Stoße Walnüsse und getrocknete Feigen im Mörser klein und vermenge sie zu einer Paste. Würze sie nac…
Rheinfränkisches Kochbuch (ohne Originaltitel; Ms. germ. fol. 244, fol. 285r-294v) · 1445 · Rheinfränkisch (Mittelhochdeutsch, Mittelrhein, ca. 1445) · Mittelrhein
Sammlung von 76 Koch- und Backrezepten in rheinfränkischer Mundart, entstanden um 1445. Schwerpunkt Fastenspeisen: Krapfen, Fladen aus Fischrogen, Fasten-Schauspeisen (z.B. ein aus Fisch geformtes Rebhuhn-Imitat). Überliefert als Teil des astrologisch-astronomischen Sammelbands Ms. germ. fol. 244 der Staatsbibliothek zu Berlin (fol. 285r-294v). Akademisch erschlossen seit 2021 in der CoReMA-Edition (Böhm/Klug, Universität Graz, FWF-Projekt) als hyperdiplomatische Transkription. Die Fyndling-Edition ergänzt diese akademische Erschließung um die kulinarische Dimension: moderne Übersetzung, Zutaten-Listen mit Bezugsquellen, FAQ zur Zubereitung und Scan-Anzeige im Browser - damit erstmals als praktische Edition für Hobby-Köche und mediävistisch interessierte Laien.
Das Rheinfränkische Kochbuch ist eine spätmittelalterliche Rezeptsammlung, die um 1445 in der Mittelrhein-Region (Mainz - Worms - Frankfurt - Hagenau) entstand. Sie enthält 76 Rezepte, die schwerpunktmäßig Fastenspeisen gewidmet sind: Krapfen mit Nüssen und Feigen, Fischrogen-Fladen, raffinierte Imitat-Speisen aus Fisch (Rebhuhn, Wurst, Sülze) und kollagenreiche Sommer-Aspike.
Das Kochbuch ist überliefert in einem astrologisch-astronomischen Sammelband (671 Folios) der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz mit der Signatur Ms. germ. fol. 244. Das Kochbuch belegt fol. 285r-294v (20 Seiten). Der Codex wurde 2014 von der Staatsbibliothek vollständig digitalisiert und steht als IIIF-Faksimile unter Public Domain Mark 1.0 frei zur Verfügung - gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft.
Eine moderne kritische Edition des Volltexts gibt es bereits: Adelmann/Ehlert/Gloning, Rheinfränkisches Kochbuch (um 1445), Frankfurt/Donauwörth 1998 (Auer Verlag, ISBN 3-403-03131-4). Das Werk erschien jedoch auf Initiative und Finanzierung von Tupperware Deutschland als Stiftungsausgabe und wurde an etwa 2.300 öffentliche Bibliotheken verteilt. Eine reguläre Buchhandels-Distribution gab es nicht, das Werk ist seit Jahren vergriffen und antiquarisch nur schwer auffindbar.
Seit 2021 liegt das Kochbuch akademisch digital vor in der CoReMA-Edition (Corpus of Cooking Recipes of the Middle Ages) der Universität Graz - eine hyperdiplomatische Transkription herausgegeben von Astrid Böhm und Helmut W. Klug, gefördert durch FWF I 3614, unter CC BY 4.0. Diese akademische Edition ist auf paläografische Genauigkeit ausgerichtet - sie enthält keine moderne Übersetzung, keine Zutaten-Listen, keine Tipps für die Küche.
Thomas Gloning (Universität Gießen), einer der Herausgeber der 1998er Print-Edition, stellt auf seiner Webseite zusätzlich die ersten fünf Rezepte als Sample (Transkription und Übersetzung) zur Verfügung.
Die fyndling.de-Edition ergänzt diese akademische Erschließung um die kulinarische Dimension - mit moderner Übersetzung, Zutaten-Listen mit Bezugsquellen, FAQ zur Zubereitung, Verlinkung zu verwandten Rezepten und Scan-Anzeige im Browser. Sie macht das Kochbuch erstmals als praktische Edition für Hobby-Köche und mediävistisch interessierte Laien verfügbar. Unsere mhd. Transkription entstand unabhängig (Vision-basiert vom PD-Faksimile der Staatsbibliothek Berlin) und wird gegen die CoReMA-Lesung und die Gloning-Sample-Edition abgeglichen - beide akademischen Quellen stützen unsere Arbeit.
Die Sprache ist rheinfränkisches Mittelhochdeutsch - der Dialekt der Mittelrhein-Region zwischen Mainz und Hagenau. Erkennungsmerkmale, die in der Edition aktiv dokumentiert werden:
Einige Rezepte sind kulturhistorisch und küchentechnisch besonders bemerkenswert:
Werk (15. Jh.): gemeinfrei. Faksimile der Staatsbibliothek Berlin (Mgf 244): Public Domain Mark 1.0, freie Nutzung. Unsere Transkription und Übersetzung 2026: CC BY-NC-SA 4.0 - freie nicht-kommerzielle Nutzung mit Namensnennung und unter gleichen Lizenz-Bedingungen.
Wir freuen uns über Hinweise und Korrektur-Vorschläge zu unserer Edition. Bei Lesart-Fragen ist das Faksimile der Staatsbibliothek die primäre Quelle - die gedruckte Adelmann/Ehlert/Gloning-Edition bleibt für vergleichende Studien die etablierte Referenz, soweit antiquarisch oder über öffentliche Bibliotheken erreichbar.
- Die Fyndling-Redaktion
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