Tegernseer Wirtschaftsbüchlein (Speisenbuch) · Kloster Tegernsee, Bayern · 1460
Zur geriebenen Milch: 12 Maß Milch, 8 Eier, gemacht wie ein Eierkäse, danach im Scherben gerieben, mit 2 Pfund Butter und einem Schöpfmaß Honig.
| Original | Modern | Menge | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| 12 maß milch | Vollmilch | 500 ml | Supermarkt | - |
| 8 ayr | 1 Ei | 1 Stück | - | - |
| putteren 2 pfd. | weiche Butter | 80 g | Supermarkt | - |
| 1 trinken honig | Honig | 2 EL | Imker, Bauernmarkt | - |
Welches Gericht ist das? Eine reichhaltige Milchspeise: aus Milch und Ei wird zunächst ein Eierkäse gestockt, der dann durchgerieben und mit Butter und Honig zu einer süßen Festtagsspeise verfeinert wird - verwandt mit dem Eierkäse von teg-030.
Geribne milch. Geriebene Milch - die Milch wird zum Eierkäse gestockt, abgetropft und anschließend zu lockeren Streuseln durchgerieben. Das unterscheidet sie vom schlichten Eierkäse, der gestockt bleibt.
Scherben. Das irdene Tongefäß, in dem der Bruch gerieben wird. Hier durch ein grobes Sieb gedeutet, durch das man den abgetropften Bruch zu Streuseln drückt.
Mengenverhältnis. Die Quelle setzt nur wenige Eier auf viel Milch (8 Eier auf 12 Maß). Quellgetreu skaliert ergibt das bei 500 ml gerade 1 Ei - ein eierarmer, zarter Milchbruch, kein dichter Eierguss.
Praxis. Milch fast zum Kochen bringen, das verquirlte Ei einrühren und bei kleiner Hitze ausflocken lassen; ein Spritzer Essig oder Verjus hilft beim Gerinnen. Den Bruch abtropfen lassen, durch ein grobes Sieb reiben, mit weicher Butter verrühren und mit Honig süßen.
Die geriebene Milch geht vom Eierkäse aus, wird aber zusätzlich durch ein Sieb gerieben und mit Butter und Honig zu einer reicheren Speise verarbeitet.
Dieses Rezept stammt aus dem Tegernseer Speisenbuch (1453-1534, Kloster Tegernsee, Bayern). Klösterliches Speisenbüchlein des Benediktiner-Klosters Tegernsee (BSB München, Cgm 8137). Das Speisenbuch (fol. 45r-85r) dokumentiert den Klosteralltag: welche Speisen zu Fastenzeiten und Festtagen aufzutischen waren. Typische bayerische Klosterküche - Fastengerichte, Fischspeisen, Milch- und Mehlspeisen. Datiert 1453-1534. Das Fischbüchlein (fol. 97r-109v) enthält Anweisungen zur Fischerei. Im CoReMA-Projekt (Uni Graz) als Manuskript M13 katalogisiert.
Geriebene Milch - ein zu Eierkäse gestockter, abgetropfter und durch ein Sieb geriebener Milchbruch, mit Butter und Honig verfeinert.
Irdenes Tongefäß, in dem der Bruch gerieben wird; hier durch ein grobes Sieb gedeutet.
Eierkäse - durch Erhitzen von Milch mit Ei (ggf. etwas Säure) gestockter, abgetropfter Milchbruch; die Ausgangsstufe dieses Rezepts.
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