mantel sichtbar fest geworden ist. Lässt man die Spieße vor dem Überziehen abkühlen, funktioniert die Technik nicht mehr.
Ja, dieses Rezept ist gut für die Lagerküche geeignet: Erbsen kochen, passieren, in Butter garen, schneiden, spießen und braten gelingen alle mit Grundausrüstung (Topf, Sieb, Pfanne, Spieße) am offenen Feuer. Plane aber genug Vorlauf ein, damit die Erbsenmasse vollständig auskühlen kann, bevor sie geschnitten wird, und trage den Ei-Kräuter-Mantel erst kurz vor dem Servieren auf.
Dieses Rezept stammt aus 'Das Buch von guter Speise', einem der ältesten bekannten Kochbücher in deutscher Sprache, verfasst um 1350 im süddeutschen Raum. Es spiegelt die bürgerliche und höfische Küche des Spätmittelalters wider.
Diese Formulierung bedeutet sinngemäß 'so viele Eier dazu, wie die Erbsenmasse ausmacht' - eine unpräzise Mengenangabe. Sie besagt, dass man genug Eier zufügt, um die passierten Erbsen zu binden und formbar zu machen; die genaue Menge hängt von der Konsistenz der Erbsen ab.
Kleines Gericht
Erbsen
Sieb
Butter
Stückchen, Brocken
Spieß
überziehen, bedecken
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