Willst du guten Met sieden, so nimm drei Teile Wasser und einen Teil Honig und lass es gut aufsieden…
Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum, Hs 3227a · 1389 · Mittelhochdeutsch (ostmitteldeutsch) · Entstehungsort unbekannt (Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum, Hs 3227a)
N2
CoReMA-Handschrift N2 (Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum, Hs 3227a), datiert um 1389: die berühmte Sammelhandschrift mit der ältesten erhaltenen Auslegung von Johannes Liechtenauers Fechtlehre (früher, inzwischen korrigiert, "Döbringer Fechtbuch" genannt) - hier nicht wegen des Fechttraktats, sondern wegen der darin enthaltenen Kochrezepte interessant, darunter ein Met-Rezept im Verhältnis drei Teile Wasser zu einem Teil Honig, mit Hopfengabe und einer separaten roten Farbzugabe.
Die Handschrift Hs 3227a des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg ist berühmt - aber nicht als Kochbuch. Sie enthält die älteste bekannte Aufzeichnung der Fechtlehre Johannes Liechtenauers und gilt als eines der wichtigsten Zeugnisse der europäischen Fechtgeschichte. Zwischen Fechtlehre, Rossarznei und Hausmitteln stehen 15 Rezepte, die wir hier zugänglich machen.
Der Sammelband entstand um 1389, in ostmitteldeutscher Schreibsprache. Wer ihn geschrieben hat, ist offen: die lange verbreitete Zuschreibung an einen Hanko Döbringer gilt heute als widerlegt - sein Name steht in der Handschrift, aber nicht als der des Schreibers.
Das Besondere: Die Rezepte sind auffällig ausführlich - im Durchschnitt fast anderthalbmal so lang wie in den großen Kochbüchern derselben Zeit. Wer nur fünfzehn Rezepte aufschreibt, schreibt sie offenbar für sich und nicht für eine Küchenmannschaft, die den Rest schon weiß. Darunter ein Met mit Hopfen und Kümmel, der verwandt ist mit dem gehopften Met aus dem Buch von guter Speise.
Werk (um 1389): gemeinfrei. TEI-Transkription über das CoReMA-Projekt (Universität Graz, CC BY 4.0), Sigle N2. Übersetzung und Kommentar: fyndling.de (CC BY-NC-SA 4.0). Ein Editionstext liegt uns nicht vor - wo wir eine Lesart wählen, steht die Begründung dabei.
- Die Fyndling-Redaktion
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Willst du guten Met sieden, so nimm drei Teile Wasser und einen Teil Honig und lass es gut aufsieden…