Mandel-Ziger macht man so: Nimm Mandeln und mach daraus eine dicke Mandelmilch, und passiere sie dur…
Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum, Hs 20291 · 1492 · Frühneuhochdeutsch (schwäbisch, südwestdeutscher Sprachraum, 1492-1494) · Schwäbischer Sprachraum (Entstehungsort unbekannt); Handschrift heute Germanisches Nationalmuseum Nürnberg
N1 / Hs 20291
CoReMA-Handschrift N1: die 26 Kochrezepte (fol. 17r-24r) der Sammelhandschrift Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum, Hs 20291, schwäbisch, 1492-1494. Anton Birlinger hat sie 1865 als "Alemannisches Büchlein von guter Speise" gedruckt - die einzige gemeinfreie wissenschaftliche Edition zu einer CoReMA-Handschrift und damit ein vollwertiger Gegencheck neben dem TEI-Text. Jedes Rezept trägt im Original eine rote Überschrift. Textlich am Ende der Traditionslinie des "Buoch von guoter Spise" (bgs, um 1350) und des Meister Eberhard (meb); direkte Motiv-Parallelen zu ka1 (Krosaier), zum Holdermus-Cluster (ka1/kkm/m384/meb/rfk) und zum heidnischen Pfannkuchen (ka2/m5919/mha/mon).
Das Alemannische Büchlein von guter Speise steht als Rezeptteil (Bl. 17r-24r) in der Sammelhandschrift Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum, Hs 20291. Die Sprache ist schwäbisch, die Datierung fällt auf 1492-1494 - damit ist es das jüngste und westlichste der spätmittelalterlichen deutschen Bücher in unserem Bestand. Wo die Handschrift geschrieben wurde, ist nicht bekannt; nach Nürnberg ist sie erst später gelangt.
26 Rezepte, und jedes einzelne trägt im Original eine rot geschriebene Überschrift - „mandel ziger", „vasten visch", „lebersultz", „ain guot ruben muoß", „ain grun pfankuochen". Das ist unter unseren Handschriften eher die Ausnahme: viele Sammlungen reihen die Rezepte ohne Titel aneinander, hier hat der Schreiber jedem Gericht bewusst einen Namen gegeben.
Es ist das einzige Buch unseres Bestandes, zu dem eine gemeinfreie wissenschaftliche Ausgabe existiert: Anton Birlinger hat die Rezepte 1865 gedruckt und ihnen den Namen gegeben, unter dem sie heute bekannt sind. Für uns heißt das, dass wir jede Lesart gegen eine zweite, unabhängige Übertragung prüfen können - ein Luxus, den wir bei den meisten Handschriften nicht haben.
Über den Namen und über die Sache. Das Buoch von guoter Spise aus Würzburg ist rund 140 Jahre älter (um 1350) und gilt als das älteste deutsche Kochbuch; Birlinger hat dem schwäbischen Büchlein den Titel in Anlehnung daran gegeben. Inhaltlich stehen beide in derselben langen Traditionslinie - mehrere Gerichte kehren hier in jüngerer, schwäbischer Gestalt wieder.
Nein. Der Band enthält außerdem Arzneirezepte, ein Pestrezept, eine Anleitung zum Tintenmachen und chirurgische Anweisungen. Wir haben ausschließlich den Kochteil aufbereitet - die übrigen Texte sind eine andere Gattung und gehören nicht in eine Rezeptsammlung zum Nachkochen.
Werk (15. Jh.): gemeinfrei. Transkription: CoReMA - Cooking Recipes of the Middle Ages, Universität Graz (CC BY 4.0), Handschrift N1. Faksimile: Germanisches Nationalmuseum Nürnberg, Hs 20291 (CC BY-NC-SA 3.0). Gedruckte Vergleichsausgabe: Anton Birlinger, Alemannisches Büchlein von guter Speise, 1865 (gemeinfrei).
- Die Fyndling-Redaktion
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