The Forme of Cury · England · 1390
Nimm gebrühte Ferkel, viertle sie und siede sie in Wasser und Salz. Nimm sie heraus und lasse sie abkühlen. Nimm Petersilie und Salbei, zerstoße sie mit Brot und hartgekochten Eigelb. Verrühre dies mit Essig, bis es etwas dickflüssig ist. Lege die Ferkel in ein Gefäß, gieße die Soße darüber und serviere es.
| Original | Modern / Menge | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|
| Pigges yskaldid | 1-2 kleine Ferkel (ca. 2-3 kg), gebrüht | Metzger | - |
| water | ca. 2 Liter Wasser | Leitung | - |
| salt | Salz | - | - |
| persel | Petersilie | - | - |
| sawge | Salbei | - | - |
| brede | 100 g altbackenes Weißbrot | - | - |
| zolkes of ayrenn harde ysode | 4 Eigelb von hartgekochten Eiern | - | - |
| vyneger | ca. 100 ml Weißweinessig | - | - |
Welches Gericht ist das? Im Geiste ist dies eine Art kalte Ferkelsülze oder ein kaltes Fleischgericht, überzogen mit einer kräftigen, säuerlich-herben Kräutersauce, die an eine mittelalterliche Vinaigrette erinnert.
So gelingt es. Der Schlüssel liegt in der Vorbereitung des Ferkels und der Textur der Sauce. Die Ferkel (ideal sind 2-3 kg) werden nach dem Brühen und Vierteln in gut gesalzenem Wasser gar gesiedet, bis das Fleisch zart ist, aber nicht zerfällt. Dann lässt du sie vollständig abkühlen - das ist entscheidend für die spätere Konsistenz und den Geschmack. Für die Sauce mörserst du Petersilie und Salbei sehr fein. Gib dann altbackenes Weißbrot (als Startpunkt etwa 50g pro Ferkel, zuvor kurz in Wasser eingeweicht und ausgedrückt) und die hartgekochten Eigelbe (2-3 Stück pro Ferkel) hinzu und mörsere alles zu einer homogenen Paste. Nun gibst du den Weißweinessig schluckweise dazu und verrührst alles kräftig, bis eine dickflüssige, streichfähige Sauce entsteht, die am Löffel haften bleibt. Der häufigste Fehler ist, den Essig zu schnell hinzuzugeben, was die Sauce zu dünn macht - lieber langsam herantasten.
So wird es richtig gut. Die Qualität der Sauce entscheidet. Mörsere die Kräuter, das Brot und die Eigelbe wirklich zu einer feinen Paste, fast wie ein Pesto. Die Säure des Essigs ist wichtig, um die Fettigkeit des Ferkels zu schneiden und die Aromen der Kräuter hervorzuheben; schmecke die Sauce ab und justiere die Balance. Ein Hauch Salz und frisch gemahlener Pfeffer (modern, aber lecker) kann die Sauce zusätzlich abrunden. Lege die abgekühlten Ferkelviertel ansprechend in eine Form oder auf eine Platte und übergieße sie großzügig mit der Sauce, sodass das Fleisch vollständig bedeckt ist. Lasse das Gericht vor dem Servieren nochmals gut durchkühlen, damit sich alle Aromen verbinden und die Sauce leicht anzieht. Serviere es kalt, vielleicht mit einem einfachen Brot dazu.
'Yskaldid' bedeutet, dass die Ferkel gebrüht wurden, um die Borsten zu entfernen. Dies ist ein üblicher Schritt bei der Vorbereitung von Schweinefleisch, um die Haut sauber und genießbar zu machen.
Ja, dieses Rezept ist gut für die Lagerküche geeignet. Das Kochen der Ferkel und das Zubereiten der Soße können über offenem Feuer oder auf einem Kocher erfolgen. Brot und Eier können vorbereitet mitgebracht werden.
Dieses Rezept stammt aus 'The Forme of Cury', einer Sammlung von Kochrezepten, die um 1390 für die Köche von König Richard II. von England verfasst wurde. Es ist eine der wichtigsten Quellen für die mittelalterliche englische Küche.
Im mittelalterlichen Kochkontext ist ein Mörser oft ein großer Fleischmörser, der zum Zerkleinern und Zerstoßen von Zutaten wie Fleisch, Nüssen oder eben Brot und Eiern verwendet wurde, um eine feine Paste zu erhalten. Für dieses Rezept kannst du einen großen Mörser verwenden, oder alternativ eine moderne Küchenmaschine oder einen Blender, um die Soßenzutaten fein zu pürieren.
gebrüht - die Borsten wurden mit heißem Wasser entfernt.
abkühlen lassen - das Gericht wird kalt serviert.
im Mörser zerstoßen, zu einer Paste.
anrühren, zu gewünschter Konsistenz verarbeiten (hier mit Essig).
Soße, Brühe (engl. sew).
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