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Ochsenaugen (Spiegeleier)

Tegernseer Wirtschaftsbüchlein (Speisenbuch) · Kloster Tegernsee, Bayern · 1460

LesartRekonstruktion aus ZutatenlisteLagerkücheLagerküche-tauglichLesartViel InterpretationsspielraumEinfachKorrekturBearbeitungsstand 8/10Höfische KücheHofkücheVegetarischVegetarisch
Zubereitungszeit10 Min.Portionen4 PersonenBuchTegernseer Speisenbuch (~1460)

Ochsenaugen oder kaltes Eierschmalz - je zwei Eier auf die Person.

OriginalModernMengeWo kaufenAlternative
ydlichem 2 ayer 8 Eier 8 Stück - -
Schmalz oder Butter zum Braten - - -
Salz nach Geschmack - - -

Welches Gericht ist das? Spiegeleier - bis heute heißen sie regional Ochsenaugen, weil der runde gelbe Dotter im weißen Ring wie ein Auge aussieht. Die Quelle stellt zwei Formen nebeneinander und notiert nur die Eiermenge der Klosterküche (zwei Eier pro Kopf); Zubereitung und Fett sind aus dem Gerichtsnamen ergänzt.

Ochsenaugen. Die eigentlichen Spiegeleier: in Schmalz oder Butter gebraten, der Dotter bleibt ganz und flüssig - das gelbe Auge im weißen Ring gibt dem Gericht seinen Namen.

Kalts aymschmalz. Die zweite genannte Form, das kalte Eierschmalz: die Eier in reichlich Fett ganz durchgaren, sodass auch der Dotter stockt, und kalt reichen - eine vorzubereitende, transportable Variante.

Praxis. Fett in der Pfanne erhitzen, Eier aufschlagen, salzen. Für Ochsenaugen bei mittlerer Hitze nur das Eiweiß stocken lassen; für das kalte Eierschmalz durchgaren und auskühlen lassen.

Warum heißt es Ochsenaugen?

Wegen des Aussehens: der runde gelbe Dotter im weißen Eiweiß-Ring erinnert an ein Auge. Der Name ist bis heute regional für Spiegeleier gebräuchlich.

Aus welcher Zeit und woher stammt dieses Rezept?

Dieses Rezept stammt aus dem Tegernseer Speisenbuch (1453-1534, Kloster Tegernsee, Bayern). Klösterliches Speisenbüchlein des Benediktiner-Klosters Tegernsee (BSB München, Cgm 8137). Das Speisenbuch (fol. 45r-85r) dokumentiert den Klosteralltag: welche Speisen zu Fastenzeiten und Festtagen aufzutischen waren. Typische bayerische Klosterküche - Fastengerichte, Fischspeisen, Milch- und Mehlspeisen. Datiert 1453-1534. Das Fischbüchlein (fol. 97r-109v) enthält Anweisungen zur Fischerei. Im CoReMA-Projekt (Uni Graz) als Manuskript M13 katalogisiert.

Ochsenaugen oder kalts aymschmalz: ydlichem 2 ayer.
Ochsenaugen

Spiegeleier - der ganze Dotter im weißen Ring sah aus wie ein Ochsenauge. Bis heute regional gebräuchlich.

kalts aymschmalz

Kaltes Eierschmalz - die hier daneben genannte zweite Form: in Fett ganz durchgegarte, kalt gereichte Eier.

Handschrift
Tegernseer Wirtschaftsbüchlein (Speisenbuch)
Folio
fol. 56r
Sprache
Frühneuhochdeutsch (Ostmittelbairisch, 15./16. Jh.)
Entstehung
Kloster Tegernsee, Bayern, 1460

Originalwerk (~1460) gemeinfrei.

Bildquelle
Tegernseer Speisenbuch, BSB Cgm 8137, fol. 56r - Münchener Digitalisierungszentrum Quelle öffnen
Transkription
BSB Cgm 8137, Kochbüchlein (fol. 45r-85r). Edition: Anton Birlinger, Kalender und Kochbüchlein aus Tegernsee, Germania 9 (1864), S. 192-207. Gemeinfrei. Link öffnen
Übersetzung & Anmerkungen
CC BY-SA 4.0 fyndling.de
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