Wo Mittelalter stattfyndet. Where medieval times happen.

Über Fyndling

Was bedeutet der Name, wer steckt dahinter, wie entstehen die Daten?

Was bedeutet „Fyndling"?

Das mittelhochdeutsche vundelinc bedeutete ursprünglich ein ausgesetztes, gefundenes Kind - ein Findling. Im modernen Deutsch bezeichnet Findling vor allem jene großen erratischen Gesteinsbrocken, die einst von Gletschern aus Skandinavien transportiert und irgendwo mitten in der Landschaft abgelegt wurden - Steine fern ihrer Heimat, gefunden und benannt von denen, die nach ihnen kamen.

Das y in Fyndling ist eine bewusst altertümliche Schreibweise - passend für eine Seite über Mittelaltermärkte.


Wozu diese Seite?

Mittelaltermärkte, Märkte mit Beerenweine-Stand, MPS-Festivals - wer solche Veranstaltungen liebt, kennt das Problem: Die Termine sind über dutzende Websites verstreut, schlecht durchsuchbar, und die Frage „Was ist eigentlich gerade in meiner Nähe?" bleibt meistens unbeantwortet. Fyndling ist der Versuch, das zu ändern - eine einzige Karte, alle Termine, filterbar nach Entfernung und Zeitraum.

Das Projekt ist vollständig nicht-kommerziell - kein Shop, keine Werbung, keine Monetarisierung. Seit dem Launch im März 2026 werden laufend neue Länder, Kategorien und Quellen ergänzt.


Wer steckt dahinter?

Fyndling wird von Ralf Vitasek aus Bad Kreuznach betrieben - Softwareentwickler und überzeugter Mittelaltermarkt-Besucher seit über 20 Jahren. Jedes Jahr besuche ich selbst 5 bis 10 Märkte; zu meinen festen Terminen gehören MPS Speyer, Spectaculum Worms und das Hayner Burgfest.

Neben den Märkten braue ich seit knapp einem Jahrzehnt eigenen Met. Bad Kreuznach liegt inmitten der Weinbauregion Nahe - das hat den praktischen Vorteil, dass lokale Winzerfachgeschäfte professionellen Kellereibedarf führen, zu dem die meisten Hobbybrauer keinen Zugang haben: Online-Shops sind oft bierlastig und bieten etwa statt organischer Nährstoffe nur einfaches Hefenährsalz - für Met ein erheblicher Unterschied. Für den fachlichen Austausch bin ich bewusst in internationalen Communities unterwegs: im r/mead-Subreddit und im Discord-Server „The Mead Hall". Der Grund ist schlicht, dass die deutschsprachige Hobbybrauer-Szene beim Met größtenteils in Techniken aus den 1970ern feststeckt - während international längst mit modernen Hefen, Nährstoffprotokollen und wissenschaftlich fundierten Methoden gearbeitet wird. Den Titel „Ritter der Beerenweine" hat mir Beerenweine aus Minden verliehen - das Unternehmen zelebriert diese Ritterschläge u. a. auf MPS-Festivals mit Verleihung eines echten Schwertes. Dazu kommt eine kleine Sammlung mittelalterlicher Kochbücher - viele der historischen Rezepte, die auf Fyndling zu finden sind, habe ich selbst nachgekocht.

Was viele nicht wissen: Historische Rezepte sind eine erstaunlich gute Basis für modernen Met - nicht als buchstabengetreue Vorlage, sondern als Ausgangspunkt, den man mit heutigen Hefen und Nährstoffprotokollen neu interpretieren kann. Besonders interessant ist das Met-Rezept aus dem Buch von guter Speise (14. Jh.) sowie der Bochet aus dem Ménagier de Paris (1393) - ein karamellisierter Honigwein mit Gewürzen, der sich bis heute hervorragend modern interpretieren lässt.

Die Seite entstand aus dem simplen Wunsch, die eigene Terminplanung zu vereinfachen - und der Erkenntnis, dass es dafür noch kein wirklich gutes Werkzeug gab.


Die Rezepte - eine Küchengeschichte

Die Rezeptsammlung auf Fyndling ist aus dem Met-Brauen entstanden. Wer historische Vorbilder sucht, landet früher oder später bei den Primärquellen - und liest plötzlich mittelhochdeutsche Handschriften des 14. Jahrhunderts oder entdeckt, wie ein Pariser Bürger im Jahr 1393 seiner jungen Frau erklärt, welche Gewürze in welcher Reihenfolge in den Topf kommen. Von den Honigwein-Rezepten bis zu den Speisen war es dann kein weiter Schritt mehr.

Die Rezepte auf Fyndling stammen direkt aus historischen Handschriften und frühen Drucken - im Original transkribiert, mit moderner deutscher Übersetzung und, wo ich das Rezept selbst nachgekocht habe, mit einer kurzen Praxisnotiz. Keine idealisierte „Mittelalterküche", sondern das, was tatsächlich überliefert ist: ungenaue Mengen, fehlende Garzeiten, Zutaten, die man erst identifizieren muss. Genau das macht den Reiz aus.

Bisher erschlossen: 14 Kochbücher und Handschriften aus dem 13. bis 16. Jahrhundert, von Deutschland bis Dänemark, von England bis Italien:

Die Verbindung zur Marktseite ist nicht konstruiert. Wer die Stände auf einem Mittelaltermarkt besucht, findet dort oft dieselben Aromen und Zubereitungen, die in diesen Quellen beschrieben sind - Honigwein, Gewürzgebäck, Fleischspieße mit Poudres, Met in allen Variationen. Die Rezepte sind der historische Hintergrund, vor dem die ganze Szene erst Sinn ergibt. Und manchmal ist es auch einfach schön zu wissen, dass das Rezept für das Gebäck am Stand des Händlers links ungefähr so alt ist wie der Marktflecken, auf dem er steht.


Wie entstehen die Daten?

Fyndling aggregiert Termine aus über 17 öffentlichen Quellen quer durch Europa - von deutschen Marktkalendern über skandinavische Festival-Verzeichnisse bis zu britischen und US-amerikanischen Ren-Faire-Listen. Dazu kommen manuelle Ergänzungen und Korrekturen, die Nutzer über das „Termin melden"-Formular einreichen können. Die Daten werden monatlich aktualisiert.