Tegernseer Wirtschaftsbüchlein (Speisenbuch) · Kloster Tegernsee, Bayern · 1460
Geronnene Milch: 7 Maß und 10 Lauter daran.
| Original | Modern | Menge | Wo kaufen | Alternative |
|---|---|---|---|---|
| 7 maß milch | Vollmilch | 700 ml | Supermarkt | - |
| 10 lautter | Molke | 1000 ml | - | klare Molke vom Käsen |
| Zitronensaft oder 1 Msp. Lab-Pulver (für 700ml Milch) | 2 EL | - | - |
Welches Gericht ist das? Ein schlichtes, mildes Milchgericht der Klosterküche - gestockte (geronnene) Milch, in klarer Molke schwimmend. Es ist der einfache Verwandte von Frischkäse und Quark und steht im Korpus zwischen Eierkäse (teg-030) und den anderen Milchspeisen der Nicht-Fastentage.
Die zwei Zutaten. Gerunne milch ist die durch leichte Säure oder Lab zum Stocken gebrachte Milch. Lautter ist die klare Molke (das "Lautere"), die sich dabei absetzt - sie wird über die gestockte Milch angegossen, sodass diese darin schwimmt. Die Quelle nennt nur das Verhältnis: 7 maß Milch zu 10 lautter - also deutlich mehr Molke als Milch.
Praxis. Etwa 700 ml Vollmilch sanft auf 40-45 Grad erwärmen und durch leichte Säure (2 EL Zitronensaft) oder eine Messerspitze Lab-Pulver zum Gerinnen bringen. Stehen lassen, bis die Masse fest wird. Dann reichlich klare Molke - im Quellenverhältnis rund 1000 ml - darüber angießen, sodass die gestockte Milch darin schwimmt. Kühl servieren.
Nein - Milch ist ein Tierprodukt und in der strengen Fastenzeit verboten. Die gestockte Milch gehörte zu den gewöhnlichen Tagen.
Dieses Rezept stammt aus dem Tegernseer Speisenbuch (1453-1534, Kloster Tegernsee, Bayern). Klösterliches Speisenbüchlein des Benediktiner-Klosters Tegernsee (BSB München, Cgm 8137). Das Speisenbuch (fol. 45r-85r) dokumentiert den Klosteralltag: welche Speisen zu Fastenzeiten und Festtagen aufzutischen waren. Typische bayerische Klosterküche - Fastengerichte, Fischspeisen, Milch- und Mehlspeisen. Datiert 1453-1534. Das Fischbüchlein (fol. 97r-109v) enthält Anweisungen zur Fischerei. Im CoReMA-Projekt (Uni Graz) als Manuskript M13 katalogisiert.
Die klare Molke (das Lautere), die sich beim Gerinnen der Milch absetzt. Sie wird über die gestockte Milch angegossen.
Geronnene, gestockte Milch - ein einfaches, frisches Milchgericht der Nicht-Fastentage.
Mediävistische Texte sind oft mehrdeutig. Hier die Stellen, an denen wir uns für eine Lesart entscheiden mussten - mit den plausiblen Alternativen.
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