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Köln, Historisches Archiv der Stadt Köln, Best. 7004, 27 · 1475 · Frühneuhochdeutsch (ripuarisch/westmitteldeutsch, Köln) - Datierung umstritten: Menne (1931/1937) 2. Hälfte 15. Jh., Finger et al. (1993) 16. Jh. ohne Begründung; Wasserzeichen/Inhalt liefern laut TEI keine sichere Datierung · Westmitteldeutscher/ripuarischer Sprachraum (Entstehungsort unbekannt); Handschrift heute Historisches Archiv der Stadt Köln
K1 / Best. 7004, 27
CoReMA-Handschrift K1: 182 Rezepte der Kölner Abschrift der "Küchenmeisterei" - derselben Drucktradition wie So1 (Solothurn), aber textlich vollständiger erhalten. Systematisch in fünf Teile gegliedert wie So1: Fleisch/Fisch, Eierspeisen, Gebackenes, Essig-/Kräuterwein-Herstellung, ein ausführliches lateinisch-deutsches Diätetik-Kapitel. Enthält denselben Brombeer-Honigwein wie So1 (dort §133), hier unter dem lateinischen Titel "Vinum de morisrubi" (k1-167) - K1 überliefert an dieser Stelle einen Rezepttitel, den So1 nicht hat.
Die Kölner Küchenmeisterei (Historisches Archiv der Stadt Köln, Best. 7004, Nr. 27) ist wie die Solothurner Küchenmeisterei eine handschriftliche Abschrift des ersten gedruckten deutschen Kochbuchs - dieselbe Texttradition, aber in ripuarischem Dialekt (Kölner Raum) statt alemannisch. Wann genau sie entstand, ist unter Fachleuten strittig: die einen setzen sie in die zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts, andere ins 16. Jahrhundert.
182 Rezepte - deutlich mehr als die Solothurner Fassung, die am Anfang beschädigt ist. Dieselbe fünfteilige Gliederung: Fleisch und Fisch, Eierspeisen, Gebackenes, Essig- und Kräuterwein-Herstellung, ein ausführliches Kapitel zur Magen-Diätetik. Darunter derselbe gewürzte Brombeer-Honigwein wie in Solothurn - hier unter dem lateinischen Titel „Vinum de morisrubi", einer Überschrift, die die Solothurner Handschrift an dieser Stelle nicht überliefert.
Weil beide Handschriften unabhängig voneinander denselben gedruckten Text abgeschrieben haben - einmal in Solothurn (alemannisch), einmal in Köln (ripuarisch). Wo eine der beiden Fassungen beschädigt oder unklar ist, hilft oft ein Blick in die andere: ein direkter Gegencheck über zwei komplett unabhängige Schreiber hinweg, wie er bei den meisten Handschriften unseres Bestands nicht möglich ist.
Werk (15./16. Jh.): gemeinfrei. Transkription: CoReMA - Cooking Recipes of the Middle Ages, Universität Graz (CC BY 4.0), Handschrift K1. Faksimile: Historisches Archiv der Stadt Köln, Best. 7004, 27 (CC BY-NC-SA 4.0).
- Die Fyndling-Redaktion
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